Leserstimmen zu
Das Walmesser

C. R. Neilson

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Dieser Krimi verfügt eigentlich nur über ein großes Distinktionsmerkmal – das ist sein Handlungsort. C.R. Neilsons Krimi erzählt von John Callum, der vor ominösen Ereignissen auf die abgelegenen Färöerinseln im Niemandsland zwischen Island, Schottland und Skandinavien flieht. Dort möchte er wieder ein normales und unauffälliges Leben führen – doch seine Pläne werden durchkreuzt. Nachdem er in der lokalen Fischfabrik einen Job gefunden hat, erwacht er eines Morgens auf einem Steinklotz im Freien mit keinerlei Erinnerungen an die letzte Nacht. Doch in seiner Tasche steckt ein sogenanntes Grindaknivur, ein blutbesudeltes Messer, das von den Faröern zum Zerteilen von Walfleisch benutzt wird. Was ist in der Nacht passiert und ist John ein Mörder? Und vor was läuft er eigentlich davon? Der Plot funktioniert nach hinlänglich bekanntem Muster. Der Ich-Erzähler muss langsam alle Mosaiksteine jener verhängnisvollen Nacht zusammenpuzzeln und kann dabei niemanden auf der Insel trauen. Derweil rätselt der Leser, welche Ereignisse denn Callum nun von Schottland auf die Faröer verschlagen haben. Dabei bleibt die Auflösung hinter den Erwartungen zurück – doch die Naturschilderungen der rauen Faröerinseln entschädigen dafür umso mehr. Keine Neuerfindung des Rades, aber ein solider Inselkrimi.

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Der schottische Lehrer John Callum sucht auf den Färöer Inseln eine neue Bleibe, denn das Leben, das er bisher geführt hat, ließ ihn fliehen. Doch auch hier wird schnell klar, seine Vergangenheit läßt ihn auch hier nicht los. In der Nacht wird er von Alpträumen gequält und er findet keinen Schlaf. Trotzdem bleibt er auf den Inseln und beginnt mit einem neuen Job in einer Fischfabrik. Als er dann die junge Künstlerin Kari kennenlernt, scheint sich das Leben zunächst zum positiven zu wenden, doch die Beziehung, die die Beiden eingehen, wird von den Färingern nicht sehr gut aufgenommen. Vor allem Karis Exfreund Aron und ihr Vater sind nicht sehr erfreut und als dann ausgerechnet Aron ermordet aufgefunden wird, gerät Callum unter Verdacht. Meine Meinung: Da ich sehr gerne Krimis und Thriller aus dem Norden lese, wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, aber eher anspruchsvoll mit einem schon beinahe poetisch anmutendem Sprachstil. Er begibt sich bei seiner Erzählung auch in jeder Hinsicht in die Tiefe, denn er beschreibt sehr intensiv Umgebungen und Personen. Dadurch bekam ich zwar einen extrem gut gelungenen Eindruck der Inseln, aber es wurde auch sehr langatmig. Mir persönlich fiel es einfach schwer, am Ball zu bleiben und das Geschehen konzentriert zu verfolgen. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich zwar gelesen habe, doch einfach nicht mitbekommen habe, was dort stand. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts, was man einfach mal nebenbei lesen kann, denn hier ist durchaus konzentriertes Lesen gefragt. Die Spannung wurde auf den ersten Seiten aufgebaut und man verfolgte den Protagonisten John Callum bei seinem Erwachen im Freien und im Regen, mit dem Walmesser in seiner Tasche. Dabei hat er keinerlei Erinnerung an die vorangegangenen Ereignisse und ich wollte durchaus wissen, was ihm passiert ist. Aber dann stoppt die Spannung und ich wurde erst einmal an den Beginn der Geschichte katapultiert. Dies bremste für mich für lange Zeit die Spannung aus, auch wenn ich von den wirklich eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Inseln angetan war. Mir fehlten hier allerdings zunächst die typischen Elemente, die einen Krimi ausmachen. Doch irgendwann kommt die Wende und es wird durchaus spannender und vor allem eins, brutaler. Was mir hier gut gefallen hat, waren die kurzen Einblendungen der Alpträume, bei denen ich erfuhr, dass der Protagonist durchaus seine Geheimnisse mit sich herumträgt und etwas zu verbergen hat. Was wiederum mein Misstrauen gegenüber Callum schürte. Das Setting ist, wie schon erwähnt, durchaus interessant, diese rauen Inseln, auf denen es an mindestens 300 Tagen im Jahr regnet und auf denen es im Sommer so gut wie gar nicht dunkel wird. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor sehr gut die Stimmungen an Hand der Umgebungsbeschreibungen einfängt und beschreibt. Die Atmosphäre ist karg, düster, rau, genau so wie die Menschen zu sein scheinen, die dort leben. Schockiert hat mich hier unter anderem die Beschreibungen des Walfangs und da nimmt der Autor sich keineswegs zurück. Der Protagonist John Callum ist ein eigenartiger Mensch, mit dem ich kaum warm wurde und mit dem es mir schwer fiel, mich zu identifizieren. Ich denke, dass das auch genau so gewollt ist, denn genau wie die Einwohner der Inseln begegnete ich Callum mit Misstrauen. Denn auch wenn hier die Geschichte aus seiner Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, hatte ich durchaus genug Zweifel an dem, was er da erzählt. Letzten Endes liegt das natürlich auch an dem Gedächtnisverlust, an dem Callum leidet und den Alpträumen aus seiner Vergangenheit, die sehr geheimnisvoll sind. Neben Callum gibt es hier noch einige weitere Nebencharaktere, von denen mir vor allem die junge Künstlerin Kari sehr gut gefallen hat. Sie bringt hier ein gutes Mass an Lebendigkeit in die Geschichte und wirkte einfach durch ihr Auftreten. Alles in allem machten die Charaktere durchaus einen gut durchdachten und überlegten Eindruck. Mein Fazit: Ein Krimi, der es mir nicht immer leicht machte, durchweg am Ball zu bleiben, da durch intensiv geschilderte Umgebungen und Charaktere immer wieder die Spannung gebremst wurde. Trotzdem ist es ein sehr niveauvoller Krimi, der durchaus mal etwas ganz anderes zu bieten hat, als das, was man gewohnt ist. Für mich persönlich war es nicht das richtige Buch, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser ungewöhnliche Krimi seine Anhänger findet und auch schon hat.

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LeseZeichen-Buchhandlung GmbH

Von: Sabrina Hafermalz aus Norden

23.06.2016

Ein atmosphärisch extrem dichter und ungewöhnlich dialogarmer Thriller, der den Leser von der ersten Seite an in einen hypnotischen Bann zieht. Die elegische Stimmung, verstärkt durch das permanent schlechte Wetter, kann jedoch aufs Gemüt schlagen.

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Buchhandlung Jetzek

Von: aus Kiel

13.06.2016

Das Buch ist nicht schlecht, hätte aber gerne etwas spannender sein können.

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Buchhandlung Jost GmbH

Von: Tobias Wrany aus Bonn

10.06.2016

Durch die Teilnahme an den Qualifikationen für EM und WM mit einer eigenen Fußballnationalmannschaft laufen die Färöer-Inseln inzwischen zwar auf einer etwas höheren Aufmerksamkeitsstufe, als San Marino oder Andorra; als Krimischauplatz sind sie dagegen noch immer relatives Neuland - insofern kann "Das Walmesser" schon einmal einen Punkt für sich verbuchen, zudem C.R. Neilson das Land und seine raue, aber romantische Natur, nebst seinen ebenso eigenständigen, wie eigenwilligen Bewohnern ausführlich vorstellt. Und in der zweiten Hälfte hat er auch eine Krimigeschichte, die Spannung und Dramatik in sich vereint und mit einigen prägnant gezeichneten Nebenfiguren aufwartet. Bis dahin zieht sich das Geschehen allerdings manchmal etwas dahin, was allerdings folgerichtig zur Mentalität der Hauptfigur passt, die bedrückt von vergangener Schuld und befeuert von gegenwärtigem Alkohol, etwas ziellos durch sein neues Leben treibt. Weniger nachvollziehbar ist jedoch der Anfang des Buches, der auf den ersten vierzig Seiten (die fatalerweise gemeinhin gerne zum Probelesen genutzt werden) mit überzogenen Formulierungen und einem Überschwang an Adjektiven den Eindruck erwecken, der Autor wolle dem Stil klassischer Noir-Novellen nacheifern - das Ergebnis hätte allerdings selbst einen Groschenroman zum spontanen Selbstrecycling animiert.

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Allerleibuch

Von: Bettina Zwirlein aus Buxtehude

01.06.2016

Ich war schon auf den Färöer und finde die Stimmung gut eingefangen und beschrieben. Die Geschichte selber fand ich nicht so fesselnd – aber ein guter „Männerkrimi“.

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Kein besonders guter Krimi, aber ein besonderes Buch über die Färöer-Inseln und deren Bewohner. Neilson fängt die Atmosphäre sehr gut ein. Der Plot ist über weite Strecken interessant, spannend und Neugierde auf das Weiterlesen erweckend, aber bedauerlicherweise im letzten Viertel zu konstruiert.

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Buchhandlung Baeuchle

Von: Inge Baeuchle aus Hinterzarten

20.05.2016

Am Anfang ein wenig sehr langsam und fast zu lange spannt Neilson den Leser auf die Folter, was Jacks Vorgeschichte angeht, aber dann…

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