Leserstimmen zu
Der Bote

Ingar Johnsrud

Fredrik Beier (2)

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Ja, Dietmar Wunder ist schon ein echt toller Sprecher, deshalb habe ich mich sehr auf dieses Hörbuch gefreut, aber es kam nicht so wirklich bei mir an. Frederik Beier ermittelt wieder, doch für mich ist es der erste Fall, den ich mit ihm versuche zu folgen. Auch den Autor, Ingar Johnsrud kenne ich nicht, doch der Klappentext verspricht spannend zu werden. In einem Vorort von Oslo wird in einer Villa eine Leiche gefunden. Dabei handelt es sich um einen Mann, dabei bewohnt die Villa doch eigentlich eine alte Dame. Doch diese ist nirgendwo zu finden und auch einiges am Tatort wirft Fragen auf. Nun wird die Leiche identifiziert und dabei handelt es sich um den Sohn der Dame, der aber angeblich schon vor zwei Jahrzehnten bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen sein soll. Als eine zweite Leiche gefunden wird, die Spuren von Folterungen aufweist, glaube der Ermittler Frederik Beier, dass diese beiden Leichen irgendwie zusammengehören. Nun wird es alles noch etwas komplizierter, denn Beweismittel verschwinden und ihm werden noch viele andere Steine in den Weg gelegt, die die Ermittlungen behindern. Fast so, als würde jemand von weiteroben wollen, dass dieser Fall nicht aufgelöst wird. Doch Frederik und seine Kollegin Kofa geben nicht auf und leisten teilweise übermenschliches. Für mich war es sehr verwirrend und teilweise auch etwas unglaubwürdig, denn Frederik hatte doch gerade erst Drogenprobleme, hat scheinbar mit zwei vergangenen oder gerade noch so laufenden Beziehungen zu kämpfen und jeden Mist, den er baut, den räumt Kofa irgendwie auf. Auch war es im Hörfluss teilweise sehr schwer zu verfolgen, da wir uns immer wieder in anderen Zeitsträngen und Orten befanden, immer wieder neue Leute auftauchten. Deshalb bin ich der Meinung, dass dieses Buch besser geeignet ist, wenn man es liest. Oder sich einfach auf so etwas konzentrieren kann, denn Dietmar Wunder hat es wirklich wunderbar gemacht, er gibt den Charakteren eine eigene Persönlichkeit durch seinen Ausdruck, denn da wird nicht einfach so der Text des Buches heruntergebetet. Vielleicht wäre auch eine ungekürzte Variante etwas besser für das Verständnis. Aber ich war ehrlichgesagt recht froh, als es dann endlich vorbei war und ich ein anderes Hörbuch beginnen konnte. Die Handlung ist spannend, dass definitiv, aber einfach zu verschachtelt für ein Hörbuch.

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Nach Erscheinen des ersten Bandes („Der Hirte“, Verlag Blanvalet, 2017) seiner Thriller-Trilogie um den Osloer Hauptkommissar Fredrik Beier und dessen Kollegin Kafa Iqbal wurde der norwegische Autor Ingar Johnsrud (44) in Deutschland von Kritikern prompt als neuer Stern am skandinavischen Thriller-Himmel und sogar als Nachfolger von Stieg Larsson oder Henning Mankell gerühmt. Ich mochte damals diesem Urteil nicht folgen, zu verwirrend war mir die Handlung, zu klischeehaft die Charaktere. Im Mai erschien nun „Der Bote“ als zweiter Band, der eineinhalb Jahre nach dem „Hirten“ in Oslo spielt, sich aber trotz vereinzelter Rückblicke durchaus ohne Vorkenntnisse als in sich abgeschlossener Thriller lesen lässt. Diesen „Boten“ fand ich etwas besser, zumal er gleich zwei Genres in einem Band vereint – das des Psychothrillers und des Politthrillers. In einer Osloer Villa wird die Leiche eines kürzlich verstorbenen Mannes gefunden. Der Tote wird identifiziert, sollte allerdings nach amtlichen Angaben schon vor 20 Jahren bei einem Militäreinsatz umgekommen sein. Kurz darauf wird in einem Abwasserschacht am anderen Ende der Stadt die Leiche eines Mannes entdeckt, die schwere Folterspuren aufweist. Die Ermittlungsarbeit von Hauptkommissar Fredrik Beier wird aus unerklärlichen Gründen behindert, Akten werden gesperrt, Beweismittel verschwinden. Natürlich mischt der Geheimdienst heimlich im Hintergrund mit. Wie schon im „Hirten“ verbindet Ingar Johnsrud auch im „Boten“ wieder die aktuellen Geschehnisse mit Ereignissen aus der Vergangenheit. Diesmal ist die geheime Militäraktion der Norweger im Jahr 1992 auf der russischen Halbinsel Kola Anlass für die aktuelle Mordserie. Immer im Wechsel zwischen heute und damals bringt uns Johnsrud kapitelweise die einzelnen Charaktere näher und hilft uns, deren Handeln mehr und mehr zu verstehen. Schien mir der „Hirte“ noch allzu verwirrend, ist die Geschichte im „Boten“ übersichtlicher strukturiert und lässt sich leichter nachvollziehen. Allerdings ist auch dieser Thriller kein Buch, das sich beiläufig lesen lässt. Nur bei intensiver Lektüre kann man die Atmosphäre besser in sich aufnehmen, lassen sich die Handlung, die Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie die Charaktere und deren Handeln besser verstehen. „Der Bote“ ist zweifellos ein spannender Thriller, die in sich verschachtelte Handlung konsequent und logisch aufgebaut. Aber Ingar Johnsrud gleich als neuen Stern am skandinavischen Thriller-Himmel zu bezeichnen, erscheint mir dann doch zu gewagt, denn seine Trilogie ist nach allzu bekanntem Muster „gestrickt“: Die Stimmung ist wie bei anderen nordischen Autoren natürlich düster und eisig wie das skandinavische Winterwetter. Nicht nur die Verdächtigen sind Psychopathen, sondern auch sein Hauptkommissar Fredrik Beier und dessen Kollegin Kafa Iqbar. Überall kaputte Typen und kaputte Familien, wo man hinschaut. Gibt es keine normalen Menschen mehr auf unserer Welt? Diese und andere wiederkehrende Klischees machen Johnsruds Thriller leider austauschbar. Man muss schon ein ausgesprochener Thriller-Fan sein, um vom „Boten“ über die Maßen begeistert zu sein. Solche Fans dürfen sich dann auf den dritten Band der Trilogie freuen, der in Norwegen kürzlich erschienen und auf Deutsch wohl im Frühsommer 2019 bei Blanvalet zu erwarten ist.

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Diesen Thriller wollte ich unbedingt lesen, da er in Oslo spielt und ich fand es während des Lesens toll, dass ich die meisten Orte über die gesprochen wurde, selbst kannte und ich wollte sofort wieder zurück nach Oslo reisen. „Der Bote“ war der erste Thriller, den ich von Ingar Johnsrud gelesen habe, deshalb kannte ich auch das erste Buch aus der Fredrik Beier Reihe nicht, was aber für das Lesen nicht schlimm ist, da sie nicht zusammenhängen. Der Schreibstil von Ingar Johnsrud ist sehr angenehm. Man kann den Geschehnissen leicht folgen und auch die Ermittler haben mir wirklich gut gefallen, auch wenn ihre Charaktere recht düster sind. Aber irgendwas hat mich an dem Buch gehindert, wirklich in die Geschichte zu finden. Zu Beginn dachte ich, dass es einfach ein bisschen dauert, bis ich mit den Charakteren und der Geschichte vertraut geworden bin, aber das Gefühl bekam ich leider nie wirklich. Der Inhalt und die Idee hinter der Geschichte waren prinzipiell nicht schlecht, aber haben in diesem Fall einfach nicht so wirklich meinen Geschmack getroffen. Hinzu kommt, dass der Inhalt und die Ereignisse, aus denen sich alles zusammensetzt, für meinen Geschmack ein bisschen viel war. Man hat das Gefühl man wird fast von neuen Ideen erschlagen. Dadurch, dass ich nie wirklich in der Geschichte kam, konnte ich leider auch nicht richtig mitfiebern. Gegen Ende wurde es ein bisschen spannender, aber auch dann konnte es mich nicht ganz fesseln, wie ich es mir von einem Thriller gewünscht hätte. Ich werde auf jeden Fall ein anderes Buch von Ingar Johnsrud lesen und hoffen, dass mich dieses Buch vom Inhalt mehr überzeugen kann, denn der Schreibstil an sich war nicht schlecht. Jedem anderen Leser könnte das Buch besser gefallen, aber ich kann leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

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In einer Villa in einem reichen Vorort Oslos wird die Leiche eines kürzlich verstorbenen Mannes gefunden. Von der Bewohnerin des Hauses, einer alten Witwe, fehlt jede Spur. Der Tote wird als ihr Sohn identifiziert – der vor zwanzig Jahren bei einem Militäreinsatz ums Leben kam. Kurz darauf entdeckt man in einem Abwasserschacht am anderen Ende der Stadt eine zweite Leiche. Der Körper des unbekannten Mannes weist schwere Folterspuren auf. Hauptkommissar Fredrik Beier glaubt an eine Verbindung zwischen den beiden Fällen, doch irgendjemand scheint verhindern zu wollen, dass diese ans Licht kommt – Akten werden gesperrt, Beweismittel verschwinden … divider-grey Ich hatte letztes Jahr den ersten Band der Reihe um Fredrik Beier gelesen und damals in der Rezension angemerkt, dass ich die Reihe eigentlich vor allem deswegen weiterlesen möchte, weil ich wissen, möchte, wie nun diese ganzen offenen Fäden verbunden werden. Als jetzt als der zweite Band im bloggerportal vor mir auftauchte, habe ich sofort zugeschlagen und angefangen zu lesen. Um es gleich vorweg zu sagen, die offenen Fragen werden nicht beantwortet, das Buch steigt eineinhalb Jahre nach den Ereignissen in "Der Hirte" ein, und auch wenn gelegentlich Bezug genommen wird auf die Geschehnisse, haben die beiden Fälle nicht wirklich miteinander zu tun. Nachdem ich diese Information verdaut hatte, konnte ich mich voll auf den aktuellen Fall einlassen.Zuerst einmal sei gesagt, dass ich mich beim Lesen wirklich mitgerissen gefühlt habe, die Seiten sind gradezu selbstständig umgeblättert und ich habe wieder einmal statt 10 Minuten auf dem Fahrrad 20 Minuten Fußweg in Kauf genommen, um weiterlesen zu können. Erzähltechnisch ist Johnsrud eine absolute Empfehlung, diesmal hat er auch die Kapitellängen besser im Griff und sie sind einigermaßen gleich lang geraten. Die Rückblenden in dieNeunziger Jahre sind ebenfallsspannend und machen Lust drauf, die Verstrickungen in die Gegenwart selbst zu etnschlüsseln,wenn auch das Motiv und der Mörder dann schon sehr auf den Schockmoment hin gewählt sind. Wenn ich bereits im ersten Band den Eindruck hatte, dass Norwegen eine korrupte, zynische und verlorene Gesellschaft ist, dann wird dieser Eindruck im Nachfolger auf die Spitze getrieben und ich frage mich, ob man vor dem Lesen von Band drei nicht vielleicht doch einfach Augen und Ohren zukneift und von Meerschweinchen träumen möchte. So viel geballtes Elend auf einmal, wie hier zusammen kommt, ist schwer vorstellbar. Und um ehrlich zu sein, ging es mir im Laufe der vielen Seiten auch ein wenig auf die Nerven, vor allem, wenn dann am Ende auch noch völlig zusammenhanglos für eine weitere Figur noch ein Unglück aus der Tasche gezaubert werden muss, damit auch ja alle unzufrieden sind. Das Buch beginnt fast unmittelbar mit frederik im Krankenhaus - wieder einmal - wo er nach einem Selbstmorversuch oder ddoch nur einer zufälligen Überdosis im völligen Familiendrama landet. Freundin und Exfrau sind beide angepisst, seine Kollegen wie gewöhnlich nur darauf aus, ihm das Leben schwer zu machen, und der halbwüchsige Sohn steckt zusammen mit seiner Bratsche in der üblichen "Papa, du gehst mir auf den Sack"-Teenagerwelt fest. Der Fall gerät da fast ein bisschen in den Hintergrund. Nur fast, zum Glück, allerdings wird auch hier so ziemlich alles aufgefahren, was die Verschwörungstheorie "Korrpute Politik A-Z" nur hergibt, und vor allem die auftauchenden Geheimdienstler wirken in ihrer unnachahmlichen Men-in-Black-Nummer ziemlich überzogen. Die Figuren werden mir im Laufe des Romans immer unsympathischer. Völlig zusammenhangloser Alltagsrassismus - mal ehrlich, der Satz "Frederik hätte dafür gebetet, nie in seinem Leben einen Kurden mit Toupet sehen zu müssen", was soll mir der jetzt sagen? - und übermenschliche Genesungskräfte, polizeiliche Ermittlungen, in denen man sich anscheinend nur gegenseitig Steine in den Weg legt und nicht zu vergessen eine ziemlich seltsame Auffassung über Selbstjustiz werden hier dermaßen an die Grenze getrieben, dass ich dazu geneigt bin, den dritten Band nicht mehr zu lesen. Oder wenn, dann nur an einem sehr warmen Tag mit sehr viel Alkohol neben mir um das Elend besser zu ertragen.

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In „Der Bote“ entrollt Ingar Johnsrud einen spannenden Plot, der uns bis zum Zerfall der früheren Sowjetunion zurückführt. So switcht der Autor aus der Jetztzeit immer wieder in die Jahre um 1990 und puzzelt so Stück für Stück die Geschehnisse zu einem komplexen Gesamtbild zusammen. Es kostet ein wenig Mühe, seinen recht unemotionalen Kommissar, der für seinen Job zwei Beziehungen scheitern lässt und auch seinen leicht gestörten Sohn aus den Augen verliert, wirklich sympathisch zu finden. Wenig Probleme hat damit aber die junge Kommissarin an seiner Seite, die ihn treu durch die fesselnd inszenierten Ermittlungen begleitet. Wer sich daran nicht stört und auf spannungsgeladene Action steht, ist hier gut aufgehoben.

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