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Leserstimmen (18)

Sina Flammang: Mädchen aus Papier

Mädchen aus Papier Blick ins Buch

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€ 16,99 [D] inkl. MwSt.
€ 17,50 [A] | CHF 22,90*
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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-16460-0

Erschienen: 20.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die Fälschung und das Meisterwerk

Von: Bookpalast Datum : 05.06.2017

https://bookpalast.wordpress.com/

Dieses Buch ist unglaublich … voll. Es ist voller Emotionen, voller Schwierigkeiten. Es ist angefüllt mit komplexen Charakteren und schwierigen Entscheidungen. Die Sätze sind angereichert mit Vergleichen und Metaphern, und in Kombination mit dem schwierigen Thema, an das sich die Autorin hier heranwagt, ergibt es einen schwer verdaulichen Roman. Es ist kein „Sommer, Sonne, Strandboy“-Roman, den man in der Sekunde vergessen hat, in der man ihn zurück ins Regal stellt. Nein, "mädchen aus papier" geht sehr nahe und es dauert eine Weile, bis man sich aus diesen Wirrwarr aus Problemen wieder befreit hat.
Hier kann ich nur auf ein paar herausragende Punkte eingehen, wir wollen ja nicht, dass sich jemand in dieser Rezension verirrt.

Stimmungsschwankungen
„Plötzlich bin ich nicht mehr die einzige automatische Puppe im Haus. Wir sind eine Puppenfamilie in einem Puppenhaus. Wir spielen Familie, frühstücken gemeinsam und tun so, als wäre alles normal. Wie Figuren in einem Diorama, das im Museum steht.“ (S.24*)

Wie bereits angedeutet, ist dieser Roman vollgepackt mit Emotionen, die sich im Laufe der Zeit gravierend verändern: Vom automatischen Funktionieren über Freude und Enttäuschung bis hin zur allgemeinen Unsicherheit ist im Puppenhaus alles vorhanden.
Die Atmosphäre wird in den verschiedenen Stadien des Romans sehr gut dargestellt: Anfangs dieser künstliche Anschein, als würden sie alle nur Familie spielen, der kalte und steife Umgang miteinander, der Wille, nach außen hin wie eine funktionierende Familie zu wirken. Auch Maris Gefühl, nicht wirklich da zu sein, sondern nur einen Abklatsch der perfekten Schwester darzustellen, wird sehr gut eingefangen. Später dann, als Annika wieder auftaucht, herrscht eine sehr ungemütliche Stimmung, die Überforderung sämtlicher Anwesender und deren gespielte heile Welt ist fast mit den Händen greifbar.
Hier bedient sich die Autoren jeder Menge Metaphern und Vergleiche, was sich vielleicht etwas anstrengend liest, aber doch die Grundstimmung sehr gut ausdrückt.

Flammangs Schreibstil ist verschwenderisch: Symbole, Metaphern, Vergleiche, das ganze Programm. Es sind viele bildliche Ausdrücke vorhanden, aber man wird auch nicht in Adjektiven ertränkt, also ist der Balanceakt zwischen sachlich und blumig schon mal gelungen.

Hier ein weiteres Beispiel:
„…manchmal ist das Gehirn wie ein vergesslicher Schauspieler, dem man nur das richtige Stichwort zuzuwerfen braucht, und schon kommt die Erinnerung zurück.“ (S.297*)


Zwischen Museumswärtern und Zurückgebliebenen
Die Charaktere in diesem Buch sind sehr vielseitig, was ja grundsätzlich gut ist, keiner mag platte Klischee-Charaktere, deren Handlungen absolut vorhersehbar sind.
Das Problem ist hier nur, dass JEDE Nebenfigur ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Probleme hat. Das kann überfordern und gibt dem Leser keine Atempause, denn wenn es einmal nicht um das Zusammenleben mit Annika geht, dann läuft uns die magersüchtige beste Freundin über den Weg und stochert nur in ihrem Kuchen herum und eigentlich müsste man sich mit diesem Thema auch noch auseinandersetzen, aber das geht ja nicht, schließlich geht es hier nicht um Essstörungen.
Es gibt einfach so viele Nebengeschichten, die immer nur angebrochen, aber nie zu Ende erzählt werden können, so viele ungelöste Probleme, die auf den Leser einstürzen und ihn nicht mehr ganz loslassen, weil es keine Auflösung gibt, bei der auf einen Schlag alle Probleme auf den Mond geschossen werden und sich alle glücklich in den Armen liegen.

„Annika war immer das verschwundene Kind, das unsichtbare Kind, dessen Platz ich eingenommen habe, ohne es zu merken. Der Klon, gezüchtet, um die Leerstelle zu füllen. Aber ich habe keine Lust mehr, die stille Kopie der Traumtochter zu spielen. Das Zweitauto, das brave Kind, das die Familie komplett macht, das zu funktionieren und sich anzupassen hat, auch wenn nichts mehr stimmt.“ (S.252*)

Mari befindet sich in einer schwierigen Situation: Sie weiß nicht mehr, wer sie sein soll, wie sie sich verhalten soll, jetzt, wo die Stelle des ersten Kindes plötzlich wieder besetzt ist, jetzt, wo sie nicht mehr der Ersatz ist.

Auf der einen Seite gibt es Maris Eltern, die nie mit dem Verlust ihrer Tochter abschließen konnten, die das Haus in ein Museum ihrer perfekten kleinen Prinzessin verwandelt haben, die ihr Kleinmädchenzimmer konserviert haben. Nun kommt ihre Tochter zurück und zerstört die Seifenblase, in der sie sich befanden, sie ist nicht das perfekte kleine Mädchen mit der süßen Häschenmütze, nein, sie ist verschlossen und trauert um die Entführerin, die für sie die Mutter war.

Maris Freunde sind alle in der Selbsthilfegruppe für Geschwister von verschwundenen Kindern, sie alle haben ihre eigenen Geschichten und Probleme. Das bedeutet, dass Mari selbst nur Kontakt zu Menschen hat, die sie immer und immer wieder an ihre eigene Schwester erinnern. Sie ist umgeben von Museumswärtern und Zurückgebliebenen.

Der Club der Zurückgelassenen
Das Thema dieses Romans ist eine Entführung. Davon gibt es sicherlich einige, aber das Besondere an diesem Roman ist zum einen, dass es kein Krimi ist, es geht nicht um die Aufklärung des Falles, es geht nicht darum, das Kind schnellstmöglich wiederzufinden. Es geht auch nicht in erster Linie um die Entführte selbst, es geht nicht um das direkte Opfer dieses Verbrechens. Annikas Erfahrungen werden nur kurz geschildert und ihre Gefühle in Bezug auf die „neue alte“ Familie kommen meist gar nicht zur Sprache.
Stattdessen geht es hier um die Zurückgelassenen, diejenigen, die verschont geblieben sind und das nicht unmittelbar nach dem Verbrechen, hier werden die Langzeitschäden deutlich, die jeder einzelne Beteiligte erlitten hat.

Und dieses Szenario ist nicht irreal, laut focus.de sind Anfang diesen Jahres 11 000 Kinder in Deutschland vermisst gemeldet und deren Familien müssen sich tagtäglich damit auseinandersetzen, dass ihr Kind vielleicht wieder auftauchen könnte oder schon längst tot sein könnte. Von daher finde ich es durchaus empfehlenswert, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass nicht nur die Opfer die Geschädigten sind.


"mädchen aus papier" ist ein sehr ergreifender Roman, der sich mit einem komplexen und schwierigen Thema auseinandersetzt, das tausende von Familien betrifft. Der Schreibstil ist reich an bildlichen Ausdrücken und kreativen Vergleichen, die die wechselnde Stimmung gut einfangen. Das Problem ist, dass diese 350 Seiten zu vollgepackt sind, es sind zu viele Nebengeschichten, zu viele ungelöste Probleme, sodass es als Leser schwer ist, einen Abschluss zu finden.
Insgesamt ist es kein leicht verdaulicher Roman, man muss sich darauf einlassen und damit leben können, dass sich am Ende nicht alle Probleme in Luft auflösen.

Ein Buch, dass nicht spurlos vorbei zieht

Von: Bookaholic. Datum : 30.05.2017

https://m.facebook.com/bookhaolic

Ein Buch, das nicht spurlos an mir vorbei gezogen ist.

Mir ihrem ruhigen Schreibstil, der an den richtigen Stellen intensiv und wunderschön zu gleich war und dabei nie aufgesetzt wirkte , hat die Autorin sich Seite für Seite in mein Herz geschrieben. Die Autorin hat Fingerspitzen Gefühl bei der Auswahl der Worte bewiesen. Ihr Schreibstil ist poetisch und ihre Worte bleiben.

Eine gewisse Spannung war da ! Auch wenn sie erst zum Ende hin richtig spürbar wurde - was in meinen Augen aber kein Kritikpunkt ist, weil ich es geliebt habe mich von dieser ruhigen und doch erdrückenden Stimmung davon tragen zu lassen.

Dieses Thema ist kein leichtes und ich hatte Angst vor aufgesetztem Drama und fehlender Authentizität. Aber die Autorin schreibt eine Geschichte aus dem wahren Leben. Sie verschönert nichts. Sie ist ehrlich. Das Leben ist nicht immer nur schön und jeder Mensch und jede Familie hat ihr Probleme- mit Schicksal und Geschehnissen zu kämpfen. Und über genau diese Dinge erzählt Frau Falammang so schonungslos, dass sie mir mehr als einem die Tränen in die Augen getrieben hat.

Die Charakter sind interessant, nicht immer durchschaubar- ja manchmal sogar skurril, aber immer menschlich und für mich aber sie sich nie weniger als "echt" angefühlt.
Ich hab mich nie besonders stark mit einem Charakter verbunden gefühlt, aber ich hatte trotzdem immer das Gefühl dabei zu sein.

Mädchen aus Papier ist eine schlichte ruhige und trotzdem gewaltige Geschichte, die einen mit nimmt- mit reißt und einem die Realität vor Augen führt. Ich weiß nicht wie ich es richtig sagen soll, aber manchmal geben solche Geschichten einem ein besseres Gefühl, als Geschichten, die ein glückliches happy end ansteuern.
Ich habe Maris Geschichte unglaublich gerne gelesen und bin dankbar für die Lesestunden, die so viel zurück gelassen haben.

" Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung"

' Marie fühlt sich wie ein Mädchen aus Papier,
ein Mädchen, das alle Erwartungen erfüllt und doch nur ein schlechter Ersatz ist für ihre vor Jahren verschwundene Schwester.

Als Annika plötzlich wieder auftaucht, fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Schließlich hält Mari es nicht mehr aus , und zusammen mit ihren Freunden Ole und Clementine Haut sie ab, Richtung Süden..'

DAS GESTOHLENE MEISTERSTÜCK UND DIE FÄLSCHUNG

Von: GrossesBüchergewusel Datum : 22.05.2017

grossesbuechergewusel.blogspot.de/?m=1

Titel:"Mädchen aus Papier"
Autorin: Sina Flammang
Verlag: cbt
Sprache: Deutsch
Gebunden: 352
ISBN-13: 978-3570164600
Preis: 16,99€



Klappentext

Mari fühlt sich wie ein Mädchen aus Papier. Ein Mädchen, das alle Erwartungen erfüllt und doch nur ein schlechter Ersatz ist für ihre vor Jahren verschwundene Schwester.
Als Annika plötzlich wieder auftaucht, fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Schließlich hält Mari es nicht mehr aus, und zusammen mit ihren Freunden Ole und Clementine haut sie ab.
Richtung Süden...


Meine Meinung

Zunächst war ich von dem Buch leider ein wenig enttäuscht. Es hat mich nicht wirklich gepackt und auch die Protagonistin Mari konnte mich nicht auf ihre Seite ziehen.
Nach dem ersten Drittel jedoch änderte sich dies grundlegend. Mari, die mir zu Beginn des Buches sehr isoliert und eindimensional vorkam, erhielt plötzlich tiefe und durch die Gruppentreffen kam die Geschichte ins Rollen. Durch diese Gruppentreffen erfuhr man auch immer mehr von Maris Freunden.
Diese sind besonders interessant, da sie von der Autorin sehr schön ausgearbeitet wurden. Ole und Clementine sind total gegensätzliche Charaktere. Dadurch wurden die Interaktionen der drei sehr interessant.
Als dann Annika zurückkehrte war ich komplett gefesselt.
Die Autorin schafft es, mit ihrer sehr bildlichen Sprache, den Konflikt super herauszuarbeiten. Man kann sich sehr gut in Mari hineinversetzen, kann jedoch auch alle Konfliktparteien sehr gut verstehen.

Das Buch hat mich sehr überrascht.
Es ist zwar sehr schwach gestartet, hat dann aber im Verlauf der Geschichte eine Wandlung gemacht.
Besonders gut haben mir die vielen nachdenklichen und philosophischen Abschnitte gefallen, welche häufig zu Beginn eines neuen Kapitels standen. Durch diese Abschnitte haben die Charaktere deutlich an tiefe gewonnen.
Das Thema wurde von Sina Flammang sehr gut aufgearbeitet. Man konnte alle Parteien halbwegs verstehen und die Handlungen nachvollziehen.
Ein doch recht guter Roman für Jugendliche.

Tolles Buch

Von: Michele.F Datum : 13.05.2017

https://www.instagram.com/buechereulen_/

Als ich das Cover zum ersten mal sah und mir den Klappentext das erste mal durchlas hatte ich mich schon in das Buch verliebt. Als das Buch ankam musste ich direkt anfangen es zu lesen und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da es mich sofort in seinen Bann gezogen hat. Mir hat es besonders gut gefallen, dass am Anfang jedes Kapitels Maris Gedanken und Gefühle gestanden haben, sodass man sich sehr gut in Mari hineinversetzten konnte. Einfach ein Klasse Buch was bis zur letzten Seite spanend geblieben ist. 

Zum Inhalt: 
Seid dem Annika verschwunden war ging es mit Maris Leben bergab sie fühle sich als schlechter Ersatz und hatte das Gefühl gar nicht mehr sie selbst sein zu können... Doch auf einmal tauchte Annika wieder auf und Mari war zuversichtlich, das ihr Leben jetzt wieder Berg auf gehen würde, doch es kam alles anders wie erwartet...

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

Das Leben im Schatten der großen Schwester

Von: Linchens Bücherwelt Datum : 10.05.2017

https://linchensbuecherblog.wordpress.com/

Inhalt:
Mari ist nur ein Schatten, ein Abbild ihrer großen Schwester Annika. Annika ist verschwunden, als Mari drei Jahre alt war, das ist jetzt schon zwölf Jahre her. Aber ihre Eltern trauern Annika noch hinterher wie am ersten Tag ihres Verschwindens, Mari wird es nie schaffen aus Annikas Schatten hervorzutretn, als etwas Unerwartetes passiert. Nach zwölf Jahren taucht Annika wieder auf und lässt keinen an sich heran. Sie bleibt verschlossen und geheimnisvoll. Mari hält es nicht mehr aus immer weniger von ihren Eltern beachtet zu werden und fühlt sich schließlich so vernachlässigt, dass sie sich auf einen Roadtrip mit ihren Freunden begibt.

Meine Meinung:
Das Cover des Buches ist wunderschön, meiner Meinung nach spiegelt es den Inhalt sehr schön wieder und ist unheimlich aussagekräftig. Es gehört definitiv zu meinen Lieblingscovern.
Die Idee der Geschichte finde ich sehr gut und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung. Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte hereinzukommen, denn Mari ist keine einfache Persönlichkeit. Aber als ich mehr von ihr wusste und angefangen habe sie und ihre Probleme zu verstehen und nachzuvollziehen, konnte ich mich immer besser in sie hineinversetzen. Mari hat es natürlich nicht leicht, mit Eltern, die sie kaum wahrnehmen und die ganze Zeit lang nur ihrer Schwester nachtrauern. Sie fragen Mari nie wirklich, wie es ihr geht und was ihr fehlt, sonder schicken sie in einer Selbsthilfegruppe. Dort hat sie zwei Freunde, Clementine und Ole, die auch Geschwister verloren habe. Die drei sind ein bunter Mix und unternehmen gegen Ende des Buchs zusammen einen Roadtrip, der allerdings nur sehr kurz ist, nach der großen Ankündigung des Trips im Klappentext hatte ich mir mehr davon erwartet. Wäre es nicht so groß angekündigt gewesen, wäre die Länge des Trips in Ordnung gewesen.
Eine andere große Rolle indem Buch spielt Maris Schwester Annika, die nach zwölf Jahre nach ihren Verschwinden auftaucht und mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet. Leider erfährt man kaum etwas über Annika und hat keine Chance sie wirklich kennenzulernen, was ich sehr schade finde.
Zuletz muss ich noch sagen, dass das Buch wunderschön bildhaft geschreiben ist und man sich alles genau vorstellen kann, ohne dass die Autorin einem ein genaues Bild aufzwingt. Ich habe wirklich selten ein so wunderschön geschriebenes Buch gelesen, auch wenn es teilweise leider ein wenig kurz ist.

Meine Bewertung:
Ich fand das Buch sehr gut und gerade gegen Ende habe ich es regelrecht verschlungen. Allerdings hätte ich Annika gerne besser kennengelernt und nachdem der Roadtrip so groß angekündigt war, war er etwas kurz, sonst hätte mich das nicht gestört. Und der Schreibstil war sehr schön. Das Buch erhält also insgesamt 3,5 von 5 Punkte von mir. ��

Vielen Dank an das Bloggerportal für das Exemplar. :)

Wer ein spannendes Buch sucht, dass fast ein Thriller für Jugendliche ist, ist bei "Mädchen aus Papier" genau richtig. Spannung, Drama und Charaktertiefe gemischt mit einer Portion Liebe-eiskalt definieren dieses Jugendbuch.

Von: Scarlet & Co. Datum : 06.05.2017

https://scarletredreading.wordpress.com

Die Handlung hat mich von Anfang an gepackt, ich war direkt fasziniert von der Geschichte. Sie fängt damit an, dass Mari darüber reden, dass sie sich so fühlt, als gäbe es sie zweimal, einmal in der Nacht als unbesiegbare Mari und am Tag als der Schatten ihrer verschwundenen Schwester. Dann plötzlich kommt ihre Schwester zurück und Mari steht wieder in ihrem Schatten und alles ist wieder anders. Annika ist anders und ihre Eltern wollen das nicht akzeptieren und tun so, als ob alles total toll wäre. Mari hat sich ein Leben aufgebaut, nachdem sie begriffen hat, dass ihre Schwester nicht zurückkommt und dieses Leben droht zusammenzubrechen, weswegen sie und ihre Freunde aufgrund von einem Vorfall, den ich nicht verraten werde, eine Reise nach Italien antreten. Mehr will ich auch garnicht verraten, lest es selbst ;)

Plötzlich taucht die Schwester nach Jahren wieder auf

Von: Mara Datum : 23.04.2017

mara-ladystyle.blogspot.de/

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.

Meine Meinung:
Das Buchcover wiederspiegelt den Inhalt der Story, mir gefällt es richtig gut, und hat auch schon ein nettes Plätzchen in meinem Bücherregal gefunden.


Aufgrund diesen Inhalt der Geschichte wusste ich das es keine Leichte Kost werden wird, aufgrund dieses schwierige und emotionales Thema Es handelt sich um zwei Schwestern, die erst wieder zueinander finden müssen. Es geht um sehr viel verlorene Zeit, um Menschen, die nicht mehr dieselben sind und doch am Ort ihrer Kindheit aufeinander treffen..

Genau solch einen Fall thematisiert das Buch „Mädchen aus Papier“ Die Schwester der 15 jährigen Mari verschwand im Alter von 5 Jahren spurlos in einem Kaufhaus.
Mari wirkte als Charakter am Anfang sehr verschlossen sie überspielt gerne ihre Trauer indem sie sich der Außenwelt als starke Jugendliche zeigt, aber innerlich ist sie zerbrechlich sie wird nur immer als die Schwester angesehen die verschunden ist. Ich konnte mich in die Protagonistin hinein fühlen. Vor allem nicht richtig da zu sein zu exestieren, und nur der Ersatz der älteren Schwester ist. Die Autorin schaffte es die Charaktere authentisch darzustellen, sie wirkten glaubwürdig und emotional das ihr Handeln und Denken nachvollziehbar ist.

Die Familie versucht seit 12 Jahren über diese Tragödie hinweg zu kommen, jedoch gelingt ihnen dass nur oberflächlich und sie spielen heile Welt, wo keine ist. Das fand ich teilweise nicht in Ordnung einfach die Tragödie zu überspielen so nach dem Motte als wäre nichts. .Das Leben der Familie wird auf den Kopf gestellt, als Annika nach zwölf Jahren wieder auftaucht.Das machte die Geschichte umso mehr interessanter als Leser möchte ,an natürlich wissen was ist den passiert das die Schwester plötzlich nach Jahren wieder auftaucht. Vor der Familie erscheint dann nun eine 17 Jährige statt eine 5 Jährige sie wirkt auf die Familie natürlich fremd Und sowohl Mari, als auch ihre Eltern müssen feststellen, dass zwölf Jahr getrennt sein nicht so einfach überwundenen werden kann.


Sina Flammangs Schreibstil ist. poetisch, aber schlicht, an den richtigen Stellen metaphorisch Jedes Kapitel wird mit ein paar nachdenklichen Sätzen eingeleitet,Ich konnte einige Zitate aus dem Buch raus schreiben die ich wundervoll finde.
Am Anfang hatte ich jedoch einige Schwierigkeiten; ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass das Buch im Präsens geschrieben ist,Mit der Zeit findet man sich doch schnell hinein Es war wie gesagt am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig,..


Fazit:
Sina Flammang Jugendroman hat mir hat mich beeindrucken können die Story ist nicht an mir vorbei gegangen das ich immer noch teilweise darüber Nachdenken muss. Deshalb kann ich das Buch nur weiter empfehlen.

Rezension: Mädchen aus Papier

Von: helenaslibrary Datum : 21.04.2017

https://www.instagram.com/helenaslibrary/?hl=de

Titel: Mädchen aus Papier
Autor: Sina Flammang
Seiten: 346
Preis: 16,99€
Verlag: cbt

��INHALT��
Mari fühlt sich wie ein Mädchen aus Papier, ein Mädchen, das alle Erwartungen erfüllt und doch nur ein schlechter Ersatz ist für ihre vor Jahren verschwundene Schwester.
Als Annika plötzlich wieder auftaucht, fangen die Probleme allerdings erst richtig an. Schließlich hält Mari es nicht mehr aus, und zusammen mit ihren Freunden Ole und Clementie haut sie ab, Richtung Süden...

��MEINE MEINUNG��
Alsoooo...ich hatte so meine kleinen Problemchen mit dem Buch��
1. Fand ich das Alter der Protagonistin nicht angemessen, weil es sich für mich angefühlt hat, als wäre sie die Ältere Schwester.
2. Anfangs hatte ich kleine Probleme mit dem Schreibstil, allerdings haben diese sich ergeben, weil der Stil doch SEHR gut zum Buch passt��.
3. War mir der kleine "Roadtrip" zu kurz und zu spät.

Allerdings konnte ich mich gut mit Mari identifizieren, außerdem hat mir gut gefallen, wie ihre Gefühle ständig zum Ausdruck gebracht wurden.
Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, weil man nochmal richtig die Entwicklung der beiden Schwestern gemerkt hat����.

��ZITAT��
"Manchmal habe ich das Gefühl, aus der Realität zu rutschen. Wie ein Fahrgast bei einer Achterbahn, bei dem der Bügel nicht richtig geschlossen ist." - Mari

��FAZIT��
Ein Buch mit dem ich meine Probleme hatte, aber es war trotzdem eine schöne Geschichte und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.
������⭐/����������

rezension zu mädchen aus papier

Von: Hanna Datum : 20.04.2017

hannas-buechertraum.blogspot.de/

Informationen zum Buch:

Verlag: cbt

Autorin: Sina Flammang

Bewertung: 4/5

Preis: 16,99€



Inhalt



Maris Schwester Annika ist vor drei Jahren verschwunden seitdem ist sie in einer Selbsthilfe gruppe. Als annika dann plötzlich wieder auftaucht ändert sich für Mari die ganze Welt und sie fährt mit ihren Freunden nach Italien mit einem gestohlenen Auto.



Meinung

Nochmal vielen Dank an den cbt Verlag für die Zustellung dieses Rezensionsexemplars.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich fand den Klappentext zwar nicht so ansprechend aber dafür war den Inhalt umso besser. Ich habe immer richtig mitgefiebert ob Annika noch auftaucht und ob sie wirklich die Schwester von Mari ist. Mir waren Maris Freund Ole und Chlementin schon von Anfang an sehr sympatisch und habe sie sofort beide ins Herz geschlossen. Ich fand an Ole einfach so toll das er nie aufgehört hat seinen Bruder zu finden und sogar dafür eine lange gefährliche Reise auf sich nimmt.


Wahre Freundschaft ist auch wie man hier zb. sieht sie halten immer zusammen und helfen sich gegenseitig unterstützen. Mari und Chlementin haben Ole geholfen seinen Bruder zu finden und haben dafür ein Auto gestohlen. Ich fand das Ende mega imotional und ich fand das sich die Spannung übers ganze Buch gezogen hat.



Personen

Ich fand die Personen also Mari sehr sympatisch aber in manchen Situationen hat sie meiner Meinung nach ein bisschen übertrieben. Annika fand ich auch im Charakter sehr cool. Ole und Chlementin fand ich so mega cool vorallem Chlementin sie ist einfach so eingebildet aber trotzdem mochte ich sie voll gerne und Ole ich stelle mir Ole immer als gut aussehenden und charmanten Jungen vor. Ich ganze fand ich das die Personen sehr gut umgesetzt wurden.



Fazit

Mir hat das Buch sehr gut gefallen was mich ein bisschen gestört hat war das ich manche Situationen die Handlung nicht kapiert habe daher gebe ich dem Buch 4/5 Sterne.





Tiefgründig und emotional mit schwerer Thematik

Von: Sandy Datum : 15.04.2017

https://bookremix.blogspot.de/

Autor: Sina Flammang
Titel: Mädchen aus Papier
Verlag: cbt / Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House
Datum der Erstveröffentlichung: 20. 03. 2017
Seiten (gebundene Ausgabe): 352 Seiten
ISBN: 357016460
Preis: HC 16,99€ / Ebook 13,99€
Leseprobe:71606_4c[1]

Inhalt:

Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.
Meine Meinung:

Es ist ein sehr sensibles Thema, das die Autorin hier aufgegriffen hat. Immer wieder hört man von vermissten oder toten Kindern, aber niemand beleuchtet die Geschichte der Geschwister. Genau das war es, was mich so neugierig gemacht hat und weswegen ich dies Geschichte unbedingt lesen musste. Ich kann bereits jetzt sagen, dass sich diese Neugier gelohnt hat...

Jedes jahr verschwinden in Deutschland mehr als 50.000 Kinder . Erschreckende Zahlen-oder? Ich kann und mag mir gar nicht vorstellen wie schlimm es für die Familien sein muss, wenn plötzlich ein Mensch den man liebt ,spurlos verschwindet. Man fragt sich natürlich auch wiese diese Thema nicht öfter in Büchern aufgegriffen wird und ich hoffe das das in Zukunft öfter vorkommt , da es sich hierbe um ein wichtiges Thema handelt un hoffe das noch viele Weitere so tolle Geschichten wie "Mädchen aus Papier", dabei herauskommen.

Insgesamt hat es durch eine andere Behandlung, als man es vielleicht erwartet hätte, geglänzt. Flammang konzentriert sich auf die Schwierigkeiten, die Annikas Wiedervereinigung mit ihrer Familie für alle bedeutet. So formelle Dinge wie die Betreuung durchs Jugendamt werden hierbei eher kurz gehalten und sich vor allem auf die kleine Schwester konzentriert
Charaktere:

Waren mir alle sehr symphatisch und auch die Nebencharaktere konnte ich schnell ins Herz schließen. Allerdings hat mich die Sache mit Der Magersucht von Clementine gestört. Vor allem das die anderen das einfach hingenommen haben und ich mir zeitweise nicht mal sicher war , ob die andern ihre Krankheit eigentlich bewusst waren.

Bei annika war ich geteilter Meinung. Mir ist schon klar das ihre Familie praktisch Fremde für sie waren aber sie hat sich schon einiges geleistet und ich fand die ungerechte Behandlung ihrer Eltern besonders schlimm. Während Mari als eifersüchtige kleine Schwester dargestellt wird, lassen sie Annika alles durchgehen...
Schreibstil:

Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen außerdem ist er sehr ruhig gehalten, was mich aber zu keiner Zeit gelangweilt hat. Die Geschichte lebt durch genau diese Art und es muss nicht immer laut und rasant zugehen.
Fazit:

Obwohl mir das Buch insgesamt gefallen hat es mich trotzdem nicht total überzeugt.
. Clementine, Ole und Mari fahren erst im letzten Viertel des Buches nach Italien und ich für meinen Teil eigentlich einen Schwerpunkt auf dieser Reise erwartet und einen Fokus auf das Thema Freundschaft. Ansonsten war es eine ehr berührende Geschichte mit einem schwierigen Thema.


Beeindruckendes Debüt

Von: Katharina P. Datum : 11.04.2017

svenjasbookchallenge.blogspot.de/

Am Anfang war ich, um ehrlich zu sein, etwas enttäuscht. Die Geschichte läuft eher gemächlich an und hat mich nicht wirklich in den Bann ziehen können. Ich wusste nicht so recht, was ich von Mari halten sollte. Aber irgendwann (ich glaube, es war so nach dem ersten Drittel) kam dann der Punkt, als mir die Geschichte unter die Haut zu gehen begann. Vielleicht lag es daran, dass Sina Flammang sehr viele nachdenkliche, philosophische Abschnitte in die Handlung einbaut, welche Maris Gedanken widerspiegeln und sie, gemessen an ihrem zarten Alter, sehr reif und klug wirken lassen. Vielleicht lag es daran, dass die Geschichte mit jeder Seite komplexer und ereignisreicher wird. Zu Beginn machte Mari (trotz ihrer Interaktionen mit Niklas) einen eher isolierten, passiven Eindruck auf mich. Aber spätestens ab den Gruppentreffen kam die Handlung allmählich ins Rollen und wurde dadurch für mich interessanter. Einen nicht unwesentlichen Anteil haben daran Clementine und Ole bzw. die Dynamik zwischen den Dreien und ihre Art, miteinander umzugehen. Die Tatsache, dass sie sich gegenseitig unabhängig von ihren Macken und Eigenarten (z.B. Clementines überdrehte und im Kontrast dazu Oles grummelige Art) akzeptiert haben, war für mich Beweis genug, dass diese Freundschaft unglaublich stark und keine oberflächliche Zweckgemeinschaft ist. Zwar sieht das auf den ersten Blick nicht wirklich so aus, aber je länger man die Drei "beobachtet", desto mehr ist man davon überzeugt. Ich liebe es einfach, wenn mehrere Underdogs zusammenfinden und sich trotz ihrer widersprüchlichen Persönlichkeiten ergänzen.
Vollständig emotional involviert war ich dann ab dem Moment, an dem Annika zurückgekehrt ist, denn dadurch wird Maris Leben zunehmend komplizierter statt leichter. Mit jeder Seite hat sich bei mir mehr und mehr Wut aufgestaut: auf Annika, auf Maris Eltern, auf Niklas und auf Clementine. Aber der Reihe nach.
Die Reunion mit Annika hätte wunderbar sein können. Nach all den Jahren des Hoffens, Suchens und Wartens haben sich mit ihrer Wiederkehr alle Träume von Mari und ihrer Familie erfüllt. Es war natürlich abzusehen, dass die Wiedereingliederung in den familären Kreis nicht ganz so einfach werden würde. Schließlich hat Annika den längsten (und prägendsten) Teil ihrer Kindheit bei einer anderen Frau verbracht. Ihre Eltern und ihre Schwester müssen ihr da wie Fremde vorgekommen sein. Sowohl ihre emotionale Distanziertheit als auch ihre Geheimniskrämerei waren verständlich und ich hätte sie ihr leicht verzeihen können - wenn es nur das gewesen wäre. Aber was sie sich teilweise geleistet hat, hat mich wahrlich auf die Palme gebracht. Das Schlimmste daran war allerdings, dass ihre Eltern ihr jeden Fehltritt verziehen und ihr quasi Absolution erteilt haben, während Mari wie ein aufmüpfiges, eifersüchtiges Kind behandelt wurde. Ich kann durchaus verstehen, dass sie das Gefühl hatte, ihr würde auf einen Schlag alles genommen. Die ganze Situation war einfach unfair!
Damit ist auch schon begründet, warum mich ihre Eltern so aufgeregt haben. Ich kann es nicht leiden, wenn Geschwister ungleich behandelt werden (wahrscheinlich, weil ich selbst eine Schwester habe), die zwei das aber einfach nicht realisiert haben.Ich erwarte ja gar nicht, dass Eltern perfekt sind, und behaupte auch nicht, dass die Situation für sie nicht auch vertrackt gewesen ist, aber dafür, dass sie bewusst die Augen vor der Wahrheit (die ihnen Mari mehr als ein Mal gesagt hat) verschlossen haben, fehlt mir jegliches Verständnis.
Auch meine Wut auf Niklas, Maris Love-Interest, steht u.a. im Zusammenhang mit den oben genannten Punkten. Jedoch hatte ich ihn schon vorher weder richtig sympathisch, noch passend für Mari gefunden. Eine gewisse andere Person war mir in der Beziehung wesentlich lieber.
Last but not least war ich auch auf Clementine sauer, weil sie sich selbst mit ihrer Magersucht (nennen wir das Kind doch beim Namen) zugrunde gerichtet hat. Zugegeben: da spielt bei mir eine äußerst persönliche Komponente mit hinein, sodass ich dahingehend möglicherweise überempfindlich bin. Trotzdem denke ich, dass dieses Thema niemanden unberührt lässt. Was mich daran besonders gestört hat, war jedoch weniger, dass sie nichts gegessen hat, sondern dass die anderen das stillschweigend hingenommen haben. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt war ich mir nicht einmal sicher, ob sie sich Clementines Krankheit überhaupt bewusst gewesen sind. Mir war des Öfteren wirklich nach Schreien zumute.
Der Plot hat sich daher insgesamt als wesentlich konfliktreicher und komplexer herausgestellt, als ich zu Beginn vermutet hatte. Die einzelnen Themen hat Sina Flammang meiner Meinung nach sehr gekonnt miteinander verknüpft und gut portioniert: ich war zwar oftmals angesichts der Ungerechtigkeit sprachlos und (stellvertretend für Mari) am Rand der Verzweiflung, aber mit meinen Nerven war ich (Gott sei Dank) nicht am Ende. Es ist definitiv ein Roman, den man nicht ganz so schnell verarbeitet. Einige der oben genannten Aspekte nagen immer noch an mir und bei manchen Personen (wie z.B. Annika) bin ich mir auch jetzt nicht ganz klar, ob ich sie leiden kann oder nicht. Manchmal ist es jedoch völlig ausreichend, wenn eine Figur in einer Grauzone bleibt.
Ein wenig für Verwirrung hat bei mir jedoch der Umstand gesorgt, dass der angekündigte Trip in den Süden sehr lange auf sich hat warten lassen. Basierend auf dem Klappentext ging ich davon aus, dass er den Hauptteil der Handlung einnehmen würde, aber das war nicht der Fall. Daher wurden bei mir diesbezüglich die falschen Erwartungen geweckt. Im Endeffekt war es nicht sonderlich tragisch und hat meinen Gesamteindruck nicht negativ beeinflusst, ich war lediglich überrascht.

Fazit

Sina Flammangs Debüt hat mich - nach einigen Anlaufschwierigkeiten - sehr beeindruckt. Sowohl die Story als auch die Charaktere sind definitiv nicht spurlos an mir vorüber gegangen - manche im positiven, manche im negativen Sinne - und letztlich habe ich in vielerlei Hinsicht mehr von der Geschichte bekommen, als ich mir erhofft hatte. Ich werde mein Auge auf Flammangs künftige Werke haben!

Anders als erwartet

Von: Das Bücherregal Datum : 10.04.2017

dasbuecherregal.de/

Wie wäre es, wenn deine Schwester fast dein ganzes Leben lang verschwunden war und jetzt einfach wiederkehrt?
Wie wäre es, wenn nichts, was du dir ausgemalt hast, wahr wird und es sich vollkommen anders entwickelt?
Der Inhalt:

Im Alter von fünf Jahren wird Annika aus dem Leben ihrer Eltern gerissen und verschwindet für die nächsten zwölf Jahre. Zurück bleiben nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre zwei Jahre jüngere Schwester Mari, die sich als Schatten ihrer großen Schwester fühlt. Maris gesamtes Leben wird vom Verschwinden ihrer Schwester geprägt und ihre einzigen Freunde lernte sie in einer Gruppe für die Geschwister verlorener Kinder kennen.
Die Überpräsenz ihrer Schwester geht so weit, dass sich Mari nur nachts real fühlen kann und sich tagsüber wie eine Puppe vorkommt.
Als Annika jedoch eines Tages zurückkehrt, wird das Leben der Familie erneut auf den Kopf gestellt und für niemanden verläuft die Wiedervereinigung ansatzweise so, wie es sich vorgestellt wurde. Offensichtlich verbirgt Annika viele Geheimnisse und vor allem eines unterscheidet sie vom Rest ihrer Familie: Das vollkommen andere Leben, das sie die letzten Jahre über geführt hat.
Nach einer Weile hält es Mari, die sich von Annika aus ihrem eigenen Leben verdrängt fühlt, nicht mehr aus. In einer Nacht und Nebel Aktion haut sie mit Clementine und Ole, zwei weiteren „Gruppen“mitgliedern nach Italien in ein kleines Dorf ab, wo Oles Bruder vor Jahren im Urlaub verschwand.
Umsetzung:

Etwa 50.000 Kinder verschwinden jährlich in Deutschland für längere Zeit, so die Mittelbayerische Zeitung im Jahre 2011. Erschreckend hohe Zahlen, die die Frage aufwerfen, warum das Thema „Verschwundene Kinder“ nicht häufiger in der Literatur thematisiert wird. „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott lief vor ein paar Tagen in den deutschen Kinos an und diese zeitliche Parallele lässt vermuten, dass Thema in Zukunft öfter aufgegriffen werde.
Wie aber ging „Mädchen aus Papier“ mit diesem mehr als schwierigen Thema um?

Insgesamt hat es durch eine andere Behandlung, als man es vielleicht erwartet hätte, geglänzt. Flammang konzentriert sich auf die Schwierigkeiten, die Annikas Wiedervereinigung mit ihrer Familie für alle bedeutet. So formelle Dinge wie die Betreuung durchs Jugendamt werden hierbei eher kurz gehalten und sich vor allem auf die kleine Schwester konzentriert. Nach meinem Geschmack wurde die allererste Wiedervereinigungszeit allerdings etwas sehr kurz gehalten.
Zum Ende hin wird besonders deutlich, wie sehr MarisBewusstsein für die Situation im Kleinkinderalter unterschätzt wurde und wie sehr sie das Ganze wirklich belastet hat. Nicht nur ihre Siutation im Speziellen, sondern die mehrerer „zurück gebliebener" Kinder steht im Mittelpunkt. Ebenfalls wird der Umgang der Presse mit diesem sensiblen Thema aufgegriffen. In meinen Augen eine gelungene Mischung.
Maris Gefühle wurden recht bildlich beschrieben und wenngleich man sagen könnte, dass sie eine etwas egozentrische Figur ist, verübelt man Mari ihr Verhalten nicht, da es insgesamt relativ nachvollziehbar präsentiert wurde .
Spannend fand ich vor allem die ungewöhnlich dramatische Nebenfigur Clementine. Sie ist magersüchtig und steigert sich in das Vorhaben, die Miss Monaco Wahl zu gewinnen, hinein, weil ihre verschwundene Schwester sie kurz vor ihrem Tod gewann.
Die angedeuteten Dreiecksbeziehungen, die sich zwischen zwei Jungen und den zwei Schwestern Mari und Annika hätten entspinnen können, wurden zum Glück nicht allzu sehr ausgeführt. So konzentrierte sich das Buch auf die eigentliche Thematik, schaffte es aber dennoch, viele Nebenaspekte einzubringen, die das Handeln der Figuren erklären und sie menschlich zu machen.

Obwohl mir das Buch insgesamt gefallen hat, vermochte es mich nicht von den Socken zu hauen und zwei Aspekte haben mich wirklich gestört, für die allerdings der Verlag und nicht die Autorin selbst verantwortlich zu machen wäre.
Zum einen war das Buch recht groß gedruckt, zum anderen hat der Klappentext mit der Ankündigung des Italientrips eine völlig andere zeitliche Dimension vermittelt, als letzten Endes im Buch vorkam. Clementine, Ole und Mari fahren erst im letzten Viertel des Buches nach Italien und ich für meinen Teil eigentlich einen Schwerpunkt auf dieser Reise erwartet und einen Fokus auf das Thema Freundschaft. Insgesamt wurde das Thema des Verschwindens also viel direkter und mit wesentlich mehr "Vorlauf" behandelt. So standen letzten Endes das Umeinanderherumschleichen und Annikas merkwürdiges Verhalten nach ihrer Ankunft direkt im Mittelpunkt, was ich auf eine indirektere Art erwartet hätte.
Mein Fazit:

Mädchen aus Papier war definitiv anders, als ich es erwartet hätte. Es ist nichtsdestotrotz ein ansprechendes Jugendbuch, das eine schwierige Thematik sprachlich passend an seine Leserschaft heranträgt und durch besonders spannende Nebenhandlungen und –Aspekte überzeugt.

Und dann taucht deine Schwester nach 12 Jahren plötzlich wieder auf...

Von: Franzy Datum : 09.04.2017

franzyliestundlebt.blogspot.de/

Erster Satz
Früher, als ich noch klein war, hatte ich Angst vor dem Spiegel.

Meine Meinung
Es muss der schlimmste Moment im Leben von Eltern sein. Das eigene Kind stirbt oder verschwindet plötzlich spurlos. Doch so sehr die Eltern immer bemitleidet werden - was ist mit den hinterbliebenen Geschwistern? Fragt irgendjemand wie es für sie ist? Wie sie sich fühlen oder welcher Druck nun auf ihnen lastet? Werden sie überhaupt noch gesehen oder wenn überhaupt nur noch mit dem fehlenden Kind verglichen? Müssen sie eine Lücke auffüllen?

Mari ist so ein hinterbliebenes Kind. Vor 12 Jahren verschwand ihre Schwester spurlos. Entgegen der Regel taucht Annika wieder auf. Doch ist sie noch das Kind, das sie mal war? Wo war sie die ganze Zeit? Und was ist ihr widerfahren?

In all den Jahren hat Mari sich daran gewöhnt einfach nur das andere Kind zu sein. Doch als Annika wieder da ist, ändert sich das schlagartig. Sie fühlt sich unverstanden, ungeliebt und fast schon unsichtbar. Als hätte sie nie wirklich gelebt und wäre auch nicht weiter wichtig.
Halt findet sie in ihren Freunden, Ole und Clementine, aus der "Gruppe". Alle drei werden zu "Gruppe" gezwungen. Dabei handelt es sich um eine sich regelmäßige treffende Gruppe von hinterbliebenen Geschwistern, die ihnen helfen sollen mit dem Verlust klarzukommen. Als es Mari reicht, reißt sie aus - und nimmt Ole und Clementine direkt mit.

Es ist ein sehr sensibles und emotionales Thema, das die Autorin hier beschreibt. Immer wieder hört man von vermissten oder toten Kindern, aber niemand beleuchtet die Geschichte der Geschwister. Genau das war es, was mich so neugierig gemacht hat. Ich kann bereits jetzt sagen, dass sich diese Neugier gelohnt hat - das Buch ist mehr als gelungen.

Über den Inhalt will ich gar nicht mehr verraten, sonst nehme ich jedem die Spannung, der dieses Buch noch lesen möchte. Was sich übrigens wirklich lohnt ;-)

Was mir persönlich ganz besonders gut gefällt, ist der wunderbar flüssige Schreibstil, der den Leser gut vorankommen lässt und die unglaublich gut herausgearbeiteten Charaktere.
Jede noch so kleine Nebenfigur wird so beschrieben, dass ich sie mir beim Lesen ganz genau vorstellen konnte. Außerdem sind die Emotionen der Personen so beschrieben, dass man die Handlungen und Gefühlslagen hervorragend nachvollziehen kann. Vielleicht würde man selbst anders agieren und reagieren, aber immerhin versteht man, warum er/sie es in diesem Augenblick genau so macht.

Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass irgendetwas besonders konstruiert war oder so nie hätte sein können. Klar, über die Sache mit dem Roadtrip kann man sich streiten - aber zumindest hätte alles so klappen können ;-)

Textstellen
Am Tag nach dieser Aufnahme sind meine Eltern mit Annika und mir zum Einkaufen gefahren.
Zurückgekommen sind sie nur mit mir.
(Seite 29)

Das Mädchen auf dem Foto ist der Zellhaufen, der Annika vor zwölf Jahren war. Aber die neue Annika ist eine Fremde.
(Seite 135)

Fazit
Ein ganz wunderbares Buch über die Emotionen hinterbliebener Geschwister.
Über die Hoffnung, dass sie zurückkommen und alles wieder so wird wie es war. Die Erkenntnis, dass es nicht so sein wird und das Arrangement mit den Dingen, die passieren.

Außerdem geht es um Liebe, Freundschaft, Vertrauen und darum auch Freunde zu etwas zu zwingen, wenn es notwendig ist - ohne ihnen etwas Böses zu wollen.

Wenn die Schwester nach zwölf jahren zurück kehrt ...

Von: Miss PageTurner Datum : 05.04.2017

miss-page-turner.blogspot.de

Meine Meinung:
Wer erinnert sich nicht an Fälle von verschwundenen Kinder? Solche Fälle bekommen oft eine riesen mediale Aufmerksamkeit, doch ist das öffentliche Interesse erstmals abgeklungen fragt sich bis auf die betroffenen Familien kaum einer was aus den verschwundenen Kinder geworden ist oder wie diese mit der Angst, der Trauer und der Ungewissheit umgehen. Und noch weniger fragen sich, was mit der Familie passiert, wenn die Verschollene nach Jahren wieder zurück kehrt.

Genau solch einen Fall thematisiert das Buch „Mädchen aus Papier“ Die Schwester der 15 jährigen Mari verschwand im Alter von 5 Jahren spurlos in einem Kaufhaus. Die Familie versucht zwar über diese Tragödie hinweg zu kommen, jedoch gelingt ihnen dass nur oberflächlich und sie spielen heile Welt, wo keine ist. Das geht schon zwölf Jahre so und Mari hat sich mittlerweile daran gewöhnt, allerdings hat sie immer das Gefühl „nicht richtig da zu sein“ und nur ein Ersatz für die verschwundene ältere Schwester zu sein. Das Leben der Familie wird auf den Kopf gestellt, als Annika nach zwölf Jahren wieder auftaucht. Doch die mittlerweile 17 jährige ist nicht mehr das kleine fünfjährige Mädchen, dass die Familie kannte. Und sowohl Mari, als auch ihre Eltern müssen feststellen, dass zwölf Jahr getrennt sein nicht so einfach überwundenen werden kann.

Es ist ein sehr emotionales Thema, dass Sina Flamming hier anpackt und bis auf zwei Schwächen, gelingt ihr die Umsetzung auch ganz gut.
Sehr gut gelungen, sind ihr die Charaktere. Sie handeln und denken sehr realistisch und verfügen wie es die geschilderte Situation auch erfordert eine komplexe Gefühlslage. Bei einer solchen einschneidenden Veränderung fühlt man eben nicht nur eine Sache und dementsprechend kann, ja sogar muss Mari glücklich, traurig und wütend zugleich sein. Auch die anderen Charaktere wie Clementine, Ole oder Maris Eltern fühlen auf mehrere Ebenen. Das führt zwar dazu, dass man als Leser nicht immer mit den Charakteren übereinstimmt, aber wer mag schon alle Charakterzüge an einem Menschen? Den perfekten Menschen gibt es nicht und das zeigt auch die Autorin sehr gelungen mit ihren Charakteren.

Allerdings muss ich sagen, bei all der Tiefgründigkeit, rutscht das Buch sprachlich auch hin und wieder zu sehr ins melodramatische ab. Gerade die Sprüche, Zitate und Sätze am Anfang jedes Kapitels wirken oft zu dick aufgetragen. Diese Tatsache, zusammen mit ein paar Szenen, die die Geschichte kaum voran bringen und fast schon belanglos sind, lässt das Buch zur Mitte hin etwas zäh werden. Dafür gab es ein Stern Abzug.
Noch eine andere Sache, die zugegeben eher der Fehler des Verlages, als der Autorin ist: Der im Klapptext erwähnte Italientrip erfolgt nämlich erst auf Seite 236 von 352! Wenn man den Klapptext liest geht man mit der Erwartung an das Buch, dass der Italien Road-Trip den Hauptteil der Handlung ausmachen würde, aber im Endeffekt spielt er sich auf gerade mal rund 100 Seiten ab. Für die Geschichte ist es gut so wie es ist, aber da man als Leser eine andere Erwartungshaltung hat, wird man unweigerlich enttäuscht. Das ist schade, denn ohne diesen Klapptext wäre mein Gefühl nach Beendigung es Buches sicher besser gewesen.

Fazit:
„Mädchen aus Papier“ ist ein gelungene, emotionales Buch, dass sehr komplex die Gefühle seiner Charaktere aufarbeitet, aber mit ein paar zähen Stellen zu kämpfen hat.

Rezension: Sina Flammang ‘Mädchen aus Papier’

Von: miss_mandrake Datum : 03.04.2017

www.live-breath-words.de

Autor: Sina Flammang
Titel: Mädchen aus Papier
Herausgeber: cbt / Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House
Datum der Erstveröffentlichung: 20. 03. 2017
Buchlänge (gebundene Ausgabe): 352 Seiten
ISBN: 3570164608
Preis: HC 16,99€ / Ebook 13,99€
Erwerben https://www.amazon.de/Mädchen-aus-Papier-Sina-Flammang/dp/3570164608/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1491247903&sr=8-1&keywords=Mädchen+aus+papier


Klappentext:

“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“
Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.


Inhalt:

Es gibt zwei Maris: Eine Tag-Mari, die sich wie eine Puppe verhält und mit ihrer Puppenfamilie in einem Puppenhaus lebt. Alle frühstücken gemeinsam und jeder tut so, als wäre alles normal.
Aber es gibt auch eine Nacht-Mari, deren ältere Schwester Annika in einem Kaufhaus spurlos verschwundenn ist, als sie drei Jahre alt war.
Von ihren Eltern wird diese Situation weitestgehend totgeschwiegen, da keiner so richtig weiss, wie er damit umgehen soll.
Einzig Mari wird in eine Gruppentherapie geschickt, um mit anderen Betroffenen über den Verlust eines nahestehenden Menschen umzugehen. Doch Sie kannte ihre Schwester kaum und die wenigen Erinnerungen an sie sind fast vollständig verblasst.
Doch plötzlich taucht Annika nach zwölf Jahren wieder auf und die Familie, vor allem Mari ist zwischen Angst, Sorge und Misstrauen hin und her gerissen.
Es geht um zwei Schwestern, die erst wieder zueinanderfinden müssen. Es geht um viel verlorene Zeit, um Menschen, die nicht mehr dieselben, aber doch eine Familie sind.


Meine Meinung:

Maris Blick auf die Welt ist recht eigensinnig, aber dennoch war sie mir sofort sympathisch. Auch die anderen Protagonisten wirkten sehr authentisch.
Der Schreibstil von Sina Flammangs ist sehr ruhig gehalten, was mich aber zu keiner Zeit gelangweilt hat. Die Geschichte lebt durch genau diese Art und es muss nicht immer laut und rasant zugehen.
Auch die ehr nachdenklich gehaltenen Sätze, die jedes neue Kapitel einleiten haben perfekt zum Gesamtbild gepasst.
Der im Klappentext erwähnte Trip nach Italien spielt in der Story selbst aber kaum eine Rolle.


Fazit:

‘Mädchen aus Papier’ ist eine gefühlvolle, ruhige Geschichte, das einem ans Herz geht.
Kindesentführungen sind keineswegs fiktiv. Sie sind real, schmerzhaft kaum in Worte zu fassen.
Ich habe das Buch es sehr gerne gelesen und kann es wirklich weiterempfehlen.

... wie aus dem Nichts wieder aufgetaucht

Von: Madame Penumbra Datum : 21.03.2017

https://imbuecherzelt.wordpress.com

Jeder hat sich doch sicher schon einmal Gedanken gemacht, wenn ganz groß auf den Titelseiten der Zeitungen von Vermissten die Rede war. Kinder, die spurlos verschwinden und leider meistens nur tot aufgefunden werden. Doch was ist, wenn die eigene, längst tot geglaubte Schwester auf einmal wieder auftaucht?

Dieser schwierigen Situation musste sich die Protagonisten des Buches, Mari, stellen. Fünf Jahre war ihre Schwester verschollen und auf einmal ist sie wieder da. Neben der eigentlich zu erwartenden Freude überwiegt jedoch eher die Angst, die Sorge und vor allem das Misstrauen. Flammang hat ein sehr bewegenden und zugleich beängstigendes Thema ausgewählt. Kindesentführungen sind keineswegs fiktive Geschehnisse, sondern sie sind real, waren schon immer da und werden auch immer präsent sein.

Sina Flammang ist dem Stil des Young-Adult-Romans treu geblieben und begeistert mit einer leichten und jedoch sehr detaillierten Schreibweise, welche den Leser in die Geschichte eintauchen lässt. Während der gesamten Geschichte hatte ich das Gefühl, dass ich mit Mari, Clementine, Ole und Annika vor Ort bin. Ich habe mich sofort wohlgefühlt, was sicherlich auch an der Tatsache lag, dass die beschriebenen Gedanken und Gespräche so realistisch rüber kamen und man sich oft selbst darin wiedererkannt hat. Mari ist das typische Beispiel für Außen hart und Innen weich. Während andere Kinder ihre Kindheit genießen konnten, wurde sie immer nur als kleine Schwester des verschwundenen Mädchens gesehen und behandelt. Ihre Eltern waren hierbei auch nicht gerade das Paradebeispiel ... nach einer gewissen Zeit haben sie einfach nur versucht das idyllische Puppenhausleben aufrecht zu erhalten. Das Einzige was mir bei der Geschichte etwas gefehlt hatte war eine detailliertere und ausführlichere Beschreibung der Reise. Innerlich hatte ich mich so sehr darüber gefreut etwas mehr von einem Teenie-Roadtrip zu lesen, welcher jedoch nur ca. 40 Seiten andauerte.

Das Cover ist sehr schön gestaltet und spiegelt den Inhalt der Geschichte relativ gut wieder.

Für meine kleine Enttäuschung hinsichtlich des Road-Trips gibt es von mir vier von fünf Punkten.