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Leserstimmen (6)

Stephanie Schuster: Der Augenblick der Zeit

Der Augenblick der Zeit Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-569-9

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Erschienen:  19.03.2018
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Wie sag ich's nur?

Von: Frau Lehmann Datum : 14.04.2018

fraulehmannliest.com

Nun ist also geschehen, was ich immer befürchtet habe, seit ich Bücher öffentlich bespreche. Was mich bei Leserunden mit Autor innerlich nervös macht. Der Grund, warum ich Leserunden mit Autor normalerweise meide.
Das hätte ich in diesem Falle auch tun sollen, aber ich hatte das Buch schon in der Verlagsvorschau entdeckt, und da es um Leonardo da Vinci geht, zumindest am Rande, und ich der italienischen Renaissance ja sehr zugetan bin, wollte ich es unbedingt lesen. Und da war sie plötzlich, die Leserunde mit Stephanie Schuster für ihren Roman "Der Augenblick der Zeit", es war einfach zu verlockend: ich bewarb mich und gewann.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Wir verfolgen zum einen um 1493 Georg Tannstetters Erlebnisse am Mailänder Hof unter Il Moro, wo er sich im Auftrage des deutschen Königs Maximilian aufhält. Er soll Il Moros Nichte "besichtigen", die Hochzeitsverhandlungen sind im Gange. Tannstetter trifft dort auf Leonardo da Vinci und führt auch sonst ein recht abenteuerliches Leben.
Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich mit Ina Kosmos, einer jungen Künstlerin im heutigen München. Sie entdeckt bei einer Versteigerung ein Bild, bei dem sie die Handschrift da Vincis zu erkennen glaubt. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Bild und steht bald vor der Frage, welchen Weg im Leben sie wählen soll.

Der Roman kam ziemlich rasch bei mir an, beiliegend eine nette Grußkarte der Autorin. Überhaupt wirkt Stephanie Schuster so, als wäre sie eine wirklich nette, feinfühlige Frau. Sie ist engagiert in der Leserunde, beantwortet unermüdlich Fragen, liest und leidet und freut sich mit den Teilnehmern. Die nun wiederum auch alle bisher das Buch phantastisch fanden. Nur eine nicht, fürchte ich.

Und nun sitze ich hier und möchte diese Rezension nur ungern schreiben. Weil ich mir vorstellen kann, wieviel Recherchearbeit hinter diesem Roman steckt und wieviel Herzblut. Weil es eben deutlich schwerer ist, ein Buch zu bemängeln, wenn man den Autor sympathisch findet. Andererseits aber mag ich nicht aus Sympathie beschönigen, was mir nur mittelprächtig gefällt.

Je mehr ich von diesem Roman gelesen habe, desto mehr kam ich zu dem Schluß: er ist noch nicht ausgereift, so kann man das eigentlich noch nicht herausgeben. Die Geschichte an sich ist spannend und man merkt deutlich, dass Frau Schuster sich mit Farben, Pigmenten und ihrer Nutzung über die Jahrhunderte sehr gut auskennt. Immer, wenn sie über das Malen an sich schreibt, über die Verwendung von Farben, über ihre Herkunft, dann scheint sie in ihrem Element zu sein, dann ist alles stimmig.
Aber wenn es um ihre Charaktere und deren Entwicklung geht, dann scheint es zu haken, so zumindest mein Eindruck. Da kündigt ihre Geschäftspartnerin hinter Inas Rücken nach zehn Jahren die gemeinsame Galerie und was passiert? Nichts, denn praktischerweise kommt so der neue Partner für Ina ins Geschehen. Der alte hat dann ausgedient und darf gehen, mit der Geschäftspartnerin versteht sie sich weiterhin bestens. Personen ploppen auf wie Jack in der Box und werden wieder in die Schachtel zurückgesteckt nach Gebrauch. Ich würde das gerne an weiteren Beispielen aufzeigen, würde aber dummerweise damit entschieden zu viel verraten für diejenigen, die planen das Buch selbst zu lesen. Es gibt einige Stellen im menschlichen Zusammenwirken, die ich einfach nicht plausibel finde, zuviele Andeutungen, deren Auflösung in einem Nebensatz erfolgt, zuviele Ideen für die Dicke des Buches. Andererseits aber dienen die Personen nur dazu, den erdachten Erzählstrang zu füllen, tauchen just da auf, wo man sie braucht und verschwinden dann flugs wieder in der Materialkiste. So kommt nicht wirklich Leben ins Geschehen, wirkt das Ganze durchinszeniert und gekünstelt. Das ist schade, wäre doch Potential zu einem wirklich spannenden Roman da gewesen. So habe ich mich zunehmend gelangweilt und nur der Part um Tannstetter hat mich weiterlesen lassen. Wobei auch da die Ausarbeitung der Charaktere dem oben genannten Muster folgt.

Und nun? Nun bin ich mir ziemlich sicher, die Autorin gekränkt zu haben. Und das tut mir ehrlich leid. Andererseits scheine ich ja wirklich die Einzige zu sein, die das Buch nicht in höchsten Tönen lobt. Und so ist es vielleicht zu verschmerzen, wenn da eine Person quer springt.

Ich danke Stephanie Schuster und dem Verlag herzlich für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Verzaubert im Augenblick der ZEit

Von: lesbarer Datum : 06.04.2018

www.lesbarer.wordpress.com

Ina Kosmos will das Porträt einer jungen Frau unbedingt kaufen. Sie ist überzeugt davon, dass es nicht, wie angegeben, aus dem 19. Jahrhundert stammt, sondern viel älter ist. Mit diesem Bild könnte sie ihre Galerie retten. Doch es kommt anders. Sie kann das Bild nicht ersteigern und die Galerie wird geschlossen. Ina, die seit Jahren selbst nicht mehr malen kann, hat ihre ganze Leidenschaft in die Förderung anderer Künstler gesteckt. Jetzt muss der Job im Museum reichen, um finanziell über die Runden zu kommen. Doch das Porträt lässt sie nicht los. Sie forscht nach und hofft, es doch noch zu bekommen.

Etwa 500 Jahre früher ist Georg Tannstetter auf seinem Maultier Cucuzza unterwegs nach Mailand zum Palast der Sforza, um eine Botschaft seines Herrn Kaiser Maximilian I. zu überbringen. Als Sterndeuter und angehender Leibarzt mit einer großen Liebe zu Zahlen, wird dort aber vor allem die Begegnung mit Leonardo da Vinci sein Leben verändern. Und die schöne „Stella“…

Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist.

Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe.

Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist.

Fazit: „Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

Ein zeitloser Roman voller Bilder

Von: Yvonne Wagner aus Starnberg Datum : 06.04.2018

https://lesbarer.wordpress.com/2018/04/06/der-augenblick-der-zeit

Stephanie Schuster erzählt von zwei Menschen, deren Begabungen und unnachgiebiger Wissensdurst sie leiten. Wo Ina die Welt in Farben und Formen wahrnimmt, Konturen sich zu Linien formen und Farben ineinander fließen, ordnet Tannstetter seine Welt systematisch, muss alles genau erforschen und strukturieren. Verbunden sind die beiden aber nicht nur durch die unbedingte Hingabe zu ihren Fähigkeiten, sondern auch durch das Porträt einer schönen Frau mit einem Blick, der so vielsagend und doch so geheimnisvoll ist. Während Ina allmählich wieder zum Malen findet, lernt Tannstetter Leonardo da Vinci kennen, der nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein faszinierender Künstler ist.

Die Kapitel sind mit Pigmenten überschrieben und führen jeweils in die Gegenwart und Vergangenheit. Dabei verliert sich nie die Spur, die Spannung bleibt vom ersten bis zum letzten Wort aufrecht, egal, in welcher Zeit man gerade liest. Beim Eintauchen in die wissenschaftlichen Studien da Vincis, die er Tannstetter offenbart, sehen wir Bleiweiß (nicht nur auf den Gesichtern der Frauen), wir riechen den Muff der alten Gemäuer und hören die Schreie der gefolterten im Kerker. Wenn Ina zeichnet, führen wir mit ihr den Stift übers Papier und spüren das sanfte Abreiben des Rötelstifts. Wir baden mit ihr in den Farben versehentlich verschütteter Pigmente, die sich im Wasser zu einem bunten Marmor vermischen. Über allem liegt ein Hauch von Sehnsucht und Liebe.

Die Autorin hat spürbar jedes Detail genau recherchiert und es zeigt sich, dass sie selbst nicht nur eine großartige und vielseitige Schriftstellerin, sondern auch eine begabte Malerin ist.

„Der Augenblick der Zeit“ ist ein sinnlicher Roman, der mehr als nur einen Augenblick in Erinnerung bleibt.

Von: ritalibel aus Pöcking Datum : 30.03.2018

Die Hingabe der Protagonisten zur Kunst und Malerei hat mich beim Lesen sehr inspiriert und berührt. In aufregender Weise ist es Stephanie Schuster gelungen, in eine Welt der Kreativität und Faszination zu entführen.

Sehr berührend, humorvoll und inspirierend.

Von: Momo aus Heidelberg Datum : 30.03.2018

Ein absolut spannender und fesselnder Roman mit starken Charakteren über den faszinierenden Kosmos der Kunst und die Kraft der Kreativität. Sehr berührend, humorvoll und inspirierend.

Das wahre Porträt

Von: Arietta Datum : 26.03.2018

https://www.facebook.com/groups/1672928882728858/

Der Augenblick der Zeit
Meine Meinung zur Autorin und Inhalt
Es ist der erste Roman von der Autorin „ Stephanie Schuster“ den ich von ihr gelesen habe.
Der Schreibstil war recht flüssig und teilweise sehr Bildhaft, ich hätte mir mehr Spannung und Tempo gewünscht. Es ist ein Buch das einem sehr fordert beim lesen und in Anspruch nimmt, ein Buch mit dem man sich auseinander setzen und einlassen muss . Sie hat fiktives mit teilweise realem gut miteinander verwoben auch auf den zwei Zeitebenen wo das ganze spielt. Sie lässt einem eintauchen in die Welt der Kunst von damals und heute, schön war es das Genie Leonardo da Vinci kennen zu lernen und ihm über die Schulter zu blicken. Der Auslöser dazu ist ein Gemälde das in London 500 Jahre später zu Versteigerung kommt, Ina Kosmos Expertin für Kunst und Farben ist geradezu besessen davon es zu ersteigern, sie ist überzeugt das Leonardo da Vinci, das Frauenporträt geschaffen hat. Sie ist eine getriebene auf der Suche nach der Wahrheit über dieses Bild. Genauso getrieben ist Tannstätter der Leibarzt und Sternendeuter von Kaiser Maxilillan der 1.
der ihn nach Mailand an den Hof des Herzogs Ludovikas Sforza gesandt hat. Um um die Hand der Tochter anzuhalten und um ein Bildnis von dieser Frau mit nach Hause zu bringen. Dort am Hof angekommen verläuft alles ganz anders, er landet im Kerker, ausgerechnet Leonardo da Vinci wir sein Retter. Hier geraten wir in einen Strudel von Machenschaften, Gewalt, Lug und Betrug und lernen das wahre Gesicht und Leben am Hofe in Mailand kennen. Ob die Wahrheit ans Licht kommt, und ob Tannstätter mit dem Bild zurück nach Hause reist, verrate ich nicht. Gibt es das Porträt oder ist alles nur Lug und Betrug?