Leserstimmen zu
Verfolgung

David Lagercrantz

Millennium (5)

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MEINE MEINUNG: Nach meinem Geschmack hat mir die Thematik in Verfolgung besser gefallen als in dem Vorgängertitel Verschwörung. Lisbeth Salander sitzt eine kurze Gefängnisstrafe ab und erfährt etwas Neues über ihre schwere Kindheit. Sie bittet Mikael Blomkvist um Hilfe bei der Recherche. Er hilft gerne, da Lisbeth ihm am Herzen liegt, ohne genau zu wissen, was er eigentlich herausfinden soll und worauf er letztendlich stoßen wird. Gleichzeitig hat Liesbeth aber auch andere Probleme, eine berühmt-berüchtigte Schwerstkriminelle hat sie im Visier. Sie sitzen im selben Gefängnis und Lisbeth kann gar nicht anders, als sich mit Benito anzulegen. Diese will natürlich Rache nehmen … Der Inhalt war in diesem Buch recherchelastig und weniger actionreich als der Vorgänger. Die ganze Geschichte, die dabei aber aufgerollt wird und ans Licht befördert wird, ist wirklich sehr interessant und hat mich an die Seiten gefesselt. Da hat sich David Lagercrantz wirklich etwas Außergewöhnliches überlegt und auch emotional war ich voll dabei. Die neu eingeführten Charaktere ließen mich mitfiebern und beinahe bis zum Ende habe ich mit einem ganz anderen Ausgang gerechnet. Irgendwann erreicht die Handlung ihren Höhepunkt und hier kommt dann die gewohnte Action ins Spiel. Spannung war also dauerhaft gegeben. Auch die beiden verschiedenen Handlungsstränge sorgen für Abwechslung, genau wie die Perspektivenwechsel zwischen den Beteiligten. Was ich dabei auch besonders schön fand war, dass jede Figur ihre eigene Einführung bekommt und ihre Geschichte immer wieder Stück für Stück erzählt wird. So kam ich den Charakteren nahe, konnte sie kennenlernen und mir mein eigenes Bild machen. Die beiden Handlungsstränge sind sehr gut miteinander verwoben. Ich kam beim Lesen sehr schnell voran, was an dem wunderbaren Schreibstil lag. Auch die Protagonisten haben mir hier wieder sehr gut gefallen. Seit Buch eins bin ich ein großer Fan von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Man bekommt bereits im ersten Band einen tollen Einblick in das Leben der Charaktere und die Protagonisten werden sehr bildhaft beschrieben. In Buch fünf trifft man auf genau diese Charaktere, alles ist stimmig, obwohl das zu Beginn meine größte Sorge war. FAZIT: Ich kann an diesem Roman nichts Schlechtes finden. Die Handlung konnte mich voll und ganz abholen, in einem Rutsch war es leider schon vorbei. Ich konnte diese Geschichte nicht mehr aus der Hand legen und war mal wieder begeistert von dem Verlauf der Geschichte und den überraschenden Wendungen mit denen ich nicht gerechnet habe.

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Verfolgung von David Lagercrantz ist der zweite Band der neuen (vorher war Stieg Larsson der Autor) Millenium Triologie. Nachdem dieser verstarb hat David Lagercrantz Lisbeth Salander und ihre Leute „weiterleben“ lassen. Erschienen im Heyne Verlag erlebt ihr auf 476 Seiten eine weitere Geschichte von Lisbeth, ihren Verfolgern, Michael Blomkvist, Holger Palmgren und Co. Da ich den ersten Teil der neuen Millenium Triologie noch nicht gelesen habe und die anderen Bände schon Jahre her sind, wusste ich anfangs nicht genau, warum Lisbeth im Gefängnis ist und wie der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Charakteren ist. Ein kurzer Blick ins Internet hat mich dann aufgeklärt und dann konnte es wieder losgehen. Ich brauchte nur wenige Seiten um wieder „drin“ zu sein, mitzufiebern und zu hoffen, dass die Guten gewinnen und die Bösen verlieren. Puh, spannend war es bis zum Schluss und nein, ein Ende war in der Mitte des Buches noch nicht absehbar (Gott sei Dank). Für mich war das Gelesene schlüssig, nicht an den Haaren herbeigezogen, gut recherchiert und ich habe so einiges über die Zwillingsforschung und diverse Narkosemittel erfahren.

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David Lagercrantz läuft in diesem Roman nicht nur zur bisherigen Höchstform auf, sondern löst auch manches unbeholfen wirkende Element aus dem Vorgänger elegant auf (Stichwort: Zwillingsschwester(n)). Ob das ausführlich geplant war oder die eingefleischten Larsson-Fans beruhigen soll ist eigentlich egal. In jedem Fall macht es dieses Buch spürbar besser als das letzte und Lust auf mehr. Lisbeths Aufenthalt im Gefängnis sorgt für allerhand spannende Konflikte, während sich Mikael Blomkvist wieder im gewohnten Umfeld seiner Enthüllungsstorys bewegt. Die zentralen Probleme beider Helden verweisen vor allem auf zwei Themen: Einmal mehr nehmen sich Angehörige der gesellschaftlichen Elite Freiheiten heraus, die unter dem Deckmantel moderner Wissenschaft auch Missbrauch und Zwang beinhalten. Zum anderen wird die offene schwedische Gesellschaft mit den Abgründen anderer Kulturkreise konfrontiert, die auch in einem sich für aufgeklärt haltenden skandinavischen Land noch Anhänger finden. Gerade die deterministische, oft links der politischen Mitte verortete Sozialisierungsforschung, laut der der Mensch mit den richtigen äußeren Einflüssen alles mögliche sein kann, steht hier auf dem Prüfstand. Das und die Hinterfragung extremistischer Tendenzen und deren mögliche Begünstigung in offenen Gesellschaften rüttelt an den Grundfesten des schwedischen Selbstverständnisses. Vielleicht war es nicht das schlechteste, mit David Lagercrantz einen gelernten Journalisten für die Fortsetzung der Reihe zu verpflichten, der nicht nur glaubwürdig recherchiert, sondern auch das gewisse investigative Gespür mitbringt, das sowohl den Vater der Reihe, als auch seine populäre Schöpfung Mikael Blomkvist auszeichnet(e). Netterweise verkompliziert Lagercrantz seine Thesen nicht zu einem verkopften Feuilleton-Liebling, sondern vergisst auch die Spannung nicht zu oft. Im ersten Drittel muss man sich noch zwischen allerhand Personen und Situation zurechtfinden, danach kommt die angekündigte finstere Verschwörung immer mehr zum Zug. Spätestens in der zweiten Hälfte ist "Verfolgung" wieder der packende Thriller, den man sich von der Marke Stieg Larsson zu Recht erhoffen darf. Zugegeben - einige der pragmatischen Aufräumaktionen der Verschwörer und die Verstrickungen in Richtung Unterwelt erinnern stark an die ursprüngliche Trilogie, während die wirklich neuen Ideen eher in der Grundidee der zentralen Verbrechen stehen. Für einen Unterhaltungsroman mit einem nicht allzu stark übertriebenen Szenario ist "Verfolgung" trotzdem gut gelungen und könnte selbst Kritiker des Vorgängers überzeugen. Originaltitel: "Mannen som sökte sin skugga" ("Der Mann, der seinen Schatten suchte")

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Verfolgung von David Lagercrantz (Millenium Band 5) nach Stieg Larsson Ich bin ein großer Fan der Stieg Larsson-Reihe und war unheimlich gespannt auf die Fortsetzung der Reihe durch David Lagercrantz. Unbestritten ist, dass es sehr schwer sein dürfte, Stieg Larsson das Wasser zu reichen, aber die Geschichte von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Zum Inhalt: Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin Faria Kazi, gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Dies ruft plötzlich alte Feinde auf den Plan, die Holger Palmgren in große Gefahr bringen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einem Finanzanalysten aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer schärfer werdenden Attacken von Benito und ihrer Gang entgehen? Mein Eindruck: Bereits zu dem vierten Band der Millenium-Reihe, fortgeführt durch Lagercrantz, gab es viele Stimmen, die sich mit dem neuen Autor dieser grandiosen Geschichte nicht anfreunden konnten. Da ich hier aber über Band fünf berichte, kann ich aus meiner Sicht sagen, dass die Geschichte von Beginn an für mich keinen Unterschied zu Stieg Larsson machte. Lagercrantz hat es geschafft, die Figuren, wie Larsson sie erschuf in ihren Eigenarten beizubehalten. Lisbeth Salander ist wie üblich wortkarg, eigenbrödlerisch und ein absolutes Genie, die dies auch in dieser neuen Geschichte unter Beweis stellt. Mikael hingegen hat leider in diesem Band eine etwas kleinere Rolle gefunden, was ich sehr schade finde. Hier fehlte es etwas an Einsatz und Spannung, was jedoch seine Fähigkeit zu kombinieren und aufzudecken nicht schmälerte. Die Idee dieser Geschichte ist äußerst interessant und sie nimmt den Leser auf eine Reise voller Verschwörungen und Vertuschung und Versagen staatlicher Behörden mit, die ein unglaubliches Geheimnis aufdecken, das insbesondere Lisbeth Salander betrifft. Ich habe dieses Buch in zwei Tagen förmlich verschlungen, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Spannung wurde von Beginn an sehr hoch angesetzt und bis zum Ende bewahrt. Für mich ist Lagercrantz ein ausgesprochen kompetenter und würdiger Nachfolger für die Millenium-Reihe und das Buch kann ich uneingeschränkt und voller Begeisterung empfehlen. Zu dem Buch: Heyne Verlag Verlagsgruppe Random House ISBN 978-3-453-27099-2 Erschienen September 2017

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Brilliant

Von: Buchwahn

25.03.2018

Lisbeth Salander sitzt eine zweimonatige Haftstrafe im Sicherheitstrakt des Frauengefängnisses Flodberga ab. In dem sie einen Jungen versteckt hielt, behinderte sie die Polizeiarbeit. Dass sie das Kind dadurch vor seiner Ermordung bewahrte, scheint völlig irrelevant zu sein. Als sich Benito, der Schrecken des ganzen Traktes - vor ihr weichen sogar die Vollzugsbeamten zurück - an der hübschen Faria Kazi vergreift, beschließt Lisbeth dem Terror ein Ende zu setzen. Währenddessen erreichen Holger Palmgren, Lisbeths Mentor, Unterlagen, die neues licht auf die Missstände ihrer Vergangenheit werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist um Mithilfe. Verfolgung, geschrieben von David Lagercrantz und erschienen im Heyne-Verlag ist der fünfte Teil der Millennium. Der Spannungsbogen wurde, wie in den vorangegangenen Teilen hoch angesetzt und von Anfang bis Ende oben gehalten. Der Leser erfährt noch mehr von Lisbeths Vergangenheit und kann sich vollkommen in die Geschichte sowie in deren Ereignisse hinein versetzten und mitfiebern. Manchmal wurde mir erst bewusste, dass ich vor Spannung und Aufregung schon eine ganze Weile den Atem angehalten habe, als ich wieder nach Luft schnappen musste - so vertieft war ich in das Buch. Der Autor glänzt durch seinen flüssigen Schreibstil und die bildlichen Darstellungen der Geschehnisse. Die Protagonisten Salander und Blomkvist wirken sympathisch und - durch die ihnen verliehene Tiefe - realistisch und lebendig. Lagercrantz wurde Stieg Larsson mit dieser Fortsetzung in allem gerecht. Fazit: Die Brillianz dieses Thrillers lässt sich gar nicht wirklich in Worte fassen ohne zu spoilern. Man muss es einfach selbst gelesen und erlebt haben.

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Verfolgung

Von: Bücherzauber

03.03.2018

Allgemeine Infos Titel: Verfolgung Autor: David Lagercrantz Verlag: Heyne Seiten: 481 Preis: 22,99€ ISBN: 9783453270992 Worum geht's? Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einem Finanzanalysten aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer schärfer werdenden Attacken von Benito und ihrer Gang entgehen? Meine Meinung: Verfolgung ist der 5. Teil der Millennium-Reihe den man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Ich habe die ersten vier Teile nicht gelesen und kam super mit der Geschichte klar. Der Autor David Lagercrantz hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Auch die bildlichen Beschreibungen der einzelnen Szenen machten das Buch umso spannender. Mich fesselte das Buch bereits von der ersten Seite an und auch die Spannung blieb bis zur letzten Seite. Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. In der Geschichte wird der Leser öfters mit der Vergangenheit konfrontiert, so konnte man sich über die Geschehnisse ein besseres Bild machen. Die Hauptprotagonisten waren mir sehr sympathisch, umso leichter lies sich die Geschichte lesen. Salander und Blomkvist sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin schon auf den sechsten Teil gespannt. Der einzige kleine Manko ist, dass manchmal über trockenen Börsenstoff geredet wurde. Allerdings störte das auch nicht weiter. Fazit: Was soll ich noch sagen? Ein Buch mit hoher Suchtgefahr. Ein spannender Thriller den man nicht weglegen möchte, die Spannung bleibt bis zur letzten Seite. Ich kann es jedem empfehlen. Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sternen.

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Es ist vielleicht DAS Markenzeichen einer der wohl ungewöhnlichsten und bemerkenswertesten Charaktere im Thriller-Genre, dennoch war es auch nach vier Büchern immer noch ein Mysterium: das überdimensionale Drachen-Tattoo auf dem Rücken von Lisbeth Salander, der Kult-Hackerin aus Stieg Larssons unglaublich erfolgreicher „Millennium“-Reihe – dabei gab eben jene Tätowierung dem ersten Band in der englischen Fassung sogar seinen Namen („The Girl With The Dragon Tattoo“). Was der Schöpfer der Geschichten sich tatsächlich zu diesem Tattoo und seiner Bedeutung gedacht hat, wird nach dem viel zu frühen Tod Stieg Larssons vielleicht immer ein Rätsel bleiben, sein Landsmann und Nachfolger David Lagercrantz hat sich für seinen zweiten Millennium-Roman nach „Verschwörung“ aber genau diese Frage nach der Entstehung und dem Sinn des Drachenmotivs gestellt und diese zum Aufhänger für den insgesamt bereits fünften gemeinsamen Fall des Duos Lisbeth Salander/Mikael Blomkvist gemacht. Dieser beginnt für Lisbeth zunächst einmal in der Frauenhaftanstalt Flodberga, wo sie nach den Ereignissen von „Verschwörung“ ihre mehr oder weniger gerechte Strafe absitzt und versucht, während ihres Aufenthalts der unangefochtenen Gefängnis-Tyrannin Benito Andersson und ihrer Gang aus dem Weg zu gehen – und wer die Millennium-Reihe kennt weiß, dass Konfliktvermeidung nicht unbedingt Lisbeths größte Stärke ist und die Situation in Flodberga schnell aus dem Ruder läuft… Zeitgleich stößt ihr langjähriger Vormund und Vertrauter, der Rechtsanwalt Holger Palmgren, auf neue Unterlagen über Lisbeths Kindheit, welche neue Erkenntnisse über den an ihr verübten Missbrauch durch die schwedischen Behörden liefern. Daraufhin beauftragt Lisbeth aufgrund der ihr im Gefängnis fehlender Ressourcen Mikael Blomkvist mit weiteren Nachforschungen – und stößt damit in ein Wespennest, das alle Beteiligten (wieder einmal) in große Gefahr bringt… Der 2. Millennium-Fall von David Lagercrantz – ein würdiger Erbe Stieg Larssons? Der Einstieg in „Verfolgung“ fühlt sich zugegeben etwas willkürlich an – gerade was die Einbeziehung von Mikael Blomkvist betrifft –, trotzdem legt Lagercrantz im neuen „Millennium“-Band einen guten und unmittelbar interessanten Start hin, was vor allem daran liegt, dass Lisbeth Salander gerade im Vergleich zum Vorgängerroman sofort von Anfang an mitmischen darf und sich direkt in einer prekären Situation wiederfindet. Was sich ebenfalls früh bemerkbar macht, ist das veränderte Erzähltempo: Während „Verschwörung“ noch den Eindruck erweckte, dass Lagercrantz den Fokus etwas mehr auf Action und eine straffere Geschichte legen würde, so nähert sich der Larsson-Nachfolger bei seinem zweiten Einsatz wieder spürbar den Wurzeln der „Millennium“-Reihe an und besinnt sich auf eine ihrer großen Stärken, nämlich die detaillierte Recherche. So darf vor allem Blomkvist wieder verstärkt seine journalistischen Fähigkeiten einsetzen und die dunklen Geheimnisse der Beteiligten ausgraben. Konnte man beim vierten Band noch deutlich die unterschiedlichen Stile der Autoren Stieg Larsson und David Lagercrantz feststellen, so fühlt sich „Verfolgung“ nun wieder fast wie die ursprüngliche Trilogie an. Lagercrantz erreicht zwar bei der Story nicht ganz die Komplexität seines Vorgängers, zieht die Geschichte aber gekonnt über mehrere Handlungsstränge auf, die zusammen ein schlüssiges und vor allem spannendes Gesamtbild ergeben. Erfreulich ist auch, dass nicht nur viele der bekannten Charaktere wieder mit dabei sind, sondern auch dass der Autor sich die Zeit nimmt, diese weiter auszuarbeiten und es nicht nur bei Larssons Charakterisierungen belässt – siehe z.B. das eingangs schon thematisierte Drachentattoo auf Lisbeths Rücken. Rückblickend bekommt man daher ein wenig den Eindruck, dass David Lagercrantz beim vierten Band vielleicht noch nicht zu viel riskieren wollte und für seine Übernahme der Reihe lieber einen eher simpel gestrickten, aber soliden Einstieg gewählt hat, mit „Verfolgung“ aber endgültig im „Millennium“-Universum angekommen ist. Und da die Geschichte um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist offensichtlich noch längst nicht zu Ende erzählt ist, dürfen „Millennium“-Fans der Zukunft erwartungsvoll und optimistisch entgegenblicken – bei David Lagercrantz ist die Reihe augenscheinlich in guten Händen.

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„Erst musste man die Wahrheit kennen. Und dann konnte man sich rächen.“ (Zitat S 181) Lisbeth Salander sitzt wegen des letzten Falles für zwei Monate im berüchtigten Frauengefängnis Flodberga ein und bemerkt, dass die Gefangene „Benito“ Beatrice Andersson und eine Gruppe rund um sie im Sicherheitstrakt B Mitgefangene terrorisieren. Besonders haben sie es auf Faria Kazi abgesehen, eine junge Frau aus Bangladesch und da auch die Aufsehen wegschauen, greift Lisbeth ein und macht sich Benito zur Todfeindin. Mikael Blomkvist besucht sie jeden Freitag. Eines Tages erhält sie überraschend Besuch von ihrem alten Vertrauten und Mentor Holger Palmgren, der ihr von völlig neuen Spuren, ihre Kindheit betreffend, berichtet. Lisbeth beginnt zu recherchieren und Mikael unterstützt sie bei ihren Ermittlungen über in wichtiges Forschungsprojekt in der Vergangenheit. Was genau hat Leo Mannheimer, Chefanalyst bei einer Investmentgesellschaft, damit diesem Projekt zu tun? Jemand ist bereit, die Aufdeckung mit allen Mitteln zu verhindern und scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein … Dieser Roman ist der insgesamt fünfte Band aus der Millennium-Serie und der zweite aus der Feder von David Lagercrantz. Auch diesmal gelingt es dem Autor wieder, die Geschichte vom charakteristischen Aufbau bis hin zu den Charakteren im Sinne von Stieg Larsson fortzusetzen. Diesmal geht es um zwei aktuelle Themen, einerseits die Stellung der Frau in einer traditionellen, muslimischen Familie und andererseits um wissenschaftliche Forschungsprojekte und vor allem um die Frage, wie weit man als Wissenschaftler gehen kann und darf, zählt wirklich nur der Erfolg und das Ergebnis. Was ist mit der ethischen Verpflichtung der Forschung? Ein wirklich zeitlos wichtiges Thema, um welches der Autor seine Geschichte aufbaut. Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog, der ein Gespräch zwischen Holger Palmgren und Lisbeth Salander vorausnimmt, welches später im Zusammenhang nochmals genauer geschildert wird. Der Zeitrahmen umfasst nur wenige Tage, er reicht vom 12. bis zum 30. Juni. Der Roman ist in drei Teile gegliedert, diese wiederum umfassen einzelne Kapitel, die jeweils durch eine Datumsangabe definiert und unabhängig von den drei Hauptteilen fortlaufend durch die gesamte Erzählung nummeriert sind. Ein kurzer Epilog beendet die Geschichte. Ergänzend dazu setzt der Autor Rückblenden ein, um den Verlauf mancher Geschehnisse zu erklären. Der Autor verwendet die neutrale Erzählperspektive, nützt jedoch die einzelnen Kapitel dazu, um Ereignisse zu beschreiben, die mit wechselnden Hauptcharakteren im Mittelpunkt an völlig verschiedenen Orten, jedoch gleichzeitig, stattfinden. Durch diese dicht gedrängte Erzählform ergibt sich ein intensiver Spannungsbogen, der den Leser bereits mit dem Einstieg in seinen Bann zieht und auch diese fünften Teil der Millennium-Reihe zu einem Page-Turner macht. Bereits beim vierten Band der Millenniums-Serie gab es durchaus kritische Stimmen, die meinten, der Autor käme nicht an Stieg Larsson heran, ich habe das damals schon anders gesehen und auch nach dem Lesen dieses fünften Bandes bleibe ich bei meiner Meinung: mit David Lagercrantz wurde in meinen Augen ein großartiger Nachfolger gefunden, diese spannende Reihe um den Millennium Verlag, den Journalisten Mikael Blomkvist und vor allem die einzigartige Lisbeth Salander weiterzuführen. Ein spannender Thriller, den man nicht aus der Hand legen wird, bis man das letzte Wort des Epilogs gelesen hat.

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