Leserstimmen zu
Das Walmesser

C. R. Neilson

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Hiltruper Buchhandel

Von: Angela Bischoff aus Münster

28.06.2017

Spannend und eindrucksvoll von der ersten bis zur letzten Seite. Und - ich habe das Gefühl, nach dem Lesen schon mal dort gewesen zu sein! Einfach prima!!

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Die ersten 200 Seiten kam ich mit dem Buch gar nicht klar. Das war wirklich alles, aber kein Krimi. Stattdessen erfährt man eine Menge über die Inseln, das dortige Leben, die Personen werden eingeführt, usw. (Tipp: Ganz hinten im Buch befindet sich Kartenmaterial.) Ich wollte das Buch bereits abbrechen, habe es aber dann doch nicht gemacht, weil ich die Beschreibungen des Insellebens so interessant fand. Zum Glück, denn hat man die Einleitung überstanden, geht das Buch in eine spannende Krimihandlung über. Bis zur letzten Seite habe ich nicht geahnt, wer der Mörder ist. Fazit Man erfährt viel über das Leben auf den Färöern, die Krimihandlung steht hinten an. Dennoch entwickelt sich eine recht spannende Mörderjagd. Tipp: Der Autor hat unter seinem richtigen Namen Craig Robertson bereits Krimis veröffentlicht, wie ein Amazon-Rezensent herausfand.

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Das eiskalte Grauen schlummert nicht hinter der nächsten Ecke, es schlummert auch nicht nachts im Wandschrank oder hinter der Haustür des Nachbars. Nein. Das eiskalte Grauen schlummert direkt in deinem Kopf. "Das Walmesser" ist laut Cover ein Färöer-Krimi, also ein Kriminalroman. Ich weiß nicht, ob ich diese Ansicht wirklich teile, denn für einen Krimi ist es fast schon zu gruselig. Erschütternde Albträume, bedrohlich geschilderte Szenarien, unheimliche Inselbewohner und deren seltsame Beziehungen untereinander schaffen hier ein Werk, das immer wieder an Kafka erinnert. Nicht sprachlich, aber was die kafkaeske Situation anbelangt. Plötzliche Verwandtschaft wird aufgedeckt, ein Mensch steht irgendwo im Nebel und auf einmal an einem völlig anderen Platz, aus Möwen werden regelrechte Killervögel. Das Walmesser ist so vollgepackt mit horrorähnlichen Szenen und Träumen, das ich überlege, ob es nicht viel mehr in die Kategorie des Horror-Roman passen würde. Dabei ähnelt es aber in keiner Weise einem billigen Splatter, sondern viel mehr hochkarätigem Psychohorror, durchzogen von feinsten Charakterzeichnungen und ausgestattet mit einem Protagonisten, dem man irgendwann selbst nicht mehr über den Weg traut. Und wie sollte man auch, wacht er doch eines morgens mit einem blutigen Messer in der Hand auf, mit der über Nacht ein anderer Bewohner getötet worden war, und erinnert sich an nichts mehr, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Dafür aber an eine dunkle Vergangenheit in Schottland, vor der er auf die einsamen Färöer-Inseln geflüchtet ist, wo er bald schon als Hauptverdächtiger festsitzt. Wahn und Geisteskrankheit, Genialität, Angst, Panik, Schockreaktion und brillante Kombinationsgabe werden hier miteinander verbunden. Die Landschaft wird so intensiv und lebhaft geschildert, dass man glaubt, sie direkt vor Augen zu haben. Dieses Buch ist ein wahres Meisterwerk, das einen eiskalt packt, sprachlich wie inhaltlich. Nur das Ende war im Vergleich zum Rest des Romans etwas unspektakulär, hier hätten man gerne auch noch etwas unheimlichere Elemente einbauen dürfen. Alles in allem jedoch ein Buch, das jeder Thriller-Liebhaber gelesen haben sollte. Doch Vorsicht, man sollte viel Zeit mitbringen, denn hat man den Page-Turner einmal geöffnet, kann man ihn nicht mehr so schnell zuklappen.

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"Das Walmesser" von C. R. Neilson ist 2017 im Heyne Verlag erschienen. Zum Inhalt: Der Schotte John Callum versucht seiner Vergangenheit zu entkommen, als er auf die kleine Inselgruppe, die Färöer-Inseln, im Nordatlantik flüchtet. Doch als er eines Morgens mit einem blutigen Messer in der Tasche erwacht, ohne Erinnerung an den vergangenen Abend, wird ihm schnell klar, dass dies nicht so einfach ist. Dann wird er des Mordes angeklagt und er muss sich der Gegenwart und der Vergangenheit stellen … Direkt zu Beginn wird man als Leser in die Spannung hinein geworfen, als Callum nass und frierend erwacht und sich fragt, was er mit einem blutigen Messer in der Tasche macht, das sonst zur Waljagd benutzt wird. Erinnern kann er sich an einen Streit mit dem Exfreund seiner neuen Freundin. Aber was passierte danach? Schon zweifelt er an sich selbst … „Das kleine Messer lag tonnenschwer in meiner Tasche, die Last des Zweifels zerrte mich nach unten.“ Nach diesem ersten Kapitel kommt eine Rückblende, in denen erzählt wird, was in den drei Monaten zuvor – beginnend mit der Ankunft von Callum auf den Inseln – passiert ist. Und hier erlebt man Spannung auf hohem Niveau: Immer wieder fallen Andeutungen zu Callums Vergangenheit, in denen auch eine gewisse Brutalität zu Tage kommt. Callum scheint jähzornig und aufbrausend und schreckt immer wieder aus wiederkehrenden, blutrünstigen Alpträumen hoch. Alles deutet schon fast auf ihn als Täter ….. „Hoch oben im Heideland über dem Hotel Föroyar trug der Wind meinen Geist fort, zurück in eine andere Zeit und an einen Ort, wo ich mich für das Falsche und gegen das Richtige entschieden hatte, wo ich zugelassen hatte, dass ich von der Gewalt verschlungen, kontrolliert, nach ihrem Bild geformt wurde.“ Neben der Spannung beschreibt der Autor die Insel in wunderschönen Worten, so dass ich trotz der angeblich 300 Regentagen im Jahr den tiefen Wunsch verspüre, dort hinfahren zu wollen und die schroffe Wildheit selbst auf mich wirken zu lassen. „Wir fuhren parallel zu Fjorden, gegenüber von grünen Hügeln, die bedrohlich zu uns hinüberstarrten, ihre Spitzen bekränzt von tief hängenden Wolken. Riss der Nebel auf, sah man Hügel über Hügel und Gipfel über Gipfel, das endlos dahinrollende Werk gefräßiger Vulkankräfte, längst bewachsen von Wiesen.“ …… „Auf meinen Trecks durch die Hügel leisteten mir nur die Rufe der Dreizehenmöwen und das Kreischen der Eissturmvögel Gesellschaft, schrill krähende Varianten von Wagner- und Sousa-Kompositionen, die das Vorrücken der Zeit und den Wandel des Terrains markierten. Sonst gab es hier nichts.“ Und nicht nur die Natur wird dem Leser nahe gebracht, sondern auch die Mentalität der Inselbewohner. Trinkfest und offen, aber auch der Waljagd verpflichtet. „Es wird von allen Männern der Insel erwartet, dass sie beim Töten mitmachen.“ Und die Szenen, die dort beschrieben werden, sind nicht für jeden geeignet. „Das Meer war rot. Ein dunkles Blutrot.“ (Auf die ausführliche Beschreibung habe ich hier bewußt verzichtet.) Immer wieder werden mir viele kleine Puzzleteilchen entgegen geschleudert, die mich auf Höchstspannung halten und die dann, kurz vor Ende des Buches, ihren richtigen Platz finden und ein stimmiges und unerwartetes Bild ergeben. Die dichte Atmosphäre und die hohe Spannung, die der Autor erzeugt, und als Untermalung die wilde und schroffe Natur, begleitet von den offenen und liebenswerten Färingern, machen dieses Buch zu einem äußersten Lesegenuß. Ich kann es allerdings auch nur denjenigen Lesern empfehlen, die nichts gegen ein wenig Blut und Brutalität einzuwenden haben …. Hier hat meine Reise richtig Spaß gemacht – habe ich doch auch einiges über dieses Völkchen und die kleine Inselgruppe im Nordatlantik, die aus 18 Inseln besteht, erfahren dürfen. Die Färinger sehen sich als autonomes Volk, unabhängig von der dänischen Krone, unter der sie stehen. Und sie bilden seit 2005 auch eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb Dänemarks. Gespickt mit der hohen Spannung war dies wirklich eine Lesereise vom allerfeinsten! Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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John Callum kommt auf den Färöer-Inseln an. "Mitten im Nirgendwo" gelandet, sucht er nach Orientierung. Diese gestaltet sich schwieriger als zunächst vermutet, denn nachdem er aus dem Flughafengebäude tritt, kann er wenig entdecken, was ihm Fixpunkte für ein Zurechtkommen zumindest andeuten würde. Es gibt nichts zu sehen, was weniger an Nebel und Nieselregen liegt, sondern eher daran, dass es tatsächlich nichts Wesentliches zu entdecken gibt. Außer dem Bus vielleicht. Dieser wird ihn nach Tórshavn bringen, seinem Ziel. Bis dahin wird er allerdings noch genug Zeit haben, sich in dieser "sommerlichen Düsternis" etwas umzusehen. C.R. Neilsons Zeilen merkt man bereits auf den ersten Seiten an, dass er nicht gewillt war, einen Kriminalroman von der Stange abzuliefern. Deshalb darf man es sich als Leserin und Leser ruhig etwas gemütlich machen, um seinen wahrhaft ungemütlichen Schilderungen der abgelegenen Inselwelt ausführlich folgen zu können. Man taucht in eine ferne Realität regelrecht ab und weiß nicht so recht, ob man staunen oder weglaufen soll. Doch die Faszination für seine Landschaftsbeschreibungen überwiegt, zumal er das Kunststück fertigbringt, das vermeintliche Nichts in Worte zu fassen und dies in einer Intensität, die fühl- und greifbar erscheint. Er öffnet den Vorhang einer großen Kinoleinwand und lässt uns ein Land erleben, in dem es 300 Tage im Jahr regnet, in dem man aber auch ohne Regen nass werden kann und wo es nachts nur eine Stunde dunkel ist. "Höchstens." John Callum, seine Hauptfigur, gestaltet er zunächst in Rätseln. Die eingestreuten Traumpassagen stiften zusätzliche Verwirrung, schockieren und faszinieren aber zugleich. Was auf dem Klappentext verraten wird, passiert auf den ersten Seiten, dann folgt eine fast 200seitige Rückblende, beginnend mit der Ankunft Callums in der selbstgewählten Einsamkeit, die ihm sowohl Schutz als auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs bieten soll. Doch so abgeschieden scheint der Ort nicht zu sein, denn völlig unerwartet beginnt seine Vergangenheit, ihn einzuholen. Fürchterliche Albträume unterstreichen zudem die sich verdichtenden Vermutungen, dass John Callum ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt. Dabei befindet er sich in einer faszinierenden Zwickmühle. Als Hauptperson übernimmt er zusätzlich die Rolle des Hauptverdächtigen, gleichwohl ohne selbst zu wissen, ob er nun Täter ist oder nicht! Die schon zitierte Rückblende ist umfangreich, doch keineswegs zu lang. Ganz im Gegenteil , denn die Virtuosität, mit welcher C.R. Neilson Land und Leute beschreibt, lässt einen fast vergessen, dass er es mit dem Haupterzählstrang ungewöhnlich spannend macht. Diese Wartezeit lässt man aber sehr gerne über sich ergehen, ja genießt den literarischen Freizeitführer der Färöer Inseln regelrecht. Allein die Schilderungen des gewöhnungsbedürftigen Wetters auf der Inselgruppe sowie die Lichtverhältnisse der Tageszeiten sind ein außergewöhnliches Erlebnis. Der Autor möchte dem Schauplatz seiner Handlung ebenso viel Gewicht beimessen wie der Handlung selbst. Die in der einschlägigen Literatur nicht selten als lebloses Beiwerk benutzten "Kulissen" erhalten somit Bedeutung und Gewicht. Jeder banale Grashalm wird zu einer nachhaltigen Erfahrung. So wie das gesamte Buch übrigens auch!

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Als der Heyne-Verlag bei mir anfragte, ob ich einen, von einem in Schottland lebenden Autor geschriebenen, Färöer-Krimi rezensieren möchte, musste ich keine Sekunde überlegen. Als großer Schottland-Fan und Liebhaber nordländischer Landschaften und Krimiliteratur fühlte ich mich schon zu diesem Buch hingezogen, bevor ich es gelesen hatte. Über den Autor ist nicht viel bekannt: C. R. Neilson ist von Haus aus Journalist. In diesem Beruf arbeitete er zwanzig Jahre, bevor er sich dem Schreiben von Krimis und Thrillern zuwandte. „Das Walmesser“ ist sein Debüt in Deutschland und Anfang 2017 mit einem für mich herausragenden Cover erschienen. Einhundertzehn auf fünfundsiebzig Kilometer groß: der Archipel der Färöer-Inseln im Atlantik. Eine unwirtliche Gegend mit über 300 Regentagen im Jahr und martialischen Ritualen. Hierhin flüchtet John Callum vor den Schatten seiner Vergangenheit. In der Hauptstadt Torshavn (Thors Hafen) angekommen, schließt John nach kurzer Anlaufzeit Bekanntschaft mit einigen Inselbewohnern – erfreuliche und weniger erfreuliche. Er findet einen Job, eine Unterkunft, eine Liebe – und an einem Morgen ohne Erinnerung an die vergangenen Nacht ein Walmesser in seiner Tasche. Das Blut daran stammt nicht von ihm, sondern von einem Mordopfer, mit dem er sich in aller Öffentlichkeit geprügelt hatte. Die Jagd auf John beginnt. Doch ist er wirklich der Täter? Drei Stunden an einem Samstagmorgen. Mehr habe ich nicht gebraucht, um die 505 Seiten zu lesen. Hier könnte ich die Rezension eigentlich beenden, denn ich finde, das spricht für sich. „Das Walmesser“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr spannender Krimi, der meiner Meinung neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seinen teilweise fast schon poetischen Schreibstil begeistert. Die Beschreibungen der monumentalen Landschaften und ihrer Bewohner haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind so realistisch gehalten, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst schon vor Ort gewesen zu sein, so gut konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen. Die 70 kurz gehaltenen Kapitel lassen einem fast keine andere Möglichkeit, als schnell und stetig weiterzulesen. Ich muss gestehen, dass die „Auflösung“ des Falles für mich jetzt nicht so überraschend kam. Ich hatte diesen Gedanken immer mal wieder im Hinterkopf. Vielleicht entwickelt man durch das ständige Lesen von Kriminalromanen ja selbst ein kriminalistisches Gespür :-). Mir hat „Das Walmesser“ überaus gut gefallen. Natürlich empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe seit Längerem mal wieder 5 von 5 Sternen. Ich hoffe, bald mehr von C. R. Neilson lesen zu können.

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Die Falklandinseln als Schauplatz krimineller Ereignisse haben ja bereits an anderer Stelle stattgefunden, nun also nimmt Neilson den Leser mit auf die Färöer Inseln. John Callum benötigt einen Neustart. Der Schotte aus Glasgow landet auf dem kleinen Flughafen der Inseln und kann bereits im wankenden und schwankenden Flieger die völlig entspannte Mentalität der Färöer bestaunen. Die, nicht zuletzt, auf eine doch erkleckliche Menge an Alkohol im Blut zurückzuführen ist. Angst vor einem Absturz hat dort wohl niemand. Was aber Callum nach Färöer treibt, wieso der ehemalige Lehrer sich Arbeit in einer Lachsfabrik sucht und unter einfachsten Umständen zu leben bereit ist, das bleibt lange Zeit ein Rätsel. Auch wenn Neilson die Alpträume des Mannes geschickt in den Ablauf der Geschichte einfügt. Es wird nur klar, dass Callum in sich auch eine harte, aggressive Seite trägt. Die er mühsam beherrscht. Was nicht einfach ist, da er bei dem ein oder anderen Färöer auf starke Ablehnung trifft. Bei manchen ohne ersichtlichen Grund, bei anderen mit einem Grund, den Callum noch entdecken muss. Auch wenn es sich ansonsten gut anlässt. Eine Affäre mit einer Inselschönheit und Malerinn beginnt. Der Chef der Lachszucht ihn in seiner Hütte wohnen lässt, erste Kontakte zu einem Franzosen entstehen der als Naturfotograf eine Menge über die Insel zu erzählen hat. Was Neilson nutzt, um dem Leser immer wieder Landschaft, Orte, Bewohner plastisch und griffig vorzustellen. Die Enge des Lebensgefühls, das Aufeinander angewiesen sein, auch wenn jeder für sich zu stehen vermag. Der Einfluss der Kirche, die schroffe, weitgehend unberührte Landschaft. Und, als einer der Höhepunkte dieser Seite des Thrillers die minutiöse Schilderung des „Grind“, der Waljagd. Die für Callum fast zur Todesfalle wird. Einige Zeit, nachdem er ohne Erinnerungen aus einem rausch am Hafenpier erwacht, ein Walmesser in seiner Jackentasche findet, das ihm nicht gehört, dass aber voller Blut ist. Das Blut eines Menschen. Umgehend steht Callum, der „Fremde“, unter Mordverdacht und wird sich seiner Haut vor allem selbst wehren müssen. Was weder einfach noch ungefährlich sein wird. Denn je näher er den Umständen der Tat kommt, je mehr er daran zweifelt, dass er selbst das Verbrechen begangen hat, desto klarer wird auch, dass er selbst im Fadenkreuz sein wird. Geschickt legt Neilson verschiedene Spuren, rückt immer wieder einzelnen Personen in ihrer Befindlichkeit und ihrem teils Verdächtigen Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtung, bis ein Netz an Verdächtigen entsteht, bei dem der Leser gebannt mit rätselt, was genau und wie und durch wen passiert. „Ein Mann ohne Messer ist ein Mann ohne Leben“. Jeder Färöer besitzt ein solches Walmesser, eine mögliche Tatwaffe. Und weiß dieses Messer geschickt einzusetzen. Zumindest, wenn es um das Rückgrat von Grindwalen geht. Überzeugende Personen, eine hervorragende Schilderung der Färöer Inseln und des Lebens auf diesen, ein intelligent entfalteter Mordfall und eine sich ständig steigernde Spannung in genau dem richtigen Timing bieten einen hervorragenden Thriller und hohen Lesegenuss.

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Im Rahmen einer sehr spannenden fiktiven Handlung erzählt Neilson in atmosphärisch dichter Weise von der Rauheit und Kargheit der Landschaft, den Menschen und ihre Traditionen. Ein kriminelles Inselporträt auf höchstem Niveau. Roman und Handlung sind so angelegt, dass es wohl keine Fortsetzung geben wird. Schade, denn diese Figuren sind mir ans Herz gewachsen.

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