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Lilli Beck: Wie der Wind und das Meer

Wie der Wind und das Meer Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7645-0577-6

Erschienen:  18.09.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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toll beschriebene und emotionale Zeitreise zweier Menschen.....

Von: Lesezauber Datum : 13.01.2018

steffis-und-heikes-lesezauber.blogspot.de

Kurzbeschreibung
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Meinung
Nachdem ich ja zwischendurch ganz gerne Geschichten aus der Nachkriegszeit lese und mich die besondere Idee dahinter angesprochen hat, war ich sehr gespannt auf das Buch. Denn das Ausgangsszenario, dass sich Paul und Sarah als Geschwister ausgeben und genau dies ihnen dann zum Verhängnis wird, fand ich sehr glaubhaft und auch sehr spannend.

Und die Autorin hat es auch wirklich geschafft eine sehr emotionale, glaubhafte und lesenswerte Geschichte über eine Zeit von vielen Jahren zu erzählen.

So beginnt alles mit den grausamen und schockierend beschriebenen Kriegsszenen, durchwoben von den emotionalen Ereignissen. Man fühlt sich schnell mit den sympathischen Protagonisten verbunden und durchlebt ihre Geschichten mit ihnen zusammen. Dabei ist es sehr hilfreich, dass abwechselnd aus den beiden unterschiedlichen Perspektiven von Sarah und Paul erzählt wird und man so hautnah dabei ist.

Diese Mischung aus Gefühlen und den äußeren Einflüssen zieht sich durch das ganze Buch. Man merkt die gute Recherchearbeit der Autorin und so werden viele aktuelle Themen aus den einzelnen Zeiträumen authentisch beschrieben und die vielen Entwicklungen und Wendungen bringen nicht nur Spannung, sondern regen auch immer wieder zum Nachdenken an.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr fesselnd und vor allem bildgewaltig, sodass das Lesen einfach Spaß macht. Dazu tragen auch die angenehm kurzen Kapitel bei.

Die Liebesgeschichte selbst war mir dann manchmal ein bisschen zu viel des Guten, da hätte ich es teilweise nicht ganz so schnulzig gebraucht, aber es war schon ok so. Vor allem das Ende ist wieder sehr berührend und ich hätte es so auch wirklich nicht erwartet.

Fazit
„Wie der Wind und das Meer“ ist eine toll beschriebene, emotionale und spannende Zeitreise über mehrere Jahrzehnte zweier Menschen, bei denen das Leben nicht so war, wie es hätte sein sollen. Tränen und zum Nachdenken anregenden Szenen sind garantiert, genauso wie ein überraschendes Ende. Von mir gibt’s gute 4 Sterne.

Ergreifendes Portrait einer Liebesgeschichte

Von: misshappyreading Datum : 09.01.2018

misshappyreading.blogspot.de/

Dieses Buch ist ein sehr interessantes Portrait der Geschwister Greve. Bis zur letzten Seite begleitet man Paul und Sarah von 1945 bis 1990 – von München nach Berlin. Ein erschreckender Gedanke der mir immer wieder kam war: Das kann tatsächlich passiert sein. Auch wenn die Geschichte soweit ich weiß reine Fiktion ist, ist der Grundgedanke sicher so ähnlich vorgekommen.

***

Der Klappentext verrät bereits viel (ein bisschen ZU viel) - ich hätte mich bei diesem Buch gerne mehr überraschen lassen. Die ersten 200 Seiten sind detailreich geschrieben, allerdings sehr vorhersehbar, da man aufgrund der Inhaltsangabe bereits weiß wie die ersten Nachkriegsjahre für die beiden ausgehen.

Das kann auch der Grund gewesen sein warum ich das Buch erst ab der zweiten Hälfte spannend fand. Ab dem Moment in dem ich nicht mehr wusste wie es weiter geht - Wie sich Sarah entscheidet, wie Paul sich verhalten wird und wie die übrigen Protagonisten handeln werden.

***

Die Erzählung geht über 55 Jahre und wartet daher mit einigen Zeitsprüngen auf. Die Abschnitte finde ich sehr schön gewählt, ebenso wie die Sprünge zwischen Paul und Sarah sowie München und Berlin.

Speaking of München und Berlin. Ein sehr sympathisches Detail des Buches waren die Dialekte. Oft werden in Büchern die Dialekte zu übertrieben dargestellt oder sind gar nicht vorhanden. Lilli Beck hat es geschafft diese genau richtig zu dossieren und vor allem auch glaubhaft. Besonders der bayrische Satzbau mancher Protagonisten ist mir positiv aufgefallen.

***

Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Hätte Pauls und Sarahs Geschichte anders ausgehen können?

Keine Angst, es folgt kein Spoiler an dieser Stelle. Wenn ihr das Buch lest wisst ihr warum dies meine Frage ist. Das Leben hat so viele Abzweigungen dass man oft nicht sagen kann welche Abzweigung zu welcher Kreuzung und welche Kreuzung zu welchem Kreisverkehr geführt hat.

Aus meiner Generation stammend bedeutet, dass man einiges nicht nachvollziehen kann. Aussagen, Haltungen und Handlungen einzelner Protagonisten scheinen schrecklich ungerecht. Doch es waren andere Zeiten und vor allem andere Sitten. Ganz objektiv betrachtet ist alles bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar.

***

Ein ergreifendes Portrait einer Liebesgeschichte mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. Herzliche und glaubhafte Charaktere in einem toll ausgearbeiteten Setting. Auf jeden Fall lesenswert.

Sehr emotional, bewegend und mitreißend.

Von: BuchBria Datum : 03.01.2018

buchbria.blogspot.de/

Von der Autorin Lilli Beck will ich schon seit ewigen Zeiten ein Buch lesen und habe auch beinahe alle ihre Romane im Bücherregal stehen, aber irgendwie sprachen mich die Cover der älteren Bücher irgendwann nicht mehr so an und für das letzte erschienene Buch fehlte bisher immer wieder die Zeit. "Wie der Wind und das Meer" erreichte mich schließlich als Rezensionsexemplar, da mich der Klappentext sofort neugierig machte.

Der elfjährige Paul überlebt als einziger seiner Familie einen Fliegerangriff und lernt wenig später Sarah kennen, die ebenfalls sämtliche Angehörige verloren hat. Paul schlägt ihr vor, dass sie sich erstmal als seine Schwester ausgeben kann, da sie ihr ohnehin ähnlich sieht, und verspricht ihr gleichzeitig, dass ihr dadurch nichts passieren kann, denn sie ist Jüdin. Zwei Kinder, die alles verloren haben und nicht mehr wissen, wem sie noch vertrauen können, aber Paul ist ein so herzensguter Junge, dass Sarah sich sofort gut aufgehoben fühlt in seiner Gegenwart, und man kann förmlich spüren, wie die schrecklichen Erlebnisse die Beiden zusammenschweißen. Mich hatte spätestens da, die Geschichte komplett gepackt, da ich natürlich wissen wollte, ob sie so einfach mit dieser Lüge würden leben können.

"Wie der Wind und das Meer" ist kein Buch, das man schnell mal nebenher mit wegliest, denn es handelt über so einen langen Zeitraum hinweg, dass ich persönlich immer wieder Lesepausen zwischendurch brauchte, um mit den Zeitsprüngen klarzukommen sowie den Charakteren, die sich im Laufe der Jahre natürlich auch stark veränderten. Das Schicksal der zwei Kinder beziehungsweise ihr weiterer Lebensweg berührte mich so sehr, und lässt mich auch Wochen später immer noch nicht so recht los, dass ich mich immer wieder frage, wie hätte eine akzeptable Lösung für sie ausgesehen.

Lilli Beck beschreibt all dies so wunderbar, dass ich sowohl die beiden Hauptcharaktere förmlich vor Augen hatte, als auch all die interessanten Nebencharaktere sowie die Schauplätze. Zugleich passiert natürlich im Laufe der Jahre soviel Politisches, Gesellschaftliches und Zeitgeschichtliches nebenher, dass es mir unheimlich Freude bereitete, die Protagonisten über einen so langen Zeitraum zu begleiten.

Mein Fazit:

Sehr emotional, bewegend und mitreißend. Mir wird diese Geschichte noch lange im Gedächtnis bleiben und wird mich im Nachhinein wohl auch noch öfter zum grübeln bringen. Unbedingt Lesen!

Eine tief gehende Geschichte voller Gefühle

Von: Märchenfee/Tiara Datum : 20.12.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Maerchenfee/

Inhaltsangabe:
Paul und Sarah haben beide ihre ganze Familie im Krieg verloren. Da Sarah Pauls Schwester Rosalie so ähnlich sieht, beschliessen die beiden, sich von nun an als Geschwister auszugeben um zusammenbleiben zu können.
Das funktioniert auch ganz wunderbar, bis die beiden sich eines Tages ineinander verlieben.....

Meine Meinung:
Der Inhalt der Geschichte kann wirklich kurz und knapp erzählt werden. Was die Autorin aber daraus gemacht hat, ist eine Wahnsinnsgeschichte, die es auf meine Jahresbestenliste geschafft hat.
Lilli Beck erzählt so voller Gefühl, das Leben der beiden zwischen 1945 - 1990, welches begonnen hat, als Paul sein letztes Stück Brot mit Sarah geteilt hat. Die beiden gehören wirklich von nun an zusammen "Wie der Wind und das Meer".
Ich habe alle Höhen und Tiefen der beiden hautnah miterlebt, konnte mich mit ihnen freuen, habe mit ihnen mitgelitten, mitgezittert und fand auch die erwachende Liebe wunderschön. Man schliesst die beiden sofort ins Herz und steht mit ihnen die ganze Nachkriegszeit durch und am Schluss hatte ich Tränen in den Augen.
Aber man ist wirklich am verzweifeln, denn die Liebe zwischen den beiden ist einzigartig und so tief, kann aber leider nicht ausgelebt werden. Aber sie können nicht aus ihrer Haut heraus, auch wenn sie oft überlegt haben, sich jemandem anzuvertrauen, dass sie ja gar keine Geschwister sind. Aber was wäre dann gewesen? Hätte man die beiden für ihre Lüge sogar eingesperrt? Hätte man ihnen überhaupt geglaubt?
Es kommt, wie es kommen muss, die beiden leben ihr Leben getrennt und verlieren aber nie den Kontakt zueinander. Ob sie es aber schaffen, doch irgendwie einen Weg zueinander zu finden, müsst ihr selbst lesen.

Und das kann ich nur jedem ans Herz legen. Wenn ihr auf gefühlvolle Geschichten mit ganz viel Tiefe steht, dann kauft Euch bitte unbedingt dieses Buch.

Gefühlvoll und Taschentuch-Alarm

Von: Manus Bücherregal Datum : 10.12.2017

manusbibliothek.blogspot.co.at

Ein Buch, das mich zu Tränen gerührt und mich mitten ins Herz getroffen hat.

Lilli Beck hat mich mit ihrem angenehmen, verständlichen, leichten Schreibstil in eine Welt mitgenommen, in der es um die Geschichte von Paul und Sarah geht, die im Krieg ihrer Familien verloren haben. Die Geschichte wird von 1945 bis 1990 erzählt und man kann der Entwicklung, den Mut und der Stärke, der beiden Hauptprotagonisten miterleben. Nein, nicht nur miterleben, sondern auch mitfühlen.

Die Charaktere sind liebenswerte, mutige, starke Persönlichkeit, die sich durch ihren Verlust zusammen tun und als Geschwister leben, obwohl sie es nicht sind. Durch diesen Zusammenhalt jedoch kommt es, wie es einmal kommen musste und sie verlieben sich ineinander. Aber für die Behörden sind die Geschwister...
Wie werden sie nach all ihrer Vergangenheit, diesen Stein in ihrem Leben überwinden können?

Die Schauplätze konnten mich ebenfalls überzeugen und die Autorin Lilli Beck hat auch hier sehr gute Recherchearbeit geleistet, denn als Leser wird man mitgezogen und erlebt ein Leben in der Nachkriegszeit und vieles mehr.

Die Kapitelaufteilung in diesem tollen Buch sind 5 Hauptteile aufgeteilt und die Kapitel innerhalb jedes Teiles sind kurz aber perfekt, dass man dieses Buch in einem durchlesen kann und auch muss. Zumindest erging es mir so. Lilli Beck konnte mich mit ihren detailreichen Schreibstil und verständlichen Sprache für dieses Buch gewinnen, da ich mir fast alles bildlich vorstellen konnte.

"Ein emotionsgeladener Roman, der in der Zeit zwischen 1945 und 1990 spielt, von zwei Nachkriegskinder erzählt, die mich mit Mut und Stärke überzeugt haben. Sehr realistisch durch wunderbare Recherchearbeit der Autorin. Taschentücher bereithalten und von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung."

eine sehr herzzerreißende Geschichte

Von: Libris Poison Datum : 26.11.2017

librispoison.blogspot.de/?m=1

"Wir gehören zusammen wie er Wind und das Meer ... Meine Liebe zu dir ist unendlich groß und tief wie alle Weltmeere zusammengenommen ... sie wird niemals versiegen ..."

|Cover|
Das Cover finde ich sehr passend. Es ist sehr schlicht gehalten und gibt doch einige Einblicke in die Geschichte.

|Schreibstil|
Der Schreibstil von Lilli Beck ist sehr angenehm. Es war toll das die Gespräche der Charaktere entweder einen Bayrischen oder einen Berlinerischen touch hatten. So hat es die Geschichte noch einzigartiger und realer wirken lassen.

|Meinung|
Ich war total gespannt auf die Geschichte, da ich gerne Geschichten aus der Kriegszeit oder Nachkriegszeit lese. Auch in meiner Schulzeit habe ich mich sehr für den 2. Weltkrieg interessiert.
Also war es für mich klar ich musste die Geschichte von Paul und Rosalie(Sarah) lesen.
Es ist so herzzerreißend was die beiden alles erlebt haben. Jedes Mal wenn sie ihr Glück gefunden hatten, kam die nächste Katastrophe. Wegen einer Lüge, die sie aus Schutz erzählt haben bringt das ihr ganzes Leben durch einander. Es ist so unfassbar traurig und gemein. Ich hatte den beiden so sehr ihr Glück gewünscht. Diese Geschichte hat es geschafft mich zum weinen zu bringen.
Manchmal ist das Leben wirklich ein Ar***!

|Fazit|
Ich kann euch die Geschichte von Paul und Rosalie(Sarah) nur ans Herz legen. Aber haltet Taschentücher bereit.

Ein poetisches Buch mit ganz viel Tiefgang

Von: Lenny Datum : 24.11.2017

listen-to-lenny.blogspot.de/

Als mir dieses Buch in einer Mail vorgestellt wurde und ich den Klappentext las, musste ich es sofort haben. Denn die Geschichte klingt wirklich so genial, so emotional und eigen, da wollte ich einfach wissen, ob die Geschichte das hält, was der Klappentext verspricht. Es vergingen einige Wochen und ich fing mit dem Buch an - ohne den Klappentext vorher nochmal gelesen zu haben. Das tat ich dann erst später und sage euch deshalb jetzt schon: Bitte versucht ihn nicht zu lesen, sondern lasst euch einfach auf die Geschichte ein. Denn sonst steht im Klappentext schon so viel, dass sich die Wirkung nicht richtig entfalten kann, wenn man die Handlung der ersten knapp 100 Seiten schon weiß. Nur so als Tipp.

Es geht (und das könnt ihr jetzt lesen, denn es verrät wirklich nicht allzu viel) um Paul und Sarah, die sich im Jahr 1945 kennenlernen. Beide gehen zusammen durch diese schwere Zeit und bleiben ein Leben lang miteinander verbunden. Wir begleiten die beiden bis in die späten 80er-Jahre und erfahren so, wie ihr Leben nach dem Krieg aussieht, was für Herausforderungen sie sich stellen müssen und welches tragische Schicksal sie ereilt. Ich fand genau dieses Begleiten ganz wunderbar, denn so hat man wirklich das Gefühl, Teil des Lebens der beiden zu sein und durchlebt einfach alles mit ihnen gemeinsam. Besonders der Anfang hat mich emotional so berührt, dass ich tatsächlich Tränen geweint habe und am Schluss atemlos zurückgelassen wurde. Einziger Störfaktor waren hier die Sprünge: Die Autorin unterteilt das Buch immer in Jahreszahlen. Im Prinzip in die 40er, 50er, 60er, 70er, und 80er. Dabei fängt sie immer am Anfang des Jahrzehnts an und wir erleben dann, was bis zum Ende des Jahrzehnts passiert. Zum Schluss erfolgt allerdings immer ein Sprung: Mal sind es nur vier Jahre, manchmal aber auch fünf oder sechs. Leider hört die Geschichte aber immer dann auf, wenn es gerade am spannendsten wird, weil ein größeres Problem ansteht. Hier reißt uns die Autorin weg und erzählt dann die Geschichte fünf Jahre später weiter. Dabei fässt sie dann die Lösung des Problems innerhalb einer Seite zusammen. Das empfand ich als etwas störend, da ich gerne gemeinsam mit den Figuren durch das Problem gegangen wäre und es mit ihnen gemeinsam durchleben wollte. So fühlte ich mich immer etwas distanziert und verlor auch in der Mitte den emotionalen Bezug. Das wurde am Ende besser, dennoch hätte ich mir vielleicht noch 100 Seiten mehr gewünscht, um eben diese Probleme genauer zu durchleuchten.

Anders der Schreibstil: Der hätte nicht besser sein können. Die Autorin hat eine wundervolle Art, alltägliche Dinge zu beschreiben und gleichzeitig auch ein Talent dafür, sehr philosophisch die innere Gefühlswelt der Figuren darzustellen. Ich habe teilweise einzelne Sequenzen zwei oder drei Mal gelesen, einfach nur, um sie noch häufiger genießen zu können. Dabei merkt man zum einen die emotionale Involviertheit der Autorin selber, als auch ihre wirklich gute Recherche: Ich hatte das Gefühl, total in das jeweilige Jahrzehnt einzutauchen. Das lag zum einen daran, dass die Autorin wichtige Themen, die in diesen Zeiten diskutiert wurden, erklärt hat, zum anderen aber auch daran, dass sie die Sprache des jeweiligen Jahrzehnts sehr gut einfangen konnte. Diese Kombination hat mir sehr gut gefallen und war bisher eines der besten Pakete, welches ich im Genre der historischen Romane, erhalten habe. Lilli Beck ist deshalb für mich auch eine Autorin, die ich definitiv im Auge behalten möchte und deren ersten historischen Roman "Glück und Glas" ich definitiv auch noch lesen möchte.

Zu diesem poetischen Schreibstil passt übrigens auch der Titel: "Wie der Wind und das Meer" klingt ja schon sehr nach einer Metapher. Das ist es auch, doch nicht nur das: Die Autorin greift das Bild immer wieder während der Geschichte auf und bindet somit den Titel immer wieder ein. Das gefiel mir aus literarischer Sicht sehr gut, da ich bei manchen Titel das Gefühl habe, sie wurden ganz zufällig gewählt, einfach nur, weil sie gut klingen und entfernt zur Story passen. Das ist hier nicht der Fall. Der Titel macht wirklich Sinn und wird immer wieder aufgegriffen. Manche würden jetzt sagen, dass das ja fast normal ist, das ist aber nicht mein Eindruck, deshalb wollte ich es noch einmal als zusätzlichen Punkt nennen. Immer, wenn ich darauf gestoßen bin, musste ich lächeln und diese Tatsache hat mir das Buch irgendwie noch näher gebracht.

Mein Fazit:
Eine wirklich emotionale Geschichte, tolle Protagonisten und ein Schreibstil, der nicht besser hätte sein können. Einzig die Sprünge zwischen den Jahrzehnten trübten meinen Leseeindruck etwas. Abgesehen davon habe ich mich sehr wohl gefühlt und bin sogar etwas traurig, dass ich die Geschichte schon kennen - jetzt würde ich mir wünschen, sie noch einmal von Neuem anfangen zu können. Völlig unvoreingenommen und unwissend. Für alle, die sich an das Genre historische Romane rantasten möchten, ist dieses Buch ein guter Einsteiger. Kenner des Genres dürften hier allerdings ebenfalls ihren Spaß haben, aufgrund der wirklich gut recherchierten Aspekte der Geschichte. Für diese Leistung gibt es 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Dramatisch am Anfang und am Ende

Von: xxlovingbooksxx Datum : 14.11.2017

https://xxlovingbooksxx.wordpress.com

Dieses Rezensionsexemplar hat mir ganz gut gefallen. Paul verliert im Krieg seine Eltern und seine Schwester Rosalie. Sarah ist Jüdin und hat Angst. Paul möchte ihr helfen und so schließen die beiden sich zusammen. Sarah gibt sich nun als Pauls Schwester Rosalie aus. In ihrer Kindheit müssen sie einiges zusammen durchstehen. Nach einigen Jahren im Waisenhaus werden sie von einem kinderlosen Ehepaar adoptiert. Als die beiden dann Jugendliche sind, stellen sie fest, dass sie keine geschwisterlichen Gefühle für einander haben. Sie haben sich ineinander verliebt. Lange halten sie ihre Liebe geheim. Doch dann wird Sarah/Rosalie schwanger und geht nach Berlin. Unter einem Vorwand trennt sie sich von Paul. Ab diesem Zeitpunkt passieren mehrere Zeitsprünge in denen Sarahs/Rosalies und Pauls Leben erzählt wird. Das Buch nimmt eine dramatische Wendung, sodass das Buch nach dem eher langweiligen Mittelteil wieder interessant wird.
Der Schreibstil von Lilli Beck hat mir gut gefallen. Man kann der Geschichte einfach folgen. Was mir jedoch am besten gefallen hat, waren die bayrischen Dialoge. Es hat total Spaß gemacht, sich die Gespräche vorzustellen. Man hat die ganze Geschichte über viel über die Gefühle und Gedanken von Sarah/Rosalie und Paul erfahren, sodass es einfach war beiden Protagonisten zu folgen und zu verstehen. Auch der geschichtliche Hintergrund hat mir gut gefallen.

Berührender Roman über eine verhängnisvolle Lüge

Von: Martinas Buchwelten Datum : 14.11.2017

martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

Bewertung: 4 1/2 Sterne

Sehr gespannt war ich auf Lilli Becks zweiten Roman, der nicht aus der heiteren Ecke kommt. Nachdem mir "Glück und Glas", das vor zwei Jahren erschienen ist, sehr gut gefallen hat, freute ich mich auf "Wie der Wind und das Meer" der Autorin.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und beginnt im letzten Kriegsjahr, 1945. Man steigt mitten in das Kriegsgeschehen ein und harrt mit den Münchner Einwohnern in den Luftschutzkellern aus. Hier sind auch der elfjährige Paul, seine Stiefmutter und seine Stiefschwester Rosalie, sowie Onkel Fritz und Tante Tilli untergekommen. Sie sind Flüchtlinge aus Pommern, die in München bei den Verwandten ein neues Zuhause gefunden haben. Doch diesmal trifft eine Bombe das Haus und der kleine Paul bleibt als einziger Überlebender zurück. Hungrig und zitternd irrt er mit seinem Lederkoffer, der die Besitzurkunde des Gutes in Pommern, sowie Fotos beinhaltet, durch das zerbombte München. Hinter einem Trümmerhaufen findet er ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah Silbermann, ist Jüdin und hat ebenfalls ihre Familie verloren. Die Kinder beschließen zusammenzubleiben und Paul überredet Sarah sich fortan Rosalie zu nennen und sich als seine Schwester auszugeben. So können sie zusammenbleiben und Sarah muss auch nicht weiter Angst vor den Nazis haben. Eine Jungenbande gewährt ihnen Unterschlupf bis sie bei der Blumen-Oma ein neues Zuhause finden. Die Marktfrau Agathe gibt sie als ihre Großnichte und -neffen aus, doch die Mühlen der Bürokratie mahlen auch am Ende des Krieges zielsicher und Paul und Rosalie/Sarah wandern ins Waisenhaus. Ihr gemeinsamer Wahlspruch

"Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen.“ - Seite 28

wird auf eine harte Probe gestellt.
Als sie als Teenager plötzlich beginnen mehr füreinander zu empfinden, macht ihnen der Pakt von einst, sich als Geschwister auszugeben, einen Strich durch die Rechnung. Mit der Wahrheit können sie nicht mehr herausrücken, ohne Agathe und ihre neuen Adoptiveltern zu gefährden.

Der Roman umspannt ganze 45 Jahre, spielt in München und Berlin und erzählt abwechselnd aus der Sicht von Paul und Rosalie.
Der erste Abschnitt bis zum Jahr 1952 ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die von der Autorin grandios erzählt wurde. Diese sehr eindringliche Passage erzählt von den Tagen als Trümmerkinder, den Hunger und die folgende liebevolle Aufnahme bei der Blumen-Oma. Die Willkür der Bürokratie die beiden Kinder der fürsorglichen Liebe von Agathe zu entreißen und sie in ein katholisches Waisenhaus zu stecken, wo Zucht und Ordnung herrscht, hat mich emotional sehr mitgenommen.
Den Mittelteil, der Paul und Rosalie ihre Gefühle füreinander entdecken lässt, empfand ich nicht ganz so stark. Hier wird viel auf die Empfindungen der Beiden eingegangen und wie sie damit umgehen. Während Paul sich bei seiner neuen Familie und der Verantwortung am Gemüsemarkt wohl fühlt und seine Zukunft darin sieht, träumt Rosalie noch immer davon ihre Leben ähnlich dem ihrer Mutter zu gestalten. Als sie beim Münchner Radiosender für ein Hörspiel vorspricht und genommen wird, sieht sie sich ihren Träumen näher. Hier fehlte mir allerdings etwas Atmosphäre. Die Dialoge und Liebesschwüre empfand ich manchmal etwas aufgesetzt. Man spürte die tiefe Verbundenheit der Beiden, aber trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas.

Die Auswirkungen der verboten Liebe sind das Hauptthema des Romans. Diese sind der rote Faden der Geschichte. Dabei hat Lilli Beck auch die politische Zeitgeschichte gut eingefangen. Angefangen von den Hungerjahren bis zum Wiederaufbau, dem dauffolgenden Wirtschaftsaufschwung, der Bau der Mauer, der Kalte Krieg, Studentenbewegungen und Hausbesetzungen.

Die dramatischen Ereignisse im letzten Teil des Buches haben wiederum meine volle Aufmerksamkeit bekommen und haben mich am Ende ziemlich fassungslos zurückgelassen.

Charaktere:
Die Charaktere sind lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Agathe, die Blumen-Oma, die sich den beiden Kindern annimmt und bis zu ihrem Lebensende ihre Ersatzoma bleiben wird. Sie ist auch die Einzige, die das Geheimnis um Sarah/Rosalie kennt. Gut gefallen haben mir auch "die Überkandidelten" im Haus von Rosalie in Berlin.
Die beiden Hauptprotagonisten fand ich als Kinder überzeugender, als im erwachsenen Alter. Nicht alle ihre Handlungen konnte ich nachvollziehen, besonders der ältere Paul wurde mir fremd. Trotzdem entwicklen sich beide Charaktere stark weiter und dennoch bleibt ihre Liebe für alle Ewigkeit bestehen.....wie der Wind und das Meer....

Schreibstil:
Lilli Beck schreibt wunderbar bildhaft, flüssig und lebendig. Ich war mit Paul und Rosalie am Gemüsemarkt, durchlebte mit ihnen die Ängste im Waisenhaus und fand die Bewohner der verrückten WG in Berlin herzerfrischend.
Die Geschichte ist in fünf Teile und Zeitabschnitte unterteilt und umspannt die Jahre 1945 bis 1990. Die Kapitel sind eher kurz gehalten bzw. haben eine angenehme Länge. Die Autorin erzählt abwechselnd aus Sicht von Pauls und Rosalie/Sarah.

Fazit:
Ein berührender Roman, der neben der Handlung rund um Paul und Rosalie auch deutsche Zeitgeschichte eingefangen hat. Eine dramatische Zeitreise, die im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges beginnt und kurz vor dem Mauerfall endet. Bewegend und ergreifend.

Eine Perle von Buch!

Von: Anjas Buchstunden Datum : 14.11.2017

anjas-buchstunden.blogspot.de

Dieses Buch war für mich ein absolutes Geschenk, denn ich war sofort verliebt in das Leben und die Liebe von Paul und Sarah.

Als Paul von einer Sekunde auf die andere alles verloren hat, findet er Sarah, die seiner Schwester, die er wie seine Familie in den Trümmern nach einem Bombeneinschlag nicht mehr findet, unheimlich ähnlich sieht. Schnell verbünden die beiden sich und geben sich einen lebenslangen Schwur....

Die Autorin hat wirklich eindrucksvoll beschrieben, wie hart die Zeit in und nach dem Krieg war und wie hart es für die Kinder, aber eben auch alle anderen Menschen war, irgendwie zu überleben. Es war wundervoll zu lesen, wieviel Hoffnung in Sarah, die jetzt Rosalie heißt und Paul gesteckt hat und mit wieviel Zuversicht und Zusammenhalt die beiden in ihre ungewisse Zukunft gestartet sind. Mehr Gefühl in einem Buch geht einfach nicht und ich war beim lesen entweder unheimlich traurig oder mit Paul und Rosalie zusammen am Boden zerstört. 

Aber in dieser Geschichte gibt es nicht nur Hoffnung, sondern auch Angst, Gewalt und tiefe Verzweiflung. Der Leser begleitet die beiden "Geschwister" nicht nur durch ihre Kindheit, sondern wächst mit den beiden heran und natürlich tauchen bald immer größere Probleme auf. Die zarte Liebe der beiden hat mich mitten in ihren Bann gezogen und ich war genauso ratlos wie die beiden. Auch hier wieder Gefühle pur, Zwiespalt, Eifersucht, gebrochene Herzen, Abschied, Krankheit, Tod und ganz viel Liebe begleitet den Leser durch die Seiten. 

Ich kann und möchte nicht Zuviel über die Handlungen in dem Buch verraten, auch gibt es hier keine großen Überraschengen, dafür aber eine Geschichte die einem das Herz zerreißt und trotzdem so wunderschön wie traurig zugleich ist. Ich bin durch die Seiten einfach nur geflogen und hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich das Buch sofort komplett durchgelesen!

Das Ende...ja das Ende...ich hab sowas von geweint, hier ist doch etwas passiert, was mir das Herz gebrochen hat und wovor ich das ganze Buch über Angst hatte. Ich lese keine Bücher zweimal, dieses allerdings lese ich mit Sicherheit noch mehrmals, eine absolute Perle von Buch!

Starke Liebesgeschichte mit kleinen Schwächen

Von: Melanie E. aus Leopoldshöhe Datum : 11.11.2017

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Wie der Wind und das Meer" ist ein schmerzlicher Roman, deren Liebesgeschichte sich erst nach und nach entwickeln konnte. Durch den Klappentext und den vielfachen Rezensionen zum Buch waren meine Erwartungen sehr hoch. Letztendlich konnte ich die Story nicht so sehr genießen, wie ich es mir erhofft hatte. Ein großer Wehmutstropfen bietet das Ende, welches ich so nicht erwartet hatte und mir das letzte bisschen Hoffnung zunichte machte. Eine Liebe die nicht sein darf und sich viele Seiten lang hinzieht, um mit einem großen Knall zu enden ohne die Bestätigung dessen, dass Wind und Meer zusammengehören. Sehr viel Drama und schwere Schicksale und dennoch kein Happy End? Für mich war es das erste Buch der Autorin, daher war ich fast unvoreingenommen. Ich freute mich auf echte Liebe und dachte, dass ich mich sanft hätte berieseln lassen können, dem war nicht so, denn die Schicksale der beiden Protagonisten gehen nah.

Lilli Beck hat das Kriegsgeschehen und den großen Überlebenswillen sehr authentisch wiedergegeben. Die Lüge die Paul und Sarah / Rosalie um sich herum weben hat irgendwann eine so starke Macht, dass die Wahrheit nicht mehr ausgesprochen werden kann. Eine wachsende Liebe ohne Zukunft, die beide dazu verdammt das Leben getrennt voneinander aufzubauen und dauerhaft unglücklich zu sein. Leider bot mir "Wie der Wind und das Meer" zu wenig schöne Momente, denn das Drama überwiegt.

Der Schreibstil ist sehr gelungen und vieles ist auch wunderbar und glaubhaft ausgeführt und dennoch konnte mich der Roman emotional nicht wirklich berühren. Die Liebe ist stark und dennoch empfand ich Paul und auch Rosalie als schwach, denn wer sich liebt hat die Kraft erneut Neues aufzubauen. Es entstehen weitere Lügen, die zu weiteren Lügen führen und irgendwann ist es zu spät sich der Wahrheit anzunähern.

Die Story ist definitiv bildlich und das Grauen des Geschehens stand mir regelrecht vor Augen, was ich letztendlich als sehr positiv bewerten kann. Bücher sind Geschmackssache und daher kann ich trotz aller kleinen Kritiken dazu auffordern, sich selbst ein Bild machen zu wollen, denn das, was mir vielleicht nicht gefallen hat, kann anderen Lesern vielleicht doch überzeugen. Mir war "Wie der Wind und das Meer" leider zu dramatisch, um in mir ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Eine Leseempfehlung möchte ich dennoch aussprechen für ein für mich äußerst dramatisches Buch, welches viele gelungene Facetten aufwies und dennoch nicht komplett überzeugte. Mir fällt es immer schwer einen Roman zu bewerten, der in der Mehrzahl seiner Leserschaft wunderbar aufgenommen wurde, aber ich möchte für mich bei der Wahrheit bleiben, welche Emotionen "Wie der Wind und das Meer" in mir freigesetzt hat, denn Lügen gab es im Roman schon zu genüge. Es zeigte sich erneut, wie schnell diese ausgesprochen werden und wie schwer es ist sie wieder in Wahrheit zu verwandeln. Der Grund diente dem Überleben, aber irgendwann wäre ein Aufdecken dessen nötig gewesen, um Glück und Freiheit für die Liebe empfangen zu können.

★★★★ (3,5 Sterne)

Eine einzigartige Geschichte, nachdenklich berührend, eben besonders.

Von: Hanne / Lesegenuss Datum : 05.11.2017

www.lesegenuss.blogspot.de/

Mit "Wie der Wind und das Meer" von der Autorin Lilli Beck nimmt diese den Leser mit auf eine Zeitreise. Der Roman spielt sich auf zwei Zeitebenen ab und wird in fünf Teilen erzählt. Beginnend im April 1945, den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs bis hin ins Jahr 1989.

Bomben fallen auf München. Menschen, die voller Angst in den Keller sitzen, hoffen, dass es bald vorbei sei. So auch in einem Schwabinger Gebäude, wo der elfjährige Paul mit seiner Stiefmutter und der Schwester Rosalie ausharrt. Aus Pommern waren sie. Doch von dort mussten sie flüchten, aus der vertrauten Heimat, ihr Gut verlassen. Der Vater war während der Flucht verstorben In München waren sie bei Verwandten untergekommen. In einem Lederkoffer waren die wichtigsten Unterlagen wie die Besitzurkunde des Gutes, den Paul hütete wie einen Schatz. Sein Vater hatte ihm diesen anvertraut. Doch es kommt ganz schlimm für Paul, denn bei dem Bombenhagel verliert er alle vertrauten Personen. In den Trümmern suchend stößt er auf ein kleines Mädchen, Sarah, die er zunächst mit seiner Schwester verwechselt, so ähnlich sah sie Rosalie. Zusammen kämpfen sie nun ums tägliche Überleben, Sarah, ein jüdisches Mädchen, heißt nun Rosalie. Im Laufe der Jahre begleitet der Leser beide Kinder, erlebt ihr Aufwachsen, ihre gute Zeit bei der Marktfrau Zirngiebl, die Zeit im Kinderheim, bis sie letztendlich von einem wunderbaren älteren Ehepaar adoptiert werden. Bruder und Schwester, als das haben sie sich immer ausgegeben. Doch dann kommt die Zeit, wo die Anziehung zueinander immer stärker wird. Eine Liebe, die nicht sein darf.
Der Titel "Wie der Wind und das Meer" finde ich gut gewählt, zumal es ein verbindender Spruch zwischen den beiden "Geschwistern" ist.
Die Romane von Lilli Beck sind immer wieder für eine Überraschung gut. Sie hat in diesem Buch ein Thema Zeitgeschichte aufgegriffen, der mich interessierte, inhaltlich gut recherchiert und thematisch eingebunden ist. Von der Handlung und dem Aufbau her fast alles verständlich, was auch an dem tollen Schreibstil der Autorin liegt. Ich kenne ja nun schon einige Bücher von ihr. Eine Reise in die Vergangenheit, aber auch ein Erinnern an eine Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.
Welche Auswirkungen die verbotene Liebe zwischen Paul und Sarah/Rosalie hat, welche Entscheidungen getroffen werden, davon möchte ich dann doch nicht zuviel verraten. Eine spontan getroffene Entscheidung beeinflusst das Leben der beiden Hauptcharaktere, dass ist so der Kern der Geschichte. Ein großes Kompliment an die Autorin Lilli Beck, die ihre Gedanken, ihre Idee sowohl auch die Recherchearbeit "Wie der Wind und das Meer" zu einem ganz besonderen Buch werden ließen.
Für mich war es wieder einmal persönlich eine sehr ansprechende Lesezeit.

Eine unmögliche Liebe

Von: die.buecherdiebin Datum : 05.11.2017

https://www.instagram.com/die.buecherdiebin/

Inhalt: München, April 1945. Nach einem schweren Fliegerangriff hat der elfjährige Paul auch noch seine letzten lebenden Verwandten verloren. Alles was ihm bleibt ist ein Kochtopf und ein Koffer mit einigen Fotos, der Puppe seiner kleinen Schwester Rosalie und den Papieren seiner Familie. Auf der Suche nach etwas zu Essen und einem Unterschlupf trifft er auf das jüdische Mädchen Sarah, das seiner Schwester zum Verwechseln ähnlich sieht. Auch Sarah hat in dieser Nacht ihre Eltern verloren und ist ganz allein. Von nun an geben sie sich als Geschwister aus um von den Behörden nicht getrennt zu werden. Doch als Teenager verlieben sie sich ineinander und ihre Notlüge wird ihnen zum Verhängnis…
Meine Meinung: „Wie der Wind und das Meer“, so gehören Paul und Rosalie/Sarah zusammen und da dieser Spruch oft im Buch vorkommt, passt der Titel perfekt.
Das Buch beginnt am Abend des 25. April 1945. Bomben zerstören das Haus, in dessen Keller Paul mit seiner Familie Zuflucht gesucht hat und er ist der Einzige, der sich retten kann.
Schon von der ersten Zeile an hat mich dieses Buch gefesselt. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und so bildhaft, dass ich während des Lesens zB. das zerstörte München und die Kinder in den Trümmern vor meinen Augen sehen konnte. Lilly Beck hat viele historische Ereignisse der damaligen Zeit (das Kriegsende, den Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder, den Mauerbau, politische Attentate, Drogentote, Hausbesetzungen, Aids und vieles mehr) in die Geschichte einfließen lassen. Die Umsetzung fand ich nicht immer gelungen.
Die Geschichte ist in fünf Teile und Zeitabschnitte unterteilt , von 1945 - 1989, und spielt in München und in Berlin. Mal wird aus Pauls und mal aus Rosalies/Sarahs Perspektive erzählt.
Die beiden Protagonisten haben mir gut gefallen und ihre enge Bindung und ihre spätere Liebe zueinander ist durch ihre gemeinsamen Erlebnisse für mich nachvollziehbar. Aber auch alle anderen Charaktere sind überzeugend und lebendig gezeichnet.
Fazit: Das Buch ist eine fesselnde und berührende Zeitreise und auf jeden Fall lesenswert, auch wenn ich es gegen Ende schwächer fand.
Vielen Dank an den @blanvalet.verlag für das Leseexemplar.

Emotion Pur

Von: Shondra Datum : 04.11.2017

shondrasblogwelt.com

!Achtung Spoiler!

Paul findet die kleine Jüdin Sarah kurz nach dem letzten Bombenangriff auf München in den Trümmern. Auch sie hat ihre ganze Familie verloren und Angst davor das sie doch noch den Nazis in die Hände fällt und vergast wird. So schmiedet Paul den Plan sie als seine kleine Schwester Rosalie auszugeben, der sie auch noch ähnlich sieht. Als Beweis gibt es ein Foto von Paul und Rosalie, sowie Papiere der Familie. Von nun an sind die beiden unzertrennlich und der Leitspruch der Familie Greve begleitet die beiden nun durch ihr Leben Sie gehören zusammen "Wie der Wind und das Meer" !

Kurz darauf treffen sie auf eine Bande von Waisen die sich zusammen geschlossen haben um in den Trümmern zu überleben. Dort bleiben die beiden eine Weile, sie lernen zu überleben, durch feilschen, handeln, Schwarzmarktgeschäfte. Eines Tages treffen sie auf die Blumen-Oma die sie bei sich aufnimmt, ihnen essen und liebe zukommen lässt. Sie ist die erste denen sich die beiden anvertrauen. Doch das Glück wärt nur kurz, denn die Mühlen der Deutschen Bürokratie mahlen langsam aber stetig.

So werden die beiden von dort weggeholt da sie keine richtige Verwandte ist und angeblich das Kindeswohl dort nicht gesichert sei. Doch beide landen im Kinderheim wo sie die meiste Zeit getrennt von einander sind, bei ungehorsam in kalte kleine Kammern gesperrt werden. Selbst das Essen kann man nicht als solches bezeichnen, und vor Kinderarbeit wollte man sie schützen, doch dort müssen sie weit mehr anpacken als der Blumen-Oma beim Blumen pflücken und verkaufen helfen.

Doch auch das Meistern die beiden und werden von einem lieben Ehepaar adoptiert, das die Blumen-Oma vom Großmarkt kennt. Von nun an geht es den beiden richtig gut, sie haben ein wundervolles Heim und machen eine Ausbildung im Elterlichen Betrieb. Paul ist zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen an dem die Mädchen gefallen finden, und Rosalie ist eine Schönheit geworden. Beide bemerken das ihre Gefühle mehr als nur Geschwisterliebe ist und so kommt eins zum anderen. Die beiden führen eine heimliche Liebesbeziehung und schmieden Pläne für die Zukunft. Doch die Angst die Eltern zu enttäuschen, oder gar wegen Unzucht bestraft zu werden, zwingt sie zum Schweigen.

Rosalie erhält als Synchronsprecherin ein Angebot in Berlin, um ihr Sparbuch für eine gemeinsame Auswanderung aufzustocken nimmt sie dieses an. In Berlin stellt sie fest das ihre Beziehung zu Paul nicht ohne Folgen geblieben ist, sie ist schwanger. Aus Furcht schreibt sie einen Brief an die Eltern und Paul sie habe jemanden kennengelernt, sei Schwanger von ihm und würde in Berlin bleiben. Paul versucht Rosalie zurück zu holen und möchte von ihr wissen ob es sein Kind sei, sie hält daran fest das es einen anderen gibt. Die beiden trennen sich im Streit und die Eltern verstoßen Rosalie.

Einige Jahre gehen ins Land und Paul gibt irgendwann nach Emma zu heiraten die schon seit Jugendtagen hinter ihm her ist wie der Teufel hinter der Seele. Es wird eine unglückliche Beziehung, auch dauert es Jahre bis Emma endlich ihr gewünschtes Kind empfängt. Geschäftlich hingegen sind die beiden ein Traumpaar machen sie mit ihren Unternehmen mittlerweile Millionen. Doch Geld macht nicht glücklich und schon gar nicht kann es einem Kind die liebe und zuneigung der Eltern ersetzen.

Rosalie führt nach langen Jahren in denen sie nur für ihren Sohn da war, eine Beziehung mit Bernd mehr damit Daniel einen Vater hat, als aus Liebe.

Immer wieder will es das Schicksal das Paul und Rosalie sich begegnen und nie haben sie ihre Gefühle für einander eingebüst die Sehnsucht nacheinander auch nach vielen Jahren ist immer noch so stark. Doch immer wenn Rosalie ihm das gemeinsame Kind gestehen will, oder die beiden endlich zusammen sein wollen kommen andere Dinge dazwischen.

Als die beiden endlich zusammen sein könnten, ist Paul schwer krank und liegt im sterben. Und kurze Zeit später stirbt auch Rosalie, an gebrochenem Herzen. Doch am Ende liegen beide nebeneinander Paul und Sarah Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer.


Emotion Pur dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt, ich konnte ihn kaum aus der Hand legen und hatte das Buch nach drei Tagen ausgelesen. Man fühlt, lacht, lebt, liebt und weint mit den Hauptcharakteren. Auch kann man sich gut in die Zeit zurück versetzen lassen. Durch meine Großeltern habe ich viel und doch eigentlich zu wenig aus diesen schrecklichen Zeiten erfahren, so musste ich auch unweigerlich daran denken das auch sie in dieser Zeit gelebt und erlebt haben. Dadurch wurde für mich die Geschichte noch viel greifbarer.

Fesselnd, bewegend und voller Tiefe!

Von: Michaela G. Datum : 03.11.2017

www.gutowsky-online.de

Kurzbeschreibung
Es ist April 1945. Auf der Suche nach einem Versteck trifft der elfjährige Paul das Mädchen Sarah.
Genau wie er, hat sie ihre Familie verloren, sieht aber seiner Schwester verblüffend ähnlich.
In ihrer Not geben sie sich als Geschwister aus, doch Jahre später, wird ihnen diese Lüge zum Verhängnis.
Eine Lüge, die sie dazu zwingt, ihre Liebe zu verstecken.

Meinung
Sie sind wie der Wind und das Meer und wollen beide nicht ohne den anderen sein.
Paul und Sarah, die beide ihre Eltern verloren und die sich gemeinsam durch die Trümmer kämpfen.
Die so vieles gemeinsam erleben, sich ineinander verlieben und diese Liebe nicht ausleben können.
Spätestens jetzt sollte jedem klar werden, dass es sich hier um eine tragische und bewegende Liebesgeschichte handelt.
Mit sehr viel Feingefühl wird die Geschichte zweier Menschen erzählt, die aufgrund einer Notlüge, ihre Gefühle verstecken müssen.

Die Erzählung erstreckt sich über einen Zeitraum von 1945 bis 1990 und beschreibt nicht nur das Leben von Paul und Sarah aus deren Perspektiven, sondern auch den Zeitwandel in Deutschland und die daraus resultierende Veränderung der Wirtschaft.
Die Lüge, die sie einst aus Solidarität miteinander verband, greift nicht nur in das Leben der beiden, sondern auch anderen Menschen gravierend ein.
Mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht verraten, denn diese Geschichte hat so viele emotionale Szenen, die es wert sind, selbst entdeckt zu werden.

Der Handlungsverlauf bietet genügend überraschende Wendungen um weder langatmig, noch langweilig zu werden.
In 5 Teilen mit vielen kurzen Kapiteln ist die Geschichte so spannend und fesselnd erzählt, dass es schwerfällt, diesen Roman wegzulegen.
Dies mag mit dem bildhaften Schreibstil zusammenhängen, der nicht nur Schauplätze sehr bildgewaltig beschreibt, sondern auch deren Personen.
Doch damit nicht genug! Es stecken unglaublich viele Details in dieser Handlung, die den Zeitwandel noch verstärken.
So sind es aktuelle Schlagertitel im jeweiligen Zeitraum oder auch brisante Themen, die man selbst aus den Nachrichten kennt, die diese Geschichte noch viel authentischer werden lässt.
Ganz intensiv fiel mir dieses in den Jahren 1970 – 1990 auf!

So erging es mir auch mit den Charakteren.
Weder Sarah noch Paul erscheinen blass. Im Gegenteil! Sie entwickeln sich Seite für Seite, Jahr für Jahr – man kann ihnen förmlich dabei zuschauen – wie in einem Film!
Ihre Charakterzüge sind großartig skizziert, sie wirken lebensecht, authentisch und die meisten ihrer Gedanken und Konsequenzen, konnte ich nachvollziehen.
Es gab wenige Momente, in denen ich gewisse Reaktionen nicht verstand, dies mag aber auch an bestimmten Dialogen gelegen haben, in denen mir auch die Liebesschwüre zu gestelzt wirkten.
Berücksichtigt man aber die moralische Zwickmühle, erscheint es im Nachhinein doch nachvollziehbar.
Diese moralische Zwickmühle regt aber auch zum Nachdenken an.
Wie oft zittert man Leser mit den Figuren, dass das Lügenkonstrukt bloß nicht einstürzen möge?
In dieser Geschichte jedoch hoffte ich die meiste Zeit, es möge endlich passieren!

Fazit
„Wie der Wind und das Meer“ ist eine unglaublich fesselnde und berührende wenn auch tragische Liebesgeschichte voller Tiefe, die mich von den ersten Seiten an, mit ihrer intensiven Handlungsatmosphäre in den Bann zog.
Mit ihrer bewegenden Zeitreise durch die Jahrzehnte konnte sie mich voll und ganz begeistern und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Stark begonnen, schwach geendet

Von: gedankenbuecherei Datum : 30.10.2017

gedankenbuecherei.wordpress.com

MEINE MEINUNG:
Bei Wie der Wind und das Meer wurde ich als erstes vom Cover angesprochen, das mir wirklich sehr gut gefallen hat. Auch der Klappentext hat es mir angetan, deswegen habe ich es kurzer Hand beim bloggerportal angefragt und kurz darauf wurde es mir auch schon zugeschickt. An dieser Stelle vielen lieben Dank auch an den blanvalet Verlag, ich habe mich sehr gefreut.

Der Anfang des Buches konnte mich direkt fesseln. Die Geschichte beginnt 1945 in München, mitten im Krieg. Der kleine Paul verliert bei einem Bombenangriff seine Familie und ist von jetzt an auf sich alleine gestellt. Die Autorin hat es geschafft, die Angst des Kindes gut rüber zu bringen und auch hat sich beim Lesen ein beklemmendes Gefühl bei mir eingestellt. Die Grausamkeiten des Krieges wurden gut dargelegt und die beschriebenen schlimmen Umstände verschafften mir beim Lesen eine Gänsehaut. Pauls Geschichte ist wirklich herzergreifend und traurig. Erst als er Sarah findet, ein Mädchen in seinem Alter, das genau wie er alleine umherirrt, schöpft er neue Hoffnung. Er beschließt, dass sie ab jetzt Geschwister sein würden und für immer zusammen halten würden.

„Unsere Familie hat sogar einen Wahlspruch: Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen.“ (Wie der Wind und das Meer, S. 28)

Die Geschichte nimmt ihren Lauf und Sarah, die den Namen Rosalie von Pauls „echter“ Schwester übernommen hat, und Paul schließen sich einer Kinderbande an, die auf nicht ganz legale Weise versucht, gemeinsam zu überleben und über die Runden zu kommen. Anschließend treffen sie auf die Blumen-Oma, die die beiden Kinder herzlich bei sich auf nimmt. Dieser Charakter hat mir sehr gut gefallen, die Autorin hat sie wirklich authentisch und glaubhaft dargestellt. Danach kommen die beiden ins Waisenhaus und dieser Abschnitt konnte mich wirklich ergreifen. Das Leben dort ist grauenhaft und hat bei mir großes Mitleid erregt. Am liebsten hätte ich die beiden Kinder in den Arm genommen und getröstet. Schließlich wollen sie nicht mehr als einfach zusammen zu sein, aber da Mädchen und Jungen streng getrennt werden, gestaltet sich dies schwierig. Die Ungerechtigkeiten, mit denen Paul und Sarah konfrontiert werden, haben mich immer wieder zum Staunen gebracht.

Nach ihrer Kindheit nahm die Handlung für mich persönlich an Stärke ab. Paul und Sarah wurden zusammen adoptiert und kurz darauf entfacht die Liebe zwischen den beiden, die mehr als nur geschwisterlich ist. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, eine wundervolle Liebe hat sich zwischen den beiden entwickelt, denn die Worte, die sie miteinander wechselten waren wirklich ergreifend.

„Mag sein, dass ich so manch schlimmes Erlebnis vergessen werde. Aber dich werde ich niemals vergessen. Nicht einmal, wenn ich tot bin. Das Meer lebt nicht ohne Wind, und ich kann nicht ohne dich leben.“ (Wie der Wind und das Meer, S. 137)

Nach und nach hatte ich aber leider das Gefühl, dass die Szene nicht sehr authentisch auf mich wirkt. Die Charaktere haben mir als Kinder sehr gut gefallen, als junge Erwachsene aber eher weniger. Vor allem Rosalie/Sarah wirkte für mich immer sehr aufgesetzt. Ich konnte die ganze Geschichte nicht so recht glauben. Die Emotionen der Liebe zwischen den beiden waren nicht wirklich spürbar. Das war sehr schade. Die Leidenschaft war einfach nicht vorhanden, das alles wirkte sehr unterkühlt auf mich.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er war ungezwungen und locker, was den Lesefluss sehr gefördert hat. Mir haben auch die historischen Ereignisse gefallen, die in die Geschichte eingeflochten wurden.

FAZIT:
Insgesamt hat mir das Buch zu Beginn sehr gut gefallen, das hat allerdings in der Hälfte ungefähr, abgenommen. Die Geschichte der Kinder und das Überleben während des Krieges, war wirklich ergreifend und emotional beschrieben. Die Liebe zwischen Paul und Sarah war leider nicht mehr so gut nachvollziehbar. Alles wirkte zu aufgesetzt. Was mich auch gestört hat, war die Tatsache, dass alle großen Ereignisse ganz plötzlich eintreten und wie nebenbei passieren. So kam es mir zumindest vor. Kein schlechtes Buch, aber nur eine bedingte Leseempfehlung von mir.

Bewegende Liebesgeschichte

Von: Petra Radtke Datum : 29.10.2017

petrasbuecherinsel.blogspot.de/

Diese Geschichte hat mich emotional sehr stark berührt. Durch die beeindruckende Erzählweise gelingt es der Autorin, den Leser von Anfang an, in die Geschichte hineinzuziehen. Ich mochte garnicht mehr das Buch aus der Hand legen. Die beiden Hauptgestalten habe ich sofort lieb gewonnen und mit ihnen gebangt und gehofft, gelacht und geweint...Ich stolperte mit ihnen über die Trümmerlandschaft der zerbombten Stadt München, ging mit ihnen auf Suche nach etwas Essbarem oder nach etwas, was man auf dem Schwarzen Markt tauschen konnte, verstand die Aggressivität der Erwachsenen kaum beim Plündern von Vorratslagern und ihrem Verhalten gegenüber den hungernden Kindern, denen sie dann noch das Essbare aus den Händen rissen. Der Krieg hatte viele Menschen zu Tieren gemacht...Doch zum Glück gab es auch welche, die ihre Menschlichkeit bewahrt hatten und ihr Letztes mit den Kindern teilten. So wie die Münchner Blumenfrau, die die Kinder mit zu sich nahm und ihnen Liebe und Wärme gab....bis die Mühlen der deutschen Bürokratie diese heile Welt für mehrere Jahre zerstört.
Der Roman ist in mehrere Zeitabschnitte gegliedert. So erleben wir die Nachkriegszeit, die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, weitere Etappen in der Geschichte der BRD bis 1990...
Das Leben von Paul und Sarah wird bestimmt durch die Angst, das ihre Lüge, das sie Geschwister sind, entdeckt wird und von ihrer aufflammenden Liebe, die für ihre Umwelt ein Geheimnis bleiben muss. Ihren Schwur " Wie der Wind und das Meer" immer füreinander da zu sein, ist im wahren Leben nicht immer leicht einzuhalten. Der Leser kann gespannt sein auf eine emotionale Achterbahn, auf berührende und spannende Lesestunden und auf die Beantwortung der beim Lesen aufkommenden Frage, ob die Liebe Paul und Sarah ein HappyEnd bescheren wird...
Dieser Roman ist gleichzeitig eine Mahnung unsere Kinder vor Krieg zu bewahren - denn sie sind unsere Zukunft. Danke an die Autorin für bewegende Lesestunden.

Wie der Wind und das Meer

Von: Buchmomente Datum : 29.10.2017

buchmomente.blogspot.com

Mit „Glück und Glas“ konnte mich Lilli Beck ja sehr begeistern, so dass ich neugierig war auf ihr neues Buch – und wieder handelt es sich um einen Roman, der über einen längeren Zeitraum spielt – etwa 40 Jahre – und in dem man neben der Geschichte um die Protagonisten auch einiges über die deutsche Geschichte erfährt.

Im Mittelpunkt stehen Paul und Rosalie, die beiden im zweiten Weltkrieg zu Waisen werden und sich als Geschwister ausgeben, um zu überleben. Die beiden verbindet ein inniges Band, doch schon bald machen sich auch andere Gefühle jenseits der „Geschwisterliebe“ breit – doch sie können ihre Liebe nicht leben, und so geht jeder eigene Wege.

Paul und Rosalie sind zwei sympathische Charaktere, die ich gerne begleitet habe auf ihrem oft steinigen Weg, den sie erst gemeinsam gehen, bis sich ihre Wege aber trennen und Paul weiter in München, Rosalie in Berlin lebt. Paul hat ein großes Herz und auch ich habe ihn direkt in meines geschlossen – wie er Rosalie findet und sie „adoptiert“ und sich dann auch im weiteren Verlauf um sie kümmert, ist wirklich herzzerreißend. Rosalie ist da ganz anders, sie hat schon früh einen eigenen Kopf und weiß, sich auch durchzusetzen – und obwohl sie manches Mal eher zickig wirkt, ist sie liebenswert und herzensgut. Toll war vor allem die Entwicklung, die die beiden machen, die man bei einer Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt, aber als Leser auch erwartet.

Die Geschichte ist dramatisch und tragisch und dennoch absolut glaubwürdig – ich zumindest kann mir ein solches Schicksal absolut vorstellen, denn die Wirren des Krieges haben Menschen in Situationen gebracht, in denen sie im Nachhinein falsche Entscheidungen treffen mussten, aus reinem Überlebenswillen. Gefallen haben mir auch die Einblicke in die deutsche Geschichte, den Wiederaufbau des Landes, die Teilung der Stadt Berlin, das Leben in München und Berlin, einfach auch der Alltag, den die Menschen durchzustehen hatten.

Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gelungen und da habe ich auch mit Paul und Rosalie gefiebert und gelitten, im Mittelteil gab es dann leider einige Längen, weil einfach nicht so viel passierte und die Geschichte auf der Stelle zu treten schien – erst im letzten Drittel wurde es dann wieder spannender, und die Situation spitzte sich immer weiter zu; bis zu einem Ende, das mich kalt erwischt hat und das mir dann auch zu schnell abgehandelt war – hier hätte ich mir einfach ein paar mehr Worte und Seiten gewünscht.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich flüssig lesen. An manchen Stellen fand ich die Dialoge etwas gestelzt und gerade Paul wirkte mit dem, was er sagte, oft etwas einfältig und kindisch. Das hätte ich aber noch verschmerzen können, wenn etwas mehr Atmosphäre entstanden wäre – ich zumindest konnte mich nur schlecht in die Zeit einfinden und war auch nicht gefangen in der Geschichte. Dafür sind mir die Charaktere dann doch zu fremd geblieben, auch wenn sie sympathisch waren, und oft haben mir einfach die Emotionen gefehlt, obwohl es dafür genug Anlass gegeben hätte.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich hatte angenehme Lesestunden – ich gebe diesem Roman daher 4 von 5 Sternen.

Mein Fazit
Eine interessante Geschichte, die über gut 40 Jahre spielt und neben dem Schicksal der beiden Hauptfiguren auch die Entwicklung Deutschlands aufzeigt. Mir hat diesmal die Atmosphäre gefehlt, so dass ich nicht richtig eingetaucht bin in die Geschichte, trotzdem habe ich die sympathischen Charaktere gerne begleitet und auch mit ihnen gelitten – denn die Geschichte ist tragisch und dramatisch und dennoch absolut glaubwürdig. Ich gebe diesem Buch 4 von 5 Sternen.

Wundervolle Zeitreise und tragische Liebesgeschichte! Lesehighlight!

Von: Conny G. Datum : 27.10.2017

fanti2412.blogspot.de

Lilli Beck erzählt in diesem Roman die ergreifende Geschichte von Paul und Sarah über rund 45 Jahre.
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges verlieren beide ihre Familien bei einem Fliegerangriff auf München. Der elfjährige Paul irrt mit einem Koffer, der wichtige Papiere und seine letzten Habseligkeiten enthält, durch die Trümmer und trifft auf das kleine jüdische Mädchen Sarah. Sie sieht seiner Schwester Rosalie sehr ähnlich. Paul will Sarah beschützen und beide beschließen, sich als Geschwister auszugeben, damit sie nicht getrennt werden. Sie haben Glück und begegnen guten Menschen aber dennoch landen sie nach einiger Zeit in einem Waisenhaus.
Da hatte ich schon das erste Mal Tränen in den Augen, als ich erleben musste, wie man in der Nachkriegszeit mit familienlosen Kindern umgegangen ist.
Doch die beiden haben erneut Glück und werden von einem liebevollen Unternehmerehepaar adoptiert.
Eigentlich könnten die beiden nun ein gutes, glückliches Leben führen, doch dann verlieben sie sich ineinander. Eine Liebe, die nicht sein darf, denn offiziell sind sie Geschwister.

Mich hat die Geschichte von Paul und Sarah von Anfang an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, so dass ich das Buch in kurzer Zeit verschlungen hatte.
Ich habe die beiden schnell ins Herz geschlossen und habe die tapferen Kinder der Nachkriegszeit bewundert für ihren Mut und ihre Tapferkeit, habe mit ihnen wegen der harten Erziehungsmethoden im Waisenhaus gelitten und mich mit ihnen gefreut, als sie in ein gutes neues Elternhaus adoptiert werden.
Als sie sich dann ineinander verliebten, habe ich mich natürlich gefragt, ob man diese „Geschwisterlüge“ zu dem Zeitpunkt nicht hätte aufklären können. Schließlich waren sie Kinder, als sie die Lüge in die Welt setzten und haben nur zu ihrem Schutz gehandelt.
Aber die beiden entschieden sich zu schweigen oder sahen keine Möglichkeit der Aufklärung.
Gebannt habe ich dann ihr weiteres Leben verfolgt, das die Autorin sehr anschaulich über viele Jahre erzählt.
Wir erleben die schwere Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder, den Bau der Mauer, die deutsche Geschichte bis zum Jahr 1990.
Lilli Beck hat sehr gut recherchiert und das Leben der beiden perfekt in die jeweilige Zeit eingefügt.
Oft habe ich beim Lesen gedacht, dass man diese Geschichte gut als Mehrteiler verfilmen könnte, denn entsprechende Bilder hatte ich oft im Kopf, da der Schreibstil sehr anschaulich und detailreich ist.
Und immer wieder habe ich mich gefragt, ob diese Liebe ein Leben lang dauern wird und was das Leben für die beiden noch bereit hält.
Denn sie hatten sich ja als Kinder versprochen „Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer.“

Sarahs und Pauls Geschichte war für mich eine Achterbahn der Gefühle, die mich sehr berührt aber auch aufgewühlt und sehr gefesselt hat. In ruhigeren Zeiten freute ich mich mit ihnen über ihre Liebe und glückliche Zeiten und in traurigen Momenten hatte ich oft Tränen in den Augen. Das sehr emotionale Ende ist ein passender Abschluss, auch wenn ich es ganz anders erwartet hätte.

Lilli Beck ist eine wundervolle Zeitreise durch die deutsche Nachkriegsgeschichte gelungen. Wunderbar atmosphärisch passend zur jeweiligen Zeit erzählt sie die tragische Lebensgeschichte zweier Menschen, die mein Herz berührt hat und die ich so schnell nicht vergessen werde.
Für mich war dieses Herzensbuch ein Lesegenuss und ein Highlight dieses Buchjahres!


Fazit: 5 von 5 Sternen

Faszinierende Geschichte, die tief unter die Haut geht

Von: katikatharinenhof aus Lahnau Datum : 27.10.2017

, April 1945 - Der Zweite Weltkrieg befindet sich in den letzten Zügen. Nach einem vernichtenden Bombenangriff irrt der elfjährige Paul durch die Trümmer und trifft dort auf ein kleines Mädchen. Sarah hat, wie Paul, ihre Familie verloren und sieht seiner kleine Schwester unheimlich ähnlich.
Damit durch die Kriegswirren die beiden nicht getrennt werden, schmieden sie einen Plan - ab sofort sind sie die Geschwister Greve.
Der irrwitzige Plan scheint zu funktionieren und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Denn keiner hätte ahnen können, dass diese Notlüge einmal allen zum Verhängnis wird....

Lilli Beck hat mit "Wie der Wind und das Meer" ein absolutes Lesehighlight im Buchherbst 2017 veröffentlicht.
Mit leisen Worten schildert sie das Schicksal der beiden Kriegskinder, die für immer untrennbar miteinander verbunden sind.
Vor der Geschichte des Nachkriegsdeutschland  und er späteren Bundesrepublik sieht man die Kinder heranwachsen, mit den Ereignissen der Geschichte immer wieder konfrontiert und mit ihrem Geheimnis hadern.
Was als Notlüge begann, wird im Verlauf des Buches zu einer immensen Belastung für die beiden Protagonisten.
Die Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet, überzeugen durch ihre Lebendigkeit und erzeugen somit das Gefühl, direkt am Geschehen teilzuhaben.
Die zwiespältigen Gefühle sind ebenso gekonnt in die Geschichte eingeflochten, wie die tragischen und fröhlichen Ereignisse, die im Verlauf des Lebens der Protagonisten eintreten.
Man kommt nicht umhin, sich mit Paul und seiner Schwester zu freuen, Tränen zu vergießen, mitzuleiden und immer wieder die Hoffnung zu haben, dass am Ende alles gut wird.
Man durchlebt eine echte Achterbahn der Gefühle, sobald man sich auf dieses Buch einlässt. 

Diese Buch geht tief unter die Haut, bewegt und bleibt noch lange, lange im Herzen.

Ein wirklich ausgezeichneter Roman!

Von: Kathrinshome Datum : 25.10.2017

www.kathrins-home.de

„Wir haben jetzt ein Familiengeheimnis. Das ist etwas ganz Besonderes“(...) „Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen“... (Zitat S. 28)


Mutmachende Worte inmitten von Zerstörung, Leid, Verlust und Angst... der neue Roman von Lilli Beck, der mit einem verlustreichen Tag im 2. Weltkrieg 1945 beginnt und mit Verlust im Jahre 1990 endet, erzählt von Paul und Sarah/Rosalie, die sich nach einem gewaltigen Fliegerangriff auf ihre Heimatstadt München inmitten der Trümmer kennenlernen. Anfangs gehen sie eine Art Zweckgemeinschaft ein, der ihnen beiden Schutz und Halt bieten soll. Im Laufe des Romans wird daraus aber mehr und dieses „Mehr“ birgt jede Menge Gefahren & Herzensleid, aber auch viele schöne Momente und Augenblicke des Glücks.

Als Trümmerkinder werden die beiden von der Marktfrau Agathe aufgenommen, nachdem sie zuvor in einer Straßenbande um das nackte Überleben gekämpft haben. Sie werden von der Behörde in ein Kinderheim gesteckt, dort von einem lieben Unternehmensehepaar adoptiert und wachsen die nächsten Jahre im elterlichen Großmarktbetrieb auf. Beide machen ihren beruflichen Weg: Paul wird die rechte Hand seine Adoptivvaters, Rosalie/Sarah arbeitet zuerst ebenfalls im elterlichen Büro mit, geht dann nach Berlin, um dort Synchronsprecherin zu werden. Dieser Weggang von Zuhause ist zudem eine Flucht vor den Gefühlen zwischen den beiden Protagonisten – oder doch eher eine Schutzmaßnahme?

Nun, dieser Bruch in der bislang gemeinsamen Geschichte dividiert das Buch aus bislang einem in nun zwei Erzählstränge und wir erleben das Wirtschaftwunder der Nachkriegszeit aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: einmal der Erfolg in Hülle und Fülle – aber ohne Liebe und einmal das Kämpfen ums Überleben, das Formen einer neuen Persönlichkeit und der Liebe zwischen Mutter & Kind. Nur zarte Fäden werden rhetorisch zwischen den beiden Strängen gewoben... als Leserin konnte ich mich sehr gut in beide Geschichten einfinden.

Und dann wird aus den zarten Fäden wieder ein gemeinsamer Strang geknüpft. Die beiden Protagonisten treffen sich wieder; im letzten Teil erst mal heimlich, sporadisch bis zum emotionalen Höhepunkt – mehr möchte ich nicht verraten ;)

Mir gefällt die Geschichte sehr, denn durch die anschauliche Sprache, die in mir Bilder fast wie alte Ufa-Filme entstehen ließ, kann ich dem Ablauf sehr gut folgen; es wirkt alles stimmig und wie „richtig passiert“. Besonders bemerkenswert finde ich das gekonnte Zusammenspiel von Fakten und Fiktion – im Gedächtnis blieb mir die dramatische Situation des Bombenangriffs gleich am Anfang, gespickt mit so viel lebendiger Information, dass ich das Gefühl hatte, mit im Keller zu sitzen. Wirklich bemerkenswert!

Aber eigentlich hat mich die Geschichte bis zum Schluss mitgenommen – so fand ich mich gedanklich in der kleinen Münchner Wohnung meiner Großmutter wieder (ob Agathes Wohnung auch so aussah?), auch das Großmarktgefühl, das Berliner Lebens- und Freiheitsgefühl konnte ich so gut nachvollziehen – Hut ab, liebe Lilli B. für diese ausgezeichnete Recherchearbeit bzw. sicherlich auch das ein oder andere eigene Erlebnis ;)

Das Buch lebt auch durch die Widerstände und Kontraste und so hatte ich – auch wenn der thematische Hintergrund so nicht gesehen werden sollte – sehr viel Spaß und Freude an diesem Roman. Er hat mich von der ersten Zeile an gepackt und nicht wieder losgelassen. Ich bedauerte nicht, dass er zu Ende war, denn die Geschichte hat einen passenden Abschluss gefunden... ich hatte aber das Gefühl, es nochmals von Neuem lesen zu müssen, da ich diese Gefühlsachterbahn gerne noch einmal erlebt hätte.

Alles in allem eine absolute Empfehlung für diesen zweiten Roman der Münchner Autorin, den ich euch wirklich ans Herz legen mag.

Leider nicht überzeugend!

Von: Buchstabenmagie Datum : 24.10.2017

www.buchstabenmagie.blogspot.de

"Halte dein Gesicht in den Regen, jeder Tropfen ist ein Kuss von mir. Lass dein Haar im Wind flattern, es sind meine Hände, die es streicheln [...]. Höre den Amseln zu, wenn sie ihr Abendlied singen, sie erzählen von meiner Liebe zu dir." S.466

Es ist eine schreckliche Nacht im Jahr 1945. Ein verheerender Fliegerangriff folgt dem nächsten und München gleicht zu großen Teilen nur noch einer Trümmerlandschaft. Gerade eben wurde die Familie des 11-jährigen Pauls getroffen und der kleine Junge irrt nur mit einem Koffer und dem Kochtopf seiner Tante durch München. Da entdeckt er in den Trümmern ein Mädchen. Ebenfalls völlig alleine sucht sie verzweifelt nach den Eltern. Sie sieht Pauls Schwester Rosalie zum verwechseln ähnlich und so beschließen die beiden, sich als Geschwister auszugeben, um nicht getrennt zu werden. Ihr Plan geht auf und die beiden werden von dem liebevollen Ehepaar Hummel adoptiert. Doch weder Paul noch Rosalie haben damit gerechnet, dass sie sich als Teenager ineinader verlieben würden. Ihre Notlüge wird zu ihrer größten Qual. Und um sich tatsächlich lieben zu dürfen, müssten Paul und Rosalie sich verstecken. Beide versuchen ihr eigenes Leben zu führen, doch über Jahrzehnte hinweg flammt ihre Liebe immer wieder erneut auf.

Es tut mir immer wieder im Herzen weh, wenn ich über einenn Roman schreiben muss, dass ich ihn -natürlich meinem persönlichen Geschmack nach- ganz und gar nicht gelungen finde. Immerhin steht hinter jedem Buch ein Schriftsteller, der sein Herzblut in sein Projekt gesteckt hat. Doch leider ist Wie der Wind und das Meer (Wow! Was für ein Titel!) für mich eines dieser Bücher.

Eine große und tragische Liebe, die trotz all des Schmerzes über Jahrzehnte hinweg immer wieder aufflammt. Und vor allem verboten ist. Dazu die Tragödie dieses furchtbaren 2. Weltkrieges und all den Konsequenzen. Das ist für mich der Stoff, aus dem Geschichten gemacht sind, die zu Tränen rühren. Doch leider vermochten es Paul und Rosalie nicht, dass ich mit ihnen zu fühlen begann, wo ihre Geschichte doch so tragisch und schmerzhaft ist. Interessante Figuren sind für mich meist noch wichtiger als die Handlung selbst, doch die beiden blieben mir leider bis zur letzten Seite gleichgültig.

Vielleicht liegt es auch an den künstlich erzeugten Konflikten. Nicht nur der Scheininzest, sondern auch der Abriss der deutschen Geschichte vom Ende des 2. Weltkrieges über den Wiederaufbau Deutschlands bis zum Wirtschaftswunder und dem Mauerbau bietet genug Potential für allerhand Missverständnisse und Hindernisse. Schade ist, dass dies nicht ausgeschöpft wird und ich die Handlungen von Paul und Rosalie immer schwerer nachvollziehen konnte. Auch hätte ich mir von der geschichtlichen Perspektive her mehr Tiefgang gewünscht, da hier doch so viel geboten wird.

In Kürze:
Ein Roman mit einer Geschichte, die wegen ihrer bittersüßen Tragik wahnsinnig viel Potential hat. Doch leider fehlten mir die Emotionen und Wie der Wind und das Meer kratzte für mich beim Lesen nur an der Oberfläche. Vielleicht werde ich bei der nächsten guten Idee mitgerissen?

Mehr gibt es auf www.buchstabenmagie.blogspot.de

Wie der Wind und das Meer

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 24.10.2017

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Eine kleine Notlüge am Anfang setzt ein ganzes Kartenhaus in Gang. Und zerstört fast zwei Leben am Ende. Dieser Streifzug durch die deutsche Geschichte unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg ist ungemein spannend und anschaulich erzählt. Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und die Entwicklungen der 1960-er Jahre besonders um Münschen herum gewirt. So entspinnt sich aus der Notlüge ein Faden, der zusammen mit den Einflüssen der handelnden Figuren, der gesellschaftlichen Zwänge und des Chaos ein ganz spezielles Netz spinnt. Eins, dass wie ein Spinnennetz klebt. Etwas bleibt immer zurück und etwas haftet weiter an den lügenden Personen. Die im Übrigen so gearbeitet sind, dass man automatisch mit ihnen mitfühlt und das Beste für sie erhofft. Spannend - sowohl geschichtlich als auch von der sich entspinnenden Geschichte her. Liebe und Leid liegen hier oft fast nebeneinander, denn auch die Personen rund um die beiden Hauptfiguren leiden ohne es zu wissen unter dieser kleinen Notlüge, die weiter gesponnen wird. So wird das Netz immer enger und der Roman atmosphärisch von Seite zu Seite immer dichter.

ein umfassendes Buch, das mit vielerlei Details die Geschichte von 1945 bis 1990 sehr emotional widerspiegelt

Von: Gudrun Datum : 23.10.2017

https://testerblog.jimdo.com/

Bevor ich das Buch gelesen habe, hat es mir auch schon gefallen, weil es zart und geheimnisvoll wirkt. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, finde ich das Cover vielsagend und passend zum Inhalt. Es hat eine enorme Aussagekraft. Auch der Titel, der den Inhalt des Buches immer wieder begleitet, hätte treffender nicht sein können. Hier wird klar, dass auf kleinste Details geachtet wurde.



Der Schreibstil der Autorin hat mich so gefesselt, dass ich das Buch in einem durchgelesen habe. Na, vielen Dank für die durchwachte Nacht ; D.

Die Ausdrucksweise hat mich die Situationen vollends miterleben lassen und die beschriebenen Emotionen habe ich gänzlich spüren können. Da der Stil sehr intensiv war, war dies dann auch für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Was ich auch noch hervorheben möchte, ist, dass Lilli Beck den jeweiligen Zeitgeist mit den vorherrschenden Regeln und Grenzen der Jahre 1945 bis 1990 gelungen aufgegriffen hat. Die Szenerien und die Beweggründe, die Menschen damals zu gewissen Reaktionen verleitet haben, sind für uns heute vielleicht manchmal unverständlich. Aber, genau das hat die Autorin hier geschafft, denn die gängigen Verhaltensregeln von damals bis heute werden verständlich rübergebracht und intensiv und stimmig ins fiktive Geschehen verflochten.



Auch wenn ich, Gottseidank, den Krieg mit seinen verheerenden Auswirkungen und Zuständen, nicht selbst miterlebt habe, konnte ich mich aufgrund der hervorragenden Darstellung der Szenerien und Charaktere voll ins Geschehen und die Situationen hineinversetzen. Um sich dem Zeitgeist noch authentischer vorstellen zu können, war auch der Sprachschatz dementsprechend angepasst.

Oft wirken Einflechtungen, die von realen Gegebenheiten erzählen, als kleine Nebensächlichkeiten, aber, weit gefehlt, hier wurden äusserst interessante Infos zum Beispiel über Politik, Land und Leute der jeweiligen Zeit ins fiktive Geschehen involviert.

Die unterschiedlichsten emotionalen Tragödien werden durchleuchtet und in detailreichen Szenen sehr realistisch verarbeitet.

Die Vorkommnisse lassen eindrucksvolle und emotionsgeladene Bilder entstehen, so dass man als Leser mitfühlen, -leiden, -trauern, aber auch -hoffen kann.



Konnte das Buch nicht mehr weglegen, auch wenn mich der etwas kitschig anmutende Mittelteil des Buches doch etwas angeödet hat, aber, das hat sich bald wieder gegeben, nach dem sich viele Ereignisse, mit umfassenden realen Begebenheiten der Vergangenheit eingeflochten, geschildert wurden.



Mein Fazit: ein umfassendes Buch, das mit vielerlei Details die Geschichte von 1945 bis 1990 sehr emotional widerspiegelt

Ein wunderbarer Roman

Von: Nik75 Datum : 22.10.2017

nik75.blogspot.co.at/

Meine Meinung:

Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Er hat mich berührt und in seinen Bann gezogen. Die Hauptprotagonisten Paul und Rosalie alias Sarah musste man einfach gern haben. Zwei Kinder, die beide im zweiten Weltkrieg ihre Eltern verloren haben und sich dann als Geschwister ausgeben. Zwei Kinder die Glück im Unglück haben und trotz des Krieges und der Nachkriegszeit irgendwann eine neue Familie finden. Leider verlieben sich die unechten Geschwister irgendwann unsterblich ineinander und von da an beginnt ihr Leben zu wanken.
Frau Beck hat mit diesem Roman eine wunderbare, berührende Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat. Sie beschreibt das Leben zweier Menschen, die ganz viel verbindet, die einander Lieben und deren Liebe in der damaligen Zeit nicht sein durfte.
Sie beschreibt ganz wunderbar die Höhen und Tiefen zweier Menschen in der Nachkriegszeit.
Ich hatte beim Lesen immer das Gefühl mitten drinnen zu sein in der Geschichte. Die Protagonisten konnte man richtig gut kennenlernen und sie wurden beim Lesen lebendig. Die Szenen sind bei mir wie ein Kopfkino abgelaufen. Durch den bildhaften Schreibstil der Autorin konnte ich mir alles wahnsinnig gut vorstellen. Mit den Protagonisten habe ich von Anfang an mitgefiebert. Ich bin mit ihnen quasi durch gute und schlechte Zeiten gegangen. Besonders am Schluss sind dann bei mir noch die Tränen geflossen. Es ist wirklich schwer hier zu beschreiben, was ich beim Lesen empfunden habe. Mich hat der Roman berührt, gefesselt und in die Welt von Rosalie und Paul katapultiert.

Ich möchte dieses wunderbare Leseerlebnis nicht missen und vergebe 5 Sterne für dieses besondere Buch. Dieser Roman bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

wundervolles Buch

Von: Samy Datum : 19.10.2017

twoforbooks.blogspot.de/

Ich möchte mich bei dem Verlag als erstes Bedanken denn es gab ein Leseexemplar und dazu gab es eine Pfefferminzdose. Die Pfefferminze ist echt lecker aber auch wirklich stark. Doch darum geht es ha hier nicht, sondern um das Buch. Da diese Geschichte so umfangreich ist habe ich die Inhaltsangabe weggelassen denn der Klappentest erzählt schon sehr gut worum es geht. Mehr möchte ich euch deswegen zum Inhalt nicht verraten. Doch eins kann ich euch sagen. Die Geschichte ist der WAHNSINN. Von Anfang bis Ende konnte ich die Geschichte nicht aus der Hand legen, habe eine ganze Nacht durchgelesen und war gefesselt. Die Geschichte hat wirklich alles. Emotionen. Spannung und Herzblut der Autorin. Die Charaktere in der Geschichte sind alle wunderbar beschrieben, man kann sich in jeden einzelnen reinversetzten. Es macht Spaß die Charaktere zu verfolgen und die Geschichte mit den Charakteren zu verstehen. Die Autorin hat mit diesem Buch ein wirklich schönes Buch erschaffen, diese Autorin werde ich mir merken. Das Cover ist wirklich sehr schön und einfach gehalten worden. Die Schrift verändert die Farbe im Verlauf und das gefällt mir sehr gut. Ein fabelhaftes Buch. Tolle Geschichte und sehr Emotional. 5 Füchse.

nicht schlecht***

Von: Steffi Datum : 19.10.2017

https://stannis-livingbook.blogspot.de/

Inhalt

»Halt dein Gesicht in den Regen, jeder Tropfen ist ein Kuss von mir ...«
München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Cover

Das Cover und der Titel gefallen mir sehr gut und ich musste es einfach lesen. Die Farben sind sehr harmonisch.


Meinung

Ich fange mal mit dem Schreibstil der leicht und locker daherkommt. Es wird alles sehr gut beschrieben und man kann sich gut reinversetzen. Die Kapitel Gestaltung war auch nicht zu verachten. Es spielt in der Vergangenheit und ich hatte doch meine Probleme mich da so reinzuversetzen wie ich es gewollt hätte.

Die Charaktere empfand ich öfters als schwierig, mit Paul konnte ich fast Garnichts anfangen, mit Sarah war es dann schon etwas anderes manchmal konnte ich sie und ihre Taten auch nicht nachempfinden. Mir fehlte öfters die Leidenschaft zwischen den beiden.

Alles in allem eine sehr traurig aber schöne Geschichte. Es spielt in verschiedenen Städten und man konnte sich alles gut vorstellen.

Ich gebe dieses Buch 3,5/5 Sterne!

Danke für das Rezensionsexemplar vom Blanvalet Verlag!

Dramatische Geschichte über eine Liebe die nicht sein darf

Von: Arietta Datum : 10.10.2017

Meine Meinung zur Autorin:

Lilli Beck ist mit diesem Roman ein großartiges Werk gelungen. Eine Geschichte die 1945 im 2. Weltkrieg beginnt und 1990 endet und einem beim Lesen in den Bann zieht, es ist wie Magie, das Buch lässt einem nicht mehr los. Von Seite zu Seite steigerte sich die Spannung. Ihr Erzähl-und Schreibstil ist sehr Bildhaft, flüssig, Authentisch , spannend klar und Kraftvoll. Man hatte das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Ihre Figuren sind wie aus Fleisch und Blut, auch deren einzelnen Charaktere und Emotionen kommen sehr gut herüber. Sie gewährt uns tiefe Einblicke in deren Seelenleben und ihre Masken die sie nach außen tragen, den nicht alles ist wie es scheint, und vieles entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, man wird immer wieder überrascht. Sehr gut sind die Kriegs- und Nachkriegsjahre beschrieben. Vom Hunger und Elend, dem deutschen Wirtschaftswunder, sowie der politischen Lage. Ein wirklich außergewöhnlicher , facettenreicher und intensiver Roman, der einem süchtig macht. Ich fand das Buch aufwühlend und mitreißend, es war wie ein Sog und Strudel der einem tief in die Geschichte zog.

Zusammenfassung zum Inhalt:

Ich hörte das Pfeifen der Bomben und deren Detonationen, sah die brennenden Straßenzüge und die Laichen. Spürte die Angst der Menschen, sah ihre verschreckte Augen und Gesichter. Ich sehe Paul in den Trümmern stehen, seine Familie hat er verloren, geblieben ein alter Kochtopf und ein Kochtopf. In all der Verwüstung stößt er auf die 9 Jährige Jüdin Sarah, die seiner kleinen Schwester Rosalie zum verwechseln ähnlich sieht. Er nimmt sich ihrer an und beide beschließen sich als Geschwister auszugeben um nicht getrennt zu werden, Sarah nimmt die Identität von Rosalie an. Zwei Kinder die ich gleich in mein Herz schloss, was beide nicht ahnen ihre Lüge wird ihnen einmal zum Verhängnis werden. Auch Agathe mit ihrem großen Herzen, die sich selbstlos den Kindern annahm bewunderte ich sehr. Um so mehr drehte sich mir das Herz im Laibe um, als das Jugendamt ihr die Kinder wegnahm und sie in dieses schreckliche Waisenhaus steckte, mir liefen die Tränen, bei dem was die Kinder dort erlebten, die Hölle ist noch gelinde ausgedrückt. Aber als das gütige Ehepaar auftauchte und beide Kinder adoptierte und die beiden Kinder aufzog wie ihre eigene, hüpfte mein Herz vor Freude. Ich fragte mich wo doch nun der Krieg vorbei war und sie diese Liebevollen Eltern hatten, sie sich nicht ihnen anvertraut haben und ihnen von ihrem Geheimnis und der Lüge aus der Not geboren erzählt haben. Vieles wäre ihnen erspart geblieben, als sie sich in späteren Jahren in einander verliebt haben. Aber nein sie dürfen nicht zu ihrer Liebe stehen, alles geschieht heimlich. Rosalie soll für kurze Zeit nach Berlin gehen um dort als Synchronsprecherin für einen Film zu arbeiten. Dort stellt sie fest, das sie von Paul schwanger ist, wieder verstrickt sie sich in Lügen. Sie trennt sich von Paul, geht ihren eigenen Weg mit wundem Herzen. Paul ist ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden, geht quasi eine Zweckehe ein. Aber immer wieder will es das Schicksal das sie aufeinander treffen. Ich spürte ihre innere Zerrissenheit und das schlechte Gewissen, aber ihre Liebe ist größer und unauflöslich. Ich hoffte und betete mit da sie sich trotz ihrer Lebenslüge zusammenfinden. Nach ihrem Wahlspruch den sie geschworen hatten: „ Wir gehören zusammen wie der Wind und das Meer. Zusammen sind wir stark, zusammen kann uns nichts geschehen“

Schreibstil top, inhaltlich eher schwach

Von: Sonne Datum : 08.10.2017

www.back-down-to-earth.de/

Rosalie schaute ihn unsicher an. »Und wenn jemand fragt, wo unsere Eltern sind?« »Dann behaupten wir einfach, die stehen in einer anderen Schlange für Brot an«, antwortete Paul. »Und wenn niemand die Marken will?« Rosalie schien sich nicht so einfach überzeugen zu lassen.
Paul hatte sich aufgerappelt, legte sich den Tragegurt über die Schulter und griff nach dem Kochtopf. »Wir durchsuchen jetzt erst mal die Ruinen. Wirst sehen, wir finden was. Irgend- was finden wir bestimmt.« Das Mädchen rührte sich nicht von der Stelle. »Komm mit, Rosalie«, drängte Paul. »Ich bin nicht deine Schwester!« Trotzig warf sie ihm die Puppe vor die Füße. »Ich heiße Sarah, merk dir das, und ich will zu meiner Mutti.«
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INHALT:
Im April 1945 neigt sich der 2. Weltkrieg seinem Ende zu. Die Alliierten bekämpfen die Nationalsozialisten und zerbomben deutsche Städte. Bei einem dieser Fliegerangriffe kommt die gesamte Familie des jungen Paul um. Verwirrt und voller Schmerz irrt er durch München - und trifft dabei auf die Jüdin Sarah, die sein Schicksal teilt. Sie ist fast genauso alt wie er - und sieht seiner toten Schwester Rosalie sehr ähnlich. Die beiden beschließen, sich als Geschwister auszugeben, um die gefährliche Herkunft des Mädchens zu verbergen. Nicht von anderen Menschen, nicht vom Waisenhaus und auch nicht von einer möglichen neuen Familie lassen sich die beiden trennen, halten immer zusammen. Im Jugendalter schließlich werden sie von einem fürsorglichen Ehepaar gemeinsam adoptiert und die Zeit der Entbehrungen scheint endlich vorbei. Doch als die beiden Gefühle für einander entwickeln, ahnen sie bereits die Ausweglosigkeit ihrer Lage. Denn sie gelten als Geschwister und daher ist ihre Liebe verboten...

MEINE MEINUNG:
Unmögliche Liebesgeschichten voller Sehnsucht und Leidenschaft üben auch auf mich ihren Reiz aus, wenn sie gut gemacht sind. Lilli Becks "Wie der Wind und das Meer" schien da die richtige Wahl - mit einem als Kinder geschmiedeten Bündnis, das die Liebe verwehrt, ist hier nicht nur ein glaubwürdiges Hindernis geschaffen worden, auch ist die Kriegs- und Nachkriegszeit ein Szenario, das ebenso bekannt wie immer noch wichtig ist. Das Buch umfasst insgesamt circa 40 Jahre und begleitet die beiden Protagonisten nicht nur beim Aufwachsen, sondern auch bei ihrem Werdegang und den vielen ungewollten Trennungen. Erzählt wird das Ganze personal aus beiden Sichten, wobei ganz selten auch Wegbegleiter zu Wort kommen.

Es ist seltsam, von Sarah zu sprechen, denn die meiste Zeit über wird sie im Roman Rosalie genannt - sie nimmt die Identität von Pauls Schwester komplett an, auch wenn sie sich, verständlicherweise, danach sehnt, so gesehen zu werden, wie sie eigentlich ist. Prinzipiell ist sie ein sympathisches Mädchen mit großen Träumen und einem starken Willen, aber sie neigt auch zu unverhältnismäßiger Eifersucht und macht es sich und Paul oft unnötig schwer. Paul dagegen ist als Junge und junger Mann eindeutig der Sympathieträger mit seiner fürsorglichen und liebevollen Art. Im Laufe der Zeit entwickelt er aber immer mehr negative Eigenschaften: Verbittert und abweisend kümmert er sich nicht um seine Familie, begeht Fehler um Fehler und kann sich nicht mehr wirklich aus diesem Sumpf herausziehen. Dafür gibt es andere Figuren, die man sehr ins Herz schließt: Agathe etwa, die die Kinder noch vor der Adoption für einige Zeit bei sich aufnimmt und so etwas wie die Ersatz-Oma ist, oder auch Sarahs Wohngemeinschaft in Berlin, die aus lauter skurrilen, tollen Persönlichkeiten besteht.

Die ersten 100 Seiten sind mitreißend, berührend und vergehen, logisch bei einem Roman, der um die Kriegszeit herum spielt, nicht ohne Schicksalsschläge. Nachdem die Kinder jedoch adoptiert worden sind, passiert lange Zeit erst einmal nichts mehr. Die jungen Liebenden fügen sich in den Alltagstrott und stehlen sich ab und zu gemeinsame Stunden, aber die Gefühle kommen gar nicht wirklich an - Szenen wie der erste Kuss werden viel zu schnell abgehandelt, um etwas in einem zu wecken. Natürlich sind die beiden in einer schwierigen Situation gefangen, die einen selbst ebenfalls zum Nachdenken anregt, aber diese hätte auch deutlich gekürzt werden können. Hunderte Seiten erfährt man, wie sie ihr Leben getrennt voneinander verbringen, was irgendwann nur noch ermüdend ist. Das ist schade, wenn man bedenkt, wie atmosphärisch die Autorin sowohl von den Schrecken des Krieges als auch vom Mauerbau bzw. der DDR erzählt. Bis zum Ende konnte ich mich nicht mehr wirklich in die Geschichte einfinden, und zudem ist der Schluss auch noch äußerst melodramatisch geraten. Auf weniger Seiten hätte das Ganze eventuell besser funktioniert.

FAZIT:
Bücher, die im und um den 2. Weltkrieg spielen, gibt es einige, aber man findet unter ihnen auch oft besondere Perlen. Anfangs hatte ich dieses Gefühl auch bei "Wie der Wind und das Meer", weil Lilli Beck gefühlvoll und gut recherchiert diese Zeiten der Schrecken und Entbehrungen, der Sehnsucht und Hoffnung beschreibt. Die verbotene Liebesgeschichte konnte mich aber nur wenig fesseln und insgesamt hatte das Ganze einfach zu viele Längen. Sehr knappe 3 Punkte.

Eine bittersüße Lovestory

Von: Gisela Simak Datum : 08.10.2017

lese-himmel.blogspot.de/

Meine Meinung
Diese Geschichte fängt mit einem Bombenangriff 1945 in München an. Der 11jährige Paul verliert seine Familie und sucht in den Trümmern nach einer Bleibe. Da läuft ihm eine kleines jüdisches Mädchen über den Weg, welches ihn sehr stark an seine Schwester Rosalie erinnert. Er beschützt die kleine Sarah. Sarah nimmt die Identität Rosalies an, damit sie nicht getrennt werden. Das sollte den beiden jedoch noch zum Verhängnis werden. Paul schwärmt Sarah von seiner Heimat an der Ostsee vor. Eines Tages wird ihr er mit ihr in der Ostsee schwimmen ......
Ist es nicht schon schlimm genug, dass beide Kinder obdachlos und ohne Familie zwischen den Trümmern nach einer Bleibe suchten? War wirklich eine Lügennetz nötig, um nicht getrennt zu werden?
Wir bekommen einen guten Einblick, was mit familienlosen Kindern in der Nachkriegszeit passiert ist. Lernen Waisenhäuser kennen, in denen es nicht immer menschlich zuging. Hunger. Obdachlosigkeit und die Hoffnung, vermisste Angehörige wieder zu finden, zeigen wieder die großen Auswirkungen dieses sinnlosen Krieges.
Paul und Rosalie hatten jedoch Glück. Viele wunderbare Menschen kreuzten ihren Weg. Sie wurden von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, welches einen großen Gemüsehandel erfolgreich führte. Beide Kinder stiegen in das Unternehmen ein.
Eigentlich hätten Paul und Sarah ein glückliches Leben führen können. Doch dann verliebten sie sich ineinander. Trauten sich nicht, ihren Adoptiveltern die Wahrheit zu sagen. Sarah hatte eine wundervolle Stimme. Sie kehrte der Familie den Rücken und landete in Berlin als Synchronsprecherin.
Mich hat diese Geschichte aufgewühlt. Ich konnte einfach nicht verstehen, dass die Wahrheit nicht mehr möglich war. Es war Krieg! Wenn zwei Kinder sich gegenseitig stützen und zusammen bleiben wollen, soll das wirklich ein Verbrechen sein? Ich fand die Adoptiveltern wirklich klasse. Man merkte jedoch, dass sie sehr viel Wert auf einen guten Ruf legten.
In Kriegszeiten waren die Menschen krank, weil es ihnen an den nötigen Lebensmitteln fehlte. Jedoch auch das Wirtschaftswunder machte die Menschen nicht unbedingt gesünder. Herz-Kreislaufkrankheiten und sämtliche andere Wohlstandskrankheiten, hielten Einzug, die auch heute noch die Geißel der Menschheit sind. Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Sarah in der dritten Person erzählt. Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet. Man lernt ihre Stärken und Schwächen kennen. Besonders Paul und Sarah gehen einem an´s Herz.

Mein Fazit

Lilli Beck hat hier eine wunderbare Geschichte geschaffen, die den Leser auf eine Reise durch München und Berlin mitnimmt. Sie fängt 1945 an und endet 1990.
Dem Leser wird wieder einmal bewusst, dass nicht Wohlstand alleine dafür verantwortlich ist, glücklich zu werden.
Ich habe mit Paul und Sarah mitgelitten. Verstand oftmals ihr Handeln nicht richtig. Warum haben sie nicht öfter miteinander Klartext geredet? Warum haben sie Missverständnisse nicht aufgeklärt? Dieser berühmte Ausspruch hat hier seine Berechtigung: >>Bevor du über mich und mein Leben urteilst, ziehe meine Schuhe an. Laufe meine Wege und spüre meinen Schmerz.<<
Mich hat diese wundervolle, bittersüße Lovestory nicht kalt gelassen. Ich hatte mehr wie einmal ziemlich nah am Wasser gebaut.
Nach "Glück und Glas" konnte mich auch dieses Buch wieder von Anfang an mitnehmen.

Mein Lieblingszitat

>>Nichts macht einen Menschen so einsam, wie das Glück anderer zu sehen, während man selbst am Abgrund steht ....... << (Seite 261)
Danke Lilli Beck.

Wie der Wind und das Meer

Von: Mylittlebookpalace Datum : 29.09.2017

mylittlebookpalace.weebly.com

Handlung:München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Orte: das Buch spielt in verschiedenen Städten in Deutschland, unter anderem Berlin und München und da ich schon in vielen von diesen Städten war konnte ich mir alles ziemlich gut vorstellen, auch wenn es schon ein paar Jährchen vor meiner Zeit spielt, aber da ich mich ziemlich für Geschichte interessiere war es alles sehr bildlich für mich und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.

Personen:Ich mochte Sarah sehr gerne, da sie eine sehr einfache und liebe Person ist, an manchen Stellen mochte ich sie zwar nicht sooo gerne, aber allem in allen mochte ich sie. Paul konnte ich nicht wirklich leiden, da er einige Sachen getan hat, die ich ihm nicht verzeihen konnte. Aber beide Personen haben trotzdem ihre eigenen tiefen und andere Geschichten zu erzählen. Und es war übrigens sehr schön die Personen beim aufwachsen zu erleben, da sie am Anfang des Buches noch keine zehn Jahre alt waren und am Ende ende 50.

Gestaltung:Mir gefällt das Cover. Es passt zu dem Buch und auch die Kapitelgestaltung hat mir gefallen.

Schreibstil:Ich mochte den Schreibstil sehr gerne. Es gab tolle Dialogen und Beschreibungen, mit denen ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.

Geschichte:Auch die Geschichte mochte ich an sich sehr gerne, allerdings war es manchmal etwas langatmig und es wurde ein bisschen langweilig. Trotzdem war die Handlung sehr schön und es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

Fazit: Ich mochte das Buch sehr gerne. Ich liebe allgemein Bücher, die im der Vergangenheit spielen, da ich mich selber sehr dafür interessiere. Ich mochte den Schreibstil, die Gestaltung, die Orte, die Handlung und auch einen Teil der Personen, dafür mochte ich den anderenTeil der Personen nicht so gerne und manchmal wurde es ein bisschen langweilig, weshalb ich 4 von 5 Sternen gebe.

Ein emotionales Drama mit unvergesslichen Protagonisten

Von: Monika Schulte Datum : 26.09.2017

monikaschulte.blogspot.de

Nichts ist ihm von seiner Familie geblieben außer einem Koffer mit Papieren und einem alten Topf. Ein Fliegerangriff hat dem elfjährigen Paul 1945 die ganze Familie genommen. Auf der Suche nach einem Unterschlupf begegnet ihm die zehnjährige Sarah, wie er ganz ohne Familie. Da Sarah Jüdin ist und seiner Schwester Rosalie unheimlich ähnlich sieht, beschließen die beiden, dass Sarah von Stund an die Identität seiner verstorbenen Schwester annimmt. 

Wie viele Kinder, die den Krieg auf grauenvolle Weise miterleben mussten, irren die beiden durch die Stadt und werden schließlich von einer Kinderbande aufgenommen. Sie müssen stehlen, um zu überleben. Sie werden von einer Frau aufgenommen, bei der sie nicht bleiben dürfen. Sie müssen im Waisenhaus leben und werden schließlich von einem freundlichen Ehepaar adoptiert. Niemand konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, dass Paul und Sarah einmal mehr füreinander empfinden würden, als nur Freundschaft und Zuneigung.

"Wie der Wind und das Meer" - ein emotionales Drama mit unvergesslichen Protagonisten. Dieser Roman ist sehr intensiv, sehr berührend. Vor meinen Augen lief ein Film ab. Wie Paul und Sarah sich finden, wie sie sich durch das zerstörte München kämpfen, wie sie versuchen zu überleben und wie sie letztendlich ganz anders zueinander finden, als gedacht. Das Drama, dass es kein Zurück gibt aus der Lüge, Geschwister zu sein. Die damaligen Umstände machten es unmöglich. Heimliche Zuneigung, eine verbotene Liebe. 

Sarah geht nach Berlin, um Synchronsprecherin zu werden. Die Entfernung zu Paul und München soll eine Trennung einfacher machen, doch die beiden können aneinander nicht vergessen.

"Wie der Wind und das Meer" - eine Geschichte, voller Liebe geschrieben. Eine Geschichte, die mich in das Nachkriegsdeutschland entführt, in das zerbombte München, aber auch in das München der Wirtschaftswunderjahre bis in das Jahr 1989 hinaus. Ein Stück deutscher Geschichte, mitreißend, sehr gefühlvoll, voller Hoffnung. Es ist eine Geschichte, die den Leser beschäftigt, den Leser nachdenken lässt und vor allen Dingen mit einem Ende, das ich so nicht erwartet hätte.

Unbedingte Leseempfehlung!

eine bewegende Geschichte

Von: Ulla Leuwer Datum : 24.09.2017

ullasleseecke.blogspot.de/

Meine Meinung:
Eine lebensnotwendige Lüge und deren Folgen. Damit hätten die Kinder niemals gerechnet, als sie sich nach dem Bombenangriff fanden und beschlossen, sich als Geschwister auszugeben.

Lilli Beck erzählt eine Geschichte zweier Kinder, die sich am Ende des Krieges treffen. Sehr realistisch beschreibt sie deren Erlebnisse, die mich sehr berührt haben. Es gab Momente, da hatte ich Tränen in den Augen und dann wieder war ich richtig wütend auf Gesetze, Entscheidungen und das unchristliche Verhalten. Ich habe mit den Kindern gelitten und konnte auch später ihre Zwickmühle verstehen, in der sie steckten. Man merkt, ich hatte die beiden in mein Leserherz geschlossen und das Buch mit ihrer Geschichte verschlungen. So sehr habe ich mir gewünscht, dass sie doch irgendwie zueinander kommen können.

Der Autorin ist es neben der Lebensgeschichte der beiden auch wunderbar gelungen, mir vieles über den Alltag der Zeit nach dem Krieg zu vermitteln. Was ich sehr interessant fand. Die späteren Jahre, so in den 60ern habe ich ja als Kind selber erlebt. Aber da waren Paul und Sarah ja bereits erwachsen und haben ganz andere Erfahrungen gemacht.
Die Geschichte beginnt 1945 und endet 1990, wie sie endete verrate ich hier natürlich nicht, allerdings hatte ich ein paar Tränen in den Augen, vor Rührung.

Das Buchcover gefällt mir sehr gut und zeigt auch einen gewissen Zusammenhang zu einem anderen Buch der Autorin "Glück und Glas" , mit dem sie ebenfalls ein ernsteres Thema aufgreift und sich sehr von ihren anderen Büchern unterscheidet.


Fazit:
Ein unterhaltsames, bewegendes Buch, dass ich gerne weiterempfehle. Deutsche Geschichte, Schicksal und Liebe, alles wurde bestens miteinander verknüpft.

Eine tragische und berührende Geschichte

Von: zauberblume Datum : 21.09.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/zauberblume/

Mit ihrem neuen Roman "Wie der Wind und das Meer" hat mich die Autorin Lilli Beck wieder total begeistert. Eine tragische Geschichte, die mich bis tief in die Seele berührt hat. Das Schicksal von Paul und Sarah hat mich so berührt, das ich während des Lesens öfters feuchte Augen bekommen habe.

Die Geschichte beginnt in München im Jahr 1945: Hier irrt der 11jährige Paul nach einem verheerenden Fliegerangriff, bei dem seine Familie ums Leben kommt durch die brennende Stadt. Auf der Suche nach auf Versteck stößt er auf die verstörte 9jährige Sarah. Auch sie hat ihre Famile verloren. Nachdem Sarah Pauls Schwester Rosalie verblüffend ähnlich sieht, geben sie sich von nun an als Geschwister aus. Nach einiger Zeit in einem Waisenhaus werden sie von einem netten Ehepaar adoptiert. Doch leider wird ihre Notlüge Jahre später ihr Verhängnis. Paul und Sarah verlieben sich ineinander. Eine Liebe, die nicht sein darf. Verzweifelt versuchen die beiden viel Geld zu verdienen, um nach Amerika auszuwandern. Deshalb nimmt Sarah auch einen Auftrag als Synchronsprecherin in Berlin an. Dort stellt sie jedoch fest, dass sie schwanger ist. Um Paul und ihr Leben nicht zu zerstören, trennt sie sich von Paul und lebt in Berlin.
Paul wird als Lebensmittel-Großhändler erfolgreich und geht eine Zweckehe mit Emma ein. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte kreuzen sich die Wege von Sarah und Paula des öfteren und ihre Liebe entflammt immer wieder aufs Neue .....

Eine Wahnsinnsgeschichte, die sich über Jahrzehnte zieht. Wir erleben eine Zeitspanne zwischen München in der Nachkriegszeit und Berlin der 80er Jahre. Wieder einmal hat mich die Autorin mit ihrem Schreibstil total begeistert. Ich bin sofort in die herausragende Geschichte eingetaucht und das Schicksal von Paul und Sarah hat mich nicht mehr losgelassen. Man hat das Gefühl, die Geschichte live mitzuerleben. Alle Charaktere, die in der Geschichte eine Rolle spielen sind wunderbar beschreiben, so dass ich mir jeden einzelnen prima vorstellen kann. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Paul und Sarah nach dem Bombenangriff, wie sie total verstört durch die Stadt irren und wie sie dann ums Überleben kämpfen. Da habe ich jetzt noch ein Gänsehautfeeling. Hier wird uns auch die ganze schreckliche Kriegszeit nochmals ins Gedächtnis gebracht. Ich sehe brennende Häuser vor mir und viel Elend und Leid. Die Kinder haben ja dann noch Glück gehabt. Sie haben wunderbare Adoptiveltern bekommen. Und auch mit Begeisterung im elterlichen Geschäft mitgearbeitet. Doch dann ist die Liebe zwischen Paul und Rosalie erwacht. Wie schrecklich müssen sich die beiden gefühlt haben. Und dann die Trennung, da hatte habe sich bei mir die Haare an den Armen aufgestellt. Aber was hätten die beiden denn tun sollen, wer hätte ihnen ihre Geschichte geglaubt. Und so lebt dann jeder sein Leben. Sarah als alleinerziehende Mutter in Berlin und Paul in München. Ich habe mich wirklich gefreut, wenn die beiden die Möglichkeit hatten, sich zu sehen. Denn die Liebe von Paul und Sarah ist wirklich etwas ganz besonderes. Doch ist ihnen irgendwann das große Glück vergönnt und hat das Schicksal mit ihnen anderes vor?

Für mich ist dieses Buch ein absoluter Bestseller - ein Lesehighlight. Wirklich berührend und dramatisch. Interessant waren auch die ganzen geschichtlichen Ereignisse. Das Cover wirkt etwas melancholisch auf mich, aber es passt wunderbar. Für dieses herausragende Werke vergebe ich gerne 5 Sterne (leider können es nicht mehr sein).

Liebesgeschichte, die auch einen Teil der deutschen Geschichte wiederspiegelt - mir fehlten die Emotionen

Von: schnäppchenjägerin Datum : 19.09.2017

erdbeersekt-testet.blogspot.de/

Der Roman beginnt Ende des Zweiten Weltkrieges und spielt bis in die Gegenwart. Er handelt von der Liebe zweier Personen, die sich 1945 in München im Kindesalter kennenlernen. Der elfjährige Paul, der aus Ostpreußen geflohen ist, und die etwas jüngere Jüdin Sarah lernen sich in den Trümmern kennen, als sie beide ihre Eltern und andere Familienangehörige bei den letzten Bombenangriffen der Alliierten verloren haben.
Aus Angst vor dem Alleinsein geben sie sich als Halbgeschwister aus und werden von einer gutmütigen Ersatz-Oma bei sich aufgenommen. Von den Behörden werden sie später in ein Waisenhaus, bevor sie dann bei lieben Pflegeeltern wie Geschwister aufwachsen dürfen.
Sie engagieren sich im elterlichen Gemüsehandel, den Paul später übernehmen soll und verlieben sich als Teenager in einander. Die Lüge der Halbgeschwister wurde jedoch schon zu lange aufrecht erhalten und da sie Angst vor den Behörden haben, die sie schon einmal der lieben Marktfrau entrissen haben und sie auch ihre Pflegeeltern nicht enttäuschen wollen, trauen sie sich nicht, ihre wahre Identität von Sarah preiszugeben, die als Pauls Halbschwester Rosalie aufgewachsen ist...

Der Roman ist ein Abriss der deutschen Geschichte. So werden bedeutende Ereignisse und wichtige Episoden wie der Zweite Weltkrieg und der Wiederaufbau Deutschlands, das Wirtschaftswunder, die deutsche Teilung, Mauerbau und die Gefahr durch die RAF kurz geschildert, in denen man die Protagonisten wiederfindet. Man erlebt die Kindheit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, die Jugend und Verliebtheit in den 50er-Jahren und Paul und Rosalie als Erwachsene ab den 60er-/ 70er-Jahren.

Der Inhalt des Romans hatte mich neugierig auf diese Liebesgeschichte gemacht, aber leider sagte mir der in meinen Augen etwas seichte Schreibstil der Autorin nicht zu. In den Kinderjahren passten die sehr lieblichen Dialoge und Beschreibungen noch zur Geschichte, als Teenager und spätestens als Erwachsene hätte ich mir von den Protagonisten allerdings mehr Mumm gewünscht, der sich auch in der Erzählweise hätte wiederspiegeln sollen.

Die Liebe zwischen Paul und Sarah, diese intensiven Gefühle, die sie auch über Jahre der Trennung hinweg für einander empfinden, kamen bei mir nicht wirklich an. Mir fehlte die Leidenschaft zwischen ihnen, die das Leid der unerfüllten Liebesbeziehung hätte rechtfertigen können. Beide heiraten andere Partner, für die sie nicht annähernd so viel empfinden wie für einander und nehmen sich und ihre Bedürfnisse stets zurück, träumen aber dennoch immer wieder von einer gemeinsamen Zukunft, bis es (fast) zu spät ist.

Die vor allem bayerische Mundart machte die Charaktere einerseits authentisch, auf der anderen Seite war sie sehr dominant platziert und wirkte etwas übertrieben aufgesetzt.
Die ostpreußischen Begriffe fand ich persönlich aber sehr interessant, da ich sie von meiner eigenen Großmutter kenne, die während des Zweiten Weltkrieg fliehen musste. So ist der Roman auch eher für eine andere Zielgruppe als mein Alter geeignet - gerade Frauen, die selbst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgewachsen und in den 50er-/ 60er-Jahren großgeworden sind, dürften Freude an dem Roman haben, der so viel Geschichte wiedergibt. Dennoch fehlten mir die Emotionen, um mit Paul und Sarah mitfühlen und mitleiden zu können.

Hoher Suchtfaktor!

Von: Amy J. Brown Datum : 18.09.2017

https://mein-amyversum.jimdo.com/

Hier hat mir der Klappentext zugesagt, denn ich interessiere mich sehr für die Zeit um den zweiten Weltkrieg und wollte sie gerne einmal aus der Sicht eines elfjährigen Jungen mitbekommen, den ich dann beim Erwachsen werden begleiten kann.

München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …

Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen.

Die gebundene Ausgabe mit 512 Seiten kostet 19,99€, die Kindle-Edition 15,99€. Der Roman ist am 18.09.2017 im blanvalet-Verlag erschienen.

Die Geschichte beginnt in einem Schutzbunker, in dem sich die Familie des Jungen während eines Bombenangriffes schützen will. Von den meisten Bomben werden sie verschont, doch eine Bombe schlägt leider ein und tötet die Familie, bis auf Paul. Er irrt mutlos und hungernd durch die Straßen und hat keinen Plan, wie es nun weiter gehen soll. Plötzlich hört er Geräusche und befreit Sarah aus den Trümmern eines zerstörten Hauses und adoptiert sie quasi als seine Schwester, damit sie nicht als Jüdin von den Nazis und anderen Menschen enttarnt wird. So ziehen sie gemeinsam durch die Gegend und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil von Lilli Beck ist sehr einfach, aber detailliert und tiefgründig, sie passt ihren Stil hervorragend an die verschiedenen Figuren der Geschichte und deren steigendes Alter an. Auch wie sie die verschiedenen Dialekte und den kulturellen Hintergrund mit einfließen lässt, hat mich sehr begeistert.

Die Beziehung von Paul und Sarah wird sehr eng, sie sind nach kurzer Zeit schon fast wie siamesische Zwillinge und fast niemand merkt ihnen an, dass sie in Wirklichkeit keine Geschwister sind. Mit dieser Tarnung überstehen sie gemeinsam so einige Stationen, als sie Teenager sind, merken beide, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Lange Zeit verstecken sie ihre Liebe und leben sie heimlich aus, denn alle Leute denken, dass sie Geschwister sind und sie wollen niemanden enttäuschen.

Ich konnte die beiden sehr gut nachvollziehen, und fühlte mich ihnen zu jederzeit sehr nahe, denn Paul und Sarah, aber auch die anderen Figuren waren sehr gut ausgearbeitet und hatten ihre eigene, unverwechselbare Art.

Das Buch hatte für mich einen hohen Suchtfaktor und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Für mich ein 5-Sterne-Buch und eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir an Euch!