Leserstimmen zu
Das Echo der Wahrheit

Eugene Chirovici

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Etwa zweieinhalb Jahre ist es jetzt her, dass der rumänische Schriftsteller Eugene Chirovici (eigentlich Eugen Ovidiu Chirovici) mit seinem Bestseller „Das Buch der Spiegel“ weltweit von sich reden machte. Auch ich habe seinen Roman damals mit Begeisterung gelesen und warte seither darauf, dass man sich daran macht, seine bis dahin bereits zahlreich erschienenen Romane ebenfalls zu übersetzen, um diese der nicht-rumänischen Leserschaft zugänglich zu machen. An seinem Vorgängerroman lobte ich seinerzeit insbesondere den Stil und den Aufbau. Und gleiches kann man in ähnlicher Form auch über „Das Echo der Wahrheit“ sagen. Der Autor teilt den Roman in 21 kurze Kapitel ein und ein nennenswerter Anteil des Romans stellt praktisch eine Geschichte in der Geschichte dar, einmal in Form der Schilderungen des Millionärs Fleischer über die Geschehnisse in den 70ern, zum anderen in Form von Tagebuchaufzeichnungen, auf die Cobb im Laufe seiner Ermittlungen stößt. Diese Art der mehr oder minder verschachtelten Erzählung hat mir schon immer gut gefallen und verfehlt auch hier ihre Wirkung nicht. Bei den Charakteren gibt es allerdings Licht und Schatten. So stößt der Protagonist Dr. James Cobb bei mir nicht auf uneingeschränkte Begeisterung. Zu viele Eigenschaften, die der Psychiater an den Tag legt, stoßen mir sauer auf. So hat er beispielsweise nach Beendigung der Sitzungen mit Fleischer nichts anderes zu tun, als in ausuferndem Maße gegen die gerade vereinbarte Verschwiegenheitserklärung zu verstoßen, auf der die Tinte seiner Unterschrift, überspitzt gesagt, vermutlich noch nicht mal trocken ist. Und das ist nicht der einzige Punkt, in dem sich Cobb in beruflicher Hinsicht unprofessionell verhält, aber das näher zu erläutern würde zu weit gehen. Aber ein Protagonist ist ja nicht unbedingt da, um ihn zu mögen. Gut, idealerweise sollte man das können, aber eine Grundvorraussetzung ist es nicht. Wenn man sich einzig auf die Frage beschränkt, ob er nachvollziehbar gezeichnet ist, dann lautet die Antowort in jedem Fall: ja. Mögen muss ich ihn ja deswegen trotzdem nicht … Die Charakterisierung der ein oder anderen Nebenfigur ist da jedoch schon deutlich spannender, findet sie doch meist über Dritte statt, die sich in ihrer Meinung zumeist diametral unterscheiden. So fällt Fleischers Beschreibung seines Kommilitonen Abraham Hale schlechter aus, als die der Nebenfigur Claudette Morel über Hale. Wie schon in „Das Buch der Spiegel“ gefiel mir diese Art der Charakterisierung sehr gut, weil man nie wirklich weiß, wer nun recht hat und wer nicht und man sich seine eigene Meinung machen kann und auch sollte. Inhaltlich kann „Das Echo der Wahrheit“ die Erwartungen ebenfalls erfüllen. Der Autor wirft einem eine Fülle von Informationshäppchen hin, von denen man manchmal nicht weiß, ob oder wann sie nochmal wichtig werden und fügt das Ganze zu einem Spannungsroman zusammen, der sich sehen lassen kann. Im Gegensatz zu diversen Krimis in denen der Täter, überspitzt formuliert, der auf Seite 78 mit einer vier Worte umfassenden Sprechrolle und in 12 Textzeilen auftauchende Berufschullehrer war, von dem vorher nie die Rede war und der nachher nie wieder auftaucht (ein rein fiktives Beispiel natürlich), und bei denen es überhaupt keinen Sinn macht, mitzuraten, wie die Auflösung für die Handlung lautet, macht dieses Mitraten bei „Das Echo der Wahrheit“ durchaus Sinn. Und Vergnügen. Denn im Grunde, so viel kann man verraten, ist alles da, was man zum Mitraten braucht. Der Autor enthält der Leserschaft keine Informationen vor, jeder Leser ist so klug wie die Charaktere. Und letztlich, weil man, wie ich, dennoch daneben gelegen hat, klatscht mit der Hand an die Stirn und ruft entsetzt: „Natürlich!“ In Summe muss man zwar konstatieren, dass Chirovicis Buch nicht ganz die Klasse seines, übrigens vollkommen zu recht, hochgejubelten Vorgängers hat. Aber wer gerne vielschichte Krimis mit vergleichweise komplexer Handlung liest, der kommt an „Das Echo der Wahrheit“ nicht vorbei. Ich danke dem Goldmann-Verlag und dem Bloggerportal für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars!

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REZENSION – Zeitgleich zu seinem Weltbestseller „Das Buch der Spiegel“ (2017) arbeitete der aus Rumänien stammende, heute in Brüssel lebende Schriftsteller Eugene Chirovici (55) bereits an seinem nun auf Deutsch erschienenen Spannungsroman „Das Echo der Wahrheit“. Wohl deshalb ist die thematische Nähe beider Werke verständlich, geht es doch in beiden Romanen um die menschliche Sicht auf Fakten und Wahrheit. Wieder geht es um einen Jahrzehnte zurückliegenden Mordfall. Wieder zeigt uns Chirovici, dass wir uns der reinen, der objektiven Wahrheit niemals gewiss sein können, wird diese doch durch unsere Erinnerungen, durch subjektive Eindrücke, im schlimmsten Fall durch den Selbstschutz unseres Gehirns verfälscht. Wo hört also Wahrheit auf, wo fängt Phantasie an? Bildet man sich als Wahrheit nur ein, was man nach Jahrzehnten als Wahrheit sehen will? Als Betroffene kennen wir demzufolge oft nur ein verfälschtes Echo der Wahrheit, wie es uns der Buchtitel verrät, wobei der Goldmann-Verlag völlig zu Recht das Wörtchen „der“ kursiv hervorgehoben hat. Denn was ist „die“ Wahrheit? Die Antwort auf diese Frage zu finden, bittet im neuen Roman Chirovicis der an Leukämie leidende Multimillionär Joshua Fleischer den New Yorker Psychiater James Cobb. Fleischer glaubt, als Student 1976 in Paris die damals von ihm angehimmelte Französin Simone ermordet zu haben, kann sich allerdings an den genauen Hergang des fraglichen Abends in der Hotelsuite, in der er sich mit seinem Studienfreund Abraham Hale und Simone aufgehalten hatte, überhaupt nicht erinnern. Wurde er tatsächlich zum Mörder? Oder war es Abraham? Cobb soll durch Hypnose die Wahrheit herausfinden, was ihm aufgrund einer starken Bewusstseinsblockade des Patienten allerdings nicht gelingt. Die Neugier des Psychiaters ist geweckt, weshalb er auch nach Fleischers baldigem Tod am Fall dranbleibt. Er lässt in Paris Polizeiakten jener Zeit auf Mord- oder Vermisstenfälle prüfen, befragt Personen, die den drei jungen Menschen damals nahestanden, fährt sogar selbst zu Nachforschungen nach Frankreich. Kaum glaubt der Leser, einen der drei Beteiligten in seinem Charakter erkannt und das Verhältnis der drei Protagonisten zueinander verstanden zu haben, wird schon in der nächsten Zeugenaussage alles nichtig und die Personen völlig anders charakterisiert. Chirovici entwirft in „Echo der Wahrheit“ ein verwirrendes Spiel mit Erinnerungen und Illusionen. Jeder Zeitzeuge schildert das damalige Geschehen aus eigener Sicht und auch zum Selbstschutz in einem völlig neuen Licht. Doch jeder Zeuge behauptet von sich, die Wahrheit zu kennen. Doch jedesmal ist am Ende wieder nichts so, wie es schien. „Tatsachen können manchmal wirklich wahr und falsch zugleich sein; denn in der Realität gibt es so etwas wie die Wahrheit und nichts als die Wahrheit nicht“, heißt es deshalb im Buch. Natürlich kommt Ich-Erzähler James Cobb schließlich doch der Wahrheit auf die Spur, die, was inzwischen kaum verwundert, wiederum ganz anders ist, als wir Leser bis dahin geglaubt hatten. Doch dem Autor gelingt es lückenlos, die verschlungenen Handlungsstränge trotz mehrfachen Perspektivwechsels so sinnvoll mit einander zu verknüpfen, dass uns auch diese Wahrheit endlich trotz der überraschenden Wendung als die reine Wahrheit logisch erscheint. Chirovicis Roman ist fesselnd geschrieben, in seiner wechselvollen Handlung immer aufs Neue packend. "Das Echo der Wahrheit“ ist dennoch kein Krimi, sondern nicht zuletzt wegen seiner psychologisch-wissenschaftlichen Aspekte ein anspruchsvoller Spannungsroman.

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Mit „Das Echo der Wahrheit“ ist Eugene Chirovici ein facettenreiches, überraschendes, vielschichtiges und beeindruckendes Buch geglückt. Der Klappentext verrät nur einen kleinen Teil der Handlung, der sich letztlich um die Dreierbeziehung zwischen Joshua, Abe und Simone in den 70er Jahren in Paris dreht. Simone stirbt bei einer Auseinandersetzung zwischen den Hauptprotagonisten in einem Hotel. Wer trägt Schuld an ihrem Tod? Ist sie überhaupt tot oder war alles nur ein Traum? Kann ein Mensch eine solche Tat oder ein solches Geschehen tatsächlich verdrängen, wie Joshua behauptet? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Aufklären soll dies der Hauptprotagonist, der Psychologe Dr. James Cobb, der selbst ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, das während der Handllung unaufhaltsam an die Oberfläche drängt. Doch nicht nur dieser tritt als Erzähler auf, sondern auch Abe und Joshua und eine weitere Freundin der beiden. Personen die zuerst sympatisch und ehrlich erschienen, werden plötzlich böse und charakterlos. Der Leser muss immer wieder hinterfragen, auf welche Seite er sich stellen möchte. Erst am Schluss kommt Licht ins Dunkel und man versteht den kunstvollen Gesamtzusammenhang. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Durch die Technik der unterschiedlichen Erzähler schafft der Autor unterschiedliche Perspektiven und damit verschiedene Wahrheiten. Der Leser kann sich hinsichtlich der Hauptpersonen nie in Sicherheit wiegen! Sind sie gut, böse, schuldig, unschuldig oder doch alles zusammen? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Dem rumänisch-ungarisch-deutschen Autor ist ein toller und leichter „amerikanischer“ Roman gelungen. Hätte ich nichts über ihn gewusst, hätte ich ihn bestimmt in New York verortet. Ein Buch, das einen förmlich in die Handlung zieht und auch mit psychologischen Finessen besticht.

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Joshua Fleischer ist 64 Jahre alt und schwer an Leukämie erkrankt, als er den Psychiater und Hypnosespezialisten Dr. James Cobb kontaktiert und ihm ein finanziell großzügiges Angebot unterbreitet. Fleischer erklärt, er möchte vor seinem Ableben noch einige Gedanken und Erlebnisse sortieren, die oberflächlich "in Vergessenheit geraten sind". Aus Neugierde macht sich der Psychiater kurzfristig auf den weiten Weg zum Landsitz seines Klienten, erfährt aber in seinen Sitzungen nur, dass der Multimillionär einen Mordfall aus den Siebziger Jahren in Paris aufgeklärt haben möchte. Während der Hypnose bleiben seine Informationen wirr und kurz nach Beendigung stirbt Fleischer wie schon vorhergesehen ohne Qualen und im Schlaf. Doch er hinterlässt dem Arzt einen Brief, der ihn mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Cobb kann nicht loslassen. Er engagiert einen Privatdetektiv, es tauchen alte Tage- und auch Notizbücher auf und somit erfährt er dabei unweigerlich Stück für Stück Tatsachen, die sowohl ihn, als auch den Leser nicht mehr loslassen... Ich bin nach dem "Buch der Spiegel" (große Leseempfehlung!!!) einmal mehr beeindruckt von dem Autor Eugene Chirovici. Er schreibt einfach wunderbar und man befindet sich auch in diesem Roman wieder in einem spannenden Labyrinth. Ein Buch, dass von Anfang an schlüssig geschrieben ist und eine wahnsinnig gut konstruierte Geschichte bei der man das Buch bis zur vollständigen Aufklärung nicht aus der Hand legen mag. Somit erneut meine absolute Leseempfehlung!

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Eugene Chirovici „Das Echo der Wahrheit“ Am Ende eines Lebens schaut man vielleicht zurück, hinterfragt sein Tun und Handeln, bereut sogar das Eine oder Andere und hat unter Umständen Manches in den tiefsten Winkeln des Unterbewusstseins vergraben. An diesem Punkt angelangt ist auch Joshua Fleischer, millionenschwer und todkrank. Immer wieder versucht er sich einer weit zurück liegenden Nacht in Paris zu entsinnen. Es war etwas geschehen in dieser Nacht damals, aber seine Erinnerungen trügen, entsprechen vielleicht nicht ganz der Wahrheit, oder doch? Dann wird er auf den berühmten New Yorker Psychiater Dr. James Cobb aufmerksam, der sich auf Hypnose spezialisiert hat. Als Dr. James Cobb die Einladung erhält Joshua Fleischer in Maine für ein paar Tage zu besuchen und diesen psychologisch zu betreuen, ist er zunächst argwöhnisch und ablehnend. Aber neugierig geworden und immer auf der Suche nach neuem Klientel, nimmt er an; außerordentlich gute Entlohnung und eine Auszeit vom Alltag machen ihm die Entscheidung leichter. Komfortabel und luxuriös in der Villa des Millionärs untergebracht, erfährt der erfolgsverwöhnte Psychiater bald, was genau man von ihm erwartet. Er soll den kranken Mann, der täglich zusehends an Lebenskraft verliert, in Hypnose versetzen, um herauszufinden, was in diesem Pariser Hotel 1976 geschehen ist. Denn Joshua Fleischer hat einen bösen Verdacht. Eine verzwickte Story, die uns der Autor Eugene Chirovici hier erzählt. Aber das kennen wir ja schon aus seinem „Buch der Spiegel“. Nach dem Zwiebelprinzip entblättert er uns die Geschichte Stück für Stück. Mit Entfernen jeder einzelnen Schale ergeben sich mehr Fragezeichen und die Verwirrung des Lesers steigt; aber auch die Spannung ist bald zum Zerreißen. „Und während ich da auf meiner Couch im Wohnzimmer lag, als einzige Lichtquelle der stummgeschaltete Fernseher, begann ich zu ahnen, dass der Ort, zu dem ich am nächsten Tag fahren würde, etwas Dunkles und Böses barg, wie ein feuchter Keller voller altem Gerümpel und schauriger Geheimnisse.“ (Seite 35) Wer an dieser Stelle nicht das Bedürfnis verspürt unbedingt weiterlesen zu müssen, dem ist nicht zu helfen. Ich zunächst war skeptisch. Die kleinen Geschichten IN der Geschichte waren verwirrend und erschienen sehr abstrus. Je näher ich dem Ende aber kam, dem Inneren der Zwiebel sozusagen, ergab sich ein Bild. Ein Bild um Erinnerungen, Wahrnehmungen, Geheimnissen und der Wahrheit. Die Frage bleibt aber, entspricht diese immer der Realität? Ein Krimi der etwas anderen Art, der durch clevere Verschachtelung und einer unglaublichen Spannung überzeugt!

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Dieses Buch hätte ich anhand des Titels und des Covers niemals in die Hand genommen. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich es nun gelesen habe, denn es ist absolut genial. Klappentext: Eines Tages macht der New Yorker Psychiater Dr. James Cobb die unerwartete Bekanntschaft des Multimillionärs Joshua Fleischer. Fleischer leidet an einer unheilbaren Krankheit und bittet Cobb eindringlich, für einige Tage zu ihm nach Maine zu kommen. Als Cobb dort eintrifft, erfährt er, dass der vom Tod gezeichnete Mann eine schwere Last mit sich trägt: Er hat Angst, in den Mord an einer jungen Frau verwickelt zu sein, mit der er vor vielen Jahren einen Abend in einem Pariser Hotelzimmer verbracht hat. Seine Erinnerungen sind aber bruchstückhaft, und deshalb soll Cobb ihm helfen, endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen. Noch kann Cobb allerdings nicht ahnen, dass damit die verdrängten Dämonen seiner eigenen Vergangenheit zum Leben wiedererwachen… Rezension: Das Buch beginnt mit einem Prolog, der im Oktober 1976 in Paris spielt und in dem wir einen jungen Mann begleiten, der schnellstmöglich aus Paris verschwinden will. Es liegt natürlich sofort die Vermutung nahe, dass es sich um Fleischer handeln muss, man bekommt aber keine weiteren Informationen. Danach gibt es einen Zeitsprung und wir befinden uns nicht direkt in der Gegenwart, sondern elf Monate davor. Cobb hält einen Vortrag über Hypnose und nach diesem tritt Fleischer an ihn heran. So kommt es nach ein bisschen hin und her dazu, dass James Cobb zu Joshua Fleischer nach Maine reist, um ihn zu therapieren. Interessanterweise spielt die Therapie dann aber gar nicht die Hauptrolle in dem Buch. Bereits nach etwas mehr als 100 Seiten und wenigen Sitzungen, wird sie ergebnislos abgebrochen und Cobb reist wieder ab. Die Geschichte lässt ihn aber nicht los, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie ihn an eigene schmerzliche Erfahrungen erinnert. So kommt es, dass er mithilfe eines ihm bekannten Privatdetektivs Nachforschungen anstellt. Er will rausfinden was damals in Paris wirklich passiert ist und inwieweit Fleischer und sein damaliger Studienfreund Abraham darin verwickelt sind. Dabei tauchen verschiedene Personen auf, die damals mit den beiden irgendwie in Kontakt standen und jeder schildert eine andere Geschichte. Somit fragt sich der Leser, genau wie Cobb, ständig was nun der Wahrheit entspricht und so bleibt es bis zuletzt spannend. Überdies hat mich der Autor auch sprachlich absolut begeistert. Durch die Ich-Perspektive von Cobb erleben wir alles durch seine Augen, was in diesem Fall extrem interessant ist. Außerdem hat er eine ganz neue Erzählweise entwickelt: Cobb gelangt an ein Tagebuch und innerhalb diesem schreibt der Besitzer das nieder, was er auf Notizblöcken eines anderen gefunden hat. Das klingt zunächst unnötig verkompliziert, ist aber so gekonnt umgesetzt, dass es das ganze nur noch spannender macht. Dazu gibt es dann am Ende noch eine geniale Auflösung, die man nicht hat kommen sehen. Die erste Andeutung darauf gab es nach circa 280 Seiten und man dachte sich, dass man nun wisse wie es ausgeht. Diese Vermutung ist dann am Ende aber doch nur halb richtig und so wird man noch ein weiteres Mal überrascht. Zudem findet auch Cobb selbst hinsichtlich seiner eigenen Vergangenheit Antworten und geht hier am Ende einen Schritt, der nicht nur das Buch in sich, sondern auch hinsichtlich des Titels perfekt abrundet. Klare Empfehlung für alle, die geschickt konstruierte Spannungsromane mögen. Eckdaten: Autor: Eugene Chirovici Verlag: Goldmann Preis: 20,00 € – Hardcover Seitenzahl: 320 ISBN: 978-3-442-31450-8 Weitere Formate: eBook

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James Cobb ist Psychiater und Buchautor, sein Spezialgebiet ist die therapeutische Anwendung von Hypnose. Nach einem Vortrag wird er von dem Multimillionär Joshua Fleischer angesprochen. Fleischer ist sterbenskrank und möchte endlich Klarheit über einen schicksalsträchtigen Abend vor Jahrzehnten in Paris, bei dem eine junge Frau ums Leben kam. Die Geschichte Fleischers lässt James Cobb nicht mehr los, aber er ruft auch die eigenen Geister der Vergangenheit hervor. Eugene Chirovoci spielt mit Leichtigkeit mit dem Leser. Das Echo der Wahrheit liest sich nicht nur süffig und äußerst komfortabel. Das Buch liest sich von Anfang an spannend und bald ist man mittendrin in dem verzerrten Tanz rund um Wahrheiten und Erinnerungen. Kaum glaubt man dem Rätsel auf der Spur zu sein dreht sich die Geschichte und man muss seine Eindrücke wieder ganz neu sortieren. Das Rätsel, was mit der jungen Französin Simone damals 1976 in Paris passiert ist, gestaltet sich dicht und undurchsichtig. Joshua Fleischer und Abraham Hale, dessen Freund und Antagonist, sind Charaktere, die nicht leicht einzuordnen sind. Abhängig davon aus welcher Perspektive über die beiden berichtet wird, nehmen sie alle Schattierungen von schwarz bis weiß und dazwischen an. Aber auch James Cobbs Rolle in diesem Roman ist vielschichtig und interessant. Das Echo der Wahrheit ist eine absolut faszinierende und merkwürdige Geschichte, im besten Sinne dieses Wortes.

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Der Psychologe James Cobb soll aufklären, was sich in der Vergangenheit von Milliardär Joshua Fleischer wirklich abgespielt hat. Fleischer ist schwer krank und liegt fast schon im Sterben, er bittet Cobb um Hilfe um im Tod seinen Frieden finden zu können. Cobb verwendet in seinen Therapien Hypnose und die soll auch in diesem Fall helfen. Fleischer will herausfinden, was sich in den 70ern in einem Hotelzimmer abgespiegelt hat, als eine junge Frau getötet wurde. Fleischer war dabei, hat aber keine Erinnerung mehr. Fazit: Was ist die Wahrheit? Was ist wirklich passiert, was ist nur unsere Erinnerung, inwieweit weichen die beiden von einander ab? Ich fand das Konzept des Romans unglaublich interessant, ein Psychologe ermittelt mit Hilfe von Hypnose in einem Mordfall. Es geht in dem Buch immer wieder um die Frage: inwieweit entspricht die persönliche Wahrnehmung tatsächlich dem, was wirklich passiert ist? Wie subjektiv alles ist, zeigt der Autor klar, indem er dieselbe Geschichte immer wieder von verschiedensten Charakteren erzählen lässt. Immer wieder hab ich mich beim Lesen gefragt: was stimmt jetzt? Wie will der Autor das bloß auflösen? Das hat mich bei der Stange gehalten. Die Auflösung hat mir allerdings nicht ganz so gut gefallen und es waren sehr viele Charaktere und Geschichten in der Geschichten, wodurch es mir nicht immer leicht gefallen ist. Alles in allem aber ein gutes Buch, das mit dem Wahrheitsbegriff spielt. 3,5/5 🌟

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