Leserstimmen zu
Der talentierte Mörder

Jeffery Deaver

Lincoln-Rhyme-Thriller (12)

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Die Thriller von Jeffery Deaver überzeugen über eine intelligente Spannung. Ebenfalls bedient sich der Autor fast schon traditionell an einer originellen Idee, die mitunter der realistisch ist. Das dann genau diese Idee beängstigend sein kann, gerade weil man darüber nachdenkt, ob dies technisch überhaupt möglich ist, ist nachhaltig verdammt gut positioniert. In unserer digitalen Welt sind wir „fremdgesteuert“ – machen wir uns mal nix vor. Schon längst gibt es intelligente Systeme mit der wir in unserem Haus, oder auch Grundstück verschiedene elektrische, digitale Systemeinheiten steuern können. Strom, Licht, Wärme und überhaupt Kommunikation. Unsere Autos sind inzwischen voller Elektronik – der Mechaniker repariert unsere Fahrzeuge nicht mehr nur mit dem Schraubenschlüssel, sondern greift selbstverständlich auf einen Computer zu. Ohne Software funktioniert hier gar nichts mehr – selbst das Öffnen der Türen erfolgt über ein übermitteltes, elektronisches Signal. Unsere Welt ist digital – unsere Welt ist kompromisslos und konsequent darauf ausgerichtet, dass wir aus Bequemlichkeit auf die innovativsten Ideen kommen. Ersparnis von Zeit, kostenreduzierter Aufwand, Abbau – bzw. Umbau von menschlichen Ressourcen. Man muss mit der Zeit gehen – genau das Denken und verstehen kriminelle Köpfe schon seit langem. Cyberkrieg – Cyberkriminalität – willkommen in einer alltäglichen Welt, in der man vieles auf „Knopfdruck“ manipulieren kann. Der nächste Krieg könnte also eine abwechslungsreiche Folge von Fehlfunktionen werden – Atomkraft-und Wasserkraftwerke, Fluglinien, infrastrukturelle Verkehrsnetze….denken wir darüber nach, fällt uns das eine oder andere bestimmt noch ein. Der amerikanische Autor Jeffery Deaver greift die Idee vom Cyberkrieg auf und transportiert diese bürgernah in die moderne Zivilisation. Der Plot alleine zeigt schon, welche originelle Szenen es geben wird: Eine mörderische Rolltreppe – ein zufälliger Unfall, ein Systemausfall, oder liegt hier eine Manipulation vor?! Sprichwörtlich muss man diesen Unfall/Mord im Detail sehen. Die Gesichter des Todes können Dir im Alltag das Leben leichter machen, oder Dich digital und maschinell ins Jenseits befördern. Primitive Maschinen mit großartig, tödlichen Effekten und jetzt spricht man bitte nicht von „Haushaltsunfällen“. Jeffery Deaver bedient sich in seinem Roman „Der talentierte Mörder“ einer solchen Szenerie. Technik ist Technik – bestehend, aus Schaltkreisen, Platinen, Widerständen, Halbleitern, Controllern..usw. Wenn baugleiche Komponenten in Alltagsgegenständen ein digitales, empfangenes Signal aufnehmen und etwas ein-oder ausschalten, wird es gefährlich. Der Mörder hat mehrere Talente – eines davon ist dies. „Der talentierte Mörder“ von Jeffery Deaver ist strukturell gut konzipiert. Die Hauptstory steht allerdings vollkommen in zweiter Reihe. Die zwischenmenschlichen Beziehungen – diese Nebengeschichten sind die literarische Seele des Romans. Der rote Faden einer digitalen Bedrohung lässt sich schwer übersehen, aber diese ist untergeordnet. Die Beziehung zwischen Amelia Sachs und Lincoln Rhyme ist sowieso schwierig. Körperlich und Geistig nahezu konträr – wird ihre berufliche und private Beziehungsebene auf die Probe gestellt. Der kranke und behinderte, aber genialer Rhyme bekommt eine neue Assistentin – ebenfalls im Rollstuhl sitzend, ebenfalls ein sehr kluger Kopf, der seinen Mentor manchmal übertrifft und überrascht. Amelia Sachs Ex-Partner wird aus dem Gefängnis entlassen. Der ehemalige, nun kriminelle Cop, will seine Unschuld beweisen und sucht privat die Aufmerksamkeit seiner Exfreundin. Als dritte Herausforderung gibt es dann für Amelia Sachs ihre Mutter, die gesundheitlich alles andere auf Höhe ist. Auch der 12.Band dieser Reihe überzeugt über mal mehr sein als schein, und umgekehrt. Dunkle Wasser sind tief und so trägt jede „neue“ Figur diverse Überraschungen und Geheimnisse mit sich. Genau das sind die Nebengeschichten, die dem talentierten Mörder die Show stehen. Jeffery Deaver ist „Tricky“. Jeffery Deavers „addons“ sind brillant in die 600 seitenstarke Fassung eingearbeitet. Die Story verfügt manchmal über erzählerische Längen, aber umschiffen diese Klippen souverän, sodass man als Leser überzeugt ist, gleich das nächste Kapitel zu beginnen. Man darf gespannt sein, wie es weitergehen mag. Neue Personen – nicht zuletzt die neue Assistentin von Rhyme werden bestimmt sehr innovativ in den nächsten Bänden eingesetzt. Geschickt von dem Autor seiner Figur Lincoln Rhyme einen Duellanten an die Seite zu stellen. Die Konflikte begeben sich also in Startposition. Die Story ist authentisch aufgestellt – die Szenen – deren Ablauf und Konsequenz absolut plausibel. Jeffery Deavers Stil ist und bleibt ein sehr planerischer. Sein erzählerischer Stil ist souverän darauf ausgerichtet Spannung zu erzeugen. Sehen wir es ihm also nach, dass Tiefsinn mal etwas tiefer angesiedelt ist, aber dabei die Qualität eines Spannungsromans solide bleibt. Fazit „Der talentierte Mörder“ ist ein solider Spannungsroman, die uns unsere „Lebensgefährdung“ im Alltag etwas näher bringt. Nicht der stärkste Band aus diese Reiher – aber vielleicht die Vorgeschichte zu etwas größerem. Michael Sterzik

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„Wenn du in Schwung bist, kriegt dich keiner“. Amelia Sachs ist einem brutalen Mörder auf der Spur. In dem Kaufhaus in Brooklyn, in dem er in einer Starbucks-Filiale seelenruhig seine Sandwiches verspeist, will sie ihn stellen. Doch durch einen fürchterlichen Unfall, ist sie abgelenkt und der Killer flüchtet. Sie versucht alles, um den Mann, der von einer Rolltreppe verschluckt wurde, zu retten. Aber sie kann nicht verhindern, dass er an seinen furchtbaren Verletzungen durch das Getriebe, in das er gefallen ist, stirbt. Lincoln hat seine Beratertätigkeit bei der Polizei an den Nagel gehängt und bildet jetzt Studenten aus. So kommt er, ohne dafür etwas getan zu haben, zu einer Praktikantin, die es sehr wohl an fundiertem Wissen und guten Schlussfolgerungen, mit ihm aufnehmen kann. Amelia bittet Lincoln, der Witwe des Opfers, als Berater zur Seite zu stehen. Doch der Unfall entpuppt sich dann sehr schnell als Mordfall und der Mörder spielt ein perfides Spiel. Er verwandelt elektrische Geräte in Mordwerkzeuge und seiner Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der nächste Mord ist schon geplant und so sind die Ermittler rund um die Uhr im Einsatz. Wo schlägt der Werkzeugmörder zu und wer ist sein nächstes Opfer? Können Sachs, Rhyme und seine Praktikantin den wahnsinnigen Täter dingfest machen? Wer ist er? Die Ermittlungen sind aufwendig und nicht jede Spur führt zum gewünschten Ergebnis. Als dann der Durchbruch naht, passieren viele Dinge gleichzeitig. Fazit: Der Autor Jeffery Deaver hat hier den 12. Teil für sein Ermittlerduo Amelia Sachs und Lincoln Rhyme geschrieben. Der Fall ist vielschichtig und schwer zu durchschauen. Die Spannung die anfangs recht hoch ist, fällt aber zwischenzeitlich ab, denn der Autor verliert sich in vielen Nebensächlichkeiten, die für den Mordfall völlig irrelevant sind. 100 Seiten weniger hätten der Spannung auf jeden Fall gutgetan. Danach fesselte mich das Buch wieder bis in die Fingerspitzen. So ein Ende hatte ich im Leben nicht erwartet. Den Charakteren haucht Jeffery Deaver, wie gewohnt, sehr viel Leben ein. Die Gefühle, die Beweismittel, die Tatorte und vor allem die Personen werden sehr detailliert beschrieben. Das Kopfkino ist sofort eingeschaltet und ich kann spüren, wie der Mörder vorgeht und schaue ihm bei seinen Taten über die Schulter. Meine Lieblingsfigur ist und bleibt Lincoln Rhyme. Der Schreibstil ist sehr flüssig und gut lesbar. In diesem Fall sind mir zu viele Privatdinge aufgearbeitet worden. Ich mag es ja, über die Ermittler auch persönliches zu erfahren, aber hier nahm es dem Thriller ein wenig die Spannung und trat teilweise in Konkurrenz mit den eigentlich doch sehr interessanten und ungewöhnlichen Mordfällen. Manchmal ist weniger mehr. Ich vergebe hier vier verdiente Sterne. Es ist nicht der beste Rhyme/Sachs Fall, aber er ist dennoch lesenswert.

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Die Thriller aus der Lincoln-Rhyme-Reihe des amerikanischen Autors Jeffery Deaver waren seither geprägt von der Dynamik, die zwischen dem genialen Ermittler Rhyme und der toughen Detective Amelia Sachs, seinem weiblichen Sidekick, herrschte. Dazu dann die akribische Auflistung und Analyse der Ermittlungsergebnisse, die es dem Leser jederzeit ermöglichten, den aktuellen Stand des jeweiligen Falls zu verfolgen und so dem Täter, gemeinsam mit den Protagonisten, Schritt für Schritt auf die Spur zu kommen. Und zusätzlich waren die Interpretationen der „Fundstücke“ dann meist auch noch kurzweilig und bescherten dem Leser so manches Aha-Erlebnis. Das habe ich in „Der talentierte Mörder“, dem neuen und mittlerweile zwölften Band der Reihe vermisst, ebenso das launische, aber dennoch unterhaltsame Geplänkel von Rhyme und Sachs. Die Story an sich entwickelt Deaver mit der gewohnten Routine. Ausgehend von einem tödlichen Unfall – oder doch vielleicht Mord? – durch die Fehlfunktion einer Rolltreppe in einem Einkaufszentrum, kreiert er ein Szenario, in dem sich alltägliche Gegenstände in tödliche Waffen verwandeln. Dieser Idee kann man eine gewisse Originalität nicht absprechen, denn gerade unter dem Aspekt der Digitalisierung sowie der zunehmenden Smart Home-Lösungen scheinen mir diese Auswirkungen durchaus plausibel. Vor allem dann, wenn ein intelligenter Hacker die Finger im Spiel hat… Allerdings braucht der Autor diesmal sehr, sehr viel Zeit, bis die Handlung in die Gänge kommt und die Story die Art der Spannung entwickelt, die ich von einem Thriller erwarte. Das waren einfach zu viele Nebenkriegsschauplätze, die einfach nichts zum Fortgang der Handlung beigetragen haben. Zu viele endlose Diskussionen um Nichtigkeiten. Zu ausufernde Beschreibungen der Beweismittel, die immer dann, wenn das Tempo gerade anzog, gebremst haben. Da halfen leider auch die von Deaver gewohnten „Twists and Turns“ nicht. Von daher ist „Der talentierte Mörder“ meiner Meinung nach leider einer der schwächsten Bände dieser Reihe. Schade

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Spannend

Von: Viola Hardel

22.01.2018

Das war mein erstes Buch von ihm und ich muss sagen das ich schwer begeistert war davon, auch wenn ich manche Sachen von den Ermittlern nicht verstanden habe , was nicht weiter schlimm ist denn es ging mir alleine um die Geschichte in dem Buch. Nun hat es mir so gefallen das ich sicher auch noch weitere Bücher lesen werde. Es war zu beginn echt spannend und man wurde immer wieder auf die falsche Fährte geführt was es noch viel Spannender machte. In der Mitte des Buches kam etwas Langeweile auf aber das war nicht schlimm, denn es dauerte nicht lange und es steigerte sicher und hielt die Spannung an und das bis zum Ende. Also ich war gefesselt von dieser Geschichte und ich habe sogar nicht Langeweile darin genossen und das will schon was heißen. Dieser Geschichte gebe ich 5 Sterne!

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Ich freue mich ja schon auf jeden neuen Teil mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs. Ihr neuer Fall führt sie nach Manhattan. Dort wurde eine Leiche entdeckt, welcher mit einem Hammer der Schädel zertrümmert wurde. Amelia Sachs ist dem Täter dicht auf der Spur. In einem Einkaufszentrum nimmt sie diesen ins Visier, doch es ereignet sich ein schrecklicher Unfall auf einer Rolltreppe, so dass der Täter entwischen konnte. Doch schon bald ist klar, dass dies kein Unfall war, sondern Mord. Der Killer ist ein Hacker, welcher sich in die Maschinen einloggen kann. „Der talentierte Mörder“ ist der 12. Band aus der Reihe mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs. Auch diesmal hat es Jeffery Deaver verstanden, den Leser zu unterhalten und immer wieder aufs Glatteis zu führen. Verschiedene Handlungsstränge halten die Spannung oben und es ist immer wieder erstaunlich, wie sich gegen Ende alles zusammenfügt. Wie immer aus auch dieser Teil sehr flüssig geschrieben und wie immer gibt es auch in diesem Teil einige Längen, welche nicht sein müssten. Dennoch wurde es mir nie langweilig. Lincoln Rhyme bekommt diesmal sogar eine neue Assistentin an die Seite gestellt, welche ebenfalls im Rollstuhl sitzt und einen brillanten Verstand vorzuweisen hat. Amelia Sachs trifft auf ihren Exfreund Nick, welcher aus dem Gefängnis entlassen wurde und nun seine Unschuld beweisen möchte. Wir erfahren, wie es als Rhyme und Sachs sowohl beruflich als auch privat geht und erhalten ebenso viel Einblick in das Privatleben des Mörders. Fazit Der Thriller fängt sehr spannend an, flacht dann kurzzeitig ab bevor er wieder an Tempo aufnimmt. Ich liebe diese Geschichten mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Wer Jeffery Deaver kennt, der weiß, dass der Autor gerne mal Längen einbaut. Nichts desto trotz fesselt diese Geschichte und wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, dann kann man dieses Buch kaum noch aus der Hand legen.

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Lincoln Rhyme und Amelia Sachs ermitteln in ihrem 12. Fall. Als Fan dieser Reihe war ich bereits ab dem ersten Wort in New York, in der Nähe des Central Park West. Auch wenn ich immer jedem zum Beginn am Anfang einer Reihe rate, kann man "Der talentierte Mörder" auch ohne Vorkenntnis der früheren Bände lesen. Ansonsten bietet Jeffery Deaver auch hier genau das, was man als Leser seiner Bücher erwartet: Eine intelligente, interessante Handlung, gewürzt mit diversen Spannungsmomenten und einer Auflösung, die den Leser doch immer noch überraschen kann. Auch bei den privaten Entwicklungen führt der Autor seine Leserschaft gern ein wenig in die Irre, bevor sich letztendlich dann doch alles fügt. Entsprechend gut ist der Lesefluss, langweilig wurde mir mit Lincoln und Amelia noch nie. Gerade die Mischung aus gut aufgebautem Plot und Spannungsbogen und den sympathischen und sehr individuellen Charakteren führen dazu, dass man am Ende des Buches direkt mit dem nächsten weiterlesen möchte.

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Hier haben wir bereits den zwölften Fall von Rhyme und Sachs und da ich schon die anderen Bücher des Autor sehr gerne gemocht hatte, wollte ich natürlich auch das Buch hier lesen. Schon den Beginn empfand ich als sehr spannend, denn Amelia ist in einem Einkaufszentrum auf der Jagd nach einem Täter und schon fast hätte sie ihn, als es plötzlich ein Unglück mit der Rolltreppe gibt. Nun eilt sie zu der verunglückten Person und der Täter kann fliehen. Aber ich fand die Handlung während der ganzen Geschichte richtig spannend und nervenaufreibend, denn der Autor versteht es wieder, den Plot immer mal wieder in eine andere Richtung zu drehen und so wurde mir nie langweilig. Ich fand hier die Grundidee des Romans sehr interessant und gut umgesetzt. Was ich auch wieder toll finde, war, dass auch die kleinsten Details sehr gut recherchiert wirken und so auch sehr glaubwürdig auf den Leser wirken. Ich empfand den Spannungsbogen als durchgehen gehalten und so hat mir die Geschichte richtig gut gefallen. Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht war, dass es sehr viele technische Details gab, welche ich doch als etwas zuviel empfand und man diese vielleicht hätte etwas kürzen können. Die Charaktere fand ich wieder toll beschrieben, natürlich allen voran Amelia und Lincoln. Diese beiden wirkten auf mich wieder richtig authentisch und sympathisch. Natürlich gibt es wieder einige alte Bekannte, aber der Autor hat auch einige neue Personen erwähnt, unter anderem Juliette. Die eine Art Praktikum bei Lincoln macht. Die Schreibweise war wieder wunderbar. Der Autor schreibt sehr flüssig und locker, obwohl die Thematik nicht unbedingt leicht ist. Ich hatte auch nicht das Empfinden, dass die Handlung „billig“ wirkt, sondern qualitativ sehr gut umgesetzt. Das Cover gefällt mir gut und ich finde, dass es gut zur Handlung passt. Fazit: 4 von 5 Sterne. Das Buch kann ich definitiv weiterempfehlen.

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Detective Amelia Sachs verfolgt einen verdächtigten Mann in einem Einkaufszentrum, als ihre Aufmerksamkeit durch einen entsetzlichen Schrei abgelenkt wird. Ein Kunde ist in den Motor der Rolltreppe geraten. Sachs versucht zu helfen, kann aber nur noch hilflos mit ansehen, wie der Mann verblutet. Was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich bald als raffinierter Mord. Und der Täter sucht schon sein nächstes Opfer... "Der talentierte Mörder" ist der 12. Fall für Amelia Sachs und Lincoln Rhyme und hat mich wieder mal überzeugt. Jeffery Deaver macht sich die Abhängigkeit von der Technik zu nutze und konstruiert ein Szenario, bei dem man nicht mal mehr seinem Kühlschrank vertrauen mag. Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man Sachs und Rhyme bei ihren zunächst unterschiedlichen Ermittlungen. Denn der im Rollstuhl sitzende Berater des NYPD hat sich aus dem Dienst zurückgezogen und kümmert sich als Mentor um seine Studenten. Sachs hingegen hat es in ihrem aktuellen Fall mit einem Mörder zu tun, der seine Opfer brutal zurichtet. Schnell wird den beiden aber klar, dass ihre Fälle gar nicht so unterschiedlich sind, wie sie dachten. Während man mit Sachs und Rhyme ermittelt, kommt kapitelweise auch der Täter zu Wort. Er gewährt Einblicke in seine Gedankenwelt, in seine Pläne und schafft dabei mehr Verwirrung als Aufklärung. Mir hat diese Mischung sehr gut gefallen. Ich empfinde Einblicke in die Gedanken des Täters als sehr interessant und der Autor schafft es, obwohl er damit sehr viel über den Mörder preis gibt, dennoch die Spannung hoch zu halten. Mit Lincoln Rhyme verbindet mich eine ambivalente Beziehung. Ich empfinde seine arrogante und recht emotionslose Art sowohl erfrischend als auch teilweise nervtötend. Dennoch habe ich das Genie in mein Herz geschlossen. Und mir ist aufgefallen, dass er immer weicher und menschlicher wird. Zwar ist er immer noch in vielen Beziehungen ein Arschloch, jedoch lässt er mittlerweile eine gewisse Milde walten. Diese schleichende Veränderung empfinde ich als sehr passend und realitätsnah. Die Story ist von Beginn an spannend und typisch Deaver aufgebaut. Während man am Anfang gar nicht weiß, wohin die ganzen Fäden führen sollen, spinnt der Autor damit ein feines Netz aus Vermutungen, Fallen und falschen Fährten. Nicht immer bin ich auf letzteres reingefallen. Jedoch hielt der Thriller genug Überraschungsmomente und Erkenntnisse für mich bereit. Klasse! Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Deavers Erzählweise lebt von Details aus der Spurensicherung und Materialforschung, er verliert sich aber nicht in Kleinigkeiten, sondern setzt das Wissen gekonnt in Szene. Dabei hat er einen genauen Blick auf den Spannungsbogen und lässt keine Langeweile aufkommen. Toll! Fazit: Nicht nur ein talentierter Mörder, sondern auch ein talentierter Schriftsteller. Ich kann den neusten Fall wärmstens empfehlen.

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