Leserstimmen zu
Die fremde Prinzessin

Sabrina Qunaj

Ein Geraldines-Roman (4)

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kurzweilige Zeitreise

Von: dorli aus Berlin

15.06.2018

In ihrem historischen Roman „Die fremde Prinzessin“ nimmt Sabrina Qunaj den Leser mit in das 12. Jahrhundert nach Wales und Irland und erzählt von einem bedeutenden Ereignis in der irischen Geschichte: der normannischen Eroberung des Landes. Im Mittelpunkt dieses vierten und abschließenden Bandes der Geraldines-Reihe steht eine uneheliche Tochter von Richard „Strongbow“ de Clare: Basilia „Lia“ de Clare. Lia wächst im Schatten der Burg von Striguil auf und ist ein richtiger Wildfang. So herrlich ungestüm, dass eigentlich jeder sie sofort ins Herz schließen müsste, doch als Tochter eines normannischen Earls und einer walisischen Magd hat sie es nicht gerade leicht. Sie wird von keiner Seite wirklich akzeptiert, sondern immer wieder als Bastard beschimpft. Aber Lia lässt sich nicht unterkriegen, im Gegenteil, ihre vielfältigen Erfahrungen machen sie stark für das Leben, das ihr Vater für sie vorgesehen hat. Zu einer heiratsfähigen jungen Frau herangewachsen, nimmt Strongbow Lia mit nach Irland. An der Seite ihrer Stiefmutter Aoife lernt sie das von blutigen Unruhen erschütterte Land kennen und schließlich auch lieben… Eine weitere Hauptrolle in dieser Geschichte spielt Raymond le Gros, ein Enkel von Nesta ferch Rhys und Gerald de Windsor. Raymond ist einer der fähigsten Ritter in Strongbows Gefolge, besonders die militärischen Erfolge während der Eroberung Irlands gehen zu einem erheblichen Teil auf sein Konto. Obwohl Strongbow auf Raymonds Geschick als Feldherr angewiesen ist und ihm in diesem Bereich vollkommen vertraut, herrscht auf persönlicher Ebene eine regelrechte Fehde zwischen den beiden Männern – ein Umstand, der auch für Lias Lebensweg von großer Bedeutung ist… Sabrina Qunaj erzählt Lias Geschichte sehr anschaulich und unterhaltsam, jede Szene wirkt lebendig und ist fesselnd. Die Autorin hat eine Fülle wahrer Begebenheiten in die Handlung eingeflochten und zeichnet damit ein facettenreiches und sehr glaubwürdiges Bild von Zeit und Ort - man kann sich die Schauplätze und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen und durchweg prima mit den Akteuren mitfiebern und mitfühlen. Sowohl Haupt- wie auch Nebenfiguren bekommen schnell ein Gesicht, alle werden lebhaft und ausdrucksstark dargestellt und wirken in ihrem Tun überzeugend. Es war äußerst spannend, die Wege der Akteure zu verfolgen und es hat Spaß gemacht, ihr Miteinander und Gegeneinander zu beobachten und die schönen Momente wie auch die traurigen Augenblicke mit ihnen zu teilen. Ob nun Lias intrigante Zwillingsschwester Alina, der wissbegierige Knappe Geoffrey oder auch der scheußliche Robert de Quincy – sie alle sorgen dafür, dass die Geschichte immer wieder neuen Schwung bekommt und die Sogwirkung bis zur letzten Seite nicht abreißt. „Die fremde Prinzessin“ hat mich rundum begeistert – eine gelungene Verknüpfung von historischen Fakten, Spannung und Unterhaltung, die schwungvoll erzählt wird und mir eine interessante, kurzweilige Zeitreise beschert hat.

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Ich fange mal kurz mit dem Nachwort der Autorin an, denn hier zeigt sich wieder, wie gut sie recherchiert hat und versucht, die wenigen Informationen, die es aus der damaligen Zeit gibt, zu einer stimmigen und realitätsnahen Geschichte auf unterhaltsame Weise zusammen zu fügen. Das ist auf jeden Fall gelungen! Am Anfang gibt es natürlich eine Übersicht aller wichtigen Personen, bei der die historisch realen Persönlichkeiten extra gekennzeichnet sind. Ebenfalls einen Stammbaum der Geraldines, sowie eine Karte vom Schauplatz der Ländereien. "Mein Name ist Basilia de Clare. Ich war eine Feder im Sturm, wurde von einer Seite zur anderen gezerrt, aber sind wir das nicht alle, bis wir die Wahrheit tief in unserem Inneren entdecken?" Prolog S. 15 Basilia ist ein sehr starker Charakter - natürlich kann man nicht wirklich wissen, wie die Mädchen und Frauen aus der damaligen Zeit gefühlt und gedacht haben, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich vieles so oder so ähnlich zugetragen hat. Wir können uns ja heute gar nicht mehr vorstellen, wie so ein Leben war: die Unmündigkeit als "Bastard", verheiratet werden mit Fremden, als Frau beschränkt auf die Rolle als Mutter und "Gebärmaschine" - und ja ich weiß natürlich, dass es auf ähnliche Weise natürlich auch heute noch in Zügen ähnliche Muster gibt. Trotzdem muss man hier bedenken, dass die Gesellschaft damals diese Dogmen anerzogen hat und diese Menschen in diesem Bewusstsein aufgewachsen sind und das ganze dadurch anders erlebt haben und auch anders damit umgehen konnte. Diese Stärke gerade bei den Frauen bewundere ich sehr, denn auch wenn sie sich in ihr Schicksal fügen mussten, gab es immer wieder unbeugsame Persönlichkeiten, die sich durchsetzen konnten. Die sich nicht haben unterkriegen lassen und die wahre Martyrien überlebt haben und nach jeder Unterdrückung aber wieder aufgestanden sind und sich von ihren Zielen nicht haben abbringen lassen. Es heißt ja heutzutage oft es fehlen starke Frauen in der Literatur, da kann ich nur sagen: lest historische Romane und nehmt euch ein Beispiel! Ich empfand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite durchwegs unterhaltsam und fesselnd: es kamen verschiedene Charaktere ins Spiel, manche drängten sich in den Vordergrund, andere blieben eher zurück, aber alle haben ein rundes und prägnantes Bild abgegeben. Besonders ins Herz geschlossen hab ich ja Gildas! Überhaupt gibt es dieses Mal einige Figuren aus dem Vorgänger, die mir zwar nicht mehr deutlich in Erinnerung sind, ich aber durch die Beschreibungen und den Namen einen Bezug herstellen konnte. Schöner wäre es für mich gewesen sie zeitnaher zu lesen, da ich sie dann noch besser hätte einschätzen können. Dazu kamen natürlich die Hintergründe der Kriege, der Schlachten, die Streitereien in England und Wales um Land und Herrschaft, was in mir ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit heraufbeschworen hat. Gerade auch der Versuch, trotz unterschiedlichem Glauben, Sprachen und Gebräuchen ein Zusammenleben zu erzielen, dass ohne Kriege auskommt und das Ziel einer großen Gemeinsamkeit, etwas neuem, vor Augen hat, fand ich sehr schön mit eingeflochten. Ab und an haben sich mir die zufälligen Zufälle etwas gehäuft, wobei manches durch geschichtliche Überlieferung wohl tatsächlich so passiert ist und es dadurch auch keinen negativen Aspekt entwickelt hat. Insgesamt auf jeden Fall wieder eine großartige Geschichte aus der Feder der Autorin, die mich bisher mit jedem ihrer Bücher überzeugen und begeistern konnte!

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Spannend und gut recherchiert

Von: jam aus Rottenmann

13.05.2018

„Gorau adnabod, d´adnabod dy hun, betonte er stets: Weise ist der, der weiß, wer er ist.“ Wir befinden uns im Wales des 12. Jahrhunderts. Basilia ist die legitime Tochter Richard de Clares, des legendären Strongbow. Im Schatten seiner Burg Striguil als Bastard geschimpft, darf sie später etwas entfernt im ländlichen Raum zu voller Kraft und Stärke finden. Als ihr Vater sie nach Irland nachholt, lernt sie dort die geheimnisvolle Prinzessin Aoife kennen, ihre Schwiegermutter. Lia liebt ihre neue Heimat, doch die irischen Clans wollen sie ihrem Vater immer wieder streitig… Wir begleiten Lia ab ihrem achten Lebensjahr, sie ist ein ungestümes, wildes Mädchen, das kaum ihren Mund halten kann und sein Herz auf der Zunge trägt. Ihre Lebensreise ist eine weite, wir folgen ihr zu Schafherden, wo sie lernt, körperlich zu arbeiten und dabei auch psychisch sehr reift weiter nach Irland. Dort bringt ihr Wissensdurst und ihr großes Herz sie weit. Unter Aoife lernt sie, manchmal auch ihr Gemüt zu zügeln und aus dem Hintergrund in die Politik einzugreifen. Es war eine wunderbare Reise, auf der ich diese unglaubliche Frau kennenlernen durfte. Es war schön, sie beim Wachsen und Reifen zu beobachten, ich habe mit Lia mitgelitten und –gekämpft! Mir persönlich haben die ersten Jahre an ihrer Seite besser gefallen als die blutigen Schlachten im weiteren Verlauf, die aber untrennbar mit dem Mittelalter verbunden sind. Die Geschichte ist unglaublich gut recherchiert, es kommen kaum fiktive Figuren vor und sogar ein entscheidendes Dokument wurde wörtlich übernommen und in die spannende und mitreißende Handlung eingebaut! Die Autorin schafft es immer wieder, wahre Gänsehautmomente zu schreiben und auch Nebenfiguren so viel Leben einzuhauchen, dass sie einem im Herzen bleiben! Fazit: Ein gut recherchierter, spannender Roman im Mittelalter, getragen von einer großen Liebe!

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Gelungener, gut recherchierter historischer Roman

Von: PMelittaM aus Köln

11.05.2018

Wales 12. Jahrhundert: Basilia, genannt Lia, ist die illegitime Tochter Richard de Clares. Als ihr Vater in Irland Fuß fast und Aoife McMurrough, Tochter des Fürsten von Leinster, heiratet, nimmt er Basilia mit sich. „Die fremde Prinzessin“ ist der vierte und letzte Band der Geraldines-Reihe Sabrina Qunajs, für mich war es der erste, wieder einmal habe ich eine Reihe von hinten begonnen. Das ist hier aber überhaupt kein Problem, die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und haben jeweils einen eigenen Hauptcharakter, man muss keine Vorkenntnisse haben, auch wenn es wahrscheinlich ein etwas schöneres Leseerlebnis sein wird, wenn man die Charaktere und die Hintergrundgeschichten bereits aus den Vorgängerbänden kennt. Da ich mittlerweile mehrere Romane, die in dieser Zeit spielen, gelesen habe, finde ich es immer wieder schön, bereits bekannte Ereignisse aus anderen Blickwinkeln zu erfahren. Da Lia die Protagonistin dieses Romans ist, erlebt man hier eine weibliche Sicht. Lia ist mir schnell ans Herz gewachsen, sie hat es als nicht legitimes Kind nicht immer einfach, erst als der Vater sie zu sich holt, verbessert sich das, allerdings wird sie nun auch zum Wertobjekt, durch Verheiratung der Nachkommen können Allianzen gebildet oder Gefolgsleute belohnt werden und so findet sich auch Lia in einer ungewollten Ehe wieder. Lia, von rebellischem Wesen, versucht den Schranken ihres Geschlechtes so gut es geht zu entkommen, was in Irland leichter als in England ist, da dort ein anderes Verständnis herrscht. Dennoch sieht sie sich immer wieder als Spielball anderer, ist aber patent, intelligent und wehrhaft genug, immer wieder für sich selbst einzustehen – ihre Freundschaft zu Aoife ist dabei oft hilfreich. Aoife hat mir ebenfalls gut gefallen, auch sie, obwohl standesmäßig über Lia stehend, hatte es nicht immer leicht, aber auch sie versucht das bestmögliche aus ihrem Leben zu machen. Aber nicht nur die Frauen, auch die Männer hatten sich unterzuordnen, als Gefolgsleute Henry II zum Beispiel, der es nicht duldet, dass man sich seinem Einfluss entzieht oder gar ein eigenes Reich aufbaut – Richard de Clare musste das mehr als einmal spüren. Und auch der Geraldine Raymond le Gros hat ähnliche Probleme, Richard de Clare traut ihm nicht, vor allem wird ihm die Hand der Frau verwehrt, die er sich an seiner Seite wünscht. Die Charaktere sind der Autorin durchweg gut gelungen, sie wirken authentisch und lebendig, als Leser entwickelt man schnell Sym- und Antipathien. Die Geschichte fügt sich gut in den historischen Hintergrund ein und man erfährt eine Menge über jene Zeit. Im lesenswerten Nachwort berichtet die Autorin ein bisschen über Fiktion und Wahrheit, und auch, wie es im Leben der Protagonisten weiterging. Letzteres hilft ein bisschen über den Abschiedsschmerz, den man am Ende des Romans verspürt. Erzählt wird sehr anschaulich und nur die wesentlichen Ereignisse, so dass es immer wieder Zeitsprünge, teils über mehrere Jahre gibt – gut für die Geschichte, die dadurch dynamisch und spannend bleibt. Neben dem bereits erwähnten Nachwort gibt es noch weitere Boni: Karten von England, Wales und Irland und ein Personenregister, in dem historische Persönlichkeiten gekennzeichnet sind. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und schnell war mir klar, dass ich die Vorgängerbände auch lesen muss. Freunde gut recherchierter historischer Romane sollten zugreifen. Von mir gibt es volle Punktzahl.

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Mit „Die fremde Prinzessin“ von Sabrina Qunaj ist im April 2018 der 4. Geraldines Band erschienen, der uns diesmal an die Seite von Basilia de Clare und nach Irland entführt. Veröffentlicht wurde der Roman im Goldmann-Verlag. Irland, 12. Jahrhundert: Richard de Clare, auch Strongbow genannt, hat sich ein bedeutendes Reich in Irland aufgebaut. Um es zu sichern, holt er seine 15jährige Tochter Basilia de Clare aus Wales. An der Seite der berühmten irischen Prinzessin Aoife lernt sie das Land kennen und lieben. Schließlich vermählt sie ihr Vater aus politischen Gründen mit einem brutalen Gefolgsmann, ihre Liebe gilt allerdings dem berühmten Raymond Le Gros. Dieser ist zwar auch ein Gefolgsmann Strongbows, aber das Verhältnis der beiden ist sehr schwierig, was letztendlich sogar zu Unruhen in Irland führt. Wow, was für ein toller historischer Roman! Dieses Buch hat mich von der ersten Seite eingefangen und direkt ins 12. Jahrhundert katapultiert. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut zu lesen. Das Kopfkino war das ganze Buch über dabei und auch meine Emotionen wurden von Anfang an angesprochen. Leider war dies die letzte Reise in die Welt der Geraldines, einem berühmten walisischen Geschlecht, das sich letztendlich auch in Irland einen Namen gemacht hat. Zu keinem Zeitpunkt im Buch wurde es für mich langweilig. Die Geschichte war spannend und interessant. Die Einblicke in die irischen Bräuche und Sitten haben mir gefallen und ich habe einige neue Dinge gelernt. Basilia de Clare ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich habe ihre Geschichte gerne begleitet. Es ist definitiv ein Markenzeichen der Autorin, dass es sich bei der Hauptperson um eine starke weibliche Person handelt. Basilia hat mich mit ihrer Entwicklung sehr beeindruckt. In Aoife, einer irischen Prinzessin, hat sie eine vorzügliche Lehrmeisterin gefunden. Aber auch Männer wie Gildas oder Cailech, die starke Frauen zu schätzen wissen, konnten mich für sich einnehmen. Personen, die man hassen und verabscheuen konnte, gab es in diesem Roman auch, allen voran wäre da Hervey de Montmorency zu nennen, der ein absolutes Scheusal war. Eine weitere Besonderheit der Autorin ist die Auswahl der Personen. Die meisten haben wirklich gelebt und sind historisch verbürgt inklusive der Hauptperson Basilia de Clare. Zwar ist über sie nicht so viel bekannt, so dass der Fantasie keine großen Grenzen gesetzt sind, aber auch das wenige Bekannte muss glaubhaft umgesetzt werden, was meiner Meinung nach sehr gelungen ist. Die ausführliche Recherche merkt man dem Buch auf jeder Seite an. Man spürt, dass die Autorin sich mit der Geschichte der Geraldines, Wales und Irland verbunden fühlt und ihr Herzblut mit eingeflossen ist. Dies wird gerade im Nachwort sehr deutlich, wo eine gewisse Wehmut mitschwingt, weil das Ende der Geschichte dieses Geschlechtes erreicht ist. Abgerundet wird der Roman durch Kartenmaterial, Stammbäume und ein sehr umfangreiches Personenverzeichnis. Letzteres hat mich ein bisschen erschlagen, weil es wirklich sehr viele Personen beinhaltet. Aber keine Sorge, wenn man die Geschichte liest, kommt man gut mit und bringt niemanden durcheinander. Bei den ganzen verwandtschaftlichen Verhältnissen lohnt es sich ein bisschen langsamer und genauer zu lesen, um die Zusammenhänge komplett zu verstehen. Die Autorin versteht es dennoch dies verständlich und nachvollziehbar darzulegen. Fazit: Ein sehr gelungener Abschluss der Geraldines-Reihe. Ich habe alle vier Bände dieser Reihe gerne gelesen und kann diese nur jedem Liebhaber historischer Romane empfehlen. Starke weibliche Personen, gute Recherche und überwiegend historisch verbürgte Persönlichkeiten sind ein Markenzeichen der Autorin und für mich ein weiterer Grund euch diese Reihe ans Herz zu legen.

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Beim Namen der Autorin habe ich mich auf einen historischen Roman aus dem Orient gefreut. Weit gefehlt, es ging von Wales nach Irland. Aber immerhin Mittelalter war richtig. Wir schreiben die 1170er Jahre im schönen Wales. Basilia, die uneheliche Tochter des Landesfürsten und einer Magd, zieht mit neun Jahren in das Waliser Hinterland, will sich die Mutter mit einem Schafhirten vermählt. Nach Jahren als Bastard in Schatten der väterlichen Burg erlebt sie was Heimat sein kann, was es bedeutet Familie zu haben. Nach einigen Jahren kommt aber der Vater Richard de Clares und nimmt Basilia mit in sein neues Hoheitsgebiet in Irland. Sie wird Zuschauer und zum Teil Teilnehmer der Kämpfe zwischen den normannischen Besetzern und den einheimischen Clans. Sie erkennt ihre Liebe und…, nun ja, es ist ja ein Roman. Die Autorin Sabrina Qunaj erzählt mit leichter Hand das Schicksal von Basilia und ihrer Familie. Es ist empfindsam, ohne dass es mir allzu rührselig vorkommt. Die Handlung ist spannend, das historische Umfeld glaubhaft und die Autorin schafft es, mich schnell am Leben Basilias teilzuhaben. Im Anhang erklärt die Autorin die historischen Gegebenheiten. Die allermeisten Figuren inkl. Basilia und ihre Männer sind belegt. Wenn ich diese Informationen durch ein Vorwort erhalten hätte, wäre mein Lesespaß sicher noch verstärkt geworden. Schöne Karten und ein Stammbaum sind Begleiter des Romans. Und natürlich habe ich mal wieder den letzten Band einer Romanserie erwischt. Der Roman ist aber in sich abgeschlossen und braucht kein Vorwissen zur Serie. Mein Fazit: Mal wieder eine Neuentdeckung, die sich lohnte. Sabrina Qunajs „Die fremde Prinzessin“ empfehle ich uneingeschränkt.

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Sabrina Qunaj hat wieder einen historischen Roman geschrieben, wie ich und viele andere Leser ihn lieben. Was macht diesen Roman zu etwas so Besonderem? Ganz einfach, die Autorin erzählt nicht nur eine Geschichte. Nein, sie lässt ihre Leser teilhaben an der Geschichte und zieht sie vom ersten Augenblick mit in die Story hinein. Aber nun der Reihe nach. Das Cover passt perfekt zu den drei vorherigen Bänden der Geraldines-Reihe und hat somit einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Zu dem punktet die gesamte Gestaltung des Romans. In der Klappbroschur findet sich eine wunderschöne Darstellung der walisischen bzw. irischen Landschaft, es gibt einen relativ ausführlichen Stammbaum, sowie eine Karte von Wales und England zur damaligen Zeit, ein Verzeichnis der Dramatis Personae und ein Nachwort. Somit hat man hier als Leser schon mal überhaupt nichts zu bemäkeln. Der Klappentext verrät uns schon einiges von der Story, dennoch nimmt die Beschreibung nicht zu viel Spannung vorweg, da sie einiges im Unklaren belässt. Ein ganz großes Lob bekommt die Autorin von mir in der Gestaltung ihrer Figuren. Figuren, die glaubhaft und lebhaft zu entwickeln ist eine Sache, sie aber so überzeugend und authentisch in einem Roman darzustellen und dann auch noch eine Entwicklung der Personen durch die politischen und familiären Umstände zu schildern, ist ganz großes Kino in diesem Roman. Besonders haben es mir Lia, Raymond, aber auch Gildas und Geoffrey angetan. Ja, die Männer in diesem Roman haben mich sehr beeindruckt, obwohl man manchmal über ihre Sturheit und Stolz nur den Kopf schütteln kann… Die Spannung in dem Roman ergibt sich aus der Lebensgeschichte der historisch verbürgten Figuren und der politischen Lage. Dennoch sind es vor allen Dingen die persönlichen Schicksale die den Leser bewegen und die eine Nähe zu den Protagonisten erzeugen. Doch man muss sich vor Augen halten, dass viele Menschen, gerade die Frauen, Figuren auf einem Schachbrett der Macht waren. Somit sind oft die persönlichen Schicksale mit dem politischen Schicksal eng verbunden. Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr einnehmend. Wir haben als Leser Anteil an der Gedankenwelt der Figuren. Durch den auktorialen Erzähler haben wir einen guten Überblick über die Geschehnisse, Lia steht allerdings uneingeschränkt im Mittelpunkt des Romans. Sehr gut beschrieben fand ich einige Szenen zum Schluss des Romans, jedoch möchte ich nicht näher verraten um welche Szenen es sich handelt. Nur so viel sei gesagt, sie haben mir Gänsehaut beschert bzw. mich zum Weinen gebracht. Diesen historischen Roman kann ich nur allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen. Man kann diesen Roman eigenständig lesen, ein Vorwissen aus den anderen Romanen ist nicht zwingend notwendig, dennoch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal die anderen drei Geraldines-Romane empfehlen. Meine Lieblinge in dieser Reihe sind definitiv Nesta (Band 1) und Lia (Band 4), wobei ich sagen muss, dass dies nicht eine Degradierung der Bände 2 und 3 darstellen soll, es gibt sicherlich andere Leser, die diese Romane anders werten würden. Aber jeder Leser hat so seine Lieblinge und für mich sind es Nesta und Lia. Ein wirklich wundervoller und überzeugender historischer Roman, der mir wieder sehr viel Freude bereitet hat. Ich bedanke mich bei meinen Mitleserinnen bei Büchereule.de und Sabrina Qunaj für die schöne Leserunde. Ein weiterer Dank geht an die Verlagsgruppe Random Hose und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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"Die fremde Prinzessin" ist der vierte und zugleich letzte Band der Geschichte der Geraldines von Sabrina Qunaj. Auch diesmal zeichnet die Autorin den Werdegang einer starken Frau in den Fehden zwischen Normannen, Engländern, Walisern und Iren. Doch ist Basilia diesmal nicht vom Geschlecht der Geraldines, sondern die Bastardstochter von Richard de Clare, genannt Strongbow. Schon als Kind lernt sie dessen Gefolgsmann Raymond le Gros kennen, der ein Ritter aus dem Hause der Geraldines ist und Enkel von Nefta ferch Rhys und Gerald de Winsor ist, die wir aus den Vorgängerbänden kennen. Schon früh muss Basilia ihre Heimat verlassen. Erst als ihre Mutter eine Ehe mit Gildas dem Schafhirten eingeht und dann ein zweites Mal als ihr Vater Strongbow sie nach Irland holt. Dort hat dieser inzwischen die irische Prinzessin Aoife geheiratet, die nur unwesentlich älter als Basilia ist. Zwischen den beiden jungen Frauen entsteht ein tiefes Band der Freundschaft. Schwierige Zeiten stehen für die junge Prinzessin an, als sie aus politischen Gründen von ihrem Vater zwangsverheiratet wird, ihr Herz aber seit Kindheit an Richard le Gros hängt. Und immer wieder muss sie gemeinsam mit Aoife das fragile Gerüst am gemeinsamen Hof gegen Intrigen zusammenhalten, während Strongbold und le Gros ständig zu weiteren Kriegszügen müssen, um gegen den irischen Hockkönig zu bestehen. Auch in diesem letzten Band hat Sabrina Qunaj wieder eine Frau herausgehoben, über die in den Geschichtsbüchern nur wenig erzählt wird. Bekannt ist aber, das Richard le Gros als einer der fähigsten Heerführer der englischen Streitkräfte in Irland galt. Die Liebe beider zieht sich durch diesen Roman und dabei eingebettet die damaligen Geschehnisse zur Zeit Henry I. und der englischen Invasion Irlands. Für mich war dieser Band eine kleine Zeitreise. Denn erst letztes Jahr hatte ich viele dieser Orte in meinem Irlandurlaub besucht und mit diesem Buch wurde vieles wieder lebendige Geschichte. Auch wenn diesmal der Haupthandlungsort nicht in Wales spielt, ist der Autorin wieder eine gute Mischung aus Historie und Fiktion gelungen. Obwohl ich als Leser nicht der große Freund von Liebesgeschichten bin, eher epochaler Schlachten, fand ich es eine gute Mischung aus Zwischenmenschlichem der Personen, sowie Kampf und politischer Intrigen. Für mich ist dieser Band ein gelungener Abschluss für rund 100 Jahre Geschichte der Geraldines und auch im vierten und letzten Band eine klare Leseempfehlung. Das Buch lässt sich unabhängig lesen, aber ich empfehle trotzdem für die Zusammenhänge die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das erleichtert dem Leser das Verständnis für die historischen Personen und Verbindungen.

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