Leserstimmen zu
Der Verrat

Ellen Sandberg

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Dieses Buch hat unser Krimi-Lesekreis im Februar 2019 gelesen – und wider Erwarten waren wir allesamt nicht sehr angetan davon. In meiner Rezension möchte ich die wichtigsten Kritikpunkte ansprechen, die zur Sprache kamen. Spannung Vieles ist leider sehr vorhersehbar. Ich möchte hier keine konkreten Beispiele nennen, um nicht schon zu viel zu verraten, aber als Leser kann man viel zu früh erahnen, wo die sprichwörtliche Reise hingeht. Dadurch baut sich nach meinem Empfinden nur wenig Spannung auf. Überhaupt würde ich das Buch eher als Familiendrama bezeichnen denn als Krimi. Das alleine sehe ich noch nicht einmal als Kritikpunkt – auf dem Cover steht schließlich “Roman” und nicht “Kriminalroman” –, allerdings wird das Buch deutlich als Krimi vermarktet, und auch der Klappentext suggeriert dies. Originalität Der Grundgedanke, die Geschichte eines Familiengeheimnisses und einer erbitterten Feindschaft zwischen Schwestern vor der idyllischen Kulisse der saarländischen Weinlandschaft in Szene zu setzen, gefiel mir gut. Was für ein Kontrast zwischen der malerischen Landschaft und den hässlichen Emotionen! Leider konnte mich die Geschichte mit jedem Kapitel weniger von sich überzeugen. Charaktere Vieles wiederholt sich wieder und wieder und wieder. Über lange Strecken stecken die Charaktere in ihrer jeweiligen Endlosschleife fest, ohne dass sie sich dadurch sichtlich weiterentwickeln. Pia zum Beispiel denkt oft darüber nach, dass sie anscheinend unfähig ist, ein erfülltes Sexualleben zu führen, wobei das “Wunderland zwischen ihren Beinen” dennoch ausgiebig Erwähnung findet. Nane schwankt derweil zwischen Zorn, Verzweiflung und Selbsthass, trifft katastrophale Entscheidungen und bedient sich in den Passagen, die 1998 spielen, ausgiebig ihrer kleinen weißen Helferlein. Birgit, eigentlich die sympathischste der drei Schwestern, verliebt sich als Lehrerin 1998 in einen ihrer Schüler und beginnt eine sexuelle Beziehung mit ihm. Dabei ist sie sich keiner Schuld bewusst, denn sie lieben sich doch… Da brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, dass sie 2018 nicht mehr als Lehrerin arbeitet. Die Mutter der Schwestern glaubt, ein Fluch liege über den Frauen der Familie – und das lässt die Autorin den Leser auch nie lange vergessen. Der Fluch hier, der Fluch da… Dabei benötigen die Frauen dieser Familie wohl keine übernatürliche Hilfe, um sich ins Verderben zu stürzen. Die Charaktere werden sehr plakativ gezeichnet und kamen mir daher sehr stereotyp vor. Wirklich sympathisch war mir keine der Frauen, die im Mittelpunkt stehen. Logik / Schlüssigkeit / Glaubhaftigkeit Die Geschichte hat an sich viel Potential, denn natürlich sind die Dinge nicht so einfach, wie sie anfangs erscheinen. Die Schuldfrage scheint zwar lange geklärt – schließlich hat Nane deswegen zwanzig Jahre im Gefängnis verbracht! –, aber die Wahrheit ist vielschichtiger und interessanter. Die Auflösung kann dann zumindest teilweise überraschen, kam mir aber etwas zu konstruiert vor. Für eine der Schwestern werden zwei Schwierigkeiten, zwei Hindernisse auf dem Weg zum Lebenstraum, meines Erachtens zu sauber und praktisch aufgelöst. Schreibstil Zunächst gefiel mir der Schreibstil gut – ich bin in einem Weinbaugebiet aufgewachsen und wusste besonders die landschaftlichen Beschreibungen zu schätzen! Der Roman liest sich auch durchaus flott und unterhaltsam, ich gewann nur zunehmend den Eindruck, dass die Sprache sehr klischeebehaftet ist. Auch hier wiederholt sich vieles, und manchmal hatte ich eher das Gefühl, ein Drehbuch für einen netten Vorabendfilm vor idyllischer Kulisse zu lesen. FAZIT Leider kommt meines Erachtens nur wenig Spannung auf. Die Hauptcharaktere waren mir zutiefst unsympathisch, die Geschichte krankt an Klischees und zahllosen Wiederholungen – sehr schade, denn eigentlich würde die Handlung genug Stoff bieten für ein großartiges Buch.

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Nane saß 20 Jahre wegen Mord im Gefängnis. Jetzt wurde sie auf Bewährung entlassen. Doch sie kann ihre Tat nicht vergessen. Sie wollte ihre Schwester Pia töten, aus Rache weil sie den Mann geheiratet hat den sie zu lieben glaubte. Sie hat die Bremsflüssigkeit aus dem Auto abgelassen. Dann ist der Stiefsohn ihrer Schwester mit dem Auto gefahren und in den Weinberg gestützt. Nane denkt, dass sie Pias Mann angerufen hat um ihn zu warnen, ihm zu sagen, dass niemand mit dem Auto fahren darf. Doch Thomas behauptet Nane habe nur angerufen um ihn wie so häufig zu beschimpfen. Nane möchte herausfinden was wirklich geschehen ist, sie möchte mit Thomas und Pia reden. Doch Thomas liegt seit einem Herzinfarkt im Koma und Pia erteilt ihr Hausverbot. Als sie sich dem widersetzt droht die Aufhebung ihrer Bewährung. „Der Verrat“ ist der neue Roman von Ellen Sandberg. Wie schon in „Die Vergessenen“ gibt es in diesem Buch zwei Zeitebenen. Einmal die Gegenwart, wo Nane aus dem Gefängnis entlassen wird und bei ihrer Schwester Birgit eine Arbeit bekommt damit die Bewährungsauflagen erfüllt sind. Thomas im Weinberg einen Herzinfarkt bekommt und danach im Koma liegt. Pia versucht, ein Geheimnis aus der Vergangenheit zu hüten. Dann die Vergangenheit wo erzählt wird wie es dazu kam, dass Nane so einen Hass auf ihre Schwester entwickelt hat, dass sie diese umbringen will. Wo der Leser Schritt für Schritt zu dem Zeitpunkt vor 20 Jahren herangeführt wird. Die Kapitel wechseln sich in den Zeiten ab. Schnell merkt man, dass vor 20 Jahren nicht alles so war wie es schien. Die Kapitel aus der Vergangenheit nähern sich langsam zu diesem folgenschweren Abend und die Spannung steigt ins Unermessliche. Das Ende war stimmig und hatte noch eine Überraschung parat. Es wurde alles aufgelöst doch hat der Leser auch noch Raum für seine eigen Fantasie wie es mit Pia und Nane weitergeht. Hinter dem Namen Ellen Sandberg verbirgt sich keine geringerer als die Bestsellerautorin Inge Löhnig, die jetzt ihren zweiten Roman unter einem Pseudonym veröffentlicht hat. Ich denke mit „Die Vergessenen“ und „Der Verrat“ ist der Name Ellen Sandberg mittlerweile genauso bekannt wie der Name Inge Löhnig. Wenn auch zwei verschiedene Genre und zwei verschiedene Namen, eins haben alle Bücher der Autorin gemeinsam und das ist Spannung.

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In dem Buch Der Verrat von Ellen Sandberg wird Nane nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Vieles hat sich verändert, doch die Schuld, die Erinnerung und das Verhältnis zu ihrer Schwester sind gleich geblieben. Pia lebt als erfolgreiche Restauratorin auf einem idyllischen Weingut mit ihrem Mann. Das zerbrechliche Fundament ihres Glücks lässt sich gut verdrängen. -Als Nane wieder in ihr Leben tritt, ahnt Pia, dass es Zeit für die Wahrheit ist. Zeit für Rache oder Vergebung... Der Titel macht neugierig, das Cover passt super zu einem Krimi. Das Buch ist flüssig zu lesen, es wird abwechselnd aus den Jahren 1998 und 2018 erzählt. Das hält die Spannung aufrecht, von Anfang an. Das Hauptthema ist das Geschehen bzw. die Tat der Vergangenheit, immer wieder wird es thematisiert, aus verschiedenen Blickwinkeln, von verschiedenen Personen. Das Weingut spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie die Familie. Ein Buch, das toll geschrieben ist, da es nach und nach alle Fakten zu dem Fall von damals aufdeckt. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

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Inhalt: (Klappentext) Als Nane nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles verändert. Nicht aber die Schuld, die weiter auf ihr lastet. Nicht die Erinnerung an die Nacht, die ihr Leben zerstörte und schon gar nicht das Verhältnis zu ihrer Schwester Pia. Pia hat es gut getroffen. Die erfolgreiche Restaurateurin lebt mit ihrem Mann auf einem idyllischen Weingut an der Saar. Da lässt es sich gut verdrängen, auf welch zerbrechlichem Fundament ihr Glück gebaut ist. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben und Pia ahnt: Es ist Zeit für die Wahrheit. Und damit Zeit für Rache – oder Vergebung. Mein Kommentar: Dies ist mein erster Roman der Autorin Ellen Sandberg und ich war gleich zu Beginn von ihrer Geschichte und dem Schreibstil gefangen. Sie hat einen fesselnden und dennoch gefühlvollen Schreibstil. Die Protagonisten werden meiner Meinung nach sehr schön beschrieben und man kann sich im Laufe des Buches ein sehr gutes Bild von ihnen machen, da man sie immer besser kennenlernt. Und auch ihre Denkweise und ihre Reaktionen verstehen lernt. Auch wenn einem zu Beginn noch manche Dinge recht unverständlich erscheinen, werden diese Geheimnisse im Laufe der Geschichte gelüftet und es kommen viele Dinge ans Tageslicht. Die Geschichte teilt sich in zwei Stränge auf. Einerseits wird die Geschichte aus der heutigen Sicht erzählt, nachdem Nane aus dem Gefängnis freikommt und sich langsam wieder ein Leben aufbaut, aber dennoch einige offene Fragen zum Mord von vor 20 Jahren hat. Und andererseits wird die Geschichte von vor 20 Jahren erzählt und wie es zum Mord und seinen Folgen kam, aber auch wie Nane verdächtigt wurde und im Gefängnis landete. Beide Stränge waren klar voneinander unterscheidbar, da bei jedem Wechsel der Kapitel auch die Zeit geändert wurde. Damit es dennoch keine Verwechslungen oder Unklarheiten gibt, hat die Autorin unterhalb jeden Kapitels die Zeitangabe dazu geschrieben. Dies fand ich sehr hilfreich, da ja doch beides Mal dieselben Personen eine Rolle spielten. Die Geschichte behandelt nicht nur die Zeit vor dem Gefängnis, sondern wie gesagt auch die Zeit danach und beschreibt auch welche Probleme Nane damit hat, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Ich finde, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist auch solche Aspekte in der Geschichte einfließen zu lassen. Besonders gelungen fand ich die Beschreibungen über die drei Schwestern an sich und wie unterschiedlich sie waren, obwohl sie alle dieselbe Vergangenheit hatten. Alle haben erlebt, wie ihre Mutter sie verlässt und sind ganz unterschiedlich damit umgegangen, aber auch mit Nane und ihrem Gefängnisaufenthalt. Rache und Wut spielen eine sehr wesentliche Rolle in diesem Buch und dabei hat mir ein Zitat sehr gut gefallen: " Am Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der Andere daran stirbt". Dies beschreibt die Situation innerhalb der Familie sehr gut. Dabei lernen sie langsam, dass auch Vergebung wichtig ist und man nur so seinen eigenen Frieden finden kann. Doch um dies zu schaffen, muss bereit sein, alles zu geben. Mein Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es nur jedem empfehlen, der keinen herkömmlichen Krimi lesen will. Dieser Roman beinhaltet alles, was es für eine spannende Familiensaga braucht: Mord, Verrat, Liebe, Intrigen, Wut und Hass. Ganz liebe Grüße, Niknak

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Absolutes 5-Sterne Buch

Von: Bücherfee

11.04.2019

In diesem Roman geht es um 3 Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nane, die jüngste Schwester ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. 20 Jahre hat sie, wegen Mordes dort verbringen müssen. Sie hat ihre Strafe zwar abgesessen, aber das Geschehene lässt sie auch nach der langen Zeit nicht los. Eine absolut spannende und dramatische Familiengeschichte. Also als erstes möchte ich hier anmerken, dass der Roman auch als Krimi deklariert werden könnte. Der Roman ist auf zwei Zeit-Ebenen geschrieben. Einmal in der Gegenwart und zum anderen 1997/1998. Man erfährt nach und nach, was sich damals zugetragen hat. Von der ersten Seite an, hat mich dieses Buch nicht losgelassen. Auch im Alltag, musste ich oft an das Buch und die Protagonisten denken. Das habe ich bei sehr wenigen Büchern gehabt, die ich bisher gelesen habe. Der Spannungsbogen bleibt das ganze Buch über sehr stark gespannt und man möchte natürlich unbedingt wissen, was sich wirklich in der Nacht vor 20 Jahren zugetragen hat. Dieses hat die Autorin hervorragend hinbekommen. Die Seiten fliegen nur so dahin. Dieses liegt nicht zuletzt an dem sehr flüssigen Schreibstil der Autorin. Sehr bildhaft hat sie die Familiengeschichte/tragödie geschildert. Immer wieder hat die Autorin es geschafft, mich auf eine falsche Fährte zu locken. Abgründe tun sich auf. Volle 5 Sterne für dieses Meisterwerk. Das 1. Buch von Ellen Sandberg "Die Vergessenen" bin ich bereits am lesen.

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Es ist schwer das Buch aus der Hand zu legen. Eigentlich war ich gerade am anderen Buch dran es zu lesen aber ich musste unbedingt in das Buch rein schauen,naja bei dem nur mal reinschauen ist es nicht geblieben den ich musste es nun doch weiterlesen. Drei Schwestern die unterschiedlicher nicht sein können. Da ist einmal Pia die alles im Griff haben will und rational eingestellt ist,dann Birgit die immer vermitteln will und total Harmoniesüchtig ist und dann eben Nane die Sprunghaft ist und emotional ist eben die, die eine Mörderin ist oder sein soll. Nach dem Nane aus der Haft gekommen ist kümmert sich Birgit um Nane sie besorgt ihr Arbeit und auch eine Wohnung und kümmert sich sonst auch gute um sie. Pia allerdings will mit Nane nix zu tun haben und erteilt ihr sogar Hausverbot den sie kann Nane nicht verzeihen was vor 20 Jahren war. Nane selbst versteht selber nicht genau was vor 20 Jahren genau passiert ist und hat noch viele offene Fragen. Um entlich Klarheit zu bekommen geht Nane der Sache selber nach und gefärdet dabei sogar ihr Freiheit da sie nur auf Bewährung draussen ist. Das Buch fängt an 1998 mit einem Unfall,Kapitel eins ist dann Sommer 2018 eben 20 Jahre Später. Das Buch ist in zwei Teile sage ich mal aufgebaut einmal eben in der 2018 Zeit und natürlich 20 Jahre vorher. Im Laufe der Geschichte erfährt man eben auch was 1998 passiert ist. Ich muss sagen ich fand das Buch sehr toll und auch Spannend,es lässt sich Flüssig lesen. Ich kann es nur Empfehlen.

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Intrigen, Lügen, Vorwürfe und Rache spinnen sich um die Familie der drei Schwestern Birgit, Pia und Adriane. Ein Mord bringt das ganze Fass zum Rütteln und ein Geheimnis droht nach zwanzig Jahren endlich ans Licht zu kommen. Pia lebt mit Ihrem Mann Thomas auf dem Weingut der Familie, als Ihre Schwester Nane aus dem Gefängnis entlassen wird scheint ihr Leben eine dramatische Wendung zu nehmen. Thomas fällt ins Koma und nun muss Pia dafür sorgen, dass das Lügennetz nicht zerfällt. Ein Familiendrama, welchem es an Spannung nicht fehlt. Die Charaktere sind aus einem so interessanten Material geschnitten, dass es einem echt schwer fällt das Buch aus den Händen zu legen. Ich war anfangs sehr skeptisch, habe schon lange keinen „einfachen“ Roman mehr gelesen, doch nach all den Thrillern und Psychos, war es eine erfrischende Abwechslung. Sehr überraschendes Ende, einige intelligente plot twists und ein Hauch von Erotik runden diesen Roman hervorragend ab.

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„Literaturwerkstatt- kreativ / Blog“ stellt vor „Der Verrat“ (Hörbuch) von Ellen Sandberg „Ein Weingut an der Saar. Ein altes Verbrechen. Und eine Schuld, die nie verjährt…..“ Ariane, genannt Nane wird nach zwanzig Jahren Haft vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Ihre Schwester Birgit steht ihr zur Seite, damit sie im gesellschaftlichen Leben wieder Fuß fassen kann. Nane brennt aber nur eine Frage auf der Seele, was ist wirklich passiert im Sommer vor zwanzig Jahren. Sie hat lückenhafte Erinnerungen an diese Nacht und möchte unbedingt mit Thomas von Manthey sprechen – der Besitzer des sehr berühmten Weingutes Graven – denn Nane trägt die Schuld am Tod von Thomas Sohn Henning. Thomas liegt jedoch nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus und Nanes älteste Schwester Pia, die Thomas von Manthey geheiratet hat, versucht Nane mit allen Mitteln davon abzuhalten, Thomas zu sprechen. Auch Pia selbst lehnt jeden Kontakt zu ihrer Schwester ab. Fazit: Inge Löhnig veröffentlicht ihren zweiten Roman „Der Verrat“ unter dem Pseudonym Ellen Sandberg. Bereits unter diesem Pseudonym ist ihr Roman „Die Vergessenen“ erschienen. Und mit dieser Geschichte hatte mich Ellen Sandberg absolut überzeugen können. Es war ein großartiger, packender, vielschichtiger Roman der sich mit den Gräueltaten der Nazis in den Pflege- und Heilanstalten während des Zweiten Weltkrieges beschäftige. Aus diesem Grund war ich natürlich schon sehr gespannt auf dieses Hörbuch, da ich qualitativ gleiches erwartet habe. Jetzt sind Geschmäcker natürlich bekanntlich verschieden, aber die Autorin konnte mich diesmal so gar nicht abholen. Die Geschichte plätscherte so vor sich hin, ging nicht in die Tiefe, blieb oberflächlich; war vor allem auch sehr vorhersehbar und konnte mich nicht wirklich überraschen. Nane kommt nach 20 Jahren aus dem Gefängnis. Was machen 20 Jahre Gefängnis aus einem Menschen? Darauf geht die Autorin kaum ein und gibt auch nur sehr oberflächliche Antworten. Auch die Entwicklung der beiden Schwestern in dieser Zeit werden nur am Rande erwähnt und bleiben weitgehend im Dunkeln. Gerade die menschlichen Abgründe der Protagonisten, die ja eigentlich Kern dieser Geschichte sind und die mich ja gerade neugierig auf dieses Buch gemacht haben, werden kaum erörtert. Da lässt Sandberg einen – wie einen nassen Pudel – im Regen stehen. Sie gibt keine Antworten. Genau aus diesem Grund plätschert die Geschichte so dahin, bleibt an der Oberfläche und erinnert mich eher an einen „Rosamunde Pilcher“ Roman. Natürlich tritt auch an einigen Stellen immer mal wieder das schriftstellerische Vermögen der Autorin zutage, dann blitzt ihre sehr schöne, bildhafte Erzählweise auf und ich sehe die Weinberge förmlich vor mir. Sie verbindet auch geschickt die Gegenwart mit der Rückschau in die Vergangenheit miteinander und führt zum Ende auch alles gekonnt zusammen. Die Grundidee des Buchs ist auch eigentlich eine sehr Gute, die Umsetzung leider eher schwach. Vor allem bei den Charakter Entwicklungen hätte ich mir bei weitem mehr gewünscht. Thomas M. Meinhardt hat dieses Hörbuch mit seiner sehr angenehmen Stimme auf jeden Fall hervorragend gesprochen und diese Stimme war auch der Grund, warum ich an der Geschichte dranbleiben konnte und sie nicht abgebrochen habe. Ja, wie gesagt, Geschmäcker sind verschieden. Ellen Sandberg hat mich mit ihrem Buch “Die Vergessen“ absolut überzeugt, bei „Der Verrat“ bleibt für mich doch einiges offen! Besten Dank an den Hörverlag für das Rezensionsexemplar.

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