Leserstimmen zu
Die Reise

Marina Lostetter

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Science-Fiction Roman mal anders

Von: Philipp

25.03.2019

"Wir schreiben das Jahr 2088, und die Menschheit bricht zu den Sternen auf. Ein geheimnisvolles Objekt, das weit jenseits unseres Sonnensystems entdeckt wurde, soll das Ziel der Reise sein. Eine Reise, die Hunderte von Jahren dauern wird. Alle paar Jahrzehnte wird die Crew geklont, doch nicht jeder Klon ist eine perfekte Kopie seines Vorgängers und jede Generation von Klonen hat ihre ganz besonderen Eigenheiten. So wird bereits die Reise selbst zu einem atemberaubenden Abenteuer für jeden von ihnen, und noch wissen sie nicht, welche Geheimnisse sie erst erwarten, wenn sie ihr Ziel erreicht haben ..." so lautet der ansprechende Klappentext, der mich veranlasste das Buch zu lesen. Und es hielt, was es verspricht, denn "Die Reise" bietet, was bei vielen anderen Science-Fiction Büchern fehlt: Glaubwürdigkeit. Auch, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Erfindungen und Entdeckungen niemals real sein könnten, klingen die Erklärungen dazu sehr plausibel und einleuchtend. Man vergisst, dass es sich dabei um Fiktion handelt und taucht in eine futuristische Welt ein. Zudem helfen die Charaktere dabei ein Bild der Zukunft zu vermitteln und trotz all der neuen Dinge, schafft man es als Leser, sich mit ihnen zu identifizieren. Persönlich fehlte mir jedoch bei manchen Figuren stellenweise ein wenig mehr Tiefgang oder eine umfassendere Beschreibung - es wäre einfach schön gewesen noch mehr zu erfahren, um sich noch stärker in sie hineinversetzen zu können. Ein dickes Plus bekommt das Buch von mir für den strukturellen Aufbau, denn die große und ganze Geschichte ist in einzelne "Folgen" verpackt, so gibt es beispielsweise ein Kapitel über die Vorbereitung der Mission, ein anderes über die Hinreise zu der geheimnisvollen Entdeckung, eines über die Rückkehr und so weiter. Dadurch hat man es als Leser sehr leicht, sich das Buch über einen längeren Zeitraum aufzuteilen und nach den einzelnen Episoden eine Lesepause einzulegen - Mir kam das sehr entgegen, da ich momentan leider sehr wenig Freizeit zum Lesen habe und ich bin mir sicher, dass es viele andere gibt, denen es genauso ergeht. Andere Bücher, deren Handlung am Stück erfolgt bereiten mir in dieser Hinsicht Probleme, denn wenn man ein paar Tage nicht weitergelesen hat, braucht es eine gewisse Zeit, um wieder in die Geschichte hineinzufinden und es passiert auch schonmal, dass man den Faden verliert. Nicht so bei Lostetters Werk. (Durch den Aufbau würde sich das Buch übrigens optimal dafür eignen eine Serie daraus zu machen.) Vergleich man den Roman weiterhin mit anderen Büchern sticht "Die Reise" positiv heraus. Meiner Meinung nach gibt es momentan im Science-Fiction und Fantasy Genre viel zu oft das Klischee einer dystopischen oder gar apokalyptischen Zukunft. Alles wirkt düster und schlecht und das schöne in der Welt fehlt. Bei Lostetter steht die Vergangenheit der Erde nicht im Vordergrund und der Schwerpunkt liegt auf der Neugierde und dem wissenschaftlichen Interesse daran eine Weltraumexpedition zum rätselhaften Objekt erfolgreich durchzuführen. Der letzte Punkt auf meiner Liste ist der Schreibstil und die Sprache der Autorin. Auch wenn es hin und wieder (pseudo-)wissenschaftliche Begrifflichkeit und Konversationen gibt, ist es sehr leicht der Handlung zu folgen, sowohl als jüngerer, als auch als älterer Leser. Zudem gefällt mir der Stil von Lostetter unglaublich gut, denn sie beschreibt sehr bildhaft und ausführlich, aber schafft es gleichzeitig die Spannung aufrecht zu erhalten, sodass man sich als Leser niemals langweilt und stets mit handlungsrelevanten Informationen versorgt wird. Alles in allem ist die Geschichte sehr empfehlenswert, sowohl für alteingesessene Fans des Genres, als auch für neue Interessenten, die noch nicht viele Romane aus dem Science-Fiction Bereich gelesen haben. "Die Reise" von Marina Lostetter bekommt von mir volle Punktzahl und ich freue mich bereits darauf, mehr von der Autorin lesen zu dürfen.

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Großartige Science Fiction.

Von: kvel

24.03.2019

Inhalt und meine Meinung – Achtung hier wird aus dem Inhalt berichtet: Zuerst muss ich gestehen, dass mir anfangs der Titel nicht so ganz zugesagt hat; ich fand ihn irgendwie zu profan, zu langweilig. Aber eigentlich ist er genau richtig. Denn er drückt alles aus, worum es in diesem Roman geht. Und er komprimiert den Inhalt ganz konkret auf das Wesentliche. In dem Roman geht es um folgendes: Als ein Wissenschaftler im Weltall ein interessantes Objekt entdeckte, allerdings sehr weit entfernt, wurde beschlossen einen Konvoi zur Untersuchung dieses Objektes dorthin zu entsenden. Es sollen mehrere Schiffe sein, weil man befand, dass es für die Menschen an Bord ein Gefühl des nicht-so-eingeschlossen-seins sei, wenn sie von einem Schiff auf ein anderes wechseln zu könnten. Da die Reise sehr lange dauern würde, beschloss man die Mannschaft ca. alle 10 Jahre neu zu klonen. Allerdings stellte sich schon bald heraus, dass nicht jeder geklonte Nachfahre genauso „funktioniert“ wie sein Vorgänger oder das „Original“; dies lässt sich auf die einfache Tatsache zurückführen, dass jeder Klon einfach seine eigenen Erfahrungen macht. So ist es eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, dass die zweite oder dritte Generation an Bord an ihrer Mission zweifelt bzw. an ihrem Dasein fast verzweifelt, da sie diejenigen sind, die nicht mehr die Stimmung des Aufbruchs und die Hoffnungen ihrer Erden-Menschen direkt mit auf den Weg mitbekommen haben – und sie sind auch die Generation, die definitiv nicht beim Objekt, das sie besuchen wollen, ankommen werden. Denn der Konvoi ist ca. 100 Jahre unterwegs – aber bis sie zur Erde zurückkommen werden sind dort ca. 1000 Jahre vergangen. Eine interessante Konstellation. Vom Inhalt war ich sehr überrascht, denn beim Lesen fand ich viele großartige Momente! Die erste Offenbarung hatte ich, als die Autorin beschreibt, wie der Konvoi zu ihrer Reise aufbricht und die Erde verlässt. Die gesamte Besatzung verfällt in ein Kind-Stadium, als hätten sie „sturmfreie Bude“, denn endlich sind sie alle den Bestimmungen und der permanenten Überwachung durch die Erden-Menschen, die sie auf ihre ach so wichtige Mission vorbereitet haben, los und schon treten all die übersprudelnd-negativen Eigenschaften hervor, weil sie alle hemmungslos die „Sau rauslassen“. Auch von der Künstlichen Intelligenz an Bord war ich positiv überrascht. Ich hatte immer mal wieder die Befürchtung, dass sie sich zum Negativen entwickeln könnte. Aber nein, sie blieb immer den Menschen gegenüber positiv eingestellt. Und ich fragte mich das ein und andere Mal, wer denn nun „menschlicher“ war: die Künstliche Intelligenz oder die allzu korrekte Mannschaft an Bord. Die Autorin hat das Talent gruppendynamischen Prozesse sehr realistisch in ihre Story einzuweben. Denn sie hat wirklich ein sehr feines Gespür dafür, wie sich Gesellschaften oder in welche Richtung sich Individuen entwickeln können. So manch gekonnte Formulierung erfreute mich beim Lesen: „Der Blickwinkel verändert die Fakten.“ (S. 221) „Was konnte ich tun? Ich war in mir selbst eingesperrt, aber ich konnte auch nicht tatenlos dasitzen und meinen Servern beim Summen zuhören.“ (S. 202) „Der erste schreckliche Gedanke war, dass … verstorben sei. Das löste zunächst egoistische Schadenfreude aus, doch gleich darauf trat an ihre Stelle ein Vakuum der Trauer – mit genügend Sogkraft, um den Neid eines schwarzen Lochs zu wecken.“ (S. 498) Was mich störte, waren zwei oder drei Situationen beim Lesen, bei denen ich mir einen besseren Übergang oder eine zusätzliche Information gewünscht hätte. Dass jetzt nicht so sehr viel Augenmerk auf das unbekannte Objekt oder andere wissenschaftliche Themen verwandt wurde, hat mich hier nicht weiter gestört – ich denke jeder Autor hat so seine eigenen Schwerpunkte, die er im Buch unterbringen möchte. Auch das Ende hat mich völlig überzeugt.

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Episch

Von: Phoenix Köln

22.03.2019

Das nennt man Space Opera: Ein episches Abenteuer mit Größe, bei dem nicht gekleckert, sondern vielmehr geklotzt wird. Das Setting und auch die Story sind geprägt von überraschenden Wendungen und kurzweiligen Geschehnissen. Lesenswert!

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Fesselnd bis zum Ende

Von: Blackboy

22.03.2019

Das Buch ist sehr angenehm geschrieben und die Idee ist wirklich gut. Allerdings stört es, dass die Erzählerperson so oft gewechselt wird. Dadurch fällt es einem sehr schwer, sich in sie hineinzuversetzen. Außerdem beginnt die Reise erst nach gut 70 (meiner Meinung nach größtenteils unnötigen) Seiten, wodurch die wirkliche Handlung etwas auf sich warten lässt. Sobald es allerdings losgeht, wird es sehr schnell sehr spannend und es tauchen immer wieder Überraschungen auf. Außerdem ist das Ende unvorhersehbar und man will unbedingt wissen, wie es denn ausgeht. Vorsicht Spoiler! Das Buch fängt mit einem gewissen Reggie an, der einen geheimnisvollen Stern entdeckt hat und nun ein Projekt starten möchte, welches Diesen untersucht. Die Reise ins Weltraum beginnt erst nach ca. 70 Seiten. Dort wechselt auch der Erzähler, der jetzt eine geklonte Frau ist, die das Leben nach dem Start schildert. Dann wechselt der Erzähler wider und es ist nun ein acht-jähriger Junge, dessen "Vorlage" man schon in Reggies Teil kennengelernt hat. In diesem Teil wird das Leben einer Person beschrieben, die auf dem Schiff geboren wird. Und dann wird man zum K.I.C. Allerdings wird im Namen des Kapitels immer der Erzähler erwähnt. Dann wird es aber sehr interessant und man möchte nicht mehr aufhören. Dann kommt man zum zweiten Teil und das geheimnisvolle Objekt wird erreicht. Es treten auch noch Probleme auf und es bleibt durchgehend spannend und das Ende ist überraschend und unvorhersehbar.

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Ein Blick in die Zukunft

Von: Melanie Janz

18.03.2019

So könnte die Zukunft aussehen! Auf der Erde und im Weltall. Marina Lostetter hat einen tollen Debutroman in Puzzleteilen verfasst, der einen mitnimmt von der ersten bis zur letzten Seite. Jedes Puzzleteil fügt sich wunderbar ineinander ohne Lücken zu hinterlassen. Endlich eine Frau, die auch Science-Fiction kann. Etwas Besonderes!

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Roadmovie zu den Sternen

Von: Armin Hoffmann

18.03.2019

Ein Buch wie gemacht für eine Serie auf Netflix oder Amazon. Vorsicht Spoiler: Im Mittelpunkt stehen die Klone ausgewählter Individuen, die sich nicht nur in ihrer Versionsnummer unterscheiden. Sie sind gefangen in ihrer vorgesehenen Rolle, den Raumschiffen und einer Aufgabe, die sie nicht gewählt haben. Die Gemeinschaft entwickelt verschiedene, teilweise gefährliche und zerstörerische Ausprägungen. Das Ziel ist nur Nebensache. Die Rückkehr ist keine triumphaler Heimkehr. Das Buch ist sehr gut zu lesen. Die vorhandenen Protagonisten - in allen Versionen - sind schnell bekannt. Die zeitlichen Sprünge sind klar ersichtlich. Der Stern und seine Besonderheit kommt nach meiner Meinung zu kurz. Manche Autoren würden aus der Grundidee eine ganze Buchreihe entstehen lassen. Nachdem aber 12 Verbände aufgebrochen sind, steht grds. einem eigenen Kosmos nichts entgegen. Starkes Debüt. Würde mich auf weitere Bücher freuen.

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Die Reise von Marina Lostetter

Von: Anita Engl

16.03.2019

Obwohl ich eigentlich nicht so gerne Sciene Ficton lese, hat mich das Buch ganz schön gefesselt. Mit den Protagonisten der Konvois habe ich richtig mitgefiebert und gehofft das alles gut ausgeht damit sie den fremden Planeten erreichen. Außerdem fand ich die Idee mit den Klonen gut. Mal was anderes als Kälteschlaf oder Lichtgeschwindigkeit. Mein Fazit: Wer auf Sciene Fiction steht, kommt hier auf seine Kosten.

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Eine lange Reise für die Menschheit

Von: Meikymeik

13.03.2019

Es ist das Jahr 2125: Die Menschheit bricht von der Erde in die Galaxie auf um den weit entfernten Stern LQ Pyx zu erforschen. Die Reise dorthin wird Hunderte von Jahre dauern, wer anfangs mit gestartet ist, wird das geheimnisvolle Objekt nicht erleben und wer schließlich am Ziel ankommt, kennt die Erde nur von Erzählungen. So wird die Crew alle paar Jahrzehnte geklont, doch nicht jeder Klon ist eine perfekte Kopie seines Vorgängers und jede Generation von Klonen hat ihre ganz besonderen Eigenheiten. Die weite Reise selbst wird zu einem nervenzerreißenden Unterfangen für jeden von ihnen, und noch wissen sie nicht, welche Geheimnisse sie erst erwarten, wenn sie ihr Ziel erreicht haben... Anfangs dachte ich, dass ich Schwierigkeiten hätte mich in diese Erzählart hineinzufinden. Es gibt viele Zeitsprünge von bis zu 108 Jahren. Über diese lange Zeit kann man nicht die gleichen Charaktere begleiten, man erlebt ihre Entwicklung nicht mit, wodurch einem ein bisschen der Bezug zu ihnen fehlt, es ist alles etwas distanzierter und oberflächlicher. Aber anders lässt sich so eine lange Reise kaum darstellen und dafür ist es sehr gut gelungen. Man kann sich trotzdem gut in die einzelnen Personen hineinversetzen und verstehen, wie und wieso sie gerade in dieser und jener Situation handeln und fühlen. Manchmal trifft man auch nach einem Generationen-Zeit-Sprung bekannte Personen wieder. Es lässt viel Platz für eigene Phantasien, wie die Dinge zusammenhängen und funktionieren. Für die Crewbesatzung läuft die Zeit wie gewohnt weiter, doch die Zeit auf der Erde vergeht dagegen fast 10 mal so schnell: "hundert Jahren - für die Erde würden infolge der subdimensionalen Dilatation nahezu tausend Jahre vergehen". In dieser Zeit erleben die Klongenerationen die verschiedensten Wunder einer Reise ins All und müssen mit den verschiedensten Problemen fertig werden. Krieg, Meuterei, Sabotage, aber auch die normalsten alltäglichen Dinge beschäftigen die Besatzung der Schiffe. Das Cover führt zwar auf eine falsche Fährte: Ich fände es anschaulicher, würde es ein Bild von dem richtigen, im Buch beschriebenen entdeckten Objekt zeigen, damit man es sich besser vorstellen kann, wie es nach Marina Lostetter tatsächlich aussieht. Dagegen trifft es der Titel genau: Es geht um die Reise. Das Weltall, andere intelligente Lebewesen, andere Planeten und Sterne werden gar nicht groß erläutert oder ins Visier genommen, sondern es geht um die Menschen auf den Schiffen des Konvois, die ihr Leben einzig für die Mission opfern. Wie sie damit umgehen, untereinander leben, miteinander umgehen und wie sich ihre Gesellschaft entwickelt steht im Vordergrund. Es ist interessant zu lesen, wie Marina Lostetter die Entwicklung der Gesellschaft auf so engen und begrenzten Raum sieht. Sie verfolgen nur ein Ziel, eine Mission und handeln nicht zum Wohle ihrer Selbst sondern zum Wohle der gesamten Menschheit. Das Buch ist eine Entführung in eine andere unvorstellbare Welt. Für mich ist es zwar ein unbefriedigendes Ende, das aber vielleicht auch so beabsichtigt ist, als Zeichen, dass die Zukunft nicht für jeden befriedigend sein kann… Aber dies war mein erster Science-Fiction-Roman und er hat mir sehr gut gefallen und es wird nicht der letzte sein.

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