Leserstimmen zu
Die Wolkenfischerin

Claudia Winter

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‚Die Wolkenfischerin‘ ist bereits der dritte Roman, den ich von der Autorin aus dem Goldmann Verlag lese, und auch er begeistert wieder. In der gewohnten Eleganz und gefühlvollen Note, die jeder einzelne Satz ins Leserherzen treibt. Claudia Winters Schreibstil hat klasse, ist flüssig und eloquent, malt wundervolle Bilder und webt packende Gefühle, entführt einen direkt an den Ort des Geschehens und lässt einen reisen – durch die Geschichte, die Schauplätze, das Leben. Sie hat es somit zum wiederholten Mal geschafft, mich am Ende vollkommen zufrieden zurückzulassen. Bisher waren ja die ‚Glücksterne‘ mein Favorit von ihr, doch ich muss sagen, dass diese durch ‚Die Wolkenfischerin‘ um einen Platz nach hinten verschoben worden sind. Claudia Winter ist mit dieser Erzählung schriftstellerisch gewachsen, hat sich an ein zum Teil sehr persönliches Thema (Gehörlosigkeit ist auch in ihrer Familie bekannt) herangetraut und dieses voller Leben und Kraft in die Geschichte gebaut. Davor ziehe ich meinen Hut, denn es kostete mit Sicherheit eine Menge Mut und Tränen, doch es ist ihr gelungen. In jedem Wort spürt man die unendliche Liebe, die sich nicht an äußerlichen und innerlichen Begebenheiten festmacht, sondern die einfach ist. Rein und klar. Ich bin ein Fan ihrer Art, Geschichten zu erzählen – voller Stil, Wortwitz, Esprit und immer passend zum jeweiligen Thema. Claudia Winters Romane sind voller Genuss, Zuneigung und schmiegen sich wie ein lieb gewonnener Freund um die Leserseele. So natürlich auch in diesem kleinen Schmuckstück, indem wir zu Beginn der jungen Gwen begegnen, die ihren Vater verloren hat und damit vorerst auch, ihren Träumen nachzujagen. Ihre Schwester ist gehörlos, ihre Mutter seit dem Tod des Mannes seltsam kalt und distanziert, wenn es um Gwen geht, welche sich missverstanden und ein Stück weit auch im Stich gelassen fühlt. Vor dem harten Schicksalsschlag war die Familie geprägt von Liebe, Zuneigung und Lebensfreude, jetzt ist sie erfüllt von Einsamkeit, fehlender Hoffnung und der Bitterkeit des Lebens. Die Trauer droht Gwen zu ersticken, nimmt ihr jede Antriebskraft, die sie gerade in den Jahren einer Teenagerin so dringend benötigte. Doch dann entscheidet sich die von Schmerz und Verlust durchsetzte Familie, die etwas schrullige Tante in Paris zu besuchen und mit Gwen wird mit einem Mal alles anders, sie lernt wieder zu leben und ihren Schmerz hinter der Fassade der grand dame zu begraben. Flüchtet vor ihrer Vergangenheit, um sich eine fehlerlose Zukunft aufzubauen. Plötzlich taucht auch noch eine gewisse Claire in Gwens Leben auf und weist ihr den Weg die Träume- und Karriereleiter hinauf. Das Ganze hat nur einen hohen Preis: die Abkehr von Mutter und Schwester, der sie doch ein baldiges Wiedersehen versprochen hatte … ein ›Bald‹, das eine Ewigkeit dauern sollte … Wenn das Leben neue Chancen verteilt und ein übermächtiger Beamter zum Überbringer dieser wird. Wenn eine gehörlose Schwester, eine sich über die Jahre abschottende Mutter und eine Tante voller Charme, Esprit und Grande Dame-Allüren zum Wegweiser nach Hause werden. Wenn ein Chef, der so ganz anders ist als die vergangenen Jahre zum Anker wird und in der Heimat Gwens unerwartet auftaucht. Wenn eine Gwen sich selbst zu finden versucht. Wenn Fassaden, die wir alle von Zeit zu Zeit auflegen, bröckeln, weil der Blick dahinter uns erst die Wirklichkeit zeigt. Ja, dann ist es Schicksal, ein Schicksal, das uns offenbart und mit viel Mut erkennen lässt, dass Finistère womöglich doch nicht das Ende der Welt ist. Sondern erst der Beginn, man muss sich einfach nur von den bretonischen Wellen tragen lassen. Sie führen einen schon genau dahin, wo das Herz gesunden kann. • Ob es Gwen so auch ergehen wird? • Wird sie es schaffen, zu ihrer Familie und ihren wahren Träumen zurückzufinden? • Frisst der Schmerz um den bitteren Verlust sie innerlich auf und macht eine Rückkehr zu Mutter und Schwester unmöglich? • Wird es am Ende überhaupt noch eine Familie geben, die sie willkommen heißt? • Und was hat es mit dieser Claire auf sich, die später noch zu Gwens Wegweiser in Richtung Wahrheit werden soll? • Nicht zu vergessen, ein gewisser Hellwig, der dieser nicht nur das Herz höherschlagen lässt, sondern sie auch dazu zwingt, eine wichtige Entscheidung zu treffen? • Was wird es am Ende sein: Wahrheit oder Lüge? Lest selbst und lasst Euch abwechselnd entführen nach Berlin, Paris und in die Bretagne. Lasst Euch dabei wie die Wolken treiben und nehmt jedes noch so leise Detail auf. Der Herzschlag der Geschichte sitzt in jeder Zeile. Es ist eine Liebesgeschichte: um die unendliche Liebe einer Familie, um Vergebung, Neubeginn und die Erkenntnis, dass ein Zuhause nicht durch Lügen und Abkehr verschwindet, sondern sich immer im Herzen befindet. »[…] und es war so still dort, während hier sogar die Nacht einen Herzschlag hatte.« Ein besonderes Merkmal an Winters Romanen, das ich sehr zu schätzen gelernt habe, ist: Die Autorin gibt nicht durch knappe Randbemerkungen ein nur angedeutetes Flair der Kulisse der Geschichte wieder, sondern zeichnet das Bild mit ausgewogener Fülle, mit Charme, mit Authentizität. Die Schauplätze sind gut recherchiert und um die perfekte Note eigener Inspiration ergänzt. Damit lockt sie einen wirklich in die Bretagne. Ich habe mich durch ihre Worte direkt heimisch gefühlt, den Ort/die Gegend ins Herz geschlossen. Ergänzt wird das in Winters Fall immer durch landes-/regionstypische Rezepte, die sich am Ende des Buches finden und in Bezug zur Geschichte stehen. Man bekommt somit wahrlichen Genuss auf das volle Entdecken. Winters Romane sind mehr als bloße, kurzweilige Geschichten. Sie sind ein Gesamtpaket, das ins Herz geht und einen auf vielen Ebenen voller Gaumenfreude und Zufriedenheit erfüllt. Und das darüber hinaus mit einzigartigen Anekdoten und Verweisen geschmückt ist, die für mich persönlich von Bedeutung sind, als würde die Autorin mein Herz kennen. Das ist ein besonderes Talent, für ein großes Publikum zu schreiben und doch jeden Einzelnen auf seine Weise zu erreichen. In meinem Fall war es Folgendes: »Der kleine Prinz«, wie er in der Geschichte erwähnt wird, ist auch eine meiner Lieblingsgeschichten. Zu lesen, dass er auch Einzug in die Herzen anderer findet, war nur ein weiteres von vielen Schmankerln in der Wolkenfischerin. Darüber hinaus vermag es Claudia Winter, jeden Charakter voller Stärke und Liebe bis ins Detail zu zeichnen, dass man sich einem jeden davon beim Lesen nahe fühlt. So nahe, als begleite man nicht nur Gwen, sondern auch die anderen durch die Bretagne, die Reise des Lebens. Aber vor allem: Als begleite man sie auf ihrem Weg nach Hause. Ja, alle Charaktere sind auf ihre eigene Weise ausnahmslos stark. Winter schreibst einfach mit Tradition, Esprit und einer würzigen Prise Humor (vor allem in den schrulligen und herzallerliebsten Nebencharakteren), die das Ganze abrunden. »Nun denn, ich finde, der Name Claire Durant klingt wie eine ganz wundervolle Eintrittskarte.« • Doch eine Eintrittskarte wohin? Zurück ins echte Leben? Der Roman ist für mich eine einzigartige Erzählung mit dem perfekten Gespür für das, was uns als Leser in unseren Herzen berührt: große Träume, Liebe, Erfolg, aber auch die Bewältigung tiefer Trauer, das Erlenen von Vertrauen (vor allem in sich selbst), und Vergebung – allein die Mischung daraus ist der Weg in die Zukunft, in eine ehrliche Zukunft. Auf Lügen lässt sich nichts mit dauerhaftem Bestand aufbauen – die Botschaft dieses Buches. Irgendwann fällt das erschaffene Konstrukt zusammen, wie eine Pusteblume im Wind verweht. Die eigene Vergangenheit vergisst einen nie. Man kann niemals vor sich selbst davonlaufen. Etwas, das die Protagonistin in diesem Werk aufs Schärfste selbst erfahren wird. Kommen wir nun zur äußeren Aufmachung. Es ist eines dieser wenigen Cover, die einen direkt im Herz berühren und an den Ort des Geschehens entführen. Voller Farbe, voller Hoffnung, voller Urlaubsfreude – wie auch die Geschichte selbst. Die Blau-und Rottöne harmonieren gekonnt und in Verbindung mit dem Hafen im Hintergrund und dem Titel des Romans lassen sie einen sich direkt an den Ort der Geschichte träumen, durch die Cafés und kleinen Läden flanieren, nach den großen Wünschen greifen, ja nach Wolken fischen. Für mich wirklich einfach besonders. Ich nahm das Buch in die Hand und wusste sofort, es ist wie nach Hause kommen, an einen Ort, der mir bisher unbekannt war. Ein Ort, der mir nach der Geschichte aber zu einer Heimat des Herzens geworden ist. Darüber hinaus muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass das auf der Rückseite des Buches abgedruckte Autorenfoto farblich perfekt zum restlichen Cover passt, zudem wirkt die Autorin sehr sympathisch. Im Inneren glänzt es auch. Die Schwalben (?) über den Kapiteln, gekonnt ausgewählt und so passend und schön gestaltet, fischen quasi auch im Himmel nach den Wolken. Abschließend und zusammenfassend: So viel Liebe zum Detail vermochte die Autorin in die zu Beginn auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte, ja in die Ausgestaltung der malerischen Kulisse zu legen. Zusammen mit den Rezepten am Ende, die zu bretonischem Hochgenuss einladen, und dem frz. Glossar bildet es einfach ein Gesamtschmuckstück. Etwas Besonderes, das die Wolkenfischerin in unsere Herzen malt wie die kleine Schwester Gwens ihre Träume auf der Leinwand verewigt. Und so seine Spuren hinterlässt und nachhallt wie eine liebevolle Erinnerung. Also, Ihr habt inzwischen gemerkt, dieser Roman ging direkt in mein Herz. Ich kann ihn Euch daher nur wärmstens empfehlen, auch für das kommende Weihnachtsfest, gerade falls Ihr Euch der Kälte des Winters entträumen wollt. ‚Die Wolkenfischerin‘ hat mich daran erinnert, nach meinen eigenen Wolken zu fischen, zu träumen und wahrhaft und aufrichtig zu leben. Danke dafür, und Euch ein frohes Fest. Eure Jil Aimée

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Meine Meinung: Nachdem ich von Claudia Winter die Bücher "Glückssterne" und "Aprikosenküsse" gelesen hatte, war klar, dass ich auch das nächste Buch von ihr lesen wollte. Diesmal entführte mich die Autorin in die Bretagne, was mich natürlich sehr begeistert hat, kann ich doch auf bequeme Art viele neue Gegenden kennen lernen. Aber bis es soweit war, lernte ich Claire in Berlin und Gwenaelle in Paris kennen. Das Buch startete mit Schilderungen aus dem Leben der beiden, wobei ich mich mit Claire in der Gegenwart und Gwenalle in der Vergangenheit befand. Im Wechsel wurde über die beiden Frauen geschrieben und es waren für mich zunächst zwei Fäden, die irgendwann zu einem wurden. Diesen Schreibstil fand ich sehr gut und auch interessant. Ich möchte jetzt nicht auf alles eingehen, dafür müsste ich zu viel verraten. Allerdings fand ich es sehr fesselnd wie sich die Geschichte überhaupt entwickelte. Von allen Beteiligten hat mir die Tante Valerie sehr gut gefallen und auch mit Claire konnte ich mich anfreunden, obwohl ich nicht mit allem einverstanden war, was sie so machte. Was natürlich auch an meiner Betrachtungsweise lag, schließlich hatte ich als Leserin einen ganz anderen Durchblick 😉 Ich erwähnte es ja schon, Claudia Winter hat mich mit in die Bretagne genommen und dafür gesorgt, dass ich die Gegend kennen lernen konnte, aber auch eine interessante Tradition habe ich kennen gelernt, es geht ums backen. Auch hierzu werde ich nicht mehr verraten. Wenn man jetzt so denkt, es ist eine einfache leichte und vorhersehbare Lektüre, dem muss ich etwas anderes mitteilen. Zum Teil vorhersehbar ist richtig, bis es eine Überraschung gibt oder sogar mehrere. Außerdem zeigt die Geschichte, wie wichtig Vertrauen, Aussprache und Zusammenhalt ist. Die jüngere Schwester von Claire ist gehörlos und wie sie mit allem klar kommt, war auch interessant zu lesen, darüber macht man sich im allgemeinen wenig Gedanken. Das Buchcover gefällt mir ausgesprochen gut und wenn ich nicht sowieso vor gehabt hätte, dieses Buch zu lesen, dann wäre ich mal wieder vom Cover verführt worden. Fazit: Ein Buch mit sehr vielen Facetten: Familienleben, Karriere, Vertrauen, Freundschaft, Liebe, Mut und Zusammenhalt. Außerdem spielt die Wolkenfischerin eine sehr wichtige Rolle im Leben der Schwestern. Ein Buch, das wunderbar unterhält und einige Stunden Lesevergnügen bereitet.

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Anfang des letzten Jahres – also 2016 – habe ich die Autorin Claudia Winter für mich entdeckt und ihre letzten beiden Bücher „Aprikosenküsse“ und „Glückssterne“ verschlungen. Nun endlich ist ein weiteres Buch von ihr erschienen und dank der liebenswerten Autorin und ihrer netten Betreuerin beim Verlag durfte ich „Die Wolkenfischerin“ schon weit vor dem eigentlichen Erscheinungstermin lesen. Wie immer bei Autoren, die ich sehr mag, stand die bange Frage im Raum: Top oder Flop? Kann mich die Autorin nach zwei wunderbaren Büchern erneut begeistern? Schafft sie es mit der Wolkenfischerin erneut, mich in Begeisterungsstürme ausbrechen zu lassen? Die Antwort auf diese beiden Fragen lautet: Ja! Ja, sie schafft es erneut. Und wenn ich ehrlich bin, sie schafft es noch mehr als bei den anderen beiden Büchern. Warum? Weil ich das Gefühl habe, das sie hier noch mal einen Sprung gemacht hat. Dass sie hier noch einmal „eine Schippe“ draufgelegt hat. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, das sich ihr Schreibstil minimal geändert, weiterentwickelt hat. Und diese Weiterentwicklung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Diesmal nimmt uns die Autorin mit in die Bretagne und wir erleben Claire, die wir schon aus dem Buch „Aprikosenküsse“ kennen. Sie und ihre Familiengeschichte haben, verdienterweise, ihr eigenes Buch bekommen. Worum es in dem Buch geht verrät uns der Klappentext: Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec … In Rückblicken erleben wir, quasi als Reise in die Vergangenheit, wie aus Gwenaelle aus dem Örtchen Mogueriec Claire aus Paris wurde. Wir erleben ihren Lebensweg mit und begleiten sie nach Berlin. Dort arbeitet sie in ihrem geliebten Beruf bis sie der Hilferuf ereilt und sie sich der Vergangenheit stellen muss. Claire hat mir in dem Buch ausgesprochen gut gefallen. Ihre missliche Lage, ihre Vergangenheit und ihre Art, diese zu bewältigen hat mich angesprochen und mitgenommen. Ihr Charakter war sehr glaubhaft geschildert, ihre Beweggründe und ihre Reaktionen bzw. Aktionen durchaus nachvollziehbar. Eine zweite Figur, die es mir sehr angetan hat war Maelys. Maelys, die kleine Schwester von Claire. Die kleine Schwester, die gehörlos ist, auf die Claire aufpassen muss und die doch ganz gut allein klar kommt. Ihr stiller, liebenswerter Charakter, ihre Art und Weise haben mich fasziniert und sie kann der Hauptfigur gut und gerne den Rang ablaufen. Was mir sehr gut gefallen ist, wie Claudia Winter in dem Buch die „Problematik“ Gehörlosigkeit schildert. Wie behutsam sie darauf eingeht, die Krankheit thematisiert aber nicht zu lässt das sie alles andere verdrängt. Mit viel Fingerspitzengefühl geht sie darauf ein und man merkt, dass ihr dieses Thema sehr am Herzen liegt. Kein Wunder wenn man weiß, dass die Autorin damit aufgewachsen ist. Noch ein paar Worte zu den männlichen Parts des Buches: Nicolas der Freund aus Jugendzeiten und Sebastian, der Chef. Diese beiden Charaktere stehen hier ebenfalls im Vordergrund und die Autorin schafft es, beide auf ihre Art sehr sympathisch und lebensecht zu zeichnen. Sie haben mir beide sehr gut gefallen und ich finde, sie füllen ihre ihnen zugedachten Rollen perfekt aus. Ein großes Highlight beim Buch ist für mich zudem zum einen noch das Cover. Das ist sehr gut gewählt, passt zum Thema und – das muss man auch sagen – auch zum Stil der anderen Bücher von Claudia Winter. Und – mein ganz persönliches Highlight: die im Buch vorkommenden bretonischen Rezepte findet man im Anhang 🙂 Für mich, die gerne etwas Neues ausprobiert, perfekt und so konnte ich natürlich nicht widerstehen. Ich habe ein Rezept bereits ausprobiert, weitere werden bestimmt noch Folgen. Nun bleibt mir nur noch eines: auf ein neues Buch aus der Feder von Claudia Winter zu warten und ich hoffe, dass es 2019 so weit sein wird. Bis dahin sollte ich wohl endlich mal zu den Büchern greifen, die die Autorin unter ihrem Pseudonym Carolin Wunsch veröffentlich hat – bisher habe ich leider noch keines davon gelesen. Dabei haben die doch auch sehr interessante Klappentexte und passen eigentlich total in mein Beuteschema. Ich vergebe für dieses Lesevergnügen 5 von 5 möglichen Sternen.

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"Die Wolkenfischerin" Claudia Winter Verlag: Goldmann Seitenzahl: 400 ISBN: 978-3-442-48573-4 Erstausgabe: 18. Dezember 2017 Preis: 9,99 Euro Klappentext: Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec … Gestaltung des Buches: Die Gestaltung des Buches ist für mich absolut gelungen, denn so wirklich konnte ich nichtz erahnen, worum es im neuen Roman von Claudia Winter geht. Ist es eine sommerliche Geschichte mit kulinarischem Hintergrund? Ich ließ mich einfach überraschen von Claudia Winter. Der Klappentext klang ganz nach meinem Geschmack und somit startete ich das Lesen direkt nach Erhalt des Buches. Meine Meinung: Dieses Buch ist bereits mein drittes Buch, welches ich von Claudia Winter lese. "Aprikosenküsse" und "Glückssterne" haben ich verschlungen innerhalb kürzester Zeit. Daher freute ich mich nun umso mehr auf den neuen Roman der Autorin. Ich las den Klappentext und startete dann mit dem Lesen. Doch irgendwie dachte ich, das ich ein anderes Buch in der Hand habe. Denn der Roman beginnt mit Prolog aus dem Jahr 1998. Ich war zu erst irritiert, doch nach einigen Seiten löste sich dies und ich war in der Geschichte. Anhand der ersten Seiten konnte ich beim Lesen bemerken, das es ein ganz anderes Buch von Claudia ist als die beiden Vorreiter. Ich hatte das Gefühl, das die Autorin beim Schreiben gereift ist und man hat mehr Tiefe in den Zeilen. Absolut nach meinem Geschmack, und nur weil die beiden Vorreiter etwas anders geschrieben waren, möchte ich diese nicht abwerten. Denn das ist nicht der Fall! Dieses Buch ist bewegend, ergreifend und dennoch mit Momenten die ein Lächeln ins Gesicht zaubern geschrieben wurden. Es ist für mich ein sehr persönliches Buch von Claudia Winter, denn in dem Roman sind auch persönliche Seiten aus Ihrem eigenen Leben enthalten. Ein Roman zwischen Liebe und Leid. Eine Beziehung zwischen Mutter, Tochter, Schwester und Tante. Sehr bewegend und ergreifend. In einigen Sätzen habe ich mein eigenes Leben gesehen und gefühlt. Das fing bereits im Prolog an. Lieblingsstellen im Buch: "Sapperlotte, du bist es wirklich!" (Seite 136) "Genau das bist du für mich, Claire. Ein Meer mit mehr als zwanzig Blautönen, und egal, wie oft ich hinsehe, es kommt jedes Mal eine weitere Nuance hinzu, die etwas in mir berührt." (Seite 255) "Dann wirst du eben eine Wolkenfischerin" (Seite 270) Vielen Dank an die Autorin sowie den Goldmann Verlag für die Bereitstellung und Zusendung des Rezensionsexemplars. Es war mir wirklich eine große Ehre dieses Buch vorab zu Lesen. Meine Bewertung erfolgte ohne Beeinflussung!

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Seit "Aprikosenküsse" bin ich treue Leserin von Claudia Winters Romanen, weil sie mich mit diesem Werk bereits von ihrem schriftstellerischen Können überzeugt hat. Ich habe daher auch nichts anderes erwartet, als dass mir "Die Wolkenfischerin" gefallen würde - und ich sollte recht behalten. Ihre dritte Publikation ist nun mein neuer Favorit! Ob ein Buch ansprechend ist, steht und fällt meist mit seinen Charakteren. In diesem Fall gab es da keine Probleme, denn sie sind einfach gelungen. Claire, ihre Schwester, ihr Chef und die etwas eigenwillige Gemeinschaft von Monguériec wurden durch die Beschreibungen und Dialoge lebendig. Claire bringt als Protagonistin viel Charme und (manchmal auch ungewollt) Witz in die Geschichte. Sie macht sich viele Dinge komplizierter, als sie sein müssten, und kommt zum Teil auf aberwitzige Ideen. Sie ist also nicht perfekt und gerade deshalb umso authentischer und liebenswürdiger. Auch wenn ich ihr Verhalten und ihre Entscheidungen nicht immer befürwortet habe, konnte ich sie doch zumindest gut nachvollziehen und sie war mir nie unsympathisch. Vor allem im Umgang mit ihrer Schwester Maely hat sie eine sehr fürsorgliche Seite an sich gezeigt, die ihr mehr Tiefe verliehen hat. Wie es bei Geschwistern so ist, war ihr Miteinander nicht ganz unproblematisch, aber Claudia Winter hat den richtigen Ton getroffen, um ihre Verbundenheit deutlich werden zu lassen. Maely wiederum ist in vielen Dingen das Gegenteil ihrer großen Schwester. Nicht weniger stark und feurig, aber sie hat andere Vorstellungen vom Leben, andere Ziele, andere Bedürfnisse. Zu beobachten, wie sie ihren Weg findet, war einfach schön. So leid es mir nun auch für diese beiden tut, das Rennen um den besten Charakter haben sie letztlich knapp verloren. Der Titel geht eindeutig an Sebastian. Ich fand einfach toll, wie ausgeglichen er ist, dass er sich selbst und das Leben nicht zu ernst nimmt bzw. die Dinge so nimmt, wie sie kommen. Es war mir einfach unmöglich, ihn nicht ins Herz zu schließen. Interessanterweise kommt die gesamte Handlung ohne einen tatsächlichen Antagonisten aus. Normalerweise bemängle ich das bei Romanen, weil mir dann meistens der Konflikt fehlt. In diesem Fall war das jedoch nicht so, denn Claire steht sich mit ihren Geheimnissen und (Not-)Lügen selbst genug im Weg, sodass ich mich über mangelnde Komplikationen oder über Langeweile nicht beklagen konnte. Als kleines Extra gab es für treue Leserinnen von Claudia Winters Romanen noch einige Verweise auf Hanna, die Protagonistin aus "Aprikosenküsse", wenngleich ich mir hier ein paar mehr Informationen gewünscht hätte. Der Erzählstil ist wie gewohnt angenehm zu lesen und anschaulich, sodass es nicht schwer war, sich auf das Geschehen und die Figuren einzulassen. Das gilt für beide Handlungsstränge gleichermaßen (Vergangenheit und Gegenwart werden hier zusammengeführt). Es war zwar nicht allzu überraschend für mich, in welchem Zusammenhang beide miteinander stehen, da ich von Anfang an die richtige Vermutung hatte. Das hat mich aber nicht sonderlich gestört, weil die gegenwärtige Story doch einen etwas anderen Kurs eingeschlagen hat, als ich erwartet hatte. Außerdem wird Claires heikle Situation amüsant, sozusagen "mit einem Augenzwinkern" erzählt, was enorm zur Unterhaltung beiträgt, und dank spielerischer Wortwechsel und kreativen, scherzhaften Beleidigungen wie "Berliner Weißmehlschrippe" hat sich des Öfteren ein Lächeln auf meine Lippen gestohlen. Obendrauf gab's noch eine der schönsten Liebeserklärungen, die ich jemals gelesen habe. Last but not least, ist bei Claudias Romanen immer darauf Verlass, dass sie die Atmosphäre des jeweiligen Handlungsortes sehr gut einfängt. Der Roman spielt zum Teil in Deutschland, zum Teil in Frankreich, spezifisch in der Bretagne. Ich kann nicht genau bennen, woran es lag, aber man hat beim Lesen den Wechsel zwischen Deutschland und Frankreich bzw. zwischen Großstadt-Flair und ländlichem Charme bemerkt. Es kam direkt ein bisschen Urlaubs-Feeling bei mir auf. Ein schöner Bonus sind außerdem die Rezepte im Appendix sowie ein Kurzlexikon zur Bretagne. Fazit Kurz und schmerzlos: Ein wunderbares Setting, ein paar ordentliche Prisen Chaos und Liebe sowie authentische Charaktere kombiniert mit einem atmosphärischen, überwiegend heiteren Schreibstil haben dafür gesorgt, dass Die Wolkenfischerin mein neuer Lieblingsroman von Claudia Winter ist.

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Cover: Das Cover bringt mich definitiv in Urlaubsstimmung. Der Blick auf den Hafen ist malerisch und gefällt mir sehr gut. Meinung: Ein neuer Roman von Claudia Winter ist natürlich mittlerweile Pflichtlektüre, gehört sie doch nach zwei gelesenen Büchern zu meinen Lieblingsautorinnen. Dieses Mal nimmt uns die Autorin mit in die Bretagne. Zunächst aber treffen wir die Protagonistin Claire in Berlin. Die Französin, die für ihren Job ein wenig geflunkert hat, muss zurück nach Frankreich, weil ihre Familie sie braucht. Dort trifft sie ihren Jugendfreund wieder und ich glaubte schon zu wissen, wie es weitergeht. Aber nein, so leicht macht es Claudia Winter ihren Lesern nicht. In der Bretagne warten dann noch andere Ablenkungen und Verstrickungen auf Claire. Ich muss zugeben, dass ich nicht wirklich ein Frankreich-Fan bin. Außerdem tue ich mih etwas schwer mit der französischen Mentalität. Die Autorin beschreibt die Schauplätze aber so detailliert und liebevoll, dass selbst ein Muffel wie ich, Gefallen an Land und Leute fand. Claudia Winter nimmt ihre Leser also komplett mit und man merkt mit jeder Zeile das Herzblut, das sie in diese Geschichte gesteckt hat. Besonders schön finde ich die Kombination aus herzerwärmender Story und leckeren Köstlichkeiten, zu denen sich die Rezepte am Ende des Buches befinden. Fazit: "Die Wolkenfischerin" ist ein Roman, der über eine gewöhnliche Liebesgeschichte hinaus geht. Es geht außerdem um Familie und ein Gefühl der Zugehörigkeit und auch der Selbstfindung - um Chancen im Leben. Mich konnte Claudia Winter mal wieder mitnehmen und sogar ein bisschen neugierig auf die Bretagne machen. Ein schönes Leseerlebnis ist mit diesem Buch garantiert.

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Sei mutig, sei eine Wolkenfischerin! Die Wolkenfischerin ist keine Claudia, so wie wir sie bisher kannten... Die Wolkenfischerin ist eine Claudia Winter, die mit ihrem persönlichen Herzensprojekt nicht nur ernster, sondern auch reifer und tiefgründiger geworden ist. Die Wolkenfischerin ist kein kitschiger Liebesroman oder gar Chick lit, auf das typische offene Happy End hoffte man beim Lesen trotzdem ;) Im Prolog landen wir in Frankreich im Juli 1998 bei der süßen fünfzehnjährigen Gwenaelle, welche im Klappentext namentlich überhaupt nicht auftauchte und nun mit ihrer Maman Yvonne und Schwester Maelys zu ihrer Tante Valérie reisten. Leider erfahren wir kurz darauf, dass der Besuch tiefgründige Beweggründe hat. "Du hast mir versprochen, dass du eine Wolkenfischerin sein wirst. Meine kleine Wolkenfischerin, auf die ich einmal sehr stolz sein werde." Anschließend lernen wir Claire Durant kennen, welche ihren nächsten Karriereschritt als Chefredakteurin eines neuen Magazins in Aussicht hat. Sie ist taff, weiß, was sie im Leben möchte und wie sie dabei die Menschen für sich gewinnen kann. "[...] man müsse nur herausfinden, was sich ein Mensch am meisten wünscht, um zu wissen, was er als Nächstes tut." Im Folgenden wechselt die Autorin die Zeiten und Blickwinkel zwei, auf den ersten Blick sehr verschiedenen wirkenden, Personen. Aber ob sie wirklich so unterschiedlich sind? Anfangs ist dieser Wechsel gewöhnungsbedürftig, dann aber klar und eindeutig zu trennen, sodass der Leser immer mehr aus der jeweiligen Zeit wissen wollte. Und vor allem, wie alles miteinander zusammenhängt. Aber lest hier am besten selber! :) Claire hinterfragt zunehmend ihre eigentliche Persönlichkeit, lernt über ihren eigenen Schatten zu springen und wächst über sich hinaus. Dabei verarbeitet sie ein tief eingeprägtes Kindheitserlebnis. "Dann wartest du bis deine Zeit kommt, und vertraust darauf, dass es Menschen gibt, die nur das Beste für dich wollen." Das Ende ist realistisch, denn eine Karrierefrau gibt nicht einfach ihre Arbeit auf und wird Hausmütterchen. Es gibt ein Happy End, denn ein Paar findet sich und doch ist noch so vieles offen. Wie geht es weiter? Hat auch Maelys Erfolg? Ich hoffe doch :) "Solange es nur kalte Suppe ist und keine kalten Füße, ist die Welt in bester Ordnung." Die Rezepte zur Die Wolkenfischerin findet ihr hier: www.rorezepte.com https://rorezepte.com/2017/12/18/die-wolkenfischerin-claudia-winter/

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Immer wieder höre ich von Freunden und Bekannten, die ebenso gerne reisen wie ich "Ihr müsst unbedingt einmal in die Bretagne fahren." ...und da wir sowieso Frankreich-Fans sind, haben wir nun auch genau diesen Teil des Landes für unseren nächsten Sommerurlaub eingeplant. Jetzt ist die Sache aber die: Ich war in den letzten Tagen bereits in der Bretagne!    Claudia Winters neuester Roman "Die Wolkenfischerin" spielt zum größten Teil dort und macht meines Erachtens diesen Landstrich zur heimlichen Hauptprotagonistin der Geschichte. Dank der Erzählkunst der Autorin wird der Leser geradezu ins "Schottland Frankreichs" gebeamt, wähnt sich an den Stränden und Steilküsten des schroffen Atlantiks und in den kleinen Fischerörtchen, in denen die Zeit stehengeblieben ist, in denen Traditionen und Dorfklatsch aufrecht erhalten werden.    Wer den ersten bei Goldmann erschienenen Roman der Autorin "Aprikosenküsse" kennt, wird sich hier außerdem über ein Wiedersehen mit der ein wenig exzentrischen Pariserin Claire freuen. Claire, deren Familiengeschichte einen eigenen Roman braucht: "Die Wolkenfischerin".   In zwei Zeitebenen erzählt uns Claudia Winter nun von der 15jährigen Gwenaelle, die im Sommer 1998 mit ihrer Mutter und ihrer gehörlosen Schwester Maelys zur Tante nach Paris kommt, um dort die Ferien zu verbringen. Der Vater, ein Fischer, ist kurz vorher gestorben - grausam ertrunken im Atlantik - und Gwenaelle und der Rest ihrer Familie betäubt von Trauer. Dennoch lernt die bisweilen bockige 15jährige immer mehr die Pariser Lebensart zu schätzen und setzt schlußendlich ihren Dickkopf durch: Sie bleibt in Paris, in der Stadt der Liebe und der schönen Künste, geht dort zur Schule und lauscht in der Uni als Gasthörerin jedem Vortrag über Kunstgeschichte.   Im Berlin der heutigen Zeit treffen wir auf Claire, die den Kunst- und Kulturteil der Zeitschrift Genusto, einem Schlemmermagazin, leitet, und nun kurz vor der Beförderung zur Chefredakteurin eines eigenen Kulturmagazins steht. Claire, die schicke Pariserin mit einem Diplom der Kunsthochschule, sieht sich ganz in ihrem Element und genau dort wo sie immer hinwollte....wenn nur nicht ausgerechnet jetzt ein Hilferuf aus der Heimat kommen würde. Ihre Mutter liegt im Krankenhaus und beordert Claire zwecks Betreuung der hilfebedürftigen Schwester zurück ins heimatliche Moguériec, welches - Ihr ahnt es schon - kein Stadtteil von Paris ist sondern ein verschlafenes kleines Fischerörtchen im Finistère, am Ende der Welt, oder genauer: In der Bretagne.    Denn Claires Leben ist eine einzige Lüge, deren Ausmaße sie nun als Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt: Nicht nur, dass sie auf ihr bereits bestehendes Lügengerüst noch ein neues draufbauen muss, das bei jeder Kleinigkeit droht, einzustürzen, wird sie von ihrer Schwester in Moguériec auch noch äußerst frostig empfangen. Und als dann auch noch ausgerechnet Claires Chef in ihrem Heimatort Urlaub macht, bricht das Chaos, verursacht von Claire, über das kleine Fischerdorf herein.   Claudia Winters Romane sind normalerweise voller Wortwitz und Romantik, dieser hier ist jedoch anders. Leiser und ernster begleiten wir eine Protagonistin, die es im Leben nicht einfach gehabt hat, deren Fröhlichkeit dem Leser den Schwermut, der tief in ihr schlummert, nicht verbergen kann und die ihre Wurzeln verleugnet - obwohl sie sich immer und überall nach ihnen sehnt.   Das Thema "Gehörlosigkeit" wird von der Autorin, die selber mit zwei gehörlosen Elternteilen aufgewachsen ist, thematisiert aber nicht überdosiert. Im Gegenteil! Die taube Maelys ist eine sehr starke Persönlichkeit und längst nicht so hilfebedürftig wie alle denken.    Die Bretagne wird dem Leser in diesem Roman sehr nahe gebracht, Leute, Landschaft und Traditionen so bildlich beschrieben, dass ich mich nun umso mehr auf den Urlaub "am Ende der Welt" freue.    Claudias Romane beinhalten jedoch immer auch kulinarische Genüsse. In den Geschichten wird viel und gerne gegessen und mehr als einmal ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Wie üblich gibt es im Anhang einige landestypische Gerichte, so dass der Leser im Anschluss oder während der Lektüre Tarte au citron, Galettes bretonnes, Crème de caramel au beurre salè, Gateau Breton oder Cotriade bretonne kochen bzw. backen bzw. genießen kann.   MEIN FAZIT: Ein Roman, der einem die bretonische Lebensart nahebringt, bisweilen herzzerreißend, manchmal lustig und natürlich gespickt von Romantik. Von mir gibt es hierfür 4/5 STERNE

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