Leserstimmen zu
Das Sterben der anderen

Tanja Busse

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Man liest es ständig in den Medien, man kommt schon gar nicht mehr daran vorbei: Die Bienen sterben, die Insekten sterben, wir befinden uns im größten Artensterben aller Zeiten und erstmalig sind wir es, die dafür verantwortlich sind. Und wir sind es, die etwas dagegen tun können. Und trotz der ständigen Medienpräsenz des Artensterbens gibt es immer wieder Journalisten, die mit ihren Büchern darauf hinweisen wollen. Braucht es das wirklich? Wird man nicht langsam übersättigt und nimmt die drohende Gefahr überhaupt noch ernst? Man braucht tatsächlich Bücher wie „Das Sterben der Anderen„. Bücher, die nicht mit dem Zaunpfahl oder dem erhobenen Zeigefinger drohen, sondern an Beispielen zum Nachdenken anregen. Anhand eigener Erlebnisse zeigt Tanja Busse, wie kompliziert Bürokratie und Politik sind und wie sich Gesetze teilweise widersprechen. Artenschutz ist nicht mit Naturschutz gleich zu setzen und auch wenn ihre Beispiele sehr landwirtschaftlich geprägt sind, versteht auch der Normalbürger ohne eigenes Land, worauf die Autorin hinaus will. Auf der einen Seite schlägt man die Hände über dem Kopf zusammen, auf der anderen Seite kann man den Kopf nur schütteln. Man kann dem Artenschwund entgegen treten, aber es werden einem oft Steine in den Weg gelegt und das was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint ist es oft gar nicht. Ich bin etwas außerhalb einer Großstadt aufgewachsen, habe Schmetterlinge beobachtet, Fische, Kaulquappen und Molche gefangen (die ich allerdings wieder frei gelassen habe, etwas, das ich von diversen Wasserinsekten nicht behaupten kann, diese wurden zur Ernährung meiner Fische gefangen) und eigentlich hätte ich das nicht tun dürfen. Wie schön, dass man als Kind die Gesetze nicht kennt und Eltern nicht immer in der Nähe sind … Ich habe Kiebitze gesehen, Seeschwalben und vieles andere. Dann bin ich in die Stadt gezogen und es war klar, dass es dort weniger Tiere gibt. Nun ja, so kann man sich täuschen und meine Wahrnehmung wurde in die Irre geführt. Bücher wie Das Sterben der Anderen rütteln wach. Bücher wie dieses brauchen wir, denn Nachrichten sind vergänglich und manchmal hört man tatsächlich nur noch halbherzig hin, denn man hat alles schon einmal gehört. Und wenn das Buch auch dem Laien die Augen öffnen kann wird der Natur mehr geholfen, als Klimakonferenzen oder Gutachten, die sich gegenseitig widersprechen. Absolut lesenswert.

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Tanja Busse hatte mich bereits mit ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“ sehr beeindruckt und so war ich ganz gespannt auf „Das Sterben der anderen“. Tanja Busse, selber auf einem Bauerhof aufgewachsen, führt vielschichtig in das Thema ein, erläutert, dass wir uns im 6. Massenaussterben der Erdgeschichte befinden und beschreibt Tierarten, u.a. Insekten, die viele von uns noch aus ihrer Kindheit kennen sowie Bewohner endemischer Nischen, die ganz leise und unbemerkt bereits ausgestorben sind, und mit ihnen, die Tiere deren wichtigste Nahrung sie waren. Auch Einflußfaktoren Verlust der Allmendeflächen, Flußbegradigung, monotone Landschaft samt gezielter Umwandlung dazu haben ganze Ökosysteme vernichtet und Lebensräume zerstört. Wieder beschreibt sie in diesem Buch sehr ausführlich, anhand von Beispielen, Begegnungen, veröffentlichten Forschungsberichten oder Gestzestextes und Vorgaben beipielsweise zur Förderung in der Landwirtschaft, wo es hapert, umgedacht und anders gelöst werden muß. Beispielsweise berichtet sie über eine Krefelder Forschungsgruppe, die über 25 Jahre lang Malaise-Fallen in einem Naturschutzgebiet aufgestellt und ausgewertet haben sowie über die dazugehörigen Studien und Reaktionen auf diese. Besonders interessant fand ich auch die Ausführungen über zu erfüllende, vor allem unsinnige, Anforderungen an die sehr pinibel betrachtete und ausgeführte Bewertung von landwirtschaftlicher Förderung. Ihre Betrachtungen fallen sehr vielfältig und gut recherchiert aus und wurden detailreich erläutert, wie beispielsweise der Risikoverwässerungseffekt oder ausfallende Schlusssteinarten samt der in diese Nische rutschenden Profiteure. Fazit: Ein überaus gelungenes Buch, das neutral analysiert, Fehler und Lösungsmöglichkeiten, auch in Bürokratie, Politik und EU-Förderungen aufzeigt, dabei aber auch Mut macht und jedem einzigen die Wichtigkeit und Möglichkeiten eines Wandels aufzeigt – für mich eine absolute Pflichtlektüre.

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Tanja Busse fasst in "Das Sterben der anderen" in kurzen Kapiteln die wesentlichen Problemfelder unserer aktuellen Zeit bezüglich des Artensterbens zusammen und erklärt mit einfachen, auch für Laien verständlichen Worten, was genau falsch läuft und wie man die Artenvielfalt noch besser schützen könnte. Ich bin zwar vom Fach, empfand Tanja Busses Ausführungen aber dennoch als interessant zu lesen, da sie viele Anekdoten aus ihrem eigenen Leben einbringt und damit den Lesefluss immer wieder auflockert und anhand ganz realer Beispiele aufzeigt, wie kompliziert das Netz aus Bürokratie, Politik und der tatsächlichen Umsetzung von Natur- und Artenschutz in Deutschland - und EU-weit - geregelt ist. Es wird schnell klar, dass die gesetzlichen Grundlagen nicht unbedingt logisch - und teilweise sogar kontraproduktiv sind. Und wie schwer es als einzelne Person ist, die Komplexität des Artensterbens - und allem was damit zusammenhängt (Umwelt-, Natur- und Klimaschutz) - zu verstehen. Zudem bringt sie viele Zitate bekannter Wissenschaftler*innen ein und weist auch am Buchende eine interessante Liste an Quellen auf. Ein Großteil der Ausführungen bezieht sich dabei auf die Landwirtschaft, die ohne Zweifel in ihrer aktuellen, hauptsächlich praktizierten Arbeitsweise ein großes Problem darstellt. Anhand dieses Feldes erklärt Tanja Busse anschaulich, wie wirtschaftliche Interessen über das Allgemeinwohl (= biologische Vielfalt und dessen Nutzen für den Menschen) gestellt werden. Obwohl ich aufgrund meines beruflichen Hintergrunds nur wenig neues aus "Das Sterben der anderen" mitnehmen konnte, empfehle ich es definitiv jedem weiter, der das Gefühl hat, von den aktuellen Diskussionen rund um "fridays for future", Klimawandel und Artensterben überfordert zu sein. Nach dieser Lektüre sollte jeder das Ausmaß des menschlichen Versagens verstehen - und dennoch die Hoffnung nicht verloren haben. Denn ja, es gibt Hoffnung und Tanja Busse zeigt viele positive Beispiele auf, bei denen Naturschutz klappt.

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