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Lilli Beck: Wie der Wind und das Meer

Wie der Wind und das Meer Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7645-0577-6

Erschienen:  18.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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Eine rührende Reise durch viele, viele Jahre, in denen man zwei von schrecklichen Geschehnissen geprägten Kindern beim Aufwachsen und schließlich beim Sich-Selbst-Finden begleitet.

Von: Sophia's Bookplanet Datum : 24.06.2018

sophias-bookplanet.blogspot.de



Normalerweise liebe ich Geschichten, in denen wir die Protagonisten über viele, viele Jahre begleiten dürfen. Und so ist es auch bei diesem Buch gewesen. Rosalies/Sarahs und Pauls Leben verfolgen wir über vierzig Jahre, auch wenn sie es für eine viel zu große Zeitspanne nicht miteinander teilen. Sie begegnen sich zum ersten Mal, während noch die Bombenangriffe der Alliierten in München Hunderte von Opfern fordern und schließen damals, beide um die zehn Jahre alt, einen Pakt, der ihr beider Leben für immer verändern wird – um zu überleben. Aber ist Überleben überhaupt etwas wert, wenn man eine riesige Lüge lebt?



Aufgrund der im zweiten Weltkrieg geschlossenen Abmachung stehen Paul und Rosalie in ihrem weiteren Leben immer wieder vor schweren Entscheidungen, die ihre Geschichte auffliegen lassen könnten – leider konnte ich teilweise die Entschlüsse seitens Rosalie nicht immer nachvollziehen. Sie scheinen oftmals mehr spontan als wirklich durchdacht und ergeben zumeist erst viele Jahre später Sinn. Und solche Entscheidungen wirken sich dann immer weiter auf ihr Leben aus genau wie diese eine Entscheidung in 1945. Paul und Rosalie entfernen sich im Laufe der Zeit voneinander, kommen wieder zusammen, trennen sich erneut, bleiben jedoch im Herzen stets verbunden. In dieser Zeit begegnen sie jedoch vielen anderen Menschen – ebenfalls sehr dreidimensionale Charaktere -, mit denen man ebenso mitfühlt wie mit den „Geschwistern“ Greve.



Diese Geschichte einer unerfüllten und doch unbezwingbaren Liebe hat mich tief berührt und doch hin und wieder stutzen lassen. Ich denke, es hätte mich durchaus noch mehr mitreißen können, denn an einigen Stellen konnte ich die Handlungen der Protagonisten, aus deren Sicht größtenteils erzählt eird, nicht vollständig nachvollziehen. Dennoch ist dieses Buch ergreifend geschrieben und weckt viele Emotionen bei seinem Leser, vor allem mit diesen wundervollen letzten Kapiteln, die man wohl mit einem Happy End gleichsetzen könnte, auch wenn alles etwas anders kommt, als man es vermutlich erwartet hat.


Fazit:

Eine rührende Reise durch viele, viele Jahre, in denen man zwei von schrecklichen Geschehnissen geprägten Kindern beim Aufwachsen und schließlich beim Sich-Selbst-Finden begleitet. Sie begehen Fehler, lernen aus ihnen, müssen vieles verdauen und verarbeiten. Doch schließlich finden sie ihren Frieden nach allem, was sie erlebt haben.

Emotionale Liebesgeschichte

Von: Mehr als nur Buchstaben Datum : 22.04.2018

https://www.facebook.com/MaritasBlog/

Wie der Wind und das Meer von Lilli Beck

Nach einem heftigen Fliegeralarm in München April 1945 verliert Paul seine Eltern und die kleine Schwester. Mit seinen 11 Jahren suchte er zwischen all den Trümmern ein Versteckt. Dabei findet er die jüngere Sarah.. Sie hat auch ihre Eltern verloren. Da Sarah Pauls Schwester ähnlich sieht geben sie sich kurzerhand als Geschwister aus. So schlagen sie sich durch ihr Leben und ahnen nicht das diese Lüge als Erwachsene verherende Folgen hat....

MEINE MEINUNG:
Der Schreibstil hat es mir ermöglicht schnell in die Geschichte abzutauchen und mir das schicksalhafte Leben der beiden Hauptprotagonisten vorzustellen. Er ist so gefühlvoll und empathisch das ich einfach mit Paul und Sarah über das ganze Buch hinweg mitleiden musste.
Der Handlungsstrang bringt mich von April 1945 bis in das Jahr 1990. . Die 5 verschiedenen Abschnitte werden in Jahreszahlen unterteil. Es gibt 5 und sie besitzen 46 unterschiedliche lange Kapitel.
Die Autorin webt in ihrem Familiendrama zeitliche und geschichtliche Geschehnisse aus den dazu gehörigen Jahren geschickt hinein. Dadurch konnte ich mich während des lesens gut orientieren. Hier merkt man dem Buch die ausführliche Recherchearbeit an. Manche Gegebenheiten und Moralvostellungen hatten auch direkten Einfluss auf alle Personen. Paul und Sarah, alias Rosalie, habe ich von ihrer schicksalshaften Kindheit verfolgen können und sie sind mir sofort ans Herz gewachsen. Im weitetem Verlauf kamen noch andere Personen hinzu. Die Anzahl konnte ich gut überschauen und bin mit ihnen nie durcheinander gekommen.

Ihre Verabredung und späteres Geheimnis war bei Paul und Sarah ständiger Begleiter und schwebte in jeder Lebensphase in ihren Gedanken und Handlungen. Es war Segen und Fluch zugleich. Durch den Verlust ihrer Angehörigen, im Krieg eine Lebens - und Überlebungsstrategie die lange Zeit raffiniert war, aber natürlich für die Kinder nicht überschaubar, das es später Problem geben könnte.

Mich hat ihr Leben an manchen Stellen dermaßen berührt, dass ich das Buch auch mal zur Seite legen musste. Das Ende ist stimmig und passt zur Geschichte auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte.

FAZIT:

"Wie der Wind und das Meer" von Lilli Beck wird durch den Blanvalet Verlag veröffentlicht.

Diese Geschichte wirkt authentisch, berührend und könnte aus der Rubrik - wie das Leben so spielt - kommen. Das auf und ab von Glück, Pech, Trauer und Schicksal hat die Autorin gut dargestellt. In der heutigen Zeit und Lebensweise hätten Paul und Sarah ein glücklicheres Leben gehabt. Für mich bis heute in diesem Jahr eines das berühmteste Geschichten.

Von mir eine eindeutige Leseempfehlung mit 5 von 5 Punkten. Ich freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.

Und dann habe ich am Ende Rotz und Wasser geheult...

Von: Franzy.liest.und.lebt Datum : 19.04.2018

franzyliestundlebt.blogspot.de/

Buchinfo
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen… (Quelle: Verlag)

Anfang
Paul duckte sich instinktiv, als er die zischenden Pfeiftöne hörte, die wieder fallende Bomben ankündigten. Gleich darauf folgte das donnernde Geräusch der Einschläge. Sekunden später das Krachen der Explosionen, begleitet vom Klirren zerberstender Fensterscheiben und dem nachfolgenden Einstürzen der Häuser.

Meine Meinung
Der Leser befindet sich Ende April mitten in München, während der Zweite Weltkrieg so langsam zum Erliegen kommt. Paul, seine Familie und seine Nachbarn gehen ein letztes Mal alle zusammen in den Keller um Schutz zu finden. Doch während der Bombenhagel über ihr Viertel niedergeht, müssen sie das Gebäude fluchtartig verlassen, da es einzustürzen droht und somit mehr Gefahr als Schutz bieten würde. Paul schnallt sich den Koffer um, in dem sich alle wichtigen Papiere der Familie befinden und kämpft sich hinaus ins Freie. Und dann ist Paul plötzlich allein. Weder seine Mutter, noch seine Schwester oder die anderen aus dem Keller haben es geschafft. Nur Paul, der Koffer, die Puppe seiner Schwester und der große Kartoffeltopf von Tante Tilli machen sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft. Als er unterwegs die kleine Sarah trifft, die ebenfalls alles verloren hat und seiner Schwester Rosalie wie aus dem Gesicht geschnitten ist, ist für ihn ganz klar: Wir sind ab sofort eine Familie!

"Unsere Familie hat sogar einen Wahlspruch: Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen." (Seite 28)

Ich bin kein Fan davon, ständig Filme oder Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg zu schauen. Das Thema ist so fürchterlich, dass ich solche Filme/Dokumentationen oft abbreche oder nur ein einziges Mal schaue, da ich es emotional einfach nicht ertrage. Fiktive Liebesgeschichten, die zu der Zeit spielen, lese ich allerdings wahnsinnig gerne - auch wenn dicke Tränen vorprogrammiert sind.
Die äußeren Umstände des Krieges und der Nachkriegszeit, ebenso die moralischen Vorstellungen in diesen Jahrzehnten, machen Liebesgeschichten direkt viel dramatischer und stellenweise auch endgültiger.

Ich würde gerne so viel über dieses Buch sagen, würde dann aber Gefahr laufen viel zu viel zu verraten - das ist echt ein Teufelskreis. Trotzdem will ich mich bemühen nicht (zu viel) zu spoilern!

Das Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt, die stellenweise sehr große Zeitspannen umfassen. So befasst sich Teil 1 zum Beispiel mit den Jahren von 1945-1948, Teil 3 sogar mit 1960-1970. Insgesamt begleiten wir Paul und Sarah/Rosalie von 1945-1989. 44 Jahre Liebe und deutsche Geschichte auf nur 468 Seiten. Da ist es ganz klar, dass manchen Dingen weniger Beachtung geschenkt wird, als anderen und einige Jahre unkommentiert übersprungen werden.
Mich persönlich hat das aber gar nicht gestört. Es gibt durchaus die ein oder andere Stelle, die nicht so ausführlich hätte sein müssen. So zum Beispiel, als die beiden in einem Kinderheim untergebracht werden - das war mir stellenweise einfach zu langatmig. Oder auch die Synchronsprecher-Jobs, die Rosalie später annimmt, hätten etwas gekürzt dargestellt werden können. Aber all das tut der Geschichte absolut keinen Abbruch!

Was mir wirklich gut gefällt, ist die Tatsache, wie Lilli Beck die Figuren gezeichnet hat. Sie wirken alle absolut realistisch und hätten tatsächlich so existieren können. Jeder noch so kleine und unwichtige Charakter wurde mit einer Liebe zum Detail beschrieben, ohne zu viel zu werden oder zu ausgeschmückt zu sein.
Auch Paul und Rosalie werden immer altersgerecht dargestellt. Natürlich hat man beim Lesen möglicherweise mal den Gedanken, dass Paul in seinen Kinder-/Jugendtagen schon etwas zu reif ist, aber ich schätze, dass das einfach die Situation mit sich bringt. Wer in einem solch zarten Alter schon auf eigenen Beinen stehen muss und auch noch die Verantwortung für jemand anderen übernimmt, der altert einfach schneller, als ein Kind, das wirklich Kind sein kann.

Während ich diese Rezension schreibe, frage ich mich immer wieder, wie es den beiden wohl ergangen wäre, wenn sie die Wahrheit gesagt hätten. Wenn sie zumindest seit dem Punkt ihrer Adoption mit offenen Karten gespielt und ihre Eltern eingeweiht hätten, dass sie keine Geschwister sind, sondern das nur erfunden haben um nicht getrennt zu werden. Wären die Eltern wirklich enttäuscht von ihnen gewesen, so wie sie es die ganze Zeit vermutet haben, oder hätten sie Verständnis gehabt? Spätestens aber ab dem Moment, an dem sie sich ihre Liebe gestanden haben. Auf der anderen Seite, hätte man ihnen vielleicht nicht geglaubt, sondern sie als Perverse abgestempelt, die jetzt nach einer Lüge suchen um offiziell ihrem Inzest zu fröhnen. Hätte. Würde. Könnte. Der Konjunktiv bringt dann leider niemanden weiter - die Geschichte verläuft nun mal so, wie sie von der Autorin geschrieben wurde.

Das ganze Buch über habe ich mitgefiebert. Erst, dass sie beide halbwegs unbeschadet durch das Kriegsende und die Nachkriegszeit kommen, dann dass sie Eltern finden, die sie gemeinsam aufnehmen, ihre Liebe vielleicht doch noch eine glückliche Wendung nimmt und auch, dass die ein oder andere Entscheidung nicht zu weitreichende Konsequenzen hat. Gegen Ende hat sich dann ein Kloß in meinem Hals gebildet, der zum Schluss zu dicken Tränen geführt hat. Ob es nun vor Rührung wegen eines Happy Ends war, oder vor lauter Trauer, weil es eben nicht gut ausgeht, wird an dieser Stelle nicht verraten!

Fazit
Wunderbar gezeichnete Charaktere, die sich immer alters- und situationsgerecht verhalten und eine Geschichte, die einem beim Lesen das Herz schwer werden lässt.

Als Leser hofft und bangt man immer wieder von Seite zu Seite und Jahr zu Jahr, dass sich das Blatt doch endlich wenden möge und Paul und Sarah/Rosalie das Leben leben können, das sie sich nach den ganzen Entbehrungen während des Krieges und danach verdient haben.

Eigentlich würde ich für die ein oder andere Länge ein bisschen was abziehen, da mich die Geschichte aber emotional total getroffen hat und ich am Ende Rotz und Wasser geheult habe, bekommt das Buch die Höchstpunktzahl und eine Leseempfehlung für alle, die diese Art von Geschichten mögen!

Schöne Geschichte

Von: Biancas-Zeilenliebe Datum : 07.04.2018

https://biancaszeilenliebe.blogspot.co.at/?m=1

Dieses Buch hat mir schon beim Lesen der ersten Seiten mich zum Weinen gebracht.
Ich bin ja ein totaler Fan von Kriegsbüchern! Aber dieses hier konnte mich leider nicht so ganz überzeugen.
Das erste Drittel hat mich total gefesselt. Danach hat es nachgelassen. Allerdings gefallen mir die Protagonisten sehr gut. Sie sind sehr authentisch dargestellt!

Wie der Wind und das Meer

Von: Klusi liest Datum : 09.03.2018

klusiliest.blogspot.de/

In den letzten Kriegstagen 1945 verliert der elfjährige Paul bei einem schweren Fliegerangriff seine ganze Familie. Während er durch die Trümmer der zerbombten Straßen Münchens irrt, trifft er auf ein kleines Mädchen. Sarah ist Jüdin und ebenfalls allein, denn auch ihre Eltern sind während des Bombenangriffs ums Leben gekommen. Die beiden Kinder schließen sich zusammen, und als die Gefahr besteht, getrennt zu werden, greifen sie zu einer Notlüge. Da Sarah Pauls verstorbener Schwester Rosalie sehr ähnlich sieht, geben sich die beiden als Geschwister aus. Auf diese Weise werden sie gemeinsam von einem lieben Ehepaar adoptiert. Lange sind sie glücklich, aber Jahre später erkennen sie, dass sich ihre gegenseitige Liebe verändert hat und anders ist, als es zwischen Geschwistern sein sollte. Sie müssen ihre Liebesbeziehung geheim halten, da alle Welt sie für Bruder und Schwester ansieht und sie sonst fortwährend in der Furcht vor eine Anklage wegen Inzucht leben müssten.

Der Roman ist in fünf große Abschnitte eingeteilt und umfasst insgesamt die Zeitspanne von 1945 bis 1989. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, und die Schilderungen der Ereignisse haben mich vor allem am Anfang völlig gefangen genommen. Man erfährt im ersten Teil, wie sich Sarah und Paul treffen und wie es ihnen zum Ende des Kriegs und in den Nachkriegsjahren ergeht. Im zweiten großen Abschnitt passiert so einiges, was das Leben der „Geschwister“ gehörig durcheinander bringt. Nachdem sie sich gegenseitig ihre Liebe gestanden haben, suchen sie fieberhaft nach einer Lösung, um ihre Liebe leben zu können und dabei die Adoptiveltern nicht zu verletzen. In den folgenden beiden großen Abschnitten begleitet man die Protagonisten auf ihrem weiteren Lebensweg, der für beide recht steinig ist. Im fünften Abschnitt schließlich löst sich alles auf, werden die Fäden verbunden.
Besonders gut hat mir an diesem Buch gefallen, dass die Autorin mit sehr viel Zeitkolorit schreibt und die Denk- und Handlungsweise der Menschen zeigt, wie sie sich im Lauf der Jahrzehnte veränderte. Es kommen einschneidende Ereignisse der deutschen Geschichte zur Sprache, und der Roman fängt den Zeitgeist meist sehr gut ein. Nur so gegen Ende der Siebziger und zu Beginn der Achtziger Jahre hatte ich den Eindruck, die Protagonisten hinken doch etwas hinter der Realität her, denn was sie da so über das Zusammenleben ohne Trauschein oder über allein erziehende Mütter äußern, kann ich, obwohl ich selbst damals als Jugendliche in einer konservativen Kleinstadt lebte, nicht bestätigen. Das mag in den Sechzigern so gewesen sein, aber die Geschichte spielt in München und zum Teil in Berlin, also in Großstädten, und da war das Leben auch damals schon viel freier.
Die Protagonisten haben ihre ganz eigene Art, mit Problemen umzugehen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte, besonders bei Sarah/Rosalie ging es mir so. Manche Dinge, zu denen sie einfach schwieg oder auch nicht die Wahrheit sagte, hätten vielleicht mit ein paar klaren, ehrlichen Worten ganz anders ausgehen können. Aber sie hat letztendlich so gehandelt, wie sie es für richtig hielt, und sie sah keine andere Lösung für ihre Sorgen.
So sehr mich das Schicksal von Sarah und Paul berührt hat und so interessiert ich ihr Leben verfolgte, so hatte ich doch mit der einen oder anderen Leseflaute zu kämpfen, weil es im Buch so einige Längen gibt, die es meines Erachtens nicht gebraucht hätte. Manche Szenen hätten nicht ganz so gründlich erzählt werden müssen.
Dafür ging es am Schluss dann wieder fast zu schnell. Das Ende ist kompakt erzählt, und auch wenn es sehr traurig ist, empfand ich es als gut und passend.
Trotz der erwähnten Längen ist dies ein wirklich guter und vor allem sehr berührender Roman, bei dem ich im letzten Abschnitt ein paar Tränen nicht unterdrücken konnte, so nahe ist mir die Geschichte gegangen. Im Nachhinein muss ich ständig darüber nachdenken, was im Leben von Paul und Sarah hätte anders laufen können, wenn sie sich für die Wahrheit entschieden hätten.

Mein erster Beck und ein Volltreffer!

Von: Influenza Bookosa Datum : 22.02.2018

influenza-bookosa.de/wie-der-wind-und-das-meer-lilli-beck/

Wenn man sich mit offenen Augen und Ohren durch die Literaturlandschaft bewegt, kommt man an Lilli Beck nicht vorbei. Mich haben schon einige Titel der Autorin angesprochen, bisher fehlte allerdings der letzte Schwung. Als Wie der Wind und das Meer in der Vorschau auftauchte, wusste ich: Das wird er. Mein erster Beck.

Die Geschichte zweier Überlebender, die sich als Kinder finden, erzählt über mehrere Jahrzehnte. Wow, was für eine Bandbreite dem Leser hier geboten wird. Die Geschichte um Paul und Sarah, die sich als Geschwister ausgeben, hat mich mitgerissen. In einer Welt, die auseinander bricht, bleibt den beiden kein anderer Halt, als die Hand des anderen.

In Zeitsprüngen begleiten wir die beiden bis ins Erwachsenenalter, in dem ihnen ihre ein rettende Lüge zum Verhängnis wird. Ganz nebenbei erfahren wir, was in der Zwischenzeit gesellschaftlich, politisch und kulturell alles geschieht, Geschichtsfans kommen also auch auf ihre Kosten. Der Schreibstil der Autorin zeigt, dass diese ihr Handwerk beherrscht. Ich hatte trotz der langen Zeitspanne nie das Gefühl, dass der rote Faden verloren geht, etwas zu viel, oder anderem zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Genau richtig.

Liebesroman eingebettet in Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte...

Von: nicigirl85 Datum : 01.02.2018

nicigirl85.blogspot.de/

Mein Interesse für das Buch war geweckt, weil es eine verbotene Liebesgeschichte versprach und zu Zeiten des zweiten Weltkrieges spielt, eine Epoche über die ich sehr gerne lese. Doch was sich mir dann beim Lesen eröffnete, war so viel mehr als das.

In der Geschichte geht es um Paul und Sarah, die während eines Bombenangriffs jeweils ihre komplette Familie verloren. Da Sarah der Halbschwester Pauls sehr ähnlich sieht, sie als Jüdin in Gefahr wäre und beide nicht mehr allein sein wollen, geben sie sich als Geschwister aus. Der Plan geht auf und sie können die schweren Wochen und Monate der Nachkriegszeit gemeinsam besser stemmen. Doch dann geschieht etwas mit dem sie als kleine Kinder nie gerechnet hätten: sie verlieben sich in einander. Doch Geschwister dürfen sich nicht lieben. Wird ihr düsteres Geheimnis ihr ganzes Leben verändern?

Die Handlung startet 1945 im zerbombten München und reicht bis 1990. Dabei begleiten wir mal Paul und mal Sarah in ihrem Leben.

Die beiden Hauptcharaktere hat man bereits bei Start der Geschichte lieb, kann man doch nur zu sehr nachvollziehen wie schwer das Trauma des Krieges sitzen muss. Das Leben der beiden behält einiges parat, so natürlich erzählt, dass man der Autorin ohne Zweifel abkauft, was sie den beiden zutraut und zumutet.

Auch andere Charaktere wie die liebe Blumenoma oder die Salatmamsel Emma erreichen das Herz des Lesers.

Das Besondere an dem Buch war für mich, dass Lilli Beck den Leser durch bundesdeutsche Geschichte führt, so dass man auch noch etwas dazu lernt. Für mich, die in der DDR groß geworden ist, war erstaunlich wie früh es die ein oder andere technische Neuerung bereits in der BRD gab. Auch einige geschichtliche Ereignisse waren mir nur bedingt geläufig.

Die Liebesgeschichte rührt das Herz des Lesers und bewegt einen immer mehr, denn man möchte einfach, dass die beiden sich kriegen. Mir gefiel hier, dass nicht alles eitel Sonnenschein war und die Liebe so dargestellt wird, wie sie tatsächlich ist: nicht immer einfach und mit reichlich Steinen versehen.

Fazit: Mich hat der Roman sehr gut unterhalten und gern spreche ich dafür eine Leseempfehlung aus.

Berührender Roman über eine große Liebe

Von: Chrissi66 Datum : 29.01.2018

chrissisbuntelesecouch.wordpress.com

Von Lilli Beck habe ich bereits „Glück und Glas“ gelesen und war begeistert von ihrer Art zu schreiben, deshalb musste ich natürlich auch diese Geschichte lesen.
Beschreibung des Buches:
„Wie der Wind und das Meer“ ist im 2017 im blanvalet-Verlag als Hardcover Buch erschienen. Es hat 512 Seiten. Auf dem Cover sieht man zwei Hände (von einem Mann und einer Frau), die sich berühren. Der Mann geht in die eine Richtung, die Frau wendet sich der anderen Richtung zu – ein sehr passend gewähltes Bild für dieses Buch.
Kurze Zusammenfassung:
Der elfjährige Paul verliert nach einem Bombenangriff im April 1945 in München seine Eltern. Als er in den Straßen umher irrt, trifft er auf das kleine Mädchen Sarah. Da sie seiner Schwester Rosalie sehr ähnlich sieht, beschließen beide sich als Bruder und Schwester auszugeben, damit sie von Behörden nicht getrennt werden.
Nachdem sie längere Zeit in einem Kinderheim verbringen, werden sie von einem Ehepaar aus München adoptiert. Sie machen eine Ausbildung im Familienbetrieb – einem Lebensmittel Großhandel, träumen aber von einem Leben in Amerika, denn sie haben sich ineinander verliebt. Diese heimliche Liebe bleibt nicht ohne Folgen. Sarah erwartet ein Kind. Um die Familie zu schützen flieht sie nach Berlin, wo sie als Synchronsprecherin Arbeit findet. Doch immer wieder kreuzen sich die Wege von Sarah und Paul…
Mein Leseeindruck:
Schon die ersten Seiten dieses Romans haben mich gefesselt. Deutsche Geschichte im Zeitraum von 1945 – 1990 fast hautnah in einer Geschichte zweier Menschen mitzuerleben geht unter die Haut. In 5 Kapiteln, die meist einen Zeitraum von 10 Jahren wiederspiegeln, gelingt es Lilli Beck eine - sicherlich in ihrer Gänze nicht typische - Lebensgeschichte der Kriegsgeneration zu beschreiben. Trotzdem hat sich jede einzelne Begebenheit der zwei Protagonisten aber bestimmt genauso im Deutschland der Nachkriegszeit abgespielt.
Während man die Lebensgeschichte von Sarah und Paul hautnah miterlebt, bekommt man Eindrücke vom Wandel Deutschlands, ein ganz besonderes Augenmerk legt Lilli Beck hier auf das deutsche Wirtschaftswunder. Neben Ölkrise, Bau der Mauer aber auch Hausbesetzungen in Berlin erfährt man auch den ganz persönlichen Aufstieg von Pauls Familienbetrieb. So hat man einen ganz besonderen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung eines Familienbetriebes.
Die großen zeitlichen Kapitel sind in viele kleine Kapitel unterteilt, die teilweise überraschende Handlungsverläufe mit plötzlichen Wendungen beschreiben. Diese lassen den Roman nie langweilig werden. Manche Kapitel bieten hier echte Cliffhanger, was dazu führte, dass ich das Buch stundenlang nicht aus der Hand legen konnte. Die teils großen Zeitsprünge (der 5 Kapitel) bereiteten mir dieses Mal kein Problem.
Die beiden Charaktere Sarah und Paul wirken authentisch und liebenswert. An manchen Stellen würde man den ein oder die andere gerne rütteln und dem Schicksal eine andere Wendung bereiten wollen.
Fazit:
Ein sehr ergreifendes Buch, das neben einer ganz besonderen Liebe auch Freundschaft, Spannung und Deutsche Geschichte behandelt.

Leider nicht so mitreißend, wie erhofft

Von: Cocolinchen Datum : 24.01.2018

cocolinchenundkatti.blogspot.de/

Eine Liebe, die nicht sein darf, obwohl sie eigentlich erlaubt wäre!
Für Sarah und Paul ist diese Situation irgendwann nicht mehr zu ertragen. Als sie noch Kinder sind, geben sie sich als Geschwister aus und kämpfen sich zusammen durch und genau diese Lüge bereuen sie ein paar Jahre später, denn man kann sie nicht mal eben wieder ungeschehen machen. Die beiden wünschen sich, offiziell ein Liebespaar sein zu dürfen, doch in ihrer Heimat wird das nicht möglich sein. Sie befürchten schlimme Sanktionen und sehen daher nur noch einen Ausweg! Flucht in ein neues Leben! Doch auch das funktioniert nicht so, wie geplant.


Die Geschichte um die beiden ist schon berührend und teilweise mitreißend, aber einige Abschnitte empfand ich als zu langatmig. So sehr wie erwartet, hat mich dieser Roman auch gar nicht begeistern können. Leider!
Die Liebesgeschichte zwischen Paul und Sarah hat zwar etwas Tragisches, aber irgendwie konnten die beiden mich nicht komplett erreichen.

Ich konnte weder mit Paul noch mit Sarah als Charakter warm werden. Mochte ich die beiden oder nicht? Das ist schwer zu sagen. Die Protagonisten waren mir nicht unbedingt unsympathisch, aber irgendwie konnte der Funke einfach nicht überspringen. Sie konnten mich einfach nicht erreichen. Schade!
Ich habe auch das Gefühl, sie beide nicht richtig greifen zu können.

Die beiden lernen natürlich auch einige Menschen kennen, gleich zu Anfang schließen sie sich einer Gruppe von Kindern an, die in den Trümmern Münchens ums Überleben kämpfen und niemanden mehr haben außer einander.
Gerade da wird einem bewusst, wie es 1945 in Deutschland wirklich ausgesehen hat. Gebäude liegen in Trümmern, es mangelt an allem und keiner weiß, wo es hingehen soll. Eine furchteinflößende Situation. Die Autorin beschreibt das alles sehr anschaulich. Man kann hier wirklich gut in den Roman eintauchen und mitfühlen. Gerade die Anfangsszene im Schutzkeller fängt die Angst der Betroffenen sehr gut ein. Man fiebert richtig mit!

Paul und Sarah haben nach diesem Fliegerangriff alles verloren und machen trotzdem weiter. Sie sind mutig und sehr tapfer. Gegenseitig geben sie sich immer wieder Halt und werden zu einer kleinen Familie.
Nachdem sie sich von der "Kinderbande" trennen, lernen sie eine ältere Marktfrau kennen, die sie bei sich aufnimmt. Eine liebe Frau, die das Herz auf der Zunge trägt und ein bisschen einfacher gestrickt ist. Doch auch diese Station ist nicht für die Ewigkeit vorgesehen.

Es kommt, wie es kommen muss, die beiden Geschwister landen schließlich im Waisenhaus und werden später adoptiert.
Ab diesem Zeitpunkt empfand ich die Erzählung als immer oberflächlicher. Ich konnte wirklich merken, wie ich mich immer mehr von der Handlung entfernt habe. Leider!
Auch die Liebesgeschichte, die sich ab da entwickelt, berührte mich nicht mehr. Für mich persönlich wurden die Schwerpunkte einfach unpassend gesetzt. Das ist jetzt wirklich nur meine persönliche Meinung, ich will nicht behaupten, dass der Roman "falsch" aufgebaut worden ist! Das möchte ich mir nicht anmaßen. Aber gerade die Ereignisse, die mich persönlich sehr interessiert hätten, wurden eher kurz und knapp erzählt und anderes, meiner Meinung nach Nebenhandlungen, zu sehr ausgebreitet.
Das hat mir nicht gefallen und daher konnte mich die Geschichte von Seite zu Seite leider immer weniger berühren und mitnehmen, was ich als sehr schade empfinde, da ich die Idee an sich wirklich sehr gut finde!

Trotzdem wollte ich natürlich wissen, ob es ein Happy End gibt! Das verrate ich Euch aber nicht! ;-)


Herzergreifend

Von: Sonja/Shaaniel Datum : 18.01.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Shaaniel

��️��️Rezensionsexemplar��️��️
-Bloggerportal Randomhouse-

��️��️��️Wie der Wind und das Meer��️��️��️

4,5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐

Autorin: Lilli Beck
www.lilli-beck.de
https://www.facebook.com/Lilli-Beck-226715994008530/

Verlag: blanvalet
Preis: 19,99€ Hardcover, 512 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0577-6

��️Leseprobe und weitere Informationen:��️
https://www.randomhouse.de/Buch/Wie-der-Wind-und-das-Meer/Lilli-Beck/Blanvalet-Hardcover/e497973.rhd#service


Hallo ihr Süßen ��
Das war eine seeehhhr lange Nacht, aber ich konnte einfach nicht aufhören, dieses wundervolle Buch von Lilli zu lesen. Schon alleine dieses Cover, ist es nicht wunderschön?!
Dies war eines dieser Bücher, das mich zu Tränen gerührt hat und das schaffen nicht viele Autoren. Es ist sehr leicht und fließend zu lesen, aber steckt so unglaublich voller ehrlicher Emotionen und Gedanken.
Ich persönlich habe Lilli die fiktive Geschichte um Sarah und Paul, vollkommen abgenommen und konnte mich sehr gut auf sie einlassen.
Das schöne, aber auch zugleich sehr traurige an diesem Buch ist nämlich, dass all dies Wahr sein könnte und vielleicht sogar, genau so passiert ist. Sicherlich ist dies nur "ein" Buch, aber es könnte sich meiner Meinung nach, genauso zugetragen haben. Diese Zeit damals war grauenvoll, für uns heutige Menschen, kaum vorstellbar.

Die Geschichte hat mehrere Zeitepochen und fängt im April1945 in München, zum Ende des 2. Weltkrieges an.
Zu dieser Zeit sind Sarah, ein jüdisches Mädchen und Paul, der eigentlich von der Ostsee kommt und ein gutes Leben führte, gerade einmal 10 und 11 Jahre alt. Beide haben ihre Eltern und Familien, bei einem Fliegerangriff verloren. Aus ihrer Not, Trauer und Einsamkeit heraus, gaben sie sich ein Versprechen, für immer zusammen zu bleiben, als von jetzt an, Geschwister!

Das Buch handelt von dem Leben der beiden und Ihre später entdecke Liebe füreinander, die natürlich Geheim bleiben muss, schließlich helfen sie ja vor dem Gesetz als Geschwister. Das Buch zeigt die Schwierigkeiten der Weisenkinder, nach dem Krieg und die verzweifelte Suche nach Liebe und einen geborgenen Zuhause. Wir begleiten Sarah, die jetzt Rosalie heißt und Paul, über mehrere Jahre hinweg.

Es ist eine wundervolle und zugleich schreckliche Zeitreise von der Vergangenheit, das 2 Weltkrieges 1945 bis für die Protagonisten des Buches, in die Zukunft 1989.
Wir lernen Zeiten, des Aufbaus, aber auch des Untergangs kennen. Wir lernen etwas über Bedingungslose Freundschaft und Liebe. Gleichzeitig, müssen wir mit der Realität zurecht kommen, in der dieses Geheimnis der beiden, noch in Frage gestellt werden wird.

Wie hätten, diese beiden Kinder, damals wissen können, was dieses Versprechen in Zukunft, für Schaden anrichten würde!

Wenn auch ihr Wissen wollt, wie das Leben von Sarah und Paul weiter geht, empfehle ich euch mit gutem Gewissen dieses Herzergreifende Buch!

Vielen lieben Dank an das Bloggerportal, für dieses wirklich berührende Buch!

Ganz lieben Gruß
Sonja /Shaaniel

Nervenzerreißend, und einfach nur zum Hinschmelzen!

Von: Lines & Rhymes Universe Datum : 17.01.2018

linesandrhymesuniverse.blogspot.co.at

Ich war Feuer und Flamme für einen weiteren historischen Roman, der Nachkriegszeiten anschaulich preisgibt. Als ich Instagram durchforschte, konnte mich die Leseeindrücke vom lieben Benni (https://listen-to-lenny.blogspot.de) begeistern. Alleine der Titel „Wie der Wind und das Meer“ erinnert mich an Stränden. Ich nehme den Geruch vom Meer wahr; spüre, wie die Brise einzieht, der Sand meine Füße kitzelt und mein Kopftuch durchwühlt.

Lilli Beck unterteilt den Roman in fünf Teilen, der von 1945 bis in den 1990er Jahren erzählt, wie sich München und Berlin entwickelte. Wir begleiten und erleben hautnah die Protagonisten Paul Greve und Sarah Silbermann während dieser Zeitspanne, die ihre Familie während des zweiten Weltkrieges verloren und „wie der Wind und das Meer“ zusammenhalten. Sarah gibt sich aufgrund der verblüffenden Ähnlichkeit als Rosalie Greve aus. Wird die Notlüge ein Leben lang halten?

––– Mehr dazu auf meinem Blog :) –––

toll beschriebene und emotionale Zeitreise zweier Menschen.....

Von: Lesezauber Datum : 13.01.2018

steffis-und-heikes-lesezauber.blogspot.de

Kurzbeschreibung
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Meinung
Nachdem ich ja zwischendurch ganz gerne Geschichten aus der Nachkriegszeit lese und mich die besondere Idee dahinter angesprochen hat, war ich sehr gespannt auf das Buch. Denn das Ausgangsszenario, dass sich Paul und Sarah als Geschwister ausgeben und genau dies ihnen dann zum Verhängnis wird, fand ich sehr glaubhaft und auch sehr spannend.

Und die Autorin hat es auch wirklich geschafft eine sehr emotionale, glaubhafte und lesenswerte Geschichte über eine Zeit von vielen Jahren zu erzählen.

So beginnt alles mit den grausamen und schockierend beschriebenen Kriegsszenen, durchwoben von den emotionalen Ereignissen. Man fühlt sich schnell mit den sympathischen Protagonisten verbunden und durchlebt ihre Geschichten mit ihnen zusammen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass abwechselnd aus den beiden unterschiedlichen Perspektiven von Sarah und Paul erzählt wird und man so hautnah dabei ist.

Diese Mischung aus Gefühlen und den äußeren Einflüssen zieht sich durch das ganze Buch. Man merkt die gute Recherchearbeit der Autorin und so werden viele aktuelle Themen aus den einzelnen Zeiträumen authentisch beschrieben und die vielen Entwicklungen und Wendungen bringen nicht nur Spannung, sondern regen auch immer wieder zum Nachdenken an.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd und vor allem bildgewaltig, sodass das Lesen einfach Spaß macht. Dazu tragen auch die angenehm kurzen Kapitel bei.

Die Liebesgeschichte selbst war mir dann manchmal ein bisschen zu viel des Guten, da hätte ich es teilweise nicht ganz so schnulzig gebraucht, aber es war schon ok so. Vor allem das Ende ist wieder sehr berührend und ich hätte es so auch wirklich nicht erwartet.

Fazit
„Wie der Wind und das Meer“ ist eine toll beschriebene, emotionale und spannende Zeitreise über mehrere Jahrzehnte zweier Menschen, bei denen das Leben nicht so war, wie es hätte sein sollen. Tränen und zum Nachdenken anregenden Szenen sind garantiert, genauso wie ein überraschendes Ende. Von mir gibt’s gute 4 Sterne.

Ergreifendes Portrait einer Liebesgeschichte

Von: misshappyreading Datum : 09.01.2018

misshappyreading.blogspot.de/

Dieses Buch ist ein sehr interessantes Portrait der Geschwister Greve. Bis zur letzten Seite begleitet man Paul und Sarah von 1945 bis 1990 – von München nach Berlin. Ein erschreckender Gedanke der mir immer wieder kam war: Das kann tatsächlich passiert sein. Auch wenn die Geschichte soweit ich weiß reine Fiktion ist, ist der Grundgedanke sicher so ähnlich vorgekommen.

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Der Klappentext verrät bereits viel (ein bisschen ZU viel) - ich hätte mich bei diesem Buch gerne mehr überraschen lassen. Die ersten 200 Seiten sind detailreich geschrieben, allerdings sehr vorhersehbar, da man aufgrund der Inhaltsangabe bereits weiß wie die ersten Nachkriegsjahre für die beiden ausgehen.

Das kann auch der Grund gewesen sein warum ich das Buch erst ab der zweiten Hälfte spannend fand. Ab dem Moment in dem ich nicht mehr wusste wie es weiter geht - Wie sich Sarah entscheidet, wie Paul sich verhalten wird und wie die übrigen Protagonisten handeln werden.

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Die Erzählung geht über 55 Jahre und wartet daher mit einigen Zeitsprüngen auf. Die Abschnitte finde ich sehr schön gewählt, ebenso wie die Sprünge zwischen Paul und Sarah sowie München und Berlin.

Speaking of München und Berlin. Ein sehr sympathisches Detail des Buches waren die Dialekte. Oft werden in Büchern die Dialekte zu übertrieben dargestellt oder sind gar nicht vorhanden. Lilli Beck hat es geschafft diese genau richtig zu dossieren und vor allem auch glaubhaft. Besonders der bayrische Satzbau mancher Protagonisten ist mir positiv aufgefallen.

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Hätte Pauls und Sarahs Geschichte anders ausgehen können?

Keine Angst, es folgt kein Spoiler an dieser Stelle. Wenn ihr das Buch lest wisst ihr warum dies meine Frage ist. Das Leben hat so viele Abzweigungen dass man oft nicht sagen kann welche Abzweigung zu welcher Kreuzung und welche Kreuzung zu welchem Kreisverkehr geführt hat.

Aus meiner Generation stammend bedeutet, dass man einiges nicht nachvollziehen kann. Aussagen, Haltungen und Handlungen einzelner Protagonisten scheinen schrecklich ungerecht. Doch es waren andere Zeiten und vor allem andere Sitten. Ganz objektiv betrachtet ist alles bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar.

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Ein ergreifendes Portrait einer Liebesgeschichte mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. Herzliche und glaubhafte Charaktere in einem toll ausgearbeiteten Setting. Auf jeden Fall lesenswert.

Sehr emotional, bewegend und mitreißend.

Von: BuchBria Datum : 03.01.2018

buchbria.blogspot.de/

Von der Autorin Lilli Beck will ich schon seit ewigen Zeiten ein Buch lesen und habe auch beinahe alle ihre Romane im Bücherregal stehen, aber irgendwie sprachen mich die Cover der älteren Bücher irgendwann nicht mehr so an und für das letzte erschienene Buch fehlte bisher immer wieder die Zeit. "Wie der Wind und das Meer" erreichte mich schließlich als Rezensionsexemplar, da mich der Klappentext sofort neugierig machte.

Der elfjährige Paul überlebt als einziger seiner Familie einen Fliegerangriff und lernt wenig später Sarah kennen, die ebenfalls sämtliche Angehörige verloren hat. Paul schlägt ihr vor, dass sie sich erstmal als seine Schwester ausgeben kann, da sie ihr ohnehin ähnlich sieht, und verspricht ihr gleichzeitig, dass ihr dadurch nichts passieren kann, denn sie ist Jüdin. Zwei Kinder, die alles verloren haben und nicht mehr wissen, wem sie noch vertrauen können, aber Paul ist ein so herzensguter Junge, dass Sarah sich sofort gut aufgehoben fühlt in seiner Gegenwart, und man kann förmlich spüren, wie die schrecklichen Erlebnisse die Beiden zusammenschweißen. Mich hatte spätestens da, die Geschichte komplett gepackt, da ich natürlich wissen wollte, ob sie so einfach mit dieser Lüge würden leben können.

"Wie der Wind und das Meer" ist kein Buch, das man schnell mal nebenher mit wegliest, denn es handelt über so einen langen Zeitraum hinweg, dass ich persönlich immer wieder Lesepausen zwischendurch brauchte, um mit den Zeitsprüngen klarzukommen sowie den Charakteren, die sich im Laufe der Jahre natürlich auch stark veränderten. Das Schicksal der zwei Kinder beziehungsweise ihr weiterer Lebensweg berührte mich so sehr, und lässt mich auch Wochen später immer noch nicht so recht los, dass ich mich immer wieder frage, wie hätte eine akzeptable Lösung für sie ausgesehen.

Lilli Beck beschreibt all dies so wunderbar, dass ich sowohl die beiden Hauptcharaktere förmlich vor Augen hatte, als auch all die interessanten Nebencharaktere sowie die Schauplätze. Zugleich passiert natürlich im Laufe der Jahre soviel Politisches, Gesellschaftliches und Zeitgeschichtliches nebenher, dass es mir unheimlich Freude bereitete, die Protagonisten über einen so langen Zeitraum zu begleiten.

Mein Fazit:

Sehr emotional, bewegend und mitreißend. Mir wird diese Geschichte noch lange im Gedächtnis bleiben und wird mich im Nachhinein wohl auch noch öfter zum grübeln bringen. Unbedingt Lesen!

Eine tief gehende Geschichte voller Gefühle

Von: Märchenfee/Tiara Datum : 20.12.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Maerchenfee/

Inhaltsangabe:
Paul und Sarah haben beide ihre ganze Familie im Krieg verloren. Da Sarah Pauls Schwester Rosalie so ähnlich sieht, beschliessen die beiden, sich von nun an als Geschwister auszugeben um zusammenbleiben zu können.
Das funktioniert auch ganz wunderbar, bis die beiden sich eines Tages ineinander verlieben.....

Meine Meinung:
Der Inhalt der Geschichte kann wirklich kurz und knapp erzählt werden. Was die Autorin aber daraus gemacht hat, ist eine Wahnsinnsgeschichte, die es auf meine Jahresbestenliste geschafft hat.
Lilli Beck erzählt so voller Gefühl, das Leben der beiden zwischen 1945 - 1990, welches begonnen hat, als Paul sein letztes Stück Brot mit Sarah geteilt hat. Die beiden gehören wirklich von nun an zusammen "Wie der Wind und das Meer".
Ich habe alle Höhen und Tiefen der beiden hautnah miterlebt, konnte mich mit ihnen freuen, habe mit ihnen mitgelitten, mitgezittert und fand auch die erwachende Liebe wunderschön. Man schliesst die beiden sofort ins Herz und steht mit ihnen die ganze Nachkriegszeit durch und am Schluss hatte ich Tränen in den Augen.
Aber man ist wirklich am verzweifeln, denn die Liebe zwischen den beiden ist einzigartig und so tief, kann aber leider nicht ausgelebt werden. Aber sie können nicht aus ihrer Haut heraus, auch wenn sie oft überlegt haben, sich jemandem anzuvertrauen, dass sie ja gar keine Geschwister sind. Aber was wäre dann gewesen? Hätte man die beiden für ihre Lüge sogar eingesperrt? Hätte man ihnen überhaupt geglaubt?
Es kommt, wie es kommen muss, die beiden leben ihr Leben getrennt und verlieren aber nie den Kontakt zueinander. Ob sie es aber schaffen, doch irgendwie einen Weg zueinander zu finden, müsst ihr selbst lesen.

Und das kann ich nur jedem ans Herz legen. Wenn ihr auf gefühlvolle Geschichten mit ganz viel Tiefe steht, dann kauft Euch bitte unbedingt dieses Buch.

Gefühlvoll und Taschentuch-Alarm

Von: Manus Bücherregal Datum : 10.12.2017

manusbibliothek.blogspot.co.at

Ein Buch, das mich zu Tränen gerührt und mich mitten ins Herz getroffen hat.

Lilli Beck hat mich mit ihrem angenehmen, verständlichen, leichten Schreibstil in eine Welt mitgenommen, in der es um die Geschichte von Paul und Sarah geht, die im Krieg ihrer Familien verloren haben. Die Geschichte wird von 1945 bis 1990 erzählt und man kann der Entwicklung, den Mut und der Stärke, der beiden Hauptprotagonisten miterleben. Nein, nicht nur miterleben, sondern auch mitfühlen.

Die Charaktere sind liebenswerte, mutige, starke Persönlichkeit, die sich durch ihren Verlust zusammen tun und als Geschwister leben, obwohl sie es nicht sind. Durch diesen Zusammenhalt jedoch kommt es, wie es einmal kommen musste und sie verlieben sich ineinander. Aber für die Behörden sind die Geschwister...
Wie werden sie nach all ihrer Vergangenheit, diesen Stein in ihrem Leben überwinden können?

Die Schauplätze konnten mich ebenfalls überzeugen und die Autorin Lilli Beck hat auch hier sehr gute Recherchearbeit geleistet, denn als Leser wird man mitgezogen und erlebt ein Leben in der Nachkriegszeit und vieles mehr.

Die Kapitelaufteilung in diesem tollen Buch sind 5 Hauptteile aufgeteilt und die Kapitel innerhalb jedes Teiles sind kurz aber perfekt, dass man dieses Buch in einem durchlesen kann und auch muss. Zumindest erging es mir so. Lilli Beck konnte mich mit ihren detailreichen Schreibstil und verständlichen Sprache für dieses Buch gewinnen, da ich mir fast alles bildlich vorstellen konnte.

"Ein emotionsgeladener Roman, der in der Zeit zwischen 1945 und 1990 spielt, von zwei Nachkriegskinder erzählt, die mich mit Mut und Stärke überzeugt haben. Sehr realistisch durch wunderbare Recherchearbeit der Autorin. Taschentücher bereithalten und von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung."

eine sehr herzzerreißende Geschichte

Von: Libris Poison Datum : 26.11.2017

librispoison.blogspot.de/?m=1

"Wir gehören zusammen wie er Wind und das Meer ... Meine Liebe zu dir ist unendlich groß und tief wie alle Weltmeere zusammengenommen ... sie wird niemals versiegen ..."

|Cover|
Das Cover finde ich sehr passend. Es ist sehr schlicht gehalten und gibt doch einige Einblicke in die Geschichte.

|Schreibstil|
Der Schreibstil von Lilli Beck ist sehr angenehm. Es war toll das die Gespräche der Charaktere entweder einen Bayrischen oder einen Berlinerischen touch hatten. So hat es die Geschichte noch einzigartiger und realer wirken lassen.

|Meinung|
Ich war total gespannt auf die Geschichte, da ich gerne Geschichten aus der Kriegszeit oder Nachkriegszeit lese. Auch in meiner Schulzeit habe ich mich sehr für den 2. Weltkrieg interessiert.
Also war es für mich klar ich musste die Geschichte von Paul und Rosalie(Sarah) lesen.
Es ist so herzzerreißend was die beiden alles erlebt haben. Jedes Mal wenn sie ihr Glück gefunden hatten, kam die nächste Katastrophe. Wegen einer Lüge, die sie aus Schutz erzählt haben bringt das ihr ganzes Leben durch einander. Es ist so unfassbar traurig und gemein. Ich hatte den beiden so sehr ihr Glück gewünscht. Diese Geschichte hat es geschafft mich zum weinen zu bringen.
Manchmal ist das Leben wirklich ein Ar***!

|Fazit|
Ich kann euch die Geschichte von Paul und Rosalie(Sarah) nur ans Herz legen. Aber haltet Taschentücher bereit.

Ein poetisches Buch mit ganz viel Tiefgang

Von: Lenny Datum : 24.11.2017

listen-to-lenny.blogspot.de/

Als mir dieses Buch in einer Mail vorgestellt wurde und ich den Klappentext las, musste ich es sofort haben. Denn die Geschichte klingt wirklich so genial, so emotional und eigen, da wollte ich einfach wissen, ob die Geschichte das hält, was der Klappentext verspricht. Es vergingen einige Wochen und ich fing mit dem Buch an - ohne den Klappentext vorher nochmal gelesen zu haben. Das tat ich dann erst später und sage euch deshalb jetzt schon: Bitte versucht ihn nicht zu lesen, sondern lasst euch einfach auf die Geschichte ein. Denn sonst steht im Klappentext schon so viel, dass sich die Wirkung nicht richtig entfalten kann, wenn man die Handlung der ersten knapp 100 Seiten schon weiß. Nur so als Tipp.

Es geht (und das könnt ihr jetzt lesen, denn es verrät wirklich nicht allzu viel) um Paul und Sarah, die sich im Jahr 1945 kennenlernen. Beide gehen zusammen durch diese schwere Zeit und bleiben ein Leben lang miteinander verbunden. Wir begleiten die beiden bis in die späten 80er-Jahre und erfahren so, wie ihr Leben nach dem Krieg aussieht, was für Herausforderungen sie sich stellen müssen und welches tragische Schicksal sie ereilt. Ich fand genau dieses Begleiten ganz wunderbar, denn so hat man wirklich das Gefühl, Teil des Lebens der beiden zu sein und durchlebt einfach alles mit ihnen gemeinsam. Besonders der Anfang hat mich emotional so berührt, dass ich tatsächlich Tränen geweint habe und am Schluss atemlos zurückgelassen wurde. Einziger Störfaktor waren hier die Sprünge: Die Autorin unterteilt das Buch immer in Jahreszahlen. Im Prinzip in die 40er, 50er, 60er, 70er, und 80er. Dabei fängt sie immer am Anfang des Jahrzehnts an und wir erleben dann, was bis zum Ende des Jahrzehnts passiert. Zum Schluss erfolgt allerdings immer ein Sprung: Mal sind es nur vier Jahre, manchmal aber auch fünf oder sechs. Leider hört die Geschichte aber immer dann auf, wenn es gerade am spannendsten wird, weil ein größeres Problem ansteht. Hier reißt uns die Autorin weg und erzählt dann die Geschichte fünf Jahre später weiter. Dabei fässt sie dann die Lösung des Problems innerhalb einer Seite zusammen. Das empfand ich als etwas störend, da ich gerne gemeinsam mit den Figuren durch das Problem gegangen wäre und es mit ihnen gemeinsam durchleben wollte. So fühlte ich mich immer etwas distanziert und verlor auch in der Mitte den emotionalen Bezug. Das wurde am Ende besser, dennoch hätte ich mir vielleicht noch 100 Seiten mehr gewünscht, um eben diese Probleme genauer zu durchleuchten.

Anders der Schreibstil: Der hätte nicht besser sein können. Die Autorin hat eine wundervolle Art, alltägliche Dinge zu beschreiben und gleichzeitig auch ein Talent dafür, sehr philosophisch die innere Gefühlswelt der Figuren darzustellen. Ich habe teilweise einzelne Sequenzen zwei oder drei Mal gelesen, einfach nur, um sie noch häufiger genießen zu können. Dabei merkt man zum einen die emotionale Involviertheit der Autorin selber, als auch ihre wirklich gute Recherche: Ich hatte das Gefühl, total in das jeweilige Jahrzehnt einzutauchen. Das lag zum einen daran, dass die Autorin wichtige Themen, die in diesen Zeiten diskutiert wurden, erklärt hat, zum anderen aber auch daran, dass sie die Sprache des jeweiligen Jahrzehnts sehr gut einfangen konnte. Diese Kombination hat mir sehr gut gefallen und war bisher eines der besten Pakete, welches ich im Genre der historischen Romane, erhalten habe. Lilli Beck ist deshalb für mich auch eine Autorin, die ich definitiv im Auge behalten möchte und deren ersten historischen Roman "Glück und Glas" ich definitiv auch noch lesen möchte.

Zu diesem poetischen Schreibstil passt übrigens auch der Titel: "Wie der Wind und das Meer" klingt ja schon sehr nach einer Metapher. Das ist es auch, doch nicht nur das: Die Autorin greift das Bild immer wieder während der Geschichte auf und bindet somit den Titel immer wieder ein. Das gefiel mir aus literarischer Sicht sehr gut, da ich bei manchen Titel das Gefühl habe, sie wurden ganz zufällig gewählt, einfach nur, weil sie gut klingen und entfernt zur Story passen. Das ist hier nicht der Fall. Der Titel macht wirklich Sinn und wird immer wieder aufgegriffen. Manche würden jetzt sagen, dass das ja fast normal ist, das ist aber nicht mein Eindruck, deshalb wollte ich es noch einmal als zusätzlichen Punkt nennen. Immer, wenn ich darauf gestoßen bin, musste ich lächeln und diese Tatsache hat mir das Buch irgendwie noch näher gebracht.

Mein Fazit:
Eine wirklich emotionale Geschichte, tolle Protagonisten und ein Schreibstil, der nicht besser hätte sein können. Einzig die Sprünge zwischen den Jahrzehnten trübten meinen Leseeindruck etwas. Abgesehen davon habe ich mich sehr wohl gefühlt und bin sogar etwas traurig, dass ich die Geschichte schon kennen - jetzt würde ich mir wünschen, sie noch einmal von Neuem anfangen zu können. Völlig unvoreingenommen und unwissend. Für alle, die sich an das Genre historische Romane rantasten möchten, ist dieses Buch ein guter Einsteiger. Kenner des Genres dürften hier allerdings ebenfalls ihren Spaß haben, aufgrund der wirklich gut recherchierten Aspekte der Geschichte. Für diese Leistung gibt es 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Dramatisch am Anfang und am Ende

Von: xxlovingbooksxx Datum : 14.11.2017

https://xxlovingbooksxx.wordpress.com

Dieses Rezensionsexemplar hat mir ganz gut gefallen. Paul verliert im Krieg seine Eltern und seine Schwester Rosalie. Sarah ist Jüdin und hat Angst. Paul möchte ihr helfen und so schließen die beiden sich zusammen. Sarah gibt sich nun als Pauls Schwester Rosalie aus. In ihrer Kindheit müssen sie einiges zusammen durchstehen. Nach einigen Jahren im Waisenhaus werden sie von einem kinderlosen Ehepaar adoptiert. Als die beiden dann Jugendliche sind, stellen sie fest, dass sie keine geschwisterlichen Gefühle für einander haben. Sie haben sich ineinander verliebt. Lange halten sie ihre Liebe geheim. Doch dann wird Sarah/Rosalie schwanger und geht nach Berlin. Unter einem Vorwand trennt sie sich von Paul. Ab diesem Zeitpunkt passieren mehrere Zeitsprünge in denen Sarahs/Rosalies und Pauls Leben erzählt wird. Das Buch nimmt eine dramatische Wendung, sodass das Buch nach dem eher langweiligen Mittelteil wieder interessant wird.
Der Schreibstil von Lilli Beck hat mir gut gefallen. Man kann der Geschichte einfach folgen. Was mir jedoch am besten gefallen hat, waren die bayrischen Dialoge. Es hat total Spaß gemacht, sich die Gespräche vorzustellen. Man hat die ganze Geschichte über viel über die Gefühle und Gedanken von Sarah/Rosalie und Paul erfahren, sodass es einfach war beiden Protagonisten zu folgen und zu verstehen. Auch der geschichtliche Hintergrund hat mir gut gefallen.

Berührender Roman über eine verhängnisvolle Lüge

Von: Martinas Buchwelten Datum : 14.11.2017

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Sehr gespannt war ich auf Lilli Becks zweiten Roman, der nicht aus der heiteren Ecke kommt. Nachdem mir "Glück und Glas", das vor zwei Jahren erschienen ist, sehr gut gefallen hat, freute ich mich auf "Wie der Wind und das Meer" der Autorin.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt im letzten Kriegsjahr, 1945. Man steigt mitten in das Kriegsgeschehen ein und harrt mit den Münchner Einwohnern in den Luftschutzkellern aus. Hier sind auch der elfjährige Paul, seine Stiefmutter und seine Stiefschwester Rosalie, sowie Onkel Fritz und Tante Tilli untergekommen. Sie sind Flüchtlinge aus Pommern, die in München bei den Verwandten ein neues Zuhause gefunden haben. Doch diesmal trifft eine Bombe das Haus und der kleine Paul bleibt als einziger Überlebender zurück. Hungrig und zitternd irrt er mit seinem Lederkoffer, der die Besitzurkunde des Gutes in Pommern, sowie Fotos beinhaltet, durch das zerbombte München. Hinter einem Trümmerhaufen findet er ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah Silbermann, ist Jüdin und hat ebenfalls ihre Familie verloren. Die Kinder beschließen zusammenzubleiben und Paul überredet Sarah sich fortan Rosalie zu nennen und sich als seine Schwester auszugeben. So können sie zusammenbleiben und Sarah muss auch nicht weiter Angst vor den Nazis haben. Eine Jungenbande gewährt ihnen Unterschlupf bis sie bei der Blumen-Oma ein neues Zuhause finden. Die Marktfrau Agathe gibt sie als ihre Großnichte und -neffen aus, doch die Mühlen der Bürokratie mahlen auch am Ende des Krieges zielsicher und Paul und Rosalie/Sarah wandern ins Waisenhaus. Ihr gemeinsamer Wahlspruch

"Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen.“ - Seite 28

wird auf eine harte Probe gestellt.
Als sie als Teenager plötzlich beginnen mehr füreinander zu empfinden, macht ihnen der Pakt von einst, sich als Geschwister auszugeben, einen Strich durch die Rechnung. Mit der Wahrheit können sie nicht mehr herausrücken, ohne Agathe und ihre neuen Adoptiveltern zu gefährden.

Der Roman umspannt ganze 45 Jahre, spielt in München und Berlin und erzählt abwechselnd aus der Sicht von Paul und Rosalie.
Der erste Abschnitt bis zum Jahr 1952 ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die von der Autorin grandios erzählt wurde. Diese sehr eindringliche Passage erzählt von den Tagen als Trümmerkinder, den Hunger und die folgende liebevolle Aufnahme bei der Blumen-Oma. Die Willkür der Bürokratie die beiden Kinder der fürsorglichen Liebe von Agathe zu entreißen und sie in ein katholisches Waisenhaus zu stecken, wo Zucht und Ordnung herrscht, hat mich emotional sehr mitgenommen.
Den Mittelteil, der Paul und Rosalie ihre Gefühle füreinander entdecken lässt, empfand ich nicht ganz so stark. Hier wird viel auf die Empfindungen der Beiden eingegangen und wie sie damit umgehen. Während Paul sich bei seiner neuen Familie und der Verantwortung am Gemüsemarkt wohl fühlt und seine Zukunft darin sieht, träumt Rosalie noch immer davon ihre Leben ähnlich dem ihrer Mutter zu gestalten. Als sie beim Münchner Radiosender für ein Hörspiel vorspricht und genommen wird, sieht sie sich ihren Träumen näher. Hier fehlte mir allerdings etwas Atmosphäre. Die Dialoge und Liebesschwüre empfand ich manchmal etwas aufgesetzt. Man spürte die tiefe Verbundenheit der Beiden, aber trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas.

Die Auswirkungen der verboten Liebe sind das Hauptthema des Romans. Diese sind der rote Faden der Geschichte. Dabei hat Lilli Beck auch die politische Zeitgeschichte gut eingefangen. Angefangen von den Hungerjahren bis zum Wiederaufbau, dem dauffolgenden Wirtschaftsaufschwung, der Bau der Mauer, der Kalte Krieg, Studentenbewegungen und Hausbesetzungen.

Die dramatischen Ereignisse im letzten Teil des Buches haben wiederum meine volle Aufmerksamkeit bekommen und haben mich am Ende ziemlich fassungslos zurückgelassen.

Charaktere:
Die Charaktere sind lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Agathe, die Blumen-Oma, die sich den beiden Kindern annimmt und bis zu ihrem Lebensende ihre Ersatzoma bleiben wird. Sie ist auch die Einzige, die das Geheimnis um Sarah/Rosalie kennt. Gut gefallen haben mir auch "die Überkandidelten" im Haus von Rosalie in Berlin.
Die beiden Hauptprotagonisten fand ich als Kinder überzeugender, als im erwachsenen Alter. Nicht alle ihre Handlungen konnte ich nachvollziehen, besonders der ältere Paul wurde mir fremd. Trotzdem entwicklen sich beide Charaktere stark weiter und dennoch bleibt ihre Liebe für alle Ewigkeit bestehen.....wie der Wind und das Meer....

Schreibstil:
Lilli Beck schreibt wunderbar bildhaft, flüssig und lebendig. Ich war mit Paul und Rosalie am Gemüsemarkt, durchlebte mit ihnen die Ängste im Waisenhaus und fand die Bewohner der verrückten WG in Berlin herzerfrischend.
Die Geschichte ist in fünf Teile und Zeitabschnitte unterteilt und umspannt die Jahre 1945 bis 1990. Die Kapitel sind eher kurz gehalten bzw. haben eine angenehme Länge. Die Autorin erzählt abwechselnd aus Sicht von Pauls und Rosalie/Sarah.

Fazit:
Ein berührender Roman, der neben der Handlung rund um Paul und Rosalie auch deutsche Zeitgeschichte eingefangen hat. Eine dramatische Zeitreise, die im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges beginnt und kurz vor dem Mauerfall endet. Bewegend und ergreifend.

Eine Perle von Buch!

Von: Anjas Buchstunden Datum : 14.11.2017

anjas-buchstunden.blogspot.de

Dieses Buch war für mich ein absolutes Geschenk, denn ich war sofort verliebt in das Leben und die Liebe von Paul und Sarah.

Als Paul von einer Sekunde auf die andere alles verloren hat, findet er Sarah, die seiner Schwester, die er wie seine Familie in den Trümmern nach einem Bombeneinschlag nicht mehr findet, unheimlich ähnlich sieht. Schnell verbünden die beiden sich und geben sich einen lebenslangen Schwur....

Die Autorin hat wirklich eindrucksvoll beschrieben, wie hart die Zeit in und nach dem Krieg war und wie hart es für die Kinder, aber eben auch alle anderen Menschen war, irgendwie zu überleben. Es war wundervoll zu lesen, wieviel Hoffnung in Sarah, die jetzt Rosalie heißt und Paul gesteckt hat und mit wieviel Zuversicht und Zusammenhalt die beiden in ihre ungewisse Zukunft gestartet sind. Mehr Gefühl in einem Buch geht einfach nicht und ich war beim lesen entweder unheimlich traurig oder mit Paul und Rosalie zusammen am Boden zerstört. 

Aber in dieser Geschichte gibt es nicht nur Hoffnung, sondern auch Angst, Gewalt und tiefe Verzweiflung. Der Leser begleitet die beiden "Geschwister" nicht nur durch ihre Kindheit, sondern wächst mit den beiden heran und natürlich tauchen bald immer größere Probleme auf. Die zarte Liebe der beiden hat mich mitten in ihren Bann gezogen und ich war genauso ratlos wie die beiden. Auch hier wieder Gefühle pur, Zwiespalt, Eifersucht, gebrochene Herzen, Abschied, Krankheit, Tod und ganz viel Liebe begleitet den Leser durch die Seiten. 

Ich kann und möchte nicht Zuviel über die Handlungen in dem Buch verraten, auch gibt es hier keine großen Überraschengen, dafür aber eine Geschichte die einem das Herz zerreißt und trotzdem so wunderschön wie traurig zugleich ist. Ich bin durch die Seiten einfach nur geflogen und hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich das Buch sofort komplett durchgelesen!

Das Ende...ja das Ende...ich hab sowas von geweint, hier ist doch etwas passiert, was mir das Herz gebrochen hat und wovor ich das ganze Buch über Angst hatte. Ich lese keine Bücher zweimal, dieses allerdings lese ich mit Sicherheit noch mehrmals, eine absolute Perle von Buch!

Starke Liebesgeschichte mit kleinen Schwächen

Von: Melanie E. aus Leopoldshöhe Datum : 11.11.2017

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Wie der Wind und das Meer" ist ein schmerzlicher Roman, deren Liebesgeschichte sich erst nach und nach entwickeln konnte. Durch den Klappentext und den vielfachen Rezensionen zum Buch waren meine Erwartungen sehr hoch. Letztendlich konnte ich die Story nicht so sehr genießen, wie ich es mir erhofft hatte. Ein großer Wehmutstropfen bietet das Ende, welches ich so nicht erwartet hatte und mir das letzte bisschen Hoffnung zunichte machte. Eine Liebe die nicht sein darf und sich viele Seiten lang hinzieht, um mit einem großen Knall zu enden ohne die Bestätigung dessen, dass Wind und Meer zusammengehören. Sehr viel Drama und schwere Schicksale und dennoch kein Happy End? Für mich war es das erste Buch der Autorin, daher war ich fast unvoreingenommen. Ich freute mich auf echte Liebe und dachte, dass ich mich sanft hätte berieseln lassen können, dem war nicht so, denn die Schicksale der beiden Protagonisten gehen nah.

Lilli Beck hat das Kriegsgeschehen und den großen Überlebenswillen sehr authentisch wiedergegeben. Die Lüge die Paul und Sarah / Rosalie um sich herum weben hat irgendwann eine so starke Macht, dass die Wahrheit nicht mehr ausgesprochen werden kann. Eine wachsende Liebe ohne Zukunft, die beide dazu verdammt das Leben getrennt voneinander aufzubauen und dauerhaft unglücklich zu sein. Leider bot mir "Wie der Wind und das Meer" zu wenig schöne Momente, denn das Drama überwiegt.

Der Schreibstil ist sehr gelungen und vieles ist auch wunderbar und glaubhaft ausgeführt und dennoch konnte mich der Roman emotional nicht wirklich berühren. Die Liebe ist stark und dennoch empfand ich Paul und auch Rosalie als schwach, denn wer sich liebt hat die Kraft erneut Neues aufzubauen. Es entstehen weitere Lügen, die zu weiteren Lügen führen und irgendwann ist es zu spät sich der Wahrheit anzunähern.

Die Story ist definitiv bildlich und das Grauen des Geschehens stand mir regelrecht vor Augen, was ich letztendlich als sehr positiv bewerten kann. Bücher sind Geschmackssache und daher kann ich trotz aller kleinen Kritiken dazu auffordern, sich selbst ein Bild machen zu wollen, denn das, was mir vielleicht nicht gefallen hat, kann anderen Lesern vielleicht doch überzeugen. Mir war "Wie der Wind und das Meer" leider zu dramatisch, um in mir ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Eine Leseempfehlung möchte ich dennoch aussprechen für ein für mich äußerst dramatisches Buch, welches viele gelungene Facetten aufwies und dennoch nicht komplett überzeugte. Mir fällt es immer schwer einen Roman zu bewerten, der in der Mehrzahl seiner Leserschaft wunderbar aufgenommen wurde, aber ich möchte für mich bei der Wahrheit bleiben, welche Emotionen "Wie der Wind und das Meer" in mir freigesetzt hat, denn Lügen gab es im Roman schon zu genüge. Es zeigte sich erneut, wie schnell diese ausgesprochen werden und wie schwer es ist sie wieder in Wahrheit zu verwandeln. Der Grund diente dem Überleben, aber irgendwann wäre ein Aufdecken dessen nötig gewesen, um Glück und Freiheit für die Liebe empfangen zu können.

★★★★ (3,5 Sterne)

Eine einzigartige Geschichte, nachdenklich berührend, eben besonders.

Von: Hanne / Lesegenuss Datum : 05.11.2017

www.lesegenuss.blogspot.de/

Mit "Wie der Wind und das Meer" von der Autorin Lilli Beck nimmt diese den Leser mit auf eine Zeitreise. Der Roman spielt sich auf zwei Zeitebenen ab und wird in fünf Teilen erzählt. Beginnend im April 1945, den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs bis hin ins Jahr 1989.

Bomben fallen auf München. Menschen, die voller Angst in den Keller sitzen, hoffen, dass es bald vorbei sei. So auch in einem Schwabinger Gebäude, wo der elfjährige Paul mit seiner Stiefmutter und der Schwester Rosalie ausharrt. Aus Pommern waren sie. Doch von dort mussten sie flüchten, aus der vertrauten Heimat, ihr Gut verlassen. Der Vater war während der Flucht verstorben In München waren sie bei Verwandten untergekommen. In einem Lederkoffer waren die wichtigsten Unterlagen wie die Besitzurkunde des Gutes, den Paul hütete wie einen Schatz. Sein Vater hatte ihm diesen anvertraut. Doch es kommt ganz schlimm für Paul, denn bei dem Bombenhagel verliert er alle vertrauten Personen. In den Trümmern suchend stößt er auf ein kleines Mädchen, Sarah, die er zunächst mit seiner Schwester verwechselt, so ähnlich sah sie Rosalie. Zusammen kämpfen sie nun ums tägliche Überleben, Sarah, ein jüdisches Mädchen, heißt nun Rosalie. Im Laufe der Jahre begleitet der Leser beide Kinder, erlebt ihr Aufwachsen, ihre gute Zeit bei der Marktfrau Zirngiebl, die Zeit im Kinderheim, bis sie letztendlich von einem wunderbaren älteren Ehepaar adoptiert werden. Bruder und Schwester, als das haben sie sich immer ausgegeben. Doch dann kommt die Zeit, wo die Anziehung zueinander immer stärker wird. Eine Liebe, die nicht sein darf.
Der Titel "Wie der Wind und das Meer" finde ich gut gewählt, zumal es ein verbindender Spruch zwischen den beiden "Geschwistern" ist.
Die Romane von Lilli Beck sind immer wieder für eine Überraschung gut. Sie hat in diesem Buch ein Thema Zeitgeschichte aufgegriffen, der mich interessierte, inhaltlich gut recherchiert und thematisch eingebunden ist. Von der Handlung und dem Aufbau her fast alles verständlich, was auch an dem tollen Schreibstil der Autorin liegt. Ich kenne ja nun schon einige Bücher von ihr. Eine Reise in die Vergangenheit, aber auch ein Erinnern an eine Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Welche Auswirkungen die verbotene Liebe zwischen Paul und Sarah/Rosalie hat, welche Entscheidungen getroffen werden, davon möchte ich dann doch nicht zuviel verraten. Eine spontan getroffene Entscheidung beeinflusst das Leben der beiden Hauptcharaktere, dass ist so der Kern der Geschichte. Ein großes Kompliment an die Autorin Lilli Beck, die ihre Gedanken, ihre Idee sowohl auch die Recherchearbeit "Wie der Wind und das Meer" zu einem ganz besonderen Buch werden ließen.
Für mich war es wieder einmal persönlich eine sehr ansprechende Lesezeit.

Eine unmögliche Liebe

Von: die.buecherdiebin Datum : 05.11.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Inhalt: München, April 1945. Nach einem schweren Fliegerangriff hat der elfjährige Paul auch noch seine letzten lebenden Verwandten verloren. Alles was ihm bleibt ist ein Kochtopf und ein Koffer mit einigen Fotos, der Puppe seiner kleinen Schwester Rosalie und den Papieren seiner Familie. Auf der Suche nach etwas zu Essen und einem Unterschlupf trifft er auf das jüdische Mädchen Sarah, das seiner Schwester zum Verwechseln ähnlich sieht. Auch Sarah hat in dieser Nacht ihre Eltern verloren und ist ganz allein. Von nun an geben sie sich als Geschwister aus um von den Behörden nicht getrennt zu werden. Doch als Teenager verlieben sie sich ineinander und ihre Notlüge wird ihnen zum Verhängnis…
Meine Meinung: „Wie der Wind und das Meer“, so gehören Paul und Rosalie/Sarah zusammen und da dieser Spruch oft im Buch vorkommt, passt der Titel perfekt.
Das Buch beginnt am Abend des 25. April 1945. Bomben zerstören das Haus, in dessen Keller Paul mit seiner Familie Zuflucht gesucht hat und er ist der Einzige, der sich retten kann.
Schon von der ersten Zeile an hat mich dieses Buch gefesselt. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und so bildhaft, dass ich während des Lesens zB. das zerstörte München und die Kinder in den Trümmern vor meinen Augen sehen konnte. Lilly Beck hat viele historische Ereignisse der damaligen Zeit (das Kriegsende, den Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder, den Mauerbau, politische Attentate, Drogentote, Hausbesetzungen, Aids und vieles mehr) in die Geschichte einfließen lassen. Die Umsetzung fand ich nicht immer gelungen.
Die Geschichte ist in fünf Teile und Zeitabschnitte unterteilt , von 1945 - 1989, und spielt in München und in Berlin. Mal wird aus Pauls und mal aus Rosalies/Sarahs Perspektive erzählt.
Die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen und ihre enge Bindung und ihre spätere Liebe zueinander ist durch ihre gemeinsamen Erlebnisse für mich nachvollziehbar. Aber auch alle anderen Charaktere sind überzeugend und lebendig gezeichnet.
Fazit: Das Buch ist eine fesselnde und berührende Zeitreise und auf jeden Fall lesenswert, auch wenn ich es gegen Ende schwächer fand.
Vielen Dank an den @blanvalet.verlag für das Leseexemplar.

Emotion Pur

Von: Shondra Datum : 04.11.2017

shondrasblogwelt.com

!Achtung Spoiler!

Paul findet die kleine Jüdin Sarah kurz nach dem letzten Bombenangriff auf München in den Trümmern. Auch sie hat ihre ganze Familie verloren und Angst davor das sie doch noch den Nazis in die Hände fällt und vergast wird. So schmiedet Paul den Plan sie als seine kleine Schwester Rosalie auszugeben, der sie auch noch ähnlich sieht. Als Beweis gibt es ein Foto von Paul und Rosalie, sowie Papiere der Familie. Von nun an sind die beiden unzertrennlich und der Leitspruch der Familie Greve begleitet die beiden nun durch ihr Leben Sie gehören zusammen "Wie der Wind und das Meer" !

Kurz darauf treffen sie auf eine Bande von Waisen die sich zusammen geschlossen haben um in den Trümmern zu überleben. Dort bleiben die beiden eine Weile, sie lernen zu überleben, durch feilschen, handeln, Schwarzmarktgeschäfte. Eines Tages treffen sie auf die Blumen-Oma die sie bei sich aufnimmt, ihnen essen und liebe zukommen lässt. Sie ist die erste denen sich die beiden anvertrauen. Doch das Glück wärt nur kurz, denn die Mühlen der Deutschen Bürokratie mahlen langsam aber stetig.

So werden die beiden von dort weggeholt da sie keine richtige Verwandte ist und angeblich das Kindeswohl dort nicht gesichert sei. Doch beide landen im Kinderheim wo sie die meiste Zeit getrennt von einander sind, bei ungehorsam in kalte kleine Kammern gesperrt werden. Selbst das Essen kann man nicht als solches bezeichnen, und vor Kinderarbeit wollte man sie schützen, doch dort müssen sie weit mehr anpacken als der Blumen-Oma beim Blumen pflücken und verkaufen helfen.

Doch auch das Meistern die beiden und werden von einem lieben Ehepaar adoptiert, das die Blumen-Oma vom Großmarkt kennt. Von nun an geht es den beiden richtig gut, sie haben ein wundervolles Heim und machen eine Ausbildung im Elterlichen Betrieb. Paul ist zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen an dem die Mädchen gefallen finden, und Rosalie ist eine Schönheit geworden. Beide bemerken das ihre Gefühle mehr als nur Geschwisterliebe ist und so kommt eins zum anderen. Die beiden führen eine heimliche Liebesbeziehung und schmieden Pläne für die Zukunft. Doch die Angst die Eltern zu enttäuschen, oder gar wegen Unzucht bestraft zu werden, zwingt sie zum Schweigen.

Rosalie erhält als Synchronsprecherin ein Angebot in Berlin, um ihr Sparbuch für eine gemeinsame Auswanderung aufzustocken nimmt sie dieses an. In Berlin stellt sie fest das ihre Beziehung zu Paul nicht ohne Folgen geblieben ist, sie ist schwanger. Aus Furcht schreibt sie einen Brief an die Eltern und Paul sie habe jemanden kennengelernt, sei Schwanger von ihm und würde in Berlin bleiben. Paul versucht Rosalie zurück zu holen und möchte von ihr wissen ob es sein Kind sei, sie hält daran fest das es einen anderen gibt. Die beiden trennen sich im Streit und die Eltern verstoßen Rosalie.

Einige Jahre gehen ins Land und Paul gibt irgendwann nach Emma zu heiraten die schon seit Jugendtagen hinter ihm her ist wie der Teufel hinter der Seele. Es wird eine unglückliche Beziehung, auch dauert es Jahre bis Emma endlich ihr gewünschtes Kind empfängt. Geschäftlich hingegen sind die beiden ein Traumpaar machen sie mit ihren Unternehmen mittlerweile Millionen. Doch Geld macht nicht glücklich und schon gar nicht kann es einem Kind die liebe und zuneigung der Eltern ersetzen.

Rosalie führt nach langen Jahren in denen sie nur für ihren Sohn da war, eine Beziehung mit Bernd mehr damit Daniel einen Vater hat, als aus Liebe.

Immer wieder will es das Schicksal das Paul und Rosalie sich begegnen und nie haben sie ihre Gefühle für einander eingebüst die Sehnsucht nacheinander auch nach vielen Jahren ist immer noch so stark. Doch immer wenn Rosalie ihm das gemeinsame Kind gestehen will, oder die beiden endlich zusammen sein wollen kommen andere Dinge dazwischen.

Als die beiden endlich zusammen sein könnten, ist Paul schwer krank und liegt im sterben. Und kurze Zeit später stirbt auch Rosalie, an gebrochenem Herzen. Doch am Ende liegen beide nebeneinander Paul und Sarah Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer.


Emotion Pur dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen und hatte das Buch nach drei Tagen ausgelesen. Man fühlt, lacht, lebt, liebt und weint mit den Hauptcharakteren. Auch kann man sich gut in die Zeit zurück versetzen lassen. Durch meine Großeltern habe ich viel und doch eigentlich zu wenig aus diesen schrecklichen Zeiten erfahren, so musste ich auch unweigerlich daran denken das auch sie in dieser Zeit gelebt und erlebt haben. Dadurch wurde für mich die Geschichte noch viel greifbarer.

Fesselnd, bewegend und voller Tiefe!

Von: Michaela G. Datum : 03.11.2017

www.gutowsky-online.de

Kurzbeschreibung
Es ist April 1945. Auf der Suche nach einem Versteck trifft der elfjährige Paul das Mädchen Sarah.
Genau wie er, hat sie ihre Familie verloren, sieht aber seiner Schwester verblüffend ähnlich.
In ihrer Not geben sie sich als Geschwister aus, doch Jahre später, wird ihnen diese Lüge zum Verhängnis.
Eine Lüge, die sie dazu zwingt, ihre Liebe zu verstecken.

Meinung
Sie sind wie der Wind und das Meer und wollen beide nicht ohne den anderen sein.
Paul und Sarah, die beide ihre Eltern verloren und die sich gemeinsam durch die Trümmer kämpfen.
Die so vieles gemeinsam erleben, sich ineinander verlieben und diese Liebe nicht ausleben können.
Spätestens jetzt sollte jedem klar werden, dass es sich hier um eine tragische und bewegende Liebesgeschichte handelt.
Mit sehr viel Feingefühl wird die Geschichte zweier Menschen erzählt, die aufgrund einer Notlüge, ihre Gefühle verstecken müssen.

Die Erzählung erstreckt sich über einen Zeitraum von 1945 bis 1990 und beschreibt nicht nur das Leben von Paul und Sarah aus deren Perspektiven, sondern auch den Zeitwandel in Deutschland und die daraus resultierende Veränderung der Wirtschaft.
Die Lüge, die sie einst aus Solidarität miteinander verband, greift nicht nur in das Leben der beiden, sondern auch anderen Menschen gravierend ein.
Mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht verraten, denn diese Geschichte hat so viele emotionale Szenen, die es wert sind, selbst entdeckt zu werden.

Der Handlungsverlauf bietet genügend überraschende Wendungen um weder langatmig, noch langweilig zu werden.
In 5 Teilen mit vielen kurzen Kapiteln ist die Geschichte so spannend und fesselnd erzählt, dass es schwerfällt, diesen Roman wegzulegen.
Dies mag mit dem bildhaften Schreibstil zusammenhängen, der nicht nur Schauplätze sehr bildgewaltig beschreibt, sondern auch deren Personen.
Doch damit nicht genug! Es stecken unglaublich viele Details in dieser Handlung, die den Zeitwandel noch verstärken.
So sind es aktuelle Schlagertitel im jeweiligen Zeitraum oder auch brisante Themen, die man selbst aus den Nachrichten kennt, die diese Geschichte noch viel authentischer werden lässt.
Ganz intensiv fiel mir dieses in den Jahren 1970 – 1990 auf!

So erging es mir auch mit den Charakteren.
Weder Sarah noch Paul erscheinen blass. Im Gegenteil! Sie entwickeln sich Seite für Seite, Jahr für Jahr – man kann ihnen förmlich dabei zuschauen – wie in einem Film!
Ihre Charakterzüge sind großartig skizziert, sie wirken lebensecht, authentisch und die meisten ihrer Gedanken und Konsequenzen, konnte ich nachvollziehen.
Es gab wenige Momente, in denen ich gewisse Reaktionen nicht verstand, dies mag aber auch an bestimmten Dialogen gelegen haben, in denen mir auch die Liebesschwüre zu gestelzt wirkten.
Berücksichtigt man aber die moralische Zwickmühle, erscheint es im Nachhinein doch nachvollziehbar.
Diese moralische Zwickmühle regt aber auch zum Nachdenken an.
Wie oft zittert man Leser mit den Figuren, dass das Lügenkonstrukt bloß nicht einstürzen möge?
In dieser Geschichte jedoch hoffte ich die meiste Zeit, es möge endlich passieren!

Fazit
„Wie der Wind und das Meer“ ist eine unglaublich fesselnde und berührende wenn auch tragische Liebesgeschichte voller Tiefe, die mich von den ersten Seiten an, mit ihrer intensiven Handlungsatmosphäre in den Bann zog.
Mit ihrer bewegenden Zeitreise durch die Jahrzehnte konnte sie mich voll und ganz begeistern und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Stark begonnen, schwach geendet

Von: gedankenbuecherei Datum : 30.10.2017

gedankenbuecherei.wordpress.com

MEINE MEINUNG:
Bei Wie der Wind und das Meer wurde ich als erstes vom Cover angesprochen, das mir wirklich sehr gut gefallen hat. Auch der Klappentext hat es mir angetan, deswegen habe ich es kurzer Hand beim bloggerportal angefragt und kurz darauf wurde es mir auch schon zugeschickt. An dieser Stelle vielen lieben Dank auch an den blanvalet Verlag, ich habe mich sehr gefreut.

Der Anfang des Buches konnte mich direkt fesseln. Die Geschichte beginnt 1945 in München, mitten im Krieg. Der kleine Paul verliert bei einem Bombenangriff seine Familie und ist von jetzt an auf sich alleine gestellt. Die Autorin hat es geschafft, die Angst des Kindes gut rüber zu bringen und auch hat sich beim Lesen ein beklemmendes Gefühl bei mir eingestellt. Die Grausamkeiten des Krieges wurden gut dargelegt und die beschriebenen schlimmen Umstände verschafften mir beim Lesen eine Gänsehaut. Pauls Geschichte ist wirklich herzergreifend und traurig. Erst als er Sarah findet, ein Mädchen in seinem Alter, das genau wie er alleine umherirrt, schöpft er neue Hoffnung. Er beschließt, dass sie ab jetzt Geschwister sein würden und für immer zusammen halten würden.

„Unsere Familie hat sogar einen Wahlspruch: Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen.“ (Wie der Wind und das Meer, S. 28)

Die Geschichte nimmt ihren Lauf und Sarah, die den Namen Rosalie von Pauls „echter“ Schwester übernommen hat, und Paul schließen sich einer Kinderbande an, die auf nicht ganz legale Weise versucht, gemeinsam zu überleben und über die Runden zu kommen. Anschließend treffen sie auf die Blumen-Oma, die die beiden Kinder herzlich bei sich auf nimmt. Dieser Charakter hat mir sehr gut gefallen, die Autorin hat sie wirklich authentisch und glaubhaft dargestellt. Danach kommen die beiden ins Waisenhaus und dieser Abschnitt konnte mich wirklich ergreifen. Das Leben dort ist grauenhaft und hat bei mir großes Mitleid erregt. Am liebsten hätte ich die beiden Kinder in den Arm genommen und getröstet. Schließlich wollen sie nicht mehr als einfach zusammen zu sein, aber da Mädchen und Jungen streng getrennt werden, gestaltet sich dies schwierig. Die Ungerechtigkeiten, mit denen Paul und Sarah konfrontiert werden, haben mich immer wieder zum Staunen gebracht.

Nach ihrer Kindheit nahm die Handlung für mich persönlich an Stärke ab. Paul und Sarah wurden zusammen adoptiert und kurz darauf entfacht die Liebe zwischen den beiden, die mehr als nur geschwisterlich ist. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, eine wundervolle Liebe hat sich zwischen den beiden entwickelt, denn die Worte, die sie miteinander wechselten waren wirklich ergreifend.

„Mag sein, dass ich so manch schlimmes Erlebnis vergessen werde. Aber dich werde ich niemals vergessen. Nicht einmal, wenn ich tot bin. Das Meer lebt nicht ohne Wind, und ich kann nicht ohne dich leben.“ (Wie der Wind und das Meer, S. 137)

Nach und nach hatte ich aber leider das Gefühl, dass die Szene nicht sehr authentisch auf mich wirkt. Die Charaktere haben mir als Kinder sehr gut gefallen, als junge Erwachsene aber eher weniger. Vor allem Rosalie/Sarah wirkte für mich immer sehr aufgesetzt. Ich konnte die ganze Geschichte nicht so recht glauben. Die Emotionen der Liebe zwischen den beiden waren nicht wirklich spürbar. Das war sehr schade. Die Leidenschaft war einfach nicht vorhanden, das alles wirkte sehr unterkühlt auf mich.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er war ungezwungen und locker, was den Lesefluss sehr gefördert hat. Mir haben auch die historischen Ereignisse gefallen, die in die Geschichte eingeflochten wurden.

FAZIT:
Insgesamt hat mir das Buch zu Beginn sehr gut gefallen, das hat allerdings in der Hälfte ungefähr, abgenommen. Die Geschichte der Kinder und das Überleben während des Krieges, war wirklich ergreifend und emotional beschrieben. Die Liebe zwischen Paul und Sarah war leider nicht mehr so gut nachvollziehbar. Alles wirkte zu aufgesetzt. Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass alle großen Ereignisse ganz plötzlich eintreten und wie nebenbei passieren. So kam es mir zumindest vor. Kein schlechtes Buch, aber nur eine bedingte Leseempfehlung von mir.

Bewegende Liebesgeschichte

Von: Petra Radtke Datum : 29.10.2017

petrasbuecherinsel.blogspot.de/

Diese Geschichte hat mich emotional sehr stark berührt. Durch die beeindruckende Erzählweise gelingt es der Autorin, den Leser von Anfang an, in die Geschichte hineinzuziehen. Ich mochte garnicht mehr das Buch aus der Hand legen. Die beiden Hauptgestalten habe ich sofort lieb gewonnen und mit ihnen gebangt und gehofft, gelacht und geweint...Ich stolperte mit ihnen über die Trümmerlandschaft der zerbombten Stadt München, ging mit ihnen auf Suche nach etwas Essbarem oder nach etwas, was man auf dem Schwarzen Markt tauschen konnte, verstand die Aggressivität der Erwachsenen kaum beim Plündern von Vorratslagern und ihrem Verhalten gegenüber den hungernden Kindern, denen sie dann noch das Essbare aus den Händen rissen. Der Krieg hatte viele Menschen zu Tieren gemacht...Doch zum Glück gab es auch welche, die ihre Menschlichkeit bewahrt hatten und ihr Letztes mit den Kindern teilten. So wie die Münchner Blumenfrau, die die Kinder mit zu sich nahm und ihnen Liebe und Wärme gab....bis die Mühlen der deutschen Bürokratie diese heile Welt für mehrere Jahre zerstört.
Der Roman ist in mehrere Zeitabschnitte gegliedert. So erleben wir die Nachkriegszeit, die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, weitere Etappen in der Geschichte der BRD bis 1990...
Das Leben von Paul und Sarah wird bestimmt durch die Angst, das ihre Lüge, das sie Geschwister sind, entdeckt wird und von ihrer aufflammenden Liebe, die für ihre Umwelt ein Geheimnis bleiben muss. Ihren Schwur " Wie der Wind und das Meer" immer füreinander da zu sein, ist im wahren Leben nicht immer leicht einzuhalten. Der Leser kann gespannt sein auf eine emotionale Achterbahn, auf berührende und spannende Lesestunden und auf die Beantwortung der beim Lesen aufkommenden Frage, ob die Liebe Paul und Sarah ein HappyEnd bescheren wird...
Dieser Roman ist gleichzeitig eine Mahnung unsere Kinder vor Krieg zu bewahren - denn sie sind unsere Zukunft. Danke an die Autorin für bewegende Lesestunden.

Wie der Wind und das Meer

Von: Buchmomente Datum : 29.10.2017

buchmomente.blogspot.com

Mit „Glück und Glas“ konnte mich Lilli Beck ja sehr begeistern, so dass ich neugierig war auf ihr neues Buch – und wieder handelt es sich um einen Roman, der über einen längeren Zeitraum spielt – etwa 40 Jahre – und in dem man neben der Geschichte um die Protagonisten auch einiges über die deutsche Geschichte erfährt.

Im Mittelpunkt stehen Paul und Rosalie, die beiden im zweiten Weltkrieg zu Waisen werden und sich als Geschwister ausgeben, um zu überleben. Die beiden verbindet ein inniges Band, doch schon bald machen sich auch andere Gefühle jenseits der „Geschwisterliebe“ breit – doch sie können ihre Liebe nicht leben, und so geht jeder eigene Wege.

Paul und Rosalie sind zwei sympathische Charaktere, die ich gerne begleitet habe auf ihrem oft steinigen Weg, den sie erst gemeinsam gehen, bis sich ihre Wege aber trennen und Paul weiter in München, Rosalie in Berlin lebt. Paul hat ein großes Herz und auch ich habe ihn direkt in meines geschlossen – wie er Rosalie findet und sie „adoptiert“ und sich dann auch im weiteren Verlauf um sie kümmert, ist wirklich herzzerreißend. Rosalie ist da ganz anders, sie hat schon früh einen eigenen Kopf und weiß, sich auch durchzusetzen – und obwohl sie manches Mal eher zickig wirkt, ist sie liebenswert und herzensgut. Toll war vor allem die Entwicklung, die die beiden machen, die man bei einer Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt, aber als Leser auch erwartet.

Die Geschichte ist dramatisch und tragisch und dennoch absolut glaubwürdig – ich zumindest kann mir ein solches Schicksal absolut vorstellen, denn die Wirren des Krieges haben Menschen in Situationen gebracht, in denen sie im Nachhinein falsche Entscheidungen treffen mussten, aus reinem Überlebenswillen. Gefallen haben mir auch die Einblicke in die deutsche Geschichte, den Wiederaufbau des Landes, die Teilung der Stadt Berlin, das Leben in München und Berlin, einfach auch der Alltag, den die Menschen durchzustehen hatten.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gelungen und da habe ich auch mit Paul und Rosalie gefiebert und gelitten, im Mittelteil gab es dann leider einige Längen, weil einfach nicht so viel passierte und die Geschichte auf der Stelle zu treten schien – erst im letzten Drittel wurde es dann wieder spannender, und die Situation spitzte sich immer weiter zu; bis zu einem Ende, das mich kalt erwischt hat und das mir dann auch zu schnell abgehandelt war – hier hätte ich mir einfach ein paar mehr Worte und Seiten gewünscht.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. An manchen Stellen fand ich die Dialoge etwas gestelzt und gerade Paul wirkte mit dem, was er sagte, oft etwas einfältig und kindisch. Das hätte ich aber noch verschmerzen können, wenn etwas mehr Atmosphäre entstanden wäre – ich zumindest konnte mich nur schlecht in die Zeit einfinden und war auch nicht gefangen in der Geschichte. Dafür sind mir die Charaktere dann doch zu fremd geblieben, auch wenn sie sympathisch waren, und oft haben mir einfach die Emotionen gefehlt, obwohl es dafür genug Anlass gegeben hätte.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich hatte angenehme Lesestunden – ich gebe diesem Roman daher 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt und neben dem Schicksal der beiden Hauptfiguren auch die Entwicklung Deutschlands aufzeigt. Mir hat diesmal die Atmosphäre gefehlt, so dass ich nicht richtig eingetaucht bin in die Geschichte, trotzdem habe ich die sympathischen Charaktere gerne begleitet und auch mit ihnen gelitten – denn die Geschichte ist tragisch und dramatisch und dennoch absolut glaubwürdig. Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

Wundervolle Zeitreise und tragische Liebesgeschichte! Lesehighlight!

Von: Conny G. Datum : 27.10.2017

fanti2412.blogspot.de

Lilli Beck erzählt in diesem Roman die ergreifende Geschichte von Paul und Sarah über rund 45 Jahre.
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges verlieren beide ihre Familien bei einem Fliegerangriff auf München. Der elfjährige Paul irrt mit einem Koffer, der wichtige Papiere und seine letzten Habseligkeiten enthält, durch die Trümmer und trifft auf das kleine jüdische Mädchen Sarah. Sie sieht seiner Schwester Rosalie sehr ähnlich. Paul will Sarah beschützen und beide beschließen, sich als Geschwister auszugeben, damit sie nicht getrennt werden. Sie haben Glück und begegnen guten Menschen aber dennoch landen sie nach einiger Zeit in einem Waisenhaus.
Da hatte ich schon das erste Mal Tränen in den Augen, als ich erleben musste, wie man in der Nachkriegszeit mit familienlosen Kindern umgegangen ist.
Doch die beiden haben erneut Glück und werden von einem liebevollen Unternehmerehepaar adoptiert.
Eigentlich könnten die beiden nun ein gutes, glückliches Leben führen, doch dann verlieben sie sich ineinander. Eine Liebe, die nicht sein darf, denn offiziell sind sie Geschwister.

Mich hat die Geschichte von Paul und Sarah von Anfang an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, so dass ich das Buch in kurzer Zeit verschlungen hatte.
Ich habe die beiden schnell ins Herz geschlossen und habe die tapferen Kinder der Nachkriegszeit bewundert für ihren Mut und ihre Tapferkeit, habe mit ihnen wegen der harten Erziehungsmethoden im Waisenhaus gelitten und mich mit ihnen gefreut, als sie in ein gutes neues Elternhaus adoptiert werden.
Als sie sich dann ineinander verliebten, habe ich mich natürlich gefragt, ob man diese „Geschwisterlüge“ zu dem Zeitpunkt nicht hätte aufklären können. Schließlich waren sie Kinder, als sie die Lüge in die Welt setzten und haben nur zu ihrem Schutz gehandelt.
Aber die beiden entschieden sich zu schweigen oder sahen keine Möglichkeit der Aufklärung.
Gebannt habe ich dann ihr weiteres Leben verfolgt, das die Autorin sehr anschaulich über viele Jahre erzählt.
Wir erleben die schwere Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder, den Bau der Mauer, die deutsche Geschichte bis zum Jahr 1990.
Lilli Beck hat sehr gut recherchiert und das Leben der beiden perfekt in die jeweilige Zeit eingefügt.
Oft habe ich beim Lesen gedacht, dass man diese Geschichte gut als Mehrteiler verfilmen könnte, denn entsprechende Bilder hatte ich oft im Kopf, da der Schreibstil sehr anschaulich und detailreich ist.
Und immer wieder habe ich mich gefragt, ob diese Liebe ein Leben lang dauern wird und was das Leben für die beiden noch bereit hält.
Denn sie hatten sich ja als Kinder versprochen „Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer.“

Sarahs und Pauls Geschichte war für mich eine Achterbahn der Gefühle, die mich sehr berührt aber auch aufgewühlt und sehr gefesselt hat. In ruhigeren Zeiten freute ich mich mit ihnen über ihre Liebe und glückliche Zeiten und in traurigen Momenten hatte ich oft Tränen in den Augen. Das sehr emotionale Ende ist ein passender Abschluss, auch wenn ich es ganz anders erwartet hätte.

Lilli Beck ist eine wundervolle Zeitreise durch die deutsche Nachkriegsgeschichte gelungen. Wunderbar atmosphärisch passend zur jeweiligen Zeit erzählt sie die tragische Lebensgeschichte zweier Menschen, die mein Herz berührt hat und die ich so schnell nicht vergessen werde.
Für mich war dieses Herzensbuch ein Lesegenuss und ein Highlight dieses Buchjahres!


Fazit: 5 von 5 Sternen

Faszinierende Geschichte, die tief unter die Haut geht

Von: katikatharinenhof aus Lahnau Datum : 27.10.2017

, April 1945 - Der Zweite Weltkrieg befindet sich in den letzten Zügen. Nach einem vernichtenden Bombenangriff irrt der elfjährige Paul durch die Trümmer und trifft dort auf ein kleines Mädchen. Sarah hat, wie Paul, ihre Familie verloren und sieht seiner kleine Schwester unheimlich ähnlich.
Damit durch die Kriegswirren die beiden nicht getrennt werden, schmieden sie einen Plan - ab sofort sind sie die Geschwister Greve.
Der irrwitzige Plan scheint zu funktionieren und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Denn keiner hätte ahnen können, dass diese Notlüge einmal allen zum Verhängnis wird....

Lilli Beck hat mit "Wie der Wind und das Meer" ein absolutes Lesehighlight im Buchherbst 2017 veröffentlicht.
Mit leisen Worten schildert sie das Schicksal der beiden Kriegskinder, die für immer untrennbar miteinander verbunden sind.
Vor der Geschichte des Nachkriegsdeutschland  und er späteren Bundesrepublik sieht man die Kinder heranwachsen, mit den Ereignissen der Geschichte immer wieder konfrontiert und mit ihrem Geheimnis hadern.
Was als Notlüge begann, wird im Verlauf des Buches zu einer immensen Belastung für die beiden Protagonisten.
Die Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet, überzeugen durch ihre Lebendigkeit und erzeugen somit das Gefühl, direkt am Geschehen teilzuhaben.
Die zwiespältigen Gefühle sind ebenso gekonnt in die Geschichte eingeflochten, wie die tragischen und fröhlichen Ereignisse, die im Verlauf des Lebens der Protagonisten eintreten.
Man kommt nicht umhin, sich mit Paul und seiner Schwester zu freuen, Tränen zu vergießen, mitzuleiden und immer wieder die Hoffnung zu haben, dass am Ende alles gut wird.
Man durchlebt eine echte Achterbahn der Gefühle, sobald man sich auf dieses Buch einlässt. 

Diese Buch geht tief unter die Haut, bewegt und bleibt noch lange, lange im Herzen.

Ein wirklich ausgezeichneter Roman!

Von: Kathrinshome Datum : 25.10.2017

www.kathrins-home.de

„Wir haben jetzt ein Familiengeheimnis. Das ist etwas ganz Besonderes“(...) „Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen“... (Zitat S. 28)


Mutmachende Worte inmitten von Zerstörung, Leid, Verlust und Angst... der neue Roman von Lilli Beck, der mit einem verlustreichen Tag im 2. Weltkrieg 1945 beginnt und mit Verlust im Jahre 1990 endet, erzählt von Paul und Sarah/Rosalie, die sich nach einem gewaltigen Fliegerangriff auf ihre Heimatstadt München inmitten der Trümmer kennenlernen. Anfangs gehen sie eine Art Zweckgemeinschaft ein, der ihnen beiden Schutz und Halt bieten soll. Im Laufe des Romans wird daraus aber mehr und dieses „Mehr“ birgt jede Menge Gefahren & Herzensleid, aber auch viele schöne Momente und Augenblicke des Glücks.

Als Trümmerkinder werden die beiden von der Marktfrau Agathe aufgenommen, nachdem sie zuvor in einer Straßenbande um das nackte Überleben gekämpft haben. Sie werden von der Behörde in ein Kinderheim gesteckt, dort von einem lieben Unternehmensehepaar adoptiert und wachsen die nächsten Jahre im elterlichen Großmarktbetrieb auf. Beide machen ihren beruflichen Weg: Paul wird die rechte Hand seine Adoptivvaters, Rosalie/Sarah arbeitet zuerst ebenfalls im elterlichen Büro mit, geht dann nach Berlin, um dort Synchronsprecherin zu werden. Dieser Weggang von Zuhause ist zudem eine Flucht vor den Gefühlen zwischen den beiden Protagonisten – oder doch eher eine Schutzmaßnahme?

Nun, dieser Bruch in der bislang gemeinsamen Geschichte dividiert das Buch aus bislang einem in nun zwei Erzählstränge und wir erleben das Wirtschaftwunder der Nachkriegszeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: einmal der Erfolg in Hülle und Fülle – aber ohne Liebe und einmal das Kämpfen ums Überleben, das Formen einer neuen Persönlichkeit und der Liebe zwischen Mutter & Kind. Nur zarte Fäden werden rhetorisch zwischen den beiden Strängen gewoben... als Leserin konnte ich mich sehr gut in beide Geschichten einfinden.

Und dann wird aus den zarten Fäden wieder ein gemeinsamer Strang geknüpft. Die beiden Protagonisten treffen sich wieder; im letzten Teil erst mal heimlich, sporadisch bis zum emotionalen Höhepunkt – mehr möchte ich nicht verraten ;)

Mir gefällt die Geschichte sehr, denn durch die anschauliche Sprache, die in mir Bilder fast wie alte Ufa-Filme entstehen ließ, kann ich dem Ablauf sehr gut folgen; es wirkt alles stimmig und wie „richtig passiert“. Besonders bemerkenswert finde ich das gekonnte Zusammenspiel von Fakten und Fiktion – im Gedächtnis blieb mir die dramatische Situation des Bombenangriffs gleich am Anfang, gespickt mit so viel lebendiger Information, dass ich das Gefühl hatte, mit im Keller zu sitzen. Wirklich bemerkenswert!

Aber eigentlich hat mich die Geschichte bis zum Schluss mitgenommen – so fand ich mich gedanklich in der kleinen Münchner Wohnung meiner Großmutter wieder (ob Agathes Wohnung auch so aussah?), auch das Großmarktgefühl, das Berliner Lebens- und Freiheitsgefühl konnte ich so gut nachvollziehen – Hut ab, liebe Lilli B. für diese ausgezeichnete Recherchearbeit bzw. sicherlich auch das ein oder andere eigene Erlebnis ;)

Das Buch lebt auch durch die Widerstände und Kontraste und so hatte ich – auch wenn der thematische Hintergrund so nicht gesehen werden sollte – sehr viel Spaß und Freude an diesem Roman. Er hat mich von der ersten Zeile an gepackt und nicht wieder losgelassen. Ich bedauerte nicht, dass er zu Ende war, denn die Geschichte hat einen passenden Abschluss gefunden... ich hatte aber das Gefühl, es nochmals von Neuem lesen zu müssen, da ich diese Gefühlsachterbahn gerne noch einmal erlebt hätte.

Alles in allem eine absolute Empfehlung für diesen zweiten Roman der Münchner Autorin, den ich euch wirklich ans Herz legen mag.

Leider nicht überzeugend!

Von: Buchstabenmagie Datum : 24.10.2017

www.buchstabenmagie.blogspot.de

"Halte dein Gesicht in den Regen, jeder Tropfen ist ein Kuss von mir. Lass dein Haar im Wind flattern, es sind meine Hände, die es streicheln [...]. Höre den Amseln zu, wenn sie ihr Abendlied singen, sie erzählen von meiner Liebe zu dir." S.466

Es ist eine schreckliche Nacht im Jahr 1945. Ein verheerender Fliegerangriff folgt dem nächsten und München gleicht zu großen Teilen nur noch einer Trümmerlandschaft. Gerade eben wurde die Familie des 11-jährigen Pauls getroffen und der kleine Junge irrt nur mit einem Koffer und dem Kochtopf seiner Tante durch München. Da entdeckt er in den Trümmern ein Mädchen. Ebenfalls völlig alleine sucht sie verzweifelt nach den Eltern. Sie sieht Pauls Schwester Rosalie zum verwechseln ähnlich und so beschließen die beiden, sich als Geschwister auszugeben, um nicht getrennt zu werden. Ihr Plan geht auf und die beiden werden von dem liebevollen Ehepaar Hummel adoptiert. Doch weder Paul noch Rosalie haben damit gerechnet, dass sie sich als Teenager ineinader verlieben würden. Ihre Notlüge wird zu ihrer größten Qual. Und um sich tatsächlich lieben zu dürfen, müssten Paul und Rosalie sich verstecken. Beide versuchen ihr eigenes Leben zu führen, doch über Jahrzehnte hinweg flammt ihre Liebe immer wieder erneut auf.

Es tut mir immer wieder im Herzen weh, wenn ich über einenn Roman schreiben muss, dass ich ihn -natürlich meinem persönlichen Geschmack nach- ganz und gar nicht gelungen finde. Immerhin steht hinter jedem Buch ein Schriftsteller, der sein Herzblut in sein Projekt gesteckt hat. Doch leider ist Wie der Wind und das Meer (Wow! Was für ein Titel!) für mich eines dieser Bücher.

Eine große und tragische Liebe, die trotz all des Schmerzes über Jahrzehnte hinweg immer wieder aufflammt. Und vor allem verboten ist. Dazu die Tragödie dieses furchtbaren 2. Weltkrieges und all den Konsequenzen. Das ist für mich der Stoff, aus dem Geschichten gemacht sind, die zu Tränen rühren. Doch leider vermochten es Paul und Rosalie nicht, dass ich mit ihnen zu fühlen begann, wo ihre Geschichte doch so tragisch und schmerzhaft ist. Interessante Figuren sind für mich meist noch wichtiger als die Handlung selbst, doch die beiden blieben mir leider bis zur letzten Seite gleichgültig.

Vielleicht liegt es auch an den künstlich erzeugten Konflikten. Nicht nur der Scheininzest, sondern auch der Abriss der deutschen Geschichte vom Ende des 2. Weltkrieges über den Wiederaufbau Deutschlands bis zum Wirtschaftswunder und dem Mauerbau bietet genug Potential für allerhand Missverständnisse und Hindernisse. Schade ist, dass dies nicht ausgeschöpft wird und ich die Handlungen von Paul und Rosalie immer schwerer nachvollziehen konnte. Auch hätte ich mir von der geschichtlichen Perspektive her mehr Tiefgang gewünscht, da hier doch so viel geboten wird.

In Kürze:
Ein Roman mit einer Geschichte, die wegen ihrer bittersüßen Tragik wahnsinnig viel Potential hat. Doch leider fehlten mir die Emotionen und Wie der Wind und das Meer kratzte für mich beim Lesen nur an der Oberfläche. Vielleicht werde ich bei der nächsten guten Idee mitgerissen?

Mehr gibt es auf www.buchstabenmagie.blogspot.de

Wie der Wind und das Meer

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 24.10.2017

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Eine kleine Notlüge am Anfang setzt ein ganzes Kartenhaus in Gang. Und zerstört fast zwei Leben am Ende. Dieser Streifzug durch die deutsche Geschichte unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg ist ungemein spannend und anschaulich erzählt. Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und die Entwicklungen der 1960-er Jahre besonders um Münschen herum gewirt. So entspinnt sich aus der Notlüge ein Faden, der zusammen mit den Einflüssen der handelnden Figuren, der gesellschaftlichen Zwänge und des Chaos ein ganz spezielles Netz spinnt. Eins, dass wie ein Spinnennetz klebt. Etwas bleibt immer zurück und etwas haftet weiter an den lügenden Personen. Die im Übrigen so gearbeitet sind, dass man automatisch mit ihnen mitfühlt und das Beste für sie erhofft. Spannend - sowohl geschichtlich als auch von der sich entspinnenden Geschichte her. Liebe und Leid liegen hier oft fast nebeneinander, denn auch die Personen rund um die beiden Hauptfiguren leiden ohne es zu wissen unter dieser kleinen Notlüge, die weiter gesponnen wird. So wird das Netz immer enger und der Roman atmosphärisch von Seite zu Seite immer dichter.

ein umfassendes Buch, das mit vielerlei Details die Geschichte von 1945 bis 1990 sehr emotional widerspiegelt

Von: Gudrun Datum : 23.10.2017

https://testerblog.jimdo.com/

Bevor ich das Buch gelesen habe, hat es mir auch schon gefallen, weil es zart und geheimnisvoll wirkt. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, finde ich das Cover vielsagend und passend zum Inhalt. Es hat eine enorme Aussagekraft. Auch der Titel, der den Inhalt des Buches immer wieder begleitet, hätte treffender nicht sein können. Hier wird klar, dass auf kleinste Details geachtet wurde.



Der Schreibstil der Autorin hat mich so gefesselt, dass ich das Buch in einem durchgelesen habe. Na, vielen Dank für die durchwachte Nacht ; D.

Die Ausdrucksweise hat mich die Situationen vollends miterleben lassen und die beschriebenen Emotionen habe ich gänzlich spüren können. Da der Stil sehr intensiv war, war dies dann auch für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Was ich auch noch hervorheben möchte, ist, dass Lilli Beck den jeweiligen Zeitgeist mit den vorherrschenden Regeln und Grenzen der Jahre 1945 bis 1990 gelungen aufgegriffen hat. Die Szenerien und die Beweggründe, die Menschen damals zu gewissen Reaktionen verleitet haben, sind für uns heute vielleicht manchmal unverständlich. Aber, genau das hat die Autorin hier geschafft, denn die gängigen Verhaltensregeln von damals bis heute werden verständlich rübergebracht und intensiv und stimmig ins fiktive Geschehen verflochten.



Auch wenn ich, Gottseidank, den Krieg mit seinen verheerenden Auswirkungen und Zuständen, nicht selbst miterlebt habe, konnte ich mich aufgrund der hervorragenden Darstellung der Szenerien und Charaktere voll ins Geschehen und die Situationen hineinversetzen. Um sich dem Zeitgeist noch authentischer vorstellen zu können, war auch der Sprachschatz dementsprechend angepasst.

Oft wirken Einflechtungen, die von realen Gegebenheiten erzählen, als kleine Nebensächlichkeiten, aber, weit gefehlt, hier wurden äusserst interessante Infos zum Beispiel über Politik, Land und Leute der jeweiligen Zeit ins fiktive Geschehen involviert.

Die unterschiedlichsten emotionalen Tragödien werden durchleuchtet und in detailreichen Szenen sehr realistisch verarbeitet.

Die Vorkommnisse lassen eindrucksvolle und emotionsgeladene Bilder entstehen, so dass man als Leser mitfühlen, -leiden, -trauern, aber auch -hoffen kann.



Konnte das Buch nicht mehr weglegen, auch wenn mich der etwas kitschig anmutende Mittelteil des Buches doch etwas angeödet hat, aber, das hat sich bald wieder gegeben, nach dem sich viele Ereignisse, mit umfassenden realen Begebenheiten der Vergangenheit eingeflochten, geschildert wurden.



Mein Fazit: ein umfassendes Buch, das mit vielerlei Details die Geschichte von 1945 bis 1990 sehr emotional widerspiegelt

Ein wunderbarer Roman

Von: Nik75 Datum : 22.10.2017

nik75.blogspot.co.at/

Meine Meinung:

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Er hat mich berührt und in seinen Bann gezogen. Die Hauptprotagonisten Paul und Rosalie alias Sarah musste man einfach gern haben. Zwei Kinder, die beide im zweiten Weltkrieg ihre Eltern verloren haben und sich dann als Geschwister ausgeben. Zwei Kinder die Glück im Unglück haben und trotz des Krieges und der Nachkriegszeit irgendwann eine neue Familie finden. Leider verlieben sich die unechten Geschwister irgendwann unsterblich ineinander und von da an beginnt ihr Leben zu wanken.
Frau Beck hat mit diesem Roman eine wunderbare, berührende Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat. Sie beschreibt das Leben zweier Menschen, die ganz viel verbindet, die einander Lieben und deren Liebe in der damaligen Zeit nicht sein durfte.
Sie beschreibt ganz wunderbar die Höhen und Tiefen zweier Menschen in der Nachkriegszeit.
Ich hatte beim Lesen immer das Gefühl mitten drinnen zu sein in der Geschichte. Die Protagonisten konnte man richtig gut kennenlernen und sie wurden beim Lesen lebendig. Die Szenen sind bei mir wie ein Kopfkino abgelaufen. Durch den bildhaften Schreibstil der Autorin konnte ich mir alles wahnsinnig gut vorstellen. Mit den Protagonisten habe ich von Anfang an mitgefiebert. Ich bin mit ihnen quasi durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Besonders am Schluss sind dann bei mir noch die Tränen geflossen. Es ist wirklich schwer hier zu beschreiben, was ich beim Lesen empfunden habe. Mich hat der Roman berührt, gefesselt und in die Welt von Rosalie und Paul katapultiert.

Ich möchte dieses wunderbare Leseerlebnis nicht missen und vergebe 5 Sterne für dieses besondere Buch. Dieser Roman bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.