Leserstimmen zu
Totenkind

Belinda Bauer

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Daniel ist weg. Was bleibt sind fünf Fußspuren im Beton, die seine Mutter Anna wie wahnsinnig auf Hochglanz poliert. Seit ihr Mann versehentlich die Haustür offen gelassen hat, ist der kleine Daniel verschwunden und diese Fußabdrücke sind alles, was von ihm geblieben ist. Aber Anna gibt die Hoffnung nicht auf und wendet sich an die Kirche eines Hellsehers, wovon sie sich Hilfe verspricht. Inhaltsbeschreibung und Klappentext lassen auf einen 08/15-Thriller schließen. Ich dachte sofort an eine verzweifelte Mutter, ein Medium und einen abgerissenen Cop, die im Unterfangen Daniel zu finden, eine Gemeinsamkeit haben. Aber dieser Thriller ist so viel mehr und so ungewöhnlich, dass er mich regelrecht begeistert hat. Ja, es gibt den abgerissenen Cop. Aber so ganz verzweifelt ist er nicht. Sein Name ist Marvel und er hat mit Daniels Fall gar nichts am Hut. Eigentlich ist er auf der Suche nach einem anderen vermissten Kind. Dafür ist das ein Fall, der ihm keine Ruhe lässt, aber zu erkalten beginnt. Marvel ist neben Anna die Hauptfigur. Er ermittelt in diesem Vermisstenfall, hat den nächsten Karriereschritt im Visier und bemüht sich seiner Frau ein guter Mann zu sein, was ihm aber allesamt nicht so recht gelingen will. Anna Buck ist die Mutter des verschwundenen Daniels. Bei diesem Schicksalsschlag haben sich bei ihr wohl ein paar Rädchen zu viel gedreht und man erkennt in ihr eine hilflose Neurotikerin, die so richtig verzweifelt ist. Das Medium ist nur eine Nebenfigur, die aber sehr interessant eingeflochten ist. Man weiß bis zum Ende hin nicht, was man von ihm halten soll. Ist er ein Betrüger? Hat er es auf das Geld anderer Leute abgesehen? Oder hat er doch die Gabe, mit den Toten zu reden, und bietet einfach seine Hilfe an? Alle handelnden Charaktere sind überzeugend und realistisch ausgearbeitet. Sie geben Rätsel auf, handeln nicht immer logisch und zeigen damit umso mehr, wie menschlich sie sind. Die Handlung ist sicher nicht neu, aber sie ist wahnsinnig gut umgesetzt. Zuerst denkt man, dass man in einem Klischee versinkt, wird aber sofort eines besseren belehrt. Ich hatte zwar relativ früh einen Verdacht, wer wohl hinter den Ereignissen steckt, der sich so auch bestätigt hat, aber mit den Beweggründen hat mich Belinda Bauer schon fast schockiert und mir am Ende - trotz mancher Vermutungen - eine Überraschung beschert. Schreib- und Erzählstil der Autorin sind meiner Meinung nach bemerkenswert. Obwohl der Thriller in einem überwiegend ruhigen Ton geschrieben ist, zog mich die Autorin richtig in ihre Geschichte rein. Ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen, weil ich wissen musste, wie es weitergeht. Durch geschickte Perspektivenwechsel werden mehrere Geschichten erzählt, die sich zu einer meisterlichen Gesamthandlung zusammenfügen, die einen bis zum Ende nicht zur Ruhe kommen lässt. Meiner Meinung nach ist Belinda Bauers „Totenkind“ einen Abdruck im Walk of Fame der Psychothriller wert. Mich hat das Buch gebannt, mit seinen Figuren und der meisterlichen Umsetzung der Handlung vollkommen überzeugt, sodass ich es begeistert an Thriller-Leser weiterempfehlen kann.

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Schreibstil Belinda Bauer gilt in England längst als Ausnahmetalent und das kann ich nach der Lektüre ihres neuen Buches "Totenkind" hier ganz klar bestätigen. Ihr Schreibstil ist einmalig, tiefgründig, speziell und die Leidenschaft hinter jeden einzelnen Wort ist zu spüren. Belinda Bauer hat mit "Totenkind" einen echten Psychothriller geschaffen, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte und der mich auch zwischen dem Lesen begleitet hat. Die Dialoge in "Totenkind" sind witzig und perfekt in Szene gesetzt. Es gibt sehr viele heitere und ironische Momente, doch dann gibt es auch Momente, die mir als Leser die Luft zum Atmen geraubt haben, da sie so intensiv waren. Die zahlreichen kleinen Wendungen und Überraschungen machen das Buch zu einem echten Genuss und die Charakterisierung ist ihr überaus gut gelungen. Es gibt keine Person ohne Seele in diesem Buch! Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten und doch ist jedes einzelne Wort gut gewählt. Es gibt keinerlei Längen und auch keinerlei Klischees. "Totenkind" ist ein Buch, dass sich nicht vorhersehen lässt und das eine Geschichte beinhaltet, die anhand des Klappentextes nicht zu erahnen ist! Charaktere - Marvel - Uhhh, wieder ein Ermittler? Ja, wer mich kennt, der weiß, dass ich Ermittler sterbenslangweilig finde, aber Belinda Bauer beweißt hier, dass es auch anders geht. Hier gibt es keine langweilige Polizeiarbeit, eigentlich auch keine echten Ermittlungen, nur einen Detective, der einen Fall innerlich nicht abschließen kann. Und nein, es geht nicht um den vermissten Jungen aus dem Klappentext. Die Geschichte hat tatsächlich mehrere Stränge. Marvel hatte einen Fall um ein vermisstes Mädchen nicht lösen können und das bringt ihn um den Verstand. Er kann und will nicht glauben, dass Edie Evans tot ist und gibt nicht auf. Wie er zu Anna und dem Medium kommt? Und vor allem wie der Vermisstenfall des Mädchens zum verschwundenen Daniel passt, wird hier nicht verraten, aber ich fand die ganzen kleinen Verbindungen der Personen sehr gut inszeniert. Und um das Buch frei zu zitieren: "Das Leben besteht aus Kreisen, die sich berühren und manchmal überschneiden sich diese!" - Anna - Anna ist die Mutter des vermissten Daniel. Obwohl der Klappentext vermuten lässt, dass sie die Hauptperson ist, sind doch auch die anderen "Kreise" wichtig, die ihre Geschichte berühren. Zum einen ist da das Medium, das behauptet, Verbindung mit Toten aufnehmen zu können. Kann er auch Daniel finden? Dann ist da die Beziehung zu ihrem Mann, die seit dem Verschwinden Daniels gelitten hat und ein vermisster Hund, der auch ein Teil der "Kreise" ist. Wie das alles zusammenpasst, möchte ich hier nicht verraten, aber ich kann sagen, dass ich die Personenkonstellationen sehr gelungen und glaubhaft fand! Meine Meinung Ja, der Klappentext klingt ein wenig klischeehaft nach einer typischen Geschichte über ein vermisstes Kind und das Leben der Eltern nach diesem Verlust. Aber in "Totenkind" steckt viel mehr. Es ist eine Geschichte, die aus mehreren Teilen besteht und die verschiedensten Sichten beleuchtet. So treffen wir zum einen zwar auf Anna, die nach all der Zeit immer noch um ihren Sohn trauert, doch sie steht nicht im Zentrum der Geschichte. Eigentlich steht niemand im Zentrum, denn jede Geschichte besteht doch aus mehreren Teilen und diese werden hier geschickt zusammengesetzt. Ich möchte auch gar nicht so viel von der Handlung hier niederschreiben, denn "Totenkind" ist ein Buch, das man meiner Meinung nach erleben muss. Es bietet Platz zum Mitfühlen, zum lachen, zum weinen und zum selbst interpretieren. So fand ich besonders die Geschichte des Medium genial. Diese gibt Spielraum zu entscheiden, ob Geister nun tatsächlich existieren oder das alles nur Betrug ist. Das Ende des Buches hat mich tatsächlich von den Socken gehauen. Ich habe bereits unzählige Psychothriller gelesen, aber hier hätte ich die ganzen Fäden niemals so geschickt zusammenfügen können. Es wird vielleicht nicht alles aufgeklärt, aber ich habe das Buch doch mit einer gewissen Genugtuung zusammenklappen können. "Totenkind" wird definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein! Fazit Obwohl der Klappentext eine recht typische "Kinder-Vermissten-Story" vermuten lässt, versteckt sich im Inneren dieses Buch doch einer besten und spannendsten Psychothriller, die ich jemals gelesen habe. Die unzähligen Wendungen und Überraschungen und die Charaktertiefe haben das Buch für mich zu einem wahren Genuss gemacht! Fans von echten Psychothrillern sollten unbedingt einen Blick riskieren!

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