Leserstimmen zu
Die Grammatik der Rennpferde

Angelika Jodl

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Angelika Jodl ist mir seit Jahren bekannt als "Die, die immer alles über Grammatik weiß". Ich freue mich immer wieder, wenn sie im Autorenforum Montsegúr Fragen zu Schreibweisen und Satzbau erklärt, denn dann versehe ich es sogar. "Die Grammatik der Rennpferde" ist schon vom Titel her etwas Besonderes und kann nur ein "Kind "von Angelika Jodl sein. Ich hatte das große Vergnügen, die Geschichte anhören zu dürfen. Martina Gedeck begeistert mich als Sprecherin. Sie schafft es, nicht nur Akzente und Dialekte authentisch rüberzubringen, vor allem die Stimmung, Zweifel, Stille, Freude ... mit ihrer Stimme auszudrücken. Die Geschichte handelt von Salli Sturm, einer Dozentin für deuche Sprache, irgendwie hängengeblieben an einem Sprachinstitut. Ihr Name ist schon amüsant, denn "Sturm" kling nach einer aktiven, ja fast aggressiven Person. Salli jedoch scheint sich eher treiben zu lassen, bzw. passiv zu sein. Angeregt durch den von ihr angehimmelten Kollegenlässt sie ihr langjährigen Studien über Laute (die ich sehr interessant und nachvollziehbar finde) fallen und geht auf eine Art Wette ein. Sie will es schaffen, einem Ausländer in einem bestimmten Zeitraum Deutsch beizubringen, ihn dabei genau beobachten und alles exakt dokumentieren. Ihr Versuchskaninchen entdeckt sie auch gleich in einer Zeitungsannonce: Sergej sucht einen Deutschlehrer. Eigentlich sucht er ja jemanden der ihm hilft, ein Rennpferd z kaufen, aber das verrät er natürlich nicht. So finden sich die beiden sehr unterschiedlichen Menschen und vor allem Salli krempelt ihr Leben plötzlich komplett um. Es macht viel Spaß, zu lesen bzw. zuzuhören, wie sich die zurückhaltende Salli zu einer aktiven Frau entwickelt, die ihre Prinzipien hinter sich lässt und einfach spontan handelt. Dass sie sich ihrer Angst vor Pferden stellt und sogar reiten lernt, gönnt man ihr herzlich, denn sie ist eine sehr sympathische Figur. Fazit: Angelika Jodl hat ein zauberhaftes Buch über die Liebe zu Sprache geschrieben, in dem auch die Liebe zwischen Menschen nicht zu kurz kommt.

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Martina Gedeck gibt bei diesem Hörbuch wirklich alles. Sie verleiht Salli einen spröden, verkopften Charakter und haucht Sergey (Wird der russische Name wirklich so geschrieben? Das sieht doch komisch aus, genau wie Salli mit -i-) so viel russische Seele ein, dass man sich als Zuhörer fragt, wie sie den Switch zwischen den Dialekten und Tonlagen hinbekommt. Sie schafft das einfach sensationell, ohne dass man Hektik oder Unsicherheit wahrnimmt. Frau Gedeck ist die perfekte Präsentatorin dieser Geschichte, die originell, wenn auch sehr konstruiert daher kommt. Hätte ich das Buch gelesen, ich hätte es wahrscheinlich abgebrochen, denn für mich standen die Kapitelüberschriften in keinerlei Kontext zum Inhalt des jeweiligen Textabschnittes und die Geschichte wirkte auf mich zu konstruiert und mit einigen Längen. Ich habe selbst Germanistik studiert, insofern weiß ich um die Kompliziertheit (vor allem für Nicht-Muttersprachler) der deutschen Sprache, da brauche ich keine Dozentin für Deutsch als Fremdsprache, die mir die Beschaffenheit des deutschen Sprachgutes erklären will. Ja will, denn was sich die Autorin z.B. als Erklärung für die Präpositionen einfallen lässt, ist wirklich haarsträubend und selbst ich als erfahrene Muttersprachlerin habe dahinter keine Sachlogik erkennen können. Gott sei Dank habe ich das Hörbuch gehört, denn Martina Gedeck, die ich als Mimin sehr schätze, rettet diese schwächelnde Geschichte, indem sie den Protagonisten echtes Leben einhaucht. Salli wird mir nicht sympathischer, aber sie rückt mir näher, Sergey ist ein russisches Original alter Schule und das Geklüngel an der Hochschule ist amüsant weil nicht unbekannt. Zusammenfassend kann ich das Hörbuch wegen der tollen Leistung der Sprecherin empfehlen, die Geschichte an sich hätte gut werden können, wenn anders mit der Grundidee umgegangen wäre, die ich wirklich interessant finde. Warum muss immer eine Liebesgeschichte herhalten - hat Frau Jodl Angst, dass sich ihr Buch sonst nicht verkauft? Opfert sie deswegen ihre schrullige Dozentin? Schade, denn selbst wenn Salli auf Liebespfaden wandelt, dann doch bitte mit Stil und nicht so.

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Anfänglich dachte ich skeptisch: Nicht noch eine Liebesgeschichte der seichten Art, rechtzeitig erschienen um „im Liegestuhl auf Mallorca“ gelesen zu werden und so der Kategorie „Herz-Schmerz-Schnulze – lass ich im Hotel liegen“ angehört. Ich weiß nicht, wie es mir mit dem Buch ergangen wäre, die CD war jedenfalls sensationell, nicht zuletzt wegen der professionellen Stimme von Martina Gedeck. Dass sie eine tolle Schauspielerin ist, wisset ich schon, aber ihre Interpretation des Textes war eine Sensation: Sie spielt mit der Stimme auf allen Ebenen, russischer Akzent, bayrisch, gefühlvoll, nüchtern – sie beherrscht alle Nuancen. Der Spaß am Zuhören ist enorm! Und ganz nebenbei zog sie mich damit so in den Bann, dass mir die Geschichte sehr ans Herz gewachsen ist. Etwas naiv zwar aber so lebendig und mit großem Unterhaltungswert, dass ich die CD uneingeschränkt empfehlen kann.

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Für ihre ausländischen Studenten ist die Deutschlehrerin Salli Sturm ein tägliches Highlight, doch privat glänzt bei Salli wenig. Verabredungen mit Kollegen und einsame Videoabende trösten sie über die Einsamkeit hinweg bis Sergey, ein russischer Stallarbeiter, als Privatschüler in ihr Leben tritt. Die Grammatikstunden gestalten sich schwierig und der verschlossene Russe mit seinen eingefahrenen Satzstellungen macht es Salli nicht leicht. Doch langsam entwickelt sich zwischen Lehrerin und Schüler ein besonderes Gefühl, mit dem beide nicht mehr gerechnet hätten. Angelika Jodl ist von der ersten Seite an ihre Leidenschaft für Sprache und Grammatik anzumerken. Alle Kapitelüberschriften beginnen mit einer grammatikalischen Einleitung. Die Sprecherin Martina Gedeck verleiht diesem Hörbuch eine besondere Lebendigkeit mit hohem Unterhaltungsfaktor. Sie versteht es jedem Charakter eine eigene Stimme zu geben und besonders die grammatikalischen Fehler perfekt auszusprechen. Es ist bestimmt nicht leicht, eine falsche Satzstellung glaubwürdig zu sprechen. Besonders bei Sergey und den chinesischen Studentinnen ist Martina Gedeck dies hervorragend gelungen. Das Zusammenspiel zwischen der lehrplanorientierten regelgerecht lebenden Salli und dem spröden, verschlossenen und pragmatischen Sergey macht Spaß zu lesen. Ganz nebenbei erfährt man auch viel über den Rennsport und Pferdehaltung. Die Stute Katka hat eine nicht unerhebliche Schlüsselfunktion im Roman. Salli muss man sofort ins Herz schließen. Sie lebt für die Sprache, umgibt sich mit Wortart-Tieren, wie Nomen-Elefanten und Pronomen-Äffchen, die sie gedanklich ständig begleiten. Obwohl sie von ihren Studenten geliebt wird, fühlt sie sich selbst unter all ihren promovierten Kollegen minderwertig. Heimlich hofft sie auf eine Gefühlsregung ihres Kollegen Anselm, der aber auch von anderen Kolleginnen hofiert wird. Der Unterschied zwischen der selbstsicheren Lehrerin und der fast schon hilflosen Salli im Alltag macht sie so liebenswert. Sergeys Sprache ist herrlich, die Mischung aus Muttersprache, Satzverdrehern und urigem Dialekt hört man richtig beim Lesen. Manche Worte habe ich laut gelesen, dann ist es noch besser. Sergey ist als Ex-Jockey sehr kompetent im Umgang mit Pferden. Trotzdem wird seine harte Arbeit schlecht bezahlt und er muss viele Demütigungen einstecken. Man wird richtig wütend auf die arroganten Pferdebesitzer und den ausbeutenden Stallbesitzer. Seine Sprachschwierigkeiten kosten ihn sogar eine Anstellung, dennoch behält er bewundernswerter Weise seine Würde: "Ein Mann zeigt nicht, was in seiner Seele passiert. " Salli sieht durch Sergeys Unterricht eine Change, doch noch einen Doktortitel zu erhalten. Sergey wird uneingeweiht zum Studienobjekt und Salli zieht zu ihm von Schwabing nach Daglfing. Doch das anfängliche Ziel verliert sich und aus der Lehrerin wird eine staunende Schülerin. "Und sagst du immer, das soll ich lernen! No, heute du musst. Oder geht net bei dir mit Lernen?" Kulturelle Unterschiede, Sprachschwierigkeiten, Missverständnisse stehen zwischen Salli und Sergey, aber die Liebe setzt sich trotzdem durch. Gesellschaftskritik wundervoll umgesetzt. Warmherzig, leise, mit liebenswerten, sympathischen Protagonisten.

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Ich kenne sehr viele Lehrerinnen in meinem Freundeskreis, auch eine, die Ausländern Deutschunterricht gibt. Einen so ausgefallenen Schüler wie den Russen Sergey Dyck aus dieser Geschichte von Angelika Jodl hat aber sicher keine von ihnen erlebt. Der Ex-Jockey arbeitet in Deutschland als Stallbursche und will ein Rennpferd kaufen. Dazu muss er jedoch seine Deutschkenntnisse auf Vordermann bringen und wer wäre als Lehrerin besser geeignet als die Linguistikdozentin Salli Sturm, die mit viel Enthusiasmus ausländischen Schülern Syntax und Konjugation näher bringt. Für die alleinstehende 52-Jährige ist Sergey eine willkommene Herausforderung, um sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden. Nebenbei erhofft sie sich, eine wissenschaftliche Studie zu dem Thema in einer Fachzeitschrift veröffentlichen zu können. Für dieses Projekt verlässt Salli sogar ihr Schwabinger Apartment und zieht zu Sergey auf einen gepachteten Hof in Daglfing. Ihr Schüler erweist sich als ziemlich harter Brocken. Mit Satzkonstruktionen kennt sich Salli bestens aus, doch welche Regel lässt sich bloß in dieser kniffligen Situation und Konstellation am besten anwenden – besonders, wenn auch noch romantische Gefühle ins Spiel kommen? Wie das ungleiche Paar täglich Deutsch- und Pferdekenntnisse austauscht und sich näher kommt, wird mit viel Wortwitz erzählt, mal in bissig-rauen, mal in warmherzig-gefühlvollen Tönen. Sergeys fehlerhafte Satzbrocken bringen sein Wesen und Temperament umso stärker zum Ausdruck. Martina Gedeck beweist, dass sie nicht nur eine hervorragende Schauspielerin, sondern auch eine begnadete Sprecherin ist, die jedem Dialekt, ob bayerisch oder russisch, gewachsen ist.

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Eine ganz, ganz süße Liebesgeschichte. Ganz, ganz süß und warmherzig gesprochen. Inhalt: Salli lehrt an einem Institut Deutsch für nicht-deutsch-Muttersprachler. Eines Tages übernimmt sie den Russen Sergey als Privat-Schüler: Er braucht sie für Verhandlungen auf Deutsch und sie möchte ihm die deutsche Sprache näherbringen. Zwischen Salli als Stadtmensch, die das kulturelle Leben geniest, und Sergey als Pferdemensch, dessen Leben sich zwischen Ausmisten und Schlafen in der Scheune abspielt, entwickelt sich eine zarte Anbandelung. Meine Meinung: Mir persönlich hat die ehrlich wirkende Hingabe Sallis an die positiv besetzte Grammatik mit ihren klaren „einfachen“ und ehrlichen Regeln sehr gut gefallen. Natürlich könnte man der Protagonisten in einigen Handlungen vorwerfen, naiv zu agieren, aber ein gewisser Idealismus ist ja auch wieder frauentypisch. Einfach himmlisch fand ich die unfreiwillige Situationskomik als Salli, die „Deutsch- und Grammatiklehrerin“ versucht die Russland-Deutschen Sätze Sergey's zu übersetzen / zu korrigieren, während er versucht ihr klar zu machen ein Pferd in seinem Auftrag zu kaufen! Dies empfand ich als lebensnah und mit Herzensgüte geschildert. Die Russisch – Deutsch – Dialekt – Passagen fand ich sehr echt und ehrlich gesprochen – wie aus dem richtigen Leben – aber dennoch mit sehr viel Herzenswärme. Kompliment! Fazit: Sympathische Protagonisten in einer sympathischen Geschichte.

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Anfänglich war ich ja skeptisch. Der Klappentext spricht von einer xten Liebesgeschichte – mir kam es vor wie die tausendste Sommerliebesschnulze, die man im Moment bei den üblichen Buchhandlungen aufdrappiert findet. Sobald man aber die ersten paar Tracks gehört (oder die ersten paar Seiten gelesen) hat wird einem klar, dass man ein kleinen, literarischen Schatz gefunden hat, der einem originell und klug das Herz erwärmt.Für mich ist der Roman eine echter Sommerschatz. Beide Figuren, Salli und Sergey, bieten eine gute Portion Geheimnis, was die Spannung hoch hält. Das stetige prickeln tut dann sein übriges. Toll finde ich auch die linguistischen Überlegungen und die sprachwissenschaftlichen Hintergründe, die hier immer wieder eingespeißt werden.

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Salli Sturm hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Sie lebt für ihren Beruf, für ihre Studenten und schwärmt so ein kleines bißchen für den neuen Kollegen Anselm. Doch mehr passiert nicht. Dann trifft sie auf Sergey und vieles in ihrem geordneten Leben ändert sich. Wer sich auf diese Geschichte einlässt, wird sehr gut unterhalten. Es ist eine Liebesgeschichte, aber hier sucht man vergebens Kitsch und Herzschmerz. Das liegt vielleicht auch daran, dass sowohl Sallie als auch Sergey bereits einiges im Leben erfahren haben und nicht mehr ganz so jung sind. Wie sie sich annähern und auch missverstehen, wie sie mit den Worten und um die Wörter kämpfen und sich dabei näher kennenlernen, wird von Martina Gedeck so gut erzählt, dass man sich das Paar gut vorstellen kann. Die Geschichte ist ungewöhnlich und interessant. Die deutsche Grammatik wird ganz nebenbei aufgefrischt und man muss schon schmunzeln, wie Sallie versucht ihren ausländischen Studenten die Stolpersteine der Grammatik zu erklären und brauchbar zu machen. Beide Hauptfiguren (Salli und Sergey) sind symphatisch und authentisch. Es könnten die eigenen Nachbarn sein. Aber auch über Anselm und sein Abenteuer sowie die Kollegen von Sallie konnte ich mich gut amüsieren. Martina Gedeck hat die verschiedenen Stimmen sehr gut herausgearbeitet und besonders gut hat mir der russische Akzent gefallen. Sie schaffte es, den Charakteren Leben und Gefühle einzuhauchen und sie so dem Zuhörer näher zubringen. Dank ihrer Stimme konnte ich so manches Mal sogar das Augenrollen von Salli oder das Kopfschütteln von Sergey hören. Ihre abwechslungsreiche Stimme trug mich ganz leicht durch die Geschichte und schaffte es dadurch, dass ich Spaß beim Zuhören hatte. Eine rundum gelungene liebevolle (nicht kitschige!) Geschichte über zwei Menschen, die die Liebe neu entdecken, über Rennpferde und die deutsche Grammatik. Von diesen Geschichten darf es gern mehr geben.

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