Leserstimmen zu
Junktown

Matthias Oden

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Paperback
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Junktown

Von: Elizzy

30.06.2017

Zusammengefasst Solomon Cain ist Inspektor der Gemapo und somit für alle Fälle rund um Maschinen zuständig. Als eine der Brutmuttern ermordet wird, beginnt für ihn einer der seltsamsten Fälle überhaupt. Denn anstatt voran zu kommen, wirft ihn jede neue Erkenntnis zurück und es gibt immer mehr Fragen, die er beantworten muss. Gemeinsam mit seinem Partner Bas versucht er der Sache auf den Grund zu gehen und gerät so plötzlich selbst ins Visier. Denn nicht jeder möchte, dass er den Fall auflöst. Als dann auch noch weitere Morde geschehen, weiss Cain, dass die Sache noch viel schlimmere Ausmasse annehmen wird. Wird er den Fall rechtzeitig aufklären können? Und was versucht man vor ihm zu verbergen? Darüber Gedanken gemacht Man taucht beim Lesen in eine neue Welt ein, in der Maschinen Kinder gebären und Menschen so berauscht von Drogen sind, dass man gar nicht mehr unterscheiden kann, wer high und wer nüchtern ist. Matthias Oden hat auf jeden Fall eine quere neue Welt geschaffen, die viele Dinge grausam aber auch irgendwie amüsant darstellt. Hat man sich erstmal mit den verschiedenen Charakteren angefreundet und die Abkürzungen (im Anhang – gut dargestellt) nachgeschlagen, kann man sich ganz auf den Fall von Solomon Cain konzentrieren. Dieser ist richtig spannend aufgebaut und mit jedem Kapitel wurde der Fall um einiges komplizierter. Es kamen immer weitere Figuren hinzu und so wurde es nie langweilig. Obwohl ich nicht ein Fan von Kriminalfällen in Bücher bin, muss ich ehrlich sagen, dass mich diese Geschichte ungemein packen konnte. Dies mag vielleicht am seltsamen Setting liegen, welches Geschaffen wurde doch auch irgendwie an Cain selbst. Die Figur wurde so gut beschrieben, dass man sofort ein Bild von ihm im Kopf hatte. Doch auch die anderen Charakteren waren so authentisch, dass ich sie beinahe vor mir sah. Natürlich machte ich mir auch Gedanken über die vielen Drogen, die im Buch erwähnt wurden und muss dazu sagen, obwohl manche doch verherrlicht wurden war einem unterschwellig, die Gefahr, die von diesen Ausging doch sehr bewusst. Gefiel mir sehr Wie die ganze Geschichte aufgebaut wurde gefiel mir wirklich sehr, man hatte genug Zeit sich in den Fall hinein zu fühlen und sich mit den Charakteren auseinander zu setzen. Was meiner Meinung nach für solch eine Geschichte absolut notwendig ist, denn überall wo „neue“ Welten erschaffen werden, braucht man eine gewisse Zeit, um sich an das ganze drumherum zu gewöhnen. „Die meisten Tage haben es verdient zu sterben….“ S. 242 Besonders toll fand ich auch die Gespräche von Sol und D. denn irgendwie konnte man ihren Schmerz immer fühlen und obwohl eine Liebesgeschichte so gar nicht erwartet wurde gefiel mir dieses kurze Intermezzo mit D. ganz gut. Gefiel mir nicht Einige Seiten musste ich ehrlich gesagt einfach durchblättern, denn dort standen nur Bezeichnungen von verschiedensten Drogen oder Abkürzungen von wissenschaftlichen Daten drin. Dies war meiner Meinung nach nicht wirklich relevant für die Geschichte, also überflog ich es eher. Auch das Ende war mir irgendwie zu schnell vorbei, dies fand ich im Nachhinein doch schade. Der Autor hätte sich mit der Auflösung doch etwas mehr Zeit lassen können. Doch das Ende an sich, finde ich wirklich gut und richtig gelöst. Schreibstil & Cover Der Schreibstil war okay, aber manchmal auch etwas zu sehr abgekürzt, denn ich hatte nicht Lust bei jeder Abkürzung zum Anhang zu blättern und die Bezeichnung nachzulesen. Das Cover ist toll und passt auf jeden Fall zum Setting der Geschichte. Fazit Mal ein anderer Kriminalroman, der auf jeden Fall fesselt und durch ein spezielles Setting überzeugen kann. Ich kann auch das Buch auf jeden Fall empfehlen, würde es jetzt aber eher in die Altersklasse 18+ einstufen. Bewertung Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5) Schreibstil ♥♥♥ (3/5) Botschaft ♥♥♥♥ (4/5) Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)

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Inhalt Inspektor Solomon Cain lebt in einer Welt, in der Konsum und die Einnahme von Drogen Pflicht ist. Müll beherrscht die Statd und eine Drei-Tage-Woche sorgt für viele Freiheiten. Als er zu einem Mordfall gerufen wird, entdeckt er unglaubliches. Bei dem Mord handelt es sich nicht um einen Menschen, sondern um eine Maschine und zwar der einer Brutmutter, die Menschen zur Welt bringt, denn die Menschheit ist unfruchtbar. Während seiner Ermittlungen gerät immer mehr in politische Verstrickungen... Meine Meinung Ich bin ein großer Fan von Dystopien und immer wieder auf der Suche nach neuen Büchern aus dem Genre. Die Idee von "Junktown" finde ich faszinierend, erschreckend und innovativ. Der Autor entführt den Leser in eine düstere Zukunft, die auf den ersten Blick ganz toll wirkt, aber hinter der Fassade schrecklich ist. Als Leser belgeitet man Solomon Cain durch dieses finstere Setting. Der Einstieg ins Buch bot einige Probleme für mich. Man wird mit fremden Begriffen in eine Welt geworfen, in der man sich erst einmal zurecht finden muss. Das fand ich wirklich nicht einfach, obwohl die Welt mich wirklich faszinieren konnte. Das Setting wird mit ansprechenden Science-Fiction Elementen, bei denen mich besonders die Maschinen interessierten, und einem insgesamt spannenden Kriminalfall kombiniert, aber auch Politik und gesellschaftliche Kritik kommt nicht zu kurz. Und auch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte findet einen Platz in dem Buch. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und zeigt, dass uneingeschränkter Konsum auch einige Nachteile bietet. Dennoch konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Mir blieben am Ende zu viele Fragen offen und ich wurde mit Solomon Cain nicht warm. Er ist zwar ein authentisch ausgearbeiteter Protagonist und hat seine Vorzüge, aber sein Schicksal konnte mich leider kaum berühren. Der Schreibstil dagegen ist insgesamt nach einiger Eingewöhnungszeit, aufgrund der fremden Begriffe sehr gut zu lesen und baut eine bedrückende und fesselnde Atmosphäre auf. Mir fehlte allerdings auch viel Hintergrundwissen zu der Welt und wie sie entstanden ist. Es wird zwar eine Revolution erwähnt, aber vieles blieb mir unklar. Dennoch ist es ein Buch, dass viele Facetten und Vorzüge hat, nur für mich war es nicht ganz das Richtige.# Fazit "Junktown" bekommt von mir nur knappe drei Sterne. Zwar mag ich das Setting und finde die hier dargestellte Zukunftsversion innovativ, aber mir blieben zu viele Fragen offen, den Anfang fand ich anstrengend, wegen zu vieler fremder Begriffe und ich wurde mit dem Protagonisten nicht wirklich warm. Dennoch könnte ich mir gut vorstellen, dass es genug Leser geben wird, die das Buch mögen, nur für mich war es nicht ganz das Richtige.

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Matthias Oden hat mit Junktown einen sehr außergewöhnlichen Roman geschaffen, der mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Hier zeigt sich mal wieder, dass Genialität und Wahnsinn sehr nahe beieinanderliegen. Einige Passagen fand ich schlichtweg genial, andere wiederum zäh oder viel zu übertrieben. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass der Autor einfach zu hoch hinaus wollte und sich zu oft in Nebensächlichkeiten verliert. Das Buch liest sich tatsächlich wie ein Drogentrip: Unberechenbar, schrill und provokant. Im Junktown der Zukunft finden wir eine sehr verdrehte Welt vor. Konsum wird hier großgeschrieben, Müll ist ein Zeichen von Wohlstand und alle müssen ihr monatliches Pensum an Drogenzufuhr erfüllen, bevor es zum Bluttest geht. Menschen werden in gigantischen Maschinenkomplexen namens Brutmutter gezüchtet, die sogar denken und Gefühle empfinden können. Der Roman beginnt mit einem Mord an einer dieser Maschinen. Eigentlich eine faszinierende Idee mit tollem Setting, doch der Einstieg gestaltete sich für mich eher schwierig. Leider konnte ich mir schon von Beginn an vieles einfach nicht bildlich vorstellen. Der Autor verwendet einfach viel zu viele Fachbegriffe, Bezeichnungen und Abkürzungen, die sich aneinanderreihen und nur sehr dürftig erklärt werden, weshalb es trotz Glossar oftmals kompliziert und verwirrend wird. Dies hängt aber auch mit der Ausdrucksweise des Autors zusammen. Der Roman ist sprachlich auf einem hohem Niveau, aber an vielen Stellen wurden mir die Metaphern und Vergleiche einfach zu abgefahren, zu abstrakt. Oden hat sein Augenmerk, meiner Meinung nach, zu stark auf kreative Wortneuschöpfungen gelegt, anstatt diese zu erklären oder ausreichend auf die Hintergründe der Revolution einzugehen. Die Geschichte dieser wird nur sehr knapp erklärt. Auf der anderen Seite hält er sich mit ausschweifenden Ausführungen sehr lange an überflüssigen Dingen auf. Was mich aber wirklich von Anfang an bei der Stange gehalten hat, ist der unglaublich spannende Kriminalfall rund um die tote Brutmutter. Hier zeigt sich, dass hinter dem zähen Einstieg eigentlich eine fantasiereiche, gut durchdachte Sci-Fi/ Dystopie steckt. Der Fall nimmt immer größere Ausmaße an, wird sehr komplex, gefährlich und zeichnet sich durch viele ungeahnte Wendungen aus. Der Ermittler Solomon Cain rutscht dabei in eine Sache, die eigentlich drei Nummern zu groß für ihn ist, aber seine Hartnäckigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, hat mich wirklich beeindruckt. Die Charaktere sind an sich eher unsympathisch und natürlich alle hoffnungslos verlorene Junkies, sodass ich auch den Protagonisten nicht so wirklich mochte, aber sein Humor war wirklich unterhaltsam. Es handelt sich um einen intelligenten, zeitweise schwarzen Humor, der oft satirische Ausmaße annimmt und Kritik an unserer Konsumgesellschaft ausübt. An vielen Stellen war mir das aber doch zu viel des Guten. Der Roman liest sich leider in großen Teilen viel zu überzogen. Viele Darstellungen der übermäßigen Konsumgesellschaft und ihrer Konsequenzen kamen mir persönlich einfach zu abstoßend und übertrieben daher. Ja, die Charaktere sind alle ständig im Rausch und nehmen so auch kein Blatt vor den Mund, aber der Autor hat sich da wirklich in seiner Fantasie verloren. Ich wollte nämlich überhaupt nicht wissen, wo Cain überall der Schweiß runterläuft oder wie jetzt genau das Fruchtwasser im Tank der Brutmutter riecht. Vielleicht ist dies ja einfach ein Männerbuch, aber einiges hat nun mal nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen, was sehr schade ist. Fazit: Matthias Odens Debütroman ist ein wirklich außergewöhnliches Werk, aber an vielen Stellen schießt es meines Erachtens über die Ziellinie hinaus. Dennoch hat Junktown seine wirklich guten, spannenden Passagen und wurde zum Ende hin immer besser. Eine lesenswerte, abgedrehte Dystopie mit einem mutigen Ende. 3,5/5

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Ein Roman aus einer psychotropen Stadt Willkommen in Junktown, der Hauptstadt der Zukunft. Nach der Revolution ist der Konsum von Drogen und anderen Gütern gesetzlich vorgeschrieben, jeder Bewohner ist von der Regierung dazu verpflichtet, Konsum auf höchstem Niveau zu betreiben und wird letztendlich über die Menge seines Müllaufkommens kontrolliert. Inspektor Solomon Cain, Ermittler der Geheimen Maschinenpolizei, wird zu einem Mordfall gerufen. Das vor seiner Ermordung geschändete Opfer ist eine künstliche Brutmutter, die dafür sorgt, dass es reichlich Nachschub an genetisch verändertem, beziehungsweise staatlicherseits optimiertem Menschenmaterial gibt. Da Mensch und Kunstwesen koexistent zusammenleben, wird diese mutwillig herbeigeführte Auslöschung dieser Brutmaschine, die zudem noch über 800 Föten der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Klassifizierungen austrug, als Mordfall behandelt und entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Doch schnell muss Cain entdecken, dass hinter dem profanen Mordfall weit mehr steckt, als zu Beginn vermutet… Kraft durch Konsum! Ein Roman, der mit einem Zitat Hunter S. Thompsons aus „Fear and Loathing in Las Vegas“ beginnt, kann per se nicht schlecht sein! Doch was mich letztendlich in dem Debütroman Junktown von Matthias Oden erwartete, übertraf meine kühnsten Vorstellungen. Der Autor entwickelt hier ein in seiner düster-morbiden Form authentisch wirkendes Gesamtbild, welches in sich stimmig eine dystopische, transmetropolische Zukunftsperspektive aufzeigt, die wirkt, als habe Terry Gilliam einen ewig zugedröhnten, desillusionierten Sam Spade in einer Geschichte von Philip K. Dick oder Warren Ellis platziert. Mir als Leser fiel es anfänglich schwer, in die Geschichte hineinzukommen. Der Schreibstil selber war durchaus gut lesbar und überzeugte mit einer hemmungslosen Lust am Fabulieren und glänzte mit herrlichen und ungewöhnlichen Wortkreationen. Doch der Gebrauch der Fachtermini dieser schönen neuen Welt wirkte anfänglich befremdlich und ungewohnt. Nach einigen Seiten hat man dies allerdings verinnerlicht und wird in den Bann dieses Science Fiction-Thrillers gezogen, der mit einer gut gelungenen Charakterskizzierung und einer gekonnten Mischung aus Sci-Fi und Noir glänzt. Ein innovatives und atmosphärisch dichtes Debüt, bei dem man sich schon auf den nächsten Roman des Autors freut! Junktown erscheint als in drei Teilen erzählter Roman als Originalausgabe im Paperback mit Klappenbroschur bei Heyne (400 Seiten, €12,99). Im Anhang befinden sich neben einer Danksagung ein Verzeichnis der Humanklassen und ein Abkürzungs- und Begriffsverzeichnis. Junktown ist eine faszinierende, sehr düstere und vor frischen Ideen übersprudelnde Geschichte, die einen, hat man sich erst mal in die schöne neue Welt eingelebt, nicht mehr loslässt. Wer Spaß an einer detailverliebten, komplex aufgebauten und in sich stimmigen Dystopie hat, gerne in gelungenen und wortgewaltigen Beschreibungen schwelgt, der kommt an diesem Roman nicht vorbei! Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung! Christian Funke

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Inhalt: Nach einer Revolution ist Drogenkonsum nicht nur legal, sondern Pflicht. Jeder Bürger Junktowns ist verpflichtet, zu konsumieren und seinen Drogenpegel auf einem bestimmten Level zu halten. Wird dieses Level bei dem monatlichen Drogentest unterschritten, drohen harte Strafen. Biotech Maschinen beherrschen den Alltag, unter anderem Brutmütter, die hunderte von speziell gezüchteten Baby auf einmal ausbrüten. Als eine dieser Brutmütter ermordet wird, kommt Solomon Cain, Beamter der Geheimen Maschinenpolizei, einer bahnbrechenden Entwicklung auf die Spur und gerät dabei in größte Gefahr. Meine Meinung: Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Wie lebt es sich in einer Welt, in der Drogen legal sind und das Leben aus einer einzigen rauschhaften Party besteht? Sind alle glückliche und zufriedene Blumenkinder? Wie aus meiner kurzen Inhaltsangabe schon ersichtlich ist, ist dem nicht so. Überwachung und Kontrolle bestimmen das Leben der Junktowner. Die Rauschsicherheitsbehörde überwacht alles, Kritik am Staat wird als Hochverrat gewertet und schnell landet man vor einem Sozialhygienegericht. Was genau dann mit der betreffenden Person geschieht, habe ich leider nicht so ganz verstanden, im schlimmsten Fall wird man recycelt. Prinzipiell mochte ich das Buch, der Schreibstil ist klasse, etwas störend sind die vielen Abkürzungen. HMW, GEMAPO, BM, BEPO, GGA und und und ... sicher, sie werden alle im Buch und auch im Anhang erklärt, aber ich bin trotzdem oft beim Lesen gestolpert. Matthias Oden, hat eine erschreckende Welt erschaffen, die nur auf den ersten Blick wie ein Paradies erscheint, sich aber schnell als das entpuppt, was es wirklich ist: eine kontrollierte, dreckige Drogenhölle. Einzige Errungenschaften sind die HMW (Höhere Maschinenwesen), die so etwas wie ein Bewusstsein haben und sogar Liebesbeziehungen mit Menschen eingehen können. Überhaupt scheint der Sex mit Maschinen oder mit maschineller Unterstützung für den Autor sehr wichtig zu sein, er erspart seinen Lesern allerdings allzu detaillierte Beschreibungen, da darf dann die Fantasie des Lesers Purzelbäume schlagen ;o) Die Krimihandlung, hat mir sehr gut gefallen, der Ermittler Solomon Cain ist ein sehr interessanter Charakter. Dass er dem Staat kritisch gegenübersteht und den Fall der ermordeten BM unbedingt aufklären will, rückt ihn ins Blickfeld der Rauschsicherheitsbehörde, und dennoch lässt er nicht locker. Die Auflösung hat mir extrem gut gefallen, das Motiv für die Tat ist so nachvollziehbar wie erschreckend. Ich hätte gern mehr Hintergrundinformationen bekommen: Was genau führte zur Revolution, die das Leben aller so sehr verändert hat? Was geschieht rund um Junktown? Ist die Stadt von allen anderen Staaten abgeschottet oder hat sich das System weltweit durchgesetzt? Ich könnte euch noch viel mehr erzählen, denn das Buch ist durchaus lesenswert. Ich könnte mir eine Fortsetzung durchaus vorstellen, in der vielleicht auch einige Fragen, die sich mir beim Lesen stellten, beantwortet werden.

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"Es ging nicht um Freiheit, um Freiheit geht es nie. Revolution ist nicht der Versuch, Herrschaft abzuschütteln. Revolution ist der Austausch der einen Herrschaft durch eine andere." (S. 362) ♥ Inhalt ♥ Abstinenz ist Hochverrat! Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist? (Text: Heyne) ♥ Cover ♥ Das Buch liegt als stabile Klappenbroschur gut in der Hand, jedoch ist die Verkleidung des Buchrückens eindeutig zu dünn geraten. Ich bin eine sehr vorsichtige Leserin, aber eine hässliche Leserille genau in der Mitte konnte ich beim besten Willen nicht vermeiden. :'( Die Gestaltung ist dafür wirklich toll geworden. Das futuristisch anmaßende Cover mit dem verfallenen Gebäude darauf passt wirklich gut zur Geschichte. Die rote Farbgebung deutet außerdem auf eine unterschwellige Gefahr hin, während die 3D-Optik des Titels mit einer leichten Prägung weiter hervorgehoben wird, sodass die Schrift wie eine Werbetafel wirkt. ♥ Meine Meinung ♥ Matthias Oden hat mit Junktown einen faszinierenden und sehr außergewöhnlichen Roman geschaffen, der mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Hier zeigt sich mal wieder, dass Genialität und Wahnsinn sehr nahe beieinanderliegen. Einige Passagen fand ich schlichtweg genial, spannend und aufwühlend, andere wiederum zäh oder viel zu übertrieben. An sich sind der inhaltliche Aufbau und die Dramaturgie des Romans einfach exzellent in ihrer Ausführung, zwischendurch hatte ich aber doch das Gefühl, dass der Autor einfach zu hoch hinaus wollte und sich zu oft in Nebensächlichkeiten verliert. Das Buch liest sich tatsächlich wie ein Drogentrip (sofern ich das beurteilen kann^^): Unberechenbar, schrill und provokant. Im Junktown der Zukunft finden wir eine sehr verdrehte Welt vor. Konsum wird hier großgeschrieben, Müll ist ein Zeichen von Wohlstand und alle müssen ihr monatliches Pensum an Drogenzufuhr erfüllen, bevor es zum Bluttest geht. Menschen können recycelt werden und koexistieren mit Maschinen, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz. Menschen werden in gigantischen Maschinenkomplexen namens Brutmutter gezüchtet, die sogar denken und Gefühle empfinden können. Der Roman beginnt mit einem Mord an einer dieser Maschinen. Eigentlich eine faszinierende Idee mit tollem Setting, doch der Einstieg gestaltete sich für mich eher schwierig. Leider konnte ich mir schon von Beginn an vieles einfach nicht bildlich vorstellen. Wie kann eine Brutmutter, eine riesige Maschine, bestehend aus mehreren Stockwerken, eine Beziehung zu einem Menschen eingehen? Was genau ist diese Stimmungsorgel und wie funktioniert sie nun? Der Autor verwendet einfach viel zu viele Fachbegriffe, Bezeichnungen und Abkürzungen, die sich aneinanderreihen und nur sehr dürftig erklärt werden, weshalb es trotz Glossar oftmals kompliziert und verwirrend wird. Dies hängt aber auch mit der Ausdrucksweise des Autors zusammen. Der Roman ist eigentlich sprachlich auf einem hohem Niveau, aber an vielen Stellen wurden mir die Metaphern und Vergleiche einfach zu abgefahren, zu abstrakt. Oden hat sein Augenmerk, meiner Meinung nach, zu stark auf kreative Wortneuschöpfungen gelegt, anstatt diese zu erklären oder ausreichend auf die Hintergründe der Revolution einzugehen. Die Geschichte dieser wird nur sehr knapp erklärt. Auf der anderen Seite hält er sich mit ausschweifenden Ausführungen sehr lange an überflüssigen Dingen auf, sodass ich mich durch diese eher spannungsarmen Passagen schon durchquälen musste. Was mich aber wirklich von Anfang an bei der Stange gehalten hat, ist der unglaublich spannende Kriminalfall rund um die tote Brutmutter. Hier zeigt sich, dass hinter dem zähen Einstieg eigentlich eine fantasiereiche, gut durchdachte Sci-Fi/ Dystopie steckt. Der Fall nimmt immer größere Ausmaße an, wird sehr komplex, gefährlich und zeichnet sich durch viele ungeahnte Wendungen aus, sodass ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht. Der Ermittler Solomon Cain rutscht dabei in eine Sache, die eigentlich drei Nummern zu groß für ihn ist, aber seine Hartnäckigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, und seine Vorgehensweisen haben mich wirklich beeindruckt. Die Charaktere sind an sich eher unsympathisch und natürlich alle hoffnungslos verlorene Junkies, die alle auf irgendeine Art und Weise eklig beschrieben werden, sodass ich auch den Protagonisten nicht so wirklich mochte, aber sein Humor war wirklich unterhaltsam. Es handelt sich um einen intelligenten, zeitweise schwarzen Humor, der oft satirische Ausmaße annimmt und Kritik an unserer Konsumgesellschaft ausübt. An vielen Stellen war mir das aber doch zu viel des Guten. Der Roman liest sich leider in großen Teilen viel zu überzogen. Viele Darstellungen der verkorksten, übermäßigen Konsumgesellschaft und ihrer Konsequenzen kamen mir persönlich einfach zu abstoßend und übertrieben daher. Ja, die Charaktere sind alle ständig im Rausch und nehmen so auch kein Blatt vor den Mund, aber der Autor hat sich da wirklich in seiner Fantasie verloren. Ich wollte nämlich überhaupt nicht wissen, wo Cain überall der Schweiß runterläuft, wo sich dieser sammelt oder wie jetzt genau das Fruchtwasser im Tank der Brutmutter riecht. Vielleicht ist dies ja einfach ein Männerbuch, aber einiges hat nun mal nicht meinen persönlichen Geschmack getroffen, was sehr schade ist. Insgesamt meine ich zu wissen, was der Autor mit seinem Buch aussagen möchte, aber an der Ausführung hakt es noch ein wenig. ♥ Fazit ♥ Matthias Odens Debutroman ist ein wirklich außergewöhnliches Werk, aber an vielen Stellen schießt es meines Erachtens über die Ziellinie hinaus. Ein bisschen kam es mir so vor, als hätte der Autor versucht ein Brave New World in "möglichst krass und explizit" zu schreiben (womit ich nicht ausdrücken möchte, dass der Roman nachgemacht wäre) und das hat mir einfach nicht ganz zugesagt. Dennoch hat Junktown seine wirklich guten, spannenden Passagen und wurde zum Ende hin immer besser. Eine lesenswerte, abgedrehte Dystopie mit einem interessanten, mutigen Ende. 3,5/5 ♥

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Junktown ist die Stadtz der Zukunft. Konsum ist Bürgerpflicht. Drogen bekommt man vom Staat, und es wird auch monatlich kontrolliert, ob man seine Drogen auch brav genommen hat. Heroin, Ritalin, alles was sich ein Junkie nur wünschen könnte. Und Maschinen haben viele Aufgaben übernommen. Zu Anfang kam ich etwas schwer rein ins Buch. Denn eine dieser Maschinen -eine "Brutmutter" mit 800 Föten - wird ermordet. Denn die Menschen kriegen ihre Kinder nicht mehr auf natürlichem Weg, das übernehmen Maschinen. Natürlich werden die Föten "vorbestellt" und konfiguriert. So haben später für Büroarbeit Vorgesehene einen Kartenleseschlitz oben an der Schläfe ... Beziehungen zwischen Mensch und Maschine sind auch normal, nicht nur körperliche, sondern auch echte Liebesbeziehungen. Und die ermordete Brutmutter hatte einen (menschlichen) Freund, wollte sich aber wegen ihres Liebhabers von ihm trennen. Auftritt Phillip Marlowe / Sam Spade / Humphrey Bogart, ach nein: hier heißt der lonesome wolf ja Solomon Cain. Inspektor, verwitwet, und innerlich schon sehr weit von Konsum- und Drogenzwang und dem Regime entfernt. Und so entwickelt sich einerseits ein klassischer Krimi wie aus Hollywoods schwarzer Serie der 1940er Jahre. Wem kann Cain trauen, er ist inzwischen ein Zyniker, die undurchsichtige Schöne - spielt sie ein falsches Spiel ... usw. Spannend geschrieben, mit überraschendem Ende. Was das Buch aber absolut zum Tipp macht, ist die Welt, die der Autor beschreibt. Voll bizarrer Einfälle: So muss man Müll kaufen und in seinen Garten streuen, um zu zeigen, wie wohlhabend man ist und wie viel man konsumiert. Nur über den immer ausreichenden Drogenkonsum kann der Staat seine Macht erhalten. Von jedem Menschen gibt es einen Scan der Gehirnströme, so können ausgebildete Greifermaschinen sofort jeden Gesuchten aufspüren. Und richtig heftig: die Menschheit ist in sogenannte Humanklassen eingeteilt, je nach Wichtigkeit für die Gesellschaft. Und wenn man nicht mehr wichtig ist, dann wird man auf "D" herabgestuft. Bedeutet "Ausfall", man wird zum Recyclinghof gebracht und dort die biologisch verwertbaren Körperteile ausgesiebt. Anderes Wort für Todesurteil also. Mehr will ich hier nicht verraten. Fazit: 5 Punkte - aber wohl eher ein Buch für Fans von harter Literatur, kein "Psychothriller" wie es zur Zeit so viele gibt. Oder andersherum - nicht gerade ein Frauenbuch.

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Ich habe mir ja fest vorgenommen, dieses Jahr meinen Lesehorizont stark zu erweitern. Dystopien und Endzeit-Geschichten à la Shadowrun mochte ich schon immer sehr gerne. Da habe ich bei „Junktown“ natürlich gerne zugegriffen. Das Buch spielt in einer (vielleicht nicht allzu) fernen Zukunft, in der Konsum oberste Bürgerpflicht ist. Dazu zählen auch Drogen, egal ob Meth, Heroin, Kokain oder Tabletten usw. Verpönt hingegen sind Alkohol und Zigaretten. Alle vier Wochen müssen die Bewohner von Junktown zum Drogentest, damit der Staat auch wirklich sicher gehen kann, dass die Bürger ihrer Pflicht nachkommen. Inmitten dieser vermeintlich schönen, neuen, zugedröhnten Welt passiert ein Mord. Nicht etwa an einem Menschen, sondern an einem sogenannten höheren Maschinenwesen – einer Brutmutter, die äußerst merkwürdige Föten in sich trägt. Chefermittler in diesem Fall ist Solomon Caine, der Held der Geschichte. „Junktown“ hat mir semi-gut gefallen. Der Schreibstil von Autor Matthias Oden gefällt mir zwar sehr gut, doch meiner Meinung nach hätte „Junktown“ viel mehr Potential gehabt. Mir bleiben bei der Geschichte einfach zu viele Fragen offen. Wie kann ein Mensch eine Beziehung mit einem höheren Maschinenwesen eingehen (immerhin ist so eine Brutmutter fast so hoch wie ein Hochhaus und groß wie eine riesige Produktionsanlage)? Warum sind die Menschen plötzlich unfruchtbar? Gibt es neben Junktown und seinen Satellitenstädten noch andere Städte mit anderen Gesellschaftsformen? Etc. Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, aber das würde dann den Rahmen einer Rezension sprengen. Junktown selbst stelle ich mir ein bisschen wie Pjönjang (das ist die Hauptstadt von Nordkorea) vor. Nur viel düsterer und schmutziger, aber ähnlich trostlos. Die Propaganda und die totale Überwachung finden sich auch in Junktown überall. Solomon Caine ist zwar ein wenig verwahrlost und „irgendwo falsch abgebogen“, aber trotzdem ein toller Charakter. Die Geschichte an sich ist flott und spannend geschrieben und auch mit dem (sehr überraschenden) Schluss bin ich soweit ganz zufrieden. Trotzdem hätte Junktown viel mehr Potential gehabt. Sehr schade, dass Matthias Oden das nicht genutzt hat.

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