Leserstimmen zu
Das Buch vom Meer oder Wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen

Morten A. Strøksnes

(19)
(6)
(3)
(1)
(0)
€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Der Titel hätte nicht passender gewählt sein können: „Das Buch vom Meer“ oder „Wie zwei Freunde im Schlauchboot auszogen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen“ von Morten A. Strøksnes, bringt die zwei Hauptthemen des Buches auf den Punkt. Zum einen wäre da die Erzählung darüber, wie der Autor mit seinem Freund Hugo versucht einen Eishai in den Lofoten zu fangen. Mit Hilfe verschiedener Köder, verschiedener Boote und zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten. Zum anderen bekommen wir einen Einblick in die unglaubliche Geschichte und Artenvielfalt des Meeres geboten. Wer hier einen Roman erwartet, wird entweder enttäuscht oder aber positiv überrascht. Fließend gelingt es dem Autor, zwischen Erzählung und geschichtlichen, oder auch wissenschaftlichen, Fakten zu wechseln und er meistert dabei den Spagat zwischen Erzählung und Sachbuch. Klappentext: Zwei Freunde in einem kleinen Boot, die sich einen lang gehegten Traum erfüllen: Aus den Tiefen des Nordatlantiks wollen sie einen Eishai ziehen, jenes sagenumwobene Ungeheuer, das sich nur selten an der Oberfläche zeigt. Während sie warten, branden wie Wellen die Meeresmythen und Legenden an das Boot, und Morten A. Strøksnes erzählt von echten und erfundenen Wesen, von Quallenarten mit dreihundert Mägen, von Seegurken und Teufelsanglern. Von mutigen Polarforschern, Walfängern und Kartografen und natürlich vom harten Leben an arktischen Ufern, vom Skrei, der vielen Generationen das Überleben auf den Lofoten sicherte, von der Farbe und dem Klang des Meeres. Eine salzige Abenteuergeschichte über die Freiheit und das Glück, den Naturgewalten zu trotzen – und ein atemberaubendes Buch, das uns staunen lässt über die unergründlichen Geheimnisse des Meeres. Der Autor schafft es, sein Wissen über das Meer, dessen außergewöhnliche Flora und Fauna, den Fischfang in Norwegen, alten Sagen und vielem mehr, so geschickt in die Erzählung einzufügen, dass man erst nach einer Weile merkt, wie man sich plötzlich nicht mehr in einem Boot auf dem Fjord befindet, sondern eingetaucht ist – in das Meer. Da ich vor kurzem erst eine Dokumentation über die Lebewesen der Tiefsee geschaut habe, konnte ich mir vieles bildlich und lebhaft vorstellen und wusste wie die verschiedenen Fische aussehen, über die Strøksnes schreibt. Zum Beispiel der Fisch, der mit seinen Flossen, wie auf Beinen, über den Meeresgrund läuft. Mit seinen Ausflügen in die Wissenschaft und die Geschichte, rückt die Erzählung über die Jagd des Eishais oft in den Hintergrund. Doch auf dem Meer bleibt schließlich viel Zeit zum nachdenken, sobald der Köder ausgeworfen wurde und man nur noch warten kann. Fazit: Das Buch heißt nicht umsonst „Das Buch vom Meer„. Hier steht weniger die Erzählung, die in der Ich-Perspektive geschrieben wurde, im Vordergrund, sondern die Faszination des Meeres. Während wir dabei sind, wie Hugo zusammen mit seiner Frau Mette eine alte Fischfabrik auf der Insel Skrova in Schuss bringt und die zwei Freunde sich weder von schlechtem Wetter, noch von Rückschlägen entmutigen lassen einen Eishai zu fangen, rücken immer wieder Fakten über den Fischfang in der Vergangenheit, den Walfang, Tiefseeforscher, oder auch Mythen von Meeresungeheuern in den Fokus. Äußerst interessant und packend geschrieben. Manche Themen waren mir allerdings etwas zu ausführlich und hätten für meinen Geschmack kürzer gefasst werden können. So war es für mich kein Buch, dass ich lange am Stück lesen konnte, sondern mir in kleineren Häppchen gegönnt habe. Zur Aufmachung ist zu sagen, dass ich richtig begeistert bin. Heutzutage hält man nur noch äußerst selten in Leinen gebundene Bücher in den Händen und das Cover-Design tut sein Übriges. All diejenigen, die schon in den Lofoten waren, oder sich gerne hin träumen möchten, die, die das Meer und die Seefahrt lieben, werden große Freude an diesem Buch haben.

Lesen Sie weiter

Zum Buch: Dieses sehr schlichte, dennoch auffällige Cover hat mich neugierig gemacht. Der Einband ist aus einer Art Leinen überzogen und ein übergroßer Hai setzt sich in den Vordergrund ab. Im Inneren des Buches fand ich auf jeder Seite Illustrationen - die Wellen des Meeres. Die Kapitelzahlen sind in Form des Hais vom Cover verziert. Meine Meinung: "Das Buch vom Meer" ist das neunte Buch von Morten A. Strøksnes, der bereits einige Preise mit seinen Werken gewonnen hat. In Norwegen wurde sein aktuelles Buch zum Nr. 1. Besteller. Mir wurde der Titel im Rahmen der "Buchflüsterer-Aktion" von buecher.de zur Verfügung gestellt und war neugierig auf das, was mich erwarten würde. Zwei Freunde aus alten Zeiten haben sich als Ziel gesetzt einen Eishai auf traditionelle Weise zu fangen. Das ist sich allerdings gar nicht so leicht. Zwischen stinkenden, verwesten Ködern und kalter, rauer See, erzählen die Freunde von vergangenen Stories, aber auch über das Meer, von der Entstehung des ersten Lebens, bishin zum Überleben in der Tiefe. Aus der Ich-Perspektive schreibt der Autor einen flüssig zu lesenden Text. Die ersten Seiten des Buches las ich mit Begeisterung. Mit der Zeit schwenkte meine Euphorie in Langeweile und in uninteressanten Erzählungen ab. Ich fand es wissenswert, etwas über die Tier- und Pflanzenwelt des Meeres zu erfahren, allerdings gab es einige sehr ausschweifende Erzählungen, die weit in die Geschichtsepoche hineinreichen. Über bekannte Seefahrer oder andere geschichtliche Personen wurde berichtet, was mich einschläferte. Die Abenteuer der Freunde dagegen wurden spannend erzählt, und waren insgesamt zu weit in den Hintergrund gerückt. Den beiden Protagonisten kam ich nicht näher, was aber auch nicht schlimm war. Die Freunde sind sogesehen nur eine Einleitung zu den sachlichen Erklärungen und Geschichten. Stilistisch gesehen ist die Mischung aus einer abenteuerlichen Geschichte und dem lehrreichen Material sehr gelungen. Die Ableitungen von einer Erzählung in die Nächste mit objektiven Berichten wurden optimal umgesetzt. Am Ende des Buches fand ich eine Auflistung zu Fakten und weiteren Hintergrundinformationen, passend zu einzelnen Passagen im Buch. Ich möchte dieses Buch an Leser empfehlen, die das Meer genauso lieben wie der Autor Morten A. Strøksnes selbst, der mit Leidenschaft darüber berichtet. Wer keinen Draht zum Meer, den Lebewesen und der Seefahrt besitzt, wird meiner Meinung nach, wie ich selbst, nur bedingt hingerissen sein von diesem Sachbuch. Häppchenweise gelesen kann ich mir vorstellen, dass es mehr zusagt, als an einem Stück gelesen. Fazit: "Das Buch vom Meer" von Morten A. Strøksnes erzählt in einer Mischung aus Abenteuer und Sachbuch über das Meer. Für Liebhaber der Meere, der Seefahrt und die mehr über Flora und Faune erfahren möchten. Morten A. Strøksens gibt seine Leidenschaft der Unterwasserwelt an den Leser weiter. ~ lehrreich ~ abenteuerlich ~ mystisch und poetisch angehaucht

Lesen Sie weiter

Nein, ein Hai ist keine Nadel, aber auch das Meer ist größer als ein Heuhafen. Hier einen seltenen und eher tief schwimmenden Eishai zu erwischen, ist schon eine Leistung. Da geht man nicht eben mal raus zum Angeln. Da sind Pläne zu machen, Ausrüstung zu besorgen und viele Wochen über das Jahr verteilt freizuhalten, um wieder an die Stelle hoch im Norden zu fahren, wo der Eishai das Wasser kreuzt. Warum man so einen alten Gesellen fangen will – die Tiere können, neuesten Untersuchungen zufolge sogar 400 Jahre alt werden – bleibt seltsam ungreifbar, zumindest für mich – Angeln gehört bei mir eher in die Rätselecke. Aber gut. Es gilt einen seltenen Fisch zu fangen und anbei so einiges über die Meere zu hören, da bin ich dabei, ohne mich um szenische Details allzu viel zu kümmern. Angekündigt wird „Das Buch vom Meer“, der Erstlingsroman des norwegischen Wissenschaftsjournalisten Morten A. Strøksnes als Sehnsuchtsepos, Abenteuergeschichte und Sachbuch von herausragender literarischen Qualität. Es ist schön in einen Leinenumschlag verpackt und hat ein handliches Format auch für Menschen wie mich, mit eher kleinen Flossen (und ja! auch das lernen wir: Der Mensch kommt aus dem Wasser – kann aber froh sein, dass er nicht wieder zurück muss – Wer will schon einem Hai begegnen?) Große Töne, ein gut gemachtes Objekt, aber leider kein guter Text. Die Rahmenhandlung – zwei Männer in einem Boot – ist zu dünn, der Parcours durch alle möglichen Wissensgebiete rund um das Meer und um die Landschaft oben in Norwegen zu geschäftsmäßig abgespult, als dass irgendein Rhythmus entstünde, geschweige denn eine Verbindung zwischen beiden Textsträngen. Natürlich gibt es auf dem Wasser brenzlige Situationen, die eine gewisse Spannung erzeugen – von der eigentlichen Frage einmal abgesehen, ob die Freunde überhaupt einen Hai erwischen. Strøksnes versteht es durchaus, die Landschaft unter dem wechselnden Wetter zu beschreiben, er macht mir zumindest den Mund wässrig mit dem einen oder anderen Fischgericht, das abends zubereitet wird und wartet sogar mit einem veritablen Alptraum auf. Aber es fügt sich keine der geschilderten Ereignisse zu einer Erzählung. Fast noch schwieriger zu lesen, weil in zu großem Tempo und in einer oft wie willkürlich aneinander gereihten Folge kommen die Sachinformationen daher. Das Meer ist groß und fremd. Es leben unendlich viel mehr Wesen dort, als auf den Kontinenten, kaum etwas davon ist bekannt. Wir tappen regelrecht im Dunkeln, obwohl es im 19. Jahrhundert langsam losging mit der Meeresforschung. Es folgt ein kurzes Referat über die Challenger-Expedition. Danach hat ein Hochlandrind seinen Auftritt, wir hören die Familiengeschichte des Freundes, mit dem Strøksnes sein Angelabenteuer bestreitet, und damit auch etwas über die Fischerei im Norden Norwegens, um dann wieder in die weitgehend unbekannten Tiefen der Meere zu tauchen. Die Landschaften dort werden beschrieben, die Dunkelheit der Tiefsee und die verschiedenen Ausformungen biolumineszierender Lichter. Und endlich der Eishai. Gleich dreimal wird uns erklärt, dass er nicht sehen kann, weil seine Augen von Parasiten zerfressen sind. Ganz schön eklig, geradezu unsympathisch diese ersten Auftritte, der dann ganz kippt, als sich Strøksnes in den Hai zu versetzen sucht. Darth Vader ist nix dagegen, der Weiße Hai schon gar nicht. Wenn es das Böse im Meer gibt, dann ist es der Eishai: „Die dunkle kalte Tiefe ist seine Welt, dort unten gleitet er dahin, langsam und lautlos wie eine Maschine aus Fleisch, mit Giftstoffen im Speck, im Blut und in der Leber, mit fast blinden Augen, aus denen Parasiten hängen, lange Larven, die den Augapfel durchbohren. Sein einziges Bestreben ist die Aufrechterhaltung und Weiterführung seiner Existenz, er empfindet wohl kaum Gefühle wie Freude und Trauer, und auch kaum Schmerz. (…) Und jede Paarung ist eine brutale Vergewaltigung.“ Nicht, dass ich große Sympathien für Haie hege. Aber das geht mir zu weit. Immerhin gibt der Autor zu, dass die meisten Menschen an Wespenstichen sterben (ich würde eher auf Mücken tippen, bin aber zugegebenermaßen nicht vom Fach). Die Faszination für ein Lebewesen, das gleich mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben kann, kommt mir doch sehr zu kurz. Vielleicht wäre es auch interessanter, über den unendlich weiträumigen Lebensraum dieser Tiere nachzusinnen oder eben über die Frage, wie sich Zeit in so einem Organismus niederschlägt oder wie sie wahrgenommen wird – und vielleicht mögen Fische ja auch harten Sex? Ja, aber es geht munter weiter: Wale werden uns vorgestellt, mit allem was sie können oder auch nicht, die Umweltverschmutzung kommt zur Sprache, der Plastikmüll, die akustische Verpestung der Meere und der Klimawandel, der die Tiere zum Wandern in andere Regionen zwingt, nicht zuletzt die Überfischung der Ozeane. Ein Tintenfisch wird uns wie eine moderne Mehrzweckwaffe geschildert, dann geht es zur griechischen Mythologie, zu den Tiefseevulkanen und den ersten Meereskarten. Ach, halt! Möchte ich rufen und den Autor bitten, sein Wissen noch einmal anders aufzufädeln. Denn ist es nicht so, dass im Meer wirklich alles mit allem zusammenhängt? Könnte man aus den einzelnen Geschichten und den beiden Textsträngen nicht doch eine Art Netz weben, das alles und jedes, was da vorkommt wirklich zusammenhält? Einmal noch wird die Rahmenhandlung am Ende interessant, da, wo die beiden Männer sich merklich auf die Nerven gehen und Streit in der Luft liegt. Hier passiert denn auch endlich mal was, aber nur kurz, dann geht es noch mal aufs Meer und dann ist Schluss. Tolles Thema, tolle Idee, nur eben die Ausführung liest sich wie eine erste Anordnung, nicht wie ein fertiges Buch. Es gab viele Passagen, die mir gefallen haben, manches habe ich dazu gelernt, wobei ich doch erstaunlich vieles fand, was ich schon wusste. Beim Lesen fühlte ich mich zu oft als Passagier auf einem Touristenschiff, wo der Kapitän die ewig gleichen Fakten an den ewig gleichen Stellen vorträgt, statt in einer Geschichte. Der Einfall, Fakten in eine Story zu packen ist natürlich nicht neu – vor allem im Kinderbuchsektor hat er Erfolg. Das meine ich nicht abwertend. Denn was Kinder mögen, kann für Erwachsene nicht falsch sein. Insofern bin ich schon gespannt auf das nächste Buch von Morten A. Strøksnes. Für das Rezensionsexemplar ein herzlicher Dank an Random House. Morten A. Strøksnes: Das Buch vom Meer – oder wie zwei Freunde im Schlauchboot ausziehen, um im Nordmeer einen Eishai zu fangen, und dafür ein ganzes Jahr brauchen. DVA 2016.

Lesen Sie weiter