Leserstimmen zu
Wildblumen im Schnee

Cheryl Strayed

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Dieser Roman ist sehr emotional, dabei aber traurig und zeitweise auch deprimierend. Oftmals musste ich den Klos in meinem Hals runterschlucken, denn Cheryl Strayed hat einfach einen unglaublich gefühlvollen Schreibstil, der mir dieses schwere Thema ,als Außenstehende völlig nah gebracht hat. Ich fühlte mich als Teil dieser Familie und habe mit gelitten und auf einen Lichtstrahl gehofft. Man muss allerdings in Stimmung für dieses Buch sein, denn es kann einen wirklich runterziehen. Man begleitet eine Komplette Familie dabei wie sie einen geliebten Menschen verlieren, langsam und auch etwas qualvoll, das löst bei allen beteiligten natürlich verschiedene Gefühle hervor, die weit über Trauer und Verlustängste hinaus gehen. Dieser Roman kratzt unter der Oberfläche und ist dabei ungeschönt und manchmal etwas hart, trotz dessen lässt er sich leicht lesen und schafft den richtigen Grad zwischen Schwere und Leichtigkeit. Zwischen Trauer und Hoffnung. Das Leben geht immer weiter, es muss einfach . Allerdings war der Klappentext etwas irreführend, denn ich hatte nicht das Gefühl das grade Claire die Familie zusammen hält, sie arbeiten alle auf ihre Weise zusammen und finden gemeinsam einen Weg, da aus der Erzählperspektive geschrieben wurde, kann man sich auch wunderbar in jeden hineinversetzen und erlebt die Geschichte aus allen Perspektiven. Wildblumen im Schnee zeigt eine stärke in den schwächsten Momenten einer Familie. Es gibt eine unglaubliche Charakterentwicklung , man wechselt dabei von Sympathie zu Hass zu Mitleid . Man kämpft von Anfang an einen Kampf den man nur verlieren kann und dennoch lässt sich das Buch mit einem gutem Gefühl schließen.

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Inhalt: Claire Wood ist in einer ländlichen Gegend in Minnesota aufgewachsen. Als College-Studentin außer Haus freut sie sich darauf endlich wieder ihre Familie zu sehen, auch wenn das Verhältnis zu ihrer Mutter nicht gerade das Beste ist. Doch zu Hause angekommen, wartet ein riesen Schock auf die gerade einmal 20-Jährige Studenten – Mit ihren 38 Jahren ist Teresa, ihre Mom, unheilbar an Krebs erkrankt! Der Familie steht ein harter Kampf bevor, denn sie nur zusammen meistern können, aber die Voraussetzungen sind nicht gerade rosig, denn Claires Familie droht an Angst, Verzweiflung und Trauer zu zerbrechen. Während ihr Stiefvater am Leid seiner Frau zu zerbrechen droht und ihr kleiner Bruder Josh sich immer mehr zurückzieht, ist es einzig Claire die hinter dem großen Kummer die Hoffnung erkennt an der man festhalten kann… Meinung: Als Krankenschwester auf einer onkologischen Station werde ich tag täglich mit genau dieser Leidenssituation konfrontiert, die Claire und ihre Familie gerade durchstehen muss. Es ist schwer die richtigen Worte zu finden, Trost und Hoffnung zu vermitteln, wenn der Tod mit großen Schritten auf dem Weg zu einem ist. Dennoch ist es genau dies was die Familie durchmacht das was das wahre Leben zeichnet und ich muss sagen, dass die Autorin genau diesen Kampf auf sehr authentische und gefühlvolle Ebene beschreibt. Hoffnung, Trauer und Angst in einen Einklang zu bringen ist nicht einfach und dennoch ist es der Zusammenhalt der Familie, der einem vieles erträglicher gestaltet. Cheryl Strayed hat in meinen Augen die richtigen Worte in solch einer schweren Situation gefunden. Sie schildert sehr detailliert und realistisch welche Veränderungen eine solche Erkrankung bei dem Betroffenen und deren Angehörigen hervorruft, mit was sie sich auseinandersetzen müssen im Laufe der Krankheit und wie der Weg am Ende des schweren Kampfes ist. Sehr gut gefiel mir, dass die Autorin diese Thematik nicht mit Samthandschuhen angeht und in Watte verfeinert präsentiert, sondern sehr offen und ehrlich an das Thema herangeht. Es wird sehr deutlich was Krebs bedeutet und wird so dramatisch dargestellt, wie es ist und nicht in einer verschönten Version dargestellt. Es geht ganz klar unter die Haut und berührt einen auf einer Gefühlsebene, die dieses Thema auch im wahren Leben hervorruft. Selten musste ich bei Büchern zu einem Tempotaschentuch nach dem anderen greifen und werde von der Hoffnung, aber auch Hoffnungslosigkeit der Protagonisten so mitgerissen wie hier und das obwohl dieser Roman sehr vorhersehbar ist und einen leichten kitschigen Touch hat – Denn die Botschaft dahinter ist das, was einem den Atem verschlägt und am Ende zum nachdenken anregt! Das Cover hat etwas Dramatisches an sich, dessen Bedeutung erst im Laufe der Handlung zum Vorschein kommt. Fazit: Ein sehr emotionaler, ehrlicher und realistischer Roman um einen Kampf, dessen Weg schon im Voraus bekannt ist und dennoch die Hoffnung das Letzte ist was man verlieren sollte. Dramatisch, authentisch und sehr lesenswert!

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"Wildblumen im Schnee" ist ein Roman, der Trauer und Hoffnung miteinander verbinden konnte. Jemanden in einem Sterbeprozess zu begleiten ist schmerzhaft und verlangt alles an Emotionen innerhalb einer Familie. Während der eine sich mit Selbstmordgedanken plagt, der andere sich durch Drogen betäubt und der andere sich mit Sex am Nachdenken hindert, gilt für alle, das ein geliebter Mensch gehen wird und der Umgang miteinander ein anderer sein wird, sobald Teresa ihrem Krebsleiden erlegen sein wird. Gleich zu Beginn ist echter Schmerz spürbar und das Warten und Hoffen deutlich. Die Veränderungen durch den Tod der Mutter / Ehefrau mehr als spürbar. Als Leserin setzt man sich tatsächlich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander oder dem Trauerprozess, der darauf folgt, wenn man selbst Hinterbliebene ist. "Wildblumen im Schnee" erzählt eine sehr eindrückliche Geschichte, die nichts beschönigt. Es ist aber nicht nur von Schmerz zu lesen, sondern auch von Hoffnung und einigen positiven und auch negativen Begebenheiten, die davon erzählen, dass das Leben weitergehen muss, auch wenn etwas fehlt und nicht ersetzt werden kann. Auf einem Grab wachsen wilde Blumen, die ihre eigene Geschichte erzählen wollen, da auch wenn etwas endet, etwas Neues entstehen kann. Der Weg dahin ist für Bruce, Claire und Joshua mit vielen traumatischen, schmerzlichen Erlebnissen verknüpft, die aber im Nachhinein die Familienbande verstärken. Unausgesprochenes, unverzeihliches wird eine eigene Geschichte erzählen und letztendlich die warmherzige Story verstärken. "Wildblumen im Schnee" ist mitunter oberflächlich, kitschig und vorhersehbar, dennoch ist es ein Roman, auf den ich mich wunderbar einlassen konnte. Vielleicht ist die Story auch nicht neu und trotzdem erwärmte sie mein Herz und ließ mich am Ende den Roman sehr zufrieden zusammenklappen. Vielleicht trug ich in dem Moment ein Lächeln im Gesicht, da sich die Protagonisten definitiv weiterentwickelt haben und sich nicht mit ihrem Schmerz verbunden haben. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der Trauer in Hoffnung verwandeln konnte. Kurzweilig und definitiv unterhaltsam, da es eine Story beinhaltet, die jeden von uns betreffen könnte. Daher kommt eine gewisse Authentizität hinzu, die aber nur auf die Trauer zu beziehen ist. Alle anderen Probleme, die hier aufgegriffen werden, finden in meinem Leben keinen Platz, machen das Buch aber auf jeden Fall sehr lebendig. Lasst euch einfach überraschen. ★★★★★ (4,5 Sterne)

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