Leserstimmen zu
Die Neunte Stadt

J. Patrick Black

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Cover: Das Cover ist in einem leuchtenden Rot, auf dem eine Stadt in Schwarz abgebildet ist. Das Ganze wirkt sehr futuristisch und passt somit gut zum Science-Fiction-Thema. Meine Zusammenfassung und Meinung: Ausgerechnet am Valentinstag wird die Erde von Aliens angegriffen. Die Städte fallen, eine nach der anderen, doch die Menschenheit hat noch nicht verloren. Durch den Angriff werden einige Auserwählte mit Kräften ausgestattet. Jax ist einer dieser Auserwählten. Wenn der Alarm los geht, wartet er draußen vor seiner Schule auf den Angriff von ‚Romeo‘, dabei fühlt er sich selbst total machtlos und kaum in der Lage seine Mitschüler zu beschützen. Er wartet auf einen Angreifer, der vielleicht kommt oder vielleicht auch nicht, doch wenn ein Einfall in die Atmosphäre registriert wird, ist es seine Aufgabe, alle zu beschützen. Naomi und ihre ältere Schwester Rae wissen von allem hingegen nichts. Sie streifen mit ihrer Karawane durch die Berge und leben wie die Indianer früher. Alle paar Monate müssen sie sich einen neuen Platz zum Überleben suchen und werden von feindlichen Clans angegriffen, gegen die sie sich mit ertauschten Waffen versuchen zu wehren. Bei einem Überfall auf ihre Gruppe, welche ausgerechnet Naomis erster Streifzug ist, geht ihre Schwester Rae plötzlich in Flammen auf und es bleibt ihr nichts weiter übrig als zu flüchten. Torro hingegen arbeitet in einer Fabrik, welche Konserven für die Armee im Kampf gegen die Aliens produziert. Heimlich lässt er Essen mitgehen, was fast jeder von den Fabrikarbeitern macht, und tauscht Gefundenes bei einem Schwarzmarkthändler gegen Schriftstücke für seine Freundin ein, welche bei der Verwaltung der Stadt arbeitet. Das Buch hat mich besonders am Anfang sehr verwirrt. In den ersten Kapiteln ging es um Jax. Dieser erzählt davon, dass er eigentlich ein ganz normaler Schüler war, bis er plötzlich als der Auserwählte hervorging und nun seine Stadt und all seine Klassenkameraden beschützen soll. Dabei hat er keine Ahnung, wie er dafür sorgen soll, dass nicht alle um ihn herum sterben, wenn er gegen ‚Romeo‘ antritt. Bis dahin war mir klar, dass die Aliens wohl ‚Romeo‘ genannt werden und gespannt darauf, welche Kräfte die Auserwählten nun haben werden. Dann schwenkte das Ganze plötzlich in einen Wald mit einer Karawane, was für mich in dem Moment einfach so überhaupt nicht ins Bild passte. Naomi, ihre Schwester Rae und ihr ganzer Clan hatten keine Ahnung, dass überhaupt ein solcher Krieg gegen Außerirdische existiert. Zum Schluss ließen mich diese Kapitel nun völlig im Regen stehen, als die Gruppe von ‚Nworkies‘ angegriffen werden, welche man an ihren Tattoos ‚I ♥ NY‘ erkennt. Das Ganze wurde dann zum Schluss wirklich spannend, aber für Science-Fiction-Einsteiger wie mich war der Anfang sehr hart und verwirrend. Alles in allem ein echt gutes Buch, welches ich aber nicht unbedingt für Zwischendurch-Leser empfehlen würde, da man sonst schnell den Faden verlieren kann. Bewertung: Von mir gibt es für den Science-Fiction-Epos 4 Sterne

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Als am 14. Februar, dem Valentinstag, Aliens die Erde angreifen, verwüsten sie größte Teile des Planeten komplett. Bald stellt sich jedoch heraus, dass auch einige Menschen über dieselben magischen Fähigkeiten der "Valentines" genannten Aliens verfügen und ein erbitterter Kampf um die Erde entsteht. Auch 500 Jahre später ist der Krieg noch nicht beendet. Allerdings herrscht mittlerweile auf der Erde eine Zweiklassen Gesellschaft. Während die Menschen, die magische Thelemitie beherrschen, in den wenigen übrig gebliebenen Städten der Erde in Elite-Akademien im Kampf unterwiesen werden, muss der größte Teil der Bevölkerung für die Versorgung der "Auserwählten" schwer arbeiten. Dabei weiß das Gros der Menschen noch nicht einmal etwas von den Aliens. Inhaltlich ist "Die neunte Stadt" für mich eine Mischung aus Science Fiction und Dystopie. Der Roman wird dabei aus der Sicht von insgesamt sieben Protagonisten (Jax, Naomi, Torro, Vinneas, Rae, Kizabel und Imway) kapitelweise erzählt. Dabei werden jedoch alle Figuren in der Ich-Perspektive dargestellt, was bei sieben Charakteren schnell ermüdend wird. Auch kann man sich dadurch mit keinem der Protagonisten so richtig identifizieren und die Figuren bleiben irgendwie seltsam flach. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Am Besten gefallen hat mir immer noch die Darstellung des Vinneas. Aber auch die technisch begabte Kizabel ist nicht uninteressant, wenngleich mich hier jedoch die vielen Fußnoten leicht gestört haben. igentlich habe ich mir dieses Buch zum Lesen ausgesucht, da mich der Klapptext ungemein angesprochen hat. Bis ich jedoch zu der Stelle komme, in der der Kampf zwischen Menschen und Aliens überhaupt irgendeine Bedeutung erlangt, sind rund ein Drittel des Buches schon gelesen. Wer am Anfang allerdings etwas Durchhaltevermögen besitzt, wird mit einem gelungenen Mittelteil belohnt. Denn nach rund 200 Seiten nimmt die Story deutlich an Fahrt auf und der mittlere Abschnitt des Romans ist auch definitiv der Beste! Im letzten Drittel verliert man bei den etwas unübersichtlichen Gefechten jedoch schnell den Überblick und die Kampfhandlungen sind zudem arg in die Länge gezogen. Den ganzen Seitenumfang hätte man meiner Meinung nach schon etwas straffen können, denn der Roman weist leider nur wenig wirkliche Höhepunkte auf und ist zudem an manchen Stellen etwas spannungsarm. Dennoch besitzt "Die neunte Stadt" viele gute Ideen-Ansätze und ist, wenn man das erste Drittel einmal ausklammert, auch absolut lesenswert! Obendrein schreibt Black bildhaft, wie auch phantasievoll und sein Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Die Story schreit geradezu nach einer Fortsetzung und ich bin gespannt, ob es einen zweiten Teil geben wird. Ich würde ihn auf jeden Fall lesen!

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Das Konzept der Geschichte hat mich ziemlich an die Reihe Die Fünfte Welle von von Rick Yancey erinnert. Aliens, die die Erde und die Menschheit vernichten wollen und völlig unterschiedliche Charaktere, die ihr Überleben in einer fast zerstörten Welt sichern wollen. Interessant fand ich, dass wir die Charaktere jeweils einzeln begleiten und diese Teile der Geschichte alle in der 1. Person geschrieben sind. Mir hat gut gefallen, wie sich nach und nach herauskristallisiert hat, wie die einzelnen Personen miteinander in Zusammenhang stehen und wie sie sich kennen lernen. Erst hatte ich die Befürchtung, dass dadurch viele Wiederholungen entstehen, wenn man ein und dieselbe Handlung aus verschiedenen Blickwinkeln vorgesetzt bekommt. Aber dem war auf keinen Fall so! Die Teile fügten sich gut ineinander. Ein bisschen hat mich die Story teilweise an die Anime-Serie „Neon Genesis Evangelion“ erinnert. Da wird die Erde (Neotokyo) in der Zukunft von „Engeln“ angegriffen und eine handvoll Teenager müssen in sogenannten „EVAs“ (eine Art Mech/Roboter) gegen sie kämpfen. Ein Minuspunkt ist leider mal wieder die Rechtschreibung und teilweise auch die Grammatik… Ich weiß nicht, ob auch dieses Manuskript schnell in den Druck gejagt werden musste, oder ob nicht mehr so viel Wert auf korrekte Schreibweise gelegt wird. Teilweise haben sich die Fehler in einzelnen Abschnitten so sehr gehäuft, dass ich dadurch kurz aus der Geschichte gerissen wurde. Trotz klitzekleiner Schwächen eine klare Empfehlung für jeden, der gerne Dystopien liest. Keine Angst: Auch für Nicht-Alien-Fans ist diese Geschichte was – zu 99% bleiben die Außerirdischen („Valentines“) eher eine abstrakte Vision einer Bedrohung. Wer Die Fünfte Welle mochte, wird dieses Buch auch mögen! (Vielleicht sogar noch mehr, da hier die ewigen Teenager-Zickereien rausfallen 🙂 🙂 )

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Juli 28, 2017 Infos - 800 Seiten - J. Patrick Black - Heyneverlag Klappentext: Fünfhundert Jahre nach der Invasion Die Erde in der Zukunft: Ausgerechnet am Valentinstag wurde die Menschheit von einer unbekannten, mächtigen Alien-Spezies angegriffen. Innerhalb kürzester Zeit wurden Länder zerstört und Städte dem Erdboden gleichgemacht. Und doch waren die Menschen nicht völlig wehrlos, denn der Angriff der Aliens stattete sie mit einer Macht aus, die sie bisher ins Reich der Magie verbannt hatten. Nun, fünfhundert Jahre später, tobt der Kampf um die Erde noch immer, und das Schicksal der gesamten Menschheit ruht auf den Schultern von acht ungleichen Helden. Dies ist ihre Geschichte... Cover Mir gefällt das Cover vom Buch sehr, da es wunderbar zum Inhalt passt . Auch das Orange finde ich sehr aussergewöhnlich. Meinung zu die neunte Stadt Ich finde, dieses Buch ist ein perfektes Sience Fiction Buch. J. Patrick Black hat eine Welt geschaffen, die mich von Anfang bis Ende gepackt hat, so dass ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. In der Zukunft haben Aliens mit Hilfe einer für Menschen unbekannte Kraft namens Telemithie die Erde angegriffen. Nach einer Weile fanden die Menschen heraus, wie sie durch andere Menschen genannt Fontani selbst Telemitie erzeugen können und schlugen zurück. Die Aliens öffneten Portale in andere Universen und die Menschen verfolgten diese. Seither herrscht Krieg . In jedem Universum herrscht ein anderes Zeitverhältnis. Als Beispiel: Auf der Erde sind 20 Tage vergangen. Auf einem anderen Planeten nur 5 Stunden. Das bedeutet das es immer noch Leute gibt, die von Anfang an dabei waren. Im Buch wird es super erklärt also lasst euch von dem hier nicht abschrecken. Natürlich haben sich die Menschen und die Erde selbst in den 500 Jahren auch sehr verändert. Zum Beispiel redet man in den Städten und Gemeinden Aux statt Englisch. Nur die Gemeindefreien wie zum Beispiel Naomi und Rae ( zwei Hauptprotagonisten) haben noch alte "Bräuche" und reden halt noch Englisch. Die anderen Charakter kommen aus den Gemeinden oder aus den Städten. Dort dreht sich alles um den Krieg. Die Gemeindebewohner selbst kommen so oft zu kurz und werden gezwungen, ab und zu Dinge zu stehlen. Mir selbst hat das Buch richtig gut gefallen obwohl es manchmal Seiten gab, die ich zwei mal lesen musste um es zu begreifen. Das Buch wurde selten langweilig und wenn dann nur kurz, was ich bei 800 Seiten sehr erstaundlich fand. Die Protagonisten fand ich alle sehr symphatisch und wuchsen mir schnell ans Herz. Auch die Umgebung wurde sehr gut beschrieben und ich war richtig in der Geschichte drin. Das Buch wurde aus acht sichten geschrieben J. Partrick Black nahm sich sehr viel Zeit die Protagonisten und das Umfeld zu beschreiben, so das man sehr gut in das Buch hinein kam. Es war Ungewohnt in so vielen Sichten zu Lesen , doch man gewöhnte sich recht schnell daran und ich fand es super :D Fazit: Mir gefiel das Buch richtig gut, doch es gab leider für mich ein paar komplizierte Stellen zu viel für die 5 Sternebewertung, daher gibt es 4 Sterne. ✰✰✰✰

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Die Anwendung meiner Regel „Begeistere mich innerhalb von 10 Seiten, oder ich lege dich zur Seite!“ war hier recht schwierig anzuwenden. Die Story kommt nur langsam in Gang und Autor J. Patrick Black nimmt sich sehr viel Zeit die Protagonisten und das Umfeld vorzustellen. Auch war die Sicht der Geschichte aus sieben verschiedenen Augenpaaren ein wenig ungewohnt für mich. Black versteht es jedoch recht gut dieses Kuddelmuddel an Sichtweisen gut zu einem Strang zusammen zu fügen und die verschiedenen Interpretationen der Story nicht zu gleich erscheinen zu lassen. Diese Anwendung der Ich-Sicht bringt den großen Vorteil mit sich das der Autor nicht zu viel den erklärenden Zeigefinger heben muss, sondern das er mit einem „Hey, das habe ich (XYZ) so erlebt und gerade eben so durchmachen müssen!“ davonkommt. Dies ist dem Fluss der Story an sich zuträglicher als zu ausufernde „Erzähler“-Anteile aus der Sicht des allwissenden Lesers. Ich konnte mich während des Lesens nicht vom Eindruck lösen, das J. Patrick Black hier seine Vorliebe für „Die Tribute von Panem“ und „Star Wars“ ausleben musste. Auch hat seinen „Enders Spiel“ gelesen und verinnerlicht. So findet dann der dystopiegeschulte Leser eine Menge Dinge, welche ihm aus anderen Geschichte durchaus bekannt vorkommen dürften. Ein Umstand den man sicher bei vielen anderen Dystopien der Neuzeit berücksichtigen und teilweise übersehen sollte, denn das Genre an sich ist nicht wirklich dazu gedacht das Rad neu zu erfinden. Es kommt also bei zukünftigen werken eher auf die Mischung statt auf die Innovation an – zumindest sehe ich das subjektiv so. So lässt sich „Die neunte Stadt“ auch in keiner von uns Deutschen so geliebte Genreschublade pressen. Alles läuft zwischen Fantasy und Science-Fiction hin und her Schlittschuh und auch die Eingrenzung des „Für Leser im Alter von…“ lässt sich nicht wirklich bestimmen. Mal richtet sich der Stil eher an jugendliche Leser welche sich nach dem Ende von Panem eine neue Heimat wünschen, manchmal ist alles recht erwachsen geraten. Eine Sache ist für mich jedoch fix: Es ist eine Dystopie im wahrsten Sinne der Genrebeschreibung… Wikipedia dazu: „Eine Dystopie (zu griechisch dys- = schlecht und tópos = Platz, Stelle; englisch dystopia), auch Antiutopie genannt, ist ein Gegenbild zur positiven Utopie, der Eutopie, und ist in der Literaturwissenschaft eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang. Sie entwirft ein zukunftspessimistisches Szenario von einer Gesellschaft, die sich zum Negativen entwickelt, und stellt somit einen Gegenentwurf zu Thomas Morus’ Utopia dar. Häufig wollen die Autoren dystopischer Geschichten mit Hilfe eines pessimistischen Zukunftsbildes auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen und vor deren Folgen warnen.“ Quelle - https://de.wikipedia.org/wiki/Dystopie Wer sich nun also nicht mit einer Geschichte anfreunden kann, welche sich weder zu Fisch noch Fleisch bekennt, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer sich jedoch gerne von einer neuen Welt und deren Spielplätze sowie Protagonisten das Hirn aktivieren lassen möchte, der sollte sich die 792 Seiten des Buches zu Gemüte führen. Neue Ansätze sind vorhanden und es wird sicher interessant sein, zu beobachten wie die Geschichte weitergeht. Das „Die neunte Stadt“ eine Fortsetzung erleben wird ist für mich ein Fakt. Ich gehe einfach davon aus, dass dem so sein wird, denn die Story an sich gibt noch eine Menge an bisher nicht wirklich ausgearbeiteten Elementen her und irgendwo habe ich gelesen das dies der Auftakt für eine Trilogie sein soll. Dystopia in nicht neuem Gewand, aber generationenübergreifend lesbar!

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Der geneigte Science Fiction-Fan kennt das Szenario: eine übermächtige außerirdische Spezies greift die Erde an und versucht gnadenlos, die Menschen auszurotten und ihre Städte zu zerstören. Doch eine unbekannte, durch den Angriff freigesetzte Macht befähigt die Menschen, die Attacken zu kontern und den Widerstand über fünfhundert Jahre aufrechterhalten zu können. J. Patrick Black legt mit Die Neunte Stadt ein ambitioniertes und großangelegtes Romandebüt vor. Nicht weniger, als den komplex angelegten Überlebenskampf der Menschheit thematisiert er in seiner voluminösen Geschichte, die er aus der Perspektive von acht Erzählern darstellt. Hier liegt auch sofort das Pro und Contra des Romans. Auf der einen Seite bekommt der Leser eine abwechslungs- und facettenreiche Handlung, die detaillierte Blicke auf unterschiedliche Handlungs- und Entwicklungsstränge bietet und inhaltlich Magie und technischen Fortschritt gut zu kombinieren vermag. Auf der anderen Seite jedoch werden sämtliche Stränge in der ich-Form erzählt, was das Lesen auf Dauer etwas anstrengend gestaltet. Zumal seine Charaktere anfänglich etwas flach gestaltet sind. Doch nach einer anfänglich etwas schwerfälligen Eingewöhnung steigert sich das Buch zu einem vielleicht nicht in allen Punkten überragenden, aber solide unterhaltsamen Science Fiction-Roman, der durchaus das inhaltliche Potenzial für eine Fortsetzung besitzt. Die Neunte Stadt (Originaltitel, Ninth City Burning, 2016) erscheint in einer Übersetzung von Markus Mäurer als Paperback mit Klappenbroschur bei Heyne (800 Seiten, €16,99). Neben dem in drei Teile gegliederten Romans befindet sich im Anhang eine Danksagung des Autors. Mit seinem Romandebüt erweist sich J. Patrick Black als interessante neue Stimme der Science Fiction – Literatur, die den Leser mit einer facettenreichen, detailverliebten Erzählung in ihren Bann zieht. Christian Funke

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Vor unzähligen Jahren wurde die Erde von kriegerischen Aliens angegriffen. Die Menschen verteidigen sich mittels einer geheimnisvollen Begabung, die sie erstaunlicherweise durch die Außerirdischen bekamen. Es handelt sich dabei um eine geistige Kraft, die es ihnen ermöglicht, auf einer höheren Ebene gegen die Feinde zu kämpfen. Als die entscheidende Schlacht bevorsteht, sind es nur ein paar junge Heldinnen und Helden, die das Schicksal der gesamten Menschheit in die Hände nehmen. . Eines vorweg: Man sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben, denn es dauert tatsächlich etwa 200 Seiten, bis sich die Story einem so richtig erschließt. Der Klappentext trifft zwar die Geschichte auf den Punkt, aber erst nach gut einem Drittel des Romans erreicht man die Stelle, an der die Aliens und der Krieg zwischen ihnen und der Menschheit zum Tragen kommt. Ich will damit sagen, dass man die ersten 200 Seiten einfach durchhalten sollte, denn dann nimmt „Die neunte Stadt“ so richtig Fahrt auf und wird (zumindest weitestgehend) zu jenem Science Fiction-Epos, das man anhand der Inhaltsangabe erwartet hat. Leider verhält es sich genauso bei den Charakteren. Auch hier musste erst eine Weile verstreichen, bis ich mich mit den verschiedenartigen Protagonisten „anfreunden“ konnte. Doch genug gemeckert: „Die neunte Stadt“ sprüht oftmals vor tollen Ideen, die einfach unglaublich Spaß machen. In der zweiten Hälfte kommt, wie gesagt, auch der Krieg zwischen der Menschheit und den Aliens zur Geltung und macht die Anfangsschwierigkeiten wett. Vor allem das mittlere Drittel des Romans ist das aus meiner Sicht interessanteste. Denn dort wird von den Kampfmaschinen der Menschen erzählt, die eine geistige Verbindung mit ihren Bedienern eingehen. So manches Mal hat mich das an Guillermo del Torros fantastischen SF-Film „Pacific Rim“ erinnert. Es war eine wirkliche Freude, diesen Mittelteil zu lesen. Im letzten Drittel widmet sich Black dann dem eigentlichen Kriegsgeschehen und lässt die Leser hautnah an verschiedenartigen Auseinandersetzungen teilnehmen. Der Autor schildert diese Kriegsattacken sehr detailliert und bildhaft, dennoch hatte ich an manchen Stellen den Überblick verloren, wo genau sich diese Scharmützel abspielten: auf dem Boden oder im All. Diese Aufteilung in drei „Bücher“ lässt das Gesamtwerk letztendlich auch irgendwie „unfertig“ oder unausgereift wirken. Was wie eine Fantasy-Saga auf anderen Welten anfängt, wird in der Schilderung von Kampfvorbereitungen fortgeführt, um schließlich in einem epischen Krieg im Weltall zu enden. Der Plot hätte auf jeden Fall mehr Wirkung gehabt, wären diese drei Teile von Anfang an miteinander verschmolzen worden. So aber wirkt die Story durchkonstruiert und wie eine Abarbeitung vorgefertigter Plots. Fast könnte man meinen, es handle sich um drei Romane, die alle zufällig im gleichen Universum und zur gleichen Zeit spielen. Was für den ein oder anderen ebenfalls als störend empfunden werden könnte, ist die Schilderung ALLER Protagonisten in der Ich-Form. Das wirkt an manchen Stellen verwirrend, was wiederum zum Resultat hat, dass man sich mit den Protagonisten nicht besonders gut identifizieren kann, weil ja alle „Ich“ sind. Aber ich will den Roman keineswegs schlecht machen, denn das ist er definitiv nicht. Aber er hätte eben durchaus besser werden können. Blacks Schreibstil ist angenehm und sehr flüssig zu lesen. An manchen Stellen kommen sehr schöne philosophische Gedanken zum Tragen, die das Werk eindringlicher wirken lassen. Insgesamt hat J. Patrick Black einen durchaus annehmbaren, erfrischenden Science Fiction-Roman mit seinem Debütroman abgeliefert. Sein bildhafter Schreibstil lässt den Leser unmittelbar in die Handlung eintauchen und auch im Kopfkino fantastische Bilder entstehen. Nach einem eher trägen, aber nicht unbedingt uninteressanten Einstieg im ersten Drittel wird man mit einem fast schon filmreifen Mittelteil belohnt, der auf eine fulminante Weiterentwicklung hoffen lässt. Anfangs klappt das auch noch ganz gut mit den dramatischen und durchaus einfallsreichen Kriegsschilderungen, doch leider beginnen diese sich diese oftmals in die Länge gezogenen Szenen irgendwann zu langweilen, so dass man wirklich das Ende des Buches fast schon herbeisehnt. Nichtsdestotrotz spannende und gut geschriebene Unterhaltung, die an manchen Stellen auch episch und bombastisch wirkt. . Fazit: Alien-Invasion mit epischen Ausmaßen, aber leider auch einigen Schwächen. © 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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