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Leserstimmen (15)

Robert Harris: Konklave

Konklave Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-453-27072-5

Erschienen: 31.10.2016
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Wunderbarer Einblick in die Kirchenwelt

Von: Krimisofa.com Datum : 18.05.2017

krimisofa.com

Das Konklave ist eine der geheimsten Wahlen auf der Welt, aber gleichzeitig eine der faszinierendsten. In der Öffentlichkeit bekommt man nichts vom Wahlkampf der Wahlberechtigten mit, weil diese von eben jener Öffentlichkeit abgeschottet werden. So sehr, dass sogar die Fenster ihrer Zimmer vernagelt werden. Man fragt sich immer, was in der Sixtinischen Kapelle während der Wahl vor sich geht, ob Diskussionen, Streitereien, Intrigen stattfinden oder auch komplett andere Dinge – Robert Harris gibt uns mit »Konklave« einen wunderbaren Einblick in die Kirchenwelt.

Seit ich »Illuminati« von Dan Brown gelesen habe, fasziniert mich das Konklave zutiefst Diese geheimnisvolle, ja fast schaurige Zeremonie, von der man als Außenstehender nichts mitbekommt, außer den Rauch, der nach einem Wahlgang aufsteigt. Aber wie genau diese Wahl abläuft, hat uns Brown damals nicht erklärt. Harris tut dies in all ihren Einzelheiten. Wir begleiten Jacopo Lomeli, der unser Hauptcharakter ist. Er ist nicht nur Kardinalbischof und damit selbst wahlberechtigter Kandidat für den Heiligen Stuhl, sondern auch noch Dekan des Kardinalskollegiums, und als dieser der Hauptorganisator des Konklave. Das ist besonders geschickt von Harris, denn so bekommt der Leser wirklich alles von der Wahl mit und die Geschichte bekommt außer dem dramaturgischen Aspekt auch noch einen dokumentarischen – einen klassischen Krimi oder Thriller darf man jedoch nicht erwarten. Besonders zu Beginn ist das leider auch zu Lasten der Geschichte, die dadurch relativ zäh wird, erst nach etwa 50 Seiten nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Gleich zu Beginn taucht man in eine ganz spezielle Atmosphäre ein, die etwas Erhabenes hat, aber gleichzeitig etwas völlig Banales, bei dem man merkt, dass Kirchenleute nicht anders sind als Leute, die nichts mit der Kirche am Hut haben Das zieht sich danach durch die ganze Geschichte.

Über Lomeli, wie geschrieben unser Hauptcharakter, erfährt man nicht atemberaubend viel, außer, dass er gerne Krimis liest und dies als Laster bezeichnet und ein paar weitere Dinge. Er macht beim Leser einen nicht allzu glücklichen Eindruck. Von allen anderen Charakteren erfährt man höchstens Alter, Herkunft und ihre Auslegung des Amtes (traditionalistisch, liberal, oder irgendwas dazwischen). Vor allem bei Lomeli hätte Harris ein bisschen ausschweifen können und uns nicht nur mit ein paar Fetzen abspeisen brauchen. Die Personalie Benítez, jener Kardinal, den niemand kennt, ist ein geschickt gewählter Charakter. Er ist nämlich Philippiner, der in Bagdad arbeitet; geschickt heißt in diesem Kontext allerdings nicht unbedingt gut, denn Harris nutzt seine Herkunft, um der Geschichte einen besonderen Twist zu verpassen – ein Twist, den man zwar erwarten kann, aber im Kontext ziemlich deplatziert ist. Man merkt, dass Harris irgendetwas benötigt hat, um die Geschichte in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Der Plot ist sehr fokussiert erzählt, man bekommt fast nur das serviert, was der Titel verspricht – nämlich das Konklave. Vorgeschichte gibt es nur eine kurze, Nachgeschichte fast keine. Einen Showdown in dem Sinne, wie wir es bei konventionellen Krimis und Thriller gewohnt sind, gibt es nicht. Viel eher gibt es mehrere kleine, nämlich immer dann, wenn ein Wahlergebnis feststeht und dieses manifestiert wird. Vor fast jedem Wahlgang gibt es einen Paukenschlag, der das Ergebnis beeinflusst; ab einem gewissen Zeitpunkt ist allerdings absehbar, wer die Wahl gewinnt, da hätte Harris für mein Dafürhalten kreativer und weniger durchschaubar sein können. Den größten Paukenschlag behält sich Harris aber für den Schluss vor und setzt damit letztendlich auch sein eigenes Statement.

Fazit: „Konklave“ ist ein akurat recherchierter Roman, der eigentlich weder als klassischer Krimi, noch als Thriller durchgeht, aber doch einiges an Spannung aufweisen kann, wenngleich der Einstieg nicht der leichteste ist.

Mehr Rezensionen gibt's auf Krimisofa.com

Gut, aber...

Von: Christian aus Moers Datum : 15.02.2017

Das Buch ist gut zu lesen und die Charaktere sind gut gewählt. Die Geschichte könnte so ähnlich wirklich stattfinden. Leider kommt zum Ende (ACHTUNG: kl. Spoiler) neben der "überraschenden" Wendung noch on top ein überflüssiges Drama um den neuen Papst. Sehr unnötig, und da es kurz vor Ende des Buches geschieht, bleibt ein fader Beigeschmack. Dennoch ist es spannend, im Konklave Mal Mäuschen zu spielen!

Leider sehr zäh und handlungsarm

Von: Ch.Seiche aus München Datum : 13.12.2016

Wer etwas über den Ablauf eines Konklaves erfahren möchte, kann dies auch auf Wikipedia nachlesen. Die Charaktere sind angerissen und nicht entwickelt. Handlung liegt so gut wie keine vor.
Nach 150 Seiten haben es die Kardinäle in die sixtinische Kapelle geschafft.

Zwichen Ego und Erkenntnis

Von: Klaus-Michael Erben aus Putbus Datum : 18.11.2016

www.kmeik.de

Konklave, das ich gerade im englischen Original gelesen habe, lässt den Leser mit wunderbarer Ortskenntnis hinter die Mauern des Vatikans schauen. Mit jeder Stufe der Annäherung an die Wahl eines neuen Papstes wird der Leser näher an die vielfältigen Traumatas der katholischen Kirche herangeführt und zugleich im besten Sinne "belehrt", dass sich hinter der katholischen Lehre ab und an durchaus keine Leere sondern ein tieferer Sinn verbirgt. Die Figuren sind lebensecht und "Hauptdarsteller' Kardinal Lomeli schwankt zwischen Ego und Erkenntnis. Gegen Ende hin denkt man, dass es jetzt keinen weiteren Höhepunkt mehr geben kann. Doch der kommt. Das schlägt dem Fass dann vollends den Boden aus.