Leserstimmen zu
Junktown

Matthias Oden

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Paperback
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Konsum ist alles. Wer abstinent lebt, stellt sich gegen die Partei. Drogen, Müll: alles gibt es im Überfluss. Doch zu welchem Preis? Wenn euch das Konzept des Romans und meine Meinung dazu nun neugierig gemacht haben, wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Wie immer freue ich mich sehr über eure Meinung, falls ihr den Roman bereits gelesen habt. Daten: Titel: Junktown Autor: Matthias Oden Verlag: Heyne Genre: Roman Preis: Broschiert 12,99 € | ebook 9,99 € Erscheinungsdatum: 09.05.2017 Isbn: 978-3453318212 Vielen Dank an den Heyne Verlag sowie das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe für die Überlassung des Rezensionsexemplars. Klappentext: Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist? (Heyne) Meinung: „Kraft durch Konsum“ – Seite 13 Die Sprache in diesem Roman ist grob und derb und passt somit hervorragend zu der heruntergekommenen Gesellschaft, der Stadt und seinen Bewohnern. Durch das selbstverständliche Einarbeiten der Abkürzungen, Humanklassen, Parteipositionen usw. wird der Leser ins buchstäbliche kalte Wasser geworfen und direkt mitten hinein ins Geschehen. Zum Glück gibt es in den Anlagen ein Verzeichnis über alle erwähnten Humanklassen und Abkürzungen. Zu anfangs empfand ich das häufige Nachhintenblättern noch als störend, hatte ich erst einmal die gängigsten Begriffe im Kopf, las es sich auch direkt flüssiger. Der Roman wurde in einem dystopischen Setting angesiedelt, dass in einer Zukunft spielt, die nicht all zu weit weg von unserer Zeitspanne liegen kann. Die Menschen sind unfruchtbar geworden und werden von Maschinen, den sogenannten „Brutmuttern“, zur Welt gebracht. Humanklassen und Werdegang werden so schon vor der Geburt jedem einzelnen Bewohner von Junktown in die Wiege gelegt. Nach einer großen Revolution, die im scheinbar totalem Chaos endete, stehen nun der Konsum an sich sowie – und vor allem – der Konsum von Drogen allerlei Art im Vordergrund. In dieser Gesellschaft, in der Gebrauch von – früher illegalen – Drogen nun nicht nur straffrei, sondern auch zur Bürgerpflicht geworden ist, gehen Mensch und Maschine gemeinsame Wege. Ein Mord an einer HMW (Höheres Maschinenwesen) ist somit ebenso strafbar, wie der an einem Menschen. Und zu genau so einem Mordfall wird der Protagonist, Solomon Cain, Inspektor der Gemapo (geheime Maschinenpolizei), gerufen. „Die einzigen Highways, die dieses Land braucht, sind die Venen seiner Bewohner.“ – Seite 37 Kreativ ist „Junktown“ allemal. Gesellschaftlich anerkannte legale Drogen wie Alkohol und Zigaretten sind in der Stadt verpönt und wer sich nicht dem Konsum hingibt, muss nicht nur mit rechtlichen Schritten gegen sich rechnen. Der Aufbau der Stadt, die Unterteilung der Menschen in bestimmte Klassen und die Versumpfung der Bevölkerung wurden anschaulich und auf eine gute Art und Weise abgewrackt und düster dargestellt. Auch der Protagonist, der in einem „klassischen“ Kriminalroman als derb und abgeranzt erscheinen würde, wirkt hier als einer der wenigen normalen Menschen. „Junktown“ hätte mich also regelrecht umhauen müssen, wäre der Kriminalfall – auch im Hinblick auf sein ungewöhnliches Opfer – nicht so banal und langatmig gewesen. So interessant das Setting war, dem eigentlichen Plot fehlte es durchaus an Spannung. Mir blieben auch zu viele Fragen ungeklärt. Manche Darstellungen waren mir zu abstrakt und konnten sich nicht schlüssig in Kopfkinobilder umwandeln. Hier und da werden Rückblicke bezüglich der angedeuteten Revolution eingestreut, für mich war dies jedoch leider immer noch zu wenig, um die Geschichte greifbarer zu machen. Fazit: „Junktown“ ist ein guter Kriminalroman, aber für einen ausgezeichneten dystopischen Roman hat es mir doch an Spannung gefehlt. Viel Potenzial ist vorhanden, wurde aber nicht ganz ausgeschöpft. Ich werde Matthias Oden trotzem auf dem Schirm behalten, denn von ihm werden wir sicher noch einige gute Romane lesen können, da hier bereits viel Luft nach oben vorhanden ist.

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Zuerst – drückt bitte die große „DELETE“-Taste in Eurem Kopf. Vergesst alles, was Ihr über das Kinder machen wisst. Vergesst alles, was Ihr über das Kinder bekommen wisst. Vergesst alles, was mit Mensch sein zu tun hat. Löscht Euer Wissen und löst den Drang dagegen anzukämpfen. Sagt nicht, das geht nicht, sondern lasst ~ wenn Euer Kopf frei ist ~ diese Geschichte einfach mal wirken. „Soll der Staat ewig dauern, muss die Kontrolle es auch.“ Der Fall BM 17 ruft Inspektor Solomon Cain auf den Plan. Eine tote Mutter – nicht irgendeine, sondern Brutmutter 17,eine Gebärmaschine inklusive ihrer 600 Föten. Mutwillig beschädigt, zerstört, ermordet? Viel mehr als nur ein Kapitalverbrechen, ein Angriff gegen alle geltende Regeln, grausam, furchtbar – ähm, Moment einmal. Eine Brutmutter? So habe ich auch gestaunt, nach den ersten Seiten. Wo bin ich da gelandet? Was ist das für ein Ort? Ein Inspektor der unter Drogeneinfluss zu ermitteln beginnt und vom Kollegen mal eben so einen Schuss angeboten bekommt? Willkommen in Junktown!!! Dieser Roman ist sehr dystopisch. Irgendwann vor 25 oder 30 Jahren gab es wohl eine Revolte, ein Umsturz, wie auch immer man es nennen mag. Der neu gegründete Staat setzte alles auf Kontrolle und wer ließe sich besser kontrollieren als eigens dafür, im Laufe der Jahre immer mehr perfektionierte und selbst kreierte Humans. Menschenwesen, die so weit von einem selbstständigen Denken, Handeln und Hinterfragen entfernt sind, dass sie alles schlucken was der Staat vorgibt. Drogen in allen Varianten, solche die schöne Träume bescheren, solche die aufputschen oder runterfahren. Damit keiner mehr in die Versuchung kommt Fragen zu stellen und besonders diesen Staat in Frage stellt, gibt es eigene „Zuchtprogramme“ – Biotech sein Dank, oder auch nicht. Die Humanklassen von AAA bis D sind eine Stufe des Geistes- und Gesundheitszustandes. Wer nicht mehr funktioniert, was bei dem immensen Angebot kaum verwunderlich ist wird nicht einfach getötet – nein, hier in Junktown wird recycelt. Alles hat seine Ordnung, alles wird überwacht, alles kontrolliert, selbst der Tod. „Fragen führen zu Gerüchten, Gerüchte führen zu Nachforschungen, Nachforschungen zu Enthüllungen.“ Gehen wir mal wieder zum Ausgangspunkt zurück – der ermordeten Brutmutter und Inspektor Solomon Cain. Als Angehöriger der GEMAPO (Geheime Maschinenpolizei) hat er die Aufgabe den Mörder zu schnappen. Cain ist noch einer von den Alten. Er hat noch Erinnerungen an die Zeit davor und doch beugt er sich diesem von Staatswegen vorgegebenen Dauerrausch. Er lässt die regelmäßigen Kontrollen über sich ergehen und gibt doch in der Geschichte so nach und nach ein Stück von sich preis. Emotionen werden in Junktown nur durch Party machen gelebt – alles andere ist vorgegeben und nicht wirklich lustig. Wer will schon durch das Raster fallen, weil der Urintest gezeigt hat das man enthaltsam war? Die Hygienepolizei und das Sozialgericht warten – genauso wie der Recyclinghof. Cain ist die tragende Figur im gesamten Buch. Ihm zu folgen hat sehr großen Spaß gemacht auch wenn es immer wieder erstaunlich war, was es so alles in Junktown gibt. Ein Junkie als Ermittler? Ja, und zwar ein sehr guter. Cains Ermittlungen bringen Dinge ans Tageslicht die für manche gefährlich werden, vor allem für Cain selbst. Sein Stil zu ermitteln zeigt von seiner Intelligenz und auch der Umgang mit den Kollegen hat was. Es gab immer wieder Dialoge die mich schmunzeln ließen, aber auch sehr ernsthafte Unterhaltungen und Gedanken. „Er hatte ein paar Fäden in der Hand, aber um daraus etwas zu weben, das einer Lösung ähnelte, brauchte er mehr.“ „Junktown“ ist so eine abgedrehte Geschichte, aber kein Sience Fiction. Sie ist sehr dystopisch und kommt ohne Monster aus. Mir kam es vor wie ein Krimi in einer ganz anderen Welt. Genau deshalb auch mein Rat, das „normale“ und „logische“ einfach mal zu vergessen. Denn der Schreibstil zieht einen in diese Geschichte. Absolut locker und flüssig. Man rätselt mit, möchte immer mehr erfahren und wird in Gedanken ein Teil von Junktown. Da sind diese „Kleinigkeiten“, die mir so sehr imponierten. Die goldenen Stehlen, Mahndenkmäler derer, die sich den goldenen Schuss setzten und dadurch zu Helden wurden, riefen automatisch Assoziationen zu den Friedhöfen mit ihren hunderten Kreuzen hervor. Das Denkmal des unbekannten Drogentoten, die Rauschparteitage, Widerstandsgruppen, Menschen die sich durch Propaganda leiten und verleiten lassen. Gehirnwäsche und Unterdrückung durch Kontrolle, Gewalt und Überwachung. Bloß nicht aus der Reihe fallen ~ vielleicht interpretiere ich zu viel hinein, aber so zukunftsträchtig ist das alles gar nicht. Was mich „ärgerte“ war die Liste am Ende des Buches mit den Abkürzungen und Erklärungen. Dieses zu Anfang des Buches, hätte mir so manches rätseln erspart. Aber vieles kann man sich einfach ableiten und die bildhafte Darstellungen im Buch sind sehr gut. Ich muss es erwähnen – die Brutmutter – eine metallene, riesige Maschine, mit Kammern, Treppen, Rohren, Elektronik und technischem Schnickschnack, sie hatte es – das kleine aber feine, wichtige Teil das benötigt wird für das Kinder machen 😉 Jetzt könnte ihr nachdenken und grübeln – oder das Buch selber lesen. Ein sehr gelungenes Debüt, das mich durch diese so ganz andere Geschichte und Welt, der bildhaften Sprache und einem mehr als sympathischen Cain überzeugte. Rezension verfasst von © Kerstin

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Darum geht’s: Für die Bewohner von Junktown ist es Pflicht, ständig Drogen zu konsumieren. Umso wichtiger sind Maschinen, die die Arbeit erledigen. Diese Maschinenwesen sind gleichberechtigte Einwohner und deshalb wird es auch als Mord angesehen, als eine maschinelle „Brutmutter“ getötet wird und ihre 800 ungeborenen Kinder damit ebenfalls nicht überleben können. Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, wird mit den Ermittlungen beauftragt. So fand ich’s: Was für eine Welt, die Matthias Oden erschaffen hat. Auf den ersten Blick eine scheinbar traumhafte Zukunftsvision, in der es nicht nur legal ist, sämtliche Drogen zu konsumieren, sondern in der es sogar erwartet wird. Doch bei näherem Hinsehen erscheint das gar nicht mehr so paradiesisch und nicht umsonst sind alle scharf auf einen ABS, einen Abstinenzberechtigungsschein, der es einem erlaubt, mal für einen Tag auf Drogenkonsum zu verzichten. Neben den „Weichen“, den Menschen aus Fleisch und Blut, gibt es auch HMWs, die höheren Maschinenwesen, denen ein Sozialleben und eine Persönlichkeit zugesprochen werden. Und eine dieser HMWs, die mit 800 Föten schwangere Brutmutter BM17, wurde ermordet. Mit ganz viel Liebe zum Detail und gespickt mit Anspielungen auf Begriffe (früher) real existierender Gesellschaftssysteme (z. B. das Auto namens Tripbant) hat mich die dystopische Zukunftsvision von Matthias Oden begeistert. Es wurden ganz viele neue Begriffe erfunden, die zum Teil deutlich aussagten, was dahinter steckte, bei denen man aber auch teilweise mit seiner Fantasie alleingelassen wurde. Obwohl ich als Krimifan natürlich den Mordfall grundsätzlich für am wichtigsten halte, hätte ich doch noch gerne viel mehr über diese Welt erfahren. Man wird hineingeworfen und muss sich nach und nach die Informationen zusammen sammeln, während Solomon Cain versucht, den Mordfall aufzuklären. Und am Ende bekommt man doch nur einen oberflächlichen Einblick, der nicht alle meine Fragen zu dieser neuen Gesellschaftsform und wie es dazu kam, beantwortet hat. Cain ist ein alter Hase bei den Ermittlern, nach außen hin ein hoch angesehenes Mitglied der Gesellschaft, ein „Alter Kämpfer“ und Witwer einer „Goldenen Schützin“, die sich zur Ehre des Staates den goldenen Schuss gesetzt hat. Doch den Tod seiner Frau hat er nie verkraftet und rettet sich in einen Zynismus, der immer besser zu dem System passt, in dem er lebt, je mehr man hinter die Kulissen schaut. Cain fühlt sich zu alt und ist verbittert – und doch kann er es nicht lassen, den Mordfall ernst zu nehmen und sich mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung zu engagieren. Der anfangs ganz eindeutige Mordfall wird immer undurchsichtiger, und je mehr Cain gräbt, desto mehr Widerstand wird ihm entgegengebracht. Matthias Oden schafft eine sehr ungewöhnliche Welt, die dicht gewebt und in sich schlüssig ist und setzt einen spannenden und intelligenten Kriminalfall hinein. In düsteren Bildern wird ein menschenverachtendes System gezeigt, in dem Cain versucht, über die Runden zu kommen und diesen Mordfall zu lösen. Manches wirkt auf den ersten Blick skurril, und doch bleibt einem oft genug das Schmunzeln im Hals stecken, wenn man Zeit hat, ein bisschen darüber nachzudenken, welches Zukunftsbild Oden da zeigt. Wer abseits vom 08/15 Krimi etwas durch und durch Ungewöhnliches lesen möchte und nicht vor einer düsteren Welt zurückschreckt, dem kann ich „Junktown“ nur wärmstens empfehlen.

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Kalt, deprimierend, hart und düster sind Worte, die mir zum Stimmungsbild dieses Romans einfallen. Leider hat es mir insgesamt nicht so gut gefallen. Eine solche Welt, in der wir nur noch im Drogendelirium umhertaumeln und uns mit Maschinen paaren, will ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Auch vor allem am Beginn die detailreiche Beschreibung der Brutmutter und wie man sich ihrer bedient hat, fand ich ziemlich widerwärtig. Für Jugendliche ist dieses Buch glaube ich definitiv nichts. Den Fortschritt der Handlung fand ich insgesamt ziemlich mühselig und musste mich wirklich anstrengen, mich durch das ganze Buch zu kämpfen. Es ist eigentlich nicht gut geschrieben, aber es gibt in der Handlung einfach nichts, was mich irgendwo berührt oder mitgenommen hätte. Mit Herz und Seele hat mir die hier entworfene Welt nicht gefallen - die komplette Menschheit wird von der Regierung lebenslang unter härteste Drogen gesetzt??? Liebe, Freundschaft, Menschlichkeit, das bleibt doch da total auf der Strecke. Außerdem hat mich der Protagonist Cain recht schnell ziemlich genervt. Für mich ist er ein selbstmitleidiges Weichei, das nichts anderes mehr macht, als zu versuchen, seine Vergangenheit zu vergessen, die Gegenwart zu verfluchen und die Zukunft in Frage zu stellen. Und ohne zuviel verraten zu wollen, wird die ganze deprimierende Grundidee zum Ende hin, als Solomon Cain in seiner Ermittlungsarbeit vorankommt, noch kaputter und grausiger. Nein, tut mir leid, nicht mal in einer fiktiven Geschichte möchte ich von so einer Welt lesen - dann lieber Zombies, Außerirdische oder sonstige Katastrophen...... Ich kann bei aller Liebe hier nicht mehr als 3 von 5 Sternen geben und die auch nur, weil der Roman nicht unspannend ist, aber absolut nicht meins, sorry.

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Mit "Junktown" liefert Matthias Oden ein vor Ideenreichtum nur so sprühendes Werk ab, das in eine irritierend glaubhaft konzipierte Welt entführt, in der Rausch zum Gesetz erklärt worden ist und Abstinenz Hochverrat gleichkommt, wenn auch nicht alle Details seiner Dystopie zur vollen Zufriedenheit erläutert werden. Dessen ungeachtet verbirgt sich aber in dem Buch ein ungemein spannender Kriminalfall, der nach leichter Einstiegshürde zunehmend in seinen Bann zu ziehen weiß.

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Inhalt In der Hauptstadt Junktown herrscht absoluter Drogenkonsum, geführt von der Konsumpartei. Abstinenz wird bestraft - je mehr Drogen desto besser. In dieser düsteren Welt lebt Solomon Cain. Er ist Inspektor bei der Geheimen Maschinenpolizei, kurz Gemapo, beschäftigt. Er untersucht Mordfälle an Maschinen und wird zum Tatort der ermordeten Brutmutter BM17 gerufen. Doch ist es wirklich ein gewöhnlicher Mordfall? In was genau ist Solomon Cain hinein geraten? Meinung Es ist ein sehr interessantes Thema, was der Autor Matthias Oden zu Papier gebracht hat. Junktown ist eine fiktive Stadt, jedoch ist es vorstellbar, dass die Welt mal so aussehen könnte - Drogen sind legal, müssen sogar genommen werden; der Staat hat die absolute Kontrolle über die Bürger. Der Roman ist Dystopie, Kriminalfall und Polit-Thriller in einem. Der Anfang der Geschichte war ein wenig zu langatmig und hat mich im ersten Moment leicht überfordert, da zu wenig bzw. zu spärliche Informationen und Erklärungen vorhanden waren. Auch die Verzeichnisse am Ende des Buches waren nur an der Oberfläche angekratzt und nicht ausreichend. Der Stil der Sprache ist eher ungewöhnlich und leider nicht so wirklich mein Fall gewesen. Der Wechsel zwischen minimaler Poesie, vulgärer Ausdrucksform und Fachwissen zu Drogen und deren Wirkstoffen war mir zu krass. Obwohl die vulgäre, obszöne Sprache sehr gut zu Junktown passt, war es mir an einigen Stellen irgendwie befremdlich. „Wahnsinn in jeder Himmelsrichtung, zu jeder Stunde. Wenn nicht auf der einen Seite der Stadt, dann auf der anderen, dann oben in den Hipsterbezirken, dann unten auf der A100 Richtung Umland. Funken schlagen konnte man überall.“ (Zitat S. 148) Die Figuren aus Junktown waren gut dargestellt. Inspektor Solomon Cain ist ein etwas anderer Protagonist. Ich merkte schnell, dass er zwar den Anschein eines verlässlichen und vertrauensvollen Bürger und Inspektor der Gemapo macht, er aber den diktatorischen Führungsstil der Regierung hinterfragt. Hin und wieder bekam ich kleine Fetzen aus Cain’s Vergangenheit und seiner inneren Gedankenwelt zu lesen und trotzdem wurde er mir nicht zu 100 Prozent sympathisch. Das Ende und die Auflösung des Mordfalls sind schlüssig, insgesamt hinterlässt mir der Roman aber zu viele offene Fragen. Fazit Ein mit Drogen gefüllter Kriminalfall gepaart mit Polit-Thriller! Leider lässt das Ende zu viele offene Fragen im Raum stehen… „Junktown“ bekommt drei von fünf Sternen. Weitere Informationen Verlag: Heyne https://www.randomhouse.de/Paperback/Junktown/Matthias-Oden/Heyne/e505001.rhd Seiten: 400 Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017 Preis: 12,99€ Taschenbuch (Paperback, Klappenbroschur) ISBN: 978-3-435-31821-2

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In der Zukunft werden die Kinder nicht mehr durch Frauen geboren, denn es gibt hier Brutmütter, in denen gleich große Mengen Embryonen heranwachsen können. Eines Nachts wird eine dieser Brutmütter getötet. Solomon Cain wird an den Schauplatz bestellt und beginnt mit seinen Ermittlungen. Doch diese stellen sich schnell als ganz schön kompliziert heraus, denn in einer Gesellschaft, in der nur Konsum und Drogen zählen, stellen ihm sich einige Schwierigkeiten in den Weg. Warum wurde die Brutmutter getötet? Hat es was mit den Embryonen zu tun, die sich zur Zeit ihres Todes in ihrem Inneren befanden? Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan von Zukunftsromanen, gerade Dystopien mag ich immer sehr gerne, aber auch sonstige Blicke in die Zukunft reizen mich, da ich mir immer wieder die Frage stelle: wäre dieses Szenario vorstellbar? Nun hat Matthias Oden eine durchaus interessante Vorstellung einer nicht allzu fernen Zukunft, denn eine Konsumgesellschaft sind wir auch heute schon. Doch hier wird es sehr hart, gerade zu Beginn reihten sich mir völlig fremde und zunächst auch nicht verständliche Begriffe aneinander und ich fühlte mich irgendwie völlig allein gelassen in einer Zeit, die ich nicht kannte. Erst nachdem ich das Glossar am Ende des Buches entdeckte, wurde es verständlicher und nach einer Weile hatte ich mich auch in diese Zeit eingelesen. Der Schreibstil an für sich ist zwar sehr flüssig, aber die vielen "Erfindungen der Zukunft" brachten mich immer wieder ins stocken. Mir fehlte hier einfach ein bisschen die Erklärung, warum es diese Konsumpartei an die Spitze geschafft hat, die ab und an eingestreuten, kurzen Rückblicke auf die Geschichte haben mir einfach nicht ausgereicht. Dazu kommen dann noch die Zukunftsvisionen, dass Menschen unfruchtbar sind und Maschinen dort stehen und Kinder regelrecht auf Wunsch erschaffen werden. Beziehungen zu Maschinen, gerade zu solchen wie die beschriebenen Brutmütter, kamen mir absurd vor und sind auch einfach nicht zu einem Bild in meinem Kopf geworden. Ganz im Gegenteil, ich fand allein den Gedanken daran äußerst abstoßend. Vielleicht aber auch genau so gewollt von dem Autor? Menschen, die Drogen nehmen müssen und auf ihren Drogenkonsum geprüft werden, Müll, der gesammelt wird und als Wohlstand gilt? All das machte es mir schwer, passt dies doch alles gar nicht in mein Weltbild und selbst als Zukunftsvision fällt mir diese Vorstellung unglaublich schwer. Ich habe zwar irgendwo schon verstanden, auf welche Misstände der Autor hier mit seinem Buch hinweisen möchte und doch fehlte es mir an Etwas, dass das alles für mich verständlicher und greifbarer werden ließ. Die Geschichte wird zum großen Teil aus der Perspektive des Polizisten Solomon Caine geschildert. Durch den Erzähler in der dritten Person verfolgten wir hier das Geschehen und bekamen Einblicke in das Geschehen. Dabei wechselte für mich immer wieder das Geschehen zwischen Ereignissen, die durchaus spannend waren und Ereignissen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Der Protagonist Cain war mir durchaus irgendwo sympathisch, kam er mir so manches Mal doch vor, wie der letzte Mensch, den ich zumindest halbwegs verstand. Er ist einer der wenigen, die noch auf natürlichem Wege auf die Welt kamen und sein Denken und Handeln war für mich meistens nachvollziehbar. Aber eine Art Beziehung konnte ich auch nicht zu ihm aufbauen, z. B. als ich sein wahres Alter erfuhr, war ich erstmal erstaunt, hätte ich ihn auf Grund seiner flapsigen Sprache und Art für viel jünger gehalten. Alles in allem machten alle Charaktere einen mehr oder weniger kaputten Eindruck, genau so, wie die Welt, die hier um sie herum beschrieben wird. Mein Fazit: Ein Krimi in der Zukunft, einer Zukunft, die für mich leider nicht richtig greifbar wurde, da mir einfach viel zu wenig erklärt wurde. Vielleicht wären Erklärungen zu langatmig geworden, aber so fühlte ich mich doch zum großen Teil allein gelassen. Zu Beginn habe ich noch immer wieder nachgeblättert, was denn da gerade überhaupt zur Sprache kam, aber das störte meinen Lesefluss doch gewaltig. Die Kritik, die der Autor mit seinem Buch an unserer Gesellschaft nimmt, ist für mich durchaus klar: Konsum und Drogen, wohin man nur schaut, aber richtig nah ging mir das nicht. Der Kriminalfall war spannend und so wechselte sich beim Lesen für mich spannendes mit unverständlichem ab. Ich könnte mir aber vorstellen, dass dieses Buch durchaus seine Liebhaber finden wird, deshalb, schnappt euch eine Leseprobe und besucht Junktown!

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>>„Überall, wo Geld und Pflicht zusammenkommen, mangelt es erfahrungsgemäß nicht an Gründen, über Leichen zu gehen.“<< Seite 288 Erster Satz Die Sonne hievte sich über den Horizont und schien nieder auf ein Junktown, das den Morgen so teilnahmslos über sich ergehen ließ wie eine Cracknutte den letzten Freier nach einer viel zu geschäftigen Nacht. Meinung Konsum ist Pflicht, so lautet die erste Regel in Junktown, wo die Konsumpartei das Sagen hat. Solomon Cain ist Inspektor bei der geheimen Maschinenpolizei und wird eines Tages zu einem Tatort gerufen. Eine Brutmutter und deren achthundert Föten ermordet. Nichtsahnend macht er sich auf die Suche nach dem Mörder, ohne zu wissen, dass er durch diesem Fall sein Leben in Frage stellen würde. Der Schreibstil ist angenehm, aber mit vielen selten verwendeten Wörtern gespickt, was für so manch einen schwerverständlich ist. Außerdem wird nicht gerade unverblümt über gewisse Dinge geschrieben, der Ausdruck der Charaktere ist eher harsch. Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers, der dem Protagonisten folgt, geschrieben. Der Start in Junktown war alles andere als verständlich, da es sich hier um eine Dystopie handelt, in der sich das Regime und die Lebensverhältnisse geändert haben. Intelligente Maschinen leben neben den Menschen, beide arbeiten, lieben und konsumieren gemeinsam. So war mir erst nicht klar, wie ein Mann mit einer meterhohen Brutmutter eine körperliche Beziehung haben konnte. Anbetracht dieser Umstände, waren die ersten hundert Seiten recht zäh, bevor der Fall danach ins Rollen kam und mein Verständnis für die Welt wuchs. Im Buch selbst gibt es Anhänge, die die Humanklassen, Abkürzungen und einige Begriffe kurz erklären. >>Revolution ist der Austausch der einen Herrschaft durch eine andere.<< Seite 362 Charaktere Inspektor Solomon Cain ist in seinen Fünfzigern, hatte seine besten Tage schon hinter sich und verbringt seine Zeit nun mit der Arbeit. Früher ein Verfechter der Partei und seinerzeit aktives Mitglied während der Revolution. Seine Frau gab sich, aus für ihn unerklärten Gründen, vor Jahren den letzten Schuss und wurde somit zu einer verehrten Heldin des Staates. Er schert sich nicht viel drum, was andere über ihn denken, hegt nicht viele soziale Kontakte und vertieft such dafür umso mehr in die Arbeit. Strukk, Cains jahrelanger Partner und Mechapathologe, geht sein Leben entgegengesetzt locker an und genießt den Konsum, die durchzechten Nächte und kommt mit einem ziemlich obszönen Humor daher. Er ist einer von Cains wenigen Kontakten und kann ihn manchmal zu Unternehmungen überreden. Fazit Spannender Sci-Fi Krimi, mit einem etwas anderem Protagonisten und sehr zähem Start. Doch danach entwickelt er sich zum Pageturner. 4/5 Sterne

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