Leserstimmen zu
Wundbrand

Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

Die Rönning/Stilton-Serie (5)

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Paperback
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Auch der fünfte Band der Serie aus der Feder des schwedischen Erfolgsautorenpaares Börjlind steht seinen Vorgängern in nichts nach. Der neueste Fall für die Polizistin Olivia Rönning und Ex-Kommissar Tom Stilton führt erneut unterschiedliche Handlungsstränge zu letztlich einem gemeinsamen zusammen und gibt nicht nur einen weiteren Einblick in die privaten Vergangenheiten und damit verbundene Schicksale und Zusammenhänge, sondern wartet zudem mit einem kurzweiligen und spannenden Fall auf. "Wundbrand" begeistert durch viele Wendungen und immer, wenn man als Leser denkt, man wäre selbst auf der richtigen Spur, dann passiert etwas, was den Fall in eine andere Richtung lenkt. Diese Art des Schreibens ist eine Begabung, die Cilla und Rolf Börjlind in optimaler Weise in sich tragen und die sie immer wieder vielschichtig in ihren Romanen einzusetzen verstehen. Mit vielen Protagonisten versehen, ist "Wundbrand" von der ersten bis zur letzten Seite kurzweilig, spannend und macht einfach süchtig. Der Schreibstil der Schweden ist sehr gut. Man kann das Buch flüssig und in eins durchlesen. Damit verbunden muss dann auch die sehr gute Übersetzung aus dem Schwedischen hervorgehoben werden. Die Figuren werden sehr gut dargestellt und die persönlichen Ebenen der Hauptcharaktere entwickeln sich kontinuierlich und authentisch weiter. Zudem ist es Cilla und Rolf Börjlind mit "Wundbrand" einmal mehr gelungen, einen auf allen Ebenen perfekten Kriminalroman zu schreiben.

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Das Buch/Die Autoren: Im Januar 2019 ist im btb-Verlag mit „Wundbrand“ der fünfte Band des schwedischen Autoren-Ehepaars Cilla und Rolf Börjlind um die Ermittler Olivia Rönning und Tom Stilton erschienen. Das Buch ist erhältlich als Klappenbroschur (529 Seiten, 16,00 Euro) E-Book und Hörbuch. Dir Vorgängerbände – in der korrekten Reihenfolge – heißen „Die Springflut“, „Die dritte Stimme“, „Die Strömung“ und „Schlaflied“. Ich empfehle dringend, die Bände der Reihe nach zu lesen, da dem Leser ansonsten viele Zusammenhänge und persönliche Entwicklungen fehlen. Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchautoren. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die hochgelobte Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. Die Romane um die junge Polizistin Olivia Rönning und den ehemaligen Kriminalkommissar Tom Stilton wurden in 30 Länder verkauft und erfolgreich verfilmt – auch für das deutsche Fernsehen. Wie es aussieht: Komplett dem durchgängigen Gesamtdesign der Reihe angepasst. Tolle, prägnante Farbgebung, sehr ausdrucksstarkes Cover. Man weiß sofort, mit wem man es hier zu tun hat – sowohl bei den Protagonisten als auch den Autoren. Hoher Wiedererkennungswert für treue Fans (und solche, die es werden wollen). Ich mag die Gestaltung echt gerne. Sieht übrigens auch toll aus im Regal. Worum es geht (Klappentext des Verlages): THAILAND: Auf dem Fluss Kok gleitet ein Kanu. Am Ufer ziehen Opiumfelder vorüber. Ein Mann hat die Zivilisation hinter sich gelassen, um ins Goldene Dreieck zu gelangen. Es ist eine Reise zu sich selbst und ein Versuch, die schreckliche Tat aufzuarbeiten, die ihn verfolgt. Der Mann in dem Kanu ist Ex-Kriminalkommissar Tom Stilton. STOCKHOLM: Die junge Polizistin Olivia Rönning ist mit einem Mord befasst, der Schweden in Atem hält. Eine ganze Familie wurde kurz vor der Fahrt in die Winterferien in ihrem Auto brutal ermordet. Ein Mann ist verdächtig, der auch verurteilt wird. Nur Olivia zweifelt an seiner Schuld. Welche Rolle spielt Tom Stilton in der Sache? Wie es mir gefallen hat: Vorab: Ich vergebe (trotz einiger Kritikpunkte) 5 von 5 Sternen für „Wundbrand“. Warum? Weil ich auch den „jüngsten Streich“ von Cilla und Rolf Börjlind für einen herausragenden Vertreter nordischer Spannungsliteratur halte. Die Reihe hat für mich – gemeinsam mit Lars Kepler – neue Maßstäbe gesetzt. Ich kann da einfach nichts abziehen. Jedes der fünf Bücher ist ein absoluter Pageturner. Wenn das Neue rauskommt weiß ich, dass ich mir nicht viel Anderes vornehmen zu brauche. Ich lese es meist komplett in einem Rutsch durch, wenn unbedingt notwendig, arbeite oder schlafe ich auch mal dazwischen. Mehr als zwei Tage brauche ich nie. Ein großes Highlight in „Wundbrand“ und seinen Vorgängern sind die mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten Charaktere. Sie sind authentisch, bleiben nie oberflächlich und ziehen den Leser sofort in ihren Bann, auch wenn ich gestehen muss, dass ich sowohl Olivia als auch Tom nach wie vor nicht sonderlich sympathisch finde. Meine Lieblinge sind Mette und Abbas. Für mich fühlen sich die Hauptpersonen mittlerweile wie gute, alte Bekannte an, ich denke, etwas Besseres kann man über Buch-Protagonisten kaum sagen. Ein weiterer Pluspunkt ist für mich der wirklich flüssig zu lesende, tolle Schreibstil. Er liegt mir einfach. Die Story ist unterhaltsam, mitreißend und packend geschildert. Die Spannung ist durchgängig auf einem hohen Niveau und ist für mich nie abgeflaut. Cliffhanger wurden wieder sehr gekonnt eingesetzt. Es gibt allerdings auch Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben. Cilla und Ralf Björlind verarbeiten in ihren Geschichten stets auch aktuelle Problematiken und legen den Zeigefinger in moralische Wunden. Das ist sehr löblich, gut und wichtig. In diesem Fall waren mir die behandelten Themen aber einfach zu umfangreich und zu konstruiert zusammengewürfelt. Von allem, was momentan diskutiert wird, war etwas dabei. Ich hatte den Eindruck als ginge es nach dem Motto „Viel nutzt viel“. Für mich war das eher kontraproduktiv, ich habe manchmal den roten Faden vermisst. Wie die einzelnen Handlungsstränge gegen Ende miteinander verwoben und „aufgelöst“ werden, war hingegen wieder grandios. Einige Textpassagen waren auch unrealistisch, unglaubwürdig und hoffnungslos überzogen. Trotzdem: Ein absolutes Lesevergnügen, das mir wieder richtig Spaß gemacht hat. Und deshalb wie schon geschrieben volle 5 Sterne. Schade, dass ich nun wieder so lange auf den nächsten Band warten muss.

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Wer die vorherigen Bücher von Cilla & Rolf Börjlind gelesen hat, wird schnell wieder in die Geschichte finden und auch schnell wieder einen Zugang zu den Charakteren finden. Für Leser ohne Kenntnisse aus den Vorgängerbüchern wird es schwierig werden, die Charaktere und deren Handlungen nachvollziehen zu können. Zwar gibt es immer wieder Rückblenden, aber diese können nur begrenzt das Verhalten und die Reaktionen erklären. Mette muss in Rente gehen und hat fast schon Angst davor. Die starke und kluge Kriminalkommissarin, die alle Fäden zusammenhält, selbst im größten Chaos die Ruhe und Sachlichkeit bewahrt, muss ihre Tasche packen. Aber nicht nur für sie wird es schwer Abschied zu nehmen, sondern auch ihr Team wird den Verlust spüren. Doch dann geschieht ein Bombenattentat und Mette ist wieder mittendrin. Zeitgleich versucht Tom mit Freundin Luna und Halbschwester Aditi in Thailand zu entspannen, Yogaübungen zu praktizieren und die innere Mitte zu finden. Was den Frauen gut gelingt, lässt Tom immer mehr in ein tiefes schwarzes Loch rutschen. Er isoliert sich und wird zunehmend unnahbar. Da kommt die Suchanfrage von einer Schwedin, die ebenfalls in Thailand lebt, gerade recht. Doch dieser Auftrag zieht Tom in die Hölle und in Lebensgefahr. Er wird mit grausamen Handlungen konfrontiert und zu schweren Entscheidungen gezwungen. Wieder schaffen es die Autoren die Handlungsstränge geschickt miteinander zu verknüpfen und das Ende überrascht und lässt Raum für Spekulationen. Der Humor findet diesmal einen großen Platz und lockert die sonst eher beklemmende Geschichte etwas auf. Auch die Nebenfiguren aus den ersten Büchern haben wieder einen eigenen (leicht ausgebauten) Part bekommen und so hat man das Gefühl, man trifft die ganze "Familie" wieder. Nicht immer erschien mir die Geschichte schlüssig, manche Charaktere etwas zu konstruiert, aber trotzdem war es spannend und sehr gut geschrieben.

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Wundbrand von Cilla und Rolf Börjlind Zum Inhalt: In Täby freut sich eine Familie auf ihren Skiurlaub. Als der Vater den Zündschlüssel dreht, wird das Auto von einer schweren Explosion zerrissen. Wer hat ein Motiv, die Familie auszulöschen? Die junge Polizistin Olivia Rönning ermittelt in dem Fall und kurze Zeit später wird ein Verdächtiger aufgenommen. Doch Olivia hat Zweifel an seiner Tat und nimmt Kontakt zu dem Ex-Kommissar Tom Stilton auf. Währenddessen versucht dieser in Thailand seine Vergangenheit aufzuarbeiten und ahnt noch nicht, dass er eine Verbindung zu der getöteten Familie haben könnte. Das Buch: Wundbrand ist ein weiterer Teil der Rönning/Stilton-Reihe. Es ist zwar nicht erforderlich, die vorherigen Bände zu lesen, aber es macht dem Leser die einzelnen Hintergründe meiner Ansicht nach verständlicher. Das Autorenpaar hat es mit diesem Band wieder geschafft, mehrere unterschiedliche Handlungsstränge zu einem großen Ganzen perfekt zu verflechten. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Mir war anfangs die Verbindung überhaupt nicht klar, aber als ich das Buch beendet habe war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Leider gab es zwischendrin ein paar Themen, die für mich für diese Geschichte einfach zu viel waren. Als wenn die Autoren alle aktuellen Themen verarbeiten wollen #metoo Auch in Thailand sind viele Klischees verarbeitet wurden, was meine Geduld irgendwann überstrapaziert hat, denn ich wollte unbedingt die Auflösung erfahren. Wenn ich davon absehe, fügten sich am Ende alle Teile ineinander und ergaben ein stimmiges, wenn auch klischeehaftes Bild. Dieser Kriminalroman bietet dennoch viele Stunden Spannung vom Feinsten. Ich kann dieses Buch daher empfehlen.

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Nicht der große Wurf

Von: Inge_Borg

02.02.2019

Als ich "Schlaflied", Band Nr. 4 der Serie um Mette Olsäter, Tom Stilton, Olivia Rönning und Abbas el Fassi, beendete, zweifelte ich an der Fortsetzung dieser Serie. Gerade deshalb hatte ich "Wundbrand" entgegengefiebert und als ich das Buch in den Händen hielt, stürzte ich mich mit großem Lesehunger darauf. Allerdings haben die zusammengeschusterten Sätze und die schlechte Übersetzung mein Lesevergnügen sehr getrübt. Als ich auf Seite 49 las, dass Olivia mit einem Heizkörper - nicht mit einem Heizlüfter - unter dem Arm durch den Schnee nach Hause stapfte, musste ich lauthals lachen. Leider könnte ich hier noch jede Menge weitere Beispiele anführen. Doch worum geht es in diesem Krimi? Eine schwedische Familie wird Opfer eines Anschlags mit einer Autobombe. Ein Täter ist schnell gefunden und wird verurteilt. Obwohl Olivia und auch Mette Zweifel an der Schuld des Verurteilten haben, erfährt der Leser nicht, ob und in welchem Umfang trotz der Verurteilung weitere Ermittlungsarbeit geleistet wird. Stattdessen befasst sich der Teil des Krimis, der in Schweden spielt, mit Persönlichem der dort agierenden Protagonisten. Und ein wenig mit der Metoo-Thematik. Der Handlungsstrang, der in Thailand spielt, befasst sich bis zur Seite 207 fast nur mit Tom Stiltons Privatleben. Dann nimmt die Handlung Fahrt auf, wird im Verlauf aber ziemlich unglaubwürdig. Es scheint als hätten die Autoren bereits einen Actionfilm vor Augen gehabt. Die Zusammenführung der beiden Handlungsstränge empfand ich allerdings als gelungen und die Auflösung hat mich überzeugt. Für mein Empfinden hätten dem Krimi ein besseres Lektorat, weniger Seiten und weniger "heiße Eisen" gut getan.

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Das schwedische Autorenehepaar Cilla & Rolf Börjlind sind erfolgreiche Drehbuchautoren und über die skandinavischen Grenzen hinweg sehr bekannt. Seit einigen Jahren schreiben sie ebenfalls Kriminalromane – „Wundbrand“ ist der fünfte Band der Reihe um die beiden Protagonisten Olivia Rönning und Tom Stilton. Die Erwartungshaltung ist enorm hoch, denn die Vorgängerromane sind nicht nur unheimlich spannend, sondern demnach auch sehr erfolgreich. Der erste Roman „Springflut“, bei dem das schwedische Ehepaar natürlich das Drehbuch verfasste, wurde als Serie fantastisch umgesetzt. Die Reihe überzeugt sowieso durch eine faszinierende Charakterzeichnung. Im ersten Band studierte Oliva Rönning noch auf der Polizeihochschule und widmete sich schicksalshaft einen alten Cold-Case-Fall. Und es war genau dieser ungelöste Mord, der den erfolgreichen und charismatischen Kommissar Tom Stilton das soziale Leben unter den Füßen wegriss. Zerbrochen, verzweifelt, sich selbst verlierend lebte er von nun an als Obdachloser auf der Straßen Stockholms, verkaufte Zeitungen und (über)lebte irgendwie. In den folgenden Bänden festigte sich nur beider Leben im beruflichen, wie auch privaten Sinne, sondern auch die Freundschaft zwischen ihnen und anderen involvierten Personen. Der Personenkreis ist überschaubar, aber geschickt entwickelt das schwedische Autorenehepaar mit und ihnen eine komplexe Welt mit einer immensen Tiefenwirkung. Die Schicksale dieser Nebenfiguren wie Mette und ihr Mann Marten, oder Stiltons Freund – der ehemalige Messerwerfer Abbas übernehmen nicht den Hauptpart der Story, aber als eigenständige Figuren sind diese der letzte Feinschliff. „Wundbrand“ erfüllt sämtliche vorsichtigen Erwartungshaltungen und eröffnet ein dynamisches Labyrinth von Haupt- und Nebengeschichten. Als ein Ehepaar, mitsamt ihrer Tochter bei einem Bombenattentat ums Leben kommt ist der Leser schon an der Seite von Olivia Rönning, die nun als Ermittlerin im Team von Mette tätig ist. Terror in Stockholm? Ein terroristischer Akt – oder einfach ein Racheakt und wenn letzteres – steht hier ein großes „Warum“ herum. Cilla und Rolf Börjlind schreiben mit einer Mischung aus Strategie und Taktik und verwenden allerlei aktuellen Themen, denen wir im Alltag begegnen. Vergeltung und Rache als Dreh- und Angelpunkt in Kombination mit der Me-Too-Diskussion, Drogen im Goldenen Dreieck und Tom Stilton mittendrin, flankiert von Sextourismus und dunklen Begierden. Klingt nicht unbedingt überschaubar, oder?! Ist es auch nicht – irgendwann verliert man sich in diesem Storydschungel und es braucht ein wenig, bis man ein Lichtung erreicht. Doch verdammt – es lohnt sich allemal. Der Part von Tom Stilton, der sich nach den letzten Ereignissen wieder zurückzieht, ist deutlich kleiner. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin versucht der Ex-Kommissar auf einer Yogamatte – seine „goldene Mitte“ wiederzufinden. Zweifel drängen sich an die Oberfläche – also runter von der Yogamatte und auf in ein wildes Abenteuer. Willkommen in der Selbstfindungsphase. Tja, und genau dieser Part – besagte Selbstfindungsphasen beherrschen die Nebengeschichten außerordentlich unterhaltsam. Auch Olivia sucht sich noch selbst, findet auch etwas um dass sie sich kümmern möchte und geht konsequent ihren Weg Schritt um Schritt weiter. Manchmal stolpernd, manchmal wird ihr unter die Arme gegriffen – aber eigentlich immer gut unterwegs auf den Boden der Tatsachen. „Wundbrand“ ist großartig – eine grandiose Vorgeschichte und eine Positionierung – ein Ausgangspunkt für den hoffentlich bald sechsten Band dieser brillanten Kriminalreihe. Diese Reihe gehört mit zu den besten Kriminalreihen unserer Zeit – Protagonisten sind keine klischeeversehende Anti-Helden, keine James-Bonds, und sind weit davon entfernt charakterliche Züge eines Sherlocks Holms anzunehmen. Die Handlungen der Protagonisten sind authentisch – die Grundidee der Story in Kombination mit Schicksal und Kommissar Zufall, grenzen manchmal etwas ins fantastische ab. Aber nun gut – Logik und Authentizität mal ausgeklammert – überzeugt „Wundbrand“ und garantiert ein großes Lesevergnügen. Fazit „Wundbrand“ von Cilla und Rolf Börjlind hat eine Sogwirkung, der den Leser keine Ausweichmöglichkeiten lässt, also anzufangen und nicht aufhören zu wollen. Diese Reihe ist einer der wenigen, die nicht inflationär erscheinen und die qualitativ das Prädikat „Hochspannung“ nicht nur verdienen, sondern ausleben. Michael Sterzik

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Die Wege von Olivia Rönning und Tom Stilton haben sich in „Wundbrand“, Band Nr. 5 der Reihe des schwedischen Autorenpaars Cilla und Rolf Börjlind getrennt. Die Kommissarin ermittelt in Stockholm in einem Fall, bei dem eine Staatsanwältin durch eine Autobombe getötet wurde, Tom Stilton nimmt sich einen Auszeit und ist mit seiner Freundin Luna in dem Yoga-Retreat seiner Halbschwester in Thailand abgetaucht. Geplagt von Schuldgefühlen sucht er Abstand zu seinem letzten Fall, bei dem er die Gerechtigkeit für die Opfer in die eigene Hand genommen hat. Das könnte gelinge, wäre da nicht die Bitte einer Landsmännin, den Aufenthaltsort einer zwielichtigen Person ausfindig zu machen… Wie bereits in den Vorgängern verarbeiten die Autoren auch in „Wundbrand“ jede Menge aktuelle gesellschaftspolitische Themen: #MeToo, die Verfolgung der Rohingya, Drogenkartelle, Jagd auf bedrohte Arten, Pädophilie. All das irgendwie miteinander verbunden und mehr oder weniger schlüssig in die Handlung eingearbeitet. Lange Zeit laufen die Ermittlungen in Schweden und Thailand parallel nebeneinander her, man fragt sich, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Aber je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr verzahnen sich die beiden Fälle. Und dieses Zusammenführen der losen Enden beherrschen die Börjlinds perfekt, sodass am Ende keine Fragen offenbleiben. Auch wenn man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren kann, dass zugunsten der Themen die Story überkonstruiert und mit zahlreichen Klischees überfrachtet wurde. Sprachlich eher schlicht, gradlinig mit einer gut ausgearbeiteten Spannungskurve erzählt, ist „Wundbrand“ eine gelungene Fortsetzung der Reihe für Leser, die die vorherigen Bände kennen und mit den Personen vertraut sind. Allen anderen würde ich empfehlen, zu Band 1 „Die Springflut“ zu greifen und danach „Die dritte Stimme“, „Die Strömung“ und „Schlaflied“ chronologisch zu lesen, damit sie die Personen und ihre Beziehungen zueinander richtig einordnen können.

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Tom Stilton ist nach einem einschneidenden Erlebnis in seinem Leben zu seiner Halbschwester nach Thailand geflüchtet und verbringt dort seine Tage mit Meditation und Ruhe. Olivia Rönning muss währenddessen in Stockholm den Mord an einer Politikerfamilie aufklären. Zwar ist der Täter schnell ermittelt, doch Olivia ist sich fast sicher: Lukas kann es nicht gewesen sein. Ein super Plot, wenngleich global gesehen, etwas unwahrscheinlich. Aber das tat dem Lesegenuss keinen Abbruch. Im Gegenteil, ich fand es sehr spannend. Bereits zum fünften Mal begeistern mich Cilla und Rolf Börjlind mit ihrem Gespann Rönning/Stilton. Auch dieser Fall ist wieder hochaktuell und die Schilderungen rund um die Rohingya fand ich zutiefst erschütternd und brisant. Auch Toms „Reise“ durch den Dschungel habe ich nur so verschlungen. Geradezu zahm, wenn auch nicht weniger fesselnd, lief hingegen Olivias Suche nach dem Bombenattentäter ab, der die erste Hälfte des Buches ausmachte. Hier fand ich Olivias Gefühle für den Künstler sehr mitreißend und hoffe, dass sie auch wieder ein wenig Glück finden darf. Durch kleine „Spitzen“ locken die Autoren den Leser auf falsche Gedankenfährten und bringen mit überraschenden Wendungen Vielfalt und Spannung in die Handlung. Ich konnte das Buch wieder kaum aus den Fingern legen. Fazit: Bitte an die Autoren: schnell an den nächsten Band machen und veröffentlichen!

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