Leserstimmen zu
Die Perlenschwester

Lucinda Riley

Die sieben Schwestern (4)

(11)
(8)
(2)
(0)
(0)
€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Meine Meinung: Vom traumhaft schönen Cover beeindruckt und voller Freude, erneut ein Buch zusammen mit Janine in einer Blogleserunde zu lesen, bin ich in diesen vierten Band der Reihe gestartet. Das Rezensionsexemplar wurde mir übrigens vom Bloggerportal von Randomhouse gestellt. Sofort fühlte ich mich wieder in Lucinda Rileys Stil angekommen und ich wollte unbedingt sehr schnell wissen, welche Abenteuer ich mit CeCe erleben würde. Genau darum ist es besonders schade, dass ich mit CeCe leider nicht wirklich warm wurde und dies fast während des ganzen Buches. Zu oberflächlich, naiv und weltfremd wirkte sie auf mich. Ausserdem versteckte sie sich permanent hinter ihrer Legasthenie und nahm diese als Entschuldigung für fehlende Allgemeinbildung, Faulheit und ihren ganzen Charakter. Diese Opferhaltung und die ein wenig zu konstruierte Handlung im Gegenwartsstrang vermiesten mir diesen fast komplett. Eine Ausnahme sind da jedoch der Schluss und die letzten Tage, die CeCe in Australien verbringt. Da hatte ich das Gefühl, sie fassen zu können. Umso besser waren - einmal mehr - die Geschehnisse in der Vergangenheit erzählt. Mit messerschafem Verstand, intensiven Recherchen und einer grossen Portion Empathie hat es Lucinda Riley da geschafft, Geschichte fassbar zu machen und eine ganz neue Welt, die zur Hälfte aus Fakten, zur Hälfte aus Fiktion besteht, zum Leben zu erwecken. Bei der Lektüre ist mir übrigens aufgefallen, dass es scheinbar oft diese Figuren sind, mit denen sich die Autorinnen und Autoren am meisten identifizieren können, die dann leider am wenigsten glaubwürdig bei mir ankommen. Liegt dies daran, dass man das, was einem vertraut ist, automatisch am wenigsten detailliert schildert und sich mit Figuren, die man vielleicht weniger mag oder weniger gut verstehen kann, genauer befassen muss? Schreibstil und Handlung: Immer wieder ist mir beim Lesen aufgefallen, wie genau und durchdacht Lucinda Rileys Gesamtkozept ist. Die Bücher sind alle perfekt aufeinander abgestimmt, die Figuren interagieren durch alle Bände hindurch in einer nachvollziehbaren Weise miteinander und Charakterzüge werden nach und nach herausgearbeitet, Puzzleteile zusammengefügt. Dies ist es wohl, was - nebem dem grandiosen Schreibstil, den fundierten Recherchen und der grossen Prise Romantik und Unterhaltung - die Faszination dieser Reihe ausmacht: das grosse Ganze, das einfach stimmt und der rote Faden, der sich von der ersten bis zur letzten Seite zieht. Denn auch wenn CeCe zu unsicher wirkte, mir leider sehr unympathisch war und irgendwie nicht glaubwürdig schien, so sind es vor allem die grandiose Erzählsprache und die in der Vergangenheit spielenden Teile, die mich nicht den Glauben an diese Reihe und ihre Figuren verlieren lässt. Von der Handlung her befinden wir uns in Australien, einem Ort, den ich leider noch viel zu wenig kenne und an dem es mir für längere Reisen wohl auch zu heiss wäre. Wir wandern mit der jungen Kitty aus, die ihre grosse Liebe in dieser für sie ganz neuen Welt findet, die aber auch sehr viele schwere Schicksalsschläge verkraften muss. Dass die Perlenfischerei dabei eine grosse Rolle spielt, ist kein Geheimnis, wie genau Kitty aber in dieses Metier passt, möchte ich hier noch nicht verraten. Schnell wird aber klar, dass da eine Beziehung zu CeCe bestehen muss und als diese nach einigen Umwegen schliesslich in Down Under landet, entdecken wir mit ihr zusammen die Schönheit und Fasziniation dieses magischen Ortes. CeCe muss über sich herauswachsen und Hilfe suchen und annehmen, was ihr besonders schwer fällt. Mit neuen Freunden und neuen Erkenntnissen über sich selber, kommt sie aber ihren Wurzeln immer näher und muss bald einige schicksalhafte Entscheidungen treffen. Meine Empfehlung: Wie ihr seht habe ich diesen vierten Band der Reihe mit gemischten Gefühlen beendet. Während mir CeCe und der ganze Gegenwartsstrang als bisher am schwächsten in dieser ganzen Reihe erschienen, wächst Lucinda Riley in den Vergangenheitssträngen über sich selber hinaus, was zu einem fesselnden und magischen Lesevergnügen führt. Deshalb empfehle ich euch auch diesen Band der Reihe sehr gerne weiter. Zusätzliche Infos: Titel: Die Perlenschwester Originaltitel: The Pearl Sister Autorin: Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern an der englischen Küste in North Norfolk und in West Cork, Irland. Gebundenes Buch mit Schutzumschlag: 608 Seiten Sprache: Deutsch Originalsprache: Englisch Übersetzt von: Sonja Hauser Verlag: Goldmann Erschienen: 30.10.2017 ISBN: 978-3-442-31445-4

Lesen Sie weiter

Endlich ist es wieder so weit. Die Leserschaft hat lange drauf gewartet, nun erfahren wir endlich die Geschichte um CeCe. Aufgrund des Klappentextes klangen für mich die Themen geheimnisvoller Mann, Australien und die Aborigines von Anfang an sehr vielversprechend. Wer die Reihe „Die Sieben Schwestern“ durchweg verfolgt hat, war wie ich mit Sicherheit gespannt auf die Geschichte zu CeCe, deren eigentlicher Name Celaeno ist und ich liebe diesen Namen. Er klingt traumhaft. In den vorhergehenden Bänden erscheint sie sehr dominant, fast herrisch, vor allem ihrer Schwester Star gegenüber. Das zurückhaltende Temperament von Star, ließ CeCe immer als Sprecherin für beide auftreten. Aber ein kleiner Punkt ziemlich am Ende des dritten Bandes, in dem die Geschichte von Star erzählt wird, gab mir bereits einen Hinweis, dass CeCe gar nicht so perfekt ist wie sie scheint. Und so ist es auch. Als wir in dem vierten Band nun aus der Sicht von Celaeno lesen, wird sehr schnell klar, wie anders ihr Charakter wirklich ist. Im Vergleich zu den anderen Bänden ist die Wandlung sehr stark, aber Riley kann dies gekonnt so geschrieben haben, dass uns Lesern erst bei ihrer eigenen Geschichte klar wird, dass sie auch ihre Schatten mit sich führt. CeCe selbst hält sich nicht für hübsch, ihre Schwestern hingegen sind alle eine Augenweide. Sie leidet unter Legasthenie, welche ihr den Alltag unheimlich erschwert. Sie stößt auf wenig Erfolg in ihrem Kunststudium und zu guter Letzt leidet sie unter einer großen Spinnenphobie. Dass sie in den anderen Teilen so selbstbestimmend herüberkam, schiebe ich darauf, dass Riley mit Bedacht die introvertierte Star mit ihr verband. So konnte CeCe als stark hervortreten. Wie immer entführt uns Riley in ferne Länder. CeCe, noch den entstandenen Abstand zu ihrer Schwester Star erst einmal verkraften muss, flüchtet sich an einen Ort, den sie in der Vergangenheit schon mit Star besucht hat, Thailand. So lernen wir zuerst die Kulisse um Railay Beach in Krabi kennen. Hier trifft Celaeno auf den im Klappentext genannten Mann, Ace. Die Zeit mit den beiden fand ich unheimlich schön. Doch Ace verbirgt etwas vor ihr und CeCe reist weiter, um der Geschichte von Kitty Mercer auf den Grund zu gehen. Die zweite Station ist Australien, um genau zu sein, die Küstenstadt Broome. Diese Stadt als Setting spielt vor allem in dem Vergangenheitsstrang des Buches um Kitty Mercer eine große Rolle. Von vornherein kann ich auch in diesem Band wieder sagen, dass mir die Geschichte der Vergangenheit deutlich besser gefallen hat, als die der Gegenwart um CeCe. Kitty Mercer war eine bemerkenswerte Frau. Als gebürtige Schottin erlebt sie in Australien ein völlig anderes Leben. Hier bringt uns die Autorin vor allem das Perlengeschäft näher. Am meisten interessieren konnte mich dann tatsächlich die weiterführende Station von CeCe’s Reise. Sie dringt tiefer in das Land Australien ein und wir begegnen Städten wie Alice Springs und Hermannsburg, wobei es sich um eine Aborigines-Gemeinde handelt. Im Nachhinein hätte die Geschichte für meinen Geschmack einen größeren Teil im Outback einnehmen können. In diesem Part des Buches stoßen wir auch auf die realen Charaktere, die Riley durch gute Recherchearbeit immer in ihre Bücher um die sieben Schwestern einbaut. Darunter ist zum Beispiel der australische Maler Albert Namatjira, aber ich habe hier auch noch andere existierende Personen herausfinden können. Ein Punkt, der mir positiv aufgefallen ist, dass die Geschichte der Plejaden, welche ja die Grundidee zu der Reihe der sieben Schwestern ist, hier ein wenig intensiver erklärt wird. In Australien hat die Geschichte um das Sternenbild eine schöne Bedeutung und die Frage um die siebte Schwester Merope, welche sich noch nicht zeigt, interessiert mich nun umso mehr. ____________________________________________________________ Im Großen und Ganzen geht die Reihe weiter, aber im Vergleich zu den ersten drei Bänden kann die Geschichte um CeCe meiner Meinung nach nicht mithalten. Mit kam die Geschichte um CeCe’s Ursprung und der Outback zu kurz. Dieses Mal konnte mich Riley nicht richtig mitnehmen auf eine Reise. Umso spannender der Vergangenheitspart um Kitty Mercer wurde, desto fader wurde die Geschichte um CeCe. Tiefer drauf eingehen kann ich in meiner Rezension nicht wirklich, da ich euch sonst zu viel vorwegnehme. Nach der vierten Geschichte um die Reihe merke ich auch, dass der Weg zu den Wurzeln immer in den entfernteren Generationen endet. Hier erhoffe ich mir in den folgenden Bänden einen etwas anderen Ausgang. Emotionen kamen mir hier ebenfalls zu kurz. Der Punkt, der mir an diesem Buch leider am meisten missfiel, war der meiner Meinung nach unnütze Part in Thailand. Ich habe mir hier eine große Lovestory erhofft und dann kam alles ganz anders. Vielleicht war es gewollt, für mich leider nicht befriedigend umgesetzt. Da dieser Teil das Ende des vierten Bandes einnimmt, war ich sehr enttäuscht. Mein Fazit Die Hälfte der Schwestern kennen wir nun und ich bin dankbar auch einen tieferen Einblick in die Person Celaeno bekommen zu haben. Nach ihrer Geschichte, werde ich sie in den Folgebänden unter anderen Gesichtspunkten betrachten. Leider hat es mir in diesem Buch an einigen Punkten gefehlt. Der ferne Australien und der Outback passen sehr gut zur Figur CeCe, aber ich hatte das Setting nicht so vor Augen, wie die fernen Länder in den vorhergehenden Geschichten. Für mich war es der schwächste Band der Reihe. Lesern, denen die Reihe im Ganzen aber gefällt, sollten diesen Teil auf jeden Fall auch lesen. In der Entwicklung der Reihe möchte ich ihn nicht missen, aber einzeln betrachtet, konnten mich die anderen Charaktere und Storys mehr packen.

Lesen Sie weiter