Leserstimmen zu
Wann Sie eine Bank überfallen sollten

Stephen J. Dubner, Steven D. Levitt

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Würden die Leute Geld bezahlen für ein Buch, wenn alles, was drin steht, auch kostenlos im Internet zu finden ist? Ja. Nur deshalb gibt es "Wann Sie eine Bank überfallen sollten", eine Auswahl der besten Einträge aus dem Freaconomics-Blog von Stephen J. Dubner und Steven D. Levitt. Der eine ist Journalist, der andere Wirtschaftswissenschaftler, und zusammen beschäftigen sie sich mit Fragen wie: Was würde passieren, wenn ganz Nordamerika aus Protest einen Tag lang nicht tanken würde? (Gar nichts, sie würden stattdessen einen Tag eher oder später tanken.) Die Themen im Buch gehen von rein hypothetisch (Gäbe es auf der Welt keine Leihbibliotheken, könnte man dann heutzutage so ein System überhaupt erfinden?) bis sehr praktisch (Wie müssten Dopingkontrollen aussehen, damit sie abschrecken?) und von skurrilen, aber sinnvollen Vorschlägen (wie einem neuen öffentlichen Gesundheitssystem für Großbritannien) bis zu reinem Geblödel (wie einer Sammlung ungewöhnlicher sprechender Namen). Wenn es dann noch um Backgammon, Poker und Golfturniere geht, vergisst man zwischendurch, dass man eigentlich ein Sachbuch über Wirtschaftswissenschaften in der Hand hat. Was ich mitgenommen habe von diesem Buch? Fragen, die ich mir selber noch nie gestellt hatte, und einen lehrreichen zweiten Blick auf einiges, was mir bisher entweder selbstverständlich vorkam oder völlig unwichtig. Wann der beste Tag ist, eine Bank zu überfallen, verrate ich nicht. Lest das Buch selbst. "Wann Sie eine Bank überfallen sollten" von Stephen J. Dubner und Steven D. Levitt erschien 2015 bei William Morrow, New York unter dem Titel "When to Rob a Bank". Übersetzt hat es Andreas Simon dos Santos für Penguin. Ich danke für ein Rezensionsexemplar.

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Stephen J. Dubner und Steven D. Levitt sind intelligente Autoren. Gut, das trifft natürlich auf viele zu, aber diese beiden Autoren (und Ökonomen) können hervorragend um die Ecke denken und Lösungsmöglichkeiten für Probleme liefern, die man vielleicht gar nicht als Problem gesehen hat. In ihrem Buch „Freakonomics“ haben sie das eindrücklich unter Beweis gestellt. Und auch mit dem Nachfolgerwerk „Superfreakonomics“ haben sie grandiose Antworten auf sie seltsamsten Fragen geliefert. Und da aller guten Dinge drei sind, gab es noch „Think like a Freak“ hinterher. Oder sind neuerdings aller guten Dinge vier? „Wann Sie eine Bank überfallen sollten“ ist jedenfalls ein weiteres Werk der beiden Autoren. Und natürlich geht es auch hier wieder um absurde Fragen und intelligente Antworten. Oder wie es im Untertitel heißt: „131 verblüffende Erkenntnisse aus der Welt der Wirtschaft“. Obwohl „Wirtschaft“ in dem Fall nicht ganz so genau genommen werden darf, denn hier geht es auch ums Pokerspielen und den Heimspielvorteil von Sportmannschaften. Und Sex. Sex sells schließlich, oder? Das Problem ist, wenn man die vorherigen Bücher der beiden bereits kennt, dass es sich ein bisschen wie Resterampe anfühlt. Viele Themen sind mehr so dahin gehauen wie ein Blogeintrag, der einem gerade durch den Kopf geht und den man einfach mal veröffentlichen möchte. Gefällt auch, aber nicht unbedingt in einem Buch. Aber die richtig interessanten Themen sind dieses Mal weniger vorhanden. Aber eins ist geblieben: der locker leichte Schreibstil der beiden, der zum Schmöckern einlädt. Die gelungene Mischung zwischen Humor und Wissen weiß erneut zu begeistern, sodass man sich auch bei den nicht ganz so gelungenen Themen unterhalten fühlt. Trotzdem: vielleicht wäre es besser gewesen, noch ein wenig mit der Veröffentlichung eines weiteren Buches zu warten und auf mehr Input zu hoffen. Letztendlich das schwächste Buch der beiden, aber für Fans der vorherigen Bücher dennoch lesenswert.

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