Leserstimmen zu
Totenkind

Belinda Bauer

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Seit Monaten ist Annas Sohn verschwunden. Der einzige Beweis, dass er jemals lebte: seine Fußabdrücke im Beton. Nur sie blieben Anna Buck, nachdem ihr Mann in seiner Achtlosigkeit die Tür offen ließ und Daniel lautlos verschwand. Tag für Tag kniet Anna nun auf der Straße und säubert die Fußabdrücke ihres Kindes. Verliert dabei scheinbar den Verstand, aber nie die Hoffnung. Und nicht nur Anna leidet. In der Nachbarschaft wurde ein weiteres Kind als vermisst gemeldet. Auch Edie Evans sollte eines Tages nicht mehr nach Hause zurückkehren. Ein Fall, den Kriminalpolizist John Marvel nie lösen konnte. Und doch scheint die Lösung des Rätsels näher zu liegen als vermutet. Besteht eine Verbindung zwischen Edie Evans und Daniel Buck? Und weiß Hellseher Richard Latham mehr, als er vorgibt? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Nachdem ich den Klappentext des Buches gelesen hatte, war ich mehr als gespannt in welche Richtung sich die Geschichte von Belinda Bauer entwickeln würde. Psychothriller rufen in mir oftmals gemischte Gefühle hervor. Während ich besonders an den Werken von Sebastian Fitzek großen Gefallen finde, bin ich inzwischen auch über einige Psychothriller gestolpert, deren Lektüre bei mir einen bitteren Nachgeschmack hinterließ. Der Einstieg in das Buch gestaltete sich bei mir zunächst etwas holprig, was nicht zuletzt an dem (mir persönlich) eher unsympathischen Kriminalpolizisten John Marvel lag. So macht Marvel keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Menschen. Auch Anna Buck und ihr Mann gaben mir zunächst Rätsel auf. Im Verlauf der Geschichte wuchsen mir die Figuren dennoch ans Herz. Eine Charakterentwicklung der Protagonisten wird vor allem an den Figuren John Marvel und Anna Buck deutlich. Während Marvel sein Herz letztlich doch am rechten Fleck zu haben scheint, lässt auch Anna den Leser einen Blick hinter ihre Fassade werfen. Und was man dort erblickt ist alles andere als eine labile Persönlichkeit. Der Schreibstil von Belinda Bauer ist einfach gehalten, konzentriert sich auf Wesentliches und überrascht stellenweise mit seiner Direktheit. Die Geschichte gestaltet sich von der ersten Seite an ereignisreich, sodass beim Lesen keine Langeweile aufkommt. Die Auflösung der Geschichte ging zu Ende des Buches sehr schnell vonstatten, was mir bei (Psycho-)Thrillern allerdings gang und gäbe zu sein scheint. Lange war ich mir unsicher wieviele Sterne ich für das Buch vergeben möchte. Da mir die Komplexität der Geschichte letztendlich nicht ausgereift genug war, möchte ich hier sehr gute dreieinhalb Sterne vergeben. Dennoch ist das Buch absolut lesenswert. Totenkind wird sicher nicht der einzige Thriller bleiben, den ich von Belinda Bauer lese. Alle anderen möchte ich dazu ermuntern sich selbst eine Meinung zu bilden. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und so wird Totenkind sicher einige Thriller-Fans begeistern können.

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Daniel ist weg. Was bleibt sind fünf Fußspuren im Beton, die seine Mutter Anna wie wahnsinnig auf Hochglanz poliert. Seit ihr Mann versehentlich die Haustür offen gelassen hat, ist der kleine Daniel verschwunden und diese Fußabdrücke sind alles, was von ihm geblieben ist. Aber Anna gibt die Hoffnung nicht auf und wendet sich an die Kirche eines Hellsehers, wovon sie sich Hilfe verspricht. Inhaltsbeschreibung und Klappentext lassen auf einen 08/15-Thriller schließen. Ich dachte sofort an eine verzweifelte Mutter, ein Medium und einen abgerissenen Cop, die im Unterfangen Daniel zu finden, eine Gemeinsamkeit haben. Aber dieser Thriller ist so viel mehr und so ungewöhnlich, dass er mich regelrecht begeistert hat. Ja, es gibt den abgerissenen Cop. Aber so ganz verzweifelt ist er nicht. Sein Name ist Marvel und er hat mit Daniels Fall gar nichts am Hut. Eigentlich ist er auf der Suche nach einem anderen vermissten Kind. Dafür ist das ein Fall, der ihm keine Ruhe lässt, aber zu erkalten beginnt. Marvel ist neben Anna die Hauptfigur. Er ermittelt in diesem Vermisstenfall, hat den nächsten Karriereschritt im Visier und bemüht sich seiner Frau ein guter Mann zu sein, was ihm aber allesamt nicht so recht gelingen will. Anna Buck ist die Mutter des verschwundenen Daniels. Bei diesem Schicksalsschlag haben sich bei ihr wohl ein paar Rädchen zu viel gedreht und man erkennt in ihr eine hilflose Neurotikerin, die so richtig verzweifelt ist. Das Medium ist nur eine Nebenfigur, die aber sehr interessant eingeflochten ist. Man weiß bis zum Ende hin nicht, was man von ihm halten soll. Ist er ein Betrüger? Hat er es auf das Geld anderer Leute abgesehen? Oder hat er doch die Gabe, mit den Toten zu reden, und bietet einfach seine Hilfe an? Alle handelnden Charaktere sind überzeugend und realistisch ausgearbeitet. Sie geben Rätsel auf, handeln nicht immer logisch und zeigen damit umso mehr, wie menschlich sie sind. Die Handlung ist sicher nicht neu, aber sie ist wahnsinnig gut umgesetzt. Zuerst denkt man, dass man in einem Klischee versinkt, wird aber sofort eines besseren belehrt. Ich hatte zwar relativ früh einen Verdacht, wer wohl hinter den Ereignissen steckt, der sich so auch bestätigt hat, aber mit den Beweggründen hat mich Belinda Bauer schon fast schockiert und mir am Ende - trotz mancher Vermutungen - eine Überraschung beschert. Schreib- und Erzählstil der Autorin sind meiner Meinung nach bemerkenswert. Obwohl der Thriller in einem überwiegend ruhigen Ton geschrieben ist, zog mich die Autorin richtig in ihre Geschichte rein. Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen, weil ich wissen musste, wie es weitergeht. Durch geschickte Perspektivenwechsel werden mehrere Geschichten erzählt, die sich zu einer meisterlichen Gesamthandlung zusammenfügen, die einen bis zum Ende nicht zur Ruhe kommen lässt. Meiner Meinung nach ist Belinda Bauers „Totenkind“ einen Abdruck im Walk of Fame der Psychothriller wert. Mich hat das Buch gebannt, mit seinen Figuren und der meisterlichen Umsetzung der Handlung vollkommen überzeugt, sodass ich es begeistert an Thriller-Leser weiterempfehlen kann.

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„Totenkind“ war mein erstes Buch der Autorin, das ich zufällig in der Verlagsvorschau entdeckt hatte. Der Klappentext lässt vermuten, dass es sich hauptsächlich um die Fragen dreht, was mit dem kleinen Daniel geschah und was hat es mit dem angeblichen Hellseher auf sich? Kann er Daniel finden? Aber die Story hält mehr bereit. Eigentlich wird sie in zwei Handlungssträngen erzählt, deren Hauptfiguren einerseits Daniels Mutter Anna und andererseits der Polizist Marvel sind. Mit Anna konnte ich gut mitfühlen und habe auch sehr mit ihr gelitten. Was gibt es für eine Mutter schlimmeres als ihr Kind zu verlieren? In diesem Fall kommt noch die Wut auf ihren Mann, Daniels Vater, dazu, der die Haustür offen ließ, so dass Daniel hinaus laufen konnte. Anna gibt die Hoffnung nicht auf, dass Daniel gefunden wird und sie ihn wohlbehalten zurückbekommt. Allerdings hat sie sich in der Zwischenzeit durch ihr Leid sehr verändert. So putzt sie nicht nur täglich die kleinen Fußspuren, die Daniel im frischen Zement hinterließ, sondern hat auch ganz allgemein einen Putz- und Hygienewahn entwickelt. Man kann sagen, sie ist psychisch am Ende, die Ehe ist eigentlich keine mehr und sie klammert sich an jeden kleinsten Funken Hoffnung. So war es für mich auch nachvollziehbar, dass sie sich dann irgendwann an den Hellseher wendet, der vorgibt ein Medium zu sein. Ich persönlich kann mit derartigen Dingen überhaupt nichts anfangen und halte sie für unglaubwürdig. Und diese Thematik hat auch nicht so ganz meinen Geschmack getroffen. Aber in dieser Story spielt sie fast eine Schlüsselrolle, passt gut hinein und wurde von der Autorin auch gut umgesetzt. Im zweiten Handlungsstrang erleben wir den Polizisten Marvel, der so ganz anders ist, als man Polizisten sonst in Krimis oder Thrillern erlebt. Er ist nicht der korrekte Polizeibeamte der akribische Polizeiarbeit betreibt. Er ist völlig gefangen von dem Fall der ebenfalls vermissten Edie Evans. Er konnte diesen Fall bisher nicht lösen, glaubt aber auch nicht, dass Edie tot ist. Er ist wie besessen davon, Edies Schicksal aufzuklären, obwohl sein Vorgesetzter ihm genau das praktisch verboten hat und ihm stattdessen damit beauftragt, den verschwundenen Hund seiner Ehefrau zu suchen. Anfangs haben mich die vielen kleinen Geschichten etwas verwirrt, weil sie augenscheinlich in keinem Zusammenhang stehen. Aber da hatte ich mich getäuscht. Ganz langsam zeigt die Autorin Verknüpfungspunkte auf und lässt dem Leser dabei genug Spielraum für eigene Spekulationen. Viele kleine Überraschungen werfen immer wieder neue Fakten oder auch Fragen auf und so bleibt die Spannung durchgängig hoch, wozu auch häufige Perspektivwechsel beitragen. Zu keinem Zeitpunkt war für mich vorhersehbar, wie sich das Ganze aufklären könnte. Und erst zum Ende gibt es Klarheit über alle Zusammenhänge und die Autorin führt alle Fäden zusammen. Für mich war die Auflösung absolut überraschend. Dieser Psychothriller bietet mehr als nur eine Story über ein vermisstes Kind. Ein komplexer Plot und gut charakterisierte Protagonisten sorgen für ein fesselndes Leseerlebnis! Fazit: 4 von 5 Sternen

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Schreibstil Belinda Bauer gilt in England längst als Ausnahmetalent und das kann ich nach der Lektüre ihres neuen Buches "Totenkind" hier ganz klar bestätigen. Ihr Schreibstil ist einmalig, tiefgründig, speziell und die Leidenschaft hinter jeden einzelnen Wort ist zu spüren. Belinda Bauer hat mit "Totenkind" einen echten Psychothriller geschaffen, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte und der mich auch zwischen dem Lesen begleitet hat. Die Dialoge in "Totenkind" sind witzig und perfekt in Szene gesetzt. Es gibt sehr viele heitere und ironische Momente, doch dann gibt es auch Momente, die mir als Leser die Luft zum Atmen geraubt haben, da sie so intensiv waren. Die zahlreichen kleinen Wendungen und Überraschungen machen das Buch zu einem echten Genuss und die Charakterisierung ist ihr überaus gut gelungen. Es gibt keine Person ohne Seele in diesem Buch! Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten und doch ist jedes einzelne Wort gut gewählt. Es gibt keinerlei Längen und auch keinerlei Klischees. "Totenkind" ist ein Buch, dass sich nicht vorhersehen lässt und das eine Geschichte beinhaltet, die anhand des Klappentextes nicht zu erahnen ist! Charaktere - Marvel - Uhhh, wieder ein Ermittler? Ja, wer mich kennt, der weiß, dass ich Ermittler sterbenslangweilig finde, aber Belinda Bauer beweißt hier, dass es auch anders geht. Hier gibt es keine langweilige Polizeiarbeit, eigentlich auch keine echten Ermittlungen, nur einen Detective, der einen Fall innerlich nicht abschließen kann. Und nein, es geht nicht um den vermissten Jungen aus dem Klappentext. Die Geschichte hat tatsächlich mehrere Stränge. Marvel hatte einen Fall um ein vermisstes Mädchen nicht lösen können und das bringt ihn um den Verstand. Er kann und will nicht glauben, dass Edie Evans tot ist und gibt nicht auf. Wie er zu Anna und dem Medium kommt? Und vor allem wie der Vermisstenfall des Mädchens zum verschwundenen Daniel passt, wird hier nicht verraten, aber ich fand die ganzen kleinen Verbindungen der Personen sehr gut inszeniert. Und um das Buch frei zu zitieren: "Das Leben besteht aus Kreisen, die sich berühren und manchmal überschneiden sich diese!" - Anna - Anna ist die Mutter des vermissten Daniel. Obwohl der Klappentext vermuten lässt, dass sie die Hauptperson ist, sind doch auch die anderen "Kreise" wichtig, die ihre Geschichte berühren. Zum einen ist da das Medium, das behauptet, Verbindung mit Toten aufnehmen zu können. Kann er auch Daniel finden? Dann ist da die Beziehung zu ihrem Mann, die seit dem Verschwinden Daniels gelitten hat und ein vermisster Hund, der auch ein Teil der "Kreise" ist. Wie das alles zusammenpasst, möchte ich hier nicht verraten, aber ich kann sagen, dass ich die Personenkonstellationen sehr gelungen und glaubhaft fand! Meine Meinung Ja, der Klappentext klingt ein wenig klischeehaft nach einer typischen Geschichte über ein vermisstes Kind und das Leben der Eltern nach diesem Verlust. Aber in "Totenkind" steckt viel mehr. Es ist eine Geschichte, die aus mehreren Teilen besteht und die verschiedensten Sichten beleuchtet. So treffen wir zum einen zwar auf Anna, die nach all der Zeit immer noch um ihren Sohn trauert, doch sie steht nicht im Zentrum der Geschichte. Eigentlich steht niemand im Zentrum, denn jede Geschichte besteht doch aus mehreren Teilen und diese werden hier geschickt zusammengesetzt. Ich möchte auch gar nicht so viel von der Handlung hier niederschreiben, denn "Totenkind" ist ein Buch, das man meiner Meinung nach erleben muss. Es bietet Platz zum Mitfühlen, zum lachen, zum weinen und zum selbst interpretieren. So fand ich besonders die Geschichte des Medium genial. Diese gibt Spielraum zu entscheiden, ob Geister nun tatsächlich existieren oder das alles nur Betrug ist. Das Ende des Buches hat mich tatsächlich von den Socken gehauen. Ich habe bereits unzählige Psychothriller gelesen, aber hier hätte ich die ganzen Fäden niemals so geschickt zusammenfügen können. Es wird vielleicht nicht alles aufgeklärt, aber ich habe das Buch doch mit einer gewissen Genugtuung zusammenklappen können. "Totenkind" wird definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein! Fazit Obwohl der Klappentext eine recht typische "Kinder-Vermissten-Story" vermuten lässt, versteckt sich im Inneren dieses Buch doch einer besten und spannendsten Psychothriller, die ich jemals gelesen habe. Die unzähligen Wendungen und Überraschungen und die Charaktertiefe haben das Buch für mich zu einem wahren Genuss gemacht! Fans von echten Psychothrillern sollten unbedingt einen Blick riskieren!

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