Leserstimmen zu
Totenlied

Tess Gerritsen

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Totenlied

Von: Nicole Plath

06.10.2019

Die amerikanische Violinistin Julia Andsdell findet auf ihrer Italienreise in Venedig ein Notenbuch in einem Antiquariat. Als sie sich das Buch anschaut, fallen Notenblätter heraus. Sie enthalten eine Melodie, die Julia vollkommen unbekannt ist. Wieder zu Hause, spielt sie diese Melodie. Während sie spielt, ersticht ihre dreijährige Tochter den alten Kater. Als Julia das Lied ein zweites Mal spielt, sticht ihre Tochter ihr eine Glasscherbe ins Bein. Was macht diese Musik nur mit ihrer Tochter, und welches Geheimnis steckt hinter diesen wenigen Noten? Während Julias Familie sie sicherheitshalber in eine Klinik einliefern möchte, fährt Julia nach Venedig und macht sich auf die Suche nach der Herkunft der Noten. In einem zweiten Zeitstrang geht es um Lorenzo, einen venezianischen Juden und Geigenbauer zu Mussolinis Zeiten. Was mit ihm geschieht, ist eng mit diesen Noten verbunden. Beide Figuren und deren Geschehnisse sind spannend und emotional erzählt. Als Leser begleitet man Julia und ihre Hoffnung auf eine Lösung des Rätsels. Daneben erfährt der Leser viel von Lorenzo, seiner Familie und den damaligen Gegebenheiten. Deren Schatten werden Julia bis in die Gegenwart verfolgen. Viele Fragen stellen sich während des Lesens, und die Geschichten bieten einige Wendungen auf, bis klar wird, welche Verbindung besteht. Der Roman bleibt bis zur letzten Seite spannend und überraschend. „Totenlied“ ist eine sehr gute Geschichte, die leider viel zu schnell zu Ende ist. Ein sehr gut gelungenes Buch.

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Julia Ansdell erwirbt in Rom in einem Antiquitätenladen ein Notenheft, indem sich auch eine einzelne Komposition eines Walzers befindet. Zuhause in den USA beginnt die Musikerin sich mit dem Stück auseinander zu setzen, doch jedes Mal wenn sie den Walzer ,,Incendio" auf ihrer Violine einüben will, tut ihr kleine Tochter Lily etwas Schreckliches. Doch kann es wirklich sein, dass die merkwürdige und unveröffentlichte Komposition dafür verantwortlich ist?... . Tess Gerritsen hat hier eine sehr spannende und authentische Handlung entworfen, die aus meiner Sicht allerdings nur wenig mit einem Thriller zu tun hat. Hier gibt es keinen Kriminalfall, der aufgeklärt werden müsste, sondern die eigentliche Spannung entsteht durch das unheimliche Verhalten der kleinen Lily. Mir hat das Hörbuch von Anfang an gefallen, aber an die ungewöhnliche rauchig klingende Stimme der Sprecherin Mechthild Großmann musste ich mich erst einmal gewöhnen. Die Handlung an sich hatte mich allerdings sofort gepackt und ich war sehr gespannt darauf, wie die Autorin alles logisch auflösen möchte. Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Geschichte in Gegenwart und Vergangenheit aufsplittet und man abwechselnd aus Julias Perspektive und später aus der des Italieners Lorenzo alles miterlebt. Julia ist eine sympatische Protagonistin, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte. Besonders, als ihr niemand wegen ihrer Tochter glaubt, habe ich mit ihr mitgelitten. Allerdings habe selbst ich manchmal an ihrer Wahrnehmung gezweifelt. Lorenzo, der in den 1940er Jahre in Italien lebt, habe ich ehrlich gesagt in diesem Buch gar nicht erwartet. Er ist ein sehr talentierter Musiker, den leider wie vielen anderen Menschen zu seiner Zeit ein furchtbares Schicksal ereilt. Tess Gerritsen hat hier eine sehr spannende Geschichte geschrieben, die so auch wirklich hätte passieren können. Sie löst am Ende alles auch logisch auf. Besonders gut fand ich auch, dass man am Ende des Hörbuchs auch einmal ,,Incendio" hören kann. Mechthild Grossmann hat eine ungewöhnliche Stimme, die erst einmal gar nicht zu den Figuren, wie der kleinen Lily zu passen scheint. Wenn man sich aber an ihren Klang gewöhnt hat, möchte man sie nicht mehr missen. So habe ich nachher den Eindruck gehabt, dass Frau Grossmann sogar zur Spannung der Geschichte beiträgt, weil sie alles mit viel Gefühl und guter Betonung vorträgt. Insgesamt ist ,,Totenlied" ein spannendes Hörbuch, welches zwar in eine ganz andere Richtung verläuft, als ich es erwartet habe, aber mich letztendlich doch überzeugen konnte. Gerne empfehle ich es hier weiter.

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Zuerst mal zu Mechthild Großmann, ihre Stimme ist einfach sehr speziell und in meinen Ohren richtig klasse! Was das angeht ist der Hörgenuss schon mal richtig gelungen. Ich bin ja ein großer Freund der Rizzoli-&-Isles-Thriller, aber man muss sich schon darüber im Klaren sein, dass es sich um ein gänzlich anderes Projekt der Autorin handelt. Eigentlich haben wir es hier fast mit zwei Geschichten zu tun, die von der Autorin gekonnt gekoppelt werden. Auf der seinen Seite steht ein Musikstück welches in Italien um 1940 erschaffen wurde. Dieses Musikstück beeinflusst auch das heutige Leben einer jungen Frau. Die dunkle Zeit der Judenverfolgung ist sehr real geschildert und verursacht keine guten Gefühle, aber ich denke es ist mitunter auch sehr wichtig genau diese Zeit immer mal wieder in den Fokus der Menschen zu rücken. Julia, eine Hauptperson in diesem Buch ist in meinen Augen sehr gut beschrieben, man spürt ihre Angst und ihre Zerrissenheit, aber auch die andere Hauptfigur hat jede Menge zu bieten. Auch Lorenzo ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Ich für mich würde dieses Buch allerdings nicht unbedingt als Thriller sehen. Es ist natürlich sehr spannend und unterhaltsam. Auch das Ende konnte mich wirklich überraschen. Eine gelungene Komposition.

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Der Roman startet sehr ungewöhnlich, richtig mystisch. Violinistin Julia lebt für ihre Musik und ihre kleine Tochter. Doch dann ändert ein neues Musikstück, die Noten dafür hat sie in beim letzten Italienbesuch gekauft, ändert ihr Leben. Plötzlich zeigt ihre kleine 3 jährige Tochter Wesensänderungen. Julia ist erschüttert und hat Angst, dass ihre eigene Familiengeschichte damit zusammenhängt, aber dann rückt das neue Musikstück in ihren Blick. Kann diese Musik ihre Tochter verändert haben, Julia muss wissen wer die Musik geschrieben hat und begibt sich auf die Suche. Damit eröffnet sich ein zweiter Erzählstrang, der vor dem zweiten Weltkrieg in Venedig beginnt. Dort begleitet man den jungen Lorenzo, der für die Musik lebt bis er seiner Liebe begegnet. Nun ist das Hauptaugenmerk auf dieser historischen Erzählung. Für mich eine ganz neue Seite von Gerritsen. Sie hat sich damit an ein sehr interessantes Thema gewagt: die Judenverfolgung in Italien. Für mich ein ganz neuer Aspekt. In der Mitte des Romans gab es für mich einige Längen. Am Ende steigerte sich dafür der Spannungsbogen nochmal sehr und endete schließlich für mich völlig überraschend. Auch wenn ich mit den Charakteren insgesamt etwas zu kämpfen hatte, so richtig warm wurde ich mit keinem richtig. Aber die Geschichte ist interessant und ungewöhnlich. Gleichzeitig wusste ich immer nicht, ob ich Julia glauben sollte, kann ein Musikstück einen Menschen ändern? Diese Fragen bleiben die ganze Zeit, bis schließlich dieses sehr überraschende Ende kam, was alle Fragen logisch löst. Einen weiteren großen Pluspunkt gibt es dafür, dass ich einiges gelernt habe und mir ein neuer Aspekt der Judenverfolgung aufgezeigt wurde. Tess Gerritsen kann gerne weiter solche Romane schreiben. Mechthild Großmann kenne ich auch schon von anderen Gerritsen Hörbüchern. Ihre rauchige Stimme ist unverwechselbar, aber für mich auch gewöhnungsbedürftig. Dennoch spricht sie sehr gut und vor allem Julias Unsicherheit und Angst hat sie sehr gut rüber gebracht. Das Cover an sich gefällt mir, aber erinnert mich zu sehr an die Rizzoli Romane, was ich verwirrend finde, da dieser Roman auch in eine ganz andere Richtung geht und mit dem ähnlichen Cover Erwartungen geschürt werden, die gar nicht zu erfüllen sind.

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Julia Ansdell ist Berufsmusikerin und spielt Violine. Nach einem Auftritt besorgt sie nicht nur für Mann und Tochter ein Reiseandenken. In einem Antiquariat findet sie Noten von einem unbekannten Walzer. Diese Notenblätter muss sie unbedingt kaufen. Immer wenn sie ihn in Gegenwart ihrer dreijährigen Tochter übt zu spielen scheint das Mädchen komisch darauf zu reagieren.... MEINE MEINUNG: Ich habe schon einige Thriller von Tess Gerritsen gelesen. Dieser war ganz anders als ihre vorherigen Bücher. Auch dieser hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist gut zu lesen, ich konnte mir Handlung, Schauplätze und Personen gut vorstellen und dem Handlungsstrang folgen. Er wirkt authentisch, besitzt kaum Längen und führt mich sowohl in die Vergangenheit, rund um die Judenverfolgung in Italien und ìn die Gegenwart. Wobei der Fokus auf den Walzer gelegt wurde. Realität und Fiktion werden geschickt zusammen gewoben, ohne Wertung oder den mahnenden Zeigefinger. Ich musste mich jedoch erst einmal darauf einlassen da ich damit so nicht gerechnet habe. Der Thriller ist gefühlvoll, erschreckend und hat mich auch nachdenklich gemacht. Meine Lieblingsprotagonist war eindeutig Julia Anstell. Mit ihr musste ich das eine oder andere mal mitleiden und öfter konnte ich ihr Umfeld, insbesondere ihre Mann Rob, nicht verstehen. Außerdem hat mich die jüdische Famile zimliche gepackt. Das Ende war durchaus passend, ich konnte es nicht voraus erahnen und war auch etwas überrascht davon. Die 21 Kapitel und eine geschichtliche Zusammenfassung am Ende des Buches sind unterschiedlich lang. Das Cover passt gut zum Buch, obwohl ich durch den Namen der Autorin auf das Buch aufmerksam wurde. FAZIT: "Totenlied " von Tess Gerritsen wird durch den Blanvalet Verlag veröffentlicht. Dieser Thriller ist anders als die sonstigen Bücher der Autorin. Sie hat eine spannende und gefühlvolle Geschichte erschaffen. Gerade der geschichtliche Hintergrund hat mich oft sehr gepackt und nachdenklich werden lassen. Nicht nur Tess Gerritsen - Fans könnte dieser Thriller gefallen. Ich erteile eine eindeutige Leseempfehlung

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Autorin: Tess Gerritsen Verlag: blanvalet Preis: 9,99 € - Taschenbuch Seitenzahl: 312 ISBN: 978-3-8090-2670-9 Weitere Formate: Paperback, eBook, Hörbuch Klappentext: Wenn das Totenlied erklingt, gibt es kein Entkommen… Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit. Es enthält eine handgeschriebene, bislang unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus; es scheint das Wesen von Julias dreijähriger Tochter zu verändern. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen... Cover: Das Cover ist Schlicht gestaltet und wirkt durch den dunkel gehaltenen Hintergrund trotzdem bedrohlich. Am rechten Rand sieht man den Kopf einer Geige, der einen eindeutigen Bezug zum Inhalt herstellt. Titel und Autorenname sind in schlichter weißer Schrift aufgedruckt, wobei der Autorenname noch zusätzlich eingepresst wurde und somit leicht vertieft ist. Insgesamt überzeugt mich dieses Cover vor allem durch seine Schlichtheit und seine düstere Optik. Inhalt: Die Geschichte spielt in zwei Zeitzonen. Zum einen begleiten wir Julia, die von ihrer Reise das alte Notenbuch mitbringt und darin die mysteriöse Walzerkomposition entdeckt, die ihr Leben völlig auf den Kopf stellen wird. Zum anderen begleiten wir den jungen Lorenzo in Venedig kurz vor dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und den darauffolgenden Jahren. Durch die Augen des jüdischen Italieners erleben wir hautnah die damaligen Entwicklungen hinsichtlich der Judenverfolgung mit – von einem sorglosen Leben bis hin zur Internierung. Die beiden Perspektiven wechseln sich nicht nach jedem Kapitel ab, sondern wir begleiten beide immer jeweils über mehrere Kapitel hinweg. Dadurch wird der Lesefluss durch die abwechselnden Handlungsstränge nicht gestört, man kommt immer wieder gut in die jeweiligen Geschehnisse rein und kann allem sofort folgen. Natürlich stellt sich dem Leser dabei schnell die Frage was die beiden Geschichten miteinander zu tun haben und wie alles mit dem geheimnisvollen Musikstück zusammenhängt. Fazit: Tess Gerritsen heißt für mich automatisch auch Rizzoli-&-Isles. Wer allerdings von diesem Stand-Alone-Thriller etwas Ähnliches erwartet, wird enttäuscht werden. Mir war anhand des Klappentextes klar, dass mich hier nicht die klassische Mordermittlung oder ein Serienkiller erwartet. Man begleitet Julia bei ihrer Suche nach Antworten und fragt sich die ganze Zeit wie der Walzer damit in Zusammenhang steht und wie am Ende alles sinnhaft aufgeklärt werden könnte. Dadurch ist die Spannung hier viel subtiler, aber keineswegs weniger präsent. Gleichzeitig regt die Geschichte von Lorenzo zum Nachdenken an und macht uns einen dunklen Teil der Geschichte (wieder) bewusst. Diesbezüglich gibt es am Ende des Buches noch eine kurze Anmerkung zum geschichtlichen Hintergrund, sodass man alles sehr gut nachvollziehen kann. Alles in allem konnte mich das Buch überzeugen und ich kann es durchaus empfehlen. Einen extremen Thriller darf man hier nicht erwarten, aber vor allem die geschichtlichen Aspekte haben mich überzeugt. Wären diese nicht gewesen, fände ich das Buch nur halb so gelungen, da diese Thematik die eigentliche Story teilweise fast schon in den Schatten stellt. Am Ende wird aber alles gut miteinander verknüpft, sodass der Schluss in sich stimmig ist und auch alle Fragen hinreichend geklärt werden.

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Ich kenne von Tess Gerritsen ausschließlich die Bücher der Rizzoli und Isles Reihe und war nun neugierig, ob mich die Autorin auch ohne meine Lieblingscharaktere überzeugen kann, doch was sie mir hier geboten hat, das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. In der Geschichte geht es um Julia Ansdell, die von einer Konzertreise in Rom ein uraltes Notenbuch mit einem mysteriösen Walzerstück mitbringt. Kaum Zuhause muss sie dieses Stück spielen. Doch beim Spiel des Stücks passieren jedes Mal seltsame Dinge. Ist das Stück verflucht? Julia kann das Stück nicht mehr vergessen, wird es ihr Leben für immer zerstören? Die Ereignisse werden uns über zwei Handlungsstränge näher gebracht. Da haben wir zum Einen die Gegenwart, in der wir Julia bei ihrer Recherche zu dem ominösen Walzer begleiten. Zum Anderen wandeln wir in der Vergangenheit gemeinsam mit Lorenzo und seiner Familie, die als Juden in Italien zur Zeit des zweiten Weltkrieges lebten. Die Handlung hier wird beginnend ab 1938 erzählt. Mir hat hier wirklich außerordentlich gefallen, dass die Autorin die Handlung über zwei Zeitem dem Leser näher bringt und vor allem dass sie meine Lieblingsepoche gewählt hat. Mit Julia als Charakter fühlt man direkt mit. Man spürt ihre Verzweiflung und ihre Angst, dass ihr Leben aufgrund dieser Melodie sich so stark verändert hat, dass nichts mehr ist wie es mal war. Die Auflösung ihres Problems kam für mich völlig überraschend, aber absolut logisch und nachvollziehbar. Noch viel mehr als Julias Geschichte hat mich alles um Lorenzo gefesselt. Er ist ein so herzensguter Charakter, der für seine Familie alles getan hat. Und auch Familie Balboni, die die Juden so tatkräftig unterstützt, war sehr gut dargestellt. Die zarten Bande zwischen Lorenzo und Laura berühren einen zutiefst und machen die Judenverfolgung umso tragischer für die beiden. Bei der Beschreibung wie Lorenzo als Musiker im KZ aufspielen muss, hatte ich Tränen in den Augen. Ich fand sehr interessant, dass es die Judenverfolgung auch in Italien gegeben hat, das war mir bisher nicht wirklich bekannt. Ebenso wenig, dass es dort Vernichtungslager gab. Fazit: Eine tief bewegende Geschichte, die mehr als nur ein Thriller ist. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen, da mich dieses Buch tief bewegt hat. Spitzenklasse!

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Als großer Fan der Reihe um Rizzoli und Isles habe ich im Laufe der Jahre auch einige Stand-alones von Tess Gerritsen gelesen. Diese konnten mich leider nie wirklich überzeugen, weshalb ich das dann irgendwann aufgegeben habe. Dennoch konnte ich mir eine Lesung der Autorin (schon viel zu lange her) natürlich nicht entgehen lassen und wenn diese über "Totenlied" ist, nun gut. Nach der Lesung allerdings wusste ich, dass ich "Totenlied" auf jeden Fall werde lesen müssen! Denn, auch wenn ganz anders als "Rizzoli und Isles", hat dieses Buch etwas ganz besonderes. Im Mittelpunkt steht ein Musikstück, welches tatsächlich existiert und von der Autorin eigens komponiert wurde. "Incendio", was übersetzt "Feuersbrunst" heißt, wurde während der Lesung von dem österreichischen Violinisten Jörg Widmoser gespielt und in dieser Atmosphäre war das wirklich sehr eindrucksvoll, selbst wenn man, wie ich, sonst nicht viel für Violinmusik übrig hat. Das Buch selbst wird wechselweise in zwei Handlungssträngen erzählt und auch das ist etwas, was es von anderen Thrillern abhebt: Denn spielt in der Gegenwart die eigentliche Thrillerhandlung, die wenn auch erst gegen Ende wirklich spannend, von einigen Ereignissen zwischendurch abgesehen, sehr unterhaltsam und überraschend ist, so befindet sich der zweite Handlungsstrang zu Zeiten der Judenverfolgung des Dritten Reiches in Italien. Im Mittelpunkt stehen ein junger jüdischer Komponist und seine Familie. Diesen historischen Handlungsstrang hat Tess Gerritsen mit so einer Eindrücklichkeit geschrieben, dass man nicht nur mittendrin ist, sondern einem die Handlung wirklich unter die Haut geht. Beides zusammen ist für den Leser ein Wechselbad der Ereignisse und Emotionen. Entsprechend sehr gut ist der Lesefluss und am Ende weiß man, dass "Totenlied" ein Buch ist, das in Erinnerung bleibt

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