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Vernetzte Vielfalt

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Falsche Zahlen

Von: Dr. Volker Pröbstl aus Selb

23.05.2016

Eigentlich wollte ich mich über die kirchensoziol. Entwicklungen kundig machen. Dabei liegt mein Schwerpunkt auf der Kirche in ländlichen Räumen. So interessierte mich das Kapitel "Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung in regionaler und sozial-räumlicher Perspektive". Dort lese ich den Satz, der mich stutzig macht. "...überwiegen in den anderen fünf Landeskirchen die großen und größeren Städte" Näher ausgeführt für Bayern: "Mit 60,4 % wohnen die evangelischen Mitglieder in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Städten über 500.000 Einwohner und nehmen einen absoluten Spitzenplatz ein".(319) Es gibt in Bayern nun zwei Städte über 500.000 Einwohner, München und Nürnberg. In diesen beiden Städten leben rd. 410 Tausend evang.-luth. Gemeindemitglieder (Stand ELKB 2016, nimmt man Fürth dazu, sind es 512 Tausend - aber die Fürther nehmen einen das übel). Bei einer ungefähren Mitgliederzahl von 2,4 Mio ergibt das runde 17 Prozent. Nächster Gedanke: Möglicherweise hat der Verfasser ja Wien, Bukarest und Sofia mitgezählt (wg. der Balkanroute) - aber trotzdem dürfte er nicht auf 1,5 Mio (= 60 %) evang. ChristInnen kommen. Der gleiche Fehler zeigt sich bei Württemberg. Nach meinem Kenntnisstand gibt es in dieser Landeskirche eine Stadt über 500.000 Tausend Mitgliedern (610 Tausend). In der Prälatur Stuttgart (die auch ein einige Speckgürtelgemeinden umfasst) gibt es 533.000 Evangelische. Selbst bei großzügigem Denken in Metropolregionen kommt man nicht über 25 % - die Grafik auf S 319 verzeichnet aber 31 %. Ich erspare mir, weitere Zahlen zu prüfen. Sie sind vermutlich auch nicht richtiger. Mein Fazit: Die Recherche ist wohl schlammpig, entwertet den Artikel und stellt hinter der Belastbarkeit der Zahlen des ganzen Buches ein dickes Fragezeichen.

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