Leserstimmen zu
Die Reise

Marina Lostetter

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eBook
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Die Reise

Von: or1965

28.03.2019

Die Reise ist ein gut gemachter Sciencefiction-Roman, welcher die Vorzüge aber auch Risiken von Zukunftstechnologien in ihrer vollen Bandbreite beinhaltet und zeigt welche Chancen und Risiken bestehen wenn vielen Menschen/Klone in einem begrenzten Raum zusammenleben, wie aus einem empathischen Kind durch das nicht verstehen warum sein alter Freund "ausscheiden" muss um jüngeren Platz zu machen ein Aufrührer wird... und wie Menschen reagieren, wenn nach einer ewig langen Reise, die Rückkehrer sich vollkommen anders benehmen als es inzwischen auf der Erde üblich ist.

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Keine leicht Kost

Von: Hartmut Pitschmann

28.03.2019

Wissenschaftler haben eine Anomalie bei einem Himmelskörper (LQ Pixidis) in einem entfernten Teil der Galaxis entdeckt. Im Jahr 2125 brechen mehrere Konvois von Raumschiffen von der Erde in unerforschte Teile des Weltraums auf, einer davon zu LQ Pyxidis. Obwohl für den Flug ein spezieller Antrieb in einer Subdimension der Zeit benutzt wird, vergehen an Bord des Konvois rund einhundert Jahre, bis das Ziel erreicht wird. Auf der Erde sind dann tausend Jahre vergangen. Nach gut zwanzig Forschungsjahren vor Ort und der Konfrontation mit einer gigantischen Technologie kehrt der Konvoi nach etlichen Schwierigkeiten 271 Jahre (Bordzeit) nach seinem Aufbruch auf eine fast 2000 Jahre ältere und völlig andersartige Erde zurück. Das Setup des Romans ist insofern interessant, als die Mannschaft der neun (riesigen) Schiffe aus ca. einhunderttausend Menschen besteht, die nach genetischen Kriterien ausgewählt und alle paar Jahrzehnte geklont werden. Für jeden neuen Klon muss einer seiner Vorgänger aus dem Leben scheiden, um die Ressourcen seinem Nachfolger zur Verfügung zu stellen. Dazu kommt eine Künstliche Intelligenz, welche die Bevölkerung überwacht und als eine Art Supercomputer die Mission überwacht und nach und nach pseudo-menschliche Züge und sogar Emotionen entwickelt. Das Konfliktpotential der Handlung entsteht aus der Gesellschaft selbst heraus. Wie wir wissen, ist ein Klon zwar genetisch identisch, nicht aber von der geistigen und emotionalen Entwicklung her. Individualität – wo sie denn entsteht – wird dem „höheren Ziel“ der Mission geopfert. Die KI durchläuft eine eigene Entwicklung, die sie fast menschlich erscheinen lässt. Auch auf der Erde haben sich die Menschen in den rund zweitausend Jahren recht merkwürdig entwickelt, so dass auch nach der Rückkehr des Konvois genügend Konfliktpotential vorhanden ist. Die Autorin erzählt die Handlung aus der Sicht verschiedener Besatzungsmitglieder. Das hat seine Schwierigkeit, da der Zeitrahmen ja mehrere Generationen überspannt. Sie greift daher zu dem Kunstgriff, weite Teile des Romans von der KI als Ich-Erzähler führen zu lassen. Ich hatte das Buch als Urlaubslektüre eingepackt, muss aber sagen, dass es keine „leichte Kost“ war. Die Handlung ist manchmal etwas sprunghaft, und durch den ständigen Generationenwechsel fällt es schwer, die Beweggründe der Handelnden immer voll nachvollziehen zu können. Den Figuren mangelt es vielfach an Tiefe, und der Handlungsstrang erscheint mir nicht immer nachvollziehbar. Insbesondere die Zeit nach der Rückkehr des Konvois hinterlässt bei mir mehr Fragezeichen als Antworten. Alles in allem: Interessant, aber leider nicht fesselnd und mir persönlich nicht unterhaltsam genug.

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Die Reise

Von: Angela

26.03.2019

Mein erster Science Fiction Roman! Und was soll ich sagen: Ich bin einfach nur begeistert! Ich verschlinge den Roman regelrecht. In 3 Tagen habe ich schon die Hälfte gelesen. Super fesselnd und spannend! Man möchte wissen wie es ausgeht! Kann ich nur weiterempfehlen!

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Inhalt Die Menschheit macht sich mit Raumschiffen und Klonen auf die Reise zu einem fernen Stern, den ein geheimnisvolles Objekt umgibt. Klone deshalb, weil sie Jahrhunderte brauchen werden, um dorthin zu gelangen. Doch auf der Reise selbst werden sie vor Herausvorderungen gestellt, die keiner vorhersehen konnte. Die Mission und vielleicht sogar die gesamte Menschheit ist in Gefahr. Eigene Meinung Leider fand ich es sehr zäh und es war auf Grund der Fachbegriffe auch nicht immer leicht zu lesen. Hier wird Wissen über den Weltraum, die Raumfahrt und Computer vorausgesetzt. Ich kenne es schon von anderen Büchern, dass man Fachbegriffe auch gut in der Geschichte erklären kann und so jeder abgeholt wird. Hier musste ich oft nachschlagen, was jetzt dieses oder jenes heißt und wie das mit der Geschichte zusammen hängen könnte. Ich habe mich als Leser alleingelassen gefühlt. Da die Reise mehrere Jahrhunderte dauert, gibt es entsprechend viele Zeitsprünge. Allerdings hatte ich hier das Gefühl, dass die Autorin der Lösung von Konflikten aus dem Weg gehen wollte. Oft gibt es Krieg, oder eine scheinbar unlösbare Situation und im nächsten Kapitel befinden wir uns plötzlich 40 Jahre in der Zukunft, ohne dass wir Leser an der Lösung teilhatten. Außerdem gab es bei diesen Sprüngen über mehrere Jahrzehnte oft radikale Änderungen im Leben auf dem Schiff, die mir für die kurze Zeit teilweise zu krass waren. Zu den Charakteren, außer der KI, kann ich nicht viel sagen, da sie durch die vielen Zeitsprünge alle Nase lang wechseln. Die KI hingegen hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil sie die einzige Konstante in dem Buch war. Auch das Ende ließ mich unbefriedigt zurück. Wenn mir die oben genannten Punkte das Lesen nicht so mühselig gemacht hätten, wäre es sicher eine spannende Geschichte gewesen. Fazit Ich würde das Buch eher Raumfahrt-Interessierten und Science-Fiction erfahrenen empfehlen. Ansonsten bleibt man oft auf der Strecke.

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Großartige Science Fiction.

Von: kvel

25.03.2019

Inhalt und meine Meinung – Achtung hier wird aus dem Inhalt berichtet: Zuerst muss ich gestehen, dass mir anfangs der Titel nicht so ganz zugesagt hat; ich fand ihn irgendwie zu profan, zu langweilig. Aber eigentlich ist er genau richtig. Denn er drückt alles aus, worum es in diesem Roman geht. Und er komprimiert den Inhalt ganz konkret auf das Wesentliche. In dem Roman geht es um folgendes: Als ein Wissenschaftler im Weltall ein interessantes Objekt entdeckte, allerdings sehr weit entfernt, wurde beschlossen einen Konvoi zur Untersuchung dieses Objektes dorthin zu entsenden. Es sollen mehrere Schiffe sein, weil man befand, dass es für die Menschen an Bord ein Gefühl des nicht-so-eingeschlossen-seins sei, wenn sie von einem Schiff auf ein anderes wechseln zu könnten. Da die Reise sehr lange dauern würde, beschloss man die Mannschaft ca. alle 10 Jahre neu zu klonen. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass nicht jeder geklonte Nachfahre genauso „funktioniert“ wie sein Vorgänger oder das „Original“; dies lässt sich auf die einfache Tatsache zurückführen, dass jeder Klon einfach seine eigenen Erfahrungen macht. So ist es eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, dass die zweite oder dritte Generation an Bord an ihrer Mission zweifelt bzw. an ihrem Dasein fast verzweifelt, da sie diejenigen sind, die nicht mehr die Stimmung des Aufbruchs und die Hoffnungen ihrer Erden-Menschen direkt mit auf den Weg mitbekommen haben – und sie sind auch die Generation, die definitiv nicht beim Objekt, das sie besuchen wollen, ankommen werden. Denn der Konvoi ist ca. 100 Jahre unterwegs – aber bis sie zur Erde zurückkommen werden sind dort ca. 1000 Jahre vergangen. Eine interessante Konstellation. Vom Inhalt war ich sehr überrascht, denn beim Lesen fand ich viele großartige Momente! Die erste Offenbarung hatte ich, als die Autorin beschreibt, wie der Konvoi zu ihrer Reise aufbricht und die Erde verlässt. Die gesamte Besatzung verfällt in ein Kind-Stadium, als hätten sie „sturmfreie Bude“, denn endlich sind sie alle den Bestimmungen und der permanenten Überwachung durch die Erden-Menschen, die sie auf ihre ach so wichtige Mission vorbereitet haben, los und schon treten all die übersprudelnd-negativen Eigenschaften hervor, weil sie alle hemmungslos die „Sau rauslassen“. Auch von der Künstlichen Intelligenz an Bord war ich positiv überrascht. Ich hatte immer mal wieder die Befürchtung, dass sie sich zum Negativen entwickeln könnte. Aber nein, sie blieb immer den Menschen gegenüber positiv eingestellt. Und ich fragte mich das ein und andere Mal, wer denn nun „menschlicher“ war: die Künstliche Intelligenz oder die allzu korrekte Mannschaft an Bord. Die Autorin hat das Talent gruppendynamischen Prozesse sehr realistisch in ihre Story einzuweben. Denn sie hat wirklich ein sehr feines Gespür dafür, wie sich Gesellschaften oder in welche Richtung sich Individuen entwickeln können. So manch gekonnte Formulierung erfreute mich beim Lesen: „Der Blickwinkel verändert die Fakten.“ (S. 221) „Was konnte ich tun? Ich war in mir selbst eingesperrt, aber ich konnte auch nicht tatenlos dasitzen und meinen Servern beim Summen zuhören.“ (S. 202) „Der erste schreckliche Gedanke war, dass … verstorben sei. Das löste zunächst egoistische Schadenfreude aus, doch gleich darauf trat an ihre Stelle ein Vakuum der Trauer – mit genügend Sogkraft, um den Neid eines schwarzen Lochs zu wecken.“ (S. 498) Was mich störte, waren zwei oder drei Situationen beim Lesen, bei denen ich mir einen besseren Übergang oder eine zusätzliche Information gewünscht hätte. Dass jetzt nicht so sehr viel Augenmerk auf das unbekannte Objekt oder andere wissenschaftliche Themen verwandt wurde, hat mich hier nicht weiter gestört – ich denke jeder Autor hat so seine eigenen Schwerpunkte, die er im Buch unterbringen möchte. Auch das Ende hat mich völlig überzeugt. Fazit: Echt gelungen!

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Der Weg ist das Ziel

Von: Mawgan

25.03.2019

Ein Generationen-Raumschiff macht sich auf die Reise, um ein interessantes Phänomen weit entfernt im All zu untersuchen. Wie überbrückt man eine Jahrhunderte währende Reise? In diesem Fall durch Klonen. Dass das nicht unbedingt die klügste Idee ist, bemerken die Teilnehmer des Konvois am eigenen Leib. Oder eben auch am Leib der nächsten Generation von Klonen. Die Autorin zeigt den Verlauf der Reise in Schlaglichtern. In jedem Kapitel begegnet man einer neuen Generation, erzählt wird aus wechselnden Perspektiven. Darin liegt einerseits der Reiz der Geschichte, andererseits aber auch ein Schwachpunkt. Wie sich eine solche Reise auf die Psyche eines Individuums auswirkt, erfährt man dadurch nicht, wohl aber, wie eine isolierte Gesellschaft damit umgeht. Dieser Aspekt steht klar im Zentrum der Handlung, weniger die Ankunft am rätselhaften Objekt im All. Daher hätte die Geschichte auch durchaus zu einer anderen Zeit auf der Erde spielen können, in jeglicher Variation einer isolierten Gesellschaft, sei sie politisch, religiös oder geografisch begründet. Leser, die mehr an dem Science-Aspekt interessiert sind, kommen eher in der zweiten Hälfte des Buches auf ihre Kosten. Das größte Manko der Geschichte liegt m.E. darin, dass die Autorin es nicht schafft, sich hinter ihren Figuren unsichtbar zu machen. Sie alle verhalten sich, wie amerikanische Collegekids zwischen Spring Break und tiefschürfenden Erkenntnissen, die man von Teenagern erwartet, aber nicht von der Welt-Elite, die eigens für diese Mission ausgesucht wurde. Leider schlägt sich das auch in Anspielungen auf populärkulturelle Dinge nieder, die eher in die 1990er passen als in die 2090er. Nach zögerlichem Beginn nimmt die Geschichte dann aber ab Kapitel 3 mehr Fahrt auf und trotz der erwähnten Schwächen bietet das Buch solide Unterhaltung, die zum Weiterlesen animiert. Heimliche Hauptfigur wird im Laufe der Geschichte die an Bord befindliche KI, da sie die einzige Konstante ist und mehrfach zu Wort kommt. Eine kurze Bemerkung zur Übersetzung: Irene Holicki macht einen guten Job, nur selten stolpert man über einige Sätze, die zu nah an der Originalformulierung bleiben und dadurch etwas holprig konstruiert wirken. Fazit: Auch wenn mich einige Dinge gestört haben und unangenehm aufgefallen sind, ist mein Interesse am weiteren Geschehen groß genug, dass ich die Fortsetzung gern lesen möchte.

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Science-Fiction Roman mal anders

Von: Philipp

25.03.2019

"Wir schreiben das Jahr 2088, und die Menschheit bricht zu den Sternen auf. Ein geheimnisvolles Objekt, das weit jenseits unseres Sonnensystems entdeckt wurde, soll das Ziel der Reise sein. Eine Reise, die Hunderte von Jahren dauern wird. Alle paar Jahrzehnte wird die Crew geklont, doch nicht jeder Klon ist eine perfekte Kopie seines Vorgängers und jede Generation von Klonen hat ihre ganz besonderen Eigenheiten. So wird bereits die Reise selbst zu einem atemberaubenden Abenteuer für jeden von ihnen, und noch wissen sie nicht, welche Geheimnisse sie erst erwarten, wenn sie ihr Ziel erreicht haben ..." so lautet der ansprechende Klappentext, der mich veranlasste das Buch zu lesen. Und es hielt, was es verspricht, denn "Die Reise" bietet, was bei vielen anderen Science-Fiction Büchern fehlt: Glaubwürdigkeit. Auch, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Erfindungen und Entdeckungen niemals real sein könnten, klingen die Erklärungen dazu sehr plausibel und einleuchtend. Man vergisst, dass es sich dabei um Fiktion handelt und taucht in eine futuristische Welt ein. Zudem helfen die Charaktere dabei ein Bild der Zukunft zu vermitteln und trotz all der neuen Dinge, schafft man es als Leser, sich mit ihnen zu identifizieren. Persönlich fehlte mir jedoch bei manchen Figuren stellenweise ein wenig mehr Tiefgang oder eine umfassendere Beschreibung - es wäre einfach schön gewesen noch mehr zu erfahren, um sich noch stärker in sie hineinversetzen zu können. Ein dickes Plus bekommt das Buch von mir für den strukturellen Aufbau, denn die große und ganze Geschichte ist in einzelne "Folgen" verpackt, so gibt es beispielsweise ein Kapitel über die Vorbereitung der Mission, ein anderes über die Hinreise zu der geheimnisvollen Entdeckung, eines über die Rückkehr und so weiter. Dadurch hat man es als Leser sehr leicht, sich das Buch über einen längeren Zeitraum aufzuteilen und nach den einzelnen Episoden eine Lesepause einzulegen - Mir kam das sehr entgegen, da ich momentan leider sehr wenig Freizeit zum Lesen habe und ich bin mir sicher, dass es viele andere gibt, denen es genauso ergeht. Andere Bücher, deren Handlung am Stück erfolgt bereiten mir in dieser Hinsicht Probleme, denn wenn man ein paar Tage nicht weitergelesen hat, braucht es eine gewisse Zeit, um wieder in die Geschichte hineinzufinden und es passiert auch schonmal, dass man den Faden verliert. Nicht so bei Lostetters Werk. (Durch den Aufbau würde sich das Buch übrigens optimal dafür eignen eine Serie daraus zu machen.) Vergleich man den Roman weiterhin mit anderen Büchern sticht "Die Reise" positiv heraus. Meiner Meinung nach gibt es momentan im Science-Fiction und Fantasy Genre viel zu oft das Klischee einer dystopischen oder gar apokalyptischen Zukunft. Alles wirkt düster und schlecht und das schöne in der Welt fehlt. Bei Lostetter steht die Vergangenheit der Erde nicht im Vordergrund und der Schwerpunkt liegt auf der Neugierde und dem wissenschaftlichen Interesse daran eine Weltraumexpedition zum rätselhaften Objekt erfolgreich durchzuführen. Der letzte Punkt auf meiner Liste ist der Schreibstil und die Sprache der Autorin. Auch wenn es hin und wieder (pseudo-)wissenschaftliche Begrifflichkeit und Konversationen gibt, ist es sehr leicht der Handlung zu folgen, sowohl als jüngerer, als auch als älterer Leser. Zudem gefällt mir der Stil von Lostetter unglaublich gut, denn sie beschreibt sehr bildhaft und ausführlich, aber schafft es gleichzeitig die Spannung aufrecht zu erhalten, sodass man sich als Leser niemals langweilt und stets mit handlungsrelevanten Informationen versorgt wird. Alles in allem ist die Geschichte sehr empfehlenswert, sowohl für alteingesessene Fans des Genres, als auch für neue Interessenten, die noch nicht viele Romane aus dem Science-Fiction Bereich gelesen haben. "Die Reise" von Marina Lostetter bekommt von mir volle Punktzahl und ich freue mich bereits darauf, mehr von der Autorin lesen zu dürfen.

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Großartige Science Fiction.

Von: kvel

24.03.2019

Inhalt und meine Meinung – Achtung hier wird aus dem Inhalt berichtet: Zuerst muss ich gestehen, dass mir anfangs der Titel nicht so ganz zugesagt hat; ich fand ihn irgendwie zu profan, zu langweilig. Aber eigentlich ist er genau richtig. Denn er drückt alles aus, worum es in diesem Roman geht. Und er komprimiert den Inhalt ganz konkret auf das Wesentliche. In dem Roman geht es um folgendes: Als ein Wissenschaftler im Weltall ein interessantes Objekt entdeckte, allerdings sehr weit entfernt, wurde beschlossen einen Konvoi zur Untersuchung dieses Objektes dorthin zu entsenden. Es sollen mehrere Schiffe sein, weil man befand, dass es für die Menschen an Bord ein Gefühl des nicht-so-eingeschlossen-seins sei, wenn sie von einem Schiff auf ein anderes wechseln zu könnten. Da die Reise sehr lange dauern würde, beschloss man die Mannschaft ca. alle 10 Jahre neu zu klonen. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass nicht jeder geklonte Nachfahre genauso „funktioniert“ wie sein Vorgänger oder das „Original“; dies lässt sich auf die einfache Tatsache zurückführen, dass jeder Klon einfach seine eigenen Erfahrungen macht. So ist es eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, dass die zweite oder dritte Generation an Bord an ihrer Mission zweifelt bzw. an ihrem Dasein fast verzweifelt, da sie diejenigen sind, die nicht mehr die Stimmung des Aufbruchs und die Hoffnungen ihrer Erden-Menschen direkt mit auf den Weg mitbekommen haben – und sie sind auch die Generation, die definitiv nicht beim Objekt, das sie besuchen wollen, ankommen werden. Denn der Konvoi ist ca. 100 Jahre unterwegs – aber bis sie zur Erde zurückkommen werden sind dort ca. 1000 Jahre vergangen. Eine interessante Konstellation. Vom Inhalt war ich sehr überrascht, denn beim Lesen fand ich viele großartige Momente! Die erste Offenbarung hatte ich, als die Autorin beschreibt, wie der Konvoi zu ihrer Reise aufbricht und die Erde verlässt. Die gesamte Besatzung verfällt in ein Kind-Stadium, als hätten sie „sturmfreie Bude“, denn endlich sind sie alle den Bestimmungen und der permanenten Überwachung durch die Erden-Menschen, die sie auf ihre ach so wichtige Mission vorbereitet haben, los und schon treten all die übersprudelnd-negativen Eigenschaften hervor, weil sie alle hemmungslos die „Sau rauslassen“. Auch von der Künstlichen Intelligenz an Bord war ich positiv überrascht. Ich hatte immer mal wieder die Befürchtung, dass sie sich zum Negativen entwickeln könnte. Aber nein, sie blieb immer den Menschen gegenüber positiv eingestellt. Und ich fragte mich das ein und andere Mal, wer denn nun „menschlicher“ war: die Künstliche Intelligenz oder die allzu korrekte Mannschaft an Bord. Die Autorin hat das Talent gruppendynamischen Prozesse sehr realistisch in ihre Story einzuweben. Denn sie hat wirklich ein sehr feines Gespür dafür, wie sich Gesellschaften oder in welche Richtung sich Individuen entwickeln können. So manch gekonnte Formulierung erfreute mich beim Lesen: „Der Blickwinkel verändert die Fakten.“ (S. 221) „Was konnte ich tun? Ich war in mir selbst eingesperrt, aber ich konnte auch nicht tatenlos dasitzen und meinen Servern beim Summen zuhören.“ (S. 202) „Der erste schreckliche Gedanke war, dass … verstorben sei. Das löste zunächst egoistische Schadenfreude aus, doch gleich darauf trat an ihre Stelle ein Vakuum der Trauer – mit genügend Sogkraft, um den Neid eines schwarzen Lochs zu wecken.“ (S. 498) Was mich störte, waren zwei oder drei Situationen beim Lesen, bei denen ich mir einen besseren Übergang oder eine zusätzliche Information gewünscht hätte. Dass jetzt nicht so sehr viel Augenmerk auf das unbekannte Objekt oder andere wissenschaftliche Themen verwandt wurde, hat mich hier nicht weiter gestört – ich denke jeder Autor hat so seine eigenen Schwerpunkte, die er im Buch unterbringen möchte. Auch das Ende hat mich völlig überzeugt.

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