Leserstimmen zu
Dann denkt mit dem Herzen

Konstantin Wecker

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Konstantin Wecker gehört zu den Menschen, die nicht schweigend zusehen, wenn etwas passiert, sondern die auf Mißstände hinweisen, die laut werden, wenn Unrecht passiert. Manchmal schießt er dabei - in meinen Augen zumindest - über das Ziel hinaus, aber meistens legt er den Finger ganz genau in die Wunde. Und diese Offenheit prägt seit jeher sein künstlerisches Schaffen, auf jeder seiner CD und in seinen Büchern finden sich Texte und Lieder, die sich gegen Rassismus und gegen Fremdenfeindlichkeit richten - das Lied "Sage nein!" und die Willy-Texte seien an dieser Stelle stellvertretend genannt. In dem Büchlein sind seine Gedichte und Texte versammelt, die er seit 2015 im Zuge der Flüchtlingsdebatte verfasst und auf seiner Fac*ebook-Seite veröffentlicht hat. Um auch in eingen Jahren die Texte verstehen zu könne, gibt es in jedem Kapitel Einleitungstexte, die auf den Kontext hinweisen. Konstantin Wecker zeigt in den Texten, was wirklich zählt - der Mensch an sich, nicht seine Religion, nicht sein Pass - es geht um den Menschen. Wecker schreibt nicht nur, er hilft auch praktisch. Beeindruckend ist der Bericht von seinem 15jährigen Sohn, der 2015 für fünf Tage in Lesbos geholfen hat, der in diesen Tagen sehen musste, wie Kinder und Erwachsene sterben. Konstantin Wecker stärkt die Arbeit der Ehrenamtlichen, hebt ihr Engagement hervor, auch wenn die Politik teilweise nicht schnell genug handeln konnte. Die Texte gehen zu Herzen und rufen auf zu Menschlichkeit anstatt sich von rechten Parolen leiten zu lassen. Vielleicht ist es naiv. Vielleicht ist es aber auch ganz einfach. Vielleicht sollte man einfach mit dem Herzen denken.

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Wecker ist ein Mensch der starken Worte. Dies merkt man an seinen Liedtexten und noch mehr an den Texten, die aus ihm auf seiner Facebook-Seite hinaussprudeln. In 25 Texten fasst er all das zusammen, was zur aktuellen Flüchtlingssituation zu sagen ist. Dabei ist er selten mahnend oder gar belehrend, meist spricht er aus dem Herzen und erreicht dadurch unmittelbar das Herz des Lesers. Für Konstantin Wecker steht immer der Mensch im Vordergrund. Nicht seine Religion, nicht sein Pass, nicht seine Kultur. Egal ob syrischer Flüchtling oder deutscher Ehrenamtlicher. So sehr er die rechten Randale, die widerlichen Parolen und das schäbige Verhalten einiger Flüchtlingsgegner verachtet – er wird nicht müde zu betonen, wie beeindruckt er von den ehrenamtlichen Helfern ist. Die sich um traumatisierte und mittellose Flüchtlinge sorgen. Die Kindern Kuscheltiere geben und Erwachsenen Deutschkurse. „Nicht reflexartig aufflammender Fremdenhass ist das Überraschende an der derzeitigen Entwicklung – dieser ist eigentlich das sattsam bekannte „Ewig-Gestrige“; es ist die Stärke und Breite der sich spontan entwickelten fremdenfreundlichen Bewegung, die mich überrascht hat“ (Konstantin Wecker, Dann denkt mit dem Herzen, Seite 83 / 84, Gütersloher Verlagshaus) Weckers Frau und Sohn sind nach Lesbos geflogen – um mit dem Boot ankommenden Flüchtlingen zu helfen. Als „Gutmenschen“ beschimpft sind die Weckers da, wo es nötig ist – und nicht pöbelnd vor dem PC, gertrieben von der irrationalen Angst um ihr christliches Abendland. Tamino Wecker war gerademal 16 Jahre alt, als er im Herbst 2015 vor Ort geholfen hat. Sein Vater lässt ihn in einem eigenen Bericht zu Wort kommen.Tamino war dort nur 5 Tage – und sah in dieser kurzen Zeit Erwachsene wie Kinder sterben. Er appelliert dringend an alle, die in irgendeiner Form dagegen sind, Flüchtlingen zu helfen, nach Lesbos zu fliegen und sich selbst das Leid der Menschen anzusehen. Die Weckers sind ganz klar „Gutmenschen“. Etwas anderes käme ihnen aber auch gar nicht in den Sinn. Meine Meinung: Das Büchlein ist eine wahre Perle in der Diskussion rund um die Flüchtlinge. Es ist weder naiv noch gutgläubig – es ist fundiert durchdacht. Alles, was Wecker sagt, hat Hand und Fuß. Mehrmals habe ich mir beim Lesen gedacht: mir muss das keiner sagen, dass müssten die „besorgten Bürger“ lesen. Doch die Wahrheit ist: der gemeine AfD – Wähler würde dieses Buch gar nicht in die Hand nehmen. Aus mehreren Gründen: zum einen bewegt er sich nur zu gern in seinem eigenen Mikrokosmos bestehend aus Fremdenhass, Angst und Panikmache. Ein Buch, dass sich dem entgegenstellt, ist für den „Asylkritiker“ meist gar nicht von Interesse. Dann sind die Texte so formuliert, dass man mitdenken muss, um sie zu verstehen. Wer auf plumpe Hetze der rechten Seiten wie Pegida oder AfD herein fällt, der wird dieses Buch schlichtweg und ergreifend nicht verstehen. Und so lesen am Ende dieses Büchlein eh nur jene Menschen, die das Herz sowieso am richtigen Fleck haben. Nicht Brandstiftung und Angst sind die Antworten, die wir in unseren unruhigen Zeiten brauchen. Es sind Ruhe, Herz, Hilfsbereitschaft und Deeskalation. Kontantin Wecker versteht wie kaum ein anderer, all dies in wenige Worte zu packen. Ein sehr empfehlenswertes Buch. Und wenn es auch nur einen Zweifler umstimmt, dass es richtig und wichtig ist, in Not geratenen Menschen zu helfen, dann war es jedes Wort davon wert. Denn eine der wichtigsten moralischen Botschaften, die das hochgelobte, zu verteidigende Abendland hat ist nun mal die Nächstenliebe. Auch wenn dies viele „besorgte Bürger“ schlichtweg vergessen haben.

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Starke Texte

Von: Sonja

11.09.2016

Sehr berührt hat mich dieses Büchlein in den letzten Wochen. Es öffnet die Augen für die von uns allen mitverschuldeten Ursachen der Flüchtlingsbewegung und fordert, endlich dafür einzutreten, dass die Menschlichkeit wieder einen höheren Stellenwert als der Profit einnimmt. Sein Plädoyer für Mitgefühl und tatkräftige Hilfe in der Willkommenskultur, seine klare Stellungnahme gegen Kriegspolitik, eine ungerechte Weltwirtschaft und alltägliche Rassismus zeigen klar auf, wie dringend diese schnelle Veränderung ist, mit dem Herzen zu denken und aufeinander zuzugehen. Mich persönlich hat vor allem angesprochen, dass Mitmenschlichkeit in der Familie beginnen muss: „Zu einer umfassenden Faschismusprävention gehört unbedingt eine tagtäglich in allen Erziehungsbereichen warmherzig praktizierte Humanität. Nur gelebte Mitmenschlichkeit kann verhindern, dass erneut aus geschundenen Menschen Befehlsempfänger werden […].“ „Wir können tun, was getan werden muss. Wir können Haltung zeigen. Der beste Wegweiser ist dabei noch immer das Herz.“ – mein Lesetipp für heute.

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In dem 142 Seiten starken Büchlein finden sich vor allem Texte, die Konstantin Wecker 2014/15 auf Facebook, seiner webseite und seinem Netzmagazin veröffentlicht hat, in Kapitel unterteilt, jeweils mit einer Einleitung seines Freundes und Mitarbeiters Roland Rottenfußer, so dass klar wird, welcher (tages)aktuelle Anlass da beleuchtet wird. Deutlich hervorgehoben wird, dass es Zeit für eine gewaltfreie Revolution des Bewußtseins geht, in einer Gesellschaft, die sich mehr dem Haben als dem Sein verschrieben hat. Es gilt, sich den von uns allen mitverschuldeten Ursachen der Flüchtlingsbewegung zu stellen, endlich dafür einzutreten, dass die Menschlichkeit wieder einen höheren Stellenwert als der Profit einnimmt. Etliche Aspekte und Beispiele werden aufgeführt, z.B. die Möglichkeit, die großen Profite der Rüstungsindustrie für Hilfe aufzuwenden, für die, die wegen dieser Profitgier einem Krieg ausgeliefert sind, dem sie entfliehen wollen – oder die „Wirtschaftsflüchtlinge“, die vor Hunger und Not fliehen, weil auch wir sie mit unserem Wirtschaftssystem und unseren „Geiz-ist-Geil“-Mentalität in die Armut getrieben haben. Es geht aber auch um Überreiche, jene ca. 1%, die 99% des Kapitals besitzen, und nicht einfach zusehen sollten, wenn die Ängste der Armen im Land gegen die ankommenden Flüchtlinge ausgespielt werden, oder um Staatsbankette, die zwei Tage dauern und für deren Kosten ein Jahr lang Flüchtlingsrettungsaktionen im Mittelmeer finanziert werden könnten. Immer wieder fällt auf, dass Konstantin Wecker stets freundlich bleibt, auch Andersdenkenden gegenüber, keinen ausgrenzt oder als Negativbeispiel vorführt, dass er seine Ansichten auf alle bezieht, weil kein Mensch illegal ist. Sein Plädoyer für Mitgefühl und tatkräftige Hilfe in der Willkommenskultur, seine klare Stellungnahme gegen Kriegspolitik, eine ungerechte Weltwirtschaft und alltägliche Rassismus zeigen klar auf, wie dringend diese schnelle Veränderung ist, mit dem Herzen zu denken und aufeinander zuzugehen ....

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Wenn sich Konstantin Wecker in seinem Buch dem Aufschrei in der Debatte um Flüchtlinge Luft macht, dann wird deutlich, wie sehr er es mit Verstand und Herzen gleichermaßen tut. "Dann denkt mit dem Herzen", ist ein Buch, das die Notwendigkeit einer Willkommenskultur für die Flüchtlinge von vielen Seiten her beleuchtet. Es zeigt, warum es in der heutigen Zeit der kalten Vernunft so wichtig ist, mit dem Herzen zu denken. In vielen kurzen Kapiteln und Gedichten entführt das Buch den Leser in die Fülle an Gedankengängen des Autors. Es gibt gleichermaßen einen Einblick, welchen Anfeindungen sich der Autor, engagierter Streiter für mehr Menschlichkeit, Musiker und Poet tagtäglich stellen muss. "Dann denkt mit dem Herzen" ist ein gebundenes Buch in Handtaschenformat, das man nicht aus der Hand legen mag.

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