Leserstimmen zu
Das Gutshaus - Glanzvolle Zeiten

Anne Jacobs

Die Gutshaus-Saga (1)

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MEINE MEINUNG: Die Geschichte beginnt mit der Protagonistin Franziska im Jahre 1939. Zu Anfang bekam ich einen kleinen Einblick in das Leben auf Gut Dranitz in den „guten Zeiten“. Dieser Einblick hat mir schon mal gut gefallen, auch habe ich den Schreibstil von Anfang an gemocht. Anne Jacobs schreibt sehr anschaulich, ich hatte immer ein genaues Bild des Schauplatzes vor Augen. Danach folgt der erste Perspektivenwechsel und auch die Zeit ändert sich. Die einzelnen Kapitel bekommen verschiedene Protagonisten, da wäre Franziska, ihre Enkelin Jenny und Mine, das Hausmädchen der Familie Dranitz. Zu meiner Überraschung spielt der größte Teil der Handlung in den 90er Jahren, Franziska ist nun schon siebzig Jahre alt. Zweimal gab es auch einen Einblick in das Tagebuch von Elfriede, Franziskas jüngere, schon früh verstorbene Schwester. Diese haben mir auch gut gefallen, sie waren für mich das einzige geheimnisvolle und spannende Element der Geschichte. Der Perspektivenwechsel hat mir gut gefallen, so brachte er Abwechslung und förderte den Lesefluss. Allerdings war das eine ganz schöne Abweichung von dem, was ich eigentlich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet habe. Ich habe eigentlich auf eine Geschichte kurz nach dem zweiten Weltkrieg gehofft, die Suche der verlorenen großen Liebe im Vordergrund. Das habe ich allerdings nicht geliefert bekommen. Im Mittelpunkt steht nämlich eindeutig Franziskas Rückkehr in ihre alte Heimat und das sehr viel später, als ich eigentlich erwartet habe. Trotzdem habe ich gerne weitergelesen und war gespannt, wie die Geschichte ihren Lauf nehmen würde. Mit den Charakteren bin ich leider nicht wirklich warm geworden. Von Franziska wusste ich von Anfang an nicht, was ich halten sollte und das hat sich bis zum Ende durchgezogen. Oft hatte ich das Gefühl, sie würde sich für etwas Besseres halten und diese Einstellung konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Zumal mir die junge Franziska eigentlich ganz gut gefallen hat. Sie war viel verträumter und gefühlvoller als die alte Dame. Jenny war mir direkt unsympathisch. Sie war viel zu naiv und wirkte auf mich ein klein wenig dumm. Auch bei den anderen Charakteren konnte ich mir keinen rauspicken, der mir wirklich gut gefallen hat. Was für mich schon ein Grund ist, weshalb ich diese Reihe eher nicht weiterverfolgen werde. Die Passagen aus der Vergangenheit konnten mich voll und ganz überzeugen. Sie waren leidenschaftlich und sehnsuchtsvoll. Allerdings gab es davon sehr wenige. Das Erwartete wurde definitiv vermisst. Die Trennung der Liebenden wird auf dem Klappentext erwähnt. Mir erschien es aber, als hätte Franziska ihre große Liebe längst hinter sich gelassen und vergessen. Wenn die Autorin etwas anderes vermitteln wollte, hat sie dies meiner Meinung nach nicht wirklich geschafft. Die Emotionen blieben auch auf der Strecke. Die gab es dann tatsächlich nur in den Passagen aus der Vergangenheit. Genauso verhielt es sich mit der Spannung. Sie wurde nicht richtig aufgebaut, alles passiert irgendwie so nebenher, selbst bei „großen“ Ereignissen. FAZIT: Ich habe etwas komplett anderes erwartet. Zunächst hat mich das nicht gestört, aber leider konnte mich die gelieferte Geschichte nicht wirklich vom Hocker reißen. Die schönen Passagen kamen leider zu kurz. So fand ich die Geschichte eher langweilig, es ist nicht viel passiert, zumindest meiner Ansicht nach. Einen großen Pluspunkt gibt es für den tollen Schreibstil und die Tatsache, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Alles in Allem, trotzdem eine Enttäuschung.

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