Leserstimmen zu
Daphnis und Chloe

Longos

Manesse Bibliothek (15)

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Als ich die Vorankündigung zur Neuübersetzung vom griechischen Roman der Antike entdeckte, war ich ganz aufgeregt. Zum einen hatte ich zu Schulzeiten kein Latein, sodass ich Ausschnitte aus dem Buch nicht übersetzen musste, und zum anderen war mir die Geschichte auch im Großen und Ganzen fremd. Des Weiteren sollte ich erwähnen, dass ich mich bei dem unglaublich schönen Cover schockverliebte. Nun, was soll ich sagen, ich brauchte das Buch unbedingt. Bis zum heutigen Tag bin ich ganz berauscht von dieser Erscheinung und dem Inhalt. Aber warum? Daphnis und Chloe sind Findelkinder, die von zwei Hirtenfamilien aufgenommen und großgezogen werden. Sie wachsen umgeben von viel Natur auf der Insel Lesbos auf und lernen sich bereits in frühen Jahren lieben. Diese Liebe reift zusammen mit den Früchten der Landschaft, und Daphnis und Chloe geben sich nach und nach der Leidenschaft, der körperlichen Anziehungskraft hin. Liebespraktiken werden versucht von der Tierwelt zu übernehmen, denn darin fühlen sie sich noch sehr unerfahren und unbeholfen. Was folgt ist die Erkundung der Natur und der Liebe. Longos, der seine Inspiration zur Geschichte aus einem Gemälde entnommen hat, schreibt poetisch wunderschön. Ich bin tatsächlich überfordert irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, da ich dieser Schrift in keiner Weise gerecht werden kann. Nach den ersten Seiten legte ich das Buch neben mich und seufzte. Wie ist es möglich, dass Worte, die bloße Sprache einen zu Tränen rührt? Sie ist so rein und unbefleckt, wie die Liebe von Daphnis und Chloe, und die Natur, die sowohl die Insel als auch den Leser verzaubert. „Sie setzte ihm sorgfältig den Kranz auf das Haupt und küsste sein Haar, das ihr prächtiger vorkam als die Veilchen.“ Prächtiger als die Natur? Ja, hier scheint die Liebe kaum in Worten fassbar zu sein, und doch ist sie für den Leser zu jeder Zeit greifbar, existent. Bevor ich mich nun in Gänze um Kopf und Kragen „rede“, fasse ich es kurz: Kauft das Buch! Lest es, wenn ihr es noch nicht kennt. Kurt Steinmann hat mit seiner Neuübersetzung ganz Großes geleistet. „Man tut wohl, es alle Jahre einmal zu lesen.“ Und wie so häufig, kann ich Johann Wolfgang von Goethe nur beipflichten. Einfach wunderbar!

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