Leserstimmen zu
Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee

Sam-Wyndham-Serie (1)

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Dafür, dass ich normalerweise keine Krimis lese, war ich schon sehr überrascht, dass mich der Klappentext dieses Buches angesprochen hat. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass es mich auch weiterhin positiv überrascht hat. Es war spannend, mir gefiel der Humor in diesem Buch, der auch bereits auf der ersten Seite zu erkennen ist und auch während des Buches immer mal wieder herausschimmert. Auch von den Örtlichkeiten bekommt man sehr viel mit und dadurch gewinnt das Buch sehr an Atmosphäre. Hat mir im Gesamten gut gefallen und mir gezeigt, dass Krimis eventuell ja doch was für mich sein können.

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Ein Mann wird ermordet, in einer Gasse neben einem Bordell in Kalkutta gefunden. Bei dem Ermordeten, handelt es sich um einen politischen Berater des britischen Lieutenant-Governors, des höchsten und mächtigsten Mannes in ganz Bengalen. Sam Wyndham soll den Mord aufklären. Selber ein Opfer des vergangenen, ersten Weltkrieges. Opiumabhängig, und erst vor kurzem in Kalkutta gelandet, schlägt er sich durch eine, von Hitze und Dreck starrende Stadt. Was hatte der Berater in diesem, für Weiße, ungewöhnlichen Ort zu suchen. Was hat das Mädchen am Fenster gesehen? Ob er den Mord aufklären kann? Sam Wyndham muss sich erst in dieser Stadt zurecht finden. Die Gepflogenheiten der Inder, und der dort ansässigen Engländer, scheinen ihm etwas verwirrend. Aber mit diesem Fall, fängt er an zu verstehen. Der Leser sucht mit dem Engländer in einer undurchsichtigen Stadt nach einem Mörder. Die Bevölkerung drängt nach Aufklärung. Der Autor schreibt in einem lockeren Stil. Sein Held muss sich mit Situationen auseinander setzen, mit denen er nicht gerechnet hat. Abir Mukherjee, hat eine spannende Geschichte um den ehemaligen Scotland-Yard-Ermittler gestrickt. Manchmal, hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Geschichte Hopser macht, so dass ich vorübergehend nicht wusste, was da jetzt geschehen sein mag. Aber, recht schnell, war man auch schon wieder in den Roman hineingesogen. Ich empfand den Krimi als leicht zu lesen und recht unterhaltend, wenn auch nicht fesselnd.

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Kolonialzeit des 20. Jahrhunderts in Kalkutta: Ein wichtiger Verwaltungsbeamter wird ermordet. Alles deutet auf eine politisch motivierte Tat hin. Sam Wyndham, ein englischer Polzist und noch nicht lange in Indien, wird auf den Fall angesetzt. Der Leser bekommt im Laufe der Ermittlungen viele Einblicke in die indische Kultur. Leider werden in diesem Zusammmenhang auch viele Begriffe verwendet, die der Leser sich erst aus dem Text erschließen oder nachschlagen muss. Das stört den Lesefluss leider immens. Das gleicht Abir Mukherjee mit seinen lebhaften Schreibstil jedoch wieder aus. Ich habe Kalkutta und das Geschehen förmlich vor mir gesehen und es miterlebt. Er schafft es, die Hitze, die Farben, die Gerüche durch seine Beschreibungen Gestalt annehmen zu lassen. Fazit: Ein lohnenswertes Buch über Kalkutta 1919, über das Leben zur damaligen Zeit unter britischer Herrschaft und einen spannenden Kriminalfall und ein gelungener erster Band um Sam Wyndham.

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In Kalkutta wird ein bekannter Politiker, ein „angesehenen Mann“, ermordet. Der englische Ermittler Sam Wyndham, der gerade aus dem ersten Weltkrieg heimgekehrt ist und sich erst einmal an Kalkutta und seine Einwohner gewöhnen muss, soll den Fall übernehmen. Seine Nachforschungen führen ihn durch die geheimnisvolle Welt Kalkuttas, in der Machtkämpfe, Intrigen und Drogen eine große Rolle spielen. . Abir Mukherjees Debütroman ist ein süchtig machender, sehr atmosphärischer Krimi, der im Kalkutta des Jahres 1919 spielt. Es ist der Beginn einer Krimireihe um den äußerst sympathischen Ermittler Sam Wyndham. Es dauerte keine zehn Seiten und ich war von der Beschreibung des alten Kalkutta dermaßen fasziniert, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Unglaublich dicht und bildhaft beschreibt Mukherjee die fremde Umgebung und lässt den Leser die drückende Hitze und die Fremdartigkeit der Kultur hautnah miterleben. Oftmals erinnerte mich der sehr angenehme und flüssige Schreibstil des Autors an die Bücher von J.K. Rowling, die sie unter dem Pseudonym Robert Galbraith verfasst hat. Die Seiten fliegen nur so dahin und erstaunlicherweise wird es niemals langweilig, obwohl wirklich relativ wenig passiert. „Ein angesehener Mann“ ist beileibe kein actionreicher Roman, sondern ein sehr ruhiger Kriminalfall, der mehr auf den Handlungsort und seine Protagonisten, als auf den Fall selbst eingeht. Dennoch verbirgt sich dahinter ein wahrer Pageturner, der süchtig macht. Mukherjee hat einen genialen Einstieg in seine Krimiserie abgeliefert, die mich nachhaltig beeindruckt. Unglaublich greifbar hat er eine vergangene Zeit aufleben lassen und den Mordfall sehr glaubwürdig in die historischen Begebenheiten eingebaut. Die Auflösung des Falls hat mich an einige Werke von Agatha Christie erinnert und ich denke, dass Fans dieser Autorin auch bei „Ein angesehener Mann“ ihre helle Freude haben. Eingebettet in einen Rahmen aus fremder Kultur und schonungsloser Politik lässt Mukherjee den Leser an einer anstrengenden Ermittlung teilhaben, die oftmals auf der Stelle zu stehen bleiben scheint. Aber genau diese (für manch einen wohl langweilige) Tatsache verleiht dem Plot eine unglaubliche Authentizität, die (mich zumindest) vollkommen begeistert. Allzu gerne hätte ich Sam Wyndham und seinen treuen Begleiter Surrender-not Banerjee noch ein paar Seiten länger begleitet, so wohl fühlte ich mich in der Umgebung. Sehr gut werden außerdem die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit geschildert, so dass vieles absolut nachvollziehbar erscheint, selbst wenn man sich mit solcherart politischer Verstrickungen und Machtverhältnisse nicht auskennt. Interessanterweise sind diese Begebenheiten auch für Menschen wie mich, die sich für Politik überhaupt nicht interessieren, spannend und unterhaltsam, denn man bekommt einen sehr schönen (und eben informativen) Einblick in die damaligen Verhältnisse, der an keiner Stelle langatmig wirkt. Der Protagonist Sam Wyndham wirkt von Anfang an sehr sympathisch, was vor allem daran liegt, dass er ganz „normal“ ist. Ein Mensch mit Stärken und Schwächen, kein Superermittler, sondern ein Mann, der oft ratlos ist und nicht mehr weiter weiß, aber nicht aufgibt. Der Mann an seiner Seite, Surrender-not Banerjee, kann genau so viele Sympathiepunkte vorweisen und stellt eine perfekte Ergänzung dar. Es macht großen Spaß, die beiden bei ihren Ermittlungen und Überlegungen zu begleiten. Erstaunlicherweise schafft es Munkherjee bis zum Ende, die Spannung aufrechtzuerhalten und mit seiner Auflösung am Ende zu überraschen. Gerade auf den letzten Seiten fügt der Autor sämtliche Fäden zu einem logischen Gerüst zusammen, das den Mordfall nachvollziehbar macht und auch noch ein paar Überraschungen bereit hält. Für mich war „Ein angesehener Mann“ die Krimi-Überraschung des Jahres, die mit einem atmosphärisch dichten Schauplatz und einem sehr sympathischen Ermittler-Duo aufwartet. Ganz klare Leseempfehlung für Freunde von historischen Kriminalromanen und Fans von Agatha Christie und/oder Robert Galbraith. Ich freue mich schon sehr auf das zweite Abenteuer von Sam Wyndham, das voraussichtlich im Juli 2018 erscheinen wird und den Titel „Ein notwendiges Übel“ trägt. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass das Cover ein echter Eyecatcher ist. Ich habe das sehr ansprechende Titeklbild während des Lesens desöfteren betrachtet und mich in dieser Welt noch mehr verlieren können. Erfreulicherweise wird das Design beim zweiten Band beibehalten, so dass man als Büchersammler Hoffnung hat, eines Tages eine schön gleich aussehende Sammlung von Sam Wyndham-Büchern im Regal stehen zu haben. 😉 . Fazit: Atmosphärisch dichter, historischer Krimi-Pageturner mit einem überaus sympathischen Ermittler-Duo. Macht süchtig! © 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

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Die Geschmäcker sind verschieden…. Über die ARD Buffet liest bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Beschreibung des Buches: „Ein angesehener Mann“ von Abir Mukherjee ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 510 Seiten. Das Titelbild zeigt das Victoria Memorial in Kalkutta, ein Herr in weißem Anzug und Hut steht auf einem Steg vor einem Gewässer. Alles sieht etwas mystisch/neblig aus. Kurze Zusammenfassung: Kalkutta, 1919: Ein Mord an einem „angesehenen Mann“ erschüttert Kalkutta. Der englische Ermittler Sam Wyndham, gerade aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrt, soll den Fall lösen. Er muss sich erst ein die neue Lebenssituation in Kalkutta gewöhnen… Mein Leseeindruck: Eigentlich fand ich die Idee dieses Romans interessant. Ein englischer Ermittler unterwegs in Kalkutta Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich mag zwar Historische Romane nicht so gern, dafür lese ich aber gerne Krimis. Ich habe es auch durchgehalten über 300 Seiten in diesem Buch zu lesen, aber irgendwie kam ich nicht in die Geschichte hinein. Die Anfänge waren noch interessant für mich, die Stimmung, die der Autor mit seinem Erstlingswerk beschreibt kommt gut rüber. Auch fand ich das Buch nicht besonders spannend, die Spannungsbögen sind eher flach. Der Ermittler erzählt aus seiner Sicht und seiner Blickweise als Engländer, man bekommt einen kleinen Einblick über die Kolonialherrschaft Englands, trotzdem fehlt mir hier der größere Zusammenhang. Auf der Rückseite des Covers findet man einen Stadtplan mit den verschiedenen Schauplätzen, was mir leider auch nicht wirklich geholfen hat, denn eigentlich sind die Schauplätze alle nicht weit entfernt voneinander Fazit: Eine neue Krimireihe, die Leser von Hercule Poirot (Agatha Christie) sicherlich lieben werden, aber auch von Agatha Christie haben mir nicht alle Bücher gefallen….

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Das Cover ist wunderschön. Die Farben sind perfekt abgestimmt und im Licht schimmert die Schrift einem entgegen. Wenn man die erste Seite des Covers aufklappt, sieht man eine Karte Kalkuttas im Jahre 1991. Das Hilft beim Lesen enorm die einzelnen Schauplätze vor Augen zu bringen, und nachzuvollziehen wo unser Ermittler denn nun hingewandert ist. Ich muss gestehen bisher keinen historischen Kriminalroman gelesen zu haben und vielleicht fiel es mir deshalb so schwer mich in die einzelnen Charaktere zu versetzen und mir die Szenarien bildlich vorzustellen. Die Handlung an sich zieht sich extrem in die Länge, nach knapp 300 Seiten sind wir keinen Schritt vorwärts gekommen. Wir sprechen mit einzelnen Personen die in den Mord verwickelt sein könnten, aber kommen nicht auf den Punkt (lustigerweise merkt das Sam dann auch selbst höhö). Ich habe nicht immer zwischen einer ruhigen und einer „Action“-Szene unterscheiden können, meistens wusste ich noch nicht einmal in welchem Ton die Szene sich gerade abspielte. Das hat alles noch etwas trockener gemacht. Sam scheint wie jeder Ermittler eine schwierige Vergangenheit zu haben. Während der ersten hundert Seiten bekommen wir etwas von seiner Leidensgeschichte mit. Wie so manch anderer Ermittler der Bücher- und Serienwelt hat er mit Abhängigkeiten zu kämpfen, welche ihn durch die Nacht bringen. Sein Charakter ist sehr interessant und das ist leider auch der einzige spannende Punkt den ich hier zu vergeben habe. Für mich persönlich war es kein aufregendes Buch, deshalb würde ich es nur jemandem empfehlen, der auch wirklich sehr gerne historische Romane liest, denn wenn man erst nach dreihundert Seiten in die Gänge kommt, ist das schon ein wenig spät.

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Kalkutta 1919 klang in meinen Ohren sehr interessant. Eine Zeit und eine Stadt über die ich nicht viel weiß. Außerdem wollte ich mich schon länger einmal an historische Krimis wagen. Zusammen mit Captain Sam Wyndham von der Imperial Police Force, welcher auch gerade neu in Kalkutta angekommen ist, lernen wir Indien und seine Probleme kennen. Ich kenne mich mit der Zeit der britischen Herrschaft in Indien überhaupt nicht aus und fand die Schilderungen der politischen Lage und allgemein der damaligen Zeit wirklich sehr interessant. Der Autor konnte mich da überzeugen und voll in die Zeit hineinziehen. Auch Sam als Hauptcharakter mochte ich sehr gerne. Er kommt neu nach Kalkutta und hat schon einige Schicksalsschläge und eine harte Zeit hinter sich. Ein überzeugender Charakter, der außerdem sehr angenehm ist und mit dem ich super mitfiebern konnte. Die Nebencharaktere, allen voran Surrender-not ein indischer Polizist und Untergebener von Sam, fand ich sehr interessant und vielseitig. Die Story geht auch sogleich mit Sam´s ersten Mordfall los. Ein Sahib (ein weißer Mann) wird in Black Town tot aufgefunden. Im ersten Moment deutet alles auf eine politisch motivierte Tat hin und Sam beginnt zu ermitteln. Leider hatte ich das Gefühl, dass der ersten Hälfte des Buches die Spannung fehlte. Mir hat es gefallen mit Sam Kalkutta und Indien mit seinen unruhigen Zeiten und Problemen kennen zulernen. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es im Fall selbst nicht wirklich voran ging. Es kam keine richtige Spannung auf und ich war nicht sehr motiviert weiter zu lesen. Weshalb ich relativ lange für das Buch gebraucht habe. Erst ab der Hälfte wurde es schlagartig spannend und ich wurde viel mehr von der Story mitgerissen. Jetzt konnte man auch eher miträtseln und es gab so einige Überraschungen im Verlauf der weiteren Story. Ab diesem Zeitpunkt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Auch das Ende empfand ich als passend und wirklich gut. Der Schreibstil des Autor hat mir durchweg sehr gut gefallen und mich nach Kalkutta 1919 entführt. Die Aufmachung vom Heyne Verlag kann sich auch sehen lassen. Ein wirklich tolles Cover mit dieser schönen goldenen Schrift. Auf den Innenseiten der Klappbroschur befindet sich eine Karten von Kalkutta und Indien, die ich sehr hilfreich und interessant fand. Fazit Leider hat mir anfangs doch die Spannung gefehlt und damit auch irgendwie die Motivation das Buch in die Hand zu nehmen. Auch wenn es sehr interessant war Kalkutta im Jahre 1919 kennen zu lernen. Die zweite hälfte des Buches konnte mich aber noch einmal über die fehlende Spannung im ersten Teil trösten. Außerdem habe ich Sam Wyndham und Surrender-not doch gerne begleitet bei ihren Ermittlungen. Daher würde ich mir den nächsten Teil der Reihe wohl auch einmal ansehen. Insgesamt war es für mich ein guter Krimi, an dem mich vor allem der Handlungsort und die Zeit interessiert und fasziniert haben.

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Ich habe eine Schwäche für Romane und/oder Krimis, die in Indien spielen. Der exotische Touch und das indische Chaos bilden einen hervorragenden Rahmen, für Ermittlungen mit einem leicht humoristischen Einschlag. Was bei dem indischen Privatdetektiv Vish Puri von Tarquin Hall geklappt hat, gelingt auch bei „Ein angesehener Mann“: der Auftakt für die Sam Wyndham-Reihe von Abir Mukherjee. Der Autor reist mit uns nach Kalkutta im Jahr 1919. Der Erste Weltkrieg ist vorbei und die britischen Kolonialherren versuchen die indische Unabhängigkeitsbewegung unter Kontrolle zu halten. Selbstgefällig aalen sich die korrumpierten Briten in der vermeintlichen Gewissheit die höher entwickelte Rasse zu sein. In dieser Atmosphäre trifft der Weltkriegsveteran Sam Wyndham in Kalkutta ein. Er hat nichts viel zu verlieren: Seine Frau ist jung gestorben, er selbst abhängig von Opiaten und noch immer sieht er die Opfer in den Schützengräben vor seinem geistigem Auge sterben. Gleich sein erster Fall führt ihn zur Leiche eines hohen britischen Beamten, der im Hinterhof eines Bordells aufgefunden wird. An dieser Stelle des Romans hatte ich die Befürchtung, dass mich Mukherjee mit den Drogenproblemen Wyndhams langweilt. Ich finde, er hat das Thema aber sanft integriert: das Motiv des von Privatproblemen zerfressenen Ermittlers ist auch zu abgedroschen für meinen Geschmack. Natürlich gerät Wyndham – nach dem Setting des Mordfalls kaum überraschend – in seinen Ermittlungen mit wichtigen Funktionären im britischen Polizei- und Staatsapparat aneinander, die ihm Steine in den Weg legen. Was Wyndham von den anderen Briten unterscheidet, ist, dass er, der neu Zugereiste, noch nicht von dem allgegenwärtigen Rassismus ergriffen ist. Die Briten, erklärt ihm ein Bekannter an einer Stelle des Buches, würden durch ihre vermeintliche moralische Überlegenheit über Indien herrschen. Nur deshalb könnten so Wenige so Viele in Schach halten. Und genau deshalb sei es undenkbar, dass sich Briten von Indern Fehlverhalten nachweisen lassen würden. "Damit eine derart kleine Zahl über so viele herrschen kann, müssen die Herrschenden den Beherrschten eine Aura der Überlegenheit vorspiegeln. Nicht allein physische und militärische Überlegenheit wohlgemerkt, sondern auch moralische Überlegenheit. Vor allem aber müssen die Beherrschten von der eigenen Unterlegenheit selbst überzeugt sein. Sie müssen davon überzeugt sein, dass sie zu ihrem eigenen Vorteil beherrscht werden." Wie stark diese Reflexe wirken, spürt Wyndham täglich. Doch er ist reflektiert genugt und erschreckt über sich selbst, als er seinen indischen Mitarbeiter übermäßig maßregelt. Auch wenn das Buch den Auftakt zu einer Reihe bildet, so zeigt sich doch, dass Wyndham in den kommenden Bänden umsichtiger durch Indien gehen wird als viele seiner Landsleute zu dieser Zeit. Ein angesehener Mann macht Spaß zu lesen – nicht so sehr wegen der Kriminalgeschichte, die nach bekanntem Muster verläuft, sondern weil Mukherjee einen spannenden Eindruck vom Indien der 1920er Jahre vermittelt.

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