Leserstimmen zu
Zeit der großen Worte

Herbert Günther

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Nach den ersten Seiten des Buches war ich zunächst eher weniger überzeugt, da man sehr wenig über die Figuren erfährt und sie eher eintönig wirken. Im Verlauf der Handlung habe ich allerdings gemerkt, wie wichtig das an einigen Stellen ist und wie schwer man sich in die Soldaten hineinversetzen kann und so noch weniger die Gedanken und Gefühle dieser aufzuschreiben ohne selbst so etwas erlebt zu haben. Wobei am Ende des Buches, wo auch der Krieg vorbei ist, alle ihre Gefühle rauslassen und um die gefallenen Soldaten trauern. Obwohl ich finde, dass der Schreibstil recht simpel gehalten ist, ist dieses Buch auf keinen Fall ein Buch für zwischendurch. (Man sollte aber literarisch kein Wunderwerk erwarten, ich finde allerdings, dass der simple Stil wiederum an einigen Stellen auch gut zur Handlung passt). Ich habe immer ein wenig gebraucht, um mich wieder einzulesen und habe auch zwischendurch immer mal wieder Pausen gemacht um einfach über das gelesene Nachzudenken. Vor allem fand ich es beim lesen sehr interessant die verschieden Ansichten zum Krieg zu erfahren, wie den nahezu euphorischen Großvater im vergleich zu Paul, der jegliche Art von Kriegsdienst verweigert. Da das Buch in chronologisch richtiger Reihenfolge geschrieben ist, und gut recherchiert ist, erhält man einen großen Überblick über das Geschehen während des 1. Weltkriegs. Dazu kommt auch noch ein Anhang, mit allen zusammengefassten Fakten und Daten. Es ist auch ein guter Gegensatz zu "Im Westen nichts neues", wo ein Soldat von der Front der Protagonist ist, während hier der Verweigerer Paul aus der Bevölkerung berichtet. So kann ich das Buch jedem Interessierten empfehlen, allerdings sollte man sich auf jeden Fall Zeit zum lesen nehmen und offen und bereit für die Geschichte sein.

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Der Einstieg in «Zeit der grossen Worte» fiel mir sehr leicht. Die Anzahl der Figuren ist überschaubar und deren Absichten auch. Genaugenommen ist das einer meiner grössten Kritikpunkte: die Figuren sind sehr eindimensional und man erfährt kaum etwas über sie. Das liet sicher auch am eher geringen Umfang des Buches. Besonders die Hauptfigur Paul ist noch eher jung und dementsprechend auch ein wenig naiv. Das wird vom Autor dazu verwendet, dem Leser klare Botschaften zu senden. Ziemlich das Gegenteil von dem «Show, Don’t» Tell Prinzip. Obwohl Paul kontinuierlich älter wird, während die Geschichte fortschreitet, spürt man erst ganz zum Schluss, dass er erwachsener ist. Tatsächlich schaffte es das Ende, die Emotionen und Figuren spürbar werden zu lassen, etwas was in meinen Augen das ganze Buch lang eher gefehlt hatte. Nichtsdestotrotz ist «Zeit der grossen Worte» sehr flüssig geschrieben und, da es auch nicht besonders lang ist, schnell weggelesen. Ich würde es als Einstieg für Jugendliche in Geschichten über den ersten Weltkrieg empfehlen. Der Vergleich mit «Im Westen nichts Neues» drängt sich auf, da beide Bücher den Verlauf des Ersten Weltkriegs beschreiben, Paul Bäumer von der Front aus, Paul Hoffmann vom zivilen Leben. Ich denke beide Geschichten ergänzen sich ganz gut.

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