Leserstimmen zu
Redemption Road - Straße der Vergeltung

John Hart

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Inhalt: Der Ex-Cop Adrian wird nach 13 Jahren aus dem Gefängnis entlassen, wo er wegen Mordes einsaß. Er soll Julia, die Mutter Gideons ermordet haben und nur seine Kollegin Elisabeth glaubt an seine Unschuld, während alle anderen an sein Schuld glauben und Gideon Rache will für den Tod seiner Mutter und für ein Leben ohne Wärme und Geborgenheit. Als kurz nach Gideons Entlassung ein weiterer Mord geschieht, dessen Ausführung auf den selben Täter wie vor 13 Jahren hindeutet, gerät Adrian wieder in den Focus der Ermittlungen. Meine Meinung: Es gibt Krimis und Thriller, die liest man so weg. Es gibt einen Fall, die Ermittler ermitteln, geraten evtl. selbst noch in Gefahr und am Ende bekommt der Täter seine Strafe, das ist im besten Fall hochspannend und pures Lesevergnügen. Und dann gibt es Bücher wie Redemption Road von John Hart, bei denen ein einfaches, schnelles durchlesen nicht möglich ist, Bücher die eine komplexe Handlung haben, deren Protagonisten so vielschichtig sind, das ein hohes Maß an Konzentration gefordert ist um auch nur annähernd in die Geschichte eintauchen zu können. Stück für Stück legt der Autor das Innerste seiner Charaktere frei, der Leser erfährt warum z.B. Elisabeth so eine starke Bindung zu Gideon aufbaut, was in ihrer Vergangenheit geschah, das sie eher sich selbst aufgeben würde als zu verhindern das einem schwächeren Leid geschieht. Hart führt seine Leser auf falsche Fährten, so manches mal dachte ich: Ah so natürlich um im nächsten Moment wieder an völlig andere Beweggründe und Motive zu glauben. John Harts Sprache, ist schonungslos und offen und doch hatte ich aller Brutalität zum Trotz nie den Eindruck eine bluttriefenden Thrillers. John Hart ist ein Wortkünstler der seinesgleichen sucht. Wenn jetzt jemand kommt und sagt: Erzähl mir doch mal die Handlung. Dann muss ich passen, denn um die Handlung zu erzählen müsste ich mit den Protagonisten anfangen, ich müsste Elisabeth, Adrian, Channing, Die Gefängniswärter usw. charakterisieren, ihr Vielschichtigkeit offen legen, die Beweggründe jedes Einzelnen um dann zur Handlung zu kommen die mit so vielen Wendungen und Kniffen aufwartet, wie man es in solch einer Logik nur selten findet. Das kann ich nicht, dafür fehlen mir die Worte. Darum meine Empfehlung: Lesen.

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Mehr erwartet

Von: Mella

09.11.2017

Meinung: Der Klappentext hört sich nach einer spannenden Geschichte an aber leider hatte ich so meine Probleme mit dem Buch. Wir haben hier einen kleinen Jungen, deren Mutter vor vielen Jahren getötet wurde. Der Mörder sitzt im Gefängnis und steht kurz vor seiner Entlassung. An dem Tag der Entlassung will der Junge den Tod seiner Mutter rächen. Dabei kommt es aber zu einer Schießerei und der Junge schwebt in Lebensgefahr. Daneben haben wir noch Liz, die ein kleines Mädchen gerettet hat aber dafür jetzt nicht nur positive Rückmeldung bekommt. Sie findet es gerecht, was sie getan hat aber nicht alle sehen es so. Den Jungen, der bei der Schießerei war, bedeutet ihr sehr viel und sie will ihm helfen. Dabei begibt sie auf Wege und findet Dinge heraus, die besser im Verborgenen geblieben wären. Ich muss sagen, ich hatte leider so meine Probleme mit der Geschichte. Ich bin nur sehr schwer reingekommen. Die Geschichte rund um den kleinen Jungen fand ich am interessantesten und konnte mir auch am meisten geben aber zu Liz oder auch den anderen Personen konnte ich keinerlei Verbindung aufbauen und konnte mich leider nicht in die Geschichte so fallen lassen, wie erhofft. Ich fand leider auch sehr schwer, die Zusammenhänge manchmal zu verstehen und mir konnte die Geschichte einfach nicht das geben, was ich einfach erhofft hatte. Fazit: Die Geschichte rund um den kleinen Jungen fand ich sehr interessant und hat mich auch am meisten interessiert. Mit Liz und auch den anderen Persionen kam ich leider nicht so klar und generell hatte ich einfach große Schwierigkeiten mit dem Buch.

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Wow

Von: Michael Lehmann-Pape

01.10.2017

„So viel Liebe. So viel Herzweh!“. Und so viel Schmerz und Zerstörung in den Personen. Gute, zerstörte Menschen. Böse zerstörende Menschen. Schwache Menschen. Schützende Menschen und gerade dadurch angreifbar über jene, die sie schützen wollen. Und alles zusammen in einer Melange von Hitze, Härte, Gewalt, Suche, Verlust, Serienmord, dass es fast die Seiten des Buches sprengt. „Lach mich nicht aus!“. „Sie lachte nur noch mehr“. Und dass am Rande zwischen Tod und Leben. Lachen, dass sie noch ins ich fühlen wird, „einen Moment lang hell und strahlend, dann matt und sterbend wie sie selbst“. Ein Mann, ehemaliger Polizist, im Gefängnis. Verurteilt als Mörder an einer Frau. Auf einem Altar. In einer Kirche. Der ein Geheimnis kennt. Das andere dort um jeden Preis erfahren wollen. Um wirklich jeden Preis. Eine Frau, Polizistin. Hart und weich, erfahren und doch kaum in der Lage, gegen den Gang der Ereignisse, der auch sie immer tiefer zur Gejagten machen wird, etwas zu tun. Zwei Jugendliche, Kinder fast noch. Der eine gebrochen vom einem Tod vor langer Zeit. Die andere fast in Splittern nurmehr innerlich vorhanden durch ein Ereignis in der Gegenwart. Und alles dreht sich um Klärung. Der gesamte Polizeiapparat hat sich festgelegt, wer schuld ist und wie diese Klärung auszusehen hat. Und das gilt nicht nur für die Polizisten „da draußen“. Immer enger ziehen sich Schlingen um Hälse und immer weniger wird klar, wem man vertrauen kann und wem nicht. Denn am Ende hängt alles und jeder mit allem und jedem zusammen. Ein Ende, das böse wird. Hart und böse. Richtig hart und böse. In einem Finale, das wie dieser Silo mitten auf dem Land, in der Hitze, Meilen entfernt von jedem menschlichen Leben, solitär aufragt. Jeder auf sich gestellt sein wird. Nachdem Hart den Leser mehrfach im Thriller nach allen Regeln der Kunst in kalte Bäder der Ernüchterung, in brutale Situationen und, vor allem, in überraschende Wendungen des Falles mit den vielen kleinen Fällen am Rande wie in einen Sog gezogen hat, der es fast unmöglich macht, das Buch nicht in einem Durchgang zu lesen. Weder Kinder noch hilflose Frauen, weder Glaube und Kirche noch ehrbar scheinende Polizisten, weder fast 90jähige Männer noch harte Aufseher im Gefängnis entpuppen sich als die, die sie scheinen und werden nicht verschont von Gefahr, Bedrohung, Blut, Verletzung und äußerem wie innerem Schmerz. Wobei die Möglichkeiten, davonzukommen, bei aller Tapferkeit, dahinglühen wie Papier im Feuer. Ein überragender Thriller.

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