Leserstimmen zu
Bitterer Calvados

Catherine Simon

Kommissar Leblanc ermittelt (3)

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In Deauville zieht das Krimi-Festival "Mord am Meer" viele Besucher an. Sogar der gut aussehende Bestsellerautor Jean-Paul Picard hält eine Lesung und lockt damit etliche weibliche Fans an. Doch am nächsten Morgen findet man JPP tot in seiner Hotelsuite, sein letzter Calvados enthielt Zyankali. Mord oder Selbstmord? Kommissar Leblanc ermittelt in einem Umfeld von neidischen Autoren, geldgierigen Verlegern und den zahlreichen Geliebten des Autors. "Wissen sie, vorstellen kann ich mir viel, ich bin Schriftsteller, die Fantasie ist mein Beruf. Aber in Wirklichkeit einen Mord begehen? Der Hass müsste so groß sein, dass er jede Moral außer Kraft setzt." Zitat Seite 125 In diesem Krimi verschmelzen Literaturszene, Landschaft der Normandie, Esskultur und ein ruhig und besonnen ermittelnder Kommissar zu einem tollen Ganzen! Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich kann der Handlung auch ohne Vorkenntnisse wunderbar folgen. Leblanc findet schnell heraus, dass JPP nicht der perfekte Mensch war, für den ihn seine Fans hielten. Er war absolut narzisstisch, rücksichtslos und zudem unfähig, persönliche Bindungen aufzubauen. Geliebte kamen und gingen und wurden nur ausgenutzt. Bei der ausführlichen polizeilichen Ermittlung geht Leblanc jeder noch so kleinen Spur nach und findet lange Zeit nichts. Das führt auch beim Leser zu einem spannenden Mitraten und allerlei Mutmassungen. Inhaltlich wird die Literaturszene näher beleuchtet. Man erfährt, wie Bestsellerautoren aufgebaut werden und welche Konkurrenz die Bücherbranche umtreibt. Aber auch gesellschaftskritische Themen wie Polygamie oder die Problematik durch ausbeutendes Verhalten von Großkonzernen in Afrika werden inhaltlich gut mit eingebunden. Bei diesem Krimi gibt es eine ausgewogene Mischung zwischen den Ermittlungen im Mordfall und dem Pivatleben des Kommissars. Auch wenn mir Jacques Leblanc nicht unbedingt sympathisch ist, so hat er doch eine ruhige Art, die mir gefällt. Meine Heldin ist auf jeden Fall Nadine, seine Assistentin. Sie findet bei Befragungen stets den richtigen Ton, kann sich auf die Personen einstellen und durchschaut ihren Chef wie keine andere Frau. Denn der lässt sich nur zu schnell von Frauen ablenken und einwickeln. Leblanc befindet sich in einer Midlife-Crisis und verliebt sich in eine blutjunge Frau. Nur seine Liebe zum Essen stellt fast die Liebe zu den Frauen in den Schatten. In diesem Krimi wird mit vielen köstlichen Gerichten und Produkten der der Patisserie die Esskultur der Normandie vorgestellt und das passt gut zu den landschaftlichen Beschreibungen der Gegend und der einzigartigen Stimmung dort am Meer. Catherine Simon kennt sich vor Ort gut aus und vermag dieses Flair bildhaft deutlich werden zu lassen. Ihr Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Hier wird ganz ohne großes Blutvergiessen und Brutalität eine Krimihandlung beschrieben, die mit liebevoll ausgeschmückten Details nicht nur die Szenerie der Normandie ins rechte Licht rückt, sondern auch eine fesselnde Ermittlung in den Mittelpunkt stellt. Ein wunderbar entschleunigter Krimi mit dem Flair der Normandie und einer fesselnden verzwickten Ermittlung um einen Krimiautor. Absolut mein Geschmack!

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Mord am Meer macht Lust auf mehr :-)

Von: Kati aus Lahnau

04.02.2017

Das Buch von Catherine Simon entführt uns zum Krimi-Festival "Mord am Meer", welches bereits zum fünften Mal in der Normandie stattfindet. Den Organisatoren ist es diesmal sogar gelungen, den Bestseller-Autor JPP für dieses Festival zu gewinnen. Und dann geschieht das Unfassbare...der Autor wird selbst ermordet- vergiftet. War es einer seiner Fans, die ihn umschwirrten wie die Motten das Licht ? Was es gar ein Konkurrent ? Gab es bei all seinen heimlichen Liebschaften eine verschmähte Geliebte, die Rache nahm ? Kommissar Leblanc hat viel zu tun und seine Recherchen mit Kollegin Nadine sind hervorragend ausgearbeitet. Der Krimi lebt hauptsächlich durch die beiden Charaktere Leblanc und Nadine, die wundervoll ohne irgendwelche Allüren auskommen. Herrlich, einmal einen Krimi zu lesen, der, ganz ohne reißerische Aufmachung, die Dinge auf den Punkt bringt. Liebevolle Details (Erklärungen aus der Welt der Patisserie, Beschreibungen der Landschaft Frankreichs etc), tolle Protagonisten und nicht zuletzt eine tolle Handlung mit einem überraschenden Ende sorgten bei mir für Lesespaß pur. Catherine Simon ist der Beweis dafür, dass gute Krimis auch mit leisen Tönen und ohne viel Blutvergießen auskommen. Absolute Leseempfehlung !!

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Ein spannender Mordfall mit französischem Flair

Von: Sonja Kindler

02.02.2017

Inhalt: Kommissar Leblanc und seine Kollegin Nadine müssen den Mord an dem Bestsellerautor Jean-Paul Picard, genannt JPP, aufklären. Während ihrer Ermittlungen stoßen Leblanc und Nadine auf so manchen schwarzen Fleck im Leben des von den Frauen heiß umschwärmten Autors. Cover: Das Cover zeigt ein typisches, französisches Küstenstädtchen, das sofort die Sehnsucht erweckt, dort hinzureisen. Sonne, moderat bewölkter Himmel, leicht unruhige See, ein Segelboot vor Anker: All das ist ein Speiegelbild des Lebens, mit seinen Höhenund Tiefen. Was wird im Roman wohl überwiegen? Meinung: „Bitterer Calvados“ ist bereits der dritte Roman mit der Hauptfigur Kommissar Leblanc. Auch wenn man diese Bücher noch nicht gelesen hat, kann man der Handlung gut folgen. Kleine, von der Autorin eingestreute Hinweise auf die Vorgängerbücher machen höchstens neugierig. Catherine Simon hat ihren Figuren sehr unterschiedliche Charakterzüge gegeben, die einen guten Wiedererkennungswert garantieren. Allen voran Kommissar Leblanc, der so gar nicht seinen Kollegen aus Büchern und Fernsehserien entspricht. Mit ihm hat die Autorin einen liebenswerten, sympathischen Charakter erschaffen, der mal von plötzlichen Geistesblitzen, dann aber auch wieder von naiven Handlungsweisen heimgesucht wird. Er zeigt Gefühle, Launen und ist ein Mensch wie du und ich. Und er ist genau so, wie man sich einen Franzosen in seinem Alter vorstellt. Frankreich spielt in diesem Roman sowieso eine sehr große Rolle. Simone beschreibt Land, Kultur und Menschen, als wäre sie tagtäglich selbst ein Teil davon. Ihr französisches Pseudonym passt perfekt dazu. Außerdem schreibt sie in einem fantastisch flüssig zu lesendem Schreibstil mit einem Niveau, dass man selten zu lesen bekommt. Jede Einzelheit stimmt bis ins kleinste Detail. Obwohl es sich um einen Kriminalroman der ruhigeren Art handelt, wird es nie langweilig. Immer wieder wird der Leser auf die falsche Fährte gelockt, der Schluss ist überraschend. Leblanc und Nadine überzeugen mit einer sehr realistichen Ermittlungsarbeit. Das Buch selber liegt in einer äußerst guten Qualtät vor. Die Schrift hat eine sehr ansprechende Größe, Umschlag und Seiten sind stabil, sodass das Buch mehrere Lesegänge problemlos übersteht. Das Lektorat wurde sehr professionell durchgeführt. Fazit: Eine spannende Lektüre, die beweist, zum guten Lesevergnügen gehört mehr als nur Mord und Action. Das war sicher nicht mein letzter Leblanc-Krimi.

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Der charismatische Krimiautor Jean-Paul Picard wird, nachdem er das alljährlich stattfindende Krimi-Festival erfolgreich eröffnet hat, am nächsten Morgen tot in seiner Hotelsuite aufgefunden. Schon die ersten Ermittlungsergebnisse lassen den Mann in einem ganz anderen Licht erscheinen. War er wirklich derjenige für den er sich ausgegeben hat? Oder doch eher eine vom Verleger aufgebaute Ikone? Leblanc, der sich auf den Tathergang absolut keinen Reim machen kann, beginnt das Leben von Picard zu durchleuchten. Schnell zeigt sich dass dieser, moralisch gesehen, absolut nicht der Überflieger war für den ihn seine Fans gehalten haben. Im Gegenteil. Er hat seine Mitmenschen gnadenlos manipuliert und schamlos ausgenutzt. Daher ist es auch kein Wunder, dass sich Mitleid und Bestürzung über seinen Tod in überschaubaren Grenzen halten. Nachdem es zunächst so aussieht, als ob es etliche Personen aus seinem engeren Umfeld gibt, die für die Tat infrage kommen, scheidet einer nach dem anderen als Täter aus und die Ermittlungsarbeiten stecken fest. Leblanc, der sich schon immer auf sein Bauchgefühl verlassen hat, glaubt den Täter zu kennen, doch die Beweislage ist dünn und für eine Verhaftung nicht ausreichend. Aber Leblanc hat noch einen Trumpf im Ärmel… Fazit Ein ruhiger, unaufdringlicher Normandie-Krimi, in dem Spannung, Landschaftsimpressionen und kulinarischer Genuss perfekt miteinander verschmelzen.

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