Leserstimmen zu
Im Sog der Schuld

Laura McHugh

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Vor 17 Jahren sind Ardens Zwillingsschwestern spurlos verschwunden, als sie auf die beiden aufgepasst hatte. Bis heute macht sich Arden schwere Vorwürfe, obwohl sie damals mit acht Jahren selbst noch ein Kind war und muss mit der Ungewissheit leben, was mit ihren damals 18 Monate alten Schwestern passiert ist. Die Familie Arrowood ist nach diesem schrecklichen Ereignis aus Keokuk/ Iowa weggezogen und letztlich auseinandergebrochen. Zehn Jahre nachdem Arden das letzte Mal im Sommer in Keokuk zu Besuch war, stirbt Ardens Vater und sie erbt das Anwesen Arrowood. Arden kehrt in ihren Heimatort zurück und mit ihr die Erinnerungen an das Jahr 1994, das dem Leben der Familie eine entscheidenden Wende gegeben hatte. Als Josh Kyle, der ein Buch über die Entführung der Zwillinge schreiben möchte, Arden auf die Vergangenheit anspricht, wird deutlich, dass ihre Erinnerungen an den Tag der Entführung zahlreiche Fragen aufwerfen und dass der mutmaßliche Täter womöglich nichts mit dem Verschwinden der Zwillinge zu tun hatte. Je intensiver sich Arden mit der Vergangenheit auseinander setzt, desto mehr Geheimnisse ihrer Familie aus der damaligen Zeit treten zutage, die ihr als Kind verborgen geblieben waren. "Im Sog der Schuld" ist aus der Ich-Perspektive der 25-jährigen Arden geschrieben, die von den Ereignissen der Vergangenheit noch immer schwer gezeichnet ist. Sie verbietet sich glücklich zu sein und sich weiterzuentwickeln, während die Welt um sie herum sich weiter drehte. Sie wartet seit Jahren auf Zeichen, auf Antworten und lebt mit der Hoffnung, dass die Zwillinge noch leben könnten. Als sie nun nach all den Jahren in die marode Villa Arrowood zurückkehrt, lassen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit nicht mehr los. Der Schauplatz des Romans, das alte, lange unbewohnte und für eine einzelne Person viel zu große Haus wirkt beängstigend und gruselig. Knackende Geräusch, marode Leitungen und Fenster, die sich nicht öffnen lassen, jagen einen Schauder über den Rücken. Das Buch ist eine Mischung aus Familientragödie, Kriminalroman und unblutigem Psychothriller, der durchweg spannend geschrieben ist. Als Leser möchte man wie Arden erfahren, was an dem Tag der Entführung wirklich passiert ist und wo die Zwillinge - tot oder lebendig - nun sind. Dabei begegnen Arden einige Bewohner von Keokuk, die wie Ardens trügerische Erinnerungen nur schwer einzuschätzen sind. Die beklemmende Atmosphäre der alten Villa, die zunehmenden Zweifel an den eigenen Erinnerungen sowie die über Jahre gehegten Schuldgefühle sind durch den eingängigen Schreibstil spür- und nachvollziehbar. "Im Sog der Schuld" ist ein authentisch erzählter Cold Case, der unvorhersehbar und spannend beschrieben ist und mit all der Tragik in der Familie auch emotional bewegt.

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Mein Eindruck: Erinnerungen und Gefühle können täuschen … Gefühle Im Sog der Schuld ist in der Ich-Perspektive geschrieben, weshalb man ziemlich gut mitbekommt, was Arden erlebt, denkt und fühlt. Eigentlich ist das nicht so meine Lieblingsperspektive, aber in diesem Fall fand ich sie wirklich genial. All die widerstreitenden Gefühle kamen so sehr gut zum Ausdruck und ich konnte mich gut in Arden hineinversetzen und mit ihr fühlen. Langsam Die gesamte Geschichte baut sich sehr langsam und behutsam auf. Gerade zu Beginn dominieren Beschreibungen der Landschaft, des Hauses und Ardens Erinnerungen an glücklichere Zeiten ihrer Kindheit. Aber auch ihre Erinnerung an das Verschwinden ihrer kleinen Zwillingsschwestern wird sehr einfühlsam erzählt und ich kann ihr schlechtes Gewissen nachvollziehen, auch wenn sie damals ja selber noch ein kleines Kind war. Bekannte Nach und nach tauchen immer mehr Leute auf, die Arden schon in ihrer Kindheit kannte. Manche mocht sie damals schon sehr, zu manchen hatte sie schon als Kind ein eher distanziertes Verhältnis. Dann kommt Josh noch dazu, der über die ganze Sache ein Buch schreiben möchte und reichlich recherchiert hat. Auch ihre Mutter taucht, zumindest m Telefon, immer mal wieder auf. Erinnerungen Mehr und mehr zweifelt Arden ihre eigenen Erinnerungen an. Hat sie damals wirklich zum Entführungszeitpunkt dieses goldene Auto gesehen? War in dem Auto ein Hund, oder waren das wirklich die beiden blonden Haarschöpfe ihrer Schwestern? Wieso hatte sie das Verhältnis zwischen ihrem Vater und der Nachbarin nicht bemerkt? Was gibt es in dem alten, zugemauerten Raum im Keller zu entdecken? Wer spielt hier falsch und wem kann sie trauen? Auflösung Zum Ende lösen sich alle Geheimnisse mehr oder weniger auf und Arden weiß nun, was damals tatsächlich geschehen ist. Ich weiß es gemeinsam mit Arden natürlich auch, aber ich gebe gerne zu, ich hätte noch ewig weiterlesen können :-) Ich liebe den Schreibstil von Laura McHugh und ich liebe diese träge, warme Südstaatenatmosphäre die in der Geschichte dominiert. Es hat etwas von klebriger, warmer, aber total leckerer, süßer Zuckerwatte :-) Mein Fazit: Im Sog der Schuld ist eine Art Familiengeschichte mit mysteriösen Untertönen. Vielleicht gar nicht mal so spannend, aber ich liebe den Schreibstil und den leichten Südstaatencharme, den die Story verströmt. Wer mehr auf schnell erzählte Geschichten steht wird hiemit nicht glücklich - aber wer sich gerne mal ein bisschen im charmant erzählten Mystery-Bereich bewegt, kommt hier auf seine Kosten. Ich denke, ich werde mir auch ihr erstes Buch noch kaufen :-)

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Arden Arrowood kehrt heim. Nach Arrowood, dem verlassenen Anwesen der Familie in der Kleinstadt Keokuk, Iowa. Als alleinige Erbin. Historikerin, ohne Abschluss und berufliche Perspektive, noch immer geplagt von einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit. Ihre Zwillingsschwestern sind – unter ihrer Aufsicht – spurlos verschwunden. Entführt worden, glaubt sie. Oder etwa doch nicht? Sie ist gleichzeitig sicher und zweifelt doch auch an ihren Erinnerungen und dem Schluss, den sie vor vielen Jahren daraus gezogen hat. Damals war sie ein Kind, schockiert und verwirrt. In ihren Grundfesten erschüttert. Und noch heute nagt dieser Verlust an ihr, kämpft sie mit Schuldgefühlen und möchte nichts lieber, als den für die Entführung ihrer Schwestern Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Damit sie endlich abschließen und sich von ihren Schuldgefühlen befreien kann. Vergangenheit und Gegenwart bekommen wir durch die Augen der Ich-Erzählerin Arden präsentiert, so dass wir uns nie ganz sicher sein können, ob das, was sie beschreibt, auch den Tatsachen entspricht. Deren Suche nach der Wahrheit präsentiert sich dem Leser äußerst vielschichtig. Und was anfangs eher behäbig und redundant daherkommt, entwickelt sich mit fortschreitender Handlung zu einer spannenden Familiengeschichte, einem faszinierenden Spagat zwischen Erinnerung und deren Interpretation, zwischen Wunschdenken und Realität, wobei die Autorin immer wieder die Erwartungen des Lesers ins Leere laufen lässt. Ein gewisses Interesse an Mystery/Southern Gothic-Romanen sollte man für die Lektüre von Laura McHughs “Im Sog der Schuld” schon mitbringen. Obwohl die Geschichte in Iowa, Mittlerer Westen verortet ist, verströmt sie doch sehr viel Südstaaten-Flair. Die Schwere, die Trägheit des Mississippi River, der in seinem Flussbett langsam dahinströmt – dieses Empfinden zieht sich durch das gesamte Buch. Verstärkt durch die detaillierten und gelungenen Beschreibungen der Umgebung, den sich im Lauf der Story verändernden Blick zurück sowie die undurchsichtige Atmosphäre, die über allem liegt. Absolut entschleunigend!

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