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Leserstimmen (53)

C. R. Neilson: Das Walmesser

Das Walmesser Blick ins Buch

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€ 9,99 [D] inkl. MwSt.
CHF 12,00*
(* empf. VK-Preis)

eBook (epub) ISBN: 978-3-641-18374-5

Erschienen: 19.12.2016
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Treffer filtern

Von: Angela Bischoff aus Münster Datum : 28.06.2017

Buchhandlung: Hiltruper Buchhandel

Spannend und eindrucksvoll von der ersten bis zur letzten Seite. Und - ich habe das Gefühl, nach dem Lesen schon mal dort gewesen zu sein! Einfach prima!!

Hier ist Durchhaltevermögen gefragt

Von: Daggi Datum : 25.06.2017

www.daggis-welt.de/

Inhalt
John Callum wacht eines Morgens verkatert am Hafen auf. An den vergangenen Abend hat er keine Erinnerung mehr, aber in seiner Tasche findet er ein Grindaknívur, ein blutiges Messer, das üblicherweise zum Schneiden von Walfleisch benutzt wird. Und in der Stadt gibt es nur ein Thema: der Mord, der in dieser Nacht geschehen ist.

Protagonist
John Callum lebt er seit kurzer Zeit auf den Färöer-Inseln. Er konnte eine kleine Hütte anmieten, hat eine Anstellung in einer Fabrik gefunden und in der Hauptstadt Tórshavn schon einige Menschen kennengelernt. Er ist nicht auf Ärger aus, hat sich aber schon einige Feinde gemacht. Dabei wollte er nur weit weg von seiner Heimat Schottland ein neues Leben beginnen.

Meine Gedanken zum Buch
Eine kleine Inselgruppe im Nordatlantik. Dreihundert Tage im Jahr Regen. Die Menschen leben von Fischfang, Schafzucht und der Jagd auf Grindwale. Wer freiwillig hierher kommt, ist anderswo vor etwas geflohen.

Wie der Klappentext des Buches beginnt auch das Hörbuch mit einer ausschweifenden Beschreibung der wunderbaren Landschaft der Färöer verpackt in die Ankunft von John Callum. Eigentlich ganz nett, wenn ich nicht nach drei Stunden mühsamer Hörzeit immer noch darauf gewartet hätte, dass etwas Entscheidendes passiert.

Mehr als einmal wollte ich das Hörbuch abbrechen, doch ein Blick auf die Statistik der überwiegend sehr guten Rezensionen hat mich zunächst davon abgehalten. Nach einer weiteren Stunde Hörzeit habe ich mir die Rezensionen ein wenig genauer angesehen und festgestellt, dass beim Hörbuch bereits direkt zu Beginn gekürzt wurde.

Durch Zufall bin ich mit einer Bekannten ins Gespräch gekommen, die das Buch gekauft und es abgebrochen hatte, weil es sie nicht überzeugen konnte. Um einen Vergleich zwischen Hörbuch und Buch ziehen zu können, habe ich mir das Buch von ihr geliehen. Auch hier zogen sich die ersten 250 Seiten, doch ich dachte, wenn ein Buch so gute Bewertungen erhält, muss die zweiten Hälfte des Buches phänomenal sein um die „ersten“ Eindrücke auszubügeln.

„Phänomenal“ war aber auch der zweite Teil des Buches nicht, gut ja, aber nicht überragend.

Während sich die erste Hälfte darauf beschränkt, zu erzählen, wie John auf den Färöer-Inseln angekommen ist, was er seither erlebt und wen er kennengelernt hat, passiert dann (endlich) der Mord, womit dann auch der Untertitel „Krimi“ zu seinem Recht kommt.

Ginge es in dieser Krimi nur um den Mord und die Aufklärung, hätte das Buch möglicherweise sogar vier Eulen von mir bekommen, aber da ich das Buch als Ganzes bewerte, reicht es nur für 2,5 Eulen. Eine halbe Eule lege ich noch für die Covergestaltung im Innenteil drauf.


Fazit
Nichts für Freunde rasanter Krimis. Um Spaß an diesem Buch zu haben muss man großes Durchhaltevermögen an den Tag legen und ein Faible für die Beschreibung von Land und Leute haben.

Meinen Geschmack hat dieser Krimi leider nicht getroffen. Hätte ich nicht schon so viel Zeit investiert gehabt, hätte ich mit Sicherheit abgebrochen.

Eine packende Geschichte mit beeindruckender Kulisse und nordisch-rauer Atmosphäre

Von: Büchermonster Datum : 22.06.2017

www.buecher-monster.de

Als erfahrener Leser nordisch-kühler Kriminalromane ist man vermutlich schon weit herumgekommen und kennt Stockholm besser als die eigene Westentasche, hat mit Kult-Ermittlern wie Jo Nesbøs Harry Hole oder Henning Mankells Kurt Wallander vermeintliche Verbrechens-Hochburgen wie Oslo oder das beschauliche schwedische Ystad ein klein wenig sicherer gemacht und vielleicht sogar schon den ein oder anderen literarischen Ausflug in einsame Gegenden wie Lappland oder Island unternommen. Doch selbst für derart reisefreudige Krimi-Leser dürfte das Setting von C.R. Neilsons Roman „Das Walmesser“ Neuland sein, denn dieses düstere und oft schwermütige Buch hat die Färöer zum Schauplatz, eine zu Dänemark gehörende Inselgruppe im Nordatlantik, die bei weitem mehr Schafe als Menschen beheimatet – nicht ohne Grund bedeutet der Landesname wortwörtlich „die Schafsinseln“.

Mord auf den Schafsinseln

Mit gerade einmal 50.000 Einwohnern und einer fast nicht existenten Kriminalitätsrate scheinen die Färöer auf den ersten Blick nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für einen packenden Krimi zu bieten, für John Callum – C.R. Neilsons Hauptfigur – sind die 18 Inseln jedoch der perfekte Ort, um der eigenen Vergangenheit zu entfliehen und fernab aller früherer Verstrickungen einen Neustart zu wagen. Dass dieser jedoch nicht sonderlich erfolgreich zu verlaufen scheint, wird den Lesern bereits auf den ersten Seiten klar: Callum erwacht nach einer offenbar alkoholgeschwängerten Nacht ohne Kurzzeitgedächtnis, dafür aber mit einem dicken Kater auf einem Steinblock im Hafen Torshavns (der Hauptstadt der Färöer). Noch schlimmer wird es aber bei einem Blick in die eigene Manteltasche, der ein blutbeschmiertes Grindaknívur, das traditionelle und titelgebende Walmesser der Färinger, zu Tage fördert. Als John Callum wenig später erfährt, dass es in der vergangenen Nacht einen Mord gegeben hat, steht der Protagonist nicht nur für den Leser, sondern auch für sich selbst ganz oben auf der Liste der Verdächtigen.

Flucht vor einer düsteren Vergangenheit

Nach diesem blutigen Auftakt dreht der Autor die Zeit aber erst einmal um drei Monate zurück und berichtet in aller Seelenruhe von den ersten Schritten Callums nach seiner Flucht aus dem schottischen Glasgow als nun neuer Bürger der Färöer. Wovor John in seiner Heimat weggelaufen ist, bleibt dabei zunächst ein Geheimnis, man ahnt aber früh, dass der Neu-Färinger bereits dort auf irgendeine Weise mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Dabei scheint der Mann in den Mitt-Dreißigern eigentlich gar nicht so ein unsympathischer Zeitgenosse zu sein: vielleicht etwas rau und eher vom Typ einsamer Wolf, trotzdem begegnet Callum seiner neuen Umgebung aufgeschlossen und mit Demut – mit den offenbar dramatischen Ereignissen seiner Vergangenheit im Hinterkopf braucht er nicht viel, um zufrieden zu sein. Ein Dach über dem Kopf, am Tag zumindest eine warme Mahlzeit und ein kleiner Lohn für die Schwerstarbeit in der örtlichen Fischzucht – Callums neue Existenz ist vor allem von Bescheidenheit geprägt.

Kriminalroman und Reiseführer

C.R. Neilson braucht rund 200 der insgesamt 500 Seiten des Buches, um rückblickend die Geschehnisse bis zu jenem bösen Erwachen am Anfang des Romans zu erzählen und für Leser mit kurzem Geduldsfaden dürfte dies vielleicht zu viel sein, um diesem Werk die Wertschätzung entgegenzubringen, die es eigentlich verdient hat. Denn der Autor begegnet dem Schauplatz seiner Geschichte mit viel Ehrfurcht und nutzt die Gegebenheiten, um ein hohes Maß an Authentizität und eine ungemein dichte Atmosphäre zu erzeugen. Gerade in der ersten Hälfte ist „Das Walmesser“ dabei oft mehr Reiseführer als Kriminalroman und auch wenn der Mordfall erst ab der Mitte des Buches wieder zum Thema wird, so ist die Handlung zu keinem Zeitpunkt langweilig – zumindest, wenn man eine gewisse Begeisterung für die Natur und Kultur des hohen Nordens mitbringt. Neilson beschreibt die Sehenswürdigkeiten der Schafsinseln mit beeindruckender Bildhaftigkeit und so anschaulich, dass man die Landschaft und ihre markanten Punkte stets genau vor Augen hat. Auch die Eigenheiten der färingischen Bevölkerung werden vom Autor sehr detailliert eingefangen – mit all ihren Höhen und Tiefen. Zu den Schattenseiten zählt zum Beispiel auch der Grindadrap – der blutige Walfang der Färinger, bei dem innerhalb von wenigen Stunden Dutzende von Meeressäugern regelrecht abgeschlachtet werden. Neilson schildert dies in all seiner Grausamkeit, ohne jedoch die Einwohner der Inseln zu verurteilen und mit der nötigen Achtung vor der Tradition der Färinger – so schockierend und unverständlich diese für Mitteleuropäer in manchen Punkten auch sein mag.

Nicht immer hochspannend, aber mit tollem Schauplatz und packender Atmosphäre

In der zweiten Hälfte wird „Das Walmesser“ dann doch noch zum Kriminalroman, der zwar nicht das ganz hohe Spannungsniveau erreicht, aber doch gekonnt mit der ein oder anderen falschen Fährte spielt und bis zur letzten Seite fesselt – auch, weil der Autor interessante und vielschichtige Charaktere geschaffen hat, die mit ihren Eigenheiten viel zur Faszination dieses Buches beitragen. „Das Walmesser“ ist mit Sicherheit kein Krimi für Jedermann und dürfte für viele Leser zu unspektakulär, zu langsam oder zu schwermütig sein – wer sich aber vor allem aufgrund des ungewöhnlichen und unverbrauchten Settings für C.R. Neilsons Werk interessiert, der bekommt genau das, was die Beschreibung und die damit hervorgerufene Erwartungshaltung verspricht: einen packenden Roman, der das Potenzial seines Schauplatzes voll ausschöpft und mit beeindruckenden Beschreibungen von Natur und Kultur eine düstere und sehr authentische Atmosphäre erzeugt. Auch wenn Neilsons Geschichte sicherlich alles andere als vor Fröhlichkeit und Optimismus strotzt: unterhaltsamere, spannendere und begeisterndere Werbung für die Färöer könnte sich selbst die dortige Tourismusbehörde kaum wünschen und es wäre sicherlich keine Überraschung, wenn es trotz des vielen Regens und der rauen Landschaft in diesem Roman nach Beendigung dieser Lektüre den ein oder anderen Leser zumindest ein klein wenig jucken würde, in den nächsten Flieger in Richtung Schafsinseln zu steigen.

*+* C.R. Neilson: "Das Walmesser" *+*

Von: Irve liest Datum : 01.06.2017

irveliest.wordpress.com

Warum verlässt John Callum Glasgow und begibt sich Hals über Kopf in die unberührte Natur der Faröer Inseln? Er kennt dort niemanden und hat auch keine Arbeitsstelle im Gepäck. Ist er auf der Flucht? Hat er ein Verbrechen begangen oder anderen Dreck am Stecken?

Der Hörer ist diesbezüglich ebenso unwissend wie die männliche Hauptfigur selbst. John kann sich an nichts erinnern. Leidet er unter Amnesie, hat er schlimme Ereignisse erlebt und erfolgreich verdrängt? Oder kann er sich an nichts erinnern, weil einfach nichts passiert ist? Aber warum suchen ihn dann immer wieder diese undurchsichtigen Albträume auf?

Meine Neugier war geweckt. Ich wollte wissen, was John Callum erlebt hat, und auch, wie sich sein Leben im frei gewählten Exil entwickeln würde. Denn so leicht wie erhofft ist es nicht für den Mann. Er scheint vielmehr vom Regen in die Traufe geraten zu sein. Sein Neuanfang ist nicht leicht, er dringt in die eingeschworene Gemeinschaft eines Dorfes ein. Nicht jeder dort freut sich über solche Eindringlinge. So mancher zeigt ihm offen seine Ablehnung, andere sind zurückhaltender. Und zum Glück gibt es dort auch Menschen, die John die Hand reichen und ihm eine Chance geben. So findet er Arbeit in einer Lachszucht und schließlich glaubt er auch Amors Pfeil zu spüren. Diese positive Entwicklung hält jedoch nicht lange an….
Eines Morgens erwacht John im Hafen. Ohne jegliche Erinnerung an den letzten Abend und die Nacht, dafür mit einem blutigen Messer in der Tasche. Was hat er getan? Hat er überhaupt etwas getan, oder ist der Täter ein ganz anderer und will ihm ein Verbrechen anhängen?

Erneut kommen mir Fragen über Fragen in den Sinn. Und die Befürchtung, dass, egal was passiert ist, John im Zweifelsfall vermutlich immer den Kürzeren ziehen wird. Denn entweder hat er selbst das Messer benutzt, oder jemand schiebt ihm eine große Schuld in die Tasche – geschützt durch den Zusammenhalt des eingeschworenen Menschenschlags. Was wäre in diesem Fall stärker – die Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft oder die Reinheit des Gewissens?

Nach und nach kommen immer mehr kleine Schnipsel der Wahrheit ans Licht, die sich zum überraschenden Bild der Tatnacht zusammenfügen. In dem Maße, wie sich die Verstrickungen auf den Faröerschen Inseln aufklären, wird John zunehmend von der Vergangenheit eingeholt und die damaligen Geschehnisse treten immer klarer zutage.

Der Autor hat vor der großartgen, bildgewaltigen Kulisse der Faröerschen Inseln einen ruhigen Thriller der leisen Töne erschaffen, dem trotz seiner Gemächlichkeit ein gutes Maß an subtiler Spannung innewohnt. Die Protagonisten sind ebenso undurchsichtig gezeichnet wie Johns Schicksal. Parallel zu dessen Aufklärung begreift der Hörer, wer wirklich auf der Seite des Mannes steht und wer sich lange Zeit hinter dem Deckmäntelchen eines raffinierten Lügengeflechts zu verstecken wusste.

Durch die Ich-Form der Erzählung hatte ich eine enge Bindung zur Hauptfigur und erlebte intensiv seine Zeit auf der Insel. Dabei haben mich die Geschehnisse ebenso in den Bann gezogen wie der großartige Lokalkolorit, mit dem der Krimi durchsetzt ist. Die raue Natur, die Flora und Fauna, die Traditionen, das harte Leben, das wilde Meer, das die Salzluft ebenso weit in die Kulisse schleudert wie der Autor die Schicksalsfäden Johns durch das Land ziehen lässt und am Ende schlüssig und mit Irrungen und Wirrungen garniert interessant und überzeugend auflöst.

Martin Bross als Hörbuchsprecher ist eine gute Wahl für „Das Walmesser“. Mit seiner ruhigen Art unterstützt er die Langsamkeit der Geschehnisse, fördert aber auch auf ganz unaufgeregte Weise den Aufbau der unterschwelligen Stimmung. Er gibt die verschiedenen Stimmungen der Protagonisten überzeugend wider, schildert aber auch nachhaltig die überwältigenden Naturgewalten. Ich lauschte sehr gerne seiner Stimme und hätte gerne noch etwas länger in der Geschichte, auf den Faröer-Inseln, verweilt.

Inhalt
Fremd auf den Färöern.
Blut an den Händen.
Du erwachst. Klatschnass, frierend, verkatert. Dein Kopf schmerzt. Du hast keine Erinnerung an den letzten Abend. In deiner Tasche findest du ein Grindaknívur — ein Messer, mit dem am Abendbrottisch das Walfleisch zerteilt wird. An der Klinge haftet Blut. Aber es ist nicht deines …

Autor
C. R. Neilson arbeitete zwanzig Jahre als Journalist, ehe er sich auf das Schreiben von Krimis und Thrillern verlegte. Er lebt in Schottland.

Sprecher
Martin Bross spielt und spricht für Bühne, Film, TV und Radio. Seit 2006 ist er als Gast am Theater an der Ruhr beschäftigt. Man hört ihn in zahlreichen WDR-Hörspielen und Hörbüchern von Random House Audio, oder sieht ihn im TV (z. B. Späte Aussicht, Die Gustloff).
Quelle: Random House Audio

Wenn der Nebel sich lichtet, erkennt man die Zusammenhänge

Von: Kerstin von KeJas BlogBuch Datum : 21.05.2017

kejas-blogbuch.de/

Die Färöer, Inseln inmitten einer unbändigen Natur. Launisch und wechselhaft, wie das Wetter auch die Menschen. Eine eingeschworene Gemeinschaft, in die nun der Schotte John Callum stolpert. Ein Fremder, der nicht zum Urlauben gekommen ist. Sondern geflohen ist, vor seinem Leben und auch sich selbst. Er trägt ein Geheimnis mit sich, eine Art Schuld und es dauert ewig bis man als Leser erfährt um was es geht. Doch auch andere wissen davon. Ist er deswegen zu einem Mörder geworden?

„Ich weiß, wer sie sind. Ich weiß was sie getan haben.“

Diese Geschichte erzählt Callum selbst. Normalerweise mag ich diese Ich-Form, gibt es dadurch viel spürbarere Emotionen, allerdings wurde mir hier dann doch einen touch zu viel „gejammert“. Irgendetwas hatte er angestellt/erlebt, soviel konnte man recht schnell herauslesen, nur was genau das war – zum ins Buch beissen. So etwas muss ich einfach immer wissen und deswegen hat mich dieses „Etwas“ auch durch das Buch getrieben.

„Mein Körper und meine Seele trugen die Narben der Schuld. Nun strömte ihr Gift aufs Neue durch meine Adern.“

Der zweite mir wichtige Punkt war dieser Mord. Die Auswahl der Verdächtigen auf solch kleinem Raum ist begrenzt. Da war es kein Wunder, dass ausgerechnet der Fremde in Verdacht gerät. Er verhält sich aber auch seltsam. Seine nächtlichen Alpträume treiben sogar seine Vermieter dazu ihn rauszuwerfen und in einer kleinen Hütte unterzubringen. Callum hat Zeit auf der Insel und die nutzt er zum Wandern, kreuz und quer über die Insel, durch Wind und Wetter. Dadurch erfährt man alles über dieses Eiland, die kaum bis gar nicht vorhandene Flora und Fauna. Man macht Bekanntschaft mit Vögel die ihre Brut verteidigen und so manche steile Klippe an derem unteren Ende das eiskalte, schäumende Wasser in spitzem Gestein wartet. Weiter kam ich immer noch nicht – ahnungslos in Sachen Callums Vergangenheit und noch ahnungsloser wegen diesem Mord.

„Mit jeder Nacht, die verging, näherte ich mich der Antwort. Ich müsste nur noch lernen, Einbildung von Realität zu unterscheiden.“

Ich muss nochmal auf Callums Träume zu sprechen kommen. Man ‚erlebt‘ sie ja mit – kursiv in kurzen Kapiteln – dass gibt Raum für Interpretationen und so etwas mache ich eh gerne. Die Menschen, denen Callum begegnet sind anfänglich kühl aber doch herzlich. So dauert es nicht lange bis er einen Job findet und die erste weibliche Bekanntschaft macht. Hat sie etwas damit zu tun? Mit diesem Mord? Mit der Nacht an die sich Callum kein Stück erinnern kann und wegen der er sogar im Gefängnis landet? Wer ist eigentlich der Tote? Und – was ist das Motiv für diese Tat?

Neben all diesen Verdächtigungen und Beschuldigungen, den schrägen Blicken der Einheimischen und des fast nie verschwindenen Tageslicht, empfand ich die Sprache im Buch als außergewöhnlich schön. Gerade die Darstellungen dieser Insel und auch der Menschen war sehr authentisch und bildlich gut vorstellbar. Beides zuerst grimmig und auch gefährlich aber auf den zweiten Blick, wenn sich der Nebel verzogen hat und der Regen nachlässt, dann doch wunderschön und herzlich.

Wobei mir sich die Nackenhaare stellten, waren die ausführlichen Beschreibungen zu der Waljagd. Aber es gehört zu diesem Land, ist ein fester Bestandteil und damit hat es einen Anspruch auf seinen Platz im Buch.

„Das Walmesser“ empfand ich beim Lesen fast schon als Drama, weniger als Krimi, auch wenn die grundlegenden Elemente – Mord, Täter/Verdächtiger und Ermittlungsarbeit der Polizei – vorkommen.

Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, es ist kein Pageturner, sondern vielmehr ein langsames Heranführen an eine, nein zwei, dramatische Geschichten, in einem rauen und kühlen Land. Man sollte es genießen, denn dann erfährt man auch endlich warum Callum auf diese Insel gekommen ist.

Rezension verfasst von © Kerstin

Vor der Vergangeit kann man nicht flüchten

Von: Kaisu Datum : 28.04.2017

life4books.blogspot.de

John Callum ist ein Mann, der vor dem Leben flüchtet. Er hat Dinge erlebt, die er vergessen möchte, aber nicht kann und so zieht es ihn auf die Färöer Inseln. Klein. Abgeschieden. Niemandsland. Hier kann er einen Neustart wagen und neu Fuß fassen. Aber er ist ein Fremdling. Die fallen auf in einem Dorf, wo jeder jeden kennt. Vor allem die Alten beäugen ihn. Zum Glück gibt es Ausnahmen, die ihn mit offenen Armen aufnehmen und so findet er einen Job, wo er etwas Geld verdienen kann.

Zwar ist der weit von seinem alten Beruf aus Schottland entfernt – nämlich Lehrer – doch er meckert nicht und nimmt das Leben so hin, wie es ihm entgegenkommt. Nur leider schlägt es fieser zu, als er sich je hat erträumen lassen. Denn nur durch einen Ortswechsel schüttelt man die Vergangenheit nun mal nicht einfach ab. Jemand kennt sein altes Ich und plötzlich ist da dieser Mord, wo er als alleiniger Schuldiger da steht.

„Ihr Name, bitte?“
„Callum. John Callum.“
„Ah, hier stehen Sie ja. Machen Sie in Tórshavn Urlaub, oder sind Sie auf Geschäftsreise hier, Mr. Callum?“
„Weder noch. Ich will hier leben.“ (S.22)

Mit diesem neuen Leben ist es dann erst einmal vorbei. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Das Blut. Die Tatzeit. Keine Zeugen und dann noch der Streit, den er erst vor kurzem mit dem Opfer hatte. Schnell ist klar, es muss ein Racheakt gewesen sein. Nur findet man keine stichhaltigen Beweise. Weder das Tatmesser wird gefunden, noch kann man zu 100prozentig nachweisen, dass er am Tatort war. Also muss eine Spezialistin her. Schließlich will man John hinter schwedischen Gardinen sehen!

Was an dieser Stelle nach einem flotten und zeitgleich nervenaufreibend, spannenden Krimi klingt, täuscht etwas. Denn all diese Ereignisse finden nicht in rascher Abfolge statt. Man wechselt ständig zwischen Erinnerungen, Träumen und der Gegenwart hin und her. Was genau damals passiert ist, kommt erst gegen Ende ans Tageslicht. Vorher kann man nur Vermutungen anstellen. Man weiß also nie, ob John Täter oder Opfer ist.

Bei der frischen Tat hat man eine Ahnung und sieht sich in der irgendwann bestätigt. Dennoch beherrscht der Autor perfekt das Verwirrspiel, was gut für die unterschwellige Spannung ist. Denn aufgebrochen wird die Story durch die zahlreichen Beschreibungen und Erklärungen rund um das Inselleben. Man hat wirklich das Gefühl sich dort zu befinden. Das Rauschen der Wellen zu hören, den Wind in den zerzausten Haaren zu spüren und atmet die vom Meer gewaschene Luft ein. Ein Traum.

Als Hörbuch funktioniert dies perfekt. In der Buchform stell ich mir das an einigen Stellen etwas zäh vor, da man ja mehr von John und seinen Dämonen wissen will und nicht eine Studie über die Färöer Inseln lesen möchte. Zudem kommt die melancholische Stimmung Dank Marton Bross, dem Sprecher, sehr gut herüber. Das gesamte Buch wird aus der Ich-Perpektive erzählt und John ist am Boden zerstört. Er weiß nicht weiter. Genau DAS spürt man deutlich beim hören.

Am Ende kommt natürlich die komplette Auflösung und mit ihr die Erkenntnis, dass man das (Hör-)Buch trotz seiner kleinen Ecken und Kanten mochte und nicht von den Inseln verschwinden möchte. Zu gern hat man den Worten des gebrandmarkten Mannes gelauscht und ihn auf seinen Hoch und Tiefs begleitet. Wer die Färöer Inseln mag und nichts gegen eine umfangreiche Darstellung der Umgebung eines Mörders (?) hat, sollte zugreifen!

Wenig Neues auf den Färöern

Von: Marius Datum : 15.04.2017

buch-haltung.com

Dieser Krimi verfügt eigentlich nur über ein großes Distinktionsmerkmal – das ist sein Handlungsort. C.R. Neilsons Krimi erzählt von John Callum, der vor ominösen Ereignissen auf die abgelegenen Färöerinseln im Niemandsland zwischen Island, Schottland und Skandinavien flieht. Dort möchte er wieder ein normales und unauffälliges Leben führen – doch seine Pläne werden durchkreuzt. Nachdem er in der lokalen Fischfabrik einen Job gefunden hat, erwacht er eines Morgens auf einem Steinklotz im Freien mit keinerlei Erinnerungen an die letzte Nacht. Doch in seiner Tasche steckt ein sogenanntes Grindaknivur, ein blutbesudeltes Messer, das von den Faröern zum Zerteilen von Walfleisch benutzt wird. Was ist in der Nacht passiert und ist John ein Mörder? Und vor was läuft er eigentlich davon?

Der Plot funktioniert nach hinlänglich bekanntem Muster. Der Ich-Erzähler muss langsam alle Mosaiksteine jener verhängnisvollen Nacht zusammenpuzzeln und kann dabei niemanden auf der Insel trauen. Derweil rätselt der Leser, welche Ereignisse denn Callum nun von Schottland auf die Faröer verschlagen haben. Dabei bleibt die Auflösung hinter den Erwartungen zurück – doch die Naturschilderungen der rauen Faröerinseln entschädigen dafür umso mehr. Keine Neuerfindung des Rades, aber ein solider Inselkrimi.

Ein interessanter Krimi

Von: Nomadenseele Datum : 11.04.2017

nomasliteraturblog.wordpress.com/

Die ersten 200 Seiten kam ich mit dem Buch gar nicht klar. Das war wirklich alles, aber kein Krimi. Stattdessen erfährt man eine Menge über die Inseln, das dortige Leben, die Personen werden eingeführt, usw. (Tipp: Ganz hinten im Buch befindet sich Kartenmaterial.) Ich wollte das Buch bereits abbrechen, habe es aber dann doch nicht gemacht, weil ich die Beschreibungen des Insellebens so interessant fand.

Zum Glück, denn hat man die Einleitung überstanden, geht das Buch in eine spannende Krimihandlung über. Bis zur letzten Seite habe ich nicht geahnt, wer der Mörder ist.

Fazit

Man erfährt viel über das Leben auf den Färöern, die Krimihandlung steht hinten an. Dennoch entwickelt sich eine recht spannende Mörderjagd.

Tipp: Der Autor hat unter seinem richtigen Namen Craig Robertson bereits Krimis veröffentlicht, wie ein Amazon-Rezensent herausfand.

Irgendwo zwischen Kafka und Fitzek - markerschütternd, gruselig, brillant!

Von: Angela Maria Ruoff - Mathematiqua Datum : 03.02.2017

www.mathematiqua.com/lesemonat

Das eiskalte Grauen schlummert nicht hinter der nächsten Ecke, es schlummert auch nicht nachts im Wandschrank oder hinter der Haustür des Nachbars. Nein. Das eiskalte Grauen schlummert direkt in deinem Kopf.

"Das Walmesser" ist laut Cover ein Färöer-Krimi, also ein Kriminalroman. Ich weiß nicht, ob ich diese Ansicht wirklich teile, denn für einen Krimi ist es fast schon zu gruselig. Erschütternde Albträume, bedrohlich geschilderte Szenarien, unheimliche Inselbewohner und deren seltsame Beziehungen untereinander schaffen hier ein Werk, das immer wieder an Kafka erinnert. Nicht sprachlich, aber was die kafkaeske Situation anbelangt. Plötzliche Verwandtschaft wird aufgedeckt, ein Mensch steht irgendwo im Nebel und auf einmal an einem völlig anderen Platz, aus Möwen werden regelrechte Killervögel.

Das Walmesser ist so vollgepackt mit horrorähnlichen Szenen und Träumen, das ich überlege, ob es nicht viel mehr in die Kategorie des Horror-Roman passen würde. Dabei ähnelt es aber in keiner Weise einem billigen Splatter, sondern viel mehr hochkarätigem Psychohorror, durchzogen von feinsten Charakterzeichnungen und ausgestattet mit einem Protagonisten, dem man irgendwann selbst nicht mehr über den Weg traut. Und wie sollte man auch, wacht er doch eines morgens mit einem blutigen Messer in der Hand auf, mit der über Nacht ein anderer Bewohner getötet worden war, und erinnert sich an nichts mehr, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Dafür aber an eine dunkle Vergangenheit in Schottland, vor der er auf die einsamen Färöer-Inseln geflüchtet ist, wo er bald schon als Hauptverdächtiger festsitzt.

Wahn und Geisteskrankheit, Genialität, Angst, Panik, Schockreaktion und brillante Kombinationsgabe werden hier miteinander verbunden. Die Landschaft wird so intensiv und lebhaft geschildert, dass man glaubt, sie direkt vor Augen zu haben. Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk, das einen eiskalt packt, sprachlich wie inhaltlich. Nur das Ende war im Vergleich zum Rest des Romans etwas unspektakulär, hier hätten man gerne auch noch etwas unheimlichere Elemente einbauen dürfen.

Alles in allem jedoch ein Buch, das jeder Thriller-Liebhaber gelesen haben sollte. Doch Vorsicht, man sollte viel Zeit mitbringen, denn hat man den Page-Turner einmal geöffnet, kann man ihn nicht mehr so schnell zuklappen.

Wer ist John Callum?

Von: Minky Datum : 03.02.2017

minky-loves-to-read.blogspot.de/

INHALT

John Callum kommt eigentlich aus Schottland, ist jetzt aber auf der Suche nach einer neuen Heimat. Er möchte sich an einem Ort niederlassen, an dem ihn sicher niemand kennt und an dem er nochmal ganz von vorne beginnen kann. So landet er auf den Färöer-Inseln und wird in der Hauptstadt Torshavn sesshaft. Zunächst scheint es ziemlich gut für John zu laufen. Er findet eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und auch eine Frau hat es ihm sehr angetan. Als er dann jedoch eines Morgens am Hafen aufwacht, ohne eine Erinnerung an die vergangene Nacht, und ein blutiges Messer in seiner Tasche findet, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt.

MEINUNG

"Das Walmesser" beginnt mit einem spannenden Intro. Man lernt gleich den Hauptcharakter John Callum kennen, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Danach springt die Handlung einige Woche zurück und man erlebt die Ankunft von John auf den Färöer-Inseln. Nach dem spannenden Einstieg geht es dann erst mal ruhiger weiter. In Andeutungen und vor allem in Johns Träumen erfährt der Leser von Johns bewegter Vergangenheit. Allerdings bleibt es zunächst bei den Andeutungen, Details werden nicht verraten. Das ist der Teil des Krimis, der mich nicht ganz überzeugen konnte, weil mir hier einfach die Spannung gefehlt hat. Zum Ende hin geht es dann aber wieder rund und die Ereignisse überschlagen sich.

Besonders interessant an diesem Buch waren die Charaktere, die allesamt in keine Schubladen gepasst haben. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten und gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Das Setting auf den Färöer-Inseln trägt natürlich auch seinen Teil zur besonderen Atmosphäre des Buches bei.

FAZIT

Ein bisschen mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan, deshalb gehen fast alle Däumchen hoch.

Wer ist John Callum?

Von: Andrea Datum : 03.02.2017

minky-loves-to-read.blogspot.de

Inhalt
John Callum kommt eigentlich aus Schottland, ist jetzt aber auf der Suche nach einer neuen Heimat. Er möchte sich an einem Ort niederlassen, an dem ihn sicher niemand kennt und an dem er nochmal ganz von vorne beginnen kann. So landet er auf den Färöer-Inseln und wird in der Hauptstadt Torshavn sesshaft. Zunächst scheint es ziemlich gut für John zu laufen. Er findet eine Wohnung, einen Arbeitsplatz und auch eine Frau hat es ihm sehr angetan. Als er dann jedoch eines Morgens am Hafen aufwacht, ohne eine Erinnerung an die vergangene Nacht, und ein blutiges Messer in seiner Tasche findet, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt.

Meinung
"Das Walmesser" beginnt mit einem spannenden Intro. Man lernt gleich den Hauptcharakter John Callum kennen, der sich in einer äußerst misslichen Lage befindet. Danach springt die Handlung einige Woche zurück und man erlebt die Ankunft von John auf den Färöer-Inseln. Nach dem spannenden Einstieg geht es dann erst mal ruhiger weiter. In Andeutungen und vor allem in Johns Träumen erfährt der Leser von Johns bewegter Vergangenheit. Allerdings bleibt es zunächst bei den Andeutungen, Details werden nicht verraten. Das ist der Teil des Krimis, der mich nicht ganz überzeugen konnte, weil mir hier einfach die Spannung gefehlt hat. Zum Ende hin geht es dann aber wieder rund und die Ereignisse überschlagen sich.

Besonders interessant an diesem Buch waren die Charaktere, die allesamt in keine Schubladen gepasst haben. Jede Person hat ihre Ecken und Kanten und gibt der Geschichte einen ganz besonderen Charme. Das Setting auf den Färöer-Inseln trägt natürlich auch seinen Teil zur besonderen Atmosphäre des Buches bei.

Fazit
Ein bisschen mehr Spannung hätte der Geschichte gut getan, deshalb gehen fast alle Däumchen hoch.

Spannender Hochgenuß!

Von: wortgeflumselkritzelkram Datum : 30.01.2017

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/

"Das Walmesser" von C. R. Neilson ist 2017 im Heyne Verlag erschienen.

Zum Inhalt: Der Schotte John Callum versucht seiner Vergangenheit zu entkommen, als er auf die kleine Inselgruppe, die Färöer-Inseln, im Nordatlantik flüchtet. Doch als er eines Morgens mit einem blutigen Messer in der Tasche erwacht, ohne Erinnerung an den vergangenen Abend, wird ihm schnell klar, dass dies nicht so einfach ist. Dann wird er des Mordes angeklagt und er muss sich der Gegenwart und der Vergangenheit stellen …

Direkt zu Beginn wird man als Leser in die Spannung hinein geworfen, als Callum nass und frierend erwacht und sich fragt, was er mit einem blutigen Messer in der Tasche macht, das sonst zur Waljagd benutzt wird. Erinnern kann er sich an einen Streit mit dem Exfreund seiner neuen Freundin. Aber was passierte danach? Schon zweifelt er an sich selbst …

„Das kleine Messer lag tonnenschwer in meiner Tasche, die Last des Zweifels zerrte mich nach unten.“

Nach diesem ersten Kapitel kommt eine Rückblende, in denen erzählt wird, was in den drei Monaten zuvor – beginnend mit der Ankunft von Callum auf den Inseln – passiert ist. Und hier erlebt man Spannung auf hohem Niveau: Immer wieder fallen Andeutungen zu Callums Vergangenheit, in denen auch eine gewisse Brutalität zu Tage kommt. Callum scheint jähzornig und aufbrausend und schreckt immer wieder aus wiederkehrenden, blutrünstigen Alpträumen hoch. Alles deutet schon fast auf ihn als Täter …..

„Hoch oben im Heideland über dem Hotel Föroyar trug der Wind meinen Geist fort, zurück in eine andere Zeit und an einen Ort, wo ich mich für das Falsche und gegen das Richtige entschieden hatte, wo ich zugelassen hatte, dass ich von der Gewalt verschlungen, kontrolliert, nach ihrem Bild geformt wurde.“

Neben der Spannung beschreibt der Autor die Insel in wunderschönen Worten, so dass ich trotz der angeblich 300 Regentagen im Jahr den tiefen Wunsch verspüre, dort hinfahren zu wollen und die schroffe Wildheit selbst auf mich wirken zu lassen.

„Wir fuhren parallel zu Fjorden, gegenüber von grünen Hügeln, die bedrohlich zu uns hinüberstarrten, ihre Spitzen bekränzt von tief hängenden Wolken. Riss der Nebel auf, sah man Hügel über Hügel und Gipfel über Gipfel, das endlos dahinrollende Werk gefräßiger Vulkankräfte, längst bewachsen von Wiesen.“ …… „Auf meinen Trecks durch die Hügel leisteten mir nur die Rufe der Dreizehenmöwen und das Kreischen der Eissturmvögel Gesellschaft, schrill krähende Varianten von Wagner- und Sousa-Kompositionen, die das Vorrücken der Zeit und den Wandel des Terrains markierten. Sonst gab es hier nichts.“

Und nicht nur die Natur wird dem Leser nahe gebracht, sondern auch die Mentalität der Inselbewohner. Trinkfest und offen, aber auch der Waljagd verpflichtet.

„Es wird von allen Männern der Insel erwartet, dass sie beim Töten mitmachen.“

Und die Szenen, die dort beschrieben werden, sind nicht für jeden geeignet.

„Das Meer war rot. Ein dunkles Blutrot.“ (Auf die ausführliche Beschreibung habe ich hier bewußt verzichtet.)

Immer wieder werden mir viele kleine Puzzleteilchen entgegen geschleudert, die mich auf Höchstspannung halten und die dann, kurz vor Ende des Buches, ihren richtigen Platz finden und ein stimmiges und unerwartetes Bild ergeben.

Die dichte Atmosphäre und die hohe Spannung, die der Autor erzeugt, und als Untermalung die wilde und schroffe Natur, begleitet von den offenen und liebenswerten Färingern, machen dieses Buch zu einem äußersten Lesegenuß. Ich kann es allerdings auch nur denjenigen Lesern empfehlen, die nichts gegen ein wenig Blut und Brutalität einzuwenden haben ….

Hier hat meine Reise richtig Spaß gemacht – habe ich doch auch einiges über dieses Völkchen und die kleine Inselgruppe im Nordatlantik, die aus 18 Inseln besteht, erfahren dürfen. Die Färinger sehen sich als autonomes Volk, unabhängig von der dänischen Krone, unter der sie stehen. Und sie bilden seit 2005 auch eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb Dänemarks.
Gespickt mit der hohen Spannung war dies wirklich eine Lesereise vom allerfeinsten!

Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

Nachhaltige Erfahrung

Von: Thomas Lawall Datum : 28.01.2017

www.querblatt.com

John Callum kommt auf den Färöer-Inseln an. "Mitten im Nirgendwo" gelandet, sucht er nach Orientierung. Diese gestaltet sich schwieriger als zunächst vermutet, denn nachdem er aus dem Flughafengebäude tritt, kann er wenig entdecken, was ihm Fixpunkte für ein Zurechtkommen zumindest andeuten würde.

Es gibt nichts zu sehen, was weniger an Nebel und Nieselregen liegt, sondern eher daran, dass es tatsächlich nichts Wesentliches zu entdecken gibt. Außer dem Bus vielleicht. Dieser wird ihn nach Tórshavn bringen, seinem Ziel. Bis dahin wird er allerdings noch genug Zeit haben, sich in dieser "sommerlichen Düsternis" etwas umzusehen.

C.R. Neilsons Zeilen merkt man bereits auf den ersten Seiten an, dass er nicht gewillt war, einen Kriminalroman von der Stange abzuliefern. Deshalb darf man es sich als Leserin und Leser ruhig etwas gemütlich machen, um seinen wahrhaft ungemütlichen Schilderungen der abgelegenen Inselwelt ausführlich folgen zu können. Man taucht in eine ferne Realität regelrecht ab und weiß nicht so recht, ob man staunen oder weglaufen soll.

Doch die Faszination für seine Landschaftsbeschreibungen überwiegt, zumal er das Kunststück fertigbringt, das vermeintliche Nichts in Worte zu fassen und dies in einer Intensität, die fühl- und greifbar erscheint. Er öffnet den Vorhang einer großen Kinoleinwand und lässt uns ein Land erleben, in dem es 300 Tage im Jahr regnet, in dem man aber auch ohne Regen nass werden kann und wo es nachts nur eine Stunde dunkel ist. "Höchstens."

John Callum, seine Hauptfigur, gestaltet er zunächst in Rätseln. Die eingestreuten Traumpassagen stiften zusätzliche Verwirrung, schockieren und faszinieren aber zugleich. Was auf dem Klappentext verraten wird, passiert auf den ersten Seiten, dann folgt eine fast 200seitige Rückblende, beginnend mit der Ankunft Callums in der selbstgewählten Einsamkeit, die ihm sowohl Schutz als auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs bieten soll.

Doch so abgeschieden scheint der Ort nicht zu sein, denn völlig unerwartet beginnt seine Vergangenheit, ihn einzuholen. Fürchterliche Albträume unterstreichen zudem die sich verdichtenden Vermutungen, dass John Callum ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt. Dabei befindet er sich in einer faszinierenden Zwickmühle. Als Hauptperson übernimmt er zusätzlich die Rolle des Hauptverdächtigen, gleichwohl ohne selbst zu wissen, ob er nun Täter ist oder nicht!

Die schon zitierte Rückblende ist umfangreich, doch keineswegs zu lang. Ganz im Gegenteil
, denn die Virtuosität, mit welcher C.R. Neilson Land und Leute beschreibt, lässt einen fast vergessen, dass er es mit dem Haupterzählstrang ungewöhnlich spannend macht. Diese Wartezeit lässt man aber sehr gerne über sich ergehen, ja genießt den literarischen Freizeitführer der Färöer Inseln regelrecht.

Allein die Schilderungen des gewöhnungsbedürftigen Wetters auf der Inselgruppe sowie die Lichtverhältnisse der Tageszeiten sind ein außergewöhnliches Erlebnis. Der Autor möchte dem Schauplatz seiner Handlung ebenso viel Gewicht beimessen wie der Handlung selbst. Die in der einschlägigen Literatur nicht selten als lebloses Beiwerk benutzten "Kulissen" erhalten somit Bedeutung und Gewicht. Jeder banale Grashalm wird zu einer nachhaltigen Erfahrung. So wie das gesamte Buch übrigens auch!

Läßt mich zwiegespalten zurück

Von: Silly2207 Datum : 27.01.2017

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Der schottische Lehrer John Callum sucht auf den Färöer Inseln eine neue Bleibe, denn das Leben, das er bisher geführt hat, ließ ihn fliehen. Doch auch hier wird schnell klar, seine Vergangenheit läßt ihn auch hier nicht los. In der Nacht wird er von Alpträumen gequält und er findet keinen Schlaf. Trotzdem bleibt er auf den Inseln und beginnt mit einem neuen Job in einer Fischfabrik. Als er dann die junge Künstlerin Kari kennenlernt, scheint sich das Leben zunächst zum positiven zu wenden, doch die Beziehung, die die Beiden eingehen, wird von den Färingern nicht sehr gut aufgenommen. Vor allem Karis Exfreund Aron und ihr Vater sind nicht sehr erfreut und als dann ausgerechnet Aron ermordet aufgefunden wird, gerät Callum unter Verdacht.
Meine Meinung:
Da ich sehr gerne Krimis und Thriller aus dem Norden lese, wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, aber eher anspruchsvoll mit einem schon beinahe poetisch anmutendem Sprachstil. Er begibt sich bei seiner Erzählung auch in jeder Hinsicht in die Tiefe, denn er beschreibt sehr intensiv Umgebungen und Personen. Dadurch bekam ich zwar einen extrem gut gelungenen Eindruck der Inseln, aber es wurde auch sehr langatmig. Mir persönlich fiel es einfach schwer, am Ball zu bleiben und das Geschehen konzentriert zu verfolgen. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich zwar gelesen habe, doch einfach nicht mitbekommen habe, was dort stand. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts, was man einfach mal nebenbei lesen kann, denn hier ist durchaus konzentriertes Lesen gefragt.
Die Spannung wurde auf den ersten Seiten aufgebaut und man verfolgte den Protagonisten John Callum bei seinem Erwachen im Freien und im Regen, mit dem Walmesser in seiner Tasche. Dabei hat er keinerlei Erinnerung an die vorangegangenen Ereignisse und ich wollte durchaus wissen, was ihm passiert ist. Aber dann stoppt die Spannung und ich wurde erst einmal an den Beginn der Geschichte katapultiert. Dies bremste für mich für lange Zeit die Spannung aus, auch wenn ich von den wirklich eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Inseln angetan war. Mir fehlten hier allerdings zunächst die typischen Elemente, die einen Krimi ausmachen. Doch irgendwann kommt die Wende und es wird durchaus spannender und vor allem eins, brutaler. Was mir hier gut gefallen hat, waren die kurzen Einblendungen der Alpträume, bei denen ich erfuhr, dass der Protagonist durchaus seine Geheimnisse mit sich herumträgt und etwas zu verbergen hat. Was wiederum mein Misstrauen gegenüber Callum schürte.
Das Setting ist, wie schon erwähnt, durchaus interessant, diese rauen Inseln, auf denen es an mindestens 300 Tagen im Jahr regnet und auf denen es im Sommer so gut wie gar nicht dunkel wird. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor sehr gut die Stimmungen an Hand der Umgebungsbeschreibungen einfängt und beschreibt. Die Atmosphäre ist karg, düster, rau, genau so wie die Menschen zu sein scheinen, die dort leben. Schockiert hat mich hier unter anderem die Beschreibungen des Walfangs und da nimmt der Autor sich keineswegs zurück.
Der Protagonist John Callum ist ein eigenartiger Mensch, mit dem ich kaum warm wurde und mit dem es mir schwer fiel, mich zu identifizieren. Ich denke, dass das auch genau so gewollt ist, denn genau wie die Einwohner der Inseln begegnete ich Callum mit Misstrauen. Denn auch wenn hier die Geschichte aus seiner Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, hatte ich durchaus genug Zweifel an dem, was er da erzählt. Letzten Endes liegt das natürlich auch an dem Gedächtnisverlust, an dem Callum leidet und den Alpträumen aus seiner Vergangenheit, die sehr geheimnisvoll sind.
Neben Callum gibt es hier noch einige weitere Nebencharaktere, von denen mir vor allem die junge Künstlerin Kari sehr gut gefallen hat. Sie bringt hier ein gutes Mass an Lebendigkeit in die Geschichte und wirkte einfach durch ihr Auftreten. Alles in allem machten die Charaktere durchaus einen gut durchdachten und überlegten Eindruck.
Mein Fazit:
Ein Krimi, der es mir nicht immer leicht machte, durchweg am Ball zu bleiben, da durch intensiv geschilderte Umgebungen und Charaktere immer wieder die Spannung gebremst wurde. Trotzdem ist es ein sehr niveauvoller Krimi, der durchaus mal etwas ganz anderes zu bieten hat, als das, was man gewohnt ist. Für mich persönlich war es nicht das richtige Buch, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser ungewöhnliche Krimi seine Anhänger findet und auch schon hat.

Nordland = Mordland – „Das Walmesser“ hat alles, was ein guter Krimi braucht

Von: AUSGEbuchT - Petra Molitor Datum : 22.01.2017

https://www.facebook.com/ausgebucht

Als der Heyne-Verlag bei mir anfragte, ob ich einen, von einem in Schottland lebenden Autor geschriebenen, Färöer-Krimi rezensieren möchte, musste ich keine Sekunde überlegen. Als großer Schottland-Fan und Liebhaber nordländischer Landschaften und Krimiliteratur fühlte ich mich schon zu diesem Buch hingezogen, bevor ich es gelesen hatte. Über den Autor ist nicht viel bekannt: C. R. Neilson ist von Haus aus Journalist. In diesem Beruf arbeitete er zwanzig Jahre, bevor er sich dem Schreiben von Krimis und Thrillern zuwandte. „Das Walmesser“ ist sein Debüt in Deutschland und Anfang 2017 mit einem für mich herausragenden Cover erschienen.

Einhundertzehn auf fünfundsiebzig Kilometer groß: der Archipel der Färöer-Inseln im Atlantik. Eine unwirtliche Gegend mit über 300 Regentagen im Jahr und martialischen Ritualen. Hierhin flüchtet John Callum vor den Schatten seiner Vergangenheit. In der Hauptstadt Torshavn (Thors Hafen) angekommen, schließt John nach kurzer Anlaufzeit Bekanntschaft mit einigen Inselbewohnern – erfreuliche und weniger erfreuliche. Er findet einen Job, eine Unterkunft, eine Liebe – und an einem Morgen ohne Erinnerung an die vergangenen Nacht ein Walmesser in seiner Tasche. Das Blut daran stammt nicht von ihm, sondern von einem Mordopfer, mit dem er sich in aller Öffentlichkeit geprügelt hatte. Die Jagd auf John beginnt. Doch ist er wirklich der Täter?

Drei Stunden an einem Samstagmorgen. Mehr habe ich nicht gebraucht, um die 505 Seiten zu lesen. Hier könnte ich die Rezension eigentlich beenden, denn ich finde, das spricht für sich. „Das Walmesser“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr spannender Krimi, der meiner Meinung neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seinen teilweise fast schon poetischen Schreibstil begeistert. Die Beschreibungen der monumentalen Landschaften und ihrer Bewohner haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind so realistisch gehalten, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst schon vor Ort gewesen zu sein, so gut konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen. Die 70 kurz gehaltenen Kapitel lassen einem fast keine andere Möglichkeit, als schnell und stetig weiterzulesen. Ich muss gestehen, dass die „Auflösung“ des Falles für mich jetzt nicht so überraschend kam. Ich hatte diesen Gedanken immer mal wieder im Hinterkopf. Vielleicht entwickelt man durch das ständige Lesen von Kriminalromanen ja selbst ein kriminalistisches Gespür :-).

Mir hat „Das Walmesser“ überaus gut gefallen. Natürlich empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe seit Längerem mal wieder 5 von 5 Sternen. Ich hoffe, bald mehr von C. R. Neilson lesen zu können.

Das Walmesser

Von: Thrillertante Datum : 18.01.2017

www.thrillertante.blogspot.de

John Callum ist Schotte und möchte ein neues Leben auf den Färöer Inseln beginnen. Eines Morgens erwacht John im Hafen mit Blut an den Händen und ohne Erinnerung wieso er ein blutiges Messer in der Tasche hat.

C.R.Neilson führt den Leser mir diesem bildgewaltigen und sehr detailreichen Krimi auf die Färöer-Inseln. John Callum möchte auf den Färöern ein neues Leben beginnen, warum erfährt man natürlich im Laufe der Geschichte Stück für Stück. Man sollte annehmen, dass man irgendetwas zu verbergen hat, wenn es einen in so eine karge wie auch schöne Landschaft zieht um dort zu leben.

Der Menschenschlag auf den Färöern ist Fremden gegenüber sehr misstrauisch und als ein Mord geschieht, ist das natürlich Gesprächsthema Nummer eins und natürlich gerät der Schotte schnell unter Verdacht.

"Das Walmesser" ist ein Krimi zum Genießen. Wer detailgetreue Geschichten mag, die Landschaft der Färöer und deren Bewohner besser kennenlernen will, ist bei dem Krimi bestens aufgehoben! Man lernt John, der als Ich-Erzähler auftritt, immer besser kennen und im Fortlauf der Story habe ich begonnen John besser zu verstehen und auch zu mögen, nachdem er mir anfangs nicht wirklich symphatisch war.
Die Menschen dort leben auch vom Walfang und Neilson beschreibt auch diesen sehr detailreich, sodass das nicht Jedermannssaches ein wird. Das als Warnung vorweg!

Der Autor legt natürlich falsche Fährten, sodass der Krimi mit der Zeit immer spannender und auch intensiver wird. Die Auflösung war logisch und wie der gesamte Krimi sehr gut durchdacht!

Mir hat "Das Walmesser" sehr gut gefallen und so kann ich für den Krimi guten Gewissens und sehr gerne eine Leseempfehlung geben!

Das Walmesser

Von: Manuela Hahn aus Haigerloch Datum : 07.01.2017

https://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/

John Callum kam aus Schottland auf die Faroer Inseln um ein neues Leben zu beginnen.
Als ein Mord geschieht, gerät er schnell unter Verdacht, denn Callum ist nicht wirklich ein angenehmer Zeitgenosse, er trinkt, er ist aggressiv und neigt zu Gewalttätigkeiten und auch in der Vergangenheit scheint etwas geschehen zu sein, was John bis in seine Träume verfolgt.
Dass er am Morgen nach dem Mord ohne Erinnerung an die vergangene Nacht, mit einem blutigen Messer in der Tasche aufwacht, ließ auch mich an seiner Unschuld zweifeln.

Meine Meinung:
Neilson entführt seine Leser auf die Faroer Inseln, er lässt sie teilnehmen an dem rauhen Leben der Bewohner, die überwiegend vom Fischfang leben. Und das ist es, was dieses Buch ausmacht: die detailverliebten Beschreibungen der Landschaft, der Tierwelt und der Färinger, ein ganz besonderer Menschenschlag, eher abweisend Fremden gegenüber, aber umso solidarischer zu den Menschen, die sie kennen. Diese Detailtreue ließ den Mordfall eher etwas in den Hintergrund rücken und machte für mich das Lesen etwas schwierig, wollte ich doch wissen, was in Johns Vergangenheit geschah, was es mit seinen Albträumen auf sich hatte und vor allem natürlich ob er der Mörder ist oder nicht.
Nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte und ich mich einließ auf den besonderen Schreibstil des Autors, konnte ich die besondere Atmosphäre des Buches genießen.
Das Walmesser ist ein intelligenter Thriller. Neilson baut die Spannung langsam auf und Stück für Stück kommt der Leser dem Täter auf die Spur.
Ein schön geschriebener Roman, der sich zu einem spannenden Thriller entwickelt.
Durchaus empfehlenswert.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

Vielfältig, spannend und mit viel Lokalatmosphäre

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 05.01.2017

www.rezensions-seite.de

Die Falklandinseln als Schauplatz krimineller Ereignisse haben ja bereits an anderer Stelle stattgefunden, nun also nimmt Neilson den Leser mit auf die Färöer Inseln.

John Callum benötigt einen Neustart. Der Schotte aus Glasgow landet auf dem kleinen Flughafen der Inseln und kann bereits im wankenden und schwankenden Flieger die völlig entspannte Mentalität der Färöer bestaunen. Die, nicht zuletzt, auf eine doch erkleckliche Menge an Alkohol im Blut zurückzuführen ist. Angst vor einem Absturz hat dort wohl niemand.

Was aber Callum nach Färöer treibt, wieso der ehemalige Lehrer sich Arbeit in einer Lachsfabrik sucht und unter einfachsten Umständen zu leben bereit ist, das bleibt lange Zeit ein Rätsel. Auch wenn Neilson die Alpträume des Mannes geschickt in den Ablauf der Geschichte einfügt.
Es wird nur klar, dass Callum in sich auch eine harte, aggressive Seite trägt. Die er mühsam beherrscht. Was nicht einfach ist, da er bei dem ein oder anderen Färöer auf starke Ablehnung trifft. Bei manchen ohne ersichtlichen Grund, bei anderen mit einem Grund, den Callum noch entdecken muss.

Auch wenn es sich ansonsten gut anlässt. Eine Affäre mit einer Inselschönheit und Malerinn beginnt. Der Chef der Lachszucht ihn in seiner Hütte wohnen lässt, erste Kontakte zu einem Franzosen entstehen der als Naturfotograf eine Menge über die Insel zu erzählen hat.

Was Neilson nutzt, um dem Leser immer wieder Landschaft, Orte, Bewohner plastisch und griffig vorzustellen.
Die Enge des Lebensgefühls, das Aufeinander angewiesen sein, auch wenn jeder für sich zu stehen vermag. Der Einfluss der Kirche, die schroffe, weitgehend unberührte Landschaft. Und, als einer der Höhepunkte dieser Seite des Thrillers die minutiöse Schilderung des „Grind“, der Waljagd. Die für Callum fast zur Todesfalle wird.

Einige Zeit, nachdem er ohne Erinnerungen aus einem rausch am Hafenpier erwacht, ein Walmesser in seiner Jackentasche findet, das ihm nicht gehört, dass aber voller Blut ist. Das Blut eines Menschen.

Umgehend steht Callum, der „Fremde“, unter Mordverdacht und wird sich seiner Haut vor allem selbst wehren müssen. Was weder einfach noch ungefährlich sein wird. Denn je näher er den Umständen der Tat kommt, je mehr er daran zweifelt, dass er selbst das Verbrechen begangen hat, desto klarer wird auch, dass er selbst im Fadenkreuz sein wird.

Geschickt legt Neilson verschiedene Spuren, rückt immer wieder einzelnen Personen in ihrer Befindlichkeit und ihrem teils Verdächtigen Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtung, bis ein Netz an Verdächtigen entsteht, bei dem der Leser gebannt mit rätselt, was genau und wie und durch wen passiert.

„Ein Mann ohne Messer ist ein Mann ohne Leben“. Jeder Färöer besitzt ein solches Walmesser, eine mögliche Tatwaffe. Und weiß dieses Messer geschickt einzusetzen. Zumindest, wenn es um das Rückgrat von Grindwalen geht.

Überzeugende Personen, eine hervorragende Schilderung der Färöer Inseln und des Lebens auf diesen, ein intelligent entfalteter Mordfall und eine sich ständig steigernde Spannung in genau dem richtigen Timing bieten einen hervorragenden Thriller und hohen Lesegenuss.

Färöer-Krimi

Von: Miss Norge Datum : 02.01.2017

missnorges.blogspot.de

Mein erstes Buch welches auf den Färöer Inseln spielt und ich hoffe, nicht das letzte, denn es hat mir unglaublich gut gefallen. Ich bin ja eh ein Fan des Nordens und mit den detaillierten Landschaftsbeschreibungen hat mich C.R. Neilson in seinen Bann gezogen. So unglaublich lebensecht und nah beschreibt er die Charaktere der Insel-Bewohner, die natürlich erstmal gegen jeden und alles sind, was neu ist und getrunken wird auch so oft es geht und egal zu welcher Tageszeit. So ergeht es auch John Callum als er dort hinkommt. Man wird mit der Hauptperson nicht gleich so richtig "warm", da John anscheinend einen Neustart wagen will und es immer kapitelweise kurze Andeutungen und schlimme Albträume gibt aus seiner Vergangenheit. John empfinde ich als düster, undurchsichtig und geheimnisvoll. Das passt sehr gut in die Geschichte und die Person wird hervorragend dargestellt.
Die Spannung schleicht sich so ganz langsam ein, in gut platzierten Nebensätzen und Beobachtungen, als John verhaftet wird und angeblich einen Mord begangen haben soll. Das typische Klischee, der Neue der vorher Streit mit dem Opfer hatte, das blutige Messer in seiner Jacke und angebliche Zeugen.
Es ist jetzt kein Krimi welcher rasant und extrem übertrieben brutal und blutig daherkommt, sondern so wie die Menschen aus dem Hohen Norden eben dafür bekannt sind, ruhig und gelassen.

atmosphärisch dichter Thriller

Von: Detlef Knut Datum : 31.12.2016

dk-literatur.blogspot.de/

Im Rahmen einer sehr spannenden fiktiven Handlung erzählt Neilson in atmosphärisch dichter Weise von der Rauheit und Kargheit der Landschaft, den Menschen und ihre Traditionen. Ein kriminelles Inselporträt auf höchstem Niveau. Roman und Handlung sind so angelegt, dass es wohl keine Fortsetzung geben wird. Schade, denn diese Figuren sind mir ans Herz gewachsen.

Das Überleben steht auf dem Spiel

Von: Jules Barrois Datum : 30.12.2016

https://julesbarrois.wordpress.com

Der Schotte John Callum verlässt Glasgow und fliegt zu den Färöer-Inseln, 18 Inseln in der Mitte des Nordatlantik, unverdorbene Schönheit, unberührte Natur, saubere Luft und frisches Wasser. Eine aufregende und einzigartige Kombination. Dort will er in Tórshavn leben. Warum? Hat das etwas mit seinen Albträumen zu tun, in denen immer wieder ein Liam Donan vorkommt? Wir werden es erfahren. Nach und nach breitet der Ich-Erzähler John in seinen eingeschobenen Albträumen seine Vorgeschichte aus. „Ich war auf die Färöer gereist, um der Welt zu entkommen. Jetzt konnte ich nicht mehr zurück, selbst wenn ich gewollt hätte.“ (Seite 265)
Doch auch in Tórshavn meint das Schicksal es wohl nicht gut mit ihm. Total besoffen wacht er auf dem nassen Boden der Kaimauer auf. In seiner Manteltasche ein Grindaknivur, ein Walmesser. „An der Klinge klebt das Blut eines anderen.“ (Seite 13) Was hat er getan? Hat er überhaupt etwas getan?
Doch der Reihe nach: John Callum lässt sich in Tórshavn nieder, auf den beeindruckenden Färöer-Inseln. Er findet schnell Kontakt. Zu Menschen, die ihn freundlich behandeln, wie Martin Hojgaard, der ihm Arbeit in einer Lachszucht gibt. Zu Menschen, die er nicht so richtig einordnen kann, wie Tummas Barthel, ein Alt-Rocker, dessen Lachen so klang, „als würde er mit Kies gurgeln.“ (Seite 79) oder der französische Fotograph Serge Gotteri, mit einem Akzent „herb wie tiefblaue Gouloises-Schwaden und geschmeidig wie ein Schluck Camus-Cognac.“ (Seite 97) Er trifft aber auch Menschen, die ihm feindlich gesonnen sind, wie die Brüder Aaron und Nils Dam. Tórshavn ist beileibe kein verschlafenes Nest, sondern ein hochmodernes Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum, mit vielen Pubs, Bars und Cafés, in denen John Callum seine Freizeit verbringt, die unzähligen Biersorten probiert und sich mit Whisky betrinkt.
Dabei begegnet er auch der jungen Künstlerin Karis Lisberg. „Sie hatte ein sehr hübsches, aber beinahe jungenhaftes Gesicht, etwas Spitzbübisches, wie eine junge, dunkelhaarige Twiggy. Oder wie die färöische Audrey Hepburn.“ (Seite 98) Sie ist die Tochter des ehrwürdigen Pastors Esmundur Lisberg, „der Hüter unseres gemeinschaftlichen Gewissens.“ (Seite 144)
Und da ist natürlich die zweite Hauptperson dieses Romans, die Färöer-Inseln, mit ihren unvergleichlichen Landschaften „eine rasch vorbeiziehende Orgie aus Grün- und Brauntönen im Dämmerlicht […] mit grauen Steinen gesprenkelte Hänge, durchsetzt mit trägen Bächen […] ein Schlachtfeld widerstreitender Kräfte: Erde und Wasser kollidierten miteinander, und wohin man auch blickte, sah man die Opfer dieses Krieges.“ (Seite 21) Und natürlich die Färinger, die ihre Traditionen und ihre Sprache, das Färingisch pflegen und die von sich selbst sagen, dass sie glücklich sind. Ein besonderer Menschenschlag, stoisch und verschlossen der die Einsamkeit liebt, der Wind und Kälte trotzt, in dieser atemberaubenden aber eben auch sehr harten Natur, die den Menschen sehr schnell und oft unbarmherzig ihre Grenzen aufzeigt.
John Callum lernt die Färöer mit all ihren Widrigkeiten zu lieben. „Die Tristesse meiner ersten Eindrücke des vernieselten, ereignisarmen Tórshavn war vom Wind fortgeblasen worden. Jetzt nahm ich eine andere Stadt wahr, eine Stadt voller Farben, Leben und Charme. Bevölkert von ruhigen, freundlichen, bescheidenen Menschen, die einem nur zu gerne weiterhalfen. Selbst den Regen hatte ich liebgewonnen, über den Wind sah ich schulterzuckend hinweg, ganz wie die Färinger selbst.“
John Callum ist weit weggerannt, er könnte endlich die Vergangenheit ruhen lassen, aber weit gefehlt, da holt ihn das Ganze mit enormer Gewalt wieder ein. Kann er seine Wut, seine ohnmächtige Wut im Zaum halten? Kann er seine eigene Verletzlichkeit so in Bahnen lenken, dass sie nicht zu Aggressionen führt, die andere verletzen? „Ich habe entsetzliche Angst davor, dass sich die Vergangenheit wiederholt haben könnte. (Seite 249)
Die Geschichte ist sehr geschickt aufgebaut und zwingt den Leser mit John Callum zu bangen, zu fürchten, zu hoffen und zu leiden. Es ist eine wunderbare Mischung aus Charakterzeichnungen, Landschafts- und Wetterbeschreibungen, Gedanken und Handlungen. Eine sehr gelungene, äußerst dichte Einheit, die einfach fesselt.
C.R. Neilson schreibt einen gut lesbaren, aber wortgewaltigen Stil, der reich an Metaphern ist. Das sehen Sie schon an den wenigen Zitaten in dieser Rezension. Er lässt uns alle Situationen hautnah miterleben, die Stürme, den Regen, die überfüllten Pubs, die Menschen. Besonders gelungen sind ihm die Albträume Callums und dessen Dialoge. Der Autor bietet das, was für mich bei jedem Roman mitentscheidend ist: ein ästhetisches Lesevergnügen.
Ein exzellenter nordischer Thriller, mit viel Atmosphäre und nicht nur sehr lebendige Figuren, sondern auch mit einer sehr starken Handlung voller Überraschungen. Für alle, die besondere Krimis mögen.

Von: Sylvia Sauer aus Trier Datum : 26.08.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Im Gegenlicht

Dies ist ein außergewöhnlicher Krimi. Sehr gut geschrieben und sehr spannend.

Von: Lutz Heimhalt aus Hamburg Datum : 27.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Lutz Heimhalt

Atmosphärisch gute Darstellung der Eigenheiten der Inselbewohner.

Von: Ellen Stein aus Koblenz-Bubenheim Datum : 23.06.2016

Buchhandlung: GLOBUS Handelshof St. Wendel GmbH & Co. KG

Sehr fesselnd, war schnell gelesen.

Von: G. Gegenfurtner aus Langenfeld Datum : 23.06.2016

Buchhandlung: Bücherecke Hiltrud Markett

Schlecht übersetzt oder schlechter Stil. Zum Beispiel „temperamentvolle Dusche“, „er sägte das Wasser“ etc. Zu lang, zu viel Wetter und Landschaft. Schiefe Vergleiche. Altbacken. Schade!

Von: Johanna Berry aus Wyk Datum : 23.06.2016

Buchhandlung: Wyker Buchhandlung

Spannender Krimi mit atmosphärisch dichter Schilderung von Land und Leuten und interessant, weil mal nicht – wie „üblich“ - in Schweden, England, USA!

Von: Margareta Dyba aus München Datum : 23.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Hugendubel Fünf Höfe

Einfach nur schaurig schön!!

Von: Sabrina Hafermalz aus Norden Datum : 23.06.2016

Buchhandlung: LeseZeichen-Buchhandlung GmbH

Ein atmosphärisch extrem dichter und ungewöhnlich dialogarmer Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in einen hypnotischen Bann zieht. Die elegische Stimmung, verstärkt durch das permanent schlechte Wetter, kann jedoch aufs Gemüt schlagen.

Von: Sabine Friemond-Kund aus Voerde Datum : 20.06.2016

Buchhandlung: LESEZEIT ! UG Bücher in Voerde

Ein kurzer, spannender Auftakt. Dann lange nur langweilige Beschreibungen. Kurz vor der Hälfte habe ich aufgegeben!

Raue See

Von: Dana Schneider aus Schwepnitz Datum : 17.06.2016

Buchhandlung: Buchservice D. Schneider

So einen guten Krimi habe ich lange nicht mehr gelesen. Temperamentvolle Charaktere in rauer Kulisse, alle zutiefst menschlich. John Callum erzählt seine Geschichte, anfangs auf Abstand und verhalten, aber allmählich taucht man immer tiefer in düstere Schatten, die anfängliche Skepsis ihm gegenüber löst Mitleid und Mitgefühl ab. Hier ist nichts überdreht oder überspannt, alles kommt einem real vor und man folgt gebannt der Handlung. Beweggründe und Schwächen nimmt man ohne Abscheu wahr. Alles in allem sehr gelungen.

Von: Hella Koch aus Dortmund Datum : 16.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung am Amtshaus

Der Weite der großartigen färöischen Landschaft entsprechend entfaltet sich Neilsons Krimi "Das Walmesser" breit wie ein Strom. Wettergegerbte Typen, Trinker, Familienmenschen, Rebellen - eine kleine Inselgemeinschaft, die dem Dauerregen und den harten Lebensbedingungen trotzt. Stückweise enthüllen sich dem Leser die Konstellationen der einzelnen Färöer und die Vergangenheit des schottischen Eindringlings John Callum.

Das Walmesser

Von: Angela Pitsch, Aschheimer Straße 6a, 85622 Feldkirchen aus 85622 Feldkirchen Datum : 14.06.2016

Ich fand dieses Buch nicht nur sehr spannend, sondern auch so detailgenau und plastisch geschrieben, dass ich dachte, ich bin mit "John" auf der Insel.
Auf alle Fälle werde ich dieses Buch weiterempfehlen und auch verschenken.

Ein besonderer Genuss war für mich: Ich fand keinen einzigen Rechtschreibfehler!!!

Von: aus Kiel Datum : 13.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Jetzek

Das Buch ist nicht schlecht, hätte aber gerne etwas spannender sein können.

Von: aus Reinach AG Datum : 13.06.2016

Buchhandlung: Wynabuchhandlung GmbH

Solider Krimi, gute Charaktere, viel gelernt über ein nicht sehr bekanntes Land.

Von: Julia von Hammerstein aus Bruchhausen-Vilsen Datum : 10.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Erich Meyer

Hochatmosphärisch! Nun habe ich das Gefühl, die Färöer selbst bereist zu haben. Dazu spannend und wirklich gut geschrieben!

Von: Hendrik Jahn aus Wildau Datum : 10.06.2016

Buchhandlung: Bücherstube Jahn

Mindestens so gut, wie der Isländer Indridason. Sehr atmosphärisch. Brutal gut (Walfangszene). Gespannt auf mehr. 5 Sterne +