Leserstimmen zu
Ein ordentlicher Ritt

Irvine Welsh

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Mit "Ein ordentlicher Ritt" geht Autor Irvine Welsh im Grunde den einfachen Weg, mehr von Altbekanntem zu bieten und so wirkt sein Roman in vielen Passagen wie ein mittelmäßiger Abklatsch seiner früheren Werke, während sich die surreal-wahnhafte Sogwirkung nur selten einstellen will und ein roter Faden erst spät zutage tritt. Mit am gravierendsten dürfte aber sein, dass die Geschichte dramaturgisch einerseits reichlich überladen, andererseits ziemlich uninspiriert und dadurch vorhersehbar daherkommt.

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Der Roman beschreibt das Leben eines sehr beschäftigten Taxifahrers zwischen Taxi, Drogenkurier, Porno und der Flucht vor jeglicher Verantwortung in Edinburgh. Das ganze bekommt zusätzlich seinen Witz, dass 'Juice Terry' zusätzlich persönlicher Fahrer eines amerikanisches Millionärs wird, welcher in Schottland diverse Projekte anschieben möchte und - unglaublicherweise - auch noch ein Nationalheiligtum erwerben möchte. Alles zusammen ist dieses Buch eine wüste Aneinanderreihung von sehr geschmacklosen Beschreibungen von Lebenssituationen in denen ich persönlich nicht sein möchte. Humor und Witz sind in diesem Buch leider nur mit der Lupe zu suchen und der Protagonist erscheint eher als pubertärer Traum. Wer es mag!? Gemessen an der filmischen Umsetzung von Trainspotting durch Danny Boyle bleibt das Buch leider weit hinter meinen Erwartungen zurück.

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Nichts neues im Hause Welsh: Entweder werde ich hierfür langsam zu alt, oder der Autor hat einfach nicht Neues mehr zu erzählen? Inhalt: Juice Terry ist Taxifahrer in Edinburgh mit einem Nebenverdienst als Drogendealer und Pornodarsteller. Als der amerikanische Serienstar und schwerreiche Immobilien- Investor Ronald Checker in sein Taxi steigt, ist dieser von Terrys unkonventionellen Art so angetan, dass er ihn als festen Fahrer während seines Aufenthalts in Schottland engagiert. Als dann ein Orkan die Küste heimsucht, verschwindet auch noch die Prostituierte Jinty. Was die beiden anschließend erleben, kann man durchaus als "ordentlichen Ritt" bezeichnen... Meine Meinung: Bei einem Roman von Irvine Welsh muss man mit derber Sprache, abgedrehter Story und allerhand Geschlechtsverkehr rechnen (nicht umsonst laufen die Bücher über den Heyne Hardcore-Verlag). Auch Terry (den man schon aus anderen Büchern des Autors kennt) redet, wie im der Mund gewachsen ist. Sein Leben scheint nur aus Drogen und Sex zu bestehen und er schlittert durch seine "unkonventionelle Art" in die unmöglichsten Situationen. Als Ronald Checker in sein Taxi steigt, labert er munter drauf los und kann ihn dann tatsächlich um den Finger wickeln: Die beiden beginnen eine ausufernde Männerfreundschaft und Terry will Checker helfen, an eine sehr seltene Flasche Whisky zu kommen - mit allen Mitteln. Übrigens: Checker erinnerte mich stark an den neuen Präsidenten der USA - ob Welsh ihn wohl tatsächlich als Vorbild genommen hat? Neben den beiden folgt man der Story um den etwas einfältigen Jonty und dessen Freundin Jinty, die statt zu putzen im Bordell anschaffen geht und von Jonty letztendlich beim Fremdgehen erwischt wird und anschließend verschwindet... Grundsätzlich sind alle Zutaten für einen echten Welsh gegeben, aber dieses mal musste ich mich tatsächlich etwas durch das Buch quälen. Ich fragte mich beim lesen: Hat er nach 13 Romanen einfach nichts mehr zu sagen oder werde ich langsam zu alt für diese Art von Humor? Natürlich gab es viele skurrile Momente und ich habe mehrmals auflachen müssen, aber im großen und ganzen fand ich das Buch eher langweilig und zäh. Die Geschichte konnte mich nicht fesseln, war vorhersehbar und einfältig. Schade - ich hatte mich sehr auf den Ritt gefreut. Fazit: Nichts neues im Hause Welsh - Ein ordentlicher Ritt ist tatsächlich eher "ordentlich": Also ganz nett für Fans, aber auch nicht mehr. Ich kann dem Buch leider nur 3 Sterne vergeben.

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