Leserstimmen zu
Hestia

Carolyn J. Cherryh

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Der Ingenieur Sam Merrit soll auf dem Planeten Hestia in einem anderen Sonnensystem einen Damm errichten, um den Lebensraum für die dort angesiedelten menschlichen Kolonisten zu erweitern. Denn obwohl diese dort schon seit 100 Jahren leben, sind sie immer noch sehr arm und unterentwickelt. Doch die Ureinwohner des Planeten – katzenähnliche Wesen – sabotieren die Bauarbeiten. Als eine junge Bewohnerin dabei verletzt wird, beginnt sich Sam immer mehr für deren Lebensumstände zu interessieren... Im englischen Sprachraum ist die Science Ficiton-Autorin Carolyn J. Cerryh schon seit langem sehr bekannt, dabei werden erst jetzt einige ihrer Romane auch in Deutschland veröffentlicht. „Hestia“ stammt beispielsweise aus dem Jahr 1987, wurde aber erst übersetzt und als digitale Buchausgabe auf den Markt gebracht. Auf nicht einmal 200 Seiten baut die Autorin dabei eine sehr dichte Atmosphäre auf dem fremden Planeten auf, wobei das Hauptaugenmerk auf der Beziehung zwischen Sam und der verletzten Eingeborenen liegt. Beide Charaktere entwickeln sich dabei deutlich weiter, lernen einander kennen und verstehen die Beweggründe des anderen – und Sam lernt dabei auch einiges über das fremde Volk, ihre Kultur und ihre Lebensweise. Das ist gut erdacht und weist einige sehr kreative Ideen auf, auch wenn der Plot recht flach ist und im Prinzip von Anfang an vorhersehbar ist. Auch die anderen Rollen werden recht nebensächlich behandelt und können keine wirkliche Tiefe entwickeln. Dennoch konnte mich „Hestia“ überzeugen, die Mischung aus Science Ficiton und Fantasy überzeugen. Die vielen auf die heutige Zeit übertragbaren Motive und die ganz besondere zwischen“menschliche“ Beziehung üben in einer kleinen Geschichte ihren ganz besonderen Reiz aus. Cherryh hat einen ganz eigenen Sprachstil entwickelt, der sehr gut in diese fremdartige Welt passt und diese gut ausgestaltet. Alles liest sich flüssig und lebendig, auch wenn die Autorin eher auf eine ruhige Fortführung der Geschichte setzt als auf überraschende Knalleffekte. Auch die Verwendung der wörtlichen Rede wirkt authentisch, nur manchmal vielleicht etwas hochgestochen. „Hestia“ ist ein schnell gelesenen, aber deswegen nicht minder bemerkenswertes Buch. Angesiedelt auf dem fremden Planeten werden zwar die dort sesshaften Kolonisten ziemlich einseitig beschrieben, die Beziehung zwischen Sam und der Ureinwohnerin sowie das fremdartige Volk der Katzenwesen bringen aber viel Lebendigkeit in die Erzählung.

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