Leserstimmen zu
Armstrong

Torben Kuhlmann

Die Mäuseabenteuer (2)

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Als ich sah, daß es zu dem wunderbaren Kinderbuch Torben Kuhlmanns nun auch seit dem 25. Juli 2016 ein Hörspiel gab, wollte ich unbedingt wissen, wie dieses umgesetzt wurde und ein paar Tage später landete es in meinem CD-Spieler. Gesprochen wurde es – wie auch die Vertonung von »Lindbergh. Die Geschichte einer fliegenden Maus« – von Bastian Pastewka und für seine Herstellung zeichnet sich der Hessische Rundfunk hr2-kultur und Der Hörverlag verantwortlich. Fünfundvierzig Minuten lang ist das Hörspiel. Und dabei muß man immer auch im Hinterkopf behalten, daß ein Hörspiel kein Hörbuch ist. Szenische Lesung ist wohl der Begriff, der es wohl am deutlichsten macht. Mit Musik wird hier die Kulisse des New York der 50er Jahre wiedererweckt, in der die kleine Maus Nils und ihr etwas dussliger Freund Fred an der Rakete werkeln, die die Astronautenmaus ins Weltall und zum Mond befördern soll. Denn Nils will den anderen Mäusen endlich beweisen können, was er dank seines unermüdlichen Spähens durch das Fernrohr auf dem Dachboden schon lang herausfand: daß der Mond kein gigantischer Käse ist, sondern eine riesige Kugel aus Stein. Dabei bekommt er auch noch Unterstützung eines alten Verwandten der wagemutigen Transatlantikflugmaus und so kann er – nach einigen Fehlschlägen – endlich seine ersten Prototypen testen. Ich entnahm die CD einer tryptichonähnlichen Hülle, mit dem Cover, das wir schon vom Buche kennen. Ein kleines eingeklebtes Booklet lieferte Informationen zu Autor und Sprecher, sowie einige süße Bilder aus Kuhlmanns Werk. Das Hörbuch an sich wurde in achtzehn Kapitel unterteilt, von denen jedes etwa zweieinhalb Minuten lang ist, sodaß man insgesamt etwa eine Dreiviertel Stunde Hörspaß hat. Ich jedenfalls hatte den und auch wenn ich zugegebenermaßen kein Hörbuchfreund bin (ich weiß nicht warum, aber die Mehrzahl der Hörbücher, die ich versuchte zu hören, erregten bei mir eher den Zustand der Müdigkeit, sodaß ich oft bereits nach wenigen Minuten in Tiefschlaf verfiel), war es hier, da es nicht nur ein reines Vorlesen des Textes war, spannender für mich, der Stimme Pastewkas zuzuhören. Wer das Buch, das als Vorlage für die szenische Lesung diente, kennt, wird spätestens mit dem kurzen Einblick in den Inhalt des Hörspiels erkennen, daß man den Text gehörig anreicherte, um eine passable Länge zu bekommen, für die sich die Herstellung einer CD wohl erst lohnt. Aber genau hier sehe ich auch den markantesten Schwachpunkt, ohne die Qualität des Hörspiels ansprechen zu wollen, denn allein Pastewkas Enthusiasmus und sein Talent, die verschiedenen Charaktere und Geräusche glaubhaft und allein über die Kraft seiner Stimme zu differenzieren, sollte sehr positiv erwähnt werden. Jedoch ist es problematisch, daß man zum einen der Maus einen Namen gab – ja, man mag die deutsche Version des Vornamens Neil in Anlehnung an Neil Armstrong als eine niedliche Idee empfinden – doch Namen bergen auch immer das Risiko einer negativen Verknüpfung mit ihnen und nimmt der kleinen Hauptperson ihren Charme. Auch denke ich, daß der Mäusefreund, dem Niels an die Seite gestellt wurde (ein bißchen leicht dusslig und naiv, so wie man es gern an der Seite an eines Genies sieht), nicht vonnöten gewesen wäre. Auch die liebevoll gezeichneten Bilder Kuhlmanns sind einfach unabdingbar – man kann sie nicht mit Worten ersetzen. Nur unterstützen. Ja, im Grunde ist es das: ein Hörspiel, das man zur akustischen Umtermalung des Buches hören kann. Die Bilder sind aber das, was die Geschichte wirklich ausmacht, was den Leser und Betrachter in seinen Bann zieht. Das Hörspiel ohne Vorwissen auf die Bilderzählung zu hören, bringt immensen Spaß, denn es ist mitreißend und spannend und niedlich. Für Kinder ist es optimal und sicherlich ein großes Vergnügen, doch es kann meines Erachtens nach einfach nicht dem Buch von Kuhlmann das Wasser reichen.

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