Leserstimmen zu
Das Café in Roscarbury Hall

Ann O'Loughlin

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Taschenbuch
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Die Frauen, von denen die irische Journalistin und Autorin Ann O’Loughlin in Das Café in Roscarbury Hall erzählt, sind für Frauenromane typische Protagonistinnen: Ella und Roberta, zwei unversöhnlich zerstrittene Schwestern, die sich in einem heruntergekommenen Herrenhaus gegenseitig das Leben schwer machen, Debbie, eine Krebskranke auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter, Agnes, eine herrschsüchtige Pedantin mit einem ihr treu ergebenen Ehemann, Mary, ein von einem verheirateten Mann verführtes junges Mädchen, Muriel, eine neugierige Tratschtante, sowie Schwester Consuelo und Mutter Asumpta, bigotte Nonnen, denen der Ruf ihres Ordens wichtiger ist als alles andere. Dazu ereignen sich ziemlich viele Tragöden, mit anderen Worten, es wird ziemlich dick aufgetragen. Dass mich der Roman trotzdem vom ersten Kapitel an berührt hat, lässt sich einfach erklären: er ist einfühlsam aber ohne Schnörkel erzählt, und die Schicksale der Frauen im Buch sind keine unrealistischen Seifenopern, sie basieren auf historischen Tatsachen. In der Republik Irland, wo die katholische Kirche auch heute noch mehr Einfluss hat als in den meisten anderen europäischen Ländern, wurden bis in die 1980er-Jahre nicht wenige unverheiratete schwangere Mädchen in kirchliche Institutionen, die sogenannten „Magdalen Laundries“ verfrachtet, wo sie durch schwere körperliche Arbeit für ihre „Sünden“ bestraft und wieder auf den rechten Weg gebracht werden sollten. Oft wurden sie von ihren Babys getrennt und diese gegen Geld an wohlhabende katholische Adoptiveltern in den USA vermittelt. Wenn die Mütter oder auch die adoptierten Kinder Jahrzehnte später Nachforschungen anstellten, um einander wiederzufinden, erhielten sie keine oder falsche Auskünfte zu den Geschehnissen. Meine Meinung: Das Café in Roscarbury Hall erzählt eine berührende Geschichte, die zwar verdichtet, aber trotzdem glaubwürdig ist. Die Lebensgeschichten der handelnden Personen sind von Geheimnissen und persönlichen Dramen geprägt, aber wenn man sich vorstellt, was es für eine Mutter und ihr Kind bedeutet, wenn man sie trennt und beiden erzählt, der jeweils andere wäre tot, werden alle diese Dramen plausibel. Gleichzeitig sind die Charaktere liebevoll gezeichnet, die Autorin beschreibt, wie sie mit ihrem Schicksal und ihren Problemen umgehen und diese bewältigen. Das beschauliche Leben in der kleinen Gemeinde in County Wicklow, Irland, wo sich das Café in Roscarbury Hall befindet, wirkt wie ein Weichzeichner und sorgt dafür, dass die Geschichte nicht eine düstere Studie psychischer Abgründe, sondern ein leicht verdaulicher ChickLit-Roman wird. Das Café in Roscarbury Hall war mein erster, aber sicher nicht mein letzter Roman von dieser Autorin. Mir gefällt es, wenn Unterhaltungsromane auch gesellschaftskritisch sind.

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Die Eltern von Ella und Roberta kamen bei einem Autounfall ums Leben. Der Vater, Rechtsanwalt von Beruf, hat sein Geld in das Anwesen Roscarbury Hall gesteckt und bei Pferdewetten verloren. So hat er nicht für die Töchter vorgesorgt. Die Schwestern versuchten alles, um Geld reinzubekommen. Schlussendlich mussten sie einen Kredit aufnehmen, den die Bank nun einfordert. Aus lauter Verzweiflung hat Ella ein kleines Café eröffnet. Ob es den Namen wirklich verdient, muss sich erst noch zeigen, denn bisher handelt es sich dabei nur um vier kleine Tische im Wohnhaus. Eines Tages schneit die Amerikanerin Debbie herein, die sich auch gleich als Aushilfe anbietet. In der Folge erfährt man, dass Debbie als Kind adoptiert wurde, sie jetzt Krebs hat und wohl nicht mehr lange zu leben hat und hier in Irland auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter ist. Doch ihr bleiben nur noch zwei Wochen Zeit, dann müsste sie wieder nach Amerika, ihre finanziellen Angelegenheiten klären und sich in ein Hospiz begeben. Zwischendurch gibt es immer einen Sprung nach Amerika, ins Jahr 1968. Debbie erinnert sich hier an ihre Kindheit, an die Adoptiveltern. Debbie hat ihre Mutter sehr geliebt, obwohl diese meistens mehr als ungeduldig mit ihr war. Der Vater versuchte immer zwischen den beiden zu vermitteln. Bis die Mutter eines Tages verschwand, und Debbie mit dem Vater allein zurückließ. Auch Ella hat mit der Vergangenheit zu kämpfen. Sie hat Mann und Tochter sehr früh verloren und es gibt immer wieder Situationen, wo sie sich erinnert. Daran, dass Ella heute so leidet, ist Schwester Roberta auch beteiligt. Ob sich das alles für alle positiv auflöst? Wird Debbie noch erfahren, wer ihre Mutter war und werden die beiden Schwestern sich noch aussöhnen? Lest selbst. Mir hat das Buch gut gefallen. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, keine bleibt mir fremd. Es war schön, mich lesend wieder mal in Irland aufgehalten zu haben. Das lag sicherlich auch mit daran, dass es eine irische Autorin ist, die diese irische Geschichte geschrieben hat. Ann O'Loughlin war fast drei Jahrzehnte als Journalistin tätig und hat während der Unruhen in Irland als Sicherheitskorrespondentin gearbeitet.

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Rezension zu Das Café in Roscarbury Hall Titel: Das Café in Rosbcarbury Hall Autor: Ann O’Loughlin Übersetzer: Sarah Furmann Verlag: Goldmann Genre: Familienroman/Gegenwartsliteratur Preis: TB 9,99 / ebook 8,99 € Erscheinungsdatum: 19.12.2016 Isbn: 978-3442484874 Vielen Dank an Goldmann und das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Klappentext: Die Schwestern Ella und Roberta O'Callaghan wohnen bereits ihr ganzes Leben in dem irischen Herrenhaus Roscarbury Hall. Allerdings haben die zwei alten Damen seit einem Streit vor vielen Jahren kein Wort mehr gewechselt und kommunizieren nur mit Hilfe kleiner Zettel miteinander. So erfährt Roberta auch von Ellas Plan, im Ballsaal ihres maroden Anwesens ein Café zu eröffnen. Denn ohne Einnahmequelle droht die Bank, den beiden ihr Zuhause wegzunehmen. Als Aushilfe engagiert Ella die junge Debbie, eine Amerikanerin, die in Irland nach Spuren ihrer leiblichen Mutter sucht und dabei auf ein dunkles Kapitel irischer Geschichte stößt. Auch Ella und Roberta müssen sich ihrer Vergangenheit stellen – und vielleicht verbindet sie ja mehr mit Debbie als eine reine Zufallsbekanntschaft. Meinung: Es kommt wirklich nur sehr selten vor, dass mich Romane ansprechen, in denen ein dunkles und lang gehütetes Familiengeheimnis eine tragende Rolle spielt. Allerdings werde ich grundsätzlich bei Büchern schwach, in denen es um die Eröffnung/Führung eines Cafés geht. Aufgrund einiger Umstände kam ich erst spät dazu, den Roman zu lesen. Jedoch bin ich froh darum, denn sonst hätte ich diese gefühlvolle Geschichte verpasst. Im ersten Drittel war ich mir noch nicht recht sicher, was ich von der Geschichte halten sollte. Die beiden zerstrittenen Geschwister, die lediglich über kleine Botschaften miteinander kommunizieren, wollten nicht so ganz mit mir warm werden. Auch die Einführung des Charakters der Debbie mochte mich nicht so recht überzeugen. Ich fand dann irgendwann für mich die Erklärung im Schreibstil der Autorin. Zwar sehr schön ausgearbeitet, jedoch leicht distanziert führt er zunächst durch den Roman um dann aber später mit Emotionen und einem melancholischen Touch zu überraschen. Die Geheimnisse werden nach und nach aufgedeckt und fügen sich zu einer tragisch schönen Geschichte zusammen, mit der ich zu anfangs nicht gerechnet hätte. Beide Handlungsstränge verlaufen gegen Ende hin zusammen und alle Fragen, die sich mir im Verlauf ergeben haben, wurden geklärt. Fazit: Das Café in Roscarbury Hall ist ein Roman, der sich erst langsam entfaltet und ist wunderbar als Sommerlektüre geeignet. Fans düsterer Familiengeschichten werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.

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Die Schwestern Ella und Roberta O'Callaghan leben seit dem Tod der Eltern allein auf ihrem Anwesen in Rathsorney, County Wicklow, Irland. Roscarbury Hall verfällt so langsam und das Geld ist knapp. Die Bank will, dass es verkauft wird, um die Schulden zu tilgen. Beide Schwestern kommunizieren schon seit Jahrzehnten nur per Zettel miteinander. Diese handschriftlichen Notizen sind in kursiver Schrift abgedruckt. Nur Ellas Engagement, ihre Liebe zum Backen ist es, die die Schwestern über Wasser hält. Nach dem Gespräch bei der Bank hat Ella eine Idee. Sie wird ein kleines Cafe eröffnen. Sehr zum Unmut ihrer Schwester, die keine "Eindringlinge" auf Roscarbury Hall wünscht. Roberta hat einen Fehler, und das ist der Alkohol. Doch Cousine Iris steht Ella bei. Aus Amerika angereist ist Debbie. Sie ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter und die Recherchen haben sie nach Irland geführt. Dort trifft sie auf Ella und hilft ihr im Café. Die beiden Frauen verstehen sich gut. Wiederum zum Missfallen von Roberta. Debbies Bemühungen um Aufklärung stoßen überall auf Abwehr. Debbies Adoption an eine wohlhabende amerikanische Familie war damals kein Einzelfall. Es erinnert an "Philomena", ein Film, der mich zutiefst erschüttert hat. Er beruhte auf Tatsachen. Debbies Fall zeigt auf, wie es damals ablief. Und das ist wohl nicht aus den Fingern gesogen. Irische Mädchen, die schwanger wurden, kamen in ein Kloster und dort wurde dann das Baby zur Adoption freigegeben. Das Geld erhielt das Kloster. Erschwerend für Debbie ist, dass ihr die Zeit unter den Nägeln brennt. Sie muss bald nach Amerika zurück und das ohne Ergebnis? Dieser Teil, warum und wie es weitergeht, hat mich sehr berührt, bzw. die Entwicklung der Geschichte bis zum Ende. Zu sehen, wie Debbie und Ella ihre Arbeit im Café lieben, war wiederum positiv. Denn das "Ballhaus-Cafe" entwickelt sich zu einer Attraktion. Und das wiederum ärgert die bissige Roberta. Welch andere Geschichte Ella und Roberta verbindet, warum sie nicht mehr miteinander reden, welches Geheimnis sie teilen, fließt erst spärlich in die Handlung ein und wird am Ende gelöst. Debbie und Ella - sie beide verbindet nicht nur eine großartige Freundschaft, sondern auch ein böses Trauma. Das Cover ist farbenfroh, erfrischend und ein Hingucker. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und ihre Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart gut gelungen. Auch die dargestellten Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Die Themen sind sehr gut geschrieben, mit etlichen Wendungen, eine Geschichte, die mich bis zum Ende nicht losgelassen hat. (Ein Buchkauf, der sich wirklich gelohnt hat!) Leseempfehlung

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ZUM INHALT: Die Schwestern Ella und Roberta O'Callaghan wohnen bereits ihr ganzes Leben in dem irischen Herrenhaus Roscarbury Hall. Allerdings haben die zwei alten Damen seit einem Streit vor vielen Jahren kein Wort mehr gewechselt und kommunizieren nur mit Hilfe kleiner Zettel miteinander. So erfährt Roberta auch von Ellas Plan, im Ballsaal ihres maroden Anwesens ein Café zu eröffnen. Denn ohne Einnahmequelle droht die Bank, den beiden ihr Zuhause wegzunehmen. Als Aushilfe engagiert Ella die junge Debbie, eine Amerikanerin, die in Irland nach Spuren ihrer leiblichen Mutter sucht und dabei auf ein dunkles Kapitel irischer Geschichte stößt. Auch Ella und Roberta müssen sich ihrer Vergangenheit stellen – und vielleicht verbindet sie ja mehr mit Debbie als eine reine Zufallsbekanntschaft ... MEINE MEINUNG: Ich habe das Buch schon in den Vorschauen gesehen und auf meine Wunschliste gepackt, weil es mich total angesprochen hat, nicht nur vom Cover, sondern auch vom Inhalt und habe auf die Erscheinung hingefiebert. Als es dann endlich bei mir ankam, habe ich auch sofort damit angefangen und oh mein Gott, was für ein tolles Buch. Der Einstieg in die Story war sehr leicht und angenehm und ich war sofort Feuer und Flamme, denn es gab mir ein schönes Gefühl, ein Gefühl, ein tolles Buch zu lesen und mich sofort zu Hause zu fühlen und das hat man nicht so oft, dass man schon auf den ersten Seiten merkt, dies ist mein Buch und ich werde die Geschichte dahinter lieben. Doch genau das ist passiert - es gibt ein paar unterschiedliche Charaktere, besonders die Schwestern sind auf ihre eigenen Art skurril und ihre Beziehung zueinander ist seltsam und verrückt, doch man erfährt warum dies so ist. Sie schreiben sich Zettel, weil sie nicht wirklich miteinander reden und ihre Verbundenheit ist weg. Ich fragte mich die ganze Zeit, was denn da passiert ist, warum sie zusammen wohnen, aber so miteinander umgehen und ob es eine Besserung geben kann. Dann finden wir noch Debbie vor, die Antworten aus ihrer Vergangenheit sucht und ich fragte mich, wie sie nun so in die Story passt, aber auch dies erfährt man nach und nach. Dieses Buch ist einfach wundervoll, es ist spannend, emotional und stellenweise auch etwas zum schmunzeln und es liest sich so toll, weil die Autorin ein Gespür für Worte und Beschreibungen hat und sie kann tolle Charaktere erschaffen. Wer also auf Familiengeheimnisgeschichten steht, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen, eine klare Empfehlung von mir. 5/5 Sterne

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MEINE MEINUNG ZUM BUCH: Farblich ist das Cover einfach nur sehr frühlingshaft und wirkt sehr warm. Mir gefallen die Farben sehr und irgendwie ist es so schön, dass ich mich daran einfach nicht satt sehen kann. Auch der leicht schnörkelige Schriftzug passt einfach so schön darauf, dass es rundum ein sehr gelungenes Cover, in meinen Augen, ist. Es harmoniert alles zusammen so toll, dass es erst gar nicht wild sondern ruhig und beruhigend wirkt. Die Kapitellänge war stets sehr gut. Durch die schöne Aufteilung ging kein Detail verloren und wirkte beim lesen auch nicht anstrengend sondern sehr angenehm.In jedem Kapitel steckt ein Stück Liebe zum Detail und das hat mir sehr gut gefallen. Es ist nicht alles in ein Kapitel gequetscht worden sondern die Autorin hat immer in jedem Kapitel etwas kleines versteckt gehabt was sehr gut ankam bei mir. Der Schreibstil von Ann O'Loughlin ist sehr einfühlsam, liebevoll und flüssig. Durch diesen einzigartigen und tollen Schreibstil kam ich auch sehr schnell in die Geschichte rein und wurde direkt mit dieser warm ohne das ich mich schwer tat mich hineinzuversetzen. Für mich war es reinstes Lesevergnügen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich zu den Charakteren sagen soll. Ella war mir sofort sympathisch und hat im Sturm mein Herz erobert und Roberta, ihre Schwester, war erstmal sehr abschreckend für mich und ich musste mich erst an ihre außergewöhnliche Art gewöhnen aber als ich das tat, wurde sie immer lockerer und ich kam auch mit ihr zurecht. Ella aber war so herzlich und voller Energie, dass sie einfach sofort sympathisch wirkte und sich das auch im Buch gehalten hat. Auch die Nebencharaktere tauchten auf und hatten sofort was zu melden, was ich sehr schön fand. Die Geschichte und der Handlungsstrang im Buch waren für mich durchgehend nachvollziehbar und ich konnte mich stes in die Charaktere und deren Welt hineinversetzen. Es war wie ein großes Abenteuer welches ich in Roscarbury Hall verbracht hatte und ich konnte mir das Haus einfach so schön vorstellen und wie sie das Café eingerichtet haben ebenfalls. Vor allem war die Geschichte rund um das Roscarbury Hall sehr facettenreich und glänzte einfach nach dem Feinschliff der Geschwister. MEIN FAZIT ZUM BUCH: Mit "Das Café in Roscarbury Hall" ist der Autorin Ann O'Loughlin eine durchaus interessante Familiensaga gelungen, die zum träumen einlädt. Nicht zuletzt der schöne Schreibstil konnte mich ans Buch fesseln sondern auch das Gesamtbild nach dem lesen prägte sich sehr in meinen Kopf ein. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch volle 5 von 5 Diamanten.

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Angezogen durch das wunderschöne Cover und der interessante Klappentext, habe ich mich auf eine schöne Geschichte voller Familiengeheimnisse gefreut. Das Buch war tatsächlich ein Buch voller Geheimnisse, die es zu lüften gab. Aber nicht nur Geheimnisse, sondern auch viele dramatische Ereignisse im Leben der einen Schwester Ella, die im Leben schon eine Menge Tragödien erleben musste. Ebenso erging es auch der Amerikanerin Debbie. Nicht nur durch ihre Krankheit, ihre Kindheit und die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Insgesamt gab mir die ganze Geschichte einen sehr traurigen, melancholischen, schmerzhaft dramatischen Eindruck, der mich beim Lesen hätte runterziehen können, wenn nicht das Café war, das ein sehr schön erhellendes Thema in der Düsternis war. Der Schreibstil war sehr angenehm und schnell zu lesen. Hat trotz der vielen Dramatik Hoffnung auf das Gute gegeben und viel Interessantes offenbart. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, habe es sehr gerne gelesen und mochte die Ausarbeitung der Charaktere sehr (ausser Roberta, die ich fürchterlich fand). Ebenso gefiel mir die Länge des Buches. Trotz extrem vieler Ereignisse und Geheimnisse, hat das Buch keine 400 Seiten erreicht und trotzdem alles ausführlich erzählt. Ein Buch, dass ich sehr empfehlen kann. Es hat mir viel gegeben und eine andere Seite der Adoption gezeigt. Note:4/5

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Die Autorin erzählt in diesem Buch eigentlich zwei Geschichten, nämlich die der Schwestern Ella und Roberta und die der jungen Amerikanerin Debbie. Ella und Roberta leben gemeinsam im Herrenhaus Roscarbury Hall, dem Familiensitz. Beide kommunizieren nur über kleine Zettel miteinander, die sie an bestimmten Plätzen ablegen. Die Lebensmittel im Kühlschrank sind mit Namensschildchen versehen und die Geschirr- und Vorratsschränke in der Küche sind ebenfalls getrennt. Was sich jetzt vielleicht etwas witzig anhört, hat auf mich ein bisschen skurril und traurig gewirkt, auch wenn es durchaus humorvolle Situationen gab. Auch ihr Leben teilen die beiden Schwestern nicht, sie leben eigentlich ziemlich einsam nebeneinander her. Roberta spricht sehr dem Alkohol zu, beschäftigt sich nur mit sich selbst und wirkte auf mich auch sehr verbittert. Ella dagegen ist warmherzig, freundlich und tut alles für den Erhalt des Familiensitzes. Und so kommt ihr auch die Idee, im Ballsaal des Hauses ein Café zu eröffnen, denn sie braucht dringend Einnahmen für den Erhalt des Herrenhauses. Für mich wurde schnell deutlich, dass es ein schlimmes Zerwürfnis in der Vergangenheit gewesen sein muss, dass die Schwestern in die heutige Situation gebracht hat. Aber was das genau war, klärt sich erst im Verlauf der Geschichte. Die junge Debbie kommt nach Irland, um sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter zu machen. Nach dem Tod ihres Vaters findet sie zufällig heraus, dass sie adoptiert wurde und die Adoption durch ein Nonnenkloster in Irland vermittelt wurde. Dort will sie mit ihrer Suche beginnen. Durch eine zufällige Begegnung mit Ella kommt es dann dazu, dass Debbie während ihres Aufenthaltes in Irland Ella beim Aufbau des Cafés hilft. In einem gefühlvollen, warmherzigen Schreibstil erzählt die Autorin diese Geschichte, die sich mit mehreren Themen beschäftigt. Die Schicksale von Ella, Roberta und Debbie sind emotional und haben mich auch sehr berührt. Die Autorin schafft es aber gut, die vielen Emotionen ohne Kitsch zu transportieren. Nach und nach offenbaren sich immer mehr der Geheimnisse und es gibt auch immer wieder kleine Rückblicke in die Vergangenheit der 1960er Jahre, die das gesamte Ausmaß verdeutlichen. Und auch die beiden Handlungsstränge verknüpfen sich und der Zusammenhang wird deutlich. Das Ende ist sehr versöhnlich und es bleiben auch keine Fragen offen. Insgesamt ist es für mich eine wunderbare, berührende Geschichte über Geheimnisse aus der Vergangenheit, die das Leben der Protagonisten verändert haben aber schließlich gelüftet und bewältigt werden können. Ein lesenswertes Buch, das mich gut unterhalten und überzeugt hat! Fazit: 5 von 5 Sternen

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