Leserstimmen zu
Konklave

Robert Harris

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Kardinal Lomeli zweifelt an sich und seinem Glauben – doch als er den Papst sein Rücktrittsgesuch vorstellt, schmettert dieser es ab und lässt Lomeli weiterhin auf seinem Posten als Dekan (etwas wie ein Vorsteher). Nur wenig später ist der Papst tot und Lomeli verzehrt von Gewissensbissen wegen des Grolls, den er in den letzten Wochen dem Papst gegenüber verspürt hat. Für seine Zweifel und Vorwürfe bleiben ihm jedoch nur wenig Zeit, denn auf den Tod des alten Papstes muss die Wahl des neuen folgen: das Konklave. Nach dem Tod des Kirchenoberhaupts werden alle weltweit 117 Kardinäle nach Rom gerufen, um dort den neuen Papst zu wählen, doch bereits vor Beginn kommt es zu Zwischenfällen. Nur wenige Stunden, bevor sich das Konklave zurückzieht und sich für die Außenwelt versperrt, taucht ein 118. Kardinal auf – Benitez, ein Philippine, von dem bisher keiner der Anwesenden gehört hat – angeblich ernannt vom verstorbenen Papst als Kardinale in pectore – des Herzens – und zeitlebens geheim gehalten. Doch das Kirchengesetz ist eindeutig, und so wird der unbekannte Kardinal zum Konklave zugelassen und die Türen vor der Außenwelt verschlossen. Und als die Wahl des neuen Papstes beginnt, stellt Lomeli fest, dass auch das Konklave Politik ist und einige Männer Gottes stärker nach Macht streben, als es gut für sie wäre. Die Geschichte wirft den Leser mitten in das Geschehen. Bereits ab den ersten Seiten wäre es angebracht, ein Dramatis personae anzulegen, denn von den insgesamt 118 Kardinälen scheinen gut und gerne die Hälfte davon namentliche Erwähnung im Roman zu finden. Trotzdem – und geschuldet darf das wohl dem sehr angenehmen Schreibstil sein – findet man gut in die Geschichte: auch wenn man keine Ahnung (wie ich) von einem Konklave hat. Das Buch liest sich wie ein politischer Thriller und ist dabei tatsächlich keine Seite lang langweilig. Voller politischer Intrigen und doch auch wahrlich gläubiger Männer verbringen wir die wenigen Tage des Konklaves zusammen mit Lomeli, der häufig Kraft in seinem zerrütteten Glauben sucht und Gott um Führung bittet, wobei auch er oft unsicher ist, ob die Leitung geistlicher Natur ist oder aus seinem Inneren kommt. Ein sehr gutes Buch.

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Das Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt! Zum Buch:  Autor: Robert Harris Erscheinungsdatum: 31. September 2016 Seiten: 352 Seiten ISBN: 978-3453270725 Preis: 21,99€ (Hardcover) 9,99€ (Taschenbuch) Zum Inhalt:  Der Papst ist tot. Ein Konklave steht an. Unser Protagonist Kardinal Lomeli sieht sich als Führer des Konklaves den 177 Anwärtern gegenüber die auf dem Heiligen Stuhl sitzen wollen. Ein Tag vor Beginn kommt sogar noch ein 118. hinzu, der anscheinend vom verstorbenem Papst höchstpersönlich dazu auserkoren wurde. Was soll das? Warum hat ihn der Papst heimlich in das Kardinalamt erhoben? Kann Kardinal Lomeli sein Amt als Führungsperson des Konklaves wahren und unparteiisch bleiben? Oder lässt er sich verführen und wird ebenfalls ein potentieller Kandidat? Viele scheinen etwas zu verbergen. Lomeli steht vor einer riesigen und zu gleich hoch bedeutsamen Aufgabe. Er allein lenkt das Konklave, dessen Ausgang entscheidet, wer das Papstamt antritt. Nur einer kann es werden. Werden sie den richtigen wählen? Mein Fazit:  Der Schreibstil von Robert Harris ist gewohnt flüssig und sehr gut zu lesen. Ich fand das Buch spannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe mit Lomeli und mit dem Konklave mitgefiebert bis zum Schluss, als endlich weißer Rauch aufstieg in Vatikanstadt. Ich muss aber gestehen, dass ich einen größeren "Knall" erwartet habe, was mich etwas enttäuscht hat. Wahrscheinlich hatte ich zu hohe Erwartungen an das Buch, welche ich beim Lesen ständig im Kopf hatte. Trotz allem ein sehr gutes Buch, welches einen interessanten Einblick in die Stadtmauern des Vatikan gibt. Robert Harris hat fabelhaft recherchiert, er hatte sogar exklusive Einblicke in die Schauplätze. 4/5 Sternen

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Hey, das war echt nett - fast schon ein erstes Jahreshighlight! Das sind tendenziell eher 4.3 - 4.8 Sterne, also ein echt gelungenes Buch. Von Herrn Harris mag ich gerne noch mehr lesen, aber dieses Römerthema seiner anderen Bücher ist nicht so meins. Das war nicht mein erstes Buch im "Konklave"-Umfeld (gibt's da nicht auch was von Dan Brown?). Die Story wirkte auf mich gut recherchiert und in sich stimmig -spannend, ohne grausam oder zu reißerisch zu sein. Und das Ende fand ich auch nochmal eine überraschende Wendung. Vielen Dank nochmal an den Booktube-Kanal von Padilovebooks, die das Buch in ihren Jahreshighlights vorgestellt hatte!

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Das Konklave endet, wenn sich die wahlberechtigten Kardinäle mit einer Zweidrittelmehrheit für einen Kandidaten entschieden haben. Dann steigt weißer Rauch auf und vom Balkon des Petersdoms tönt der Ruf: Habemus Papam. Was genau bei der Papstwahl hinter den Kulissen vorgefallen ist und wer die Kontrahenten des neuen Papstes waren, das ist Geheimsache. Wenn etwas davon an die Öffentlichkeit dringt, dann meist nur auf zweifelhaftem Wege. Der britische Thriller-Autor Robert Harris knöpft sich nun dieses Geheimnis der katholischen Kirche vor. In „Konklave“ erzählt er einen Kirchenthriller par excellence. Eine Hollywood-Dramatik mit Geheimbünden à la „Illuminati“ von Dan Brown hat Harris, der auch schon mit „Pompeji“ zu überzeugen wusste, nicht nötig. Der Vorgang der Papstwahl allein gibt bereits genug Stoff für einen Thriller her. Dabei ist der Roman nicht nur etwas für eingefleischte Katholiken. Wenn ein mächtiges Oberhaupt stirbt, beginnt unweigerlich der Kampf um die Macht. Beim Amt des Papstes geht es schließlich um nichts weiter als die Vertretung des Herren auf Erden. Der Vatikan versteht sich nicht umsonst als Gemeinschaft der Diener Gottes. Doch auch dort geht es um handfeste Politik. Traditionalisten kämpfen gegen Modernisten. Außerdem ist da noch die Dominanz der Europäer im Konklave – und die Frage, wann es den ersten Papst aus Afrika geben wird. Harris inszeniert seine Geschichte über weite Strecken gezielt als klassische antike Heldenerzählung. Nur sollten sich die Leser nicht zu sicher sein, wer dieser Held wirklich ist. Die katholische Kirche ist zu Beginn des Romans gespalten. Je mehr die Gläubigen der Welt den amtierenden Papst lieben, desto größer wurde der Widerstand und auch der Hass auf den Papst in der Kurie. Harris betont zwar in seiner Vorbemerkung: „Trotz gewisser vordergründiger Übereinstimmungen soll der verstorbene Heilige Vater in Konklave kein Porträt des gegenwärtigen Papstes sein.“ Doch die Werte seines fiktiven Papstes liegen sehr nahe bei denen von Papst Franziskus: Armut und Demut – und der Verzicht auf Prunk. Mit diesen Werten ist der fiktive Papst in Harris Thriller vielen Mitgliedern der Kurie auf die Füße getreten. Sie alle sind heilige Männer, doch wenn sie im Roman im Jahr 2018 zum Konklave zusammenkommen, ist jeder von ihnen von irdischem Ehrgeiz angetrieben. Da ist Kardinal Lomeli, der als Leiter des Konklaves nur ein Ziel hat: Alles richtig und nach Recht und Gesetz mit der gebotenen Neutralität über die Bühne zu bringen. Da ist der Bischof von Bagdad, vom verstorbenen Papst im Geheimen zum Kardinal ernannt. Keiner kennt ihn. Keiner kennt seine Pläne. Da ist aber auch der Kardinal von Venedig, der als Traditionalist auf die alten Werte – inklusive der Messen in Latein – pocht. Und auch ein Kardinal aus Afrika mit vielen Unterstützern. Gekonnt verwebt Robert Harris im Laufe des Romans„Konklave“ die Geschichten, Motivationen und Laster dieser Männer zu einer packenden und informativen Geschichte. Ganz ohne Mord, Gift oder Action entsteht bei der Lektüre des Romans eine Neugierde, die den Leser vorwärts treibt. Zu keiner Zeit kommt dabei der fade Beigeschmack eines Hollywood-Thrillers auf. Harris weiß, wie er die Plattitüden der Traumfabrik vermeidet. Am Ende ist es bei Harris der Mensch, der im Konklave die wichtigste Rolle spielt.

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Der Papst ist tot – Habemus Papam. Die ist die Zeitspanne, in der Robert Harris seinen Roman um die fiktive Wahl eines Papstes ansiedelt. Die Zeit ist unbenannt und auch für die Handlung nicht ausschlaggebend. Wichtig allein ist das Prozedere an sich. Wie oft vermutet, gibt es hinter den Mauern des Vatikans Intrigen, Verschwörungen, Klüngeleien. So beschreibt Harris gekonnt, wie die Fäden gezogen und Allianzen geschlossen werden. Dabei erklärt er Beweggründe, Erwartungen und nicht zuletzt auch die persönlichen Konflikte und Verpflichtungen sowie die Zweifel der Kardinäle. In der Realität findet all das hinter verschlossenen Türen statt, Robert Harris öffnet diese für seinen Leser einen Spalt breit und zeigt wie es hinter den Mauern des Vatikans zugehen könnte, aber keinesfalls muss. Denn „Konklave“ ist ein Roman der vom Autor erdacht wurde, dem aber fundierte Sachkenntnis zugrunde liegt.

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Lesenswert!

Von: Herba

21.01.2017

Für mich ist 'Konklave' ein echtes Highlight! Gut geschrieben, informativ und spannend!

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Fast ein wenig dokumentarisch nimmt Robert Harris in seinem neuesten Werk den Leser mit hinein hinter die Mauern des Vatikans, in das Konklave der Kardinäle zur Wahl eines neuen Papstes. Und während der „spannungsreiche“ Teil, den man von Harris immer auch mit gewohnt ist, in diesem Werk eine stark zurückgezogene Rolle spielt, gelingt es Harris dennoch, den Leser mit den inneren Zweifeln, der Gratwanderung zwischen dem „der Kirche dienen“ und dem „allein Gott dienen“ durchgehend zu fesseln. Was nicht zuletzt an der Gestaltung seiner Hauptfigur, des Kardinaldekans Lomeli, Leiter der Papstwahl und deren Organisation, liegt. Einer, der in sich Zweifel trägt. Zweifel, die stark genährt werden vom Verhalten von Gottes „Bodenpersonal“. Das Macht. Und Einflussgerangel innerhalb der Kirche, vor allem unter den Kardinälen, die „dunklen Geheimnisse“, die so mancher aussichtsreiche Kandidat tief vergraben wähnt, die aber einen Lomeli nicht davon abhalten werden, Spuren nachzugehen, sich selbst in Frage und um Vorgänge des Konklaves herum sehr hartnäckig Fragen zu stellen. Vor allem aber sollte der ein oder andere Kardinal vielleicht den Satz Jesu beherzigen: „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“. Was einen der Kandidaten alle Chancen kosten wird. In einer Welt, die gefährdet ist, was auch das Konklave im direkten Sinne zu spüren bekommen wird. In einer Kirche, die sich mit Veränderungen schwertut und schon beim nun verstorbenen Papst (durchaus als Figur angelehnt an den aktuellen Papst) offen murrte über die „Reformlust“. „Ich kann dein Urteil nicht ertragen, doch suche ich Erlösung durch dich“. Das ist die andere Seite der Medallie, die Harris ebenso zu Wort kommen lässt. Stellvertretend für viele im Konklave und in der Kirche ringt Lomeli mit seinem Glauben, versucht, die Stimme des Geistes zu erfassen, übt sich in Demut und Pflicht. „Niemand der seinem Gewissen folgt….handelt jemals falsch. Der einzige Leitfaden für die Handlungen eines Menschen kann nur sein Gewissen sein“. Diese tröstenden, mahnenden, sehr protestantischen Worte stützen Lomeli in einer konkreten Krise. Ausgesprochen von einem geheimnisvollen Kardinal, jung für seinen Rang, nicht auf der Liste, heimlich vor Kurzem von alten Papst noch ernannt. Benitez, Erzbischof von Bagdad und noch so einiges mehr, was sich vor allem am verblüffenden und unerwarteten Ende des Romans zeigen wird und einiges mit den Rasierutensilien des Kardinals aus dem Irak zu tun haben wird. „War es tatsächlich möglich, dass er in den vergangenen 30 Jahren der Kirche und nicht Gott gehuldigt hatte“? Das wird die Kernfrage werden, an der Lomeli sich innerlich, geistlich abarbeitet, während er zugleich das, aus den Fugen geratene, Konklave führen und organisieren muss. Wobei dieses und die Formen, in denen es abgehalten wird, immer wieder von Harris in Ruhe auch erläutert wird, ohne dabei langatmig oder allzu trocken im Stil zu werden. Intrigen, Geheimnisse, überraschende Wendungen auf der einen Seite, die Korrumpierbarkeit auch hoher kirchlicher Würdenträger auf der anderen Seite, das, „warum es eigentlich geht“ als roter Faden durch das gesamte Werk und ein plastischer und ohne Längen zu lesender Einblick in den Kern der katholischen Kirche und des Vatikan. Wie aus seinen Werken gewohnt gelingt es Harris wieder einmal, sein „Einfühlens in andere Welten“ und einer Darstellung in klarer, direkter Sprache samt der differenzierten Entfaltung von Personen und Beziehungen aus einem Guss zu erzählen.

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Wenn der Papst zurücktritt oder stirbt, muss auf dem schnellsten Wege ein Nachfolger gefunden werden. Und um das neue Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zu wählen, versammeln sich die wahlberechtigten Kardinäle aus aller Welt in Rom zum Konklave. Genau das ist die Ausgangssituation in „Konklave“, dem neuen Roman des vor allem durch seine Cicero-Trilogie in Deutschland bekannt gewordenen englischen Autors Robert Harris. Im Zentrum steht Kardinal Lomeli, integer, aber momentan mitten in einer Glaubenskrise, der seine liebe Not damit hat, die verschiedenen Fraktionen einigermaßen im Zaum zu halten. Oft scheint es, als wäre er einer der wenigen, der immer das eigentliche Ziel der Zusammenkunft im Blick hätte. Die Kardinäle selbst benehmen sich wie Lobbyisten und Politiker. Da werden Strippen gezogen und Allianzen geschmiedet, immer den eigenen Vorteil im Blick. 117 Würdenträgern plus ein Nachzügler, von dem verstorbenen Papst im Geheimen zum Kardinal geweiht, die die verschiedenen Strömungen innerhalb der katholischen Kirche repräsentieren. Der konservative Block, die Reformer und die Dritte Welt-Fraktion, all jene lassen nichts unversucht, ihren Kandidaten in eine aussichtsreiche Position zu bringen. Und wenn die Qualifikationen nicht überzeugen, werden dann schon einmal schwerere Geschütze aufgefahren. Persönliche Verfehlungen werden zum Thema, seien es nun allzu großzügiger Umgang mit Kirchengeldern oder Verletzung des Zölibats. Oder aber ganz einfach Bestechung mit dem Ziel, sich Stimmen für die Papstwahl zu erkaufen. Doch glücklicherweise läuft nicht immer alles nach Plan… Eine Papstwahl ist für uns Außenstehende immer etwas Geheimnisvolles, denn hier zieht die katholische Kirche einmal mehr wieder alle Register der glanzvollen Inszenierung. Schon allein diese Geschichte mit dem Schornstein, auf den die Welt blickt um zu sehen, ob schwarzer und weißer Rauch aufsteigt – absolut theatralisch! Robert Harris nimmt seine Leser mit hinter die Mauern des Vatikan, und wie in all seinen Romanen gelingt es ihm auch in „Konklave“ meisterhaft, Fakten und Fiktion zu verbinden. Seine Schilderungen sind lebendig und vermitteln den Eindruck eines Insiderberichts. Tatsächlich hat ihn wohl im Zuge seiner Recherchen ein (ungenannt bleibender) Kardinal mit Informationen versorgt. Aber der Autor geht noch einen Schritt weiter und beschreibt nicht nur das Prozedere, sondern reißt auch die Themen an, die in der katholischen Kirche kontrovers diskutiert werden. Allerdings bleibt Harris meiner Meinung nach hier sehr an der Oberfläche und spart auch nicht mit Klischees, wobei er damit natürlich aber auch die Erwartungen der meisten Leser erfüllen dürfte. Dennoch: mit „Konklave“ ist Robert Harris ein spannender Kirchenthriller gelungen, der mit der zunehmenden Zahl der ergebnislosen Wahlgänge an Dynamik gewinnt, bis er schließlich in einem furiosen und überraschenden Finale endet.

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