Leserstimmen zu
Mein Mann, seine Frauen und ich

Hera Lind

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Von: Anja Abdelkader aus Berlin

10.07.2019

Da ich selbst einen arabischen Familienhintergrund, mehrere Jahre in Ägypten gelebt habe und die Sprache spreche, hat mich der Roman sehr interessiert. Ich habe die ersten Kapitel gelesen und habe zwei Anmerkungen: Der männliche Protagonist nennt seine Angebetete meist "habibi". Dies stimmt jedoch nicht, denn dies ist die männliche Form, bedeutet "Geliebter, Liebster". Die weibliche Form für die Angebetete müsste jedoch "habibti", "Geliebte" heißen. Außerdem stimmt es nicht, wie er sagt, dass seine Zukünftige automatisch Muslima wird, wenn sie ihn heiratet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie bei einer islamischen Hochzeit konvertiert, doch eine Frau nimmt bei Eheschließung NICHT automatisch die Religion ihres Mannes an. Ich werde das Buch sicherlich zu Ende lesen, es ist nicht uninteressant, aber diese beiden Dinge waren nicht gut recherchiert.

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Ich lese gern die Bücher von Hera Lind. Besonders gefallen mir die Geschichten, die sie nach Erzählungen von Betroffenen schreibt - also direkt aus dem Leben gegriffen. So ist es auch hier in diesem Roman. Nadia Schäfer begegnet Karim, einen gläubigen Moslem aus dem Irak, der erfolgreich in seinem Beruf ist, aber leider unglücklich verheiratet ist. Seine Ehefrau wurde von seinen Eltern ausgesucht, wie es heute noch oft in den arabischen Ländern Sitte ist. Was bewegt eine Frau aus Bayern, einen Mann als Zweitfrau zu heiraten, den sie nur einige Tage kennt, zum Glauben des Islam zu wechseln und sich den Traditionen dieser für sie fremden Welt zu unterwerfen ? In dieser sehr unterhaltsam geschriebenen Geschichte taucht man ein in diese Welt, lernt tiefer die Rolle der Frau in einer islamischen Familie kennen und erfährt mehr über Gefühle und das Leben in dieser Welt. Ich habe das Buch in wenigen Tagen mit großem Interesse gelesen. Das Fazit ist, dass Liebe wohl alles möglich macht. Oft möchte man Nadia warnen, vor Entscheidungen, deren Abgründe schon vorprogrammiert sind. Ich habe mit ihr mitgebangt und gehofft...Auch die Liebe ihrer eigenen Familie, die sie in der Heimat zurücklässt und die immer zu ihr stehen, auch wenn manche ihre Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar sind, wird sehr berührend dargestellt. Der Kampf von Nadia um ihre Ehe mit Karim - aber auch der kulturelle Druck, dem sich Karim ausgesetzt sieht, zeigt wie schwer es ist mit der Annäherung verschiedener Kulturen - auch wenn die Liebe alles zuerst im rosaroten Licht erscheinen lässt. Diese Geschichte gibt einem tiefere Einblicke in die islamische Kultur und räumt auch mit einigen Vorurteilen gegenüber dieser Lebensweise auf. Ich wünsche dem Buch viele begeisterte Leser.

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Inhaltsangabe: Fürth 1995: Nadia Schäfer steht in der Blüte ihres Lebens, hat gerade eine Scheidung hinter sich und die erwachsene Tochter studiert. Aus heiterem Himmel erhält sie einen Anruf von einem gewissen Karim, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Obwohl Karim sie völlig überrumpelt, verliebt sie sich sofort in ihn und seine braunen Augen. Sie hat keine Ahnung, was ihn als tiefgläubigen Moslem ausmacht und doch heiraten sie bereits beim zweiten Treffen in Amsterdam vor einem Imam. Er hat schon eine Frau und drei Kinder, doch die Ehe besteht laut seiner Aussage nur noch auf dem Papier. Das frisch verliebte Paar schmiedet Pläne, in den Oman zu ziehen und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Nadia verliebt sich an Anhieb in das Land, das auf sie eine besondere Wirkung ausübt. Aber der konservative Islam verlangt einiges von ihr ab. Am meisten jedoch verlangt die Viel-Ehe alles ab, denn Karim lernt eine weitere Frau kennen, die er gedenkt zu ehelichen. Mein Fazit: Hera Lind kann wirklich wunderbare Geschichten schreiben. Locker und flüssig geht es schon gleich los mit der ersten Bekanntschaft zwischen Nadia und Karim. Beim Lesen musste ich manchmal ungläubig den Kopf schütteln. Wie kann man als gestandene Frau so ein Wagnis eingehen? Wie kann man dazu verführt werden, seine eigene Identität und Kultur zu leugnen? Nadia selbst erfuhr in ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis ähnliche Reaktionen. Dennoch hielt sie an diesem Mann fest, der ihr trotz aller Unterschiede auch sehr viel Liebe und Geborgenheit gab. Auch wenn ich Nadias nahezu blinde Verliebtheit nicht nachvollziehen kann, so ist durchaus zu lesen, dass der Islam auch positive Aspekte hat, zumindest dann, wenn die Menschen sich daran halten. Ich hätte es nicht ausgehalten, wenn ich ganz ehrlich bin. So ganz allein in einem fremden Land, fremde Kulturen, ja, man versteht die Sprache ja noch nicht einmal. Und dann muss Frau sich auch noch verhüllen und darf noch nicht mal allein das Haus verlassen, geschweige denn, mit fremden Männern reden. So eine Kultur ist für mich sehr schwierig zu verstehen. Akzeptieren? Nur in engen Grenzen. Da prallten tatsächlich zwei verschiedene Kulturen aufeinander und wie Nadia das gemeistert hat, ist schon sehr bewundernswert. Ein Buch, das mich sehr bewegt hat, aber auch sehr nachdenklich stimmte. Ich bewerte es mit fünf Sternen und einer klaren Lese-Empfehlung.

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Von: Sylvia Schmidt

02.06.2018

Ich hab das Buch echt verschlungen, die Geschichte ist echt brutal, aber super gut geschrieben, meinen Respekt Frau Lind.

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Hera Lind- Mein Mann, seine Frauen und ich (Roman nach einer wahren Geschichte) erschienen im Diana-Verlag. (ebook 341 Seiten) Vielen Dank an den Verlag für das Reziexemplar. Ich habe bisher zig Bücher dieser Art gelesen, und doch schafft es Hera Lind dieses Buch zu einem besonderen zu machen. Ihre Art zu erzählen lässt den Leser alle Emotionen empfinden wie es auch die Hauptprota durchlebt. Nadia ist in den Mittvierzigern, geschieden, arbeitslos und lebt in einer WG mit einem jungen Mann. Das Verhältnis zu ihm ist rein freundschaftlich. Sie entwickelt eine Leidenschaft für den Orient, und findet Hobbys die diese Leidenschaft unterstützen wie z.B. das kochen. Nach einem Telefonat mit einem Mann der um ein Treffen bittet ist sie bereits völlig fasziniert von seiner Stimme, und bereits nach dem ersten Treffen völlig hin und weg. Die Heirat folgt einen Monat später, mit dem Iraker Karim, der allerdings bereits eine Ehefrau und drei Kinder hat, somit wird Nadia seine Zweitfrau. Sie zieht zu ihm in den Oman und passt sich dort den Sitten und Gebräuchen an. Als unabhängige, selbstständige Frau hat sie freiwillig ein Leben gewählt das ihre Freiheiten eindämmt. Sie liebt diesen Mann so sehr, und ist bereit dafür alles zu tun, denn Liebe hat ihren Preis. Spätestens als Karim mit seiner Drittfrau ankommt, muss Nadia selbst überdenken auf was sie sich da eingelassen hat…. Ich liebe dieses Buch. Es ist faszinierend beschrieben, die Umgebung detailliert dargestellt, die Kultur die Tradition, die Mentalität, ich konnte es mir genau vorstellen. Schwierig empfand ich die Entscheidungen die Nadia getroffen hat… jede Frau träumt von Ihrem persönlichen Märchenprinz, in gewisser Weise ist das Karim auch, er sorgt und kümmert sich um seine Frauen und respektiert diese. Aber das drum herum passt leider nicht. Wie kann ich den Mann den ich liebe mit anderen Frauen teilen? Wie kann ich meine Freiheit gegen eine Vollverschleierung und Meinungsfreiheit eintauschen. Wie kann ich mir sicher sein was dort in einem anderen, religiösen Land vor sich geht, wie das Leben dort sein wird? Nun das Herz will, was das Herz will. Ich wünsche Nadia von Herzen das Beste und bin dankbar das ich ihre Geschichte kennen lernen durfte. Dieses wundervolle Buch muss gelesen werden. Auch wenn nicht immer nachvollziehbar die Entscheidungen, so ist es doch eine spannende und emotionale Lektüre.

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Nadia Schäfer hat Die weiße Massai nicht gelesen, sonst hätte sie vielleicht dreimal darüber nachgedacht, einen Iraker zu heiraten und aus Liebe in eine völlig fremde Kultur überzuwechseln. Vielleicht hätte sie auch Gestört lesen sollen, denn ihr Karim hat ein paar eindeutig psychopathische Eigenschaften. Wäre Nadia Schäfer vernünftig, wäre sie in Fürth geblieben und hätte den Iraker Iraker sein lassen - aber dann gäbe es keine Geschichte, aus der Hera Lind einen Roman hätte schreiben können. Für eine Rezension muss man hier trennen zwischen der wahren Geschichte und der Art, wie die Autorin sie aufgeschrieben hat. Die Handlung ist absurd, man möchte sie nicht glauben: Nadia hat doch nicht wirklich? Sie wird doch nicht nochmal? Hat sie jetzt verstanden? Oder tut sie schon wieder...? Vor lauter Kopfschütteln wird einem schwindlig. Gleichzeitig erfährt man einiges über den Islam und über den Orient (wie er vor einigen Jahren war, vor dem Krieg). Und man bleibt dabei, weil man wissen will, wann Nadia es endlich kapiert. Hera Lind und ihr Lektor beim Diana-Verlag hätten aus dieser Geschichte allerdings mehr machen können. Gibt es denn für die brave muslimische Frau wirklich keinen anderen Vergleich als das blökende Schaf? Oder könnte man ihn wenigstens anders formulieren, anstatt auf jeder zehnten Seite das Gleiche zu schreiben? Frau Lind hat es sich sehr einfach gemacht mit diesem Buch. Schade. Mein Mann, seine Frauen und ich erschien im Mai 2017 beim Diana-Verlag, dem ich für ein Rezensionsexemplar danke.

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