Leserstimmen zu
Zerschnitten

Paul Cleave

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GANZE REZENSION: http://annasalvatoresbuchblog.blogspot.de/2017/06/pures-psychospiel-und-perfide-personen.html MEINUNG Leider fiel mir der Einstieg sehr schwer. Obwohl die Charaktere schon sympathisch scheinen, kamen mir die ersten 100 eher vor, als wollte man die Krankheit Alzheimer (Die die Geschichte später aber erst zum perfekten Psychospiel macht) literarisch verarbeiten. Hier war es sehr zäh und ich habe mich schon bei meiner Familie beschwert, dass man aktuelles Buch.. langweilig ist. Denn ich ging mit Thriller- und nicht Roman-Erwartung heran. Doch dann kam die Geschichte endlich in Fahrt. Circa ab Seite 100 dann, gibt es erste Verwirrungen und Unsicherheiten, sowohl beim Protagonisten als auch beim Leser. Dann kommen die aktuellen Morde ins Spiel (endlich^^) und es wurde noch spannender. Denn der Autor hat es perfekt geschafft, dass auf einmal alles anders ist. Auf einmal wird ganz selbstverständlich geschrieben, als ob der Protagonist Jerry wieder 7 Jahre alt ist, was gerade aufgrund der Krankheit glaubt. Dies war teils sogar schon gruselig, weil man selbst immer verunsicherter wird. So ging es immer weiter, auf einmal wird dies enthüllt, dann kommt das raus... Der Autor hat es geschickt geschafft, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken, auf die ich immer reingefallen bin. Normalerweise brüste ich mich damit, das Ende/den Täter vorraussagen zu können. Hier bekam mein Ego einen Schlag ins Gesicht. Denn ich erkannte erst den Täter, als der Autor es wollte. Der Schreibstil ist sehr locker, teils benutzt Jerry in seinen Gedanken 'unflätige Worte', die ich aber auch gerne mal in Gedanken benutze, daher störte es mich überhaupt nicht. Es macht Jerry nur menschlicher, und war auch nicht besonders oft. Als ich in die Geschichte dann reinkam, lies es so flüssig weg wie nichts. In der Tat las ich die restlichen ca. 400 Seiten vom Abend bis um 3 Uhr nachts zu Ende, weil es einfach zu spannend war. Auch die restlichen Charaktere, wie die Familienmitglieder, die Polizisten, das Pflegepersonal und Jerrys bester Freund waren sehr authentisch und haben die Geschichte lebendig gemacht. Was ich auch hervorheben muss, ist dieses Spiel mit Jerrys Persönlichkeit. Denn teilweise hatte man das Gefühl, dass sein Pseudonym, Henry Cutter, 'das Steuer übernimmt' und grausame Taten begeht. Man konnte sich nie sicher sein, ob Jerry/Henry nun der Gute oder Böse ist. Das Ende... macht mich immer noch fertig. Es ist kein typisches Ende, und auch wenn der Autor-Protagonist Andeutungen macht, konnte ich es nicht glauben und war wütend/traurig. Ich hatte sogar Tränen in den Augen o.O Und was ich auch noch erwähnen muss, ist der Thrill-Faktor, weil der Protagonist sowohl ein Krimi-Autor ist als auch in derselben Stadt lebt, wie der richtige Autor. Die ganze Zeit fragte ich mich nebenbei, ob der Autor wohl genauso ist. In der Danksagung stand sogar, dass dies sein persönlichstes Buch sei. Hat mir noch etwas Thrill obendrauf gegeben. FAZIT Dranbleiben und belohnt werden! Die ersten 100 Seiten waren geradezu langweilig, doch dann nimmt die Geschichte Fahrt auf und man kann gar nicht mehr aufhören. Die Geschichte überzeugt dann durch Wendungen, pures Psychospiel und ein Ende, das man nicht hinnehmen will. Ich bin begeistert, denn die Idee ist perfide und die Umsetzung genial (Bis auf den schweren Anfang abgesehen). - Aufgrund des schweren Einstiegs 'nur': 4 von 5 Feenfaltern - Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! © Anna Salvatore's Bücherreich

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Kritik: Paul Cleave gehört zu meinen liebsten Thriller-Autoren, denn ich habe fast alle Bücher von ihm verschlungen und kann sie nur weiterempfehlen. Daher erhoffte ich mir bei dieser Geschichte gar nichts, da ich wusste, dass es mich wieder begeistern wird. Doch dem war leider nicht so. Mehrmals habe ich mich gefragt, ob es wirklich von Paul Cleave, dem Autor von „Der siebte Tod“, geschrieben wurde, da dieses Buch meine Nummer 1 ist. Die Geschichte fing sehr ruhig an, sodass ich auf die Spannung lange warten musste. Selbst nach 100 Seiten passierte einfach nichts. Erst ab Seite 180 gewann das Buch an Pfad, was dann aber wieder nachließ. Ich würde sagen, dass es ein auf und ab war. Ein Thriller sollte den Leser von der ersten Seite an packen und erst am Ende loslassen. Doch diese Geschichte kam mir eher wie eine Lektüre über Alzheimer vor und nicht wie ein Thriller. Ich persönlich fand es anfangs sehr interessant, wie ein Mensch mit Alzheimer lebt, aber dass nichts weiter passierte, empfand ich als enttäuschend. Die Grundidee hat mich ebenso dazu angefixt, dieses Buch zu lesen, denn heutzutage man liest in Büchern nicht oft über einen Protagonisten mit Alzheimer. Daher war ich gespannt, wie Paul Cleave diese Thematik in einem Thriller verpacken möchte. Doch das gelang ihm nicht. Ebenso fehlte mir der flüssige und spannende Schreibstil von dem Autor. Diesmal war es eher lahm und alles wurde in die Länge gezogen. Und die Atmosphäre war einfach erdrückend. Dennoch hat er immer wieder versucht, die zähen Momente mit etwas Spannung zu überspielen. Dies gelang ihm auch nur für etwa 40 Seiten. Dann ließ es auch wieder nach. Fazit: Als großer Paul-Cleave-Fan enttäuschte mich dieses Buch sehr, da ich weiß, wie grandios seine Geschichten sonst sind. Dennoch verfolge ich weiterhin seine Thriller, denn er sprach eine interessante Thematik an, die leider nicht in einem spannenden Thriller so umgesetzt wurde, wie er sonst kann.

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Zerschnitten

Von: Somaya

24.02.2017

Auch wenn Thriller nicht zu meinem Hauptleseinteresse zählen, greife ich immer mal wieder zwischendurch gerne zu einem. Dass sich dieser hier sowohl mit Büchern (einem Autor) als auch mit Demenz beschäftigt, hat mich gleich angesprochen, da mich beide Themen sehr interessieren und ich unbedingt sehen wollte, wie sie zusammen (und dann auch noch in Form eines Thrillers) funktionieren... Ein Thriller, der in seiner Thematik das Autorenleben und die Diagnose Demenz vereint ... wenn das nicht mal das richtige Lockmittel für lesende Altenpflegerinnen ist. Natürlich konnte auch ich dieser Kombination nicht widerstehen. Während man den Protagonisten durch seine akuten Schübe der Demenz folgt, merkt man schnell, dass der Autor gut recherchiert hat. Auch wenn ich mit ihm nicht immer einer Meinung war, dass es sich bei der Erkrankung um eine Demenz Typ Alzheimer handelt. Ob es hier aber an der Recherche, an der Übersetzung oder an meinen beruflichen Beobachtungen lag, da möchte ich mich jetzt nicht in einer Beurteilung festfahren. Alles in allem beschreibt Paul Cleave das Gefühl des Vergessens, Verwirrtseins und nicht zu wissen, wem man trauen soll sehr überzeugend und löste damit bei mir mehrmals ein sehr bedrückendes, beengendes Gefühl aus. In dieser Hinsicht ist auch insbesondere der Originaltitel (Trust no one) sehr passend, denn irgendwann habe ich nicht einmal mehr mir selbst vertraut und war sicher, dass ich gelesene Dinge falsch interpretiert oder gar in Erinnerung behalten hatte. Der Wechsel zwischen der "normalen" Erzählweise und den Tagebucheinträgen von Henry Cutter hat mir besonders gut gefallen ... und mich oft noch mehr an allem Zweifeln lassen. In absolut positiven Sinne. Eben durch diese Kapitel wird auch die Zerrissenheit bzw. "Zerschnittenheit" des Protagonisten noch einmal sehr deutlich. Der Schreibstil ist zwar meist flüssig, aber das Erzähltempo stellenweise doch etwas langatmig... zumindest für das, was ich von einem Thriller erwarte. Hier liegt auch der einzige größere Kritikpunkt: Für einen Thriller rück mir die Thematik um die Morde an sich etwas zu sehr in den Hintergrund und die Demenz wird stellenweise zu stark fokussiert. Dies gab mir häufiger das Gefühl einen Roman statt eines Thrillers zu lesen. Ein bisschen mehr Tempo hätte nicht geschadet. Prinzipiell ein absolut gelungenes Buch, dass für mich aber leider stellenweise durch das Label "Thriller" falsche Erwartungen schürte. Hätte meiner Meinung nach als "normaler" Roman gekennzeichnet noch besser funktioniert. So oder so eine spannende Verknüpfung zweier interessanter Themen.

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Jahrelang hat Jerry Grey unter dem Pseudonym Henry Cutter die schrecklichsten Morde begangen. Der berühmte Thrillerautor feiert mit seinen Mordfantasien bei seinen Fans die größten Erfolge. Doch bricht Jerrys Welt auf dem Höhepunkt seiner Karriere zusammen, als bei ihm Demenz diagnostiziert wird. Mit fortschreitender Krankheit endet Jerrys bisheriges Leben komplett: Er muss das Schreiben aufgeben, kann den Alltag nicht mehr bewältigen und braucht Hilfe von seiner Familie. Es kommt noch schlimmer, als Henry Cutter die Kontrolle übernimmt und behauptet, seine geschrieben Taten wirklich begangen zu haben. Erst glaubt niemand dem Autor, bis plötzlich bestialische Morde in Jerrys Umgebung geschehen. Morde wie in den Büchern von Henry Cutter. Meine Meinung Zerschnitten von Paul Cleave ist ein durchwachsener Thriller über die Demenzerkrankung des Krimiautors Jerry Grey. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Einmal lebt Jerry in der Gegenwart in einem betreuten Heim und hat vergessen, dass er an Demenz erkrankt ist. Er ist verwirrt und verwechselt seine Identität mit der von Henry Cutter. Zusätzlich erfährt der Leser über Jerrys Leben zu Beginn der Krankheit aus seinem "Protokoll des Wahnsinns". In diesem schreibt Jerry an sich selbst und berichtet über die Anfänge und den Verlauf seiner Demenzerkrankung. Bis zur Mitte des Buches dominiert die Erzählweise, als würde der Leser das "Protokoll des Wahnsinns" lesen. Dadurch erfährt man einerseits viel über die Anfänge von Jerrys Krankheit und andererseits passiert nur wenig Spannendes. Die Handlung zieht sich dahin und wirft viele Fragen auf. Ab der Mitte des Buches rücken die Protokolleinträge in den Hintergrund und Jerry beginnt die Morde in der Gegenwart zu hinterfragen. Endlich kommt die Spannung in die Handlung. Jerry ist ein interessanter und durch seine Krankheit undurchsichtiger Charakter. Einerseits empfindet man Mitleid mit ihm und andererseits werfen sein Verhalten sowie seine wenigen Erinnerungen viele Fragen zu seiner Vergangenheit auf. Bis zum Ende wird man als Leser im Unklaren gelassen, ob Jerry ein Mörder ist oder nicht. Ich hatte jedoch irgendwann eine Vermutung bezüglich des Mörders, die sich trotz der Unklarheit bis zum Ende, bestätigte. Das Buch endet in einem spannenden Finale und mit einem ironischen Ende. Fazit Zerschnitten von Paul Cleave ist ein Thriller über das Thema Demenz, der erst ab der Mitte des Buches so richtig spannend wird. Der Autor versucht das traurige und erste Thema Demenz mit einer spannenden Krimigeschichte zu verbinden. Dies gelingt ihm nur mittelmäßig, da das ernste Thema dem Buch sehr viel der Spannung nimmt. Trotzdem macht die Idee das Buch zu einer innovativen und mutigen Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

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Vor diesem Buch hatte ich noch kein Buch von Paul Clave gelesen, weshalb ich mich gefreut hatte, Bücher von diesem Autor zu lesen. Jedoch merkte ich bereits am Anfang, dass der Einstieg ins Geschehen leider nicht besonders gut funktioniert hat. Meiner Meinung nach war der Anfang eher langweilig und wenig spannend, weshalb ich die ersten 100 Seiten eher lustlos gelesen hatte. Zusätzlich finde ich noch den Dialog zwischen seiner gespalteten Persönlichkeit sehr gewöhnungsbedürftig. Leider kommt auch die Geschichte erst sehr spät in Fahrt, aber ab diesem Zeitpunkt ist das Buch sehr gut!!

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Dieses Buch ist bereits mein zweiter Cleave und ich muss leider sagen, dass ich mich ein bisschen schwer getan habe. Aber der Reihe nach. Ich war sehr gespannt darauf, wie viel Einblick man in den Alltag eines Demenzerkrankten erhält und hier hat Paul Cleave tolle Recherchearbeit geleistet. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Cutter, der zunächst seine Diagnose erhält und dann versucht mit dieser zu Leben. Dabei wechseln Abschnitte des Jetzt mit Passagen in denen Cutter seinem späteren Ich schreibt. Auf diesem Weg wollte er versuchen wichtige Dinge festzuhalten bevor er sie vergisst. Diese Sprünge sind zeitweise wirklich interessant geschrieben, teilweise aber auch viel zu langatmig. Insgesamt hat die Demenz einen zu großen Raum in der Geschichte bekommen, wodurch die Morde und deren Aufklärung fast schon nebensächlich wirkten. Richtig fesseln konnte mich das Buch daher leider nicht und ich habe es mehrmals weggelegt weil ich eine Pause gebraucht habe, so mühsam war das Lesen zum Teil. Dann gab es wieder actionreiche und sehr spannende Kapitel bei denen man auch der Lösung des Falls ein großes Stückchen näher kam. Diese hat sich dann auch als weit weniger spektakulär entpuppt als von mir erhofft und ich bin etwas enttäuscht zurück geblieben.

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Wer Paul Cleaves Bücher mag, wird auch dieses lieben. Man kann nicht aufhören..

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Bislang hatte ich ja noch nicht viele Berührungspunkte mit Paul Cleave, einzig sein Roman „Der 5 Minuten Killer“ war mir bekannt. Der hat mir seinerzeit auch recht gut gefallen, aber „Zerschnitten“ hat mich alleine vom Klappentext her noch viel mehr angesprochen. Die Wahl der Hauptperson versprach, es mit einer ungewöhnlichen Geschichte zu tun zu bekommen. Und es wird dann auch von der ersten Seite an schon klar, dass Cleave aus seinem alzheimerkranken Hauptakteur das Maximum herausholt. Immer wieder schickt der Autor den Leser im Lauf der rund 500 Seiten starken Geschichte auf die unterschiedlichsten Fährten, nur um diese dann wenig später wieder mit einem geschickten Dreh in eine völlig andere Richtung zu lenken. Jerry Greys (dessen Pseudonym Henry Cutter ist) Krankheit wird zum wichtigsten Werkzeug, denn „Zerschnitten“ ließ mich über weite Strecken im Unklaren darüber, ob die Ereignisse nun tatsächlich passieren, oder ob Jerry gerade wieder in seine eigene Geisteswelt eingetaucht ist. Auch das Einfließen des „Protokolls des Wahnsinns“, wie er sein eigenes Tagebuch nennt, trägt nicht dazu bei, die Geschichte übersichtlicher zu gestalten, denn es fehlen immer wieder (natürlich) genau die Seiten, die man bräuchte, um der Auflösung näher zu kommen. Das mag nun kein besonders einfallsreicher Trick sein, aber er ist sehr effektiv, denn zumindest wurde bei mir der Wunsch geweckt, wissen zu wollen, was nun wirklich passiert ist. Das sorgt natürlich dafür, dass der Roman keine klassische „Wer ist der Killer“-Geschichte ist, sondern sich zentral mit der Frage beschäftigt ob und wie weit die Hauptfigur mit den Ereignissen in Verbindung steht. Die Spannung bewegt sich dabei auf einem konstant hohen Level, zumal Cleave auch immer wieder Andeutungen fallen lässt, welche langsam aber stetig Licht in die Zusammenhänge bringen (oder besser gesagt: zu bringen scheinen – der englische Originaltitel „Trust No One“ ist sehr passend, viel passender zumindest als das deutsche „Zerschnitten„). Die tatsächliche Auflösung erfolgt dann tatsächlich erst kurz vor dem Ende des Buches, es folgt noch ein temporeiches Finale bevor der Roman dann mit einem ganz, ganz fiesen Abschluss um die Ecke kommt. Die größte Stärke ist, neben dem permanent hohen Spannungslevel, Cleaves Hauptfigur. Die Wahl einer an Alzheimer erkrankten Person an sich ist schon recht ungewöhnlich, was der Autor aber aus eben jener Figur herausholt, ist genial. Es werden immer wieder Erinnerungsfragmente eingestreut, bei denen man sich aber nie sicher sein kann, ob es nun echte Erinnerungen sind. Anhand des Protokolls, in welchem Jerry seine Erinnerung zu wahren versucht, lässt sich großartig und sehr nachvollziehbar ein Blick in die Psyche Greys werfen, der geistige Verfall ist fast schon greifbar. Ich litt mit Jerry, ich hielt Jerry für einen eiskalten Killer, ich hoffte, dass Jerry kein Killer ist, ich war mir sicher, dass Jerry gelinkt werden soll. Es gibt die volle Bandbreite an Emotionen beim Leser und das gelingt, zumindest auf mich bezogen, nur den wenigsten Autoren. Ganz besonders, wenn sie Thriller schreiben. Auch die anderen Figuren in „Zerschnitten“ habe alle ihren ganz eigenen Charme und auch hier wird durch Greys Krankheit erst im Lauf der Zeit deutlich, um was für Charaktere es sich tatsächlich handelt, was ihre Intentionen sind. Und dabei gibt es auch noch die eine oder andere handfeste Überraschung zu entdecken. Paul Cleave hat einen kurzen und knackigen Schreibstil. Auch wenn die Geschichte von „Zerschnitten“ sehr verworren ist, habe ich an keiner Stelle die Übersicht verloren. Man hat es hier zwar nicht mit einem übermäßig actionlastigen Buch zu tun, aber die Art und Weise, in der die Ereignisse hier erzählt werden, war trotzdem sehr kurzweilig, temporeich und unterhaltsam. Besonders gelungen fand ich dabei das Zusammenspiel der im Präsens erzählten aktuellen Ereignisse und Jerrys Protokoll, in welchem er in der Vergangenheitsform quasi einen Monolog an sich selbst hält, der nur ab und an mal von den Einwürfen seines Alter Egos Henry Cutter unterbrochen wird. Die Übersetzung von Frank Dabrock lässt keine Wünsche offen, liest sich flüssig und ohne auch nur einmal die Frage aufkommen zu lassen, ob Cleave dieses oder jenes tatsächlich auch so geschrieben hat. Fazit: Mit „Zerschnitten“ hat mich Paul Cleave absolut in seinen Bann ziehen können. Das Buch unterscheidet sich, schon alleine durch die Wahl der Hauptfigur, sehr von einem Großteil der durchschnittlichen Thrillerkost. Bis zum Schluss wird nicht klar, was nun tatsächlich passiert ist, wer Jerry Grey wirklich ist und wie er in all die Ereignisse verwickelt ist, die sich ebenfalls erst im Lauf der Geschichte gänzlich offenbaren. Nachvollziehbar wird dabei, fast schon im Vorbeigehen, ein Protokoll einer Krankheit gezeichnet, die man nach dem Genuss des Romans nicht einmal mehr im Spaß (ihr wisst, schon, Hausaufgabenalzheimer und so weiter) verwenden möchte. Für ein Buch, dass so untypisch ist, dass genial gezeichnete Figuren hat, dass bis zur letzten Seite spannend ist, kann natürlich nur die Höchstpunktzahl gezogen werden. Mein einziger Kritikpunkt wäre allenfalls die ungewöhnliche Haptik des Buches mit der stellenweise aufgerauten Oberfläche, die am Anfang doch sehr gewöhnungsbedürftig war.

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