Leserstimmen zu
Goodbye, Moskau

Wladimir Kaminer

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Paperback
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Wladimir Kaminer ist wohl einer der in Deutschland populärsten Russen. Sein Humor ist mitreißend und bei seinen Büchern ist das Lachen vorprogrammiert. So war ich neugierig auf dieses Buch, in dem er einen Blick auf seine alte Heimat richtet. In 33 Kurzgeschichten, nur wenige sind länger als 10 Seiten, bringt er dem Leser Russland und die Mentalität der Russen näher. Immer mit einem Augenzwinkern nur in ganz wenigen Fällen fand ich den Humor etwas aufgesetzt, so zum Beispiel in der Geschichte „Die Demos meines Lebens“. Leicht, unterhaltsam, mit einer guten Portion Selbstironie und mit seiner ganz speziellen Art von Humor schildert er Erlebnisse und Begebenheiten aus Russland. Dabei findet er eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz. In der derzeit politisch angespannten Beziehung zu Russland empfinde ich dieses Buch als recht wichtig, denn es bringt dem Leser den Russen (oder eher den Autor selbst?) näher, wie sagt Kaminer so passend, man erfährt, wie die Russen ticken. Für mich ist dieses Buch, dass ich weder in die Kategorie Sachbuch noch in die der Belletristik einordnen kann – ein echter Kaminer eben, interessant und lesenswert. Ein wenig fehlte mir der historische Bezug zur Oktoberrevolution, den ich auch nur nach Kenntnis des Klappentextes erwartete. Wer aber Kaminers Erzählungen über seine alte Heimat wirklich genießen will, sollte zum Hörbuch greifen, das hat einen ganz besonderen Charme, weil es von Wladimir Kaminer selbst gelesen wird.

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2017 ist das Jahr, in dem sich russische Revolution zum hundertsten Mal jährt. Passend dazu gibt es viele Neuerscheinungen zum Thema Russland, unter anderem auch Goodbye, Moskau: Betrachtungen über Russland von Wladimir Kaminer. Kaminer ist selber gebürtiger Russe, welcher seit 1990 in Deutschland lebt und arbeitet. Ich muss zugeben, dass ich vorher noch nichts von Kaminer gehört oder gelesen habe, aber die Beschreibung des Buches und seine Gestaltung haben mich sofort angesprochen. Was den Untertitel von Goodbye, Moskau angeht, bin ich etwas zwiegespalten – irgendwie impliziert Betrachtungen für mich etwas leicht anderes, als man in dem schmalen Buch zu lesen bekommt, aber das tut dem Lesevergnügen selbst ja keinen Abbruch. In Goodbye, Moskau finden sich 33 Geschichten oder Anekdoten, die teils Kaminer selbst, seinen Freunden oder Verwandten so oder so ähnlich zugestoßen sind. Vom lärmenden Kühlschrank über das Abenteuer Moskauer Metro bis hin zur Gottesmutter, die partout nicht mit Putin reden möchte: Die Geschichten sind mit Witz und Humor geschrieben. Man merkt, dass Kaminer öfter Kolumnen verfasst, weil sich die kurzen Abschnitte eben genauso lesen. Es fließen immer wieder Anspielungen auf die Sowjetunion und aktuelle Ereignisse wie die Krimanektion ein, aber dem Leser wird kein umfassendes Vorwissen abverlangt. Tatsächlich beschreibt Kaminer vieles mit erstaunlich einfachen Worten und Bildern, die gut verständlich sind, auch falls man sich noch nie mit Russland und seiner Geschichte auseinandergesetzt hat. Diese Stärke ist allerdings auch immer zeitgleich eine der Schwächen von Goodbye, Moskau: Ein Sachbuch sucht man zwischen den Buchdeckeln hier vergebens. Durch den persönlichen Bezug zu Kaminer sind die meisten Geschichten geprägt und keine objektiven Betrachtungen, und der Humor muss einem als Leser schon zusagen. Zwar hat es mich nicht direkt gestört, aber vom Klappentext her hatte ich doch mit einer stärkeren Bezugnahme auf Russland selbst beziehungsweise dem 100. Jahrestages der Oktoberrevolution in den Geschichten gerechnet. Kaminer erzählt zwar von Ereignissen in seinem Heimatsland, aber der Fokus liegt doch mehr auf den Menschen und wie teils unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen, als auf geschichtlichen Ereignissen. Türme aus purem Gold war dabei meine liebste Geschichte, dicht gefolgt von Die französische Suppe Bouillabaisse. Mir haben die Lesestunden mit Goodbye, Moskau Spaß gemacht und ich mag definitiv noch mehr von diesem Autor in Zukunft lesen.

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