Leserstimmen zu
Junktown

Matthias Oden

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eBook
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Inhalt: Drogenkonsum ist oberste Bürgerpflicht im Land dessen Hauptstadt nur noch Junktown genannt wird. Es wirkt alles so rosig, die Regierung achtet drauf, dass alle Bürger ihre Drogenrationen einnehmen um sie bei Laune zu halten. In Wahrheit steckt hinter der (Drogen)konsmgesellschaft eine strenge Diktatur. Inspektr Solomon Cain wird zu einer Mordermittlung gerufen. Die Besonderheit an dem Fall ist, dass er an einer Maschine, einer Brutmutter, bagangen wurde. Schnell stellt Cain fest, dass hinter dem scheinbar simplen Mordfall etwas viel tiefgehenderes Steckt als nur eine einfache Ermordung. Der Fall führt Cain tief in de Abgründe der Konsumgesellschaft und in die Konflikte der Diktatur. Zusätzlich stößt er auch an den Rand seines eigenen Gewissens. Meine Meinung: Der Leser wird, mehr oder weniger, ohne große Einführung in die Umstände in Junktown hinein geschmissen. Da bleibt dann doch noch die eine oder andere Fragen offen. Im Grunde genommen hebt sich Junktown durch die sehr abstrakte Location von der breiten Masse der Krimis deutlich ab. Die wesentlichen Punkte eines Krimis bleiben allerdings auf der Strecke. Die „Krimi-Handung“ an sich ist leider (für meinen Geschmack) etwas zu vorhersehbar und fast schon langweilig. Das ganze Außenrum hätte für mich auch deutlich kompakter sein düfen. Diese Zeit wäre tatsächich besser in einen noch originelleren Plot investiert gewesen. Ab einer gewissen Stelle (im letzten Drittel) habe ich das Ende herbeigesehnt. Bis dahin hat mir das Buch zwar ganz gut gefallen, aber es gab leider diesen einen Punkt an dem es irgendwie langatmig und anstrengend zu lesen wurde. Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, letzten Endes wurde ich aber doch (für meinen hohen Erwartungen) recht stark enttäuscht. Trotzdem ist Junktown ein solider Krimi in ungewöhnlicher Umgebung, das muss man dem Buch wirklich lassen. Dennoch bleibt es bei einem, wenn auch sehr besondern und speziellen, Rükblick auf die deutsche Geschichte. 3 von 5 Sternen

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„Junktown“ von Matthias Oden ist ein Science-Fiction Krimi, in dem es um einen Mord an einer Brutmutter in einer Welt voller Drogen geht. Erschienen ist der Roman im Mai 2017 im Heyne Verlag. Solomon Cain, ein Polizist im Dienste der Gemapo (Geheime Maschinenpolizei), wird zu einem Mord an einer jungen Brutmutter gerufen. Ihr Tod ist mysteriös und anfangs ahnt Cain nicht in was er da hineingeraten ist. Er lebt in einer Zukunft in der der Konsum von Drogen oberste Bürgerpflicht ist. Eine Diktatur in der bei monatlichen Drogentests überprüft wird, ob man seinen Pflichten nachkommt. Abstinenz gilt als Hochverrat und wird hart verfolgt. Das öffentliche Leben ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen und Maschinen bestimmen den Alltag. Auch wenn ich normalerweise nicht so der Krimi-Fan bin, hat mich der Klappentext des Buches neugierig gemacht auf eine Welt oder eine Zukunft in der alle Menschen Drogen nehmen müssen. Für mich eine echte Horrorvorstellung, da man in Junktown ja auch keine Wahl hat. In monatlichen Drogentests wird überprüft, ob man auf das geforderte Level an Drogenkonsum kommt. Reisen in andere Städte oder Länder gibt es nicht mehr. Die Menschen pflanzen sich nicht mehr selber fort, sondern dafür gibt es Zuchtreihen und sogenannte Brutmütter. Man kann auch Beziehungen zu diesen Brutmüttern haben, die sehr große Maschinen mit mehreren Stockwerken sind. Das Buch hat mir eine ganz schöne Bandbreite an Absurditäten geboten, die ich gar nicht alle aufzählen kann und die mich teilweise ein wenig verstört haben. Diese Neugierde auf die Welt hat mich durch die erste Hälfte des Buches getragen. Für mich war das Buch zu dem Zeitpunkt nicht wirklich spannend, da es eben nur ein einfacher Mordfall war, der gelöst werden musste und die Lösung erschien recht offensichtlich und einfach. Der Fall entwickelt sich allerdings doch noch weiter und bekommt eine viel größere Dimension, die den ganzen Staat umfasst. Hier wurde es für mich dann auch spannend und interessant und gerade in der zweiten Hälfte wurde ich sehr schnell durchs Buch getragen. Solomon Cain ist mir als Ermittler mit seinem Schicksal letztendlich doch noch irgendwie ans Herz gewachsen und so wollte ich dann natürlich auch wissen wie es ausgeht. Zum Schreibstil kann ich gar nicht so viel sagen, da ich so von den Absurditäten dieser Welt abgelenkt war. Dieser lies sich aber durchaus gut lesen. Von der Wortwahl her kommen natürlich viele Drogen vor. Von vielen habe ich schon mal gehört, von vielen wiederum auch nicht. Es ist daher möglich, dass in dem Buch ein paar neue Drogen erfunden worden sind. Die Zusammenhänge wurden aber gut und verständlich erklärt, so dass man dem Geschehen gut folgen konnte. Ich denke wer viele Krimis liest, ahnt das Ende schon voraus. Für mich ist es dann oftmals so, dass ich im Nachhinein feststelle, ach ja stimmt, da habe ich nicht ganz aufgepasst, da hätte ich auch drauf kommen können. Ein guter Ermittler wäre aus mir also mit Sicherheit nicht geworden. Beim Ende hatte ich eine gewisse Vorahnung, dennoch hatte die Geschichte auch einige unvorhergesehene Wendungen für mich zu bieten. Fazit: Ein solider Science-Fiction Krimi, der sich schnell zu mehr entwickelt und mich mit seinen Absurditäten sowohl geschockt als auch unterhalten hat. Wer Krimis mag und die Welt, die im Klappentext beschrieben wird, interessant findet, sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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Irgendwo auf diesem Planeten in irgendeinem Staat. Nach der Konsumrevolution ist es die Pflicht eines jeden Bürgers zu konsumieren. Und zwar nicht irgendwas, sondern Drogen jeglicher Art. Das klingt nicht nur nach einem Mekka für Liebhaber von Drogenexzessen, sondern auch nach einem sozialkritischem Roman. Leider verschenkt Oden das Potential dieser außergewöhnlichen Geschichte in einem noch ungewöhnlicherem Setting. Blendet der Leser dieses aus, verbleibt ein mehr oder minder gewöhnlicher Kriminalfall. ╔═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╗ ★ Szenario ╚═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╝ Ich mag Geschichten, in die der Leser direkt hereingeworfen wird. Auch wenn er mit Begrifflichkeiten konfrontiert wird, mit denen er zunächst nichts anzufangen weiß. Allerdings mit einer Einschränkung. Im Laufe der Geschichte sollte schon erklärt werden, was es damit auf sich hat. Dies fehlt in diesem Buch zu großen Teilen. Vieles bleibt unerzählt und der Phantasie des Lesers überlassen. Wie mag wohl ein neben einem Beischlafkabinenhotel des Vergnügungsviertels liegendes Spermabad aussehen oder welche Funktion mag es haben? Auf der anderen Seite füllen plötzlich Informationen zu Drogen oder Regalinhalten Seiten, ohne dass sie zu mehr Klarheit oder Authentizität beitragen können. Hier hätte ich mir mehr gewünscht als ein kreativer Umgang mit der Sprache, der so Begriffe wie "Bedarfspolizeiergänzungsdienst" hervorbringt. Nur kurz und rudimentär wird im Laufe der Geschichte der Konsumrevolution erläutert, aber die Beschreibungen der Wohniglus und anderer Details lassen den Leser allein, wobei sich aufgrund der Fremdartigkeit des Szenarios kein stimmiges Bild in meinem Kopf bilden wollte. Warum wird z.B. Müll plötzlich zum Konsumgut und warum ist es umso besser, umso vermüllter die Gegend ist, in der man wohnt? ╔═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╗ ★ Witz ╚═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╝ Vieles in der Geschichte wirkt überzogen und gleitet ab in das satirisch Witzige. An anderen Stellen, wird der Leser direkt mit einem unverhohlenem Witz konfrontiert. Wie zum Beispiel in der Szene, in der ein Toter mit Schlinge um den Hals gefunden wird. Ein kurzer Auszug aus der Unterhaltung zwischen dem Hauptprotagonisten Cain von der Gemapo (ein gewolltes Kunstwort) und dem Schutzmann Brask: "Hatte der Tote irgendetwas bei sich?" "Da wäre die Schlinge." Cain schloss die Augen. ╔═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╗ ★ Charakter ╚═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╝ Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Solomon Cain. Einem Ermittler der Geheimpolizei. Lässt man alle ungewöhnlichen Beschreibungen weg, so übernimmt er einen Mordfall in einem korrupten Staat und begibt sich auf Spurensuche. Dabei nimmt er die klassische Rolle des verschrobenen und gescheiterten Polizisten ein, die es so häufig in Kriminalfällen zu finden gibt. Das Setting driftet hier zwar wieder ins überzogen komische ab, wenn von einem Mord an einer Brutmutter die Rede ist, aber auch hier kommt wieder zum Tragen, das Oden so wenig die Umgebung erklärt. Denn die Brutmutter ist eine riesige Brutmaschinerie, in der 800 Föten ausgebrütet werden können und deren Größe so gigantisch ist, dass die Ermittler in ihr umherwandeln können. Erzählt wird von ihr aber wie von einem Menschen, der nicht nur geliebt und geachtet wurde, sondern gleichzeitig auch über ein Bewusstsein verfügte. Irgendwie wollte sich da kein stimmiges Bild in mir bilden. So ergibt zwar das Bild des Solomon Cain einen (wenn auch gewöhnlichen) Charakter, mit dem der Leser etwas anfangen kann, aber die meisten Nebenfiguren bleiben wie das Gesamtsetting blass. ╔═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╗ ★ Fazit ╚═≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡≡═╝ Junktown ist spielt sicherlich in einem ungewöhnlichen Setting, aus dem man so viel hätte machen können. Aber vieles bleibt aus. Nicht nur die Beschreibung dieser Welt ist unausgereift, auch die Gesellschaftskritik ist lediglich in Ansätzen vorhanden. So, wie das Buch vor allem zum Ende hin geschrieben ist, wollte Oden hier vermutlich viel mehr mit aussagen. Aber er verliert sich in Nebensächlichkeiten. Schlussendlich verbleibt hier ein Kriminalfall vor einem ungewöhnlichen Setting, der nicht außergewöhnlich ist - weder im Guten, noch im Schlechten.

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