Leserstimmen zu
Strafe

Ferdinand von Schirach

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Die zwölfte Geschichte. Reinhard Stiehl Es sind 12 Kurzgeschichten, 11 davon wie immer gut erzählt. Kein Wort zu viel. Manche haben eine überraschende Pointe, manche eine andere als die erwartete. Es sind 11 Geschichten aus dem Alltag eines Strafverteidigers. Sie erzählen von Menschen und ihren Schwächen. Das ist ihre besondere Stärke. Wie immer. Doch dann kommt die Zwölfte. Diese eine, die zwölfte Geschichte unterscheidet sich von den anderen schon darin, dass sie in der Ich-Form erzählt ist. Aber sie unterscheidet sich vor allem deshalb, weil sie die beste, die persönlichste im neuen Buch ist. Sie heißt „Der Freund“ und allein wegen dieser Geschichte lohnt sich das ganze Buch. Es heißt „Strafe“. "Vielleicht hast Du recht und es gibt kein Verbrechen und keine Schuld, sagte er, aber es gibt eine Strafe." ER, das ist „Der Freund“, dem Schirach diesen Satz in den Mund legt, der gleichzeitig die beiden Vorgänger von „Strafe“ beim Namen nennt: „Verbrechen“ und „Schuld“. Mit diesen beiden Bänden hat Schirach ein ganzes Genre mit seiner eigenen Sprache verknüpft. „Verbrechen“ und „Schuld“ sind wie „Rubber Soul“ und „Revolver“ von den Beatles. Die beiden besten Alben vor dem berühmtesten. „Strafe“ ist wie die Fortsetzung von „Verbrechen“ und „Schuld“ und klingt wie der dritte Teil einer Trilogie. Ginge es weiter, müssten die nächsten Bücher wohl „Sühne“ und „Vergebung“ heißen. Empfehlenswert wäre das nicht. Nach den ersten beiden, überaus erfolgreichen Kurzgeschichtenbänden versuchte sich Schirach zunächst an zwei Romanen: „Der Fall Collini“ gelang. „Tabu“, der zweite, nicht. Schirach wechselte von der Belletristik auf die Bühne. „Terror“ ist eines der erfolgreichsten Dramen des Gegenwarts-Theaters. Ein Stück Essay. Zwischendurch immer wieder kleine Sonderbände mit kurzen Geschichten: „Carl Thorberg“. Outtakes aus „Verbrechen“ und „Schuld“? Oder neue Einfälle, die zu spät kamen? Auf jeden Fall reichte es lange nicht für einen dritten Band. Wird das Strickmuster zur Masche? Kurzgeschichten sind sein Format, weil seine Plots so gut mit seiner verdichteten Sprache korrespondieren. Eine Erzählkunst, die keiner so beherrscht wie Schirach. Aber „Strafe“ hat nicht mehr die Qualität von „Verbrechen“ und „Schuld“. Oder hat man sich satt gelesen? Bestes Handwerk zwar. Schirach ist ein Meister seines Faches. Allerdings wird man als Leser das Gefühl nicht los, dass sein Strickmuster zur Masche wird. Nur einmal gelingt Schirach wieder so ein ein Satz, der alles in den Schatten stellt. Ein Satz aus der Kurzgeschichte „Nachbarn“. Dort heißt es: "Nach einer halben Stunde geht sie wieder, der tiefe Rückenausschnitt ihres Kleides." Und wäre nicht die letzte Geschichte „Der Freund“, die einmal mehr Hoffnung macht auf einen autobiografischen Roman … DEN autobiografischen Roman … dann wäre dieser neue Kurzgeschichtenband nicht mehr als ein weiterer Bestseller, der mit Sicherheit wieder in 40 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet wird. Aber „Der Freund“ weist weit über dieses Buch hinaus. Diese Geschichte erzählt, warum Schirach Schriftsteller wurde. Und sie endet mit dem Satz, der wie kein anderer den Autor selbst beschreibt: "Ich dachte, ein neues Leben wäre leichter, aber es wurde nie leichter. (…) die Fremdheit bleibt und die Einsamkeit und alles andere auch."

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Für mich war es das erste Buch von Ferdinand von Schirach und meiner Meinung nach zum Eistieg genau das Richtige. Die Kurzgeschichten sind relativ groß geschrieben und umfassen nur mehrere Seiten, so kann man immer mal wieder eine lesen und muss sich nicht viel Zeit dafür nehmen. Obwohl das sicherlich ratsam wäre, denn die Geschichten haben mich persönlich jedes Mal total umgehauen, sodass ich nach der Lektüre noch oft darüber nachdenken musste. Die Wendungen kommen immer völlig unerwartet, einige davon haben mir tatsächlich den Atem geraubt und mich teilweise auch sehr mitgenommen. Man weiß natürlich als Leser, dass so etwas im Alltag sicher oft genug vorkommt, das ist es glaube ich, was die Geschichten so besonders macht. Weiterhin will der Autor uns als Leser mitteilen, dass die Dinge oft nicht so sind, wie sie im ersten Augenblick scheinen. Es geht hauptsächlich um Verbrechen, Gerechtigkeit, Moral und Schuld. Die Art und Weise, wie der Autor die Geschichten schreibt ist richtig gut und für mich außergewöhnlich, denn er wertet nicht. Er erhebt seinen moralischen Zeigefinger nicht, sondern erzählt die Geschichten in einer nüchternen, knappen, aber doch kurzweilig und sehr unterhaltsam. Diese Mischung lässt sich schwer beschreiben, doch für diese Art von Geschichten ist sie in meinen Augen die Richtige. Die Geschichten sind mit Ausnahme der Letzten frei erfunden, was ihre Glaubwürdigkeit in keinster Weise schmälert, im Gegenteil. Sonst wären sie wahrscheinlich kaum zu ertragen gewesen. Fazit: Für von Schirach-Einsteiger genau das richtige Buch, aber auch für Fans des Autors eine absolute Empfehlung.

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Seit vielen Jahren schon ist Fernand von Schirach eine feste Größe im Literaturbetrieb und hat mit seinen Rechtsfällen eine eigene literarische Gattung geschaffen. „Strafe“ knüpft an seine beiden ersten Bücher „Verbrechen“ und „Schuld“ an und hat wieder einmal verschiedene Rechtsfälle in Form von Kurzgeschichten zum Inhalt. Zwölf Schicksale stellt von Schirach vor, die auch die Grenzen des Rechtssystems zeigen und nachvollziehen lassen, weshalb manchmal Unschuldige ins Gefängnis wandern und weshalb manchmal Schwerverbrecher auf freien Fuß kommen. Der Autor ist kein klassischer Erzähler, sein Stil trägt deutlich die Handschrift des Juristen: klar, präzise, schnörkellos. Das mag nicht jedem gefallen, er bieten jedenfalls wenig Raum für analytische Sprachbetrachtung und vielschichtige Entschlüsselung des Textes. Dies ist auch gar nicht nötig, denn das, was der Autor mitzuteilen wünscht, liegt direkt vor einem und besticht eben durch die sachliche Darstellung, die keine Fragen offen lässt. Dies hindert einem jedoch keinesfalls daran, mit den Menschen Mitgefühl zu empfinden, zu leiden und sie auch bisweilen zu verachten. Die Texte variieren in Länge und Perspektive, den einen oder anderen Fall glaube ich auch aus den Medien zu kennen, etwa die Geschichte um den Mann im Taucheranzug – das ist so skurril, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass die häufiger vorkommt. Am interessantesten und berührendsten fand ich die Fälle „Lydia“ um die Puppe, die zur Lebensgefährtin wird, und „Subotnik“, die zeigt, in welcher Zwickmühle sich Verteidiger wiederfinden können. Zwar kommen alle Geschichten nicht an das ethisch/moralisch nicht zu lösende Dilemma von „Terror“ heran, trotzdem liefern sie Einblicke in Grenzbereiche der Justiz, die einem ansonsten verborgen bleiben würden.

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Dieser Satz aus Schirachs neuen Werk ist bei mir nachhaltig hängengeblieben.  Ebenso wie >Verbrechen< und >Schuld< ist sein neues Buch ein herausragendes Beispiel dafür, dass Gut und Böse sehr nah beieinander liegen. Und das in jedem von uns beide Seiten schlummern. Ich mag Schirachs kurze, prägnante Sprache. Oftmals ist das Weglassen des Überflüssigen die wahre Kunst und diese beherrscht der Autor komplett. Dieses Buch habe ich mit meinem Lebensgefährten zusammen im Urlaub gelesen. Er kannte nur die Verfilmungen der beiden Vorgänger und war nun ebenso vom Buch begeistert. Einer lass dem anderen vor bzw erzählte zwischendrin von jeder Geschichte. Die Geschichten und Schicksale beschäftigten uns eine Weile und wurden meinerseits, mit ihm als Jurist, heiß diskutiert. Mich nahm die Story "Subotnik" so sehr mit, dass ich solch eine Wut auf das deutsche Rechtssystem bekam und das Buch im ersten Impuls auf den Boden warf. Unfassbar. Aber auch die verbleibenden 11 Geschichten hinterlassen ihre Spuren. Wer sich dafür interessiert, was hauptsächlich Einsamkeit mit einer Seele anstellen kann und welch schwerwiegende Folgen verzweifelte Handlungen haben, liegt mit diesem Buch richtig. Schirach verurteilt nicht. Er zeigt auf und schaut hinter Fassaden und gibt Einblicke in Dinge, die wir auf den ersten Blick nicht sehen.

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Graustufen!,

Von: Tipperin

19.09.2018

In diesem Buch warten 12 Kurzgeschichten auf den Leser. Alle haben irgendwie mit dem Titel „Strafe“ zu tun. Ich möchte keine Geschichte spoilern, daher nur so viel: Es geht um meist unglaubliche Geschichten, bei denen es kein Schwarz- Weiß gibt, sondern ganz viele Graustufen. Die Erzählungen haben teils skurrile, teils unfassbare Elemente. Da der Autor nicht verurteilt, kann der Leser es tun – muss es aber nicht. Stil, Machart, Meinung Nachdem ich vor ein paar Wochen „Terror“ gelesen hatte und begeistert war, versuchte ich es nun mit „Strafe“. Das ist nicht als Theaterstück aufgemacht, sondern besteht aus 12 Kurzgeschichten. Auch hier ist jedoch der gleiche Stil von Schirach verwendet worden. Distanziert und ohne zu verurteilen erzählt er die Geschichten, die dem Leser jedes Mal vor Augen führen, dass die Welt nicht Schwarz- Weiß ist. Trotz der Distanziertheit gibt es aber auch etwas Humor und auch Philosophisches. Wichtig ist, dass sehr krasse Geschichten ohne Wertung erzählt werden, und das der Leser nicht nur gut unterhalten ist – sondern, dass es auch etwas mit ihm macht. Fazit Dieses Buch läuft ja auch irgendwie außer Konkurrenz, es ist kein Krimi, Thriller oder Roman. Aber es sind viele kleine Geschichten, die irgendwie in die Richtung Krimi gehören. Ich vergebe 4 Sterne, bin aber Begeistert und möchte mehr von Schirach lesen. Da möchte ich mir in dieser speziellen Kategorie noch etwas Raum nach oben lassen, man weiß ja nicht was noch kommt.. Für wen das etwas ist, kann ich auch nicht so genau bestimmen. Menschen, die an Verbrechen und der Psychologie dahinter interessiert sind. Vom Niveau her etwas höher, und man sollte die Bereitschaft mitbringen, sich mit dem Gelesenen auch auseinanderzusetzen. Denn über manche Geschichten denkt man nach, und einige möchte man sogar weitererzählen.

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Schon seit Jahren bin ich ein Fan dieses Autors! Seine beiden Bände "Verbrechen" und "Schuld" habe ich in einem Rutsch gelesen und auch bei diesem Band hier war ich vollkommen gefangen und konnte das Buch nicht zur Seite legen. Gefangen? Ja, gefangen in einem Sumpf aus Niederträchtigkeit, Verrat und den anderen Abgründen der menschlichen Seele. Erneut ist es Schirach gelungen in diesem Band kurz und präzise verschiedene Fälle zu beschreiben und dabei auch immer dem Leser ein wenig den Spiegel vorzuhalten, denn auch, wenn man selbst nicht unbedingt straffällig geworden ist, sind die beschriebenen Mensch doch wie Sie und ich. Normal, ohne besonders große Auffälligkeiten und rutschen dennoch ab. Auch in diesem Band fragt man sich nicht selten, wie verdreht doch das Rechtssystem sein kann: immerhin werden eindeutig schuldige freigesprochen und andere werden verurteilt und dies alles wegen "kleiner" Fehler in der Verhandlung oder auch schon davor. Hinzukommt, dass es Schirach gelingt das Buch in einer Art zu Schreiben, die es einem so vorkommen lässt, als lese man nicht, sondern der Autor säße sich in der Kneipe neben einen und fange an zu erzählen. Fazit: Auchg dieses Buch lässt mich nachdenklich zurück. Wie schnell wird aus einem ruhigen ein auffälliger Bürger und wie schnell kann sich das Blatt um 180 Grad drehen? Ein wirklich gelungenes Werk. Viel Spaß beim Lesen.

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Inhalt: Was ist Wahrheit? Was ist Wirklichkeit? Wie wurden wir, wer wir sind? Ferdinand von Schirach beschreibt in seinem neuen Buch "Strafe" zwölf Schicksale. Wie schon in den beiden Bänden "Verbrechen" und "Schuld" zeigt er, wie schwer es ist, einem Menschen gerecht zu werden und wie voreilig unsere Begriffe von "gut" und "böse" oft sind. Ferdinand von Schirach verurteilt nie. In ruhiger, distanzierter Gelassenheit und zugleich voller Empathie erzählt er von Einsamkeit und Fremdheit, von dem Streben nach Glück und dem Scheitern. Seine Geschichten sind Erzählungen über uns selbst. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Ich finde, dass der Klappentext zu dieser Sammlung von Kurzgeschichten einfach unglaublich ansprechend ist, da sich doch jeder fragt, was oder wer zu „gut“ und was zu „böse“ gehört. Zudem hatte ich vorher schon gutes vom Autor gehört und wollte nun wissen, was an den begeisterten Meinungen dran ist. Ich kann schon an dieser Stelle sagen, dass ich dieses Buch an einem Tag verschlungen habe. Einmal mit dem Lesen angefangen, habe ich es nicht mehr aus der Hand legen können und in einem Rutsch alle zwölf Kurzgeschichten gelesen. Die Charaktere variieren von Geschichte zu Geschichte, sie sind unterschiedlich alt, unterschiedlichen Geschlechts und unterscheiden sich natürlich auch in ihren Chraktermerkmalen. Auch der Schreibstil wechselt immer wieder, mal wird in der Ich-Perspektive und der Gegenwart, mal von einem personalen Erzähler und in der Vergangenheit geschrieben, was für ein abwechslungsreiches Lesevergnügen sorgt. Die Handlung hat immer gemeinsam, dass irgendeine Art von Verbrechen begangen wird und es für dieses Verbrechen irgendeine Art von Strafe gibt. Beim Lesen war ich teilweise etwas verstört von den Dingen, die die Menschen getan haben, was das Buch meiner Meinung nach aber noch interessanter gemacht hat. In vielen der Geschichten verdient der Schuldige seine Strafe, in anderen dagegen fühlt es sich eher wie die Ironie des Schicksals an, wenn ein „Verbrecher“ durch ein ungerechtfertigtes Gerichtsurteil seiner Strafe entgeht und in die Freiheit entlassen wird. Dieses Buch zeigt wirklich, dass die Welt nicht immer gerecht ist und oft die falschen Menschen in den Fokus der Aufmerksamkeit schiebt. Ich bin definitiv begeistert von Ferdinand von Schirachs Talent, ironische Geschichten zu erzählen, die einen sprachlos zurücklassen! Er nimmt kein Blatt vor den Mund und erzählt mit unwahrscheinlicher Offenheit! Mein Fazit: Geschichten, die schockieren und die Sprache verschlagen! Ein großes Dankeschön an den Luchterhand Literaturverlag für die Bereitstellung des Buches! Strafe bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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In „Strafe“ von Ferdinand Schirach werden einzelne Kurzgeschichten erzählt, die oberflächlich betrachtet zunächst einmal eindeutig erscheinen - jedoch werden sie durch bestimmte Gegebenheiten bzw. anderen Sichtweisen komplett in ein anderes Licht gerückt. Ich fand die Geschichten trotz des distanzierten Schreibstils zum Ende hin immer sehr erschreckend, was mich wiederum sehr zum Nachdenken angeregt hat. Von der Länge her sind sie ideal für Zwischendurch. Doch von der Intensität her ist es dafür wiederum überhaupt nicht geeignet. Man benötigt nach jeder Erzählung immer ein wenig Zeit um sich das Geschriebene zu verinnerlichen und etwas sacken zu lassen. Einige Geschichten haben mir mehr zugesagt, was bei einer Sammlung natürlich normal ist. Aber so ist definitiv für jeden etwas dabei.

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