Leserstimmen zu
Der Augenblick der Zeit

Stephanie Schuster

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Normalerweise ist es mit Romanen mit mehreren Zeitebenen so, dass eine Geschichte die schwächere ist und man nur noch wegen der anderen weiterliest. in *Der Augenblick der Zeit* ist es dagegen so, dass beide Geschichten sehr gut sind, die in der Gegenwart vielleicht einen Tick besser, auch wenn die wechselnden Geschichten eine gewisse Unruhe reinbringen. Man erfährt auf jeden Fall einiges über das Leben am Hofe der Sforza, dass man damals z.B. schon Seide in Europa herstellen konnte, wusste ich z.B. nicht, geschweige denn, wie aufwendig das Bebrüten der Kokons gewesen ist. In der Gegenwart erfährt man dagegen viel über den Kunstmarkt und wie Kunstwerke auf ihre Echtheit geprüft werden. Gestört habe ich mich an dem Nachnamen der Figur, Kosmos wirkte deplatziert und zu gewollte in Bezug auf den zweiten Charakter, Georg, der Astronom. Auf jeden Fall war der Roman sehr angenehm zu lesen. Fazit Gute Unterhaltung.

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Ein altes Frauenporträt und sein Geheimnis

Von: milkysilvermoon

12.06.2018

Bei einer Auktion in London entdeckt die Galeristin Ina Kosmos ein interessantes Bild: ein Frauenporträt, das sie für ein noch unbekanntes Werk von Leonardo da Vinci hält. Sie wird zwar bei der Versteigerung überboten, setzt aber dennoch alles daran, das Gemälde zu finden und den Zusammenhang mit dem berühmten Renaissancekünstler zu beweisen. Wie ist das Bild entstanden? Welches Geheimnis verbirgt es? Dem Porträt ist auch Georg Tannstetter schon 500 Jahre früher auf der Spur. Der Arzt und Sterndeuter hat die Entstehung des Bildes am Mailänder Hof erlebt, wo da Vinci als Künstler beschäftigt war… „Der Augenblick der Zeit“ ist ein unterhaltsamer Roman von Stephanie Schuster, der die Themen Geschichte und Malerei verknüpft. Meine Meinung: Der Roman besteht aus drei Teilen. Jedes der 20 Kapitel trägt als Überschrift den Namen eines Farbpigments. Sie wechseln vom Dunklen immer mehr zum Hellen, sodass das letzte Kapitel schließlich mit „Licht“ überschrieben ist. Dies habe ich als eine kreative, schöne Idee empfunden. Es gibt zwei Erzählstränge, wovon einer die Perspektive von Ina und einer die Perspektive von Tannstetter einnimmt. Die Handlung spielt folglich abwechselnd einerseits an unterschiedlichen Orten in der Gegenwart und andererseits zwischen den Jahren 1493 bis 1519. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und anschaulich. Gut gelungen ist es, in den historischen Passagen den Roman sprachlich anzupassen. Der Einstieg in die Geschichte fiel leicht. Die Übergänge zwischen den beiden Erzählsträngen funktionieren gut. Mit Ina und Tannstetter gibt es zwei sehr unterschiedliche Hauptprotagonisten, deren Weg ich gerne verfolgt habe. Beide Figuren wirken in sich stimmig und authentisch. Einige Nebencharaktere bleiben für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu blass. Ein großer Pluspunkt des Romans ist es, dass er auf historische Persönlichkeiten und wahre Begebenheiten zurückgreift. Ich habe es sehr genossen, mehr über Leonardo da Vinci, Georg Tannstetter und andere Personen der Geschichte zu erfahren, die real existierten. Mit dem „La bella principessa“ getauften Gemälde, das ein Bildnis der Mailänder Adeligen Bianca Sforza darstellen soll, bezieht sich der Roman auf ein tatsächliches Werk, um das es eine spannende Kontroverse gibt, ob das Porträt von da Vinci gemalt wurde. Dass diese nun auch literarisch verarbeitet wird, hat mir gut gefallen. Fakten und Fiktion werden auf gelungene Weise miteinander verwoben. Zudem erfährt der Leser einiges über die Farbenlehre, Pigmente, die Analyse von Gemälden und vieles mehr. Ich habe gerne etwas über die Kunst allgemein und die Lebensumstände in der Renaissance gelernt. Die gründliche Recherche der Autorin wird an etlichen Stellen deutlich. Insgesamt ist der Roman somit nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Die Idee, das besagte Gemälde auf dem Cover abzudrucken, ist gleichsam naheliegend und sehr passend. Optisch ist die Gestaltung äußerst ansprechend umgesetzt. Auch den poetisch anmutenden Titel finde ich sehr treffend. Mein Fazit: Mit „Der Augenblick der Zeit“ hat Stephanie Schuster einen gelungenen Roman geschaffen, der nicht nur unterhält, sondern auch viele interessante Fakten vermitteln kann. Eine empfehlenswerte Lektüre - nicht nur für Fans von historischer Literatur und Kunstliebhaber.

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Der Augenblick der Zeit ein Roman von Stephanie Schuster Stephanie Schuster schickt Einen suchend durch diesen Roman. Die junge Malerin Ina trudelt im München der Neuzeit durch ihr sich auflösendes Leben und findet einfach nicht zu ihrer Bestimmung zurück. Vor Jahren schon hatte sie das Malen und Zeichnen aufgegeben. Warum wird erst im Laufe des Romans erklärt. Durch ein Gemälde, das sie auf einer Auktion in London erwerben möchte, findet sie langsam zu ihrem Talent zurück. Dieses Gemälde ist es auch, das der Sterndeuter und Dottore George Tannstetter 1493 in Mailand finden möchte. Noch mehr gilt sein Interesse der Frau, die auf diesem Gemälde dargestellt sein soll. Doch leider muss er einige Unwegsamkeiten überwinden bevor er die eventuelle neue Gemahlin von Kaiser Maximilian zu Gesicht bekommt. Statt des Bildes trifft Tannstetter Leonardo da Vinci, dem er über die Schulter schauen darf, Maximilian den Großen und den damaligen Herrscher über Mailand, Ludovico Sforza, genannt ilMoro. Die Autorin schreibt zwischen den Zeiten. Mal sind wir in London und im München der Moderne und mal verlaufen wir uns mit dem Dottore in Mailand des Fünfzehnten Jahrhunderts. Wenigen Schriftstellern gelingt es einen flüssigen Roman mit Zeitenwechsel zu schreiben (zumindest ist mir bisher keiner untergekommen, für Empfehlungen bin ich offen ). Stephanie Schuster gelingt es recht gut. Der Roman liest sich flüssig und unterhaltsam. Die Begegnungen des Dottore mit Leonardo da Vinci sind spannend geschrieben und werfen ein interessantes Licht auf den Meister. Auch haben mir die Ausführungen über die Kunst und Malerei gefallen. Welche Farben, Pigmente und Materialien verwendet wurden und wie sie hergestellt wurden. So bekam ich wieder große Lust in ein Museum zu gehen, um mir die alten Meister anzuschauen. Die modernen Künstler dagegen schrecken mich etwas ab. Ina, die Malerin, hat einen Partner der genau solch eine Kunst herstellt, die mich an dem Künstlerischen zweifeln lässt. Auch wenn man nicht kunstbegeistert ist, langweilig war der Roman keinesfalls. Das Thema ist nicht weit hergeholt. Tatsächlich gibt es einen Kanadier, der sich auf einer Auktion in ein Bild vernarrt hat. Dieses über Umwege beschafft, ist er sich zu 100 % sicher einen Leonardo da Vinci zu besitzen. Teilweise, wurde es bestätigt, aber die absolute Bestätigung wird ihm noch verweigert. Hier geht es zu dem Artikel (Spiegel, 2011) Auch schön, ein Bericht im National Geographic (2012) Einen weiteren Bericht in der Presse findet man hier (Welt, 2015). Die Geister scheiden sich, ob sie das Bild als echten Leonardo ansehen. 2018 war der National Geographic dabei, als der Kunsthistoriker Martin Kemp, das Bild in das „Sforziada“ einfügt. Schade, dass man Leonardo nicht mehr fragen kann.

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Was verbindet die Suche der Galeristin Ina Kosmos nach einem Gemälde mit Georg Tannstetters Aufenthalt am Mailänder Hof 500 Jahre zuvor? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Roman von Stephanie Schuster. Ina ist überzeugt, dass das Frauenporträt, das sie auf einer Auktion in London entdeckte, von Leonardo da Vinci stammt. Während ihre Freunde sie dazu ermuntern, ihre frühere Leidenschaft, die Malerei, wieder aufzunehmen, ist Ina regelrecht besessen davon, die Herkunft des Gemäldes, das sie aus verschiedenen Gründen fasziniert, herauszufinden. Parallel verfolgen wir die Geschichte von Georg Tannstetter, Sterndeuter und Leibarzt von Kaiser Maximilian I. Er wird nach Mailand an den Hof des Herzogs Ludovico Sforza gesandt und lernt dort den Hofkünstler Leonardo da Vinci kennen. Lebendig und bildreich beschreibt Stephanie Schuster die Atmosphäre in den Mailänder Straßen und Gassen und das dekadente Leben am Hofe. Die beiden Erzählstränge werden geschickt miteinander verwoben und steuern auf eine interessante Auflösung zu. Auch sprachlich passt sich Stephanie Schuster der jeweiligen Zeit an und macht die Handlung dadurch noch authentischer. Dabei gibt sie nicht nur einen Einblick in das vielseitige Talent und Schaffen da Vincis, sondern weckt auch das Interesse für die Entstehung eines Kunstwerks. Dieses Thema kombiniert die Autorin elegant mit der Geschichte einer Galeristin, deren Leidenschaft für die Malerei und Farben neu entfacht wird. Lediglich Inas Romanze mit dem Lichtgestalter Oliver bremst die Handlung ein wenig aus.

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Nun ist also geschehen, was ich immer befürchtet habe, seit ich Bücher öffentlich bespreche. Was mich bei Leserunden mit Autor innerlich nervös macht. Der Grund, warum ich Leserunden mit Autor normalerweise meide. Das hätte ich in diesem Falle auch tun sollen, aber ich hatte das Buch schon in der Verlagsvorschau entdeckt, und da es um Leonardo da Vinci geht, zumindest am Rande, und ich der italienischen Renaissance ja sehr zugetan bin, wollte ich es unbedingt lesen. Und da war sie plötzlich, die Leserunde mit Stephanie Schuster für ihren Roman "Der Augenblick der Zeit", es war einfach zu verlockend: ich bewarb mich und gewann. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Wir verfolgen zum einen um 1493 Georg Tannstetters Erlebnisse am Mailänder Hof unter Il Moro, wo er sich im Auftrage des deutschen Königs Maximilian aufhält. Er soll Il Moros Nichte "besichtigen", die Hochzeitsverhandlungen sind im Gange. Tannstetter trifft dort auf Leonardo da Vinci und führt auch sonst ein recht abenteuerliches Leben. Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit Ina Kosmos, einer jungen Künstlerin im heutigen München. Sie entdeckt bei einer Versteigerung ein Bild, bei dem sie die Handschrift da Vincis zu erkennen glaubt. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Bild und steht bald vor der Frage, welchen Weg im Leben sie wählen soll. Der Roman kam ziemlich rasch bei mir an, beiliegend eine nette Grußkarte der Autorin. Überhaupt wirkt Stephanie Schuster so, als wäre sie eine wirklich nette, feinfühlige Frau. Sie ist engagiert in der Leserunde, beantwortet unermüdlich Fragen, liest und leidet und freut sich mit den Teilnehmern. Die nun wiederum auch alle bisher das Buch phantastisch fanden. Nur eine nicht, fürchte ich. Und nun sitze ich hier und möchte diese Rezension nur ungern schreiben. Weil ich mir vorstellen kann, wieviel Recherchearbeit hinter diesem Roman steckt und wieviel Herzblut. Weil es eben deutlich schwerer ist, ein Buch zu bemängeln, wenn man den Autor sympathisch findet. Andererseits aber mag ich nicht aus Sympathie beschönigen, was mir nur mittelprächtig gefällt. Je mehr ich von diesem Roman gelesen habe, desto mehr kam ich zu dem Schluß: er ist noch nicht ausgereift, so kann man das eigentlich noch nicht herausgeben. Die Geschichte an sich ist spannend und man merkt deutlich, dass Frau Schuster sich mit Farben, Pigmenten und ihrer Nutzung über die Jahrhunderte sehr gut auskennt. Immer, wenn sie über das Malen an sich schreibt, über die Verwendung von Farben, über ihre Herkunft, dann scheint sie in ihrem Element zu sein, dann ist alles stimmig. Aber wenn es um ihre Charaktere und deren Entwicklung geht, dann scheint es zu haken, so zumindest mein Eindruck. Da kündigt ihre Geschäftspartnerin hinter Inas Rücken nach zehn Jahren die gemeinsame Galerie und was passiert? Nichts, denn praktischerweise kommt so der neue Partner für Ina ins Geschehen. Der alte hat dann ausgedient und darf gehen, mit der Geschäftspartnerin versteht sie sich weiterhin bestens. Personen ploppen auf wie Jack in der Box und werden wieder in die Schachtel zurückgesteckt nach Gebrauch. Ich würde das gerne an weiteren Beispielen aufzeigen, würde aber dummerweise damit entschieden zu viel verraten für diejenigen, die planen das Buch selbst zu lesen. Es gibt einige Stellen im menschlichen Zusammenwirken, die ich einfach nicht plausibel finde, zuviele Andeutungen, deren Auflösung in einem Nebensatz erfolgt, zuviele Ideen für die Dicke des Buches. Andererseits aber dienen die Personen nur dazu, den erdachten Erzählstrang zu füllen, tauchen just da auf, wo man sie braucht und verschwinden dann flugs wieder in der Materialkiste. So kommt nicht wirklich Leben ins Geschehen, wirkt das Ganze durchinszeniert und gekünstelt. Das ist schade, wäre doch Potential zu einem wirklich spannenden Roman da gewesen. So habe ich mich zunehmend gelangweilt und nur der Part um Tannstetter hat mich weiterlesen lassen. Wobei auch da die Ausarbeitung der Charaktere dem oben genannten Muster folgt. Und nun? Nun bin ich mir ziemlich sicher, die Autorin gekränkt zu haben. Und das tut mir ehrlich leid. Andererseits scheine ich ja wirklich die Einzige zu sein, die das Buch nicht in höchsten Tönen lobt. Und so ist es vielleicht zu verschmerzen, wenn da eine Person quer springt. Ich danke Stephanie Schuster und dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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Ina Kosmos will das Porträt einer jungen Frau unbedingt kaufen. Sie ist überzeugt davon, dass es nicht, wie angegeben, aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern viel älter ist. Mit diesem Bild könnte sie ihre Galerie retten. Doch es kommt anders. Sie kann das Bild nicht ersteigern und die Galerie wird geschlossen. Ina, die seit Jahren selbst nicht mehr malen kann, hat ihre ganze Leidenschaft in die Förderung anderer Künstler gesteckt. Jetzt muss der Job im Museum reichen, um finanziell über die Runden zu kommen. Doch das Porträt lässt sie nicht los. Sie forscht nach und hofft, es doch noch zu bekommen. Etwa 500 Jahre früher ist Georg Tannstetter auf seinem Maultier Cucuzza unterwegs nach Mailand zum Palast der Sforza, um eine Botschaft seines Herrn Kaiser Maximilian I. zu überbringen. Als Sterndeuter und angehender Leibarzt mit einer großen Liebe zu Zahlen, wird dort aber vor allem die Begegnung mit Leonardo da Vinci sein Leben verändern. Und die schöne „Stella“… Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist. Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe. Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist. Fazit: „Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

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Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist. Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe. Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist. „Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

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Von: ritalibel aus Pöcking

30.03.2018

Die Hingabe der Protagonisten zur Kunst und Malerei hat mich beim Lesen sehr inspiriert und berührt. In aufregender Weise ist es Stephanie Schuster gelungen, in eine Welt der Kreativität und Faszination zu entführen.

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