Leserstimmen zu
The Hate U Give

Angie Thomas

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Kurzbeschreibung: Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen... (Quelle: Amazon.de/ Juli 2017) Cover: Schlicht, aber auf den Punkt gebracht- hier finde ich es super, dass hier das Originalcover übernommen wurde, denn mehr braucht diese Geschichte nicht. Sie wirkt für sich und braucht keinen optischen Schnick-schnack. Den Titel finde ich übrigens auch sehr passend, super, dass er Englisch gelassen wurde. Thema: Starr ist mittendrin und doch ganz alleine. Diese starke Protagonistin kämpft sich durch ein wirklich schweres Leben und muss trotzdem noch zusätzlich viel Leid erfahren, obwohl ihre Eltern alles für ein besseres Leben ihrer Tochter geben. Als eines Tages ihr bester Freund Khalil erschossen wird, wird Starrs Leben noch einmal mehr auf den Kopf gestellt- doch warum muss Starr lügen, um sich zu retten und kann man es überhaupt schaffen, in zwei Welten gleichzeitig zu leben? Idee/ Umsetzung: Bei Büchern mit solch brisanten Themen hat man häufig das Gefühl, nur auf positive Rezensionen zu stoßen, einfach weil es das Thema verlangt, weil man ein Zeichen gegen Rassismus setzen muss. Doch ich bewerte das Buch an sich und urteile damit keineswegs über das Thema selbst. Dieses Buch ist einfach fantastisch! Es ist bereits einige Tage her, dass ich dieses Buch beendet habe und wollte gerne etwas Abstand zur Geschichte gewinnen, um meine Meinung besser in Worte fassen zu können. Was soll ich sagen? Dieses Buch lässt mich einfach nicht los. Starrs Geschichte ist etwas ganz besonderes und ja, es gibt viele Bücher über Rassismus und Ausgrenzung, über Ungerechtigkeit und schwere Schicksale, aber dieses Buch ist anders. Ich habe schon mehrfach gehört, dass das Buch sehr hohe Wellen schlägt und sicher eine gute Schullektüre abgeben wird- da stimme ich vollkommen zu und habe das Buch definitiv in mein Leseherz geschlossen. Als wäre das Thema an sich nicht schon aufrüttelnd genug und erschreckend aktuell hat Angie Thomas auch einen sehr authentischen, emotionalen und klaren Schreibstil. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen und hier kann keiner die Augen vor der Wahrheit verschließen. Umso emotionaler wird das ganze, weil Starr die Geschichte aus ihrer Perspektive schildert, dieses bemerkenswerte Mädchen hat einfach schon so viel durchmachen müssen und ihre Pechsträhne scheint kein Ende zu haben. Ich habe sehr mit unserer Protagonistin mitgelitten, -gefiebert und auch etwas geweint. Es ist unfassbar traurig, wie viel von dem "Rassendenken" in den USA noch übrig geblieben ist und durch die Medien kann man immer wieder sehen, dass Schicksale, wie Khalils, Realität sind und Mädchen wie Starr, mögen sie noch so stark sein, wenig Chancen haben, auch heutzutage noch. Ich danke der Autorin, dass sie dieses wachrüttelnde, emotionale und authentische Buch geschrieben hat. Man sagt häufig, wir Leser leben mehrere Leben und ich bin sehr dankbar, dass ich mit diesem Buch die Erfahrung machen konnte, in Starrs Leben hineinzublicken und ein Stück weit einen besseren Eindruck von diesen Lebensbedingungen habe, die tausende von Jugendlichen auch heute noch erleiden müssen, allein wegen ihrer Hautfarbe. Mich interessiert sehr, wie viel von Starrs Schicksal und ihren Erlebnissen aus den Erinnerungen der Autorin stammt, denn die Geschichte ist so realitätsnah geschrieben, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass sie komplett fiktiv ist... Fazit: Ein wahnsinniges Buch, dass seinen Hype zurecht feiern darf und wieder etwas Aufmerksamkeit auf dieses brisante Thema richtet. Die Autorin versteht es, authentisch zu schreiben, Emotionen zu transportieren und dem Leser Gänsehaut zu bescheren. Rassismus ist und bleibt leider ein aktuelles Thema und dieses Buch schildert einmal mehr, wie schrecklich ungerecht das Leben doch sein kann und gibt einen sehr schönen, wie erschreckenden Einblick in das Ghettoleben in den USA.

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Ein Vermerk vorab: meine Rezension bezieht sich auf den Originaltitel, welchen ich im April las. Da der Inhalt aber die gleiche Message hat, wird meine Meinung sicher nicht minder hilfreich sein. Mein Resumé Hypes um Bücher ziehen auch mich manches Mal magisch an, machen mich aber aus skeptisch. Weshalb ist das so? Hier ist die Sache, die ich vor Jahren bei Jugendbüchern gemerkt habe, die „wichtige“ Fragen anpacken. Und ich bin damit ganz sicher nicht alleine. Während ich der Bemühungen nur applaudieren kann, mehr Jugendbücher zu schaffen, die sehr empfindliche und vielfältige Themen behandeln, wird nicht selten gerade dieser Aspekt durch oberflächliches Liebesgesäusel kaputt gemacht. Warum? Auch Teenager erleben Rassismus, Geisteskrankheit, Missbrauch, Mobbing, Vergewaltigung, Sexismus, Homophobie, Körperprobleme, etc. Sei es im eigenen Umfeld, oder bei Freunden. Warum wird also in Geschichten mit diesen Themen um den heißen Brei herumgeredet? Warum können wir es nicht einfach so sagen wie es ist? Weshalb muss dem Leser unbedingt das Gefühl vermittelt werden, das alles in Ordnung sein wird, solange die Protagonisten eine süße Romanze haben? So ist das Leben nicht. Ich bin der Meinung, dass in Jugendbüchern Tacheles gesprochen werden sollte. Ein Teenager hält sowas aus. Ganz ohne Zuckerwatte und rosa Brille auf der Nase. In your Face! Diese Verantwortung hat ein Autor, wenn er/sie sich auf sensible Themen einlässt. Warum drückt man sich also davor? THE HATE U GIVE ist der Grund, warum ich Ausnahmen mache. Und das sei schon mal gesagt; dieses Debüt ist jedes Wort seines Hypes wert. Angie Thomas hält in THUG nichts zurück. Und so stirbt Starrs bester Freund Khalil in ihrem Beisein, bereits auf den ersten Seiten. Viele von uns haben davon gehört, wie eine Welle der Gewalt von Seiten der Polizei gegen Schwarze aufwallt. Die Debütantin redet nichts schön, sie tritt der Komplexität und Schwierigkeit der non-fiction Thematik Black Lives Matter nicht nur entgegen, sondern umschließt sie offen. Angie Thomas untersucht gründlich jeden Winkel der Gewalt, des Rassismus und der Vorurteile, die derzeit weltweit stattfinden. So wird der Leser Zeuge sehr unschöner, rassistischer Anschuldigungen, brutalen Aufständen und Drohungen. Ich wurde Teil des beispiellosen Alltags der Protagonistin Starr. “Pac said Thug Life stood for ‚The Hate U Give Little Infants Fucks Everybody‘.” Dieser Erstling wurde inspiriert aus eigenen Erfahrungen und hautnahen Beobachtungen. Es kommt nur noch selten vor, dass eine Autorin mich mit ihren Worten über die gesamte Buchlänge so derart fesseln kann. Thomas schreibt wie ein Orkan und hat mich im Nu abgeholt. Mit weit über 400 Seiten – die deutsche Übersetzung wird die fünfhundert knacken – ist dies keine kurze Geschichte. Aber es fühlte sich nie nach zu viel an. Der Erzählstil ist dicht, jede Passage sitzt. Vielleicht habe ich nicht viele Tränen vergossen, aber es war dennoch äußerst emotional. Nicht selten haben mich die Handlungen und Worte von Figuren, beim lesen so wütend und hilflos werden lassen. Darüber hinaus schenkt uns Angie Thomas eine wahnsinnig gute Zeichnung der Hauptfigur. Starr Carters Stimme ist lebendig und sie war alles, was ich mir von ihr erhofft habe als Hauptcharakter. Sie ist klug, frech, mitleidsvoll, tapfer & lustig. Aber Starr hat verständlicherweise auch viele Ängste und Unsicherheiten. Diese Geschichte schreibt über Starrs Lernen, ihre eigene Stimme zu finden und zu umarmen, wer sie ist und wo sie herkommt. „Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.“ Die anderen Charaktere sind auch alle fantastisch geformt worden. Sie wirkten so real. Als ob Angie Thomas über ihre Familie schreibt. Die Dynamik der Carter-Familie war erstaunlich – so unterstützend, liebevoll und cool. Sie haben ihre eigene Sprache & ihre Codes. Und obwohl die Stimmung oft düster und rau ist, wird die Handlung immer wieder von kleinen familiären Frotzeleien aufgelockert. Ihre lebhaften Persönlichkeiten leuchten durch die Seiten und man kann nicht umhin, sich für jeden von ihnen zu begeistern. „A brush is not a gun.“ THE HATE U GIVE hat eine starke Botschaft. Wir sind von Geburt davon geprägt worden, gewisse Ansichten zu haben. Jeder von uns hat das schon mal getan. Unbewusst etwas gesagt und damit vielleicht sogar einen Schaden angerichtet. Als Menschen beurteilen wir manchmal, ohne aber den Feinsinn für das Urteil zu haben. Angie Thomas erteilt mit ihrem Debüt eine Lektion. Diese Geschichte beschränkt sich jedoch nicht auf das Spektrum von Rasse und Rassismus, Vorurteilen und Ungerechtigkeit. Thomas richtet den Fokus auf so viele verschiedene wichtige Themen. Fazit >THUG< ist ganz sicher nicht nur eine Eintagsfliege. Angie Thomas ist ein neues, sehr ernst zunehmendes Talent im Jugendbuch Himmel. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie die Leser hierzulande reagieren werden und was Thomas als nächstes schreibt.

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