Leserstimmen zu
Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Jean-François Parot

Commissaire Le Floch-Serie (1)

(15)
(8)
(7)
(1)
(0)
€ 17,00 [D] inkl. MwSt. | € 17,50 [A] | CHF 24,50* (* empf. VK-Preis)

Wer mit mir auf Goodreads befreundet ist hat vermutlich mitbekommen, dass ich ziemlich lange an dem Buch gelesen habe. Um genau zu sein habe ich im Februar damit angefangen, es dann irgendwann bei Seite gelegt, weil ich etwas lustigeres lesen wollte. Na und dann? Habe ich es vergessen. Aber: es ist auch kein Sommerbuch. Commissaire Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel liest sich besonders gut im Herbst. Denn die Grundstimmung des Buches ist sehr düster, es spielt ebenfalls im Winter. Und auch die Geschichte ist an Düsterheit kaum zu übertreffen, Mitte des 18. Jahrhunderts wird ein junger Bursche vom Land nach Paris berufen. Er soll dort für den Polizeipräfekt arbeiten. Und schon geht es los: eine alte Frau beobachtet, wie mitten in der Nacht zwei Leichen in einer Abdeckerei abgelegt werden. Von da an überstürzen sich die Ereignisse und unser junger Le Floch ist gemeinsam mit seinem Partner Bourdeau auf der Suche nach der Wahrheit. Während dieser Suche nimmt Nicolas uns mit in das Paris des 18. Jahrhunderts. Meiner Meinung nach passiert dies total authentisch und auch historische Persönlichkeiten werden eingeführt. Im Anhang gibt es für alle, die nicht so fit in Französischer Geschichte sind Erklärungen zu den einzelnen Personen. Fazit: Das Buch hat mir echt sehr gefallen, obwohl ich zwischendurch eine lange Lesepause eingelegt habe. Die Verbrechen sind mitunter sehr blutig und nichts für zarte Gemüter. Aber sonst kann ich das buch jedem empfehlen, der gerne Krimis oder historische Romane liest. Gerade für Fans von guten historischen Romanen sollte das Buch interessant sein.

Lesen Sie weiter

Der Einstieg ist langatmig und verlangt einen langen Atem, der Schluss zu offensichtlich und früh durchschaubar und dazwischen weigert sich Autor Jean-François Parot penetrant, ein Geheimnis zu offenbaren. Das der Weißmäntel nämlich. Parots erster Geschichtskrimi trägt zwar den Titel „Das Geheimnis der Weißmäntel“ – nur kommt im gesamten Buch kein einziger Weißmantel vor. Lediglich, dass der Held LeFloch kurzzeitig in der Rue des Blancs-Manteaux wohnt, verbindet Inhalt mit Titel.. In der französischen Sprache bedeutet floc - ohne H am Ende - soviel plumpsen. Faire floc also plumps machen. Wenn man voraussetzt, dass Parot dieses Wortspiel beabsichtigte, dann passt das schon, denn er lässt seinen Helden, das Findelkind Nicolas LeFloch, aus der Bretagne direkt hineinplumpsen ins Paris von 1760 und die Regentschaft Ludwigs XV. Der Notariatsgehilfe erhält nach einiger Zeit Dank seiner Fürsprecher einen Job – man würde es heute wohl als Hilfsermittler bezeichnen – bei dem, was Mitte des 18. Jahrhunderts als Polizei in Paris bezeichnet werden kann. <!-- wp:paragraph --> <p>Der Notariatsgehilfe erhält nach einiger Zeit Dank seiner Fürsprecher einen Job – man würde es heute wohl als Hilfsermittler bezeichnen – bei dem, was Mitte des 18. Jahrhunderts als Polizei in Paris bezeichnet werden kann. Sein Vorgesetzter Antoine Raymond Juan Gualbert Gabriel de Sartine, Comte d’Alba, zu der Zeit, während der der Roman spielt, Lieutenant général de Police, was soviel bedeutet wie Polizeipräfekt, und dem Amt des sagen wir mal Polizeipräsidenten von Paris gleichkam, betraut ihn mit einer diffizilen Aufgabe. Ein Polizist wird der Korruption verdächtigt, dann verschwindet er. Was als scheinbar einfacher Fall von Bestechung begann, wächst sich erst zum Mord aus, dann kommt noch eine Spionagegeschichte um Ludwig XV und Madame de Pompadour dazu. Antoine de Sartine ist eine historische Persönlichkeit, wie Parot viele historische Persönlichkeiten auftreten lässt. Sogar Giacomo Casanova lässt er seinen Helden LeFloch im Pariser Karneval begegnen. Insofern betreibt Parot „name dropping“, was die Sache insofern vereinfacht, als er keine neuen Figuren erfinden muss. Gleichzeitig vermittelt der Autor damit den Eindruck historischer Authentizität. Ob diese in ihren Charakteren ebenso korrekt dargestellt ist, lässt sich nun nicht nachprüfen. Allerdings lesen sich die Beschreibungen im angehängte Glossar wie eins zu eins von Wikipedia übernommen. In einem Paris, das als dreckig, laut, teils ordinär mit einem dichten Nebeneinander von arm und degoutant reich beschrieben wird, fehlt es letztlich an Tiefgang. Dafür nimmt Parot Dinge voraus, die erst sehr viel später tatsächlich ins Licht von Wissenschaft und Medizin rücken. Den späteren Henker von Paris, der insgesamt fast 3000 Menschen umbrachte, schildert er als eine freundliche, hilfsbereite, ja sensible Person mit ausführlichen medizinischen Kenntnissen. Dieser Charles-Henri Sanson wird dargestellt als ein Mensch mit erstaunlichen pathologischen Erfahrungen und Wissen. Zwar studierte Sanson tatsächlich Medzin, brach das Studium jedoch aus wirtschaftlichen Gründen ab, und war als 18-Jähriger beteiligt an der Folter von Robert François Damiens. Der hatte 1757 ein Attentat auf Ludwig XV verübt. Die Folter lässt Parot durch die Figur des Sanson recht ausführlich – zu ausführlich – schildern. Wie überhaupt einige unschöne Dinge überflüssig detailreich dargestellt werden. So entbrennt unter anderem zwischen zwei Medizinern ein fast existenzieller Streit. Der eine schwört auf den Aderlass bei jedweder Art von Krankheit – egal ob gebrochener Knochen oder Fieber – während der andere schon Ansätze heutiger Schulmedizin zeigt. Insgesamt aber nimmt LeFloch auch Ermittlungsmethoden voraus, die erst etwa 40 Jahre später durch Eugène François Vidocq bekannt werden, der als Begründer der modernen französischen und europäischen Kriminalpolizei und insbesondere auch als Vorbild für die Arbeit von Scotland Yard gilt. So weit, so gut. Wenn da nicht einige sprachliche Schnitzer wären, von denen mindestens einer auf dem Mist des Übersetzers gewachsen ist. Le Pont (die Brücke) ist im französischen maskulin, im Deutschen feminin. Der Übersetzer weigert sich penetrant, die Brücke zu übersetzen und sprich durchgängig von der Pont. „Der Pont Neuf . . .“ zum Beispiel. Irritierend. Klar, „die Neue Brücke“ klänge für eine der berühmtesten Seine-Brücken in Paris echt bescheuert. Aber warum nicht eindeutschen? Die Pont Neuf . . . da wüsste jeder, was gemeint ist. LeFloch vereint zudem alle Merkmale eines Detektivs, über die auch ein moderner detektivischer Romanheld verfügt. Egal, ob sein Name Philip Marlow, Sam Spade, Sherlock Holmes, Miss Marple oder Hercule Poirot lautet. Aber keinem wäre es eingefallen, diesen Satz zu schreiben: „Die Luft war klar und eisig und brannte wie klarer Schnaps in der Lunge.“ Wer jemals klaren Schnaps auf Lunge getrunken hat, der möge sich melden. Das ist Quatsch, Quark, Blödsinn, hirnverbrannt – ein ebenso sprachlicher wie metaphorischer Gau. Und an den Bildern, also den Metaphern, seines Buches sollte Parot dringend noch arbeiten. Denn daran hapert’s. Selbst, wenn er das Paris von 1760 tatsächlich treffend gezeichnet haben sollte.

Lesen Sie weiter

Fantastisch, wer Paris liebt und die Geschichte dieser Stadt, kommt in diesen Romanen voll auf seine Kosten. Sehr detalliert und nie langweilig führt der Autor seinen Leser in die Welt von Louis XV. und in den Alltag der verschiedenen Menschen und Gesellschaftschichten. Ich hoffe sehr, dass die anderen, bereits erschienen Romane sehr zeitnah übersetzt werden, damit ich noch oft das Vergnügen haben werde, in diese Zeit einzutauchen.

Lesen Sie weiter

Ich lese immer mal wieder gerne Krimis und diesmal wurde es wiedermal ein historischer, welcher mich gleich durch sein Cover angesprochen hatte. Wir begleiten Nicolas Le Floch, welcher 1759 neu nach Paris kommt und sich dort beim Polizeipräfekt Gabriel de Sartine meldet, um dort zu arbeiten. Er wird dem strengen und schroffen Kommissar Lardin zugeteilt, bei welchem er fortan lebt und lernt. Bis dieser zwei Jahre später plötzlich verschwindet und ausgerechnet der junge Le Floch vom Polizeipräfekten damit beauftragt wird das Rätsel zu lösen. Voller Tatendrang und Ehrgeiz stürzt sich Le Floch in die verzwickten Ermittlungen und stößt dabei auf einige Geheimnisse. Leider hatte ich das Gefühlt, dass sich der Fall nur sehr langsam entwickelt hat. Vor allem die erste Hälfte des Buches konnte mich einfach nicht fesseln. Es war nicht direkt langweilig, allerdings hatte ich auch nie das Bedürfnis weiterlesen. Deshalb habe ich wirklich lange für den Roman gebraucht. Erst ab der Hälfte kam wirklich Spannung und Lust am lesen auf. Der Fall ist insgesamt relativ komplex und verzwickt und kam erst so richtig in der zweiten Hälfte in Fahrt. Die Auflösung und das Ende haben mir gut gefallen. Nicolas war mir von Anfang an sehr sympatisch. Mit seiner klugen und netten Art haben seine Ermittlungen sehr viel Spaß gemacht. Auch sein verlässlicher und treuer Mitarbeiter Inspektor Bourdeau ist mir ans Herz gewachsen. Insgesamt kommt eine ordentliche Anzahl an Personen in dem Krimi vor. Allerdings habe ich auch trotz der französischen Namen nie den Anschluss verloren. Gleich auf den ersten Seiten des Buches befindet sich eine hilfreiche Liste der handelnden Personen und im hinteren Teil noch Informationen zu historischen Persönlichkeiten die im Roman auftreten. Der Schreibstil hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Beschreibungen doch sehr lang ausfielen. Die Ausgabe ist wirklich sehr schön. Die Klappbroschur hat ein silber schimmerndes Cover und auf den Innenseiten ist eine Karte von Paris zu finden mit den wichtigsten Handlungsorten. Außerdem findet man hinten im Buch noch ein sehr hilfreiches Glossar. Noch dazu kann man sich kostenlos das eBook „Die Welt des Commissaire Le Floch“ mit Hintergrundinformationen herunterladen. Fazit Insgesamt ein guter historischer Krimi, welcher ein authentisches Bild von Paris zur damaligen Zeit beschreibt. Der allerdings für mich zu schwach angefangen hat. Das Buch hat einfach zwischendurch immer mal auf meinem Nachtisch rumgelegen, ohne das ich das Bedürfnis hatte weiter zu lesen. Ich werde die weiteren Teile mit Nicolas Le Floch wahrscheinlich nicht mehr lesen. Allerdings kann ich den Roman allen Fans von historischen Krimis durchaus empfehlen.

Lesen Sie weiter

Paris, 1761. Wie tief man doch sinken konnte. Einst war sie die Lieblingshure hochgestellter Herren gewesen, jetzt vegetierte sie im Dreck. In mehreren Schichten legten sich die abgetragenen Kleider zerfetzt und vor Schmutz starrend um ihre ärmliche Gestalt. Eine Suppenküche für solche wie sie, hielt sie gerade eben so über Wasser. Hier in diesem Stadtviertel, wo die Abdecker die Überreste ihrer Arbeit abwarfen, suchte sie nach Zutaten. Den Gestank, der hier in der Luft stand wie eine Wand, nahm sie schon lange nicht mehr wahr. Man durfte nicht wählerisch sein, blieben einem nur noch wenige Optionen und es musste ja niemand wissen, woher sie ihr Fleisch nahm. Gerade wollte sich sich mit dem Messer in der Hand über den Pferdekadaver vor ihr beugen, um ein noch brauchbares Stück aus den Knochen zu lösen, da hörte sie zwei Männerstimmen miteinander zanken. In den Schatten verborgen beobachtete sie, wie die beiden das was sie zwischen sich trugen ablegten. Sie duckte sich, wie ein Tierkadaver sah dieses gut verschnürte Bündel nicht aus. Als die beiden Männer sich entfernt hatten, trat sie langsam näher und ihr stockte der Atem ... Inspektor Lardin war verschwunden. Seine Frau außer sich, sein Chef nicht minder. Auch wenn Lardin für sein Umtriebe berüchtigt und gerade Karneval war, war dieses lange Fernbleiben eindeutig ein Grund zur Sorge. Nicolas le Floch, erst seit kurzem in Paris und eigentlich noch in der Ausbildung zur Verbrechensaufklärung, traute seinen Ohren nicht. Sein Chef beauftrage ihn, den Neuen mit der Suche nach dem verschwundenen Kollegen? Er dürfe über alle Mittel verfügen die er brauche und auch einen Assistenten wählen? Aber diskret müsse er sein. Mit Feuereifer stürzte er sich in die Arbeit. Das würde schon werden, er verlief sich immer weniger in den Straßen von Paris und auch seine erste Befragung war durchaus fruchtbar, wenn auch im Ergebnis nicht erfreulich gewesen. Denn der verschwundene Kommissar schien nicht gerade eine weiße Weste zu haben, das Wort korrupt wollte Le Floch jedoch lieber noch nicht in den Mund nehmen ... Ein prall ausgestattetes Sittengemälde mit Kriminalfall, ein Muß für alle Paris-Fans. So läßt sich der erste Band der historischen Krimi-Reihe um Commissaire Nicholas le Floch für mich am Besten beschreiben. In Frankreich hat die Reihe bereits eine Riesen-Erfolgswelle ausgelöst und diese ist jetzt auch nach Deutschland geschwappt. Der französiche Autor Jean-Francois Parot, kennt sich aus im 18. Jahrhundert. Er studierte Geschichte und Ethnologie, ist ausgebildeter Ägytptologe und spezialisiert auf dieses Zeitalter. Das spürt man in jedem Kapitel. Dem über vierhundertfünfzig Seiten starken Krimi ist dann auch ein ausführliches Glossar angefügt und ein Verzeichnis mit allen im Kontext vorkommenden historischen Persönlichkeiten, die er kurz vorstellt. Wem das an "Futter" noch nicht genügt: Es gibt auch eine kostenlose E-Book Zugabe über das Schaffen von Parot und mit noch mehr Hintergrundinformationen zu Paris in dieser Epoche. Das nenne ich gründlich und ausführlich! Ergänzend ist die Klappenbroschur von Band 1 zusätzlich mit einem Stadtplan von Paris, datierend auf 1761 ausgestattet, Cover und Rückumschlag sind ausklappbar (sehr ansprechend!). Das hat mir, die Handlungsorte gerne visualisiert, bei der Orientierung in der Geschichte sehr geholfen. Hier feiern wir Karneval im Winter 1761, derb und frech, begeben uns auf eine Zeitreise mitten in den Dreck. Henker fungieren als forensische Berater, verblüffen mit ihren anatomischen Kenntnissen. Geheimgänge im Untergrund, bevölkert von Hunderten von Ratten, ihre Augen funkeln rot in den Schatten, quiekend und Zähne bleckend lassen sie von ihren Opfern nur widerstrebend ab, wenn wir uns mit festem Schritt nähern. Die Bastille - das ehrfurchtgebietende, feuchte, modrige Staatsgefängnis. Jede Mauerritze schwitzt hier Salpeter und andere Salze aus. Die Luft ist schwer und dicht, nicht gerade eine fünf Sterne-Unterkunft und dennoch zahlt man als Gefangener hier für Essen, Laken und Nachttopf. Immer noch besser als im Chatelet zu landen, wo es Zellen gibt in denen man nur im Wasser steht, sich nicht niederlegen oder aufrecht stehen kann. Wir erleben das Pro und Contra der "peinlichen Befragung", abgeleitet von "Pein" - heute sagen wir dazu schlicht Folter. Es wird gefochten wie bei den drei Musketieren und Nicolas muss sein Können in einem Kampf auf Leben und Tod unter Beweis stellen. Herrlich, ich liebe solche Mantel und Degen-Szenen! Gut gekleidet, wir kommen vom besten Schneider der Stadt, die Perücke sitzt und ist gepudert, werden wir unserem König vorgestellt! Man stelle sich vor, weil ER das so wünschte! Uns stockt der Atem, als unsere Kutsche vor Versailles hält, wir halten uns am Riechsalzfläschen fest. In der Auflösung seines Falls kommt der Gute Le Floch dann irgendwie herrlich "missmarpelig" daher. Führt alle noch losen Fäden zusammen, verblüfft mit seinen Schlussfolgerungen in einem Schluss-Pladoyer für das er alle Beteiligten versammelt. Ist er in diesem ersten Band noch ermittelnder Aussenseiter, wird man ihn beim nächsten Mal auf dem Schirm haben müssen. Ihr Gauner im guten alten Paris aufgepaßt, there ist a new sheriff in town!

Lesen Sie weiter

„Commissaire Le Floch und Das Geheimnis der Weißmäntel“ von Jean-François Parot ist eine weitere Station in meiner andauernden Suche nach meiner Heimat im Genre der historischen Romane. Der Reihenauftakt, der in Frankreich bereits 2000 veröffentlicht wurde, wurde mir vom Newsletter der Random House Gruppe schmackhaft gemacht. Die Mischung aus Setting, einer delikaten Staatsaffäre und einer Mordermittlung weckte meine Neugier. Außerdem habe ich bisher nur sehr wenig Erfahrung mit französischen Schriftsteller_innen; ich konnte also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich fragte das Buch beim Bloggerportal an und erhielt ein Rezensionsexemplar. 1759 wird der junge Notariatsgehilfe Nicolas Le Floch von heute auf morgen nach Paris beordert. Er soll sich bei Polizeipräfekt Gabriel de Sartine melden, um eine Ausbildung als Gesetzeshüter zu beginnen. Sartine teilt ihn dem grimmigen, schroffen Kommissar Lardin zu, der sich den Anweisungen des Polizeichefs widerwillig beugt. So beginnt Nicolas‘ neues Leben in der pulsierenden französischen Metropole. Er arbeitet und lernt fleißig und besitzt zu viel Anstand und Respekt, um die regelmäßigen Fragen des Polizeipräfekten zu den Gewohnheiten seines Mentors Lardin in Zweifel zu ziehen. 1761, zwei Jahre später, verstirbt unerwartet Nicolas‘ Vormund. Er eilt in seine bretonische Heimat, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Bei seiner Rückkehr nach Paris erwartet ihn eine unerfreuliche Überraschung: Lardin ist verschwunden und Sartine eröffnet ihm, dass der gealterte Kommissar in eine weitreichende Korruptionsaffäre verwickelt ist, die sogar König Ludwig XV. bedroht. Nicolas soll Lardin finden. Unerschrocken stürzt er sich in die Ermittlungen, während auf den Straßen der Stadt der Karneval tobt. Wird er den abtrünnigen Lardin aufspüren und so einen internationalen Skandal verhindern können? „Commissaire Le Floch und Das Geheimnis der Weißmäntel“ war für mich ein gewagtes Experiment. Mit einem historischen Krimi bewegte ich mich weit außerhalb meiner Wohlfühlzone, denn ich habe bekanntermaßen so meine Schwierigkeiten mit historischen Romanen und Krimis stehen normalerweise erst gar nicht auf meiner Lektüreliste, weil ich sie zu langweilig finde. Es freut mich daher umso mehr, dass ich dieses Experiment als Erfolg verbuchen kann. Obwohl alle äußeren Faktoren dagegensprachen, gefiel mir der Auftakt der Reihe „Nicolas Le Floch“ überraschend gut. Ich fühlte mich in den Händen des Autors Jean-François Parot sehr gut aufgehoben; der studierte Historiker und anerkannte Experte für das 18. Jahrhundert vermittelte mir eine verblüffend präzise, atmosphärische und realistische Vision der Lebensumstände in Paris in der turbulenten Epoche der Aufklärung. Die Lektüre war eine überzeugende mentale Zeitreise, die mich trotz des etwas umständlichen Schreibstils mühelos mitten in die Straßen der französischen Hauptstadt beförderte. Die verzwickt konstruierte Rahmenhandlung des Kriminalfalls portioniert die schiere Fülle geschichtlicher Fakten, Hintergründe und Tatsachen in mundgerechte Häppchen, die dazu einladen, mithilfe des neuen Wissens munter mitzurätseln. Ich habe nicht erwartet, beim Einschlafen tatsächlich darüber nachzugrübeln, wie die verschiedenen Ebenen des Falls interagieren. Es gelang mir jedoch nicht, das Puzzle zusammenzusetzen, da mich die vielen geschichtsträchtigen Namen und teilweise konträr verlaufenden Interessen verwirrten und ablenkten. Für meinen Geschmack hätte Parot den politischen Aspekten der komplizierten Korruptionsaffäre, die sich rasant mit einer Mordermittlung verbindet, außerdem deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken können, wenngleich ich verstehe, dass sein Kernanliegen, den Pariser Kosmos im Jahr 1761 detailliert abzubilden, besser innerhalb privat-bürgerlicher Grenzen umzusetzen war. Er eröffnete sich so die Möglichkeit, die alles beherrschenden Standesunterschiede der Bevölkerungsschichten explizit herauszuarbeiten und – was ich herrlich sympathisch fand – besonderes Augenmerk auf die Beschreibung des Essens als kulturelle Facette zu legen. Schade, dass der Protagonist dieser bunten, lebendigen Kulisse nicht gerecht wurde. Nicolas mutete wie eine erwachsene Variante Oliver Twists an: konturlos, einseitig und modellhaft. Er trägt keinen Funken Verschlagenheit, Verlogenheit oder generell Schlechtigkeit in sich, verhält sich stets tugendhaft, gesetzestreu und regelkonform. Ich fand ihn sowohl menschlich, als auch als Ermittler unglaubwürdig, denn niemand kommt ohne Ecken und Kanten aus, schon gar kein Polizist, der sich gegenüber perfiden, kriminellen Komplotten behaupten muss. Sein sympathischer, aber tadelloser Charakter bedingt eine Profillosigkeit, die ihn neben der puren Vitalität des Settings verblassen lässt. Ich stelle es ungern fest, doch die Figur des Nicolas Le Floch ist meiner Ansicht nach bedauerlicherweise zu schwach, um „Das Geheimnis der Weißmäntel“ entscheidend zu prägen. „Commissaire Le Floch und Das Geheimnis der Weißmäntel“ ist ein faszinierender historischer Krimi, der Fakten und Fiktion geschickt verblendet und dessen größte Stärke in der hervorragenden, atmosphärischen Darstellung des Settings liegt. Jean-François Parot bewies seine exzellente Expertise und zeichnete für mich ein schlüssiges, authentisches Bild von Paris im 18. Jahrhundert, das Kriminalfall und Protagonist des Reihenauftakts mit Leichtigkeit überstrahlt. Dadurch ist das Buch zwar eher interessant als spannend, entpuppte sich allerdings nichtsdestotrotz als lohnende Lektüre. Ich kann mir durchaus vorstellen, der Fortsetzung „Commissaire Le Floch und Der Brunnen der Toten“ eine Chance zu geben. In einer Epoche, in der ganz Europa politisch in Aufruhr war, gibt es sicher noch einige Geheimnisse, die Kommissar Le Floch aufklären kann. Vielen Dank an den Verlag Blessing und das Bloggerportal von Random House für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars im Austausch für eine ehrliche Rezension!

Lesen Sie weiter

Eine klassische Geschichte à la Poirot bzw. Sherlock Holmes erwartet uns mit dem jungen Monsieur Le Floch! Als ich das Buch entdeckt habe, habe ich zunächst einmal eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, die selbst Buchrezensionen schreibt. Doch irgendwie ist mir der Titel noch im Kopf hängen geblieben und kurzerhand musste ich das Buch auch selbst anfordern. Schon als Kind habe ich durch die Miss Marple Verfilmungen meine Liebe zu „klassischen“ Kriminalfällen entdeckt und musste hier einfach zuschlagen. Zunächst war ich begeistert. Der Schreibstil hatte mich direkt in Sherlock Holmes-Stimmung versetzt. Nach und nach musste ich allerdings feststellen, dass die Handlung nicht ganz so nachvollziehbar und straff erzählt wurde, wie ich mir gewünscht hätte. Szenen, die dem Gesamtfortschritt der Ermittlung nicht zuträglich sind, sind teilweise so detailliert ausgeführt, dass sie mir als Leserin zunächst wichtig erschienen. Im späteren Verlauf spielten diese allerdings keine Rolle. Weder im Zusammenhang des Falls, noch in Bezug auf die Charakterentwicklung. In Kombination mit der recht umständlichen Ausdrucksweise (wobei gerade diese den Stil von Agatha Christie bzw. Arthur Conan Doyle erinnern lässt), wurde das Lesen für mich recht mühsam. Nichtsdestotrotz waren mir einige (Neben-)Charaktere auf Anhieb sympathisch. Stereotypisch natürlich die Haushälterin, die mütterliche Matrone und Herrscherin über die Küche. Genauso wie der gute, treue Partner von Nicolas. Stets zur Stelle und trotz anfänglich simpel anmutendem Gemüt mit rettenden Kommentaren und „Connections“. Fazit: Insgesamt ein solider Start in eine klassische Ermittler-Reihe. Dieses Buch würde ich für Agatha Christie- und Sherlock Holmes-Fans empfehlen, die ihren Ermittlern noch einen jüngeren, französischen Commissaire hinzufügen möchten. ;-)

Lesen Sie weiter

Rezension von Melanie zu Commissaire Le Floch und saß Geheimnis der Weißmäntel: Roman (Commissaire Le Floch-Serie, Band 1) von @Jean-François Parot 5 von 5 🌟 seit Grangé wieder ein ausgezeichneter, französischer Krimi Inhalt »Ein neuer Maigret wurde geboren: Nicolas Le Floch… Der Roman ist mit einem Realismus von halluzinatorischer Suggestivkraft geschrieben.« Le Figaro Paris, 1761: Als ein Polizeibeamter der Korruption verdächtig wird, betreut man den jungen Nicolas Le Floch mit dem Fall. Was als Bagatelle beginnt, wird schon bald zum Mordfall, da der verdächtigte Beamte verschwindet, und zu einem Skandal, der auch König Ludwig XV und seinen Hofstaat treffen könnte. Während die Pariser Gesellschaft sich dem wilden Treiben des Karnevals hingibt, führen Nachforschungen Nicolas Le Floch in Spielhöllen, Abdeckereien, Edelbordelle und die Verliese der Bastille. Wird er das Geheimnis lüften und den König retten? Schon der erste Band zeigt, warum die Reihe um Commissaire Nicolas Le Floch in vielen Ländern Bestseller wurden: rasante Plots, geheimnisvolle Charaktere und detailgenaue atmosphärische Beschreibungen, die uns das Paris des 18. Jahrhunderts sehen, schmecken, riechen und fühlen lassen. Meinung Ich bin ja ein großer Fan der Altmeister des Krimigenre also ist diese Serie einfach ein MUß gewesen. Als es dann ankam wurde ich nicht enttäuscht. Die Aufmachung ist einfach toll. Ein echter Glücksfund muss ich sagen. Kurios war mein erster Eindruck als ich die Innenseite aufschlug, war : das Spiel Scottland Yard. Bei näherem Hinsehen aber ist es eine Karte von Paris von 1761 mit diversen markierten Plätzen, welche bei der Geschichte eine wesentliche Rolle spielen. Sieht echt toll aus. Und ich bin von Anfang an dabei. Der Protagonist Nicholas wurde als Baby in einer Kirche in der Bretagne ausgesetzt. Aufgewachsen ist er dann beim Notar Le Floch. Den guten Namen Le Floch hat er von ihm übernommen. Danach studierte er bei den Jesuiten und betätigte sich bei seinem Adoptivvater als Notariatsgehilfe. Mit 19 Jahren und einem Empfehlungsschreiben bewirbt er sich bei der Polizei in Paris. Zu Beginn hat er es nicht leicht, da der Präfekt sehr misstrauisch und streng ist. Aber er erkennt auch schnell, das Nicholas ein echter Rohdiamant ist, loyal, ehrgeizig, klug und das gewisse Auge für den Polizeiberuf hat. Als bald bekommt Nicholas seinen ersten Fall zugewiesen. Eigentlich nichts Wildes, jedenfalls zu Beginn aber nach und nach führt der Fall zu einem Mord. Es reicht bis hinauf in die königliche Gesellschaft. Selbst der König wird bedroht. Total spannend aufgebaut! Schafft es Nicholas seinen ersten Fall zu lösen und auch König Ludwig XV zu retten? Die örtlichen Beschreibungen sind auch super toll, ein Kenner des Paris des 18. Jahrhunderts. Ich warte schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung! Ich verstehe auch absolut warum diese Reihe so erfolgreich ist. Ein Must-Read! Absolute Leseempfehlung! Fakten 480 Seiten TB 17,00 € Ebook 13,99 € Erschienen im @Blessing Verlag Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und hier: https://www.amazon.de/gp/aw/d/3896675737/ref=cm_cr_srp_mb_bdcrb_top?ie=UTF8 Ich möchte mich bei der @RandomHouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars bedanken. Dies hat keinerlei Einfluss auf meine persönliche Meinung! Ihr findet diese Rezension auch wie immer auf unserem Blog: http://ourfavorbooks.blogspot.de/?m=1

Lesen Sie weiter